Lena

14 Mrz 10
14. März 2010
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Ich sag das nicht oft, aber Sie hätten mich sehen sollen, am Freitagabend, auf meinem Fernsehsofa, als Lena „Love Me“ sang, einen ungemein gut gelaunten Popsong, den ihr Stefan Raab geschrieben hatte und den sie mit einer unbändigen Lust präsentierte: Ich saß da mit einem drei Minuten anhaltenden, breiten, sinnlosen Grinsen.

Das Publikum hat sich dann für ein anderes Lied entschieden, mit dem Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest antreten soll, aber das nimmt dem Moment nachträglich nichts von seinem Zauber.

Momente zu schaffen, das ist das, was Unterhaltungsfernsehen am besten kann. Wie die erste Begegnung mit dieser 18-jährigen Kandidatin, ihrem Auftritt in der Premierenshow vor Wochen mit „My Same“ von Adele, mit dem sie allen innerhalb von Sekunden den Kopf verdrehte. (Und das sie übrigens gegen den Rat von Raabs Band durchsetzte, indem sie schlicht mit Abreise drohte.) Oder ihr Satz „Mein ganzer Körper ist voll mit kleinen guten Sachen“ am Anfang der Finalshow. Oder auch nur die Szene, in der sie erklärte, wie sie sich aus zwei Lippenstiften mit Fanta- und Cola-Geschmack ihre Lieblingssorte Mezzo-Mix zusammenschminkt. Lena ist Momentezaubermeisterin. „Hussa, das wird ein Spaß“, sagte sie.

„Unser Star für Oslo“ sollte „nachhaltiger“ werden als Dieter Bohlens Demütigungs- und Kandidatenverbrennshow „Deutschland sucht den Superstar“, hieß es. Dabei wurde in Raabs Sendung viel seltener behauptet, es gehe darum, durch einen Sieg die Erfüllung eines Lebenstraumes und eine dauerhafte Karriere zu gewinnen (was ohnehin nicht einmal mehr das RTL-Publikum glaubt). Es ging eigentlich immer nur um zwei Momente: Den einen, hier, jetzt, auf der Bühne, bei dem der Funke überspringen muss. Und einem Moment Ende Mai in Oslo, wenn in einem absurd großen Rahmen zig Millionen Zuschauern verzaubert werden wollen.

Was dann passiert und danach, weiß niemand. Genau so wenig, ob diese erstaunliche, polarisierende junge Frau, für die man das Wort „keck“ mal vom Sechziger-Jahre-Muff befreien müsste, das Zeug hat, auf Dauer die Menschen für sich und ihre verquer-lässige Art, Musik zu machen, zu begeistern.

Dafür ist dann aber das Fernsehen nicht mehr zuständig. Dort muss sie nur ein paar Europäern für einem Moment ein ähnliches Glücksgefühl verschaffen, sie entdeckt zu haben, wie es ihr in Deutschland gelang. Das ist schon alles.

126 Gedanken
  1. 1
    Sebastian S. says:

    Man kann sich alle diesjährigen ESC-Kandidaten hier schon einmal ansehen. Also, alle bis auf den deutschen *seufz*

  2. 2
    Thomas says:

    Ich finde ihre Aussprache von love einfach unerträglich. Ansonsten sehr sympathisch

  3. 3
    Klaus says:

    Auch wenn ich mich etwas schäme, mir geht’s genau so. Schöner Text!

  4. 4
    T. Zett says:

    Was interessieren mich ein paar Europäer, wenn ich eine CD von allen von ihr bisher performten Liedern hätte, die ich dann in meine Karre mitnähme und bei „Mr. Curiosity“ auf Wiederholung drücken könnte.

  5. 5
    Andre says:

    Wieso um alles in der Welt nehmen sich auf einmal so viele Medien/Leute dieser Show an? Die Zeit, faz, hier… Versteh ich nicht. Das bessere DSDS ist immer noch schlecht, oder? Woher der verzweifelte Versuch, den ESC wieder zu einem großen Ereignis (besser: Event) hochzuschreiben?
    Manche Leute können gut singen. Yay! Dafür brauch ich keine Fernsehsendung, dafür brauch ich erst recht nicht eine verdummende Veranstaltung wie den ESC.
    Auch wenn es vielleicht nicht ganz so gut rüberkommt: das ist durchaus als Frage gemeint, da mir die mannigfaltige Aufmerksamkeit, mit der diese (in meinen Augen) Nichtigkeit bedacht wird wirklich absolut rätselhaft ist. Wenn jemand da Aufklärung bringen kann dann gerne.

  6. 6
    funthomas says:

    Stefan: Dass Du den 3. Song von Lena bevorzugt hast, ist ja im Fernsehblog klar hervorgegangen. Mir persönlich hat er nicht so gut gefallen, aber das Thema ist (wie man anhand der Kommentare im Fernsehblog ja auch sehen konnte) endlos und eigentlich nicht diskutierbar, weil Geschmack.

    Das mit dem Dauergrinsen allerdings trifft es genau. Bei allen Auftritten von Lena hatte ich genau dieses „Spassgefühl“, dass weit über das hinausging, was sonst so passiert, wenn jemand im TV einen Song/ein Lied/einen Superstar-Hit mehr oder weniger gekonnt zum Besten gibt. Und ich weiss definitiv, dass ich nicht der einzige bin dem es so ging. Egal, ob Lena nun in Oslo gewinnt oder Vorletzte wird (beides glaube ich nicht).

    Gleich nach der Show habe ich mich an den Rechner gesetzt und eher zufällig MP3s von allen ihren Auftritten gefunden und auf CD gebrannt. Die haben wir dann am Samstag bei unserem Familieneinkauf im Auto gehört, und unsere 3 Kinder (8/5/2 Jahre) waren ebenfalls begeistert. Seitdem läuft die Scheibe bei ihnen im Kinderzimmer in „Heavy Rotation“. Ihre Lieblingsstelle ist, als Lena den Siegtitel nochmals singen durfte/musste und im Überschwang der unterschiedlichen Gefühle mitten im Lied „verdammte Sch…“ ruft.

    Mach’s gut Lena. Alter Finne, ALTER FINNE!

  7. 7
    Michael says:

    @andre: Stefan hat die Antwort auf deine Frage doch ausführlich im dritten Absatz seines Artikels gegeben. Und seine Beispiele sind genau die Stellen, bei denen auch ich schmunzelnd vor dem Fernseher saß und mich fragte, warum Fernsehen nicht immer so sein kann.

  8. 8
    Sanníe says:

    Weil eine große Zahl von Leuten vom ersten Moment an vor sechs Wochen verzaubert war von dem Mädchen. Ich auch.

  9. 9
    polyphem says:

    @Andre:
    ESC. ESCape. Escapismus. – Flauschersatz.
    Wer kann schon immer Westerwelle, Ratzinger, Rüttgers usw. ertragen? Soviel Kraft hat Niemand.

  10. 10
    Wolfgang says:

    Lena ist ein Mensch, der bei DSDS nichts zu suchen hätte. DSDS besteht ausschließlich aus Provokation, Proleten und Zicken. Lena ist liebevoll, natürlich und ein Mensch wie Du und ich. Und genau deswegen wird dieser Mensch uns Erfolg bringen. Erfolg, den wir schon lange nicht mehr hatten. Auch dank Stefan Raab, der zwar nicht ganz uneigennützig diese Wohltat vollbracht hat, jedoch wie häufig einen deutlich besseren Riecher hat als Dieter Bohlen. Den Vergleich mit dem Menschen Lena mit Nicole erspare ich mir, doch das ist genau das, was man in Oslo erwartungsvoll sehen und hören möchte.

  11. 11
    SvenR says:

    @T. Zett #4: Auf Unser Star für Oslo kann man sich das nochmals ansehen und für den Hausgebrauch sicherlich auch ein MP3 extrahieren. (Dies war kein Rechtsrat)

    @Andre #5: Genauso wenig, wie jede Casting Show gleich ist sind nicht alle Doku Soaps von vorneherein schlecht und böse. Oder Spielfilme gut und toll. Es gibt in jeder Kategorie schlechte, gut und manchmal auch herausragende Produktionen.

    Und bei USFO ist es gelungen, interessante, talentierte, besondere Menschen zu finden – obwohl oder gerade weil Deutschland eigentlich schon komplett durchgecasted ist.

    Die letzten zehn Kandidaten waren allesamt wirklich gut, die letzten fünf bis auf Jennifer hatten alle etwas sehr besonderes. Jennifer war wohl insgesamt die stimmlich beste und ist verdient ins Finale gekommen. Ihr fehlte am Schluss dann aber m. E. nach das besondere, was Lena auszeichnet. Allein schon die Musikauswahl der Kandidaten, die Besetzung der Jury, der Umgang miteinander, sogar die »Durchgefallenen« waren sooo viel besser, als die letzten DSDS- oder Pop-Stars-Gewinner zusammen.

    Wären Sie dabei gewesen, würden Sie mich verstehen.

    Das mit dem ESC kann ich Ihnen leider nicht erklären. Da ist wohl in meiner Kindheit etwas schief gegangen, als ich Samstag abends allein vor dem 32cm-Telefunken-Röhrenfernseher saß und meiner Erinnerung nach im Bayerischen Fernsehen den damaligen Grand Prix geschaut habe. Ich erinnere mich noch gut an die Kommentare von Peter Urban, die klangen, als ob er sie per Telefon aus einem Unterseeboot abgegeben hätte. Und zwischen den ganzen interessanten Gesangsdarbietungen, Arangements (Rückung!) und Showeinlagen (wie heißt noch mal der Fachausdruck, wenn eine Frau sich den Hosenanzug wegreißt und darunter ein Kleid zum Vorschein kommt?) waren immer wieder Künstler und Kompositionen, die mich verzauberten (vor drei (?) Jahren war so eine Georgierin dabei, hach!).

    @Stefan: Danke. Für’s aufschreiben und für’s einstellen.

