Was vom Oslog übrig blieb

Es ist ein verstörender Blick hinter die Kulissen. Erstmals wird die ganze grausame Wahrheit hinter der glatten Fassade einer „lustigen“ Videoproduktion sichtbar: all die Witzleichen und abgebrochenen Pointenversuche, der Wahn, der Rausch, die Gier, notdürftig kaschierte menschliche Abgründe, die sich zwischen den Protagonisten auftun, endlose Wiederholungen und immer wieder: Schweigen.

In der ersten Folge der neuen Reality-Reihe „Oslog: The Outtakes“ sehen Sie:

  • wie Lukas mir was hustet
  • warum wir die Siegfried & Roy des deutschen Internet-Fernsehens sind
  • wie man eine Fähre verschwinden lässt
  • warum Lena Meyer-Landrut in Oslo nicht ausschlafen musste und Sie das im Zweifel auch schaffen
  • wieviel Lukas mit den Beinen baumelt
  • wie eine zwielichtige Gestalt am Bahnhof uns unsere Kamera (fast) und unsere Konzentration (ganz) raubt
  • warum Lukas und ich bald verwandt sein werden
  • was sich alles Schlechtes über Dinslaken sagen lässt
  • was Stefan Raab von RTL-Zuschauern hält
  • und vieles mehr

Andererseits besteht das Filmchen überwiegend daraus, dass wir sinnlos vor uns hin kichern, was bekanntlich für andere nie so lustig ist, wie man selber glaubt.

Bedenken Sie also, dass es jeweils gute Gründe gab, all das, was da zu sehen ist, nicht in einer der regulären Oslog-Folgen zu zeigen. Und beschweren Sie sich hinterher nicht, dass Sie die knapp zehn Minuten Ihrer Lebenszeit zurückhaben wollen. Ich habe Sie gewarnt!

28 Replies to “Was vom Oslog übrig blieb”

  1. Das beste an Oslo war Lena, dann kam erst mal lange Zeit gar nichts. Und dann aber gleich schon ihr! Vielen Dank.

  2. LOL, die Outtakes sind ja schon mal sehr geil. Jetzt warte ich auf den Director’s Cut jeder einzelnen Folge. Schliesslich muss die Zeit bis Mai 2011 irgendwie rumgebracht werden!

  3. Wer kennt es nicht? Auf jeden Parteitag (Linke ausgenommen) und jede Nacht dasselbe: „Hier ist die Mitte!“

  4. 1. Was habt Ihr gegen das schöne, liebe, nette gemütliche Dinslaken?
    2. Outtakes sind schon etwas lustig, rechtfertigt die 10 min Lebenszeit. Gleichmäßig lustig, für alle, die auf eine Superpointe warten.
    3. Erwähnt Ihr noch Schland? Cover mit Mitgröhlfaktor, den gibt es beim Original Siegerlied nicht.

  5. „Erwähnt Ihr noch Schland?“ ja klar, Stefan benutzt einfach seine Taschenzeitmaschine und reist 3 Wochen in die Vergangenheit um ein Lied zu erwähnen das es noch gar nicht gibt. -Hier bitte einen Smiley denken dem die Augen vor lauten rollen aus dem Kopf fallen-

    Aber wo es schon erwähnt wird kann ich ja mal die chance nutzen und vom Leder ziehen … jedes mal wenn ich „schland“ höre, ist das als ob jemand die ohnehin nicht sonderlich brilliante „Satelite“-komposition genommen hätte, ihr in den Unterleib tritt und dann johlend mit ihrer Brieftasche wegläuft.
    Satelite war schon kein wirklich gutes Lied … aber von international kompartiblem Pop auf ein Niveau mit dem „Fliegerlied“ oder dem „roten Pferd“ – da wird einem ja fast schlecht von.

