9Live: Die Lügen und die Wahrheit

Pressestellen von Unternehmen haben naturgemäß ein eher taktisches Verhältnis zur Wahrheit. Die (hier bereits gewürdigte) Unternehmenskommunikation des Anrufsenders 9Live aber spielt in einer ganz eigenen Liga.

Das ist vielleicht kein Wunder, wenn das eigene Geschäftsmodell grundsätzlich darauf aufgebaut ist, die Zuschauer über den Ablauf des „Geschäfts“ gezielt in die Irre zu führen. Aber wie routiniert der 9Live-Pressestelle die Verdrehung von Tatsachen selbst dort von der Hand geht, wo es nicht nötig wäre, ist beeindruckend.

Gegenüber dem ARD-Magazin „Plusminus“ erklärte Sendersprecherin Sylke Zeidler schriftlich:

„Sicherlich haben Sie anlässlich des Gesprächs der Medienaufsicht mit Fernsehveranstaltern und -produzenten am 3. Mai zur Kenntnis genommen, dass auf unsere Initiative hin die Richtlinien für TV-Gewinnspiele fortgeschrieben und weiterentwickelt werden.“

„Auf unsere Initiative hin“? Geladen zu dem Treffen hatte die Gemeinsame Stelle Programm Werbung, Medienkompetenz (GSPWM) der Landesmedienanstalten am 12. März. In der Einladung hieß es wörtlich:

„Dabei soll nicht nur die in der Vergangenheit vereinzelt ausgesprochenen Beanstandungen, die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich und die nicht abnehmende Zuschauerresonanz thematisiert werden, sondern u.a. auch eine modifizierte Version der genannten Gewinnspielrichtlinie erörtert werden. Ein Entwurf … liegt diesem Schreiben zu Ihrer Information bei.“

Und wir merken uns, wie 9Live mit der Wahrheit umgeht — selbst wenn es wirklich nicht so entscheidend ist, selbst wenn die Wahrheit leicht zu beweisen ist, selbst wenn es die eigenen Aufsichtsbehörden betrifft.

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Es gibt viele Täuschungen im Spielablauf von 9Live und seinen Nachahmern und Konkurrenten wie CallActive (MTV-Gruppe) oder DSF. Aber eine zentrale Täuschung ist der systematisch erweckte Eindruck, ein technischer Zufallsmechanismus entscheide bei all den „Hot-Button“- oder „Leitungs“-Spielen darüber, wann der nächste Anrufer ins Studio durchgestellt wird. In Wahrheit ist es in aller Regel, die Redaktion, die entscheidet, ob man die Zuschauer noch ein paar Minuten oder, keine Ausnahme: Stunden warten lässt, bis einer der Anrufer eine Gewinnchance erhält.

9Live veranstaltet quasi nicht nur eine Lotterie, sondern behält sich selbst die Entscheidung darüber vor, wann die nächste Ziehung stattfinden wird. Und während in Wahrheit alle Beteiligten beim Sender wissen, dass man erst am Ende der Sendung wieder einen Anrufer durchstellen wird, lügt vorne der Moderator ununterbrochen: „Sie müssen jetzt anrufen / der Hot Button kann jede Sekunde zuschlagen / es liegt an Ihnen, dieses Spiel zu beenden /beeilen Sie sich“ etc.

Dass es sich dabei in aller Regel um eine Lüge handelt, ist aus vielerlei Gründen klar:

  1. Erkennt man es, wenn man nur lange genug die Sendungen schaut und Spielabläufe vergleicht.
  2. Geben es Call-TV-Veranstalter unter der Hand zu.
  3. Haben es eine ehemalige 9Live-Redakteurin und ein ehemaliger 9Live-Moderator gegenüber dem ARD-Magazin „Plusminus“ bestätigt.
  4. Sieht man es sehr schön an zwei Ausschnitten, die die unermüdlichen 9Live-Gucker und Aufzeichner des Forums Call-In-TV.de in den vergangenen Wochen aufgenommen haben. In beiden Fällen scheinen die Moderatoren zu glauben, sie seien nicht mehr zu hören, und bestätigen indirekt, dass der Zeitpunkt des „Zuschlagens“ vom Redakteur gewählt wird:

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Mir gegenüber beschreibt ein ehemaliger 9Live-Mitarbeiter den genauen Ablauf und die „Machenschaften“, wie er es nennt, wie folgt:

„In der Regie und zum Beispiel auch bei 9Live-Geschäftsführer Marcus Wolter steht ein Monitor, der alle 15 bis 30 Sekunden anzeigt, wie viele Anrufe eingehen. Es gibt eine klare Ansage, bei hohem Aufkommen von Anrufern, zu ‚ziehen‘.