  12. 12
  13. 13
    Jeeves says:

    „keck“ – ist tausend mal besser als das modische „spannend“.

  14. 14
    T. Zett says:

    @SvenR
    Schon klar, aber da ich beim mp3 Spiel nicht mitmache würde ich die vorgetragenen Songs gerne legal kaufen.

  15. 15
    SvenR says:

    @T. Zett #13: Wie gesagt, das oben war kein Rechtsrat, aber ich als interessierter Laie würde sagen, es ist vollkommen legal, sich ein MP3 aus einer Fernsehausstrahlung zu extrahieren…wobei ich es auch am liebsten einfach bei iTunes downloaden können würde.

  16. 16
    Kathi says:

    Und was man auch nicht vergessen darf: Die Auswahl der Lieder bei dieser Castingsshow war wirklich sen-sa-tio-nell. Seit Lena „Diamond Dave“ gesungen hat, höre ich die beiden Alben von „The bird and the bee“ in Dauerschleife, und Kerstin Freking hat mich für das zweite Album von Regina Spektor begeistert, weil ihre Version von „Somedays“ dem Original ganz neuen Zauber eingehaucht hat.
    Ganz großes Fernsehen war, dieses USFO. Mein Titelvorschlag für die Nachfolgesendung: „Schöne Menschen stellen Ihnen Lieder vor, die Sie so noch nicht kannten“ – jeden Dienstag bei Prob Sieben. Das wäre schön!

  17. 17
    T. Zett says:

    @SvenR
    In meinem Kommentar wollte ich zu dem Ausdrücken bringen, wie egal es mir ist, mit welchem Platz die Künstlerin „für Deutschland“ in Oslo abschneidet. Die Songs wären einfach genial fürs Auto.
    Möge Brainpool es lesen.

  18. 18
    SvenR says:

    @kathi #15: Die Idee Gefällt mir. Sehr sogar.

  19. 19
    Lutz says:

    Ich war und bin noch nie ein Freund dieser Casting-Mania im deutschen Fernsehen gewesen-ok, gut, vielleicht die erste Staffel von DSDS hat man sich mal angeschaut-dann war aber auch gut.

    Das liegt vorallem daran, dass diese Formate wie o.g. DSDS, Popstars, Star-Search usw. einfach keine Top-Sänger oder Entertainer mehr suchen, sondern sich um Fäkal-Artisten a-la Mr. Methan, Schlägertypen mit Vorstrafen oder einfach nur SEX-SELLS (irgendwelche blonde Karaoke-„Sängerinnen“ mit riesen Hupen am Strand räkelnd) streiten.

    Das Unterschichten-Fernsehen muss immer lauter, nackter und bekloppter werden, um die Masse zu befriedigen, denn man hat ja schon alles gesehen—–aber USFO war nicht alles, war nicht DSDS-hat sich nicht orientiert an den Neuesten Hypes, den angesagtesten Singles und überhaupt waren die Hauptdarsteller erfrischend, erfrischend anders.

    Das hat den Erfolg ausgemacht und auch das hat mich, als Casting-Show-Hasser Sendung für Sendung vor den Fernseher gezogen.

    Und ja, ich gebs zu-ich habe immer gerne auf Lena gewartet.
    Danke Stefan!

  20. 20
    Dirk says:

    Sehr schön, besonders beim: „Ich saß da mit einem drei Minuten anhaltenden, breiten, sinnlosen Grinsen.“ habe ich mich ertappt gefühlt. Genauso war es bei mir auch.
    Ich hoffe, Lena schafft es die kommenden Wochen bis zum ESC insofern unbeschadet zu überstehen, dass sie ihre Authentizität nicht verliert und weiterhin so „keck“ bleibt. (Danke übrigens, dass mir der Artikel dieses längst verschollene Attribut wieder in Erinnerung gerufen hat)

  21. 21
    thomas says:

    anscheinend habe ich eine völlig andere vorstellung von „natürlich“ als die meisten anderen leute ;)

  22. 22
    Marco says:

    Auch ich als Noch-Nie-Casting-Show-Seher war vom ersten Moment nachdem ich Lena ‚My Same‘ habe singen hören, total geflashed. Die erste Sendung habe ich nur im Netz gesehen, nachdem ich die ersten Lena-Lobe gelesen hatte und war danach so angefixt, dass ich jede Sendung verschlungen habe.

    Ich kann mich nicht erinnern, jemals so mit meiner Kanditatin im Fernsehen mitgefiebert zu haben wie letzten Freitag mit Lena. Das Mädchen hat mich als >30jährigen total verzaubert und ich wünsche ihr das Beste für die Zukunft.

    Neben dem Zugpferd Lena haben mich aber auch einige andere Kanditaten überzeugt und Kerstin Freking hätte mit ‚Somedays‘ wohl grosse Chancen gehabt, das Finale zu gewinnen … wenn es nach mir gegangen wäre zumindest :)

    Danke an alle Kandidaten, danke an Lena und danke an Stefan Raab, der das alles möglich gemacht hat! Hut ab!

  23. 23
    Wolfgang says:

    Bohaa was gehen diese nörgler, besserwisser, stänker, nichtgönner, möchtegern musikexperten auf den sack, die ständig und unablässig an „Unser Star für Oslo“ (die sind ja viel zu nett, das musikbusiness ist aber arschhart!), und den dort auftretenden Kandidaten („die lieder, die der sonst singt sind viel besser“, „dieses björk gesinnge nervt“) rum mekkern.

    Danke Stefan N.! Du als „Chefnörgler“ sprichts mir aus der Seele. Egal was der „Eurovision Song Contest“ oder „Unser Star für Oslo“ bedeuten, egal was deren Ziel und deren Wirkung ist. Ich wurde seit langen nicht mehr so gut unterhalten. Ich habe es gerne gesehen, war „sauer“ wenn ich es verpasst habe und habe Gänsehaut bei „Satellite“!

  24. 24
    166mhz says:

    Ich habe diese Sendung nicht in Gänze verfolgt, nur das Finale gesehen und muss leider sagen:

    Dieses Fräulein finde ich unheimlich nicht-authentisch.

    Dieser aufgesetzte Akzent (das sollen die Briten wirklich toll finden, Herr Knüwer?), der irgendwo auf der Suche nach Kate Nash verreckt. Und dann dieses prototypische Nora-Tschirner-Gehabe. Für mich ware das leider irgendwie allzu offensichtlich Mechanismen, um eigene Unsicherheit zu überspielen (was natürlich eine legitime Praktik darstellt).

    Jedenfalls: Ick fand ditte wenig überzeugend. Müsste ich zuspitzen, würde ich gar behaupten: Mich hat die Frau genervt. Anyone else?

  25. 25
    seven says:

    @23:
    Der Akzent hat mich auch genervt. Rainbirds auf Schlafentzug. Aber das ist doch Geschmackssache. TATsache ist, dass die Show gut war, die junge Dame sympathisch und die Jury nicht zum Kotzen. Und das ist echt mal was Neues.

  26. 26
    Lukas says:

    Es ist aber auch ein Elend: Wenn Westerwelle, Oettinger und Schumi beim Versuch scheitern, Englisch zu sprechen, wird draufgehauen. Wenn sich eine deutsche Schülerin (mein eigener Englisch-LK-Lehrer sprach übrigens Englisch mit rheinischem Einschlag, so kann man das ja nie richtig lernen) bemüht, möglichst britisch zu klingen (wenn auch eher Cockney als Oxford), dann ist das gleich wieder „aufgesetzt“ und „peinlich“.

    (Disclosure: Ich würde alles heiraten, was mit britischem Akzent spricht.)

  27. 27
    166mhz says:

    @ Lukas

    Bei Abiturientinnen wird nach PISA einfach ein höherer Maßstab angelegt.

  28. 28
    Ommelbommel says:

    Ich finde die ja nicht unsympathisch, aber zu so genannten Momenten hat es dann doch nicht gereicht. Aber vielleicht bin ich auch zu einem zu coolen Gymnasium gegangen, wo ganz viele Mädchen so „keck“ waren. Nunja, wie gesagt, nicht unsympathisch, nur leider eine furchtbar mittelmäßige Sängerin in meinen Ohren.
    Aber es ist ja auch wirklich kein Drama, wenn man beim Grand Prix baden geht, und das meine ich ganz ohne Ironie.

  29. 29
    J. S. says:

    Eine CD mit den Songs von Lena kann man bei amazon schon vorbestellen. Und sicherlich wird es dann auch die Möglichkeit geben, einzelne Songs online zu kaufen.

  30. 30
    Andre says:

    Ich kann ja auch den appeal für die Zuschauer nachvollziehen. Aber warum lässt man das nicht in der ‚Leute‘ / ‚Panorama‘ / ‚Vermischtes‘ / ‚Buntes‘-Ecke wo es hingehört? Woher die massive Berichterstattung in Medien, die genannten Themenbereichen eigentlich höchstens mal die halbe Rückseite des Politikteils widmen? Wo immer ich auch hinkomme, überall findet man was dazu. Das will mir einfach nicht einleuchten. Wie gesagt, das soll keine Aussage über die Qualität der Sendung oder gar der Sänger sein, da kann ich mir kein Urteil bilden. Ich finde wie gesagt nur die ‚media coverage‘ erstaunlich und unerklärlich, geht es doch mit dem Thema ESC um etwas, was sich sonst dort nicht wiederfindet.
    Erinnert mich irgendwie an das Revival der Verherrlichung des Landlebens mit seinen Bauerntischen und Karotischdecken und ganz viel Schlagsahne. Nur das man sowas halt nicht unbedingt in der Zeit oder hier wiederfindet.

