Kurz verlinkt (47)

A respected Swiss scientist, Conrad Gessner, might have been the first to raise the alarm about the effects of information overload. In a landmark book, he described how the modern world overwhelmed people with data and that this overabundance was both „confusing and harmful“ to the mind. The media now echo his concerns with reports on the unprecedented risks of living in an „always on“ digital environment. It’s worth noting that Gessner, for his part, never once used e-mail and was completely ignorant about computers. That’s not because he was a technophobe but because he died in 1565. His warnings referred to the seemingly unmanageable flood of information unleashed by the printing press.

„Slate“: „Don’t Touch That Dial! A history of media technology scares, from the printing press to Facebook.“

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In der Bunten stoßen wir auch auf das Bikinifoto eines Mädchens, dessen Anblick beim Schreiber die Hormone verrücktspielen lässt: „Eine neue Göttin der Erotik scheint aus dem Himmelblau des Meeres aufzutauchen – wie einst die Aphrodite der alten Griechen“, deliriert er über die „zauberhafte Kindfrau“, Madonnas Tochter Lourdes Maria. Das Mädchen ist 13.

Liebe Kollegen bei der Bunten: Falls es bei euch im Haus eine Dusche gibt, dann dreht sie doch mal kalt auf und stellt den Mann (eine Frau wird es doch nicht gewesen sein?) drunter. Und noch ein Tipp: Wer auch immer bei euch über den Polanski-Prozess schreibt – es sollte jemand anderes sein.

Jörg Thomann in den „Herzblatt-Geschichten“ der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

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February 2, 2010: Arc Energy
Just as planned, these scientists are truly delighted that Obama has gone through the effort of pretending to inspect this small disklike object.

„New York Magazine“: „A History of Obama Feigning Interest in Mundane Things“.

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Nirgends zählt ein Toter so viel wie in Österreich. Was das über die Mentalität aussagt, sei dahingestellt, Faktum ist: Die Verstorbenen werden in Österreich automatisch für heilig erklärt. So konnte sich Thomas Bernhard nicht mehr gegen die Umarmungen derer wehren, die zu Lebzeiten seinen Landesverweis verlangten. Die Kaiserin Sissi wurde von einer schwer verhaltensgestörten Persönlichkeit zum eigenwilligen, aber charmanten Mäderl verfilmt – gespielt von Romy. Schneider, die Österreich zwar fluchtartig verlassen hatte, um ihre größten Erfolge in Frankreich zu feiern, aber der totalen Vereinnahmung dennoch nicht entkam. Nur Hitler wurde am Ende zum Deutschen erklärt.

Wunderbar geschriebener Artikel des österreichischen Autors David Schalko, der für seinen satirischen Roman über Jörg Haider von dessen „Lebensmensch“ Stefan Petzner verklagt wurde — und schon für die Art, wie er da das Wort „verfilmt“ gebraucht hat, liebe ich diesen Text.

„Welt“: „Die bizarren Klagen von Haiders Lebensmensch“.

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Ich habe es damals bei Second Life jedenfalls echt im Guten versucht. Heute bin ich Feuilletonist bei der FAZ und warne die Spreeblick-Knallchargen vor Twitter. Das ist doch klar, dass da nix bei rumkommen kann. 140 Zeichen, pfff, da kann man – mit Leerzeichen – maximal fünfunddreißigmal „Ich“ unterbringen. Was soll man denn da groß reinschreiben können? Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum sich Sascha Lobo, dieser Vollkoffer, so an den Zensurprovider Vodafone ranwanzt: Darum! Es ist immerhin mein Internet, und ich mag es nicht, ebendieses von solcherlei Gewürm repräsentiert zu sehen.

Don Alphonso an der Blogbar Donald von Soundso an der Blubbar.

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Stargate Studios‘ Virtual Backlot Reel 2009.

21 Replies to “Kurz verlinkt (47)”

  1. Der Virtual Backlot Film ist der Hammer. Wow.

    Wobei mir schon letztes Jahr in einer Folge „How I Met Your Mother“ aufgefallen ist, dass der Buchstabe am Rednerpult von Robin, der da runter fiel, nicht echt war, sondern digital. Die Sachen hier hätte ich nicht in 1000 Jahren als „nicht echt“ erkannt. Wahnsinn…

    Jetzt stellt sich die Frage welche Auswirkungen das auf den Journalismus haben wird. „Wag the Dog“ ist da ja noch harmlos, dutzende Meter lange Blutlachen vor Tempeln ebenso.

    Green-(und Blue-)Screens sollten alle ein Wasserzeichen bekommen, damit man erkennt, was bearbeitet ist und was nicht. YouTube erkennt ja schon urheberrechtlich geschütztes Material…

    Wenn die Mythbuster schon feststellen, dass die Mondlandeszenen nicht gefaked waren, obwohl die Schatten seltsam waren, wie soll man dann in Zukunft bei einer Marslandung eine solche überhaupt noch als nicht gestellt erkennen?

  2. Immer noch dieser „Hass“ gegen den Don? Muss doch nicht sein. Es wirkt irgendwie, wie soll ich sagen? Poplig? Unpassend?

  3. Das lustigste an der „Satire“ ist allerdings, dass ihr Inhalt auch in dieser überdrehten Form immer noch voll zutrifft…

  4. weiterer interessanter link zum aktuellen sz-magazin würde hier gut reinpassen. der zusammenhang zwischen selbstmord-berichterstattung und nachahmungseffekt (den vor kurzem ein paar kommentatoren ins land phantasia verlegen wollten) wird da am fall enke -vier monate danach- aufgearbeitet und bestätigt.

  5. @Nr. 1/Sebastian:

    Das mit der inszenierten Marslandung wurde im Film „Capricorn One“/“Unternehmen Capricorn“ (von 1977 !) schon ausführlich behandelt.

  6. Bin auch kein Freund von Don Alphonso, aber stimme meinen Vorrednern hier zu. Die „Satire“ ist völlig neben der Spur und kein bisschen lustig. Satire darf alles, ausser doof und langweilig sein.

  7. Also ich finde die Satire auf den Don gar nicht mal so schlecht. Sie ist so treffsicher und lebensnah, dass man fast vermuten möchte, hinter Don(ald) stecke der echte Alphons *g*.

  8. zu don alphonso: ich finde er hat recht.jeder volldepp kann sich als social-bla-experte ausgeben und erziehlt den selben erfolg wie die etablierten.

    man muss nur n bisschen im netz surfen….

    nur weil sascha lobo von der kritik betroffen ist, musst du nich gleich „beleidigt“ sein und so ne schlechte parodie von seinem blog verlinken.

    ps: bin echt kein fan oder so von don… aber ich finde in dem punkt hat er wirklich recht

    mfg

  9. edit: nur weil sascha lobo von der kritik betroffen ist, musst du (stefan niggemeier) nich gleich „beleidigt” sein.

  10. Das ist keine Satire.
    Und sie kommt auch nicht holzhammerhaft plump daher.
    So ist Don Alphonso. Anders kann man sowas gar nicht machen.

    Übrigens ihr anonymen, feigen, Alphonso-Freunde-Schweine mit ungültiger Emailadresse:
    Bei Don wäre euer Kommentar gelöscht worden.

  11. @Huh
    meiner ist hier auch geläscht worden. Dazu braucht’s keine ungültige E-Mailadresse.
    Man muss offenbar bloß anderer Meinung sein, wie Herr N.

  12. Zum Virtual Backlot Film: Ist das etwa Tic Tac Toes Verpiss Dich Chillout Remix? ;) Klingt jedenfalls gut. Weiß jemand den Titel?

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