Ich war dabei, wie Regie und Redakteur den Raum verlassen, ‚komm‘, geh’n wir eine rauchen‘, während der Moderator sich abzappelt: ‚jeden Moment kann er zuschlagen!“. Nein, kann er nicht. Nur der fahrende Redakteur öffnet das Zeitfenster (wenige Sekunden), in denen dann der Hot Button zuschlägt. Das ist dann in der Tat zufällig.

Würde die Landesmedienanstalt auch nur einmal ein paar Stunden in der Regie sitzen, würde das Geschäftsmodell platzen wie eine Seifenblase.

Interne Zahlen von 9Live haben übrigens mal gezeigt, dass ein Großteil des Umsatzes mit einer winzigen Anzahl ‚Zocker‘ gemacht wird. Ich erinnere mich an Zahlen, in denen es etwa hieß: Die immer gleichen Vierzigtausend Leute machen achtzig Prozent des Umsates einer Woche. Was steht auf den Lottoplakaten? Glücksspiel macht süchtig…“

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Und damit schalten wir zurück in die Unternehmenskommunikation von 9Live, wo Geschäftsführer Marcus Wolter seiner Sprecherin Sylke Zeidler inzwischen eine Gebetsmühle installiert hat. Wer dort nachfragt, wie das denn nun ist mit dem Zufallsmechanismus, bekommt folgende Antwort:

„9Live stellt über unterschiedliche — auch technlsche — Systeme sicher, dass für Anrufer in unseren Gewinnspielen jederzeit die Chance besteht, ausgewählt und ins Studio gestellt zu werden.“

Das ist ein hübsch schillernder Satz, der unschärfer wird, je genauer man hinguckt. Denn dass es „auch“ technische Systeme sind, die beteiligt sind, schließt ja nicht aus, dass menschliche Entscheidungen hinzukommen. Und den Begriff „jederzeit“ kann man so missverstehen, dass man als Zuschauer ja nicht weiß, wann der Redakteur den Hot-Button auslöst, es aber theoretisch jederzeit der Fall sein könnte.

Noch ein bisschen abenteuerlicher ist der Satz, den Frau Zeidler sich zurechtgelegt hat, um Alidas Worte „… noch ein bisschen mitzunehmen. Lasst das doch Max übernehmen. Bei solchen Peaks, schlagt doch später zu…“ zu erklären. Sie sagt:

„Die Aussage der Moderatorin hat keine Relevanz für den technischen und inhaltlichen Verlauf der Sendung.“

Nun ja, genau genommen stimmt das: Denn der technische und inhaltliche Ablauf der Sendung mit all seinen Täuschungen und dem Zuschauerbetrug ist ja in der Tat unabhängig davon, ob und wie Alida sich in der Sendung verplappert. Insofern (und nur insofern) hat ihre Aussage wirklich „keine Relevanz“ für den Verlauf der Sendung.

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Ich weiß nicht, wie die Geschichte mit 9Live und den anderen weitergeht. Ob das wirklich der Anfang vom Ende des ungetrübten Abzockens im deutschen Fernsehen sein sollte. Und sich Leute wie der genauso unbekümmert die Wahrheit verdrehende CallActive-Geschäftsführer Stephan Mayerbacher demnächst neue dubiose Einnahmequellen erschließen müssen. Ich weiß ja nicht einmal, ob diesen Leuten und den Max Schradins dieser Welt manchmal nachts im Traum spielsüchtige Menschen erscheinen, die sie in den Ruin getrieben haben.

56 Replies to “9Live: Die Lügen und die Wahrheit”

  1. Früher hielt ich die Annahme, daß Spielsüchtige wiederholt und in Massen bei 9live anrufen, für wenig plausibel, weil der „Daueranreiz“ zu fehlen schien.

    Wer am Roulette-Tisch oder am Einarmigen Banditen Zeit und Vermögen verplempert, wird durch sporadisch eintreffende kleine Gewinne (an Geldautomaten über einen längeren Zeitraum 30 % des Einsatzes, glaube ich), immer wieder angefixt.