  31. 31
    Karl says:

    @ Lukas/#26

    Vielleicht wäre als Disclosure angebrachter gewesen: Bemühe mich selbst – fortdauernd, aber mit mäßigem Erfolg – wie ein richtig echter Brite zu klingen. ;)

    Das machte das Inschutznehmen gegen blöde Anwürfe jedenfalls weitaus erklärlicher. Es ist übrigens nicht so, wie du implizierst, dass die von Lenas Aussprache Genervten mit den Westerwelle-Kritikern identisch wären. Im Gegenteil: Es klingt insbesondere für Muttersprachler sehr irritierend, wenn Nichtmuttersprachler versuchen, wie Muttersprachler zu klingen. Und zwar insbesondere deshalb, weil das – bei Lena wie bei Lukas – nicht durchzuhalten ist. Sodass in verschiedenen Passagen dann doch der „Schwindel“ auffliegt. Ein Zeugnis der genervten Muttersprachler ist z.B. auf der Eurovisions-Seite zu finden.

  32. 32
    Lukas says:

    @Andre: Sie sind also der Ansicht, dass das „Thema ESC“ „sonst“ „hier“ nicht stattfinde? Ganz sicher?

  33. 33
    JO says:

    Das Besondere liegt für mich beim ESC, wie auch bei Olympia, in der verbindenden Universalität. Nur bei Sport und Musik können sich Menschen aus allen Ländern zusammenfinden, die Sprachbarrieren überwinden und gemeinsam Spass haben. Ob nun unser „Star“ dort „gewinnen“ wird, ist mir dabei ziemlich egal. Auf die Veranstaltung kommt es an.

    Was Lena angeht, bin ich sehr gespannt ob und wie sie sich weiterentwickeln wird und freue mich darauf, wenn sie in 5-6 Jahren hoffentlich erfolgreich ein Musikstudium absolviert hat und in der Branche Fuß fasst. Gute Anlagen bringt sie ja eindeutig mit.

  34. 34
    T. Zett says:

    Anbei die download Ergebnisse von media control Freitag / Sonntag

    http://www.mix1.de/charts/downloadcharts.htm

  35. 35
    SvenR says:

    @Lukas #26: Wie gut, dass wir deutsch miteinander gesprochen haben.

    @T. Zett #34: Isch söh nüschts, transkribieren Sie bitte.

  36. 36
    Mensch says:

    @ 33 JO: sagen: „Das Besondere liegt für mich beim ESC, wie auch bei Olympia, in der verbindenden Universalität. Nur bei Sport und Musik können sich Menschen aus allen Ländern zusammenfinden, die Sprachbarrieren überwinden und gemeinsam Spass haben….“

    Nicht nur Musik und Sport besitzen die „Universalität“, auch Sexualität und Mathmatik! (siehe Blogbeitrag vom 12. März 2010, 13:19 Niggemeier)

    weiter,Sie sagen: „Ob nun unser „Star” dort „gewinnen” wird, ist mir dabei ziemlich egal.“
    Warum dann millionenschwere Show „on the road“ bringen?

    Wir,die Roboter, sind uns sicher das Herren Raab das nicht so ziemlich egal ist!

    Desweitern wollen Wir,die Roboter, euch Menschen ins Bewustsein bringen das Lena aufgrund ihrer „jungfräulichen Ausstrahlung“ bei vielen Menschen punkten kann.(inklusive: Herrn Raab)

    Denn ein unerfahrenen Mensch kann man nach seinen Vorstellungen formen!

    @ 5\30 Andre : Bravo! Ist ihnen denn wirklich nicht klar warum soein Hype um diese SHOW gemacht wird?

    Ist doch klar wie, „klares kaltes Wasser“. Herr Raab MUSS ein Erfolg mit diesem Joint Venture [ˌdʒɔɪnt ˈvɛntʃə] -Projekt haben,weil es sonst kein zweites oder drittes JV-Projekt geben wird und damit auch keine „Vergütung“.

    Zu den Artikel warum der Song von Herr Raab nicht gewählt wurde, muß man\frau wissen das bei der Vergütung in der Musikindustrie Author\Songwriter\Produzent (m., v. lat.: producere „hervorbringen“) besser vergütet werden als die Performer(Sänger,Instrumentalisten).

    Und hier noch

    Liebe Lena

    Wir,die Roboter, legen dir dieses Lied ans Herz.
    Du sollst das Lied nicht singen,Nein.
    Du sollst den Text des Songs verstehen!

    Ein Auszug aus dem Titel „A QUESTION OF TIME“ von Depeche Mode.

    „Well now you’re only eighteen
    And you look good
    I’ll take you under my wing
    Somebody should
    They’ve persuasive ways
    And you’ll believe what they say

    It’s just a question of time
    It’s running out for you
    It won’t be long until you’ll do
    Exactly what they want you to“

    MfG
    Roboter singen nicht

    Roboter lassen singen

  37. 37
    Rex Lex says:

    Diesen Robot-Kram hab ich doch schon woanders gelesen, derwesten?
    Egal. Lena hat mich von Beginn an begeistert, ich stimmte für den 3. Song ab, und ich würde für Lena sogar Rihanna verlassen. Nicht nur, weil Lena deutsch kann. Also: Love me!

  38. 38
    twex says:

    „(Und das sie übrigens gegen den Rat von Raabs Band durchsetzte, indem sie schlicht mit Abreise drohte.)“

    Den Satz verstehe ich nicht. Wenn es ein Rat war, warum mußte sie dann drohen?

  39. 39
    Augusten says:

    Hehe … jetzt hab ich mir doch glatt das ganze mal auf unser-star-fuer-oslo.de angesehen. Lena kann wirklich nicht besonders singen (stimmlich war diese Jennifer viel besser), ist aber sehr, sehr süß und der lebende Beweis dafür, dass man keine tolle Stimme haben muss, um eine gute Pop-Sängerin zu sein.

  40. 40
    Sebastian says:

    Jo den Satz versteh ich auch nicht ganz – sie musste sich gegen die Kapelle von Raab durchsetzen? Und wieso kann man mit Abreise drohen? Erklärung bitte! Hintergrundinfos! :-)

    Ich bin froh, dass ich das nicht geschaut habe. Ich mag das nicht mich andauernd in hübsche Schauspielerinnen/Sängerinnen zu vergucken, Sandrah Bullok und Nora Tschirner müssen reichen :-)

  41. 41
    Jeeves says:

    @36 Mensch
    „muß man\frau wissen das bei der Vergütung in der Musikindustrie Author\Songwriter\Produzent (m., v. lat.: producere „hervorbringen“) besser vergütet werden als die Performer(Sänger,Instrumentalisten).“

    Muss man? frau?
    Ich bin jetzt 40 Jahre im Musikgeschäft tätig und kann versichern: das ist mal so, mal so. Zum Beispiel war ich mal Produzent eines Albums, das ein Riesenhit wurde, und habe als Produzent dafür keinen Pfennig bekommen.
    Wie gesagt, es ist nicht ganz so simpel, sondern: mal so, mal so.

  42. 42
    Augusten says:

    … und „love me“ wäre tatsächlich der bessere Song gewesen …

  43. 43
    pyrrhussieg says:

    Der Artikel macht Lust auf das Video. Aber meine eigene Wahrnehmung war anders: Der Song ist handwerklich sauber interpretiert, der Gesang ist OK, aber das erwünschte Glücksmoment blieb aus.

    Was fehlt ist das Eigene, das Große, das Überwältigende. Das habe ich das letzte Mal an einem sonnigen Sonntagnachmittag in einem abgedunkeltem Zimmer erlebt, nach einer durchzechten Nacht und im Restalkohol-Vakuum. Da hörte ich Sally Shapiros ‚Find my Soul‘ und war zu Tränen gerührt. http://www.youtube.com/watch?v=xfsX-XfLaB4

    Ein andere Musik, ein anderer Mensch, ein anderer Eindruck. Aber vielleicht doch größer, als die kleine Lena.

  44. 44
    Sanníe says:

    Die Band riet zu einem bekannteren Lied aber sie sagte laut Raab: Dann flieg ich halt raus.

    Soviel also zu dem robotergesteuerten Mädchen. Das war SpOn übrigens auch eine Lästerei wert nach dem Motto, diese Wohlstandskids können es sich sogar leisten zu verlieren! Ja, weil sie eben nicht als einziges Lebensziel haben, reich und berühmt zu werden um jeden Preis.

    Und was diese alberne Kritik an Rab betrifft – meint wirklich jemand, der arbeitet noch wegen des Geldes? Was natürlich nicht bedeutet, daß seine Arbeit und Kreativität kostenlos zu haben sind, ist ja klar.

  45. 45
    SvenR says:

    Ähm, kleine Anmerkung: Das Siegerlied »Satellite« ist nicht von Stefan Raab. Weder Mann oder Frau Stefan Raab.

  46. 46
    Iris says:

    Eindrücke:
    Lena Meyer-Landrut könnte imo die Tochter von Björk und Helge Schneider sein; eine Persönlichkeit, die einen unwillkürlich in ihren Bann zieht; nicht einfach nur Song-Interpretin, sondern ein Gesamtkunstwerk. Ich fand die beiden ersten Titel in Lenas Version besser als ‚Love Me‘. Aber mit Satellite gebe ich ihr in Oslo die besten Chancen.

  47. 47
    quelle says:

    Man sollte nicht die Unterschiede, sondern vielmehr die Gemeinsamkeiten zwischen DSDS und USFO darstellen. Denn darin, einen „Star“ auf Zeit zu suchen, sind die Formate ja wohl gleich. Vielleicht ist USFO sogar perfider, weil die ganze weichgespülte Darstellung ein leises Versprechen auf Kontinuität enthält. Lena jedenfalls wird in den Himmel des ESC geschossen, um sie nach getaner Arbeit wieder in ihr normales Leben zu entlassen; and thee winner is: Stefan Raab, der die Feulletons abräumt. – wir sind wirklich gut unterhalten, echt!

  48. 48
    Stefan Niggemeier says:

    @twex: Nach meinen Informationen wollte die Band sie zwingen, ein anderes Lied zu singen. Sie hat gesagt: Dies oder keins.

  49. 49
    fernetpunker says:

    Lena ist eine KÜNSTLERIN. Das unterscheidet sie von fast allem, was im Unterhaltungskommerzzirkus so stattfindet.

