Hademar Bankhofer, der Melissa-Mann (2)

25 Jul 08
25. Juli 2008

Genau genommen ist Hademar Bankhofer natürlich nicht von Bloggern zu Fall gebracht worden, sondern von seiner eigenen Dusseligkeit. Der bloße Anschein, dass der Medizinjournalist den ein oder anderen Markennamen ein bisschen zu häufig genannt haben könnte, hätte vermutlich nicht dazu geführt, dass der WDR sich von seinem Gesundheitsexperten trennt, schon gar nicht so schnell. Aber Bankhofer war offenbar so ungeschickt, am Mittwoch kategorisch zu bestreiten, einen PR- oder Werbevertrag mit der Firma MCM Klosterfrau zu haben, und erst auf weitere Nachfrage am Donnerstag einzuräumen, dass er aber einen Beratervertrag mit dieser Firma hat. Zufällig exakt jener Firma, die den Namen „Klostermelisse“ als Markenzeichen hat eintragen lassen, den Bankhofer gerne erwähnte — angeblich ohne diesen Zusammenhang zu kennen.

Vielleicht gehört Bankhofer auch zu den Menschen, von denen man in den letzten Tagen so viel hört, die eine Zeitschrift namens „Der Spiegel“ lesen. Die berichtete in dieser Woche, dass Blogger in Deutschland ohne Relevanz und Wirkung seien: „David hat keinen Stein in der Schleuder. Also schmeißt er mit Dreck.“

Das mit der Wirkungslosigkeit würde Bankhofer heute vermutlich nicht unterschreiben, aber das mit dem Dreck, das sieht er genauso. Gegenüber stern​.de klagte er: „Das Internet ist furchtbar!“ Das Video, in dem markante Szenen aus dem Schaffen Bankhofers zusammengeschnitten und kommentiert waren, bestätige ihm, dass das Netz „praktisch, aber auch sehr schlimm sein kann“. Sein Anwalt werde sich der Sache annehmen. Und per E-Mail schrieb er „Handelsblatt“-Blogger Thomas Knüwer: „Mit einem Wort: Da ist jemand, der den Bankhofer weghaben will und der mit allen Tricks dafür auffährt… Mir würde sehr interessieren, wer dahinter steckt.“

Walter Holiczki findet den Video-Zusammenschnitt der Blogger laut stern​.de rufschädigend. Er produziert mit seiner Werbeagentur die Sendung „Die gesunde halbe Stunde“ mit Hademar Bankhofer im österreichischen Sender TW1, die das lustige Konzept hat, finanziert von den Produzenten irgendwelcher Gesundheitsprodukte, die auch redaktionellen Einfluss auf die Sendung nehmen können, über eben diese Produkte zu, äh: informieren. (Weiterlesen bei stern​.de.)

Der Blogger Marcus Anhäuser (der auch schon die Wirksamkeit der Namen „Klostermelisse“ und „Königsartischocke“ mit einem schlichten Selbsttest bewiesen überprüft hat) zeigt derweil in seinem Blog „Plazeboalarm“, wie Hademar Bankhofer für Produkte der MCM Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH warb: Er gab den Gesprächspartner in PR-Interviews für Klosterfrau-Produkte und bestätigte jeweils deren Wirksamkeit. Wenn Bankhofer darin keine PR- oder Werbetätigkeit für das Unternehmen sehen mag, ist er sehr dumm oder hält uns dafür.

(Und noch einmal fürs Protokoll (und den „Spiegel“) — in diesen Blogs hat die ganze Geschichte ihren Anfang genommen: „Stationäre Aufnahme“ und „Boocompany“.)

48 Gedanken
  1. 1
    Der Dude says:

    Das ist mal eine konstruktive Antwort auf den SPIEGEL™-Artikel. Bravo! (Ernsthaft)

  2. 2
    David says:

    Habe mich bisher davor gescheut den Artikel zu lesen. Scheine das ja mal nachholen zu müssen. Muss jetzt aber doch erstmal ein wenigs Königsartischocke (natürlich das Original von „Hepar SL Forte) zu mir nehmen. Habe eben Bohnen gegessen und heute im Morgenmagazin hat mir son Gesundheitsexperte die Königsartischocke empfohlen!

    In dem Sinne, ich wünsch ne gute Nacht ;)

  3. 3
    Mathias S. says:

    Somit wäre die Frage „alt und naiv oder Werbemaskottchen?“ auch geklärt. Cheers.

  4. 4
    Simon ohne G. says:

    Gibt es niemandem beim ARD-Morgenmagazin, der sich das ansieht und anhört, was gesendet wird?
    Und was ist mit den Köchen bei Kerner, jetzt Lanz?
    Da könnten doch die Alpha-Journalisten vom Spiegel mal etwas über die viele Schleichwerbung schreiben.
    Aber diese Sendung für das ZDF wird von einer Firma der Spiegel-Gruppe produziert.
    Bei den Talkshows von Kerner und Lanz war Herr Bankhofer übrigens auch oft zu sehen und zu hören.

