Ausgewogenheit, wie sie Hubert Burda meint

05 Dez 12
5. Dezember 2012

„Kritisch und ausgewogen“ hätten sich die Journalisten und Redakteure der deutschen Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Leistungsschutzrecht geäußert, schrieb Verlegerpräsident Hubert Burda den Bundestagsabgeordneten. Das ist ein guter Anlass, ausnahmsweise in den „Focus“ zu schauen, den er herausgibt.

Auch der hat sich in dieser Woche mit dem Leistungsschutzrecht befasst. Der Artikel trägt die Überschrift: „Bald Fairness im Netz?“ Er ist mit einer Karikatur illustriert, die Google als Spinne in einem Netz zeigt, in dem schon mehrere Fliegen mit Euro-Zeichen und ein Schmetterling mit Dollar-Zeichen festhängen. Die Google-Spinne trägt ein Protestschild mit der Aufschrift „FÜR DIE FREIHEIT IM NETZ!“

„Focus“-Medienredakteur Robert Vernier berichtet unter dieser Zeichnung, dass das geplante Leistungsschutzrecht „ungeachtet der massiven Kampagne des Internet-Riesen Google die erste parlamentarische Hürde“ genommen hätte. Das Gesetz solle Verlage vor dem „unberechtigten und unbezahlten Zugriff“ auf ihre Inhalte schützen, behauptet er und fasst seine Bedeutung so zusammen:

Es hätte Vorbildcharakter für viele Länder, in denen sich Verlage — wie etwa in Frankreich und Brasilien — gegen die ungenierte Selbstbedienung von Google & Co. bei Zeitschriften– und Zeitungsinhalten wehren. (…)

Per Internet-Kampagne und Zeitungsanzeigen schürte der US-Konzern vergangene Woche mit unwahren Behauptungen und bizarren Andeutungen Ängste. Google erklärte die Freiheit des Internets für bedroht und forderte dessen Nutzer auf, Bundestagsabgeordnete mit einer Flut von E-Mails auf Konzernkurs zu zwingen.

Vernier zitiert dann aus der Bundestagsdebatte jeweils mehrere Äußerungen von Max Stadler (FDP) und Ansgar Heveling (CDU). Beide sind Befürworter des neuen Gesetzes.

Argumente gegen das Leistungsschutzrecht aus der Debatte werden im „Focus“ nicht erwähnt. Ein Gegner des Gesetzes kommt im „Focus“ nicht zu Wort. Von der Kritik namhafter Wissenschaftler an dem Gesetz erfährt der „Focus“-Leser nichts.

Diese, äh, nachrichtliche Berichterstattung wird durch einen Kommentar hinten im Heft ergänzt. In der Rubrik „Montag ist Zeugnistag“ gibt „Focus“ Google eine 6.

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109 Gedanken
  1. 1
    Muriel says:

    Die Bewertung hängt ja immer von den jeweiligen Forderungen ab. Auch ich bin sehr unzufrieden mit Googles mangelnder Bereitschaft, mich an ihren Einnahmen zu beteiligen und würde denen in dieser Hinsicht auch eine 6 geben.

  2. 2
    Stefan Niggemeier says:

    Die Bewertung ist aber ja auch nicht das Problem.

  3. 3
    DangerousDetlef says:

    Diese Heuchelei in Bezug auf das LSR ist kaum noch zu ertragen. Alles, was von Seiten der Verlage kommt, kann man das nur noch Massenverdummung nennen. Sie werfen Google vor, Schmutzkampagnen zu betreiben und das LSR zu bombardieren, nur um ihren Konzern zu schützen und machen dabei selbst genau das, was sie ihren Gegnern vorwerfen.

    Man mag von Google halten, was man möchte, und sicherlich ist diese Kampagne nicht nur zum Schutz der Freiheit des Internets gedacht, aber die Fakten, die sie auf ihrer Seite nennen, sind wenigstens begründet und nachvollziehbar — und vor allen Dingen wahr.

    Die Verlage und deren Lobby sind diejenigen, die hier mit Schmutz um sich werfen, wo sie nur können, um den durchschnittlichen Bürger damit die klare Sicht auf dieses Thema zu trüben.

  4. 4
    Muriel says:

    @Stefan Niggemeier: Hab ich verstanden, keine Sorge. Mir fällt nur nichts Ernsthaftes zu dieser Debatte mehr ein.

  5. 6
    Twipsy says:

    Oh, das ging schief. Machen wirs so:
    http://tinypic.com/r/wkim46/6
    (Der Stürmer, 1930)

  6. 7
    Tilman_s says:

    @Twipsy passend :D (Leider erlaubt der Server aber wohl keine Deeplinks, aber wenn man den Link bei Google eingibt sieht man die Stürmer-Karikatur)
    Ich bin ja immer Vorsichtig, wenn Leute von Kampagne reden, aber diese Einseitigkeit mit der der Focus an dieses Thema herangeht verdient kein anderes Wort. Völlig egal was man vom LSR hält, jedem muss klar sein dass Jorunalismus so nicht funktioniert.

  7. 8
    JJ Preston says:

    @Twipsy
    Vor dem Hintergrund, dass Franz Burda, der Begründer des Verlages, Mitte der 1930er in die NSDAP eintrat und entsprechend verlegerisch katzbuckelte…
    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/02/22/a0228

    Arsch. Auf. Eimer.

  8. 9
    kleitos says:

    ___________________

    Eine Mail mit einem Dreizeiler an Deutschland@google.com und Google darum bitten, beim Zustandekommen des LSR nicht einzuknicken und die Verlage auszulisten.