  50. 50
    T. Zett says:

    @ twex / SN
    In dem Video auf USFO vom 2.2.10 (LML / My Same) sagt SR in seiner Beurteilung über den Vortrag (bei 5.15) etwas dazu.

  51. 51
    SvenR says:

    @quelle #47: Haben Sie schon mal etwas von Gregor Meyle, Stefanie Heinzmann oder Max Mutzke gehört? Nein? Ach, was schreib‘ ich da, Sie lassen sich sowieso Ihre Meinung nicht durch Argumente zerstören.

  52. 52
    Andre says:

    @Lukas/32: Zumindest ist es mir entgangen, wahrscheinlich weil es innerhalb eines kurzen Zeitraums schlicht mehr als eine einmalige Konfrontation mit diesem von mir gänzlich ignorierten Thema braucht, als dass ich es wahrnehme. In diesem Fall ist meine Wahrnehmungsschwelle übersprungen worden und daher die Frage, auf die ich mir eher eine Antwort gewünscht hätte, als diese arrogant wirkende Versatzstückrezitation, die schlicht überflüssig weil nichtssagend ist.

  53. 53
    Stefan Niggemeier says:

    @Andre: Apropos arrogant, wenn Sie das Thema so gänzlich ignorieren, wie kommen Sie dann (gleich in Ihrem ersten Kommentar) zu dem Urteil, der Eurovision Song Contest sei „eine verdummende Veranstaltung“?

    Und ein schlichter Gebrauch der Such- oder Tagfunktion hätte Ihnen geholfen, herauszufinden, wie präsent (oder nicht) das Thema Grand-Prix in diesem Blog bisher war: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/tag/eurovision-song-contest/

  54. 54
    Christian says:

    @23 danke. Sie haben mir aus der Seele gesprochen.
    Und der Akzent erst. Wie ich bei Jan Delays Kommentar zu Lenas Englisch gelacht habe.
    Ich fand Lenas Auftritte von Mal zu Mal schlechter. Beim ersten Mal war ich wirklich begeistert, beim letzten mal genervt. Sie ist trotzdem sicherlich die bessere Wahl, denn Sie hat ja nur einen Auftritt.

  55. 55
    quelle says:

    @svenR 51
    na ja, zumindest mit dem ruhm von mutzke ist ja wohl auch schon etwas her, meyle kenn ich ich wirklich nicht. auch bohlens sieger veröffentlichen ja ein, zwei erfolgreiche platten; dann aber wird es meist still…
    mir geht es ja auch nicht um die qualität der sänger/innen oder der songs, das mag jeder selbst entscheiden, was mich am aktuellen contest so stört, dass ist dieses naive nachbeten von vermeintlicher natürlickeit – das ist von raab konstruiert, aber er wäre nicht dort, wo er ist, wenn das uneingeschränkt wahr wäre. darum müsste man eben andere maßstäbe der kritik an ihn anlegen, als ihn permanent als good guy zu feiern, der sich einzig um die musik verdient macht.

  56. 56
    Mensch says:

    @53 : Herr Niggemeier, Andre sagte:“…arrogant wirkende ….“ !

    Aber Bitte ! Zurück zu Thema

    Liebe Lena

    Wir,die Roboter, wollen dir noch ein bonus Lied ,von Annie Lennox performed, ans Herz legen.
    Auch hier sollst du nur den Text verstehen!(der nicht von Annie Lennox geschriben wurde)

    Auszug:

    „What’s cute about little cutie?
    It’s her beauty, not brains…
    Old father time will never harm you
    if your charm still remains…

    After you grow old baby,
    you don’t have to be a cold baby…

    Keep Young and Beautiful,
    It’s your duty to be beautiful…
    keep young and beautiful,
    if you want to be loved.“

    MfG
    Roboter

  57. 57
    kapsberger says:

    @31 Karl:

    Es klingt insbesondere für Muttersprachler sehr irritierend, wenn Nichtmuttersprachler versuchen, wie Muttersprachler zu klingen.

    Also ich kann nur für mich sprechen, aber als deutscher Muttersprachler finde ich es immer irgendwas zwischen putzig und beeindruckend, wenn ein Nichtmuttersprachler sich an möglichst „echtem“ Deutsch versucht. Wobei „putzig“ mehr das eine Ende der Skala umschreibt, an dem sich fremder Akzent und deutsches (regionales) Idiom mischen, und „beeindruckend“ das andere Ende, an dem jemand fast akzentfrei Deutsch spricht.

  58. 58
    tomato says:

    Christian, Du meinst wohl #24 — und ich muss mich angesichts der Mitschnitte, die ich sah, tendenziell anschließen.

    Lena wirkte in verschiedenen Gesprächen grundlos zickig. Das hätte man einer weniger hübschen Kandidatin, die weniger auf niedlich macht, anders ausgelegt.

    Lena macht penetrant auf twee. Der Akzentversuch gehört dazu.

  59. 59
    Karl says:

    @ 57

    Das stimmt. Allerdings lernt man Aussprache eben sukzessive und nicht auf der Schulbank. Albern klingt es, wenn einige Wörter betont muttersprachlich gesprochen werden, solange bei anderen Wörtern die Heimatsprache durchscheint.

  60. 60
    _Flin_ says:

    Die ist einfach großartig. Der erste Auftritt mit „My Same“, und das allergroßartigste „Mr Curiosity“. Kann ich mir immer und immer wieder anhören. Auch wenn das mit dem Oslosieg nix wird, hoffentlich hört man noch viel von ihr und hoffentlich bleibt sie erfrischend verrückt und sympathisch.

  61. 61
    Andre says:

    @S.N. /53: Natürlich bin ich in gewisser Weise ignorant, weil das Thema ignorierend – mögliche Bereicherungen durch dieses Ereignis entgehen mir. Für mich, der ich mich nicht näher damit auseinander setze läuft diese Veranstaltung gleich neben Musikantenstadl, weswegen ich sie mir nicht anschaue. Das kann man arrogant finden, weil ich mir keine Meinung gebildet habe, sondern mich von singulären Teilaspekten die mich ‚erreichten‘ habe beeinflussen lassen. Namentlich: Stefan Raab, Guildo Horn, als Monster verkleidete Skandinavier, Max Mutzke, eine blinde Sängerin. Alles nicht mein Fall, musikalisch und auch in anderen Aspekten, alles in meinen Augen belanglos. Das geht anderen natürlich anders, sicher auch und vor allem deswegen, weil sie da mehr Einblick genommen haben und ein differenzierteres Bild haben.
    Meine Frage thematisiert ja aber auch meine Ignoranz (sollte sie zumindest) und war tatsächlich darauf abgestellt, etwas Licht in dieses mein Dunkel zu bringen. Ich sehe ein, dass das Benennen als ‚eine verdummende Veranstaltung‘ nicht unbedingt deeskalierend wirken konnte, jedoch wollte ich niemandem zu nahe treten oder beleidigen, sondern habe lediglich meine (gern korrigierte) Perspektive wiedergegeben. Ich hatte mir eigentlich sowas in der Richtung ‚kulturübergreifend‘, ‚traditionell‘, … erwartet und wollte wirklich lediglich die Ursache für die breite Berichterstattung ergründen und mich im Zuge dessen auch gern meiner offensichtlichen Ignoranz berauben lassen.
    Allerdings schien es mir wie angedeutet oft auf ein ‚besser als DSDS‘ oder ‚die kann wenigstens wirklich singen‘ hinauszulaufen, was in meinen Augen nicht ansatzweise das von mir wahrgenommene Interesse rechtfertigt. Was es da also drüber hinaus an Aspekten gibt ist mir nach wie vor willkommen.
    In diesem Zuge sei auch klar gestellt, dass ich hier nicht unterstellen wollte, das Sie plötzlich auf diesen Zug aufgesprungen sind oder etwas in der Richtung. Wie gesagt ist mir Ihre evtl. breite Berichterstattung zu diesem Thema entgangen, aber diese tut auch nichts zur Sache. Vielmehr wollte ich erfahren, was dieses Thema meiner Wahrnehmung nach aus der ‚bunten Ecke‘ ins Feuilleton befördert hat und ihm so breite Widmung widerfahren lässt. Dies stellt explizit nicht in Abrede, dass es hier schon mehrfach auf der Tagesordnung war und hier nachhaltig und regelmäßig behandelt wird, weil es etwa den Neigungen des Autors entspricht.

  62. 62
    Stefan Niggemeier says:

    @Andre: Keine Sorge, ich fand Ihre Bemerkung, der Grand-Prix sei eine „verdummende Veranstaltung“ gar nicht beleidigend. Nur dumm.

  63. 63
    Julia07 says:

    Oha, ich freue mich ja, dass es nun eine Casting-Show gibt, die auch einem Großteil der Leser hier gefällt. Ich habe allerdings schon das Gefühl, dass die hier größtenteils vertretene Position (zusammengefasst: USFO = großartige Künstler, DSDS = Kommerzmüll) ein bisschen einseitig ist.

    Habe z.B. gerade in Stefans Bildblog-Artikel über den toten „Grand-Prix-Kandidaten“ (neben interessanten Infos über die Raab-Bild-Feindschaft) gelesen, dass bei TV Total auch peinliche Clips gezeigt werden, in denen sich die untalentierten USFO-Kandidaten „blamieren“. Sieht man mal von der plumpen Bild-Kampagne ab, ist das ja für eine Show, die sich öffentlich damit rühmt, Kandidaten nicht vorzuführen, schon ein wenig seltsam. Da ist das von dir (zu Recht) kristierte DSDS doch gar nicht so weit entfernt!

    Fast könnte man auf den Gedanken kommen, dass es nicht nur bei der Bild, sondern auch bei Niggemeier eher auf eine Sortierung nach Freunden (Stefan Raab) und Feindbildern (Dieter Bohlen) als auf journalistische Kriterien ankommt.