    Bei 9live schien dieser Effekt früher zu fehlen. Seit kurzem aber spielen sie häufig Runden, in denen jeder Anrufer € 20 verpasst bekommt. Dies könnte unter Umständen einen ähnlichen Effekt haben wie das oben beschriebene Verhalten der Geldspielautomaten.

  2. Die Zahl der in den Ruin oder sonstwohin Getriebenen möchte ich nicht wissen…. da überverhältnismäßig hoch.

    Anscheinend bin ich mit meiner Meinung vom 09.04.2007 nicht ganz alleine, die ich damals verfasst habe. Leider habe ich keine Trackbackadresse, sonst würde ich diesen Beitrag hierher verlinken. Ich lasse man den Link hier: http://www.thl-online.de/blog/archives/33

  3. Wo sind sie blos nur, die karierre- und pressegeilen Winkeladvokaten und Winkeladvokatinnen (so viel Zeit muss sein) im Staatsdienst, wenn man sie nur einmal braucht?

    Sind die etwa alle damit beschäftigt, wieder einmal El-Masris Anwalt abzuhören (hat ja heute wohl einen „terroristischen“ Brandanschlag verübt, nicht der Anwalt, El-Masri), beim Bundestrojaner-Onlinedurchsuchen von Marcel „Mein-Parteibuch.com“ Bartels PCs (jemand dem man eine Bundesministerbeleidigung nicht nachweisen kann, der muss Terrorist sein), die Transaktionsdaten von 22.000.000 Kreditkartenkunden durchzuschauen (denkt denn keiner an die Kinder?), im Vorratsdatenspeicher die E-Mail-Adresse von Bin-Laden zu erraten (schon wieder ein Terrorist) oder Attac-Neumitglied Heiner Geißler in Heiligendamm in Vorbeugehaft zu nehmen?
    </zynismus>

    Im Ernst: Noch leichter kann man doch nicht Karriere machen – da kann man doch gar nicht verlieren.

    *kopfschüttel*

  4. Wieder ein super Artikel! Statt FAZ und ARD müsste jetzt noch ein Bericht in die Bild und bei einem „Unterschichten-Sender“ kommen, damit es die Betroffenen (Abgezockten) erreicht.
    Weiter so – bis zum Ende des von allen staatlichen Seiten unterstützte Abgezocke von nennen wir sie mal Unwissenden und Süchtigen.

  5. Hat eigentlich jemand schon den Versuch gestartet, mit dem PlusMinus-Beitrag im Rücken Strafanzeige wg. gewerbsmäßigen Betruges zu stellen?

  6. Zitat:
    „Interne Zahlen von 9Live haben übrigens mal gezeigt, dass ein Großteil des Umsatzes mit einer winzigen Anzahl ‘Zocker’ gemacht wird. Ich erinnere mich an Zahlen, in denen es etwa hieß: Die immer gleichen Vierzigtausend Leute machen achtzig Prozent des Umsates einer Woche.“

    Aja, daher kommt also das unerwartete entsperren der „alten“ Dauergewinner.
    Umsatzverluste machen also möglich was beschwerde- und klageführend nicht ging.

  7. Schöner Bericht.

    Nur Dein Absatz „9Live veranstaltet quasi nicht nur eine Lotterie, sondern behält sich selbst die Entscheidung darüber vor, wann die nächste Ziehung stattfinden wird.“ ist nicht ganz richtig. Denn wäre es eine Lotterie, wäre es tatsächlich egal, wann die Ziehung stattfindet, denn zum Grundprinzip einer Lotterie gehört, dass alle „Lose“ teilnehmen. Das ist ja das miese bei dieser Nummer hier: Es ist eben keine Lotterie, die anrufen, weil suggeriert wird, jetzt ist die beste Zeit, haben überhaupt keine Chance, dabei zu sein.

  8. […] Die vollständige Geschichte inklusive Videobeweis findet sich bei DWDL. Auch Stefan Niggemeier, der ja unter anderem für seine Kritik an 9Live für den Grimme Online Award nominiert ist, fasst den kompletten Skandal nochmal gut zusammen. […]

  9. Wie steht es hier eigentlich mit den Maßnahmen und Hinweisen zur Prävention von Spielsucht? Bei allen möglichen Gewinnspielen muß extra darauf hingewiesen werden. Wird das hier getan? Bzw. werden Personen ausgeschlossen, bei denen es der Fall zu sein scheint?