  5. 5
    Sebastian says:

    Ich weigere mich, den Spiegel-Artikel zu lesen. Dieser Kommentar von wegen „so hat sich Stefan ja auch im Spiegel fotografieren lassen“ hat mir schon wieder gereicht. Für manche Kommentatoren hier ist man, wenn man aktiv teilnimmt, entweder Wichtigtuer, Schleimer aufmerksamkeitsgeil oder will parasitär auf seine eigene Webseite hinweisen. Die Tatsache, dass man einfach auch mal direkt mitlesbar für andere Menschen in einem Blog Rücksprache mit dem Autoren halten kann, und das in einer zivilisierten Art und Weise, das ist den ganzen „etablierten Medien“ wie dem (ich muss hier wirklich eine herabwürdigende Äußerung krampfhaft vermeiden) Spiegel sicherlich nicht ein Dorn im Auge, aber die Leute dort scheinen nicht akzeptieren zu können, dass man ihnen ihre eigenen Fehler vor die Nase hält und ihnen die Macht dessen zeigen kann, was ein paar Menschen mit „zu viel Freizeit“ (damit wurde ich ja „beworfen“ vorgestern) an investigativer Arbeit leisten können, wenn sie nur wollen.

    Etwas, was DIE JOURNALLIE machen sollte.

    Ich meine mal im Ernst: ich selbst war von der Art und Weise, WIE da berichtet wurde, erst einmal selbst nicht wirklich überzeugt. Die Information, dass ein Beratervertrag besteht, hat mir irgendwo gefehlt. Nur: diese Frage konnte der WDR ihrem (freien) Mitarbeiter Bankofer stellen und ihr gegenüber ist der Mann halt auch auskunftspflichtig. Das ist ja das Schöne an der ganzen Angelegenheit.

    Das andere Schöne wäre noch, wenn man als Blogger solcherlei Aussagen auch weiterhin treffen könnte in Deutschland, ohne gleich in Grund und Boden geklagt zu werden. Ich habe ja teilweise die Hinweise auf den leicht suggestiven Charakter angebracht, weil ich mich selbst z.B. gar nicht getraut hätte, so etwas auf die Art zu verfassen. Wäre der Herr Bankhofer eine große Firma und nicht ein rührseliger graumelierter „Professor“, so hätte die boocompany sicherlich schon die geifernde Firmen-Kanzlei am Hals hängen.

    Wie dem auch sei: nur weil sich die Aufmerksamkeit der Bevölkerung immer mehr hin zu alternativen Medien hin wendet, weg von Zeitungen, Fernsehen und Kino sowie Radio, nur deshalb entsteht so viel Druck, dass sich die etablierten Medien die kritischen Frage gefallen lassen muss. Bestes Beispiel: Gamestar (siehe BildBlog) zum Thema Killerspiele.

    „Frontal 21“ ist im Bereich LANParties bzw. Egoshooter als öffentlich rechtliches Magazin inzwischen so verschrien, dass sich im Prinzip eine eigene Informationskultur herausgebildet hat unter den Fans dieser Spiele (und dazu gehören ein paar Millionen Männer in Deutschland). Da wird Deutschland durch ein Magazin in zwei Teile geteilt: die, die sich mit der Thematik auseinander setzen, und die, die von Bild und dem ZDF die blutigen Brocken hingeschmissen bekommen.

    Was nun weder Bild und das ZDF zu begreifen scheinen: in 10 bis 20 Jahren haben all diese Männer selbst Kinder. Und die werden ganz bestimmt nicht erfahren, dass das ZDF und eben Bild eine gute Informationsquelle sind. Mein Umfeld erfährt zudem noch, was für einen Müll z.B. der Spiegel als Artikel produziert.

    Man muss sich nicht wundern, wenn einem die Kunden weglaufen, wenn man nicht mehr dazu bereit ist, die Arbeit zu machen, die sich gehört für einen ordentlichen Artikel. Das Internet gibt jedem, der halbwegs verständliche Texte schreiben kann, die Möglichkeit, seine Ansichten über die etablierten Medien zu verfassen. Stefan ist hier Vorreiter, mit einer guten journalistischen Ausbildung. Er lebt vor, wie man mit dem geschriebenen Wort Mißstände aufdecken kann, und wie sich im Netz von ganz alleine von den ach so tollen „alten“ Medien enttäuschte Nutzer neue Informationsquellen suchen.

    Negativbeispiele für diese Medien-Guerilla sind sicherlich die Verschwörungstheoretiker zum 11. September, wo sich die Menschen selbst ihren Irrglauben bestätigen — dann aber von Wissenschaftlern bzw. Journalisten MIT BLOG auf ihre Fehler ingewiesen werden (debunking).

    Positiv-Beispiele sind die Huffington Post und Daily Kos. Und jeder kleine Blogger, der sich einfach hinsetzt, nachdenkt, Google mit Suchanfragen füttert, und dann einfach schreibt, was er denkt, und indirekt die Öffentlichkeit, sprich all seine Leser, fragt, ob das, was er sich zusammengereimt hat, richtig ist.

    Mit diesem Feedback scheinen Medien wie Zeitung und Fernsehen nicht zurechtkommen zu wollen. Interaktivität besteht dort im Wählen von Mitmach-Telefonnummern.

    Wenn man mich fragen würde, ich würde voraus sagen, dass sich diese Art der Medien ziemlich bald überlebt hat.

    Ehrensenf lässt grüßen. Wir machen unser „Fernsehen“ selbst. Wir schreiben uns unsere eigene Zeitung. Wir machen unser eigenes Radio (Podcasts). Wir brauchen Euch nicht mehr und entweder macht ihr mit oder ihr geht ein.

  6. 6
    grey²³ says:

    Wollen wir jetzt den Spiegel auf die Hörner nehmen? Neee, der liegt ja nicht falsch. Die drei Seiten stimmen — ich hätte sie ums Verrecken nie so formuliert und zusammengehackstückt, aber der Tenor ist ok: Blogs haben keine Bedeutung — gut so. Wir machen das — unentgeltlich und weil wir es wollen, und wer das versucht zu balancieren, ist selbst Schuld.