  64. 64
    gerrit says:

    Bisher war ich bereit, jede noch so absurde Meinung des Hausherrn nachvollziehen zu wollen. Weil er ja einer von den Guten ist. Aber das geht zu weit.
    Ich will das gutfinden, dass jemand in einer Castingshow sich keinen Müll aussucht, sondern was Anständiges. Ist aber blöd, wenn der Mensch nicht singen kann, und keinen Plan hat, was sie da singt.

    Disclaimer: Mit dsd(s) werd ich immer Mülltrennung verbinden. Und das passt ja auch.

  65. 65
    polyphem says:

    @ 33 JO:
    Ich bin dafür, dass Lyrik wieder olympische Disziplin werden soll.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Sommerspiele_1928/Kunstwettbewerbe
    (Bitte beachten Sie die Silbermedaille in „Lyrik“.)

  66. 66
    JO says:

    @ polyphem

    Hach, wer erinnert sich nicht mehr an die „Reitvorschrift für eine Geliebte“ von Rudolf G. Binding? Ein Klassiker – bis heute. Schade nur, dass im Bereich „Dramatik“ nur der Platz 2 vergeben wurde und die Sänger scheinbar alle Halsschmerzen hatten.

    Wäre es nicht traumhaft: Wochen zuvor laufen die Castings für Poetrie-Slam, Happenings und Orchestermusik, sowohl in der ARD, Arte und superRTL. Dann, die Olympiade: Nach Life-Rundplastiken ein schneller Schnitt, rüber zum Schnell-Städtebaulichen-Entwerfen um dann zur Königsdisziplin „Instrumentalmusik“ zu kommen.

    Wenn das mal wieder laufen würde – ich würd´s ja gucken.

  67. 67
    inga says:

    @Andre
    Deine Art, etwas zu „ignorieren“ ist aber schon etwas penetrant…

  68. 68
    B.Schuss says:

    @inga: das ist das Problem mit dem Ignorieren: es merkt keiner. ^^

  69. 69
    Jeeves says:

    @62 S.N. „ich fand Ihre Bemerkung, der Grand-Prix sei eine „verdummende Veranstaltung” gar nicht beleidigend. Nur dumm.“
    Ich möchte dem Kritisierten beistehen und ihm zustimmen: Solch Schlagerwettbewerb ist nur zu ertragen wenn man etwas seltsam drauf ist und das ganze mit Kopfschütteln und Zynismus erträgt, a la: mein Gott, die sind alle so doof.
    Kennt denn der Hausherr und die hier Jubelnden wirklich keine bessere Musik als ausgerechnet deutschen Schlagergesang?

  70. 70
    Stefan Niggemeier says:

    @Jeeves: Man muss ja die Musik nicht mögen, aber um „deutschen Schlagergesang“ handelt es sich nun in keiner Weise.

    Und vielleicht muss man dumm sein, um an so einem Wettbewerb Vergnügen zu haben, aber dass dieser Wettbewerb aktiv Menschen dümmer macht, als sie vorher waren, für diese These hätte ich dann doch gern wenigstens ein Indiz.

    (Aber was für ein trauriges Leben das ist, wenn man sich bei jedem Buch, jedem Film, jeder Architektur, jedem Essen fragen (lassen) muss, ob man wirklich nichts besseres kennt.)

  71. 71
    polyphem says:

    @JO:
    apropos Königsdisziplin Instrumentalmusik: Ich habe da eine Goldberg-Variation entdeckt. Ich verweise mal hier, da es beim Kipp-Roll-Fall-Spektakel vermutlich niemand mehr auffällt.

    http://www.youtube.com/watch?v=gaQYb4Ykhz8&feature=player_embedded

  72. 72
    Augusten says:

    @polyphem: Sehr geil, aber leider nur eine Computeranimation.

  73. 73
    Jeff Kelly says:

    Im Prinzip sind sich DSDS und USFO sehr ähnlich, denn beides sind in erster Linie Schönheitswettbewerbe.

    Das Problem ist, das wir über die Kandidaten schon sehr viel wissen bevor wir sie das erste mal singen hören, jede Wahl ist danach eher durch die persönliche Vorliebe für den Kandidaten gekennzeichnet als durch die Qualität des Auftritts oder des Gesangs.

    Das deckt sich auch mit vielen Äußerungen hier im Kommentarthread oder im Artikel, wo mehr über die charakterlichen Qualitäten der Siegerin, als über deren gesangliche Qualitäten diskutiert wird. (Für die Performance ist es total unerheblich ob die Siegerin sich einen Lippenstift aus Cola und Orange mixt, aber es macht sie halt auf eine naive Art liebenswürdig).

    Übrigens einen Fehler den auch die Juroren immer wieder begehen, die die einzelnen Kandidaten ja noch viel öfter zu Gesicht bekommen als die Zuschauer.

    Diese „Vorgeschichte“ bekommt halt leider keiner der Zuschauer beim Eurovision Song Contest zu sehen und deshalb muss das Lied und die Interpretin alleine durch die Qualität der Performance bestehen und da sehe ich doch deutliche Defizite.

    Ich habe USFO bewusst nicht verfolgt und den verlinkten Clip extra bis zum Start von Mr. Curiosity vorgespult und ich muss sagen, dass mich die Darbietung nicht überzeugt hat.

    Gerade in den hohen Lagen geht sie doch ziemlich baden und es hört sich teilweise schon sehr quietschig an, was mir zugegebenerweise als jemand der selbst seit Jahren als Hobby singt eher auffällt. Die gewählte Tonlage passt jedenfalls nicht besonders gut zu ihrer Stimme. Ein Fehler den leider zahllose Castingshow-Kandidaten begehen, die lieber ihr absolutes Lieblingslied ruinieren als etwas zu wählen was ihre Stimme unterstreicht.

    Möglicherweise war deshalb der Rat der Band kein schlechter.

    Nun es gibt natürlich genug Künstler die auch ohne die hohe Schule des Gesangs zu beherrschen eine tolle Show auf die Bühne zaubern und das sie es mit ihrem eigenen Kopf geschafft hat zu gewinnen zeigt, das die nötige Persönlichkeit vorhanden ist (der Rest kommt mit der Erfahrung).

    Die Zuschauer beim ESC haben allerdings den Nachteil diese Frau nicht von Anfang an begleitet zu haben und konnten ihre Persönlichkeit nicht kennen lernen, deshalb könnten sie unter Umständen ihre Wahl aus anderen Gesichtspunkten treffen.

  74. 74
    Jeff Kelly says:

    Der Vergleich mit Nicole hinkt übrigens.

    Ihr Auftritt war eine absolut perfekte Inszenierung. Von der Wahl der Kleidung über die sehr zurückgenommene Performance – sitzend auf einem Hocker mit Gitarre – dazu ein Mädchen das absolute Unschuld ausstrahlt (da fehlte nur noch die Zahnspange) und die gesanglich absolut überzeugt.

    Das war nicht nur ein perfekt gewähltes Lied sondern auch Marketing in Perfektion.

  75. 75
    B.Schuss says:

    @Stefan, #70: naja, es ist der hier schon oft demonstrierte, verzweifelte Versuch, vor den hier Anwesenden einen höher stehenden geistig-moralisch-intellektuell-kulturellen Anspruch zu zeigen. DSDS ist was für Hartzer, der Grand Prix etwas für die geistig Armen ohne Musikgeschmack… ^^

    Es ist schon fast ironisch zu nennen, dass gerade in einem so anonymen Medium wie dem Internet diese sozialen Mechanismen immer noch gelten.

    Und wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich hab heute noch eine Herztransplantation. Und die Sinfonie komponiert sich auch nicht von alleine…

  76. 76
    Mensch says:

    @70. Niggemeier:“…(Aber was für ein trauriges Leben das ist, wenn man sich bei jedem Buch, jedem Film, jeder Architektur, jedem Essen fragen (lassen) muss, ob man wirklich nichts besseres kennt.)“

    Da Wir glauben zu wissen das Herr Niggemeier englisch versteht, wollen wir Herrn Niggemeier ein Lied ans Herz legen.

    Auszug:

    „You’re so ordinary,sanctuary in the morning darling
    New sensation, love vibration, heart to heart and a long goodbye
    You go your way, I’ll go my way, life is truer than fiction in this crazy
    Land of milk & honey life is just an illusion,darling

    I just don’t know what to believe in, is the truth be known
    Suffering from soul fatigue, weathering the storm
    What we say what we do are entirely different things
    Meaningless straight through the roof is not how it should be “ (A long goodbye)

    Liebe Lena

    Nein, nicht schon wieder eine robotische Belehrung, Wir wollten dir nur mitteilen das du Uns für einen Moment „verzaubert“ hast.
    Was man „verzaubern“ kann, kann man auch „entzaubern“.Und genau das mit Uns passiert!

    Auch deine Aussage:“Ich hab richtig Bammel – hab ’ne richtige Kackwurst in der Hose“
    Finden Wir,na Ihr wißt schon WER, nicht so schlimm.
    Wir wissen ja alle das Herr Raab sich mit Wurst ,gut bis sehr gut, auskennt.

    Wir wünschen Frau Lena Meyer-Landrut, Viel Glück und viel Segen auf all ihren Wegen, Gesundheit und Frohsinn
    sei auch mit dabei.

    LG

    Disenchanted
    Das DrainTool-Team

  77. 77
    T. Zett says:

    @Jeff Kelly
    Der Vergleich mit Nicole hinkt nicht nur, er verbietet sich. Das Lied hat man zwei mal gehört, danach durfte das Lied noch nicht einmal in der Plattenfirma gehört werden. Marketing vor 28 Jahren war höchstens nach der Entscheidung ein Thema, wenn überhaupt. Das nannte man damals noch Werbung.

  78. 78
    zoey says:

    @polyphem #71
    sehr geil, gerade als computeranimation.