  6. @Christian: Ich arbeite derzeit noch bei der Plattenfirma, die für die Vermarktung von dem Käse verantwortlich ist, und jedes Mal, wenn eine interne Promomail dazu kommt (im Bild-Jargon: „Ganz Deutschland singt bereits mit: Schland oh Schland…“), setze mit Schwung einen Strich mehr auf meine Liste an Gründen, warum ich bald nicht mehr dort bin…

  7. Das ist mit sicherheit nicht lustiger als Fußball. Aber das oslog ist lustiger als eine Welt ohne oslog. Damit hat es seine Daseinsberechtigung. Vermutlich auch keinen höheren Anspruch auf Existenzrechtfertigung. Und genau deswegen bin ich froh, dass es da ist. Oder war.

  8. @19 Roy Felgner

    Wollte ich auch gerade schreiben.

    Bin zwar Lena-Fan, aber die Welt dreht sich weiter!!!!

  9. Während die BILD ganz ungeniert eine der größten redaktionell verpackten Werbefeldzüge aller Zeiten für das unsägliche iPad startet, arbeitet sich Deutschlands talentiertester Medienjournalist an einem überdurchschnittlich charmanten One-Hit-Wonder und damit einhergehender nationaler Verzückung ab. Etwas enttäuschend.

  10. @pottkieker – das iPad 2010 (und die Berichterstattung die damit einhergeht) ist ungefähr so wichtig wie ein Sack Reis. Ich freue mich ja darüber wenn jemand dem ganzen mal keine Bedeutung schenkt …

    LML mag bei dem ein oder anderen jetzt sicherlich den Vergleich mit einem Sack Kartoffeln provozieren, aber am Ende des Tages kommt es auf den persönlichen Geschmack an. Ob man ein Reis- oder Kartoffeltyp ist … ich persönlich bin da ja mehr für Kartoffeln … zumindest wenn die Nudeln alle sind.

  11. Also ich fand das Projekt „Oslog“ einfach großartig. Man erfuhr viele Dinge, die man aus den „normalen“ Medien nicht entnehmen konnte. Außerdem war es meist sehr lustig und es hatte einfach diesen gewissen Charme ;)

    Ich bin gespannt, ob es sowas ähnliches zum Song Contest 2011 geben wird :)

    Liebe Grüße

    Florian

  12. Oslog..Oh…Oslog…ohh Marketing sei uns gnädig.

    Wie eine Orange…jeder Tropfen zählt.
    Pressen was man kann.

    Journalisten scheinen wie Kabarettisten.
    So lange „unbequem“ spielen…bis sie an den Näpfen hocken…….

    Was ist eigentlich so schwer daran zu sagen:
    Ich verdiene einen Haufen Geld und vergesse meine Vorsätze….mein Haus will bezahlt werden?

    So ein FanZine-Schmumpf ist unwürdig, dies war einmal ein glaubwürdiges Blog.

    Was vom Oslog übrig blieb?…..Nichts.

  13. Faszinierend zu sehen, wie verbissen manche Leser mit Ihren Erwartungen umgehen. Was ist denn verwerflich daran, wenn ein freier Journalist auf seinem Blog hin und wieder andere Pfade beschreitet und das tut, was ihm (und einer Menge anderer) einen Heidenspaß bereitet? Die Welt und die Medien (ob nun seriös, „seriös“ oder boulevardesk) drehen sich weiter – wohlwahr – aber es kann doch nicht alleinige, vorrangige und permanente Aufgabe eines einzelnen sein, auf dem Karussell zu sitzen und allen anderen, die zu vielbeschäftigt sind, ihren eigenen Kopf zu benutzen, davon zu berichten. Das hat mit Unglaubwürdigkeit nichts zu tun. Ein bisschen Trennungsvermögen sollte man von Konsumenten erwarten dürfen.

  14. Allein der erste Absatz hätte jeden, der kein gestandener Niggi-Heinser-Tandem-Fan ist, dazu veranlassen können, das Video nicht anzugucken. Warum hast du trotzdem geklickt? Darüber hinaus hättest du zwischendurch abbrechen können. Keiner zwingt dich, dir die «schrottigen Mods» reinzuziehen.

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