    Das war gute Arbeit, Stefan. War auch gut vom WDR — sehr schnell, erstaunlich entschlossen. Der Nächste, bitte…

  7. 7
    Gregor Keuschnig says:

    @6/Sebastian
    Wir schreiben uns unsere eigene Zeitung.
    Ja, das hat wirklich Parallelen von „Do-It-Yourself“ — der „Spiegel“ et al. als nörgelnde Handwerker, die feststellen, dass der Amateur die Fliesen genau so oder besser verlegen kann.

    @7/grey²³
    Der Nächste, bitte…
    Da fallen mir einige ein (womit ich natürlich nichts behauptet haben will…)

  8. 8
    SvenR says:

    Ich weiß nicht, worüber ich entsetzter bin.

    Wie dumm und/oder dreist man sein kann, zu glauben,
    * es käme nicht heraus,
    * man sei unabhängig, obwohl man einen „Beratervertrag habe,
    * man könne den eingetragenen Markennamen nennen, einen Beratervertrag haben und trotzdem vorgeben, dass er eingetragen ist, wenn auch einfach „Mellisse“ oder „Atrischockenextrakte“ reichten?

    Oder dieses moralinsaure „wie konnte er nur“, welches – zugegebenermaßen in diesem Blog und seinen Kommentaren eher selten vorkommend – „der geifernde Mob“ (also Sie und ich) vor sich her trägt.

    Man sollte nicht glauben, dass auch wenn es keine Beraterverträge gegeben hätte, Hademar B. trotzdem voreingenommen hätte sein können.

    Ich weiß nicht, ob er tatsächlich sein Geld bekommen hat, weil er sowieso schon positiv voreingenommen war, oder ob er positiv voreingenommen wurde, weil er Geld dafür bekommen hat.

    Mir tut Hademar B. genauso leid wie Andrea K. Ich nehme an, dass beide so schnell keinen Fuß mehr auf den Boden bringen. Kiewel trifft es wahrscheinlich härter, weil sie deutlich jünger ist. Dabei sind in meinen Augen die Hersteller die deutlich „böseren Buben“.

  9. 9
    sonic says:

    (Und noch einmal fürs Protokoll (und den „Spiegel”) — in diesen Blogs hat die ganze Geschichte ihren Anfang genommen: „Stationäre Aufnahme” und „Boocompany”.)

    angeber ;P

  10. 10
    sonic says:

    oh…mist!;)hab das „s“ bei „blogs“ überlesen.…und überhaupt war ich wohl nich ganz aufmerksam xD

    trotzdem angeber ;P

  11. 11
    Fischer says:

    Apropos Printmedien: Greife gerade auf der Suche nach ohne schlechtes Gewissen zu Haushaltszwecken zweckzuentfremdendem Zeitungspapier zum Heidelberger Anzeigenblättchen „Wochen-Kurier“, und schon fühle ich mich wie im Plazeboalarm-Blog. Die dort vorgeführte „digitale Pressemappe“ hat auf Seite 3 (Ausgabe vom 23.7.) zugeschlagen. „Unbeschwerte Grillfreuden dank Königsartischockenextrakt“ („Foto: Klosterfrau Gesundheits-Service“), in „zahlreichen aktuellen Studien“ steht, daß man „Hepar-SL forte, rezeptfrei, Apotheke“ nehmen soll usw. Beachtenswert dabei: Ausgerechnet in einem Anzeigenblättchen, der Kategorie von Presseerzeugnis, wo die Trennung „redaktioneller“ Inhalte von Werbung in der Regel zu vernachlässigen ist, steht — ganz klein, aber immerhin — dabei: „Anzeige“. Der Wochen-Kurier als Vorreiter journalistischer Ethik? Seltsame Zeiten.

  12. 12
    Torsten Dewi says:

    Ich habe eigentlich nur eine Frage: Bankhofer behauptet, der Beitrag sei von 2005 gewesen, den Beratervertrag habe er erst 2006 abgeschlossen. Stimmt das? Hat er hinterher das Produkt nie wieder promotet? Hier steht der Beweis (pro wie contra) noch aus, und in dieser Beziehung möchte ich den Mann auch nicht vorverurteilt sehen.

    Es ist leider so, dass gerne ein Häme-Reflex einsetzt, wenn ein „Großkopferter“ mit der Hand in der Keksdose erwischt wird. Fakten werden dann schnell überflüssig.

    Es wurde in meinen Augen z.B. nur sehr wenig darüber berichtet, dass die geradezu geächtete (und vom Sender SAT.1 gefeuerte) Schreinemakers in letzter Instanz freigesprochen wurde, was Steuerhinterziehung und Betrug angeht. Das passte scheinbar nicht zu der Tatsache, dass man sie nicht leiden konnte, und ihr daher sowieso alles zutraute.

    Anders bei Christiansen: Die hat die Frage, ob sie bei Daimler in Lohn und Brot stand, als sie den Konzernchef in die ARD einlud, bisher konsequent unbeantwortet gelassen.

    Ich bin halt immer dafür, auch nach der ersten Empörung weiter an den Fakten zu bleiben — und bis zum Ende zu berichten.

  13. 13
    Karl says:

    Herzlichen Glückwunsch an die Blogger-Gemeinde!

    Allerdings könnte man diese Geschichte auch unter der Kategorie „Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn“ abtun.

    Der Spiegel hat insoweit recht, daß die hiesige Bloggerszene sich mehr oder weniger mit nebensächlichen Themen aufhält. Gerade in unserer doch recht einseitigen Medienlandschaft wäre das die Bloggerchance. Momentan wird diese Chance leider nicht genutzt, so daß die etablierten Medien keine Angst vor den Bloggern haben müssen. Noch nicht.