    @topic:
    ich finde lena auch bezaubernd und niedlich.
    erstaunlich, dass sie es schafft, selbst (ältere) kerle in ihren bann zu ziehen und diese gar zu hymnen zu inspirieren. sn hier, hans hoff gestern in der sz und wer weiß wen noch. stefan raab zählt nur ein bißchen, der ist befangen.
    ganz bestimmt hat es etwas mit der unbefangenheit und direktheit zu tun, mit der ausdrucksform, die lena einfach intuitiv zu beherrschen scheint, ohne irgendeine technik oder gar verstellung. auf einer solchen bühne zu singen und dabei sich selbst so treu zu bleiben – schon wow.
    man kann sich dieses jahr endlich mal wieder auf einen ernsthaft gemeinten beitrag beim esc freuen, dem man als zuschauer auch richtig gerne die daumen drückt.

  79. 79
    grey²³ says:

    Satellite ist eine sehr unangenehme, schlechte Komposition. Lena ist ein 18jähriges Mädchen, das über ihre naive, spritzige Art nicht so wirklich tolle Qualitäten in Sachen Entertainment ausweisen kann. Der gesamte Contest war ein Gegenmodell zu DSDS und damit leider auch nur ein Abklatsch von DSDS.

    Aber: Lena hat gewonnen. Stefan Raab hat es geschafft, er hat nicht zuviel versprochen mit seiner ’nationalen Aufgabe‘. Es ist ihm gelungen, mit seinen Mitteln diesen ganzen Durchschnitt so zu verquicken, dass etwas Besonderes entsteht.

    Dieses Besondere wird Lena sein. Es wird ihre Aufgabe sein, Stefan Raabs Idee von einem deutschem Beitrag nach Europa zu transportieren.

    Ich fand übrigens das gesamte Spektakel sehr entspannend, zum Teil zum quietschen, zum einfach drüber quatschen.

    Lena wird in Oslo gewinnen. Sollte es anders kommen, wird es an anderen liegen. Wir sollten uns da spätestens jetzt völlig einig sein – es ist unser Beitrag.

  80. 80
    Sebastian S. says:

    Schade finde ich, dass das zugehörige Musikvideo, das heute abend Premiere feiert, noch direkt nach dem Sieg runtergerissen wurde. Man sah gestern abend schon einen Ausschnitt bei TV Total, und es ist einfach ein schlecht hingeschludertes Stück. Warum hat man sich dafür nicht noch ein paar Tage Zeit gelassen? Diverse Vorkehrungen hätte man ja schon vorher treffen können. Gab es da irgendwelche Fristen? Beim ESC weiss man ja nie, da gibt’s ja viele Bestimmungen.

  81. 81
    Orry says:

    @Andre / 61:

    Wo gerade das Wort „Kultur“ fiel: Falls sie mit den „als Monster verkleideten Skandinaviern“ die Gruppe „Lordi“ meinen – die kommen aus Finnland, und das gehört nicht zu Skandinavien.

  82. 83
    Striedel says:

    Dieses tschirnereske Getue ist jawohl nicht keck sondern sowas von nervig. Das geht gar nicht. Der Akzent auch nicht. Die arme Kate Nash. Wäre sie tot, würde sie sich im Grabe rumdrehen.
    Ansonsten überraschend gut gemacht, dieses USFO. Tolle Musik, gute Sänger und Sängerinnen. Hoffentlich gibt’s das nächstes Jahr wieder.

  83. 84
    T. Zett says:

    Anbei Artikel Hamburger Abendblatt mit dem Auftritt von LML im ARD Morgenmagazin.

    http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1422745/1000-Fans-empfangen-Oslo-Star-Lena-Meyer-Landrut.html

  84. 85
    inga says:

    Ich schaue mir ja immer als Sonntagabendinsbettgehvermeidungsverhalten auf rtl-now die letzten DSDS-Sendungen an (positiver Nebeneffekt im Internet: man kann „vorspulen“, wenn es zu grässlich wird). „Unser Star für Oslo“ ist dagegen leider an mir vorbei gegangen. Inzwischen habe ich mir aber einige Clips davon angeschaut und bedaure, das nicht verfolgt zu haben. Bei DSDS atmet man ja schon auf, wenn so ein Song halbwegs unfallfrei mit einer Tontrefferquote von >50% abgeliefert wird. Mir ist echt schleierhaft, wie hier einige sagen können, die beiden Sendungen seien in dieser Hinsicht auch nur annähernd vergleichbar. Und ich kann zwar verstehen, dass Lena manchen Leuten auf den Keks geht, denn so ist das eben, wenn man Persönlichkeit hat. Und dass sich einige allen ernstes darüber aufregen, dass sie einen etwas speziellen Akzent hat… Meine Güte, wenigstens ist das nicht so ein gefälliges Alltagstralala, das es jedem recht machen will. Ich kenne einen Ami, der deutsch nur mit starkem bayerischen Akzent sprechen kann. Das finden fast alle „süß“. Ich selbst spreche französisch mit südfranzösischem Accent und kein einziger Franzose hat mich jemals deswegen schräg angeschaut, die sind höchstens amüsiert. Aber wenn irgendwer wagt, nicht astreines Englisch in der Öffentlichkeit zu sprechen (oder zu singen), dann müssen wieder alle Perfektionisten laut losblöken. Erinnert irgendwie an diese Herr-Lehrer-ich-weiß-es-besser-*schnipp*-*schnipp*-Typen aus der Schulzeit.

  85. 86
    Stephan M. says:

    Eigentlich wollte ich mir auf der Unser-Star-für-Oslo-Seite nur mal kurz einen Eindruck von der Siegerin verschaffen – die TV-Shows habe ich ignoriert, dafür ist mir einfach die Zeit zu schade. Da stolperte ich darüber, dass Lena im Halbfinale Mr. Curiosity gesungen hat. Als glühender Jason-Mraz-Fan schaue ich mir also als erstes dieses Video an und bin „von den Socken“. Mutig genug, diesen Titel überhaupt auszuwählen, aber die ganz eigene Art der Interpretation ist umwerfend. Und dieses Englisch! Wäre man bösartig, würde man es affektiert und aufgesetzt nennen – bei Lena ist es einfach süß und, ganz richtig, keck. By the way: Jan Delay kennt Jason Mraz nicht! Auf welcher Insel lebt der Gute denn?
    Falls es jemand interessiert: Hier ein Live-Mitschnitt von Mr. Curiosity aus einem Konzert im Paradiso, Amsterdam (Juli 2007) – Jason in Höchstform
    http://www.mtv.de/videos/19331196

  86. 87
    Uli Schade says:

    du hast hast ja soo recht. sie ist der beweis, dass liebe auf den ersten blick sogar über die bildröhre funktioniert…einfach nur ein traum 0.0

  87. 88
    Schlomi Arbeitmann says:

    Was mich am meisten an „Unser Star für Oslo“ stört, ist, dass man sich auf groteske Art und Weise von „DSDS“ zu unterscheiden versucht. Während es bei „DSDS“ um soziale Verlierer/ besonders polarisierende Charaktere mit Ambitionen auf ein besseres Leben geht, sind den Diplomatenenkelinnen aus „Unser Star für Oslo“ die ganze Show egal.
    Alles ist „fett“ und man ist kess drauf und sieht toll aus und Probleme kennt man nur aus der Zeitung. Es gibt keine unangenehmen Enthüllungen aus der Vergangenheit und sonderbar ist der, der allzu sehr normal ist. Alles was „DSDS“ negativ angekreidet wird, wird fast schon satirisch in umgekehrter Form bei „Unser Star für Oslo“ dargeboten.

    Diese Show ist ein Musterbeispiel dafür, wie man ein Unterschichtsprogramm in ein Mittelschichtsprogramm transformieren kann, ohne die Künstlichkeit zu verlieren.

  88. 89
    hesl says:

    @ # 88: Nenn mich Spießer, egal. Aber ich fand es äußerst angenehm, über ein paar Wochen junge Menschen zu sehen, die sehr wohl einen eigenen Charakter haben und zeigen, aber eben gerade nicht aus der Ecke „soziale Verlierer“ kommen. Mir wird nur noch schlecht, wenn ich sehe, was bei DSDS, Popstars, MTV und so weiter tagein, tagaus als Role Model angeboten wird.

  89. 90
    ben says:

    @ #87 / Uli Schade:

    You’re confusing love at first sight with lust at first light.

  90. 91
    Hahn E. Büchner says:

    Die Beobachtung, dass DSDS und Unser Star für Oslo (USFO) zwei unterschiedliche Milleus bedienen/beleuchten, ist dem Spiegel auch schon Anfang März aufgefallen. Hierzu gibt es einen Artikel mit dem Titel:“Kampf der Kulturen“.
    Link: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69277689.html
    Was mich stört an der Reaktion der Mehrheit bzgl. der USFO-
    Gewinnerin ist, dass da so getan wird als hätte man „the next
    big thing“ entdeckt. Dabei zeichnet sich eine Kate Nash auch eher durch eine bestimmte Art von Sprechgesang, als durch Gesang selbst, aus. Und der Vergleich mit Lily Alleen kommt auch nicht von irgendwoher.
    Ich stell mir gerade vor, wie beispielsweise ein gewisser Stefan Niggemeier-Nash während einer der Auftritte von Lena Meyer-Landrut im Rahmen einer der USFO – Ausgaben zum Telefonhörer greift, jemanden anruft und folgendes in den Hörer spricht:
    „Hallo Kate, ich bin’s Stefan Niggemeier-Nash, dein Cousin achten Grades. Du hast doch nach einem neuen Sound gesucht. Hör dir das mal an !“ Und dabei den Telefonhörer in die Höhe hält, damit Cousine Kate den Ton des Fernsehers und den „völlig neuen Sound“ besser hören kann.
    Das ist eben alles nicht „the next big thing“. Dies wäre nur der Fall wenn es wirklich etwas komplett neues, noch nie dagewesenes wäre und man Vergleiche mit Nash, Allen etc. nicht ziehen könnte.
    Ich finde es schön, dass man sich auf ein neues (altes) Adjektiv wie „kess“ geeignigt hat. Es ist wohl der Ablöser für „authentisch“, was auch nie eine besondere Qualität war oder ist, denn eine Flatulenz kann auch super doll „authentisch“ sein. Ebenso ist „kess“ oder „Kessheit“auch keine besondere Qualität, vorallem wenn das irgendwann zur Masche verkommt. Ich erinnere da nur an die ganze „Girls Power“-Welle aus den 90er Jahren. Was waren die jungen Damen damals alle so „kess“ bzw. wurden als solche verkauft/vermarktet.
    Ich warte nur noch darauf, dass irgendein junger unbekannter Künstler die von „Klaus Kinski“ hinterlassene Lücke ausfüllt: Einfach ein bißchen exzentrisch und aggressiv auftreten in der Öffentlichkeit. Dann sind einem Talkshow-Einladungen sicher.