    Falls das nicht der Fall ist, beurteilen kann ich es nicht, da ich keinen Fernseher habe, wäre das nicht auch ein Ansatz die Spielsender endlich mal in die Verantwortung zu nehmen?
    Wenn das Bundesverfassungsgericht den Bundesländern vorschreibt viel mehr für die Suchtprävention tun zu müssen, wenn sie ihr Wettmonopol behalten wollen – denn das sei einer der wichtigstens Gründe, warum die Bundesländer diesen Bereich monopolisieren dürfen – dann muss das doch auch von den Landesmedienanstalten, als Aufsichtsbehörden der Länder für Rundfunk und Fernsehen, bei diesen Fernsehsendern durchgesetzt werden, oder?
    Müssten wir also nicht viel mehr Druck auf die Landesmedienanstalten ausüben? Wenn ja, wie ist das möglich?

    Sehe ich hier prinzipiell etwas falsch?

    Fragen über Fragen.

  10. „Ich weiß ja nicht einmal, ob diesen Leuten und den Max Schradins dieser Welt manchmal nachts im Traum spielsüchtige Menschen erscheinen, die sie in den Ruin getrieben haben.“

    Es gibt ein Video bei Youtube, bei dem eine der sich abgezockt fühlenden und es nicht besser wissenden ins Studio durchgestelltw wird, und sich beschwert, wegen ihrer kleinen Rente, und das sie so oft anruft und nie durchkommt. Ich frage mich natürlich, warum 9Live auf der anderen Seite zulässt dass solche Gespräche im TV stattfinden.

    Die grundsätzlich Frage, die sich stellt, ist, was jetzt überhaupt getan werden soll. Ich habe keinen Vorschlag.

  11. Es müssen als erstes klare Regeln aufgestellt werden, wann ein Glücksspiel und wann ein Gewinnspiel vorliegt. Es geht nicht an, dass Automarken gesucht werden, die niemand kennt und niemand erraten kann und es dann nur „für’s Durchkommen“ Geldpreise gibt.
    Dann müssen gesetzliche Regelungen her. Die wichtigste ist, dass die Spiele grundsätzlich unter notarieller Aufsicht stattfinden müssen.

    Warum 9live solche Anrufer zeigt? Weil der nette Moderator die Anrufer immer wieder ruhigstellt und sie am Ende vom Sender völlig entzückt sind. Sogar dann, wenn der Gewinn nicht einmal einen Bruchteil der Telefonkosten wieder reinbringt.

    Aber der „Beweis“ ist erbracht, dass auch die, die seit Monaten vergeblich anrufen, noch eine Chance haben…

  12. Was mich persönlich dabei am meisten betroffen macht, ist der Gedanke, dass hier wohl eine stärkere Kontrolle angebracht wäre, obwohl ich ein ausgesprochener Verfechter der eigenen Verantwortung bin. Anscheinend hört dies bei manchen aber beim Gewinndenken auf. Auf beiden Seiten.

  13. Seien wir doch ehrlich: ein Ende dieser „Quiz-Shows“ ist vermutlich erstmal nicht abzusehen. Die zuständigen Kontrollorgane sind bisher nicht durch schnelle Reaktion oder einfach nur Interesse aufgefallen. Und selbst wenn da irgendwann irgendwas irgendwie reguliert wird, werden die Betreiber der Shows neue Wege und Formen an den Regeln vorbei finden. Das Format scheint ja hochgradig profitabel zu sein – sonst würden nicht alle (mit Ausnahme von ARD und ZDF *g*) ein ähnliches Format im Programm zu haben.

    Viel Interessanter finde ich die Frage, wie Max Schreidins und Co. so für sich damit umgehen. Denen muss doch irgendwie klar sein, dass sie das hektisch brüllende Gesicht einer Firma sind, die (zugegeben ignorant-naive) Menschen abzockt. Das die und alle beteiligten sich nicht irgendwie „klebrig“ vorkommen, kapier ich nicht.

  14. wenn vielen diese abzocke klar ist frag eich mich wieso leute da auch noch immer wieder anrufen?! oder leben alle hinterm mond die da tag für tag anrufen und sich gewinne erhoffen. wo doch offensichtlich ist das die chance gleich gegen 0 läuft?!

    wenn dort niemand anrufen würde wäre ihr geschäftsmodell doch geplatzt. nur könnne sich manche scheinbar nicht zusammen reißen. …

  15. Das ist doch genau das Problem bei Süchten und Süchtigen. Nur zu wissen, dass man z. B. ein Trinker ist, verhindert auch nicht sich zu besaufen, oder?