  14. 14
    Sebastian says:

    Ich bleibe ja auch dabei, dass es hier ein Fehler des Systems ist, und nicht der Einzelpersonen.

    Es zeigt uns doch, dass trotz Milliarden, die bei der ARD an Geldern verwendet werden, die Kontrolle ziemlich zu Wünschen übrig lässt.

    Für den Spiegel sind die Blogger so etwas wie eine Bürgerinitiative, die Zäune für Kröten stellen. Hätten wir in Deutschland mehr Schutz der Redefreiheit und entsprechende Gruppen, die Leute unterstützen, die verklagt werden, dann wäre die Blogger-Gemeinde sicherlich auch nicht ganz so zahnlos bisher.

    Man schau sich doch einfach mal an, was so auf http://​www​.dailykos​.com jeden Tag geschrieben wird. Das grenzt bisweilen an Rufmord und ist mindestens üble Nachrede — aber nur bisweilen. In Deutschland würde ein einziger Artikel reichen und ein Hamburger Gericht hätte die Seite erst einmal sicherheitshalber dicht gemacht möchte ich meinen.

    Daily Kos existiert aber weiter. Warum ist mir jetzt auch nicht 100% bekannt — Werbegelder mit guten Anwälten, Verfassungszusätze oder aber die große Lesergemeinschaft. Wer weiß.

    Was in Deutschland fehlt sind Interessengemeinschaften mit Geld, die die Blogger unterstützen, die sich an manchen Themen die Nase verbrennen könnten, wenn sie nicht anwaltliche Hilfe bekommen (bzw. finanzielle). Die grünen Gnome sind ja ein gutes Beispiel, die Angelegenheit bezüglich telebet eine andere (wobei dort der Lawblogger der Anwalt war, sehr lustig).

    Anscheinend geht immer noch hauptsächlich Geld per Paypal für edonkey-Server über den Tisch. Wir sind uns irgendwie noch zu sehr selbst die Nächsten hab ich so das Gefühl.

  15. 15
    Roland says:

    Knallharte investigative Rechercheure, diese Blogger. Einen Bankhofer zu Fall bringen: wow!

  16. 16
    B.Schuss says:

    Bei uns steht die Blogger-Szene/ -Kultur halt noch am Anfang. Dei meisten verstehen sich gar nicht als Journalisten im klassischen Sinne, und berichten demzufolge eher über Belangloses, oder schmeissen mit Dreck, wie es so schön heisst.

    Vielen dürfte auch einfach die Zeit für aufwändige Recherchen fehlen, besonders wenn sie nicht hauptberuflich bloggen. Von grundlegenden journalistischen Fähigkeiten mal abgesehen.

    Stefan mag hier eine Ausnahme sein, weil er eine journalistsiche Ausbildung besitzt, und auch genug Erfahrung mit klassischen Medien hat.

    So amüsant der „Fall“ des Hademar B. für die Blogosphäre auch sein mag, mit großer Strahlkraft nach aussen ist sie noch nicht gesegnet, da stimme ich den SpOn-Autoren zu.

    Das mag sich in Zukunft ändern, aber die für mich eigentlich spannendere Frage ist nicht, ob Blogger in Deutschland mal in Konkurrenz zu klassischen Journalisten treten werden. Es geht doch eher darum, ob sie es WOLLEN…

  17. 17
    Solon says:

    Es muss ja Spiegel, Süddeutsche und Konsorten wirklich extreme Schmerzen bereiten, selbst bei einer so kleinen Geschichte kurz auf die Urheber der Sache hinzuweisen. Immerhin scheint die Bankhofer-Geschichte ja doch so relevant zu sein, dass sie selbst darüber berichten.

    Am lächerlichsten finde ich die indirekte Verlinkung im Spiegel (http://​www​.spiegel​.de/​k​u​l​t​u​r​/​g​e​s​e​l​l​s​c​h​a​f​t​/​0​,​1​5​1​8​,​5​6​7​9​6​7​,​0​0​.​h​tml) (ganz unten im Artikel).

    Schön auch die Formulierung bei Süddeutsche.de, dass „Pharmakritiker“ auf Youtube ein Video eingestellt hätten und der allgemeine Hinweis auf irgendwelche „Blogs“. Aber dafür hat die Süddeutsche wohl heute angeblich ausführlich über Bankhofers „Wirken“ in der Printausgabe berichtet.

    Nein, ich empfinde die Nicht-Informationen bei Spiegel​.de und Sueddeutsche​.de nicht als Kundenverarschung… weil ich mich nicht als Kunde von denen betrachte.

    Die Reaktionen Bankhofers bestätigen zudem die Notwendigkeit, als Blogger anonym zu wirken, wenn man nicht die Lust oder das Geld hat, beständig eine Rechtsabteilung bei Seite stehen zu haben.

  18. 18
    Solon says:

    Ah, hier noch der Link zum Sueddeutsche.de-Artikel: http://​www​.sueddeutsche​.de/​k​u​l​t​u​r​/​a​r​t​i​k​e​l​/​3​3​9​/​1​8​7​7​43/

    Der Vorteil davon, nicht Journalist bei Spiegel​.de und Sueddeutsche​.de zu sein, liegt halt darin, frei zu sein und verlinken zu dürfen nach eigener Maßgabe. Deshalb soll der Link zum Sueddeutsche.de-Artikel hier nicht fehlen.