    Bevor das missverstanden wird: Ich kritisiere nicht das Fräulein Meyer-Landrut, sondern die Reaktionen auf ihre Person. Da wird für meinen Geschmack einfach ein bißchen zu dick aufgetragen. Einige (besonders ältere) Herren scheinen ihrem „Lolita-Charme“ verfallen zu sein.
    Nichtsdestoweniger bin ich gespannt auf den diesjährigen Songcontest wie seit langem nicht mehr und wünsche viel Erfolg für den diesjährigen deutschen Beitrag.

  91. 92
    Mile says:

    Hahn E. Büchner,

    mit Klaus Kinski haben sie ein schönes Beispiel gebracht.
    Auch ein Klaus Kinski war kein perfekter Schauspieler und hat sicherlich nichts Neues erfunden. Die Rolle des Arschlochs ist nun wirklich nicht seine Erfindung.
    (die ganzen Wallace-Filme sind doch objektiv gesehen schlecht.)
    Und dennoch singen sie ihm ein Loblied.

  92. 93
    SvenR says:

    Zum Thema „aufgesetzter Akzent“: Ich bin seit gestern in unserem Londoner Büro und habe ein paar Kollegen, mit denen ich auch befreundet bin, unsere Lena vorgespielt und sie gefragt, was dass den für ein Akzent sei. London East- und Westend, Schottland, der Amerikaner und der Franzose antworteten einhellig „Greater London“, nur der Holländer sagte „Hannover“ – aber der kannte USFO auch.

  93. 94
    dani says:

    Leute Leute. Man kann ja wirklich alles zerreden. @Stefan: Du sprachst mir aus der Seele. Danke fürs Posten.

  94. 95
    Georg Reichert says:

    Seit Montag ist „alter Finne“ bei uns im Büro ein häufig gebrauchter Ausdruck. Großartig! Zu meiner Zeit waren das noch ein „alter Schweden“. Die Ü40 fühlen sich wieder U20. Astrein! Knorke“

  95. 96
    Sprachsynthese says:

    @79 –> „Lena ist ein 18jähriges Mädchen, das über ihre naive, spritzige Art nicht so wirklich tolle Qualitäten in Sachen Entertainment ausweisen kann.“

    Das ist so absolut formuliert natürlich falsch. Man kann ihr vieles vorwerfen, aber dass sie nicht unterhaltsam sei, ist eine persönliche Empfindung deinerseits.

    Wäre Lena wirklich so langweilig und unerträglich, hätte sich das Medienecho ungefähr auf dem Niveau der deutschen Beiträge der letzten Jahre bewegt. (Ohne Dita von Teese hätte man im letzten Jahr wohl überhaupt nicht mitbekommen, wer für uns zum Song Contest gefahren ist) Dies ist bei Lena offensichtlich nicht der Fall.

  96. 97
    Spieglein Spieglein an der Wand says:

    Auszug aus dem Spiegel Artikel …

    Kampf der Kulturen

    „DSDS“ ist hemmungslos in seiner aufrichtig inszenierten Verlogenheit.

    „USFO“ ist verlogen in seiner hemmungslos inszenierten Aufrichtigkeit.

  97. 98
    Hahn E. Büchner says:

    @92/Mile: Ich habe nicht behauptet, dass K. Kinski irgendeine Rolle (Sie nennen es die Rolle des Arschlochs) erfunden hätte. Aber Klaus Kinski war so wie er war nun mal einmalig. Keiner ist weder zu seinen Lebzeiten noch kommt jetzt posthum jemand auf die Idee Klaus Kinski mit jemandem anderen zu vergleichen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass es jemals geheißen hat/hätte: „Ach der Kinski macht doch nur [hier irgendeine vergleichbare Person einfügen] nach.“

  98. 99
    VolkerB says:

    Ich habe von USFO so gut wie nichts mitbekommen. Nach der Finalshow habe ich hier und im Fernsehblog einiges gelesen. Daraufhin habe ich mir ein paar Videos auf der ESC-Seite des NDR angesehen.
    Ich habe also, wie es das ESC-Publikum im Mai erleben wird, sowohl den Titel als auch die Interpretin sowie deren Bühneninterpretation zum ersten Mal wahrgenommen. Und nur ausgehend von diesem nicht wiederholbaren ersten Eindruck möchte ich hier kommentieren: Es tut mir leid, ich habe keinen magischen Moment erlebt, ich wurde nicht verzaubert. Und die Titel, sowohl „Satellite“ als auch „Love Me“, finde ich beliebig, sie setzen sich kaum in meinem Ohr fest und der Text, soweit ich ihn verstehe, ist wenig inhaltsreich und wiederholt sich ständig.

    Und ich möchte die Kundigen fragen: Inwiefern ist dies ein deutscher Beitrag? Abgesehen davon, dass die Interpretin in Deutschland lebt und von ein paar Leuten mittels deutschen Telefonanschlüssen gewählt worden ist, ist der Titel von einem Dänen und einer Amerikanerin und wird in einem lustigen Englisch vorgetragen.

  99. 100
    Oliver says:

    Hussa, ist das ein Spaß hier!

    Liebe Leute,

    Stefan hat in dem Artikel Lena mit einem Wort wirklich treffend und schön beschrieben:

    Momentezaubermeisterin

    Genau das ist sie, und das spürt man, oder halt nicht.

  100. 101
    quelle says:

    „Lena“ weist zudem einige Ähnlichkeiten zum Fall Hegemann auf: Jung, frisch unkonventionell, intelligent, etwas gegen den Strich, im Ergebnis aber vielleicht doch nicht ganz so originell wie behauptet. Und hat man nicht im Sport sogar gerade versucht, einige dieser Etiketten Magdalena Neuner anzuheften?
    „Lena“ bedient wohl eher ein soziales Phänomen, und davon leben Casting – Shows und deren Initiatoren wie Raab, Klum und Bohlen. Solche „Stars“ werden angefertigt nach Maß, und wenn sie ihren Zweck erfüllt haben, rücken neue nach. Dass der Sender nach dem Event nicht mehr zuständig sei, spiegelt dann aber doch eine Einstellung wider, die zumindest der permanenten Sternchenproduktion nicht abträglich ist. Wer´s braucht.

  101. 102
    Theo Tiger says:

    Danke an Stefan für den interessanten und gutgelaunten Beitrag.
    Für mich ist Lena das Medienereignis des bisherigen Jahres. („das“ gehört in Fettschrift!)
    Bis zum 3.2.2010 – Lesen des Artikels bei Spiegel- Online über die erste „Unser Star für Oslo“- Show – hatte ich das Verfolgen dieser Casting- Show gar nicht auf meiner Agenda. Neugierig geworden habe ich mir dann zunächst das „My Same“- Video angesehen und war berührt wie lange nicht. Der Auftritt war einfach zauberhaft. Eine junge Frau ohne wirkliche Bühnenerfahrung und Stimmausbildung von einer mitreissenden Natürlichkeit, die intuitiv ein Gesamtkunstwerk aus Vortrag, Gestik und Mimik hinlegt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dem Format etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt und vor allem die weitere Entwicklung der Lena verfolgt. Ich finde es großartig, dass sie es ist, die für Deutschland in Oslo auftreten wird.

    Zu meinen Lena- Highlights zählen ihre Mimik bei „My Same“ („i know you longer, my dear“ in der ersten Strophe), das strahlende Gesicht Lenas nach dem konzentrierten Beginn von Neopolitan Dreams, der Spruch „ich freu mich so hart“ und der finale Ausbruch „verdammte Scheisse, ich fahr nach Oslo, alter Finne, alter Finne“ (tss, tss, und das in der ARD!)

  102. 103
    *hehe* says:

    Mein Lieblings-Kommentar zu Lena’s offiziellem Satellite-Video:

    „Sieht aus und tanzt wie 14, aber der Onkel darf sich daran aufgeilen, weil sie schon 18 ist.“

  103. 104
    T. Zett says:

    Jetzt ist bei mir die Frage aufgetaucht, wie ist das alles möglich:
    Studioproduktion Gesang/Band, Videoproduktion, Coverherstellung/Druck, CD Herstellung, Vertrieb, alles in 5 Tagen ?

  104. 105
    JO says:

    @ T.Zett

    Das kann man von vernetzen, gut eingespielten Profis heutzutage doch erwarten, oder? Es ist die selbe Produktionsfolge übrigens wie auch bei der Sendung „Pop-Stars“. Daher ist die Qualität auch nicht soooo besonders.

    Mir sind mindestens 8 Fehlschnitte beim nebenher-sehen im Video ausgefallen und das Cover ist ja wohl, ähm ja, lassen wir das mal lieber. Sie haben es raus gehauen und ja, es ist schon eine Kunst für sich einen solche Produktion mit einem ungeübten Laien hinzu bekommen.

  105. 106
    seven says:

    Mal was anderes:

    Mein Bookmark für SN zeigt nicht auf das neueste Posting. Wenn ich also anklicke, kommt als erstes Posting „Wo man swingt…“ bzw das vorletzte. Ich kann nur über „neueste Beiträge“ zum jeweils aktuellen gelangen.

    Cache löschen bringt nix, URL von Hand eingeben bringt nix. Fällt Euch was ein?

