Ich bin mir nach all den Mona­ten immer noch nicht sicher, ob ich es beru­hi­gend oder beun­ru­hi­gend finde, dass bei den Hass­pre­di­gern des erfolg­rei­chen Anti-Islam-Blogs »Poli­ti­cally Incor­rect« die Ahnungs­lo­sig­keit immer noch grö­ßer ist als der Hass.

Wenn der Grünen-Politiker Vol­ker Beck und andere beim Ver­such, in Mos­kau für Ver­samm­lungs­frei­heit und Grund­rechte für Schwule und Les­ben zu demons­trie­ren, geschla­gen und zeit­weise fest­ge­nom­men wer­den, ern­tet er von »PI«-Macher Ste­fan Herre und sei­nen Mit­strei­tern dafür nur Häme und Beschimp­fun­gen. Unter dem Ein­trag über­bie­ten sich »PI«-Stammkommentatoren in schwu­len­feind­li­chen Kom­men­ta­ren: Sie nen­nen Beck eine »däm­li­che *****tel« (»bah was widert einen die­ser Typ an: kotz brech würg«), »Sodo­mist« und »beken­nen­den Pädo­phi­len«, malen sich aus, wie er im Iran mit einem »sei­ner war­men Brü­der« am Bau­kran erhängt wird, und nen­nen Homo­se­xua­li­tät einen »gene­ti­schen Defekt«. Das ist der Hass.

Und das ist die Ahnungs­lo­sig­keit: »PI«-Macher Ste­fan Herre wirft Beck vor, dass er nach Mos­kau reist, anstatt sich »zur Abwechs­lung ein­mal für die Ver­samm­lungs­frei­heit der Schwu­len und Les­ben in Kreuz­berg oder Neu­kölln« [ein­zu­set­zen]. Herre sug­ge­riert, dort könne keine Schwu­len­pa­rade statt­fin­den — wegen der dort herr­schen­den und durch die Grü­nen mit­zu­ver­ant­wor­ten­den »isla­mi­schen Gegen­kul­tur«. Und Dut­zende Kom­men­to­ren empö­ren sich mit Herre dar­über, was das für ein Skan­dal ist, dass in Kreuz­berg und Neu­kölln keine Schwu­len demons­trie­ren kön­nen wegen der vie­len Mos­lems. Und kei­ner lässt sich das schöne Vor­ur­teil dadurch kaputt machen, dass Schwule und Les­ben seit 1998 jähr­lich durch Kreuz­berg und teil­weise Neu­kölln zie­hen und demons­trie­ren und fei­ern: Auf dem »Trans­ge­nia­len CSD«.