  19. 19
    Vetter Itt says:

    puh, da haben wir aber nochmal Glück gehabt! Ich war schon dem Irrglauben aufgesessen, dass dies nun tatsächlich ein Fall sein könnte, der eine ernsthafte Diskussion über die Relevanz von Blogs in den „Alten Medien“ erlauben könnte.
    Aber glücklicherweise gibt es Gerd Antes, der ist, Gott sei Dank, Wissenschaftler und hat sich auch schon laaaange mit den Machenschaften von Herrn Bankhofer, dem Schlingel, beschäftigt, was ihn in die Lage versetzte, der ARD am Dienstag den entscheidenden Tpp zu geben.….

    Womit wir wieder bei der Ausgangsdiskussion angelangt sind: Ganz offensichtlich denkt die ARD nach wie vor, einen Glaubwürdigkeitskasper zu brauchen, um sowas der Öffentlichkeit zu erklären. Traurig…
    [erinnert mich irgendwie an die absurden Zwischenschnitte in wissentschaftlichen Beiträgen, wo dr Protagonist immer völlig sinnfrei einen dicken Ordner zu seinem Schreibtisch schleppen muss, damit sich Frau Schmitt zuhause dank jahrzehntelanger Konditionierung auch sagan kann „Aha, der Mann ist vom Fach“!]

  20. 20
    Vetter Itt says:

    @stimmt, da hat man wohl im nachhinein Glück gehabt, als erstes den Kuschelweich-Bären erwischt zu haben. Das ist ja fast herzzerreißend, was bei SPON steht:

    „Gegen die erhobenen Vorwürfe werde Bankhofer aber nicht vorgehen. „Ich kann mich ja nicht wehren.“ Er könne „nichts tun, außer traurig zu sein“

  21. 21
    kurt says:

    Was mich an der ganzen Geschichte am meisten verwundert: Die Bloggergemeinde regt sich darüber auf, dass Herr Bankhofer mehr oder weniger direkt Mittelchen der Firma Klosterfrau anpreist.

    Sie regen sich aber nicht (bzw. kaum) darüber auf, dass Bankhofer — und nicht nur er, sondern eine ganze Legion von selbsternannten „Gesundheitsexperten“ — seit Jahren im zwangsfinanzierten Staatsfernsehen Therapien und „Heilmittel“ empfehlen darf, die keiner wissenschaftlichen Prüfung standhalten.

    Dass sämtliche „alternativen“ Heilmethoden, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, außer dem Placeboeffekt keinerlei positive Wirkungen zeigen, ist wissenschaftlich hinlänglich hieb- und stichfest nachgewiesen worden. Dies gilt insbesondere für die (praktisch nur) in Deutschland verbreiteten Homöopathika, aber auch für Akupunktur und so ziemlich alle als „sanft“ angepriesenen pflanzlichen „Naturheilmittel“. Selbst in den Fällen, wo eine Wirkung existiert, gibt es zwischen den Produkten oft extreme Schwankungen in der Dosis des Wirkstoffs, etwa bei Johanniskrautpräparaten, wo nur ein Bruchteil der angebotenen Mittel überhaupt den Inhaltsstoff Hyperforin, dem die Wirkung zugeschrieben wird, in therapeutisch wirksamer Dosis enthält. Übrigens können Johanniskrautpräparate zu erhöhter Sonnenbrandempfindlichkeit und geringerer Empfindlichkeit für AIDS-Medikamente führen, wodurch man sehen kann, dass längst nicht alles, wo „sanft“ und „natürlich“ draufsteht, auch harmlos sein muss.

    Der eigentliche Skandal ist, dass das deutsche Heilmittelgesetz nach wie vor die Anbieter „alternativer“ Mittel vom wissenschaftlich fundierten Wirkungsnachweis ausnimmt. Wäre das nicht so, dürfte kein einziges homöopathisches „Medikament“ verkauft werden. Aber Homöopathie und der restliche Markt für „alternative“ oder „sanfte“ Medizin ist ein Riesengeschäft, nicht nur für den größten deutschen Produzenten DHU, sondern natürlich auch für den umfangreichen Graumarkt an Gesundheitsdienstleistern (und für Ärzte, denen Vitaminpillen als Placebos nicht gut genug sind). Und deshalb darf in Deutschland weiterhin hochoffiziell eine mittelalterliche Ideologie, die auf einem historischen Irrtum Hahnemanns beruht, als Medizin verkauft werden.

    Einen guten Artikel über die Homöopathie wurde vor einiger Zeit im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht, er ist hier zugänglich:

    http://​www​.novo​-magazin​.de/​6​7​/​n​o​v​o​6​7​3​4​.​htm

    Ich finde es immer wieder faszinierend, wie man sich so selektiv auf das stürzen kann, was man als „dunkle Seite der Macht“ wahrnimmt: Die „Atomlobby“ (gibt es keine Windkraftlobby?), die „Pharmamultis“, gegen die sich die „sanfte“ Medizin gerne positioniert (gibt es keine Homöopathie-Multis? Was ist die DHU denn sonst?), die „Mobilfunklobby“ (und die „Baubiologen“, die mit Messgeräten in Wohnungen herumrennen und nanowattstarke Felder messen, arbeiten für lau?), und so weiter.