  106. 107
    treets says:

    Wie dumm von mir, dass ich diese Sendungen allesamt nicht verfolgt habe, weil ich fürchtete, wieder so ein typisch dämliches TV-Casting zu sehen.
    Insofern bin ich wohl auch einer von denen, welche durch die von Betriebswirtschaftlern seelenlos gemachten Programme komplett fernseh-fremd werden. Das gilt für die Privaten ebenso wie für die (zuweilen noch schlimmeren) Nachahmungsversuche der ÖR.

    Eigentlich schade. Raab, seine Leute und vor allem diese tollen Nachwuchs-Künstler hätten ein größeres Publikum verdient. Aber die müssen vom Fernsehen erst wieder zum Fernsehen gelockt werden.

  107. 108
    Sebastian says:

    @treets: Ich bin auch weg vom Fernsehen, aber das macht nichts, denn die Auftritte der USFO-Kandidaten stehen vorbildlicherweise alle im Internet.

  108. 109
    EU-Beobachter says:

    @seven, 106:

    Liegt daran, dass „Lena“ ein Artikel und kein Blogeintrag ist. Hat mich auch schonmal verwirrt…

  109. 110
    Cornelius says:

    @ EU-Beobachter (109)

    Danke, das gleiche wie „seven“ habe ich mich seit 3 Tagen gefragt, jetzt bin ich auch schlauer.

  110. 111
    Regaert says:

    Ich kann den Bohlen nicht ab.

  111. 112
    ben says:

    ich möchte am rande dann doch noch kurz jene quatsch-theorie falsifizieren, welche besagt, es handele sich bei der von ihr gesprochenen sprache um british english.

    dazu nur eines der vielen beispiele: die aussprache des worts „either“, bei dem sie sich für /ˈiːðər/ entscheidet – die vorherrschend im american english gebräuchliche variante.

    der jubel entbehrt also einer grundlage. in wirklich ist es eben leider nur ein mischmasch aus british, american und hanoverian english. aber etwas anderes war von einer 18-jährigen auch nicht zu erwarten.

  112. 113
    inga says:

    @ben
    Danke, dass Du uns diesbezüglich die Augen geöffnet hast. Wenn das so ist, dann will ich jetzt mein Geld zurück. Echtjetzt. Wo kämen wir denn hin, wenn jetzt schon 18-jährige Dinger einfach ihren eigenen Stil entwickeln würden. Das muss aufderstelle unterbunden werden! Anzeigen müsste man die!!

  113. 114
    faulersack says:

    @ben: Himmel Hilf! Ein komplett eigener Stil! Erschießt sie!

    BTW: Was erwarten Sie denn so von 18-jährigen?

  114. 115
    ben says:

    an meine beiden hysterischen vorkommentatoren:

    meine ausführungen beziehen sich auf personen, die behaupten, wie perfekt lenas british english ist. wenn sie sich umsehen, entdecken sie viele davon. aber sie liegen falsch.

    wenn sie in meinen drei absätzen einen vorwurf an die sängerin/künstlerin herauslesen, täuschen sie sich. ich finde gut, wie sie ist und was sie macht. ganz unabhängig von den attributen, die zu unrecht in sie hineinprojiziert werden (und die sie, nebenbei, nicht selbst für sich beanspruchte).

  115. 116
    seven says:

    @109:

    Danke, ich dachte schon ich wär zu blöd. Jetzt denke ich was anderes.

  116. 117
    Killing Time says:

    „Und dann dieses prototypische Nora-Tschirner-Gehabe. “

    Das sehe ich ganz genauso. Lena ist die archetypische Jessica Schwarz-Nora Tschirner-Nachfolgerin. Hübsch, nicht unsympathisch, aber wirklich kein Grund die Revolution auszurufen.
    Nora Tschirner finde ich allerdings toll, aber Duplikate brauche ich nicht.

  117. 118
    Chucky says:

    Ehrlich gesagt, nervt mich der andauernde Vergleich zw. USFO und DSDS hier. Meiner Meinung nach sind dies doch zwei vollkommen verschiedene Konzepte.
    USFO ist eher eine wirkliche Castingshow, bei der die Musik doch deutlich im Vordergrund steht. Dies war doch auch schon bei den vorhergehenden Castings bei Raab so. Dies wird auch dadurch unterstrichen, daß einige Interpreten ihre eigenen Songs eingebracht haben.
    DSDS ist, wie auch Popstars, viel mehr eine (gescriptete) Casting-Soap, bei der die Musik nur eine Nebenrolle spielt, sei es durch das Streuen von „Background-Stories“ an Bild&Co, durch Einspieler in der Sendung oder auch durch die eigenen Magazin-Sendungen zur Hauptsendung. Es geht also hauptsächlich um die emotionale Aufladung des Images der einzelnen Teilnehmer und weniger um das, was auf der Bühne stattfindet.
    Nebenbei: Das gleiche Spielchen wird durch RTL doch auch bei „Bauer sucht Frau“ und ähnlichen Formaten betrieben. Alleine schon diese Adjektiv-Jagd bei diesen Sendungen lässt einen doch immer wieder schmunzeln. „Der fröhliche Landwirt“, „der sportliche Züchter“, „die romantische Anneliese“ usw. – schaurig schön ;-)
    Über die Randgeschichten (z.B. das Amt ihres Opas) zu Lena Meier-Landrut habe ich beispielsweise erst sehr spät etwas gelesen, genauer gesagt, nach dem Finale.

  118. 119
    Chucky says:

    Uuuups, vergessen:
    @Killing Time u.a.
    „Nora-Tschirner-Gehabe“, „…aber Duplikate brauche ich nicht.“ usw.

    Mich erinnert Lena M.-L. auch an Nora Tschirner, aber ich empfinde es weder als Nachahmung, noch gar als „Duplikat“.
    Ich kenne das Mädel ja nicht privat, sondern auch nur aus den Medien, aber ich glaube, die ist so und das ist weder gespielt, noch von bösen PR-Buben auftrainiert.

    Bei „Wetten dass“ war sie ja nun (verständlicherweise) sehr aufgeregt und es war, so finde ich, kein sehr guter Auftritt, den im ARD-Morgenmagazin hingegen sah ich als sehr „erfrischend“ und authentisch und ich glaube „KESS“ trift es da auch wieder ganz gut.
    Beispielsweise am Ende des Gesprächs:
    Mod: „Ganz kurz, Dein Tipp für Oslo?…“
    LMR: „Angucken!“
    http://www.youtube.com/watch?v=IpRrwb1nv20

  119. 120
    gerrit says:

    Nach Lektüre etlicher Kritiken im Fernsehlexikon und im Blog von Schader und Niggemeier in der Frankfurter dachte ich mir am Samstagabend: „Du solltest nicht immer nur andere Müll gucken lassen. Hey, geh doch mal runter mit dem Anspruch und schau dsds!“ Und jetzt weiss ich, warum lauter sonst vernünftige Menschen so ausrasten über Lena.

    Weil die andren Castingshows im Laufe der Jahre das Niveau so gesenkt haben. Klar, LMR kann sich nicht entscheiden, ob sie den Stil der Austauschschülerinnen imitieren soll oder den ihrer Englischlehrerin. Aber wer ihr zuhört, könnte hinterher den Text transkribieren. Das ist nicht einfach ein fantasievolles Gestammel, das im Refrain und nur da an ein bekanntes Lied einer vergessenen Band erinnert. Und es ist auf verschiedene Arten Englisch, aber hey, wenigstens kann sie den Text. Und das bei einem Lied, das sie noch keine 200000000 mal im Radio gehört haben kann, wie bei dsds, was den Kandidaten das Textlernen ja eigentlich erleichtern müsste.

    Und jaja, die sieht schnucklig aus. Aber sie übertreibt es eben nicht derart, dass man darüber die Stimme ignoriert.
    So tief sind wir gesunken, dass jemand, die so wenig Qualität hat, “ ’schland“ würdig zu vertreten scheint. Einfach, weil man sich mit der wenigstens nicht so blamiert wie ein rtl-Prolo es täte…

  120. 121
    treets says:

    Gerrit:
    „So tief sind wir gesunken, dass jemand, die so wenig Qualität hat, ” ’schland” würdig zu vertreten scheint.“

    Schlug denn ihr Patriotenherz bei „Ein bißchen Frieden“ (1982) höher?

    (Ach Jottchen, schon wieder so spät, noch flugs Wilson gute Nacht sagen.)

  121. 122
    maddin says:

    was mir am meisten auf den Sack geht, sind diese unsäglichen Abkürzungen. Alles wird abgk. ESC, DSDS, DSDDSDSDDDS, schon klar, dass das Auschreiben von Eurovision Song Contest aufwendig ist, aber aus Faulheit die Sprache verhackstückeln find ich mitlerweile „naja, es geht so“.
    Soll kein Vorwurf an die Kommentatoren sein, da dieser Trent ja multimedial und ubiquitär vorgelebt und propagiert wird.

    Achso, zum Thema, ich find Lena toll und werde mir alleine aus diesem Grund bzw dieser Person den Eurovision Song Contest „reinziehen“ ;)

    MFG

  122. 123
    jokahl says:

    @122: Gegen Abkürzungen sein, aber MFG schreiben. maddin, so geht das nicht. Mit freundlichen Grüßen!

  123. 124
    Maddin says:

    @123 : Das war Absicht und Kalkül ;) Eigentlich sollte über das „MFG“ noch ein „in diesem Sinne“….ist mir aber erst danach eingefallen. ;)

    Also jetzt aber richtig und korrekt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Maddin

  124. 125
    Obi-Wahn says:

    @Striedel / 83:
    Schön, daß Sie sich berufen fühlen, in Kate Nashs Namen zu sprechen, aber zum Glück ist die Gute noch nicht tot und so konnte man sie selbst fragen. Nach eigener Aussage fand sie Lenas Interpretation „sweet“ und „flattering“. Wie heißt es doch: Nachahmung ist die höchste Form der Verehrung.

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