  16. Technisch dürfte es auch möglich sein, analog zu den 0190-Filtern auch Filter einzubauen seitens 9live, die Anrufer nicht mehr anzunehmen, die häufiger als 10mal pro Sendung angerufen haben.

    Nicht, daß 9live von selbst auf so eine technische Sperre verfiele, doch sollte man solche verplombten Dinger mal einbauen.

    Außerdem: ist euch aufgefallen, daß 9live in jüngster Zeit mit den Gewinnern herumprotzt, frei nach dem Motto, bei uns wird ja sooooooooo viel gewonnen!

    Auch nimmt es den Anschein, als würden die Durchschnittspreise sinken, und umgekehrt die Durchstellquote erhöht werden.

    Das sind nur meinne Eindrücke der letzten zwei Wochen.

    Grüße,

    René

  17. […] Die Lügen und Wahrheiten bei 9Live; die Chancenwitterung des Rotlichtmilieus bei Google; das nächtliche Treiben bei Onlineredaktionen; YouTube als Musiktauschbörse und eine verfehlte Zensur bei Flickr. All dies gibt es bei unserem ersten “kurz verlinkt” am heutigen Freitag. […]

  18. Die meisten Rentner jenseits der 60 haben keinen Internetanschluss und lesen desshalb auch keine Blogs oder schauen auch nicht im Call-In-TV-Forum vorbei. Wenn diese Leute nun nicht zufällig den Plusminus-Beitrag gesehen haben gibt es nun erstmal keinen Grund den Max Schradins und Alidas nicht zu glauben.

  19. Die 9LIVE-Geschäftsidee werde ich auf der nächsten Kirmes umsetzen:

    Ich setze mich mit einem Eimer auf einen Stuhl und die Leute werfen solange Münzen hinein bis ich sage „ZUGESCHLAGEN!“.
    Der Gewinner bekommt dann einen großen Teddy.

    Termine für diese transparente, faire und innovative Konzept werden noch bekanntgegeben.

  20. Ich denke auch, dass man das alles nicht auf „Sucht“ reduzieren kann. Vielmehr scheint vor allem Unwissen und sehr viel Naivität vorhanden zu sein. Die Leute, die jetzt immer noch an Kaffeefahrten teilnehmen, sich in Sälen einschließen lassen, um Heizdecken zu kaufen, die rufen auch 20 mal am Abend bei Herrn Schradin an.

  21. 9live ist deutschlands größte irrenanstalt. außerdem möchte ich juliane ziegler gratulieren sie hat dem abstieg perfekt gemacht das kann man nicht mehr unter bieten. ich habe da mal an alle :: wie ist es eigentlich mit ausspielungen bei 9live mit den millionen wo kommen die einnahmen überhaupt her, das mir schleierhaft. in der letzten zeit ist 9live so ziemlich unter druck geraten. da muß doch nachtreten können oder nicht. ich mit bekommen das die “ FAZ “ auch die dubiosen geschichten geschrieben hat. und möchte bemerken das macho-spinner-moderator max schradin bei 9live daraus etwas vorgelesen hat und das gegenüber publikum er hat stefan niggemeier aufs übelste art beleiligt bloß weil sich 9live in recht sehen wollte, denn kann die unwahrheit nicht ertragen. wann verschwindet endlich 9live-sonnenklar.tv uas unser fernsehenwelt.danke

  22. Die Sat1 Quiznight – Kabel1 Filmquiz – Pro7 Loftnight ist doch auch nichts weiter als 9live Stimmt das oder habe ich recht. So langsam fängt das alles zu Nerven mit den unseriösen Quiz-Geschichen. Natürlich stimmt das, wer da anruft ist selber schuld. An Nummer 27 die Frage ist berechtig woher kommen die angeblichen Millionen und hin verschwinden sie. Ist Schon Seltsam wie da Gelder weghauen die nicht mal im diesen Umfang vorhanden sind. Mit fingierten Telefonanrufen ist was dran auch die Zickentussi Anna heesch hat auch im 9live Telestimmen fingiert da mit sie ihre

  23. Die Sat1 Quiznight – Kabel1 Filmquiz – Pro7 Loftnight ist doch auch nichts weiter als 9live Stimmt das oder habe ich recht. So langsam fängt das alles zu Nerven mit den unseriösen Quiz-Geschichen. Natürlich stimmt das, wer da anruft ist selber schuld. An Nummer 27 die Frage ist berechtig woher kommen die angeblichen Millionen und hin verschwinden sie. Ist Schon Seltsam wie da Gelder weghauen die nicht mal im diesen Umfang vorhanden sind. Mit fingierten Telefonanrufen ist was dran auch die Zickentussi Anna heesch hat auch im 9live Telefonstimmen fingiert damit meine ich sie ihre tonlage verändert damit so aussieht als wäre der Anrufer real.