    Lieber Herr Niggemeier: Bankhofer ist kein „harmloser Onkel“. [EDIT: gelöscht] Und die bestehen darin, über Jahre hinweg bestenfalls wirkungslose, oft sogar schädliche Pseudo-Medikamente und -Heilverfahren ohne jeglichen wissenschaftlich stichhaltigen Wirksamkeitsnachweis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen angepriesen zu haben. Das betrifft noch nicht einmal so sehr Klosterfrau Melissengeist, das ist einfach nur eine Ausrede für alte Leute, die sich gerne mal öfter einen Schnaps gönnen wollen. Bei der Sache geht es um viel mehr. Denn wer erst einmal geneigt ist, mittelalterlicher Mystik Glauben zu schenken, der wird unter Umständen auch bei Krebs erst dann auf die „herkömmliche“ und oft abfällig als „Schulmedizin“ geschmähte wissenschaftlichsbasierte Medizin vertrauen, wenn es bereits zu spät ist. Informieren Sie sich doch mal über den Fall „Dr. Rath“: Der gipfelte darin, dass ein krebskrankes junges Mädchen in einer schäbigen Absteige in Mexiko elendig verrecken musste, weil seine Eltern den unwirksamen und überteuerten Vitaminpillen des genannten Scharlatans Glauben schenkten und mit ihr vor dem Zugriff des Staates flohen (mit der richtigen Behandlung hätte sie eine 50%ige Überlebenschance gehabt).

    [EDIT: gelöscht] Es wäre schön, wenn so etwas die deutschen Blogger mehr empören würde als seine Schleichwerbungs- äh, Verzeihung, „Berater“-Verträge.

    @kurt: Den nächsten Kommentar mit ähnlich justiziablen Formulierungen werde ich komplett löschen und nicht nur die entsprechenden Stellen.

  22. 22
    Kramer says:

    Schon mal überlegt, wer dahintersteckt? Vielleicht die
    Pharmaindustrie selbst, weil Bankhofer unbequem geworden ist? Bankhofer gibt doch Naturtipps, warum sollte ihm denn die Pharma Geld geben? Und die ARD braucht dringend die Gelder von der Pharma für ihre TV-Spots.Das Opfer ist Bankhofer.

  23. 23
    Vetter Itt says:

    der Akte-X Film ist übrigens gestern schon angelaufen… vielleicht erfährt man da ja „wer dahinter steckt“ und vor allem: Wie es da hinten aussieht. Und wo. Und überhaupt.

  24. 24
    Flauschi says:

    Ich glaube zwar nicht, dass Blogs per se zwecklos sind. Jedoch pflichte ich der Meinung bei, dass Blog häufig wirklich nur Dreckwerfer sind.

  25. 25
    Twipsy says:

    @22 Fände ich aber schade, denn der Kommentar hat immerhin Substanz. Immerhin hat Herr B. ja gleichermaßen Esoterikfreaks, Homöopathiefans und Pharmaindustrie bedient.
    Johanniskrauttropfen sollen übrigens auch Wechselwirkungen mit Antibabypillen und — was mehr Leute betrifft als Aidsmedikamente — Herzglykoside und Gerinnungshemmer haben. So gab es neulich einen Fernsehbeitrag, dass bei Stiftung Warentest die Apotheker nicht darauf hingewiesen hätten!

    @21: Er könne „nichts tun, außer traurig zu sein”

    Der arme Herr B…Ich empfehle in dem Fall etwas Baldrian mit heißem Wasser zu übergießen, 4 Minuten ziehen lassen und in kleinen Schlucken trinken. Wenn das nicht hilft, gibt es noch ein paar Pilze, mit denen kommt man dann besser drauf.

  26. 26
    Stefan W. says:

    Wenn jetzt sowieso jmd. die Archive durchkämmt, um festzustellen, ob 2006 noch geistreich für Klistiermelisse geworben wurde, dann bitte ich denjenigen auch eine Tabelle der Präparate und Menge anzulegen, die nan regelmäßig gemäß HB konsumieren sollte.

    Täglich 3 Tassen Schlehdorntee, täglich ein Glas Zitronensaft, 2 Tassen Grapefruitsaft, 1 Liter Melissengeist, 3 Löffel Lebertran, 1 Glas Keimöl, 2 EL Olivenöl, … — was da so zusammenkommt würde mich mal interessieren.

    @kurt: Ganz richtig, aber gibt es bei Brisant nicht gar brisante Horoskope?
    Und mehrfach täglich die Börsenonkel mit ihren fallenden Messern in die man nicht greifen soll?
    Das wird auch seriöser präsentiert als es ist.

  27. 27
    kurt says:

    @Stefan W.

    Stimmt. Die sogenannten „Analysten“ und noch mehr die „Charttechniker“ sind nichts weiter als moderne Kaffeesatzleser, und sie präsentieren in aller Regel Schlüsse, die entweder trivial, nicht überprüfbar oder falsch sind. Wenn das anders wäre, würden diese Leute auch nicht als „Analysten“ in Fernsehkameras quatschen müssen, sondern sich irgendwo in der Karabik sonnen.

    Aber der Blödsinn in „Brisant“ & Co. ist ja kein Grund, den Blödsinn vieler sogenannter „Gesundheitsmagazine“ gut zu finden. Horoskope halte ich für weniger schlimm, dass die Unfug sind, wissen auch die meisten, die sie lesen — und gewöhnlich sind sie ja positiv formuliert.

    Ohne das belegen zu können, würde ich wetten, dass mit Scharlatanerie auf dem Gesundheitsmarkt wesentlich mehr Kohle gemacht wird als mit Esoterik allgemein (Horoskope, Kartenlegen und so weiter).

    Vor allem aber ist es eine himmelschreiende Idiotie, dass Deutschland sich nicht entblödet, bar jeglicher Wissenschaft und Logik der Homöopathie aus historischen Gründen einen gesetzlichen Sonderstatus einzuräumen. Es gibt viel Unsinn, aber nicht jeder Möchtegern-Heiler (oder Staubsaugervertreter..) kann für sich in Anspruch nehmen, vom Staat protegiert zu werden. Deutschland blamiert sich damit seit Jahrzehnten, besonders wenn man bedenkt, dass die Homöopathie im Ausland so gut wie unbekannt ist.