  24. Was soll denn die Sprecherin von 9live sagen? „Sie haben recht, Herr Niggemeier! Wir sind ein übler Abzockbetrieb und verarschen unsere Zuschauer. Wir machen einen Riesenhaufen Kohle mit dem Elend von Spielsüchtigen, und der Gesetzgeber tut nichts dagegen, haha! Kämpfen Sie mal ruhig weiter gegen Windmühlen, während wir arme Schlucker ausnehmen. Sie glauben ja gar nicht, wie geil es ist, reich zu sein, und niemand fragt, wo das Geld herkommt!“

    9live praktiziert nur in Extremform das, was überall in der Wirtschaft üblich ist. Kein Wunder, dass der Hütchenspieler-Mannschaft jedes Unrechtsbewusstsein abgeht, wenn man sich die Methoden der Mobilfunkfirmen ansieht, die auch nicht viel besser sind – wenngleich man sich hier noch darüber streiten kann, ob die Grenze zum Betrug überschritten wurde, während das bei 9live meines Erachtens ziemlich offensichtlich ist.

    Wieviel bekommt wohl ein Max Schradin? 200.000 EUR? 300.000 EUR? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er für einen Hungerlohn den Abzockaffen gibt, dafür scheint ihn seine „Berühmtheit“ im Internet doch inzwischen zu sehr anzugreifen. Wahrscheinlich glaubt er, dass wir alle käuflich sind, es kommt nur auf die Summe an.

    Sie sind ein guter Mensch, Herr Niggemeier, aber Sie kämpfen auf verlorenem Posten. Abzocker und Leute, die sich abzocken lassen, wird es immer geben, auch wenn das selten so offen und schamlos vom Staat toleriert wird wie im Fall unserer Hütchenspieler hier. Solange Leute wie Frau zu Salm nicht von jedem Restaurant, das sie besucht, vor die Tür gesetzt werden, solange wird das auch so bleiben – selbst wenn die Pest der Fernseh-Trickbetrüger irgendwann besiegt werden kann (was ich nicht glaube, dafür hängen da zuviele Steuergelder dran).

  25. „Wir dürfen die Scham vor dem Betrug nicht verlieren.“ (Kai Bussmann)

    Es läuft doch immer nach dem gleichen Schema ab : eine Person oder eine Gruppe bereichert sich durch Betrug. Man ist vorsichtig, will keine Fehler machen, der Betrugsgewinn steigt, der Erfolg gibt einem Recht .
    Man will immer mehr Gewinn, wird unvorsichtig, versucht mit allen Mitteln den Betrug zu vertuschen, erste Verschwörungstheorien tauchen auf, man fühlt sich unfair behandelt …

    Schöne neue Fernsehwelt.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,445981,00.html

  26. Ihr habt ja Sorgen. Ich würde mich mal viel lieber über das schlechte TV Programm auf den anderen Sendern aufregen. Außerdem war RTL der Vorreiter bei dieser Art von Gewinnspielen (http://www.prontosalvatore.net/Images/Presse006.jpg) und wurde auch angeprangert. Jetzt zockt RTL auch ab mit seinen Votings, bei denen Millionen Leute anrufen und überhaupt nichts für ihr Geld bekommen.
    Oder was ist mit der ARD? Die kaufen für viel Geld Filmrechte (auf Kosten der GEZ Zahler) ein und strahlen diese nie aus. Nur, damit die anderen Sender sie nicht austrahlen können. Auch der WDR gibt Unmengen an Geldern für unnötig teure Dinge, wie zum Beispiel http://www.liebesalarm.de oder eine Sendung in Second Life aus.

    Wer MUSS das alles zahlen? Richtig wir. Aber bei den Quizsender bleibt wenigstens noch die Entscheidung, ob wir dafür Geld ausgeben wollen.

  27. @pete (34):
    und in afrika verhungern kinder…. das regt mich sogar noch mehr auf. hat aber hier nix zu suchen.
    man kann doch nicht eine abzockerei damit abtun, indem man auf andere abzockereien verweist.
    und ich bezweifle, dass ein spielsüchtiger noch entscheiden kann, ob er dafür geld ausgeben soll.

  28. wisst ihr eigentlich das n24, sat1,kabel1,pro7 neunlive aufgekauft und übernommen hat da ist doch die frage wer hat denn da das sagen überhaup — hr. niggemeier — hier ist noch etwas womit sich hr.niggemeier beschäftigen sollte und zwar mit „kabel1 quiztaxi“ denn da ist es auch betrug. wie ist es möglich wenn es nur ein extra angefertiges quiztaxi-mobil dieser art gibt und an verscheidenen orten unterwegs ist mit wechselden auto-kennzeichen wie kann das sein.

  29. Das Nichttätigwerden der zuständigen Medienaufsicht wäre in meinen Augen konsequent, wenn die dort zuständigen Damen und Herren die freiwerdende Zeit für die Legalisierung des Hütchenspiels einsetzen würden.

    Angesichts der Geschäftsmodells der Call-In-Sendungen verstehe ich nicht, dass die zuständige Medienaufsicht das hinnimmt. Außer…

  30. 9Live bekommt keine Gebühren. 9Live sendet keine oder wenig Werbung. 9Live bekommt viele teure Anrufe und zahlt einen kleinen Teil wieder aus. Ich muss 9Live nicht gucken. Ich muss nicht anrufen.
    ARD bekommt Gebühren. ARD sendet zusätzlich [wenig] Werbung. Ich muss ARD nicht gucken. Ich muss Gebühren zahlen.
    RTL bekommt keine Gebühren. RTL sendet viel Werbung. RTL bekommt viele teure Anrufe. Ich muss RTL nicht gucken. Ich muss nicht anrufen. Ich muss Produkte kaufen und teilweise die Werbung in RTL bezahlen.

  31. […] Freies Unternehmertum soll ja gefördert werden. Neulich hatte ein Kommentator bei Stefan Niggemeyer eine klasse Idee: Ich setze mich mit einem Eimer auf einen Stuhl und die Leute werfen solange Münzen hinein bis i… […]

  32. Auch ich erdreistete mich mal, die Methoden des DSF Sportquiz – das endlose Oldtimer-Raten – gegenüber der Bayerischen Landesmedienanstalt anzuprangern. Die Antwort war sehr ermutigend:

    „wir nehmen Bezug auf Ihre E-Mails vom XX.XX.XXXX und XX.XX.XXXX. Die grundsätzliche rechtliche Zulässigkeit der Gewinnspiele wurde durch die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft München vom 23.04.2005 bestätigt, mit der ein gegen 9Live wegen des Verdachts des Betruges eingeleitetes Ermittlungsverfahren gemäß § 170 Abs. 2 StPO und damit mangels Tatverdacht eingestellt wurde. Die Staatsanwaltschaft München I stellte in der Einstellungsverfügung fest: „Insgesamt hat sich aufgrund der intensiven Ermittlungen ergeben, dass die Geschäftspraxis des Senders 9Live in strafrechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden ist.“ In dieser Verfügung wurde weiterhin festgehalten, dass 9Live keine widerrechtlich kostenpflichtigen Anrufe auf seinen Anrufbeantwortern hervorgerufen hat, dass die Moderatoren von 9Live nicht unzulässig animieren und dass 9Live kein unerlaubtes Glückspiel vorgeworfen werden kann. Dass schließt natürlich nicht aus, dass den Moderatoren im Einzelfall ein Fehlverhalten vorzuwerfen wäre. Aber die grundsätzliche Ausrichtung des Senders, sein Konzept ist nicht auf betrügerische „Abzocke“ ausgerichtet. Dies ergibt sich aus den Mitmachregeln, die von den Moderatoren einzuhalten sind.

    Ihren Vorwurf bezüglich der Moderation vom XX.XX.XXXX konnten unsere Beobachtungen leider nicht bestätigen. Zu den Lösungsworten in der zweiten von Ihnen beanstandeten Sendung (XX.XX.XXXX) konnten wir 1287 Einträge im Internet finden. Das heißt natürlich nicht, dass diese Automarken „leicht“ zu erraten sind oder sie „jeder kennt“. Die Landeszentrale ist sich der Problematik der Moderation bei Wortsuchspielen durchaus bewusst und beanstandet Verstöße entsprechend der Gewinnspielrichtlinie auch bei den Sendern.

    Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen und verbleiben mit freundlichen Grüßen
    Robert Busl
    Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)
    Fachreferent Fernsehen“

    Irgendwie kann man da doch resignieren…….

  33. Wer zwingt mich, bei 9Live anzurufen?
    Wer zwingt mich, Produkte zu kaufen, von denen ein Anteil an das Kommerzfernsehen fließt?
    Wer zwingt mich, Gebühren für ARD und ZDF zu zahlen?

  34. Diese Abzockspiele gibts (mittlerweile) auch im Radio, das gleiche Gespräch, dieselben dummen Spielideen – UND „Daihatsu“ ist KEINE Automarke mit „D“…

    Meiner Meinung nach sollten diese Radio -und Fernsehsendungen verboten oder wenigstens fair gemacht werden. Leider fallen immer noch zuviele darauf rein und machen es für die Veranstalter lukrativ…

  35. […] Nochmal langsam zum Mitdenken: Die BLM erklärt, weil nicht die Moderatorin, sondern der Redakteur den “Hot Button” auslöst, ist das Verfahren in Ordnung. Als spiele das irgendeine Rolle. Die Frage ist nicht, ob die Moderatorin oder der Redakteur oder die Schwippschwägerin von Edmund Stoiber den Hot Button auslösen. Die Frage ist: Ist der “Hot Button” ein Zufallsmechanismus, der jederzeit “zuschlagen” kann, wie die Moderatoren auf 9Live und den anderen Sendern quasi ununterbrochen suggerieren. Oder wird der Zeitpunkt, in dem er “zuschlägt”, von einem Menschen bestimmt, wie es ehemalige Mitarbeiter, langjährige Beobachter, sämtliche Kenner behaupten. […]

  36. Ist schon intressant,dass dieser Apzockbetrug,dem die zu Bedauernden immer wieder auf den Leim gehen nicht strafrechtlich verfolgt wird.Ich kann und will es nicht verstehen,dass die ihr ding Tag für Tag straffrei durchziehen können.Rechtsstaat,woooo denn?

  37. […] Aber eine zentrale Täuschung ist der systematisch erweckte Eindruck, ein technischer Zufallsmechanismus entscheide bei all den “Hot-Button”- oder “Leitungs”-Spielen darüber, wann der nächste Anrufer ins Studio durchgestellt wird. In Wahrheit ist es in aller Regel, die Redaktion, die entscheidet, ob man die Zuschauer noch ein paar Minuten oder, keine Ausnahme: Stunden warten lässt, bis einer der Anrufer eine Gewinnchance erhält. stefan-niggemeier […]

  38. […] Es ist schon sehr skurril, was sich derzeit in Sachen Call-In-TV tut. Anfang des Monats gab es im ARD-Magazin PLUSMINUS einen Beitrag über die Geschäftspraktiken von Deutschlands größten Quiz-Sender 9live. Insbesondere das ominöse Hot-Button-Verfahren, wonach angeblich ein Zufallsmechanismus Zuschauer ins Studio stellt, erscheint nach dem Beitrag in einem anderen Licht. FAZ-Redakteur Niggemeyer bloggt. […]

  39. 1. Wie viel kriminelle Energie braucht man, um dies zu machen? Ist eigentlich nicht genug Material für einen Anfangsverdacht auf Betrug vorhanden (z.B. Geld abnehmen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen)? Wo sind die Staatsanwälte?

    2. Auch die Wirtschaftspolitiker sollten sich vor Augen halten: da werden enorme Summen an Geld aus dem produktiven Wirtschaftskreislauf entzogen und verbrannt und zwar mit minimalem Aufwand am Produktionsfaktor Mensch. Gleiches sehe ich übrigens auch bei Handy-Klingeltönen, -Bildern, sogar beim telefonieren und SMSen: da werden enorme Beträge, vor allem Geld der Kids, verbrannt, ohne einen nennenswerten volkswirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Irgendwann wird diese enorm kostspielige und nutzlose Dienstleistungsblase platzen und erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

  40. So habe gerade auch mal bei Sat1 Quiz Night mitgespielt eine halbe stunden lang und fleißig mal das Telefon bedient wurde nicht einmal druchgestellt hatte immer eine nummer vor oder hinter den neun freien Leitungen also meiner Meinung nach ist das alles abzocke und gehört verboten, ich glaube schon garnicht das überhaupt leute dort was gewinnen, und außerdem wo bleibt der schutz für die Spielsüchtigen

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