    Wenn — rein hypothetisch — ein großer Pharmahersteller Schleichwerbung für ASS betriebe, dann wären die potenziellen Kunden ja wenigstens nicht komplett übers Ohr gehauen worden, denn ASS wirkt tatsächlich. Wenn ich im Teleshopping einen total überteuerten Gurkenschneider kaufe, dann kann ich immerhin damit Gurken schneiden.

    Ich mag weder die Gurkenschneider-Verkäufer im Teleshopping besonders, noch wäre ich begeistert von Schleichwerbung für ASS. Aber bei Behandlungen, die als wirksam beworben werden, obwohl sie das nachweislich (!) nicht sind, hört der Spaß auf. Die Medizin-Esoteriker sind absolut nicht harmlos. Es gibt jedes Jahr Hunderte von Fällen, wo dringend notwendige „schulmedizinische“, d.h. auf der wissenschaftlich gesicherten Hochschulmedizin basierende Behandlungen durch das Vertrauen auf Placebo-Medizin, wie die Homöopathie und so gut wie alle „Naturheilmittel“ es sind, verschoben wurden. Das hat nicht die gleiche Qualität wie Börsenauguren. Wenn ich auf die vertraue, verliere ich wahrscheinlich Geld, aber wenn ich auf Scharlatane vertraue, verliere ich, wenn ich Pech habe, mein Leben.

    Dass so etwas im deutschen Fernsehen, und dann auch noch im gerade von Stefan Niggemeier so gern hochgelobten öffentlich-rechtlichen Fernsehen, stattfindet, ist ärgerlich genug. Aber dass unser Staat sich allen Ernstes leistet, Sondergesetze zu erlassen, die verhindern sollen, dass nachweislich unwirksame „Medikamente“ vom Markt genommen werden müssen, das ist eine von den meisten Medien üblicherweise totgeschwiegene Ungeheuerlichkeit sondergleichen. Vor allem, wenn man sich die Begründung dafür ansieht: Die wissenschaftlichen Nachweismethoden seien eben für die Homöopathie „nicht anwendbar“, weil sie „individuell“ wirke. Mit anderen Worten: Die Homöopathie wirkt immer so, dass ein wissenschaftlicher Nachweis dieser Wirkung ausgeschlossen ist. Mit der gleichen Logik könnte ich behaupten, einen unsichtbaren Drachen in der Garage zu haben (es lohnt sich übrigens, das Buch „Der Drache in meiner Garage“ des 1996 gestorbenen amerikanischen Astronomen Carl Sagan zu lesen, ein wunderbares, leidenschaftliches Plädoyer für logisches, strukturiertes und wissenschaftliches Denken). Bei so einer Argumentation, die für gewisse Juristen offenbar stichhaltig genug ist, rotiert Popper im Grab.

    Nebenbei bemerkt, finde ich es zumindest befremdlich, dass gerade Homöopathen oft leidenschaftliche Gegner der (tatsächlich oft fragwürdigen) Taktiken der Pharmariesen sind. Ganz so, als habe Homöopathie nicht das geringste mit der Macht und dem Einfluss von Lobbyisten zu tun. Dabei ist er geradezu ein Paradebeispiel dafür, schließlich basiert sein Überleben in Deutschland nahezu ausschließlich darauf. Ich kenne einige Leute aus der medizinischen Forschung, und niemand, wirklich niemand hat für Homöopathen mehr als ein mitleidiges Lächeln übrig.

    Übrigens tritt ein Glaube an Homöopathie sehr oft gemeinsam mit Impfgegnerschaft auf — und die „Impfgegner“ sind nicht nur unwissenschaftlich und paranoid, sondern auch noch asozial, denn wer sich nicht impfen lässt, kann auch Mitmenschen anstecken.

  28. 28
    Gregor Keuschnig says:

    Komisch, hier wird so getan, als seien „Blogger“ die Kopfgeldjäger des virtuellen Raums. Sollen sich diejenigen, die das beklagen, doch Rosamunde-Pilcher-Filmchen anschauen, Pril-Blumen auf ihre Schlafzimmerschränke kleben (nein, ich habe keinen Vertrag mit dem Hersteller) und heimlich Wrestling im DSF gucken — aber bloss nicht Niggemeier lesen.

  29. 29
    SvenR says:

    @ Gregor Keuschnig #30:

    Versteh‘ ich nicht. Wer denn jetzt?

  30. 30
    Gregor Keuschnig says:

    @31/SvenR
    Hatte #16 + #26 gelesen. Blödsinn: „Dreckwerfer“. Das hat Kohl auch immer zum „Spiegel“ gesagt — als der noch halbwegs gut war.

  31. 31
    Roland says:

    [gelöscht]

  32. 32
    Roland says:

    [gelöscht]

  33. 33
    Roland says:

    Warum wurde Nr. 33 gelöscht, ich hatte lediglich die Beschimpfungen des Kollegen Kurt zitiert und kommentiert.

  34. 34
    Stefan says:

    @Roland: Sie haben ihn beleidigt. Und in #34 Herrn Bankhofer.

  35. 35
    Roland says:

    Zu 34.
    Ich nehme „beschränkt“ und „Nerds“ zurück, darf dann mein Kommentar erscheinen? Oder habe ich hier einen empfindlichen Nerv getroffen?

  36. 36
    Roland says:

    Dann nochmal.
    @Kurt
    Ich denke, Ihre Beschimpfungen Andersdenkener sind unangemessen und im Ton vergriffen.

    @Gregor Keuschnig, Nr. 30
    Die Glorifizierung einer selbsternannten, sich investigativ gerierenden „Blogger-Community“ am Beispiel der „Entlarvung“ eines im Kontext relativ unbedeutenden Akteurs wie Herrn Bankhofer erinnert mich eher an händereibendes Denunziantentum als an heroischen investigativen Journalismus.

  37. 37
    kurt says:

    @Stefan N.:

    Ich bin wirklich nicht schwer beleidigt, wenn mich jemand einen „beschränkten Nerd“ nennt. Jedenfalls nicht so sehr, dass ich deshalb irgendwen verklagen würde. Ich halte sowieso extrem wenig davon, irgendwen anders wegen irgendwelcher Internet-Diskussionen zu verklagen. Eigentlich halte ich bereits generell wenig davon, überhaupt irgendwen anders wegen seiner Meinungsäußerungen zu verklagen. Diese Klagerei ist eine echte Pest geworden.

  38. 38
    kurt says:

    @Roland:

    Ich „beschimpfe“ keine „Andersdenkenden“, ich kritisiere Scharlatane, und ich begründe das auch.

    Im übrigen obliegt es nicht dem Homöopathie-Kritiker, nachzuweisen, dass Homöopathie nicht funktioniert. Es obliegt dem Homöopathen, nachzuweisen, dass sie funktioniert. Und nein, anekdotische Belege („Meine Oma sagt, bei ihr hat das wunderbar angesprochen) reichen dafür nicht aus. Vor einem Wirkungsnachweis brauchen wir übrigens auch nicht über vermeintliche Wirkungsmechanismen zu spekulieren, wie das Homöopathen so gerne tun.

    Und ja, ich halte es für mein gutes Recht, Menschen zu kritisieren, die eine Geisteshaltung vertreten, die unter anderem zu den Hexenverbrennungen geführt hat.

  39. 39
    Peter Viehrig says:

    @kurt

    Wie gewiß auch Sie aus den teilweise auch in diesem Blog diskutierten Entscheidungen des Hamburger Landgerichts wissen, kann Herr Niggemeier dieses Risiko nicht eingehen.

    Und auch wenn die Klagerei tatsächlich eine Pest ist, noch mehr aber die hanebüchenen Entscheidungen aus Hamburg, Beleidigungen zu löschen, halte ich generell für richtig.

    Ansonsten bin ich erstaunt, wie oft ich Ihnen beim lesen Ihrer Kommentare wenigstens teilweise zustimmen konnte. Das geschah sonst ausgesprochen selten bisher.

    AGB:

    §1) Dieser Kommentar existiert nicht.
    §2) Wenn er doch existiert, so existiert er trotzdem nicht in Hamburg.
    §3) Sollten die §§ 1 und/oder 2 nicht gültig sein, so gilt mit dem Lesen dieses nicht existierenden Kommentars als vereinbart, daß die Pressekammer des Landgerichts Hamburg nicht zuständig ist.
    §4) Wenn die Pressekammer des Landgerichts Hamburg dennoch zuständig sein sollte, so gilt §1 in jedem Falle.

  40. 40
    Roland says:

    @ kurt

    Danke für Nr. 39, ich hatte Sie jedoch gar nicht so bezeichnet. Ich denke nur, Ihr schulmedizinischer Purismus geht empirisch ebenso fehl wie irgendwelche „Alternativansätze“ eines Bankhofer. Dies ist aber hier auch nicht das Kernthema.

    Was mich stört ist die Demonstration von Wirkungsmacht einer „Blogger-Community“ am Beispiel eines solch harmlosen Zeitgenossen. Üben diese Leute auch dann Wirkungsmacht aus, wenn der Gegner wirklich gefährlich ist?

  41. 41
    Twipsy says:

    @43 Die Blogger-Community möchte gern ihre Macht z.B. auch an einem Herrn Hornauer (tw. gelungen) oder an den Call-in-Machern demonstrieren, dort leider meist erfolglos. Man gibt jedoch nicht auf. Falls Sie sich dem anschließen möchten: Bitte, gern.

  42. 42
    Flauschi says:

    @32: Was hat’n das jetzt mit Niggemeier zu tun?

  43. 43
    Justus says:

    Denunzianten 2.0, mehr fällt mir dazu nicht ein.

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Darin werden auch zahlreiche Blogger zitiert. Das zeigt wieder Mal, ähnlich dem Fall von Hademar Bankhofer, dass die Blogosphäre doch vermehrt Beachtung findet. Ähnliche […]

  2. […] WDR von seinem Medizinjournalisten, weil diesem Schleichwerbung nachgewiesen wurde — durch Blogger. Stefan Niggemeier fasst […]

  3. […] Wie Herr Corax hier in den Kommentaren bemerkt, schreibt die “Zeit” ebenfalls darüber. Unter anderem sogar: Die Enthüllungen werden in der Blogosphäre mit Wohlwollen quittiert: Noch zu Beginn der Woche hatte der SPIEGEL die Wirkungslosigkeit deutscher Blogs bemängelt und damit heftige Diskussionen ausgelöst. “Das mit der Wirkungslosigkeit würde Bankhofer heute vermutlich nicht unterschreiben“, gibt A-Blogger Stefan Niggemeier merklich zufrieden zu Protokoll. […]

  4. […] aber erst seit 2006. Unterhaltsam aufbereitet hat dieses Thema u. a. Stefan Niggemeier hier und hier. […]

  5. […] sich Bankhofer herauszureden. [↩]Wie auch bereits andernorts, etwa bei Don Dahlmann oder Stefan Niggemeier, registriert wird. […]

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