    Es gibt durchaus berechtigte Kritik an Google, aber nicht beim Thema LSR.
    ___________________

  9. 10
    Kinch says:

    Ich kann die Verlage verstehen. Ich benutze ja gerne Gmail, aber finde es eine Unverschämtheit, dass Google mich nicht an den Einnahmen aus Gmail beteiligt. Immerhin sind es ja die Mails der Nutzer, die die Nutzer dazu bringen den Dienst zu nutzen. Google selbst produziert ja keine eigenen Mails. Also finde ich, sollte mich Google an den Einnahmen beteiligen.

    Auch sollten mich die Blogs und Zeitungen bei denen ich kommentiere bezahlen, weil meine Kommentare ja auch Leser und damit Werbeeinnahmen generieren. Also ich finde, nur ich sollte bezahlt werden, weil ich so wichtig bin.

    Ich finde meinen Kommentar hier übrigens ausgewogen, sachlich und neutral und reagiere mir Unverständnis, wenn man mir sagt, dass meine Kommentare hier kein Garant für den Weltfrieden sind. Und wenn man mich nicht fürs Kommentieren bezahlt, dann kommentiere ich halt nicht und dann wird die Zivilisation zusammenbrechen und Motorrad-Gangs werden sich um die letzte Dose Hunderfutter prügeln. Mindestens.

  10. 11
    U. says:

    Ich frage mich immer, was Hubert Burda meint, wenn er von Qualitätsjournalismus spricht. Den „Focus“ habe ich immer für einen Ableger der „Bunte“ gehalten. Ähnliches gilt für Springer. Und diese beiden Spezialisten sind die Haupttreiber des Leistungsschutzrechts. Verlogener geht es kaum.

  11. 12
    Peter says:

    passend zum Thema „leben von der Arbeit anderer“: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubens/rubens165/1.html

  12. 13
    Muriel says:

    @Kinch: Fast richtig, nur im vorletzten Satz wirst du inkonsequent.
    Dass du mit Kommentieren aufhörst, ist offensichtlich keine Option. Du musst um jeden Preis weiter kommentieren, und es ist Aufgabe der Regierung, zu gewährleisten, dass deine Kommentare finanziert werden, sei es von Google oder Apple oder aus dem allgemeinen Steueraufkommen. Am besten über alle drei Wege zugleich, um kein Risiko einzugehen.

  13. 14
    Oliver says:

    Ich möchte auch vom Herrn Niggemeier für meine Kommentare bezahlt werden:

    1.) Hat er es nicht aktiv verhindert, dass ich hier schreibe und …

    2.) sind gerade meine Qualitätskommentare ein Grund für viele Besucher!

    Bis dahin bleib ich jetzt hier stehen und schmolle!

    Raubblogger sind Verbrecher!!!!111einsdrölf

  14. 15
    luna says:

    Ich bin da ja gespalten. Einerseits ist es sehr traurig.
    Andererseits führt es einem noch mal deutlich den Unterschied zwischen Nachrichten und Infotainment vor Augen.
    Das ist doch auch ein schöner Effekt. Der so organisierte Journalismus ist aufgefordert in einer veränderten Welt zu zeigen, warum wir ihn noch brauchen und er zeigt uns, dass wir ihn nicht brauchen. Danke, habe verstanden. Mir kann es egal sein, ob ich den Focus online oder auf Papier nicht lese.

  15. 16
    JJ Preston says:

    Also, so mancher Verlagsvorstand bewirbt sich mit Verve für den Sitzplatz von Gustl Mollath, wenn man sich die kognitive Dissonanzen ansieht.

    „Mathias Döpfner wirft Google „erzkapitalistische Interessen“ vor“ (horizont.net — http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Mathias-Doepfner-wirft-Google-erzkapitalistische-Interessen-vor_111782.html)

    Das muss für den Vorstand eines spendenträchtigen gemeinnützigen Vereines wie des Axel-Springer-Verlags …

  16. 17
    Moki says:

    Ich bin mal Journalist geworden, weil in solche irren Ideale geglaubt habe, wie eine objektive Berichterstattung, keine Maulkörbe durch die Redaktion oder generell die Ehrbarkeit des Berufstandes, der vor nichts zurückschreckt, um eine gute investigative Geschichte zu machen. Jetzt habe ich eher den Eindruck, das man vor nichts mehr zurückschreckt, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Wenn ich lese, was in diesem Brief der Verbandspräsidenten steht, stimmt mich das einfach nur noch traurig.

  17. 18
    Thomas B. says:

    @17.

    Auch wir Nicht-Journalisten wundern sich über dieses Gebahren. Dass Berichterstattung oftmals einen Spin hat, ist nachvollziehbar und auch vollkommen okay. Aber gerade hier, wo die Eigeninteressen mit einer objektiven — oder zumindest vollständigen — Berichterstattung kollidieren, werden die Redaktionen geprüft. Und fallen reihenweise durch. Die FAZ bspw. muss erst Herrn Rieger vom CCC bemühen, um mal eine alternative Darstellung hinzubekommen.

    Es ist schade um Ihre Zunft.

  18. 19
    Torsten says:

    DangerousDetlef: Kleine Anmerkung: Nicht alles, was von Verlagen kommt, ist in Sachen LSR voreingenommen und peinlich: Beispielsweise: Die Redaktionen von Zeit.de, Heise.de und taz.de haben sehr kritisch zum Vorhaben berichtet. (Ich bin befangen, nehmen unbefangene die Beispiele anders wahr?)

    Und — man höre und staune — sogar das FAZ-Feuilleton hat nun eine deutliche Kritik an dem LSR aus der Feder von Frank Rieger abgedruckt.

  19. 20
    Sebastian says:

    Ich würde ja einen längeren Kommentar verfassen aber mir fehlt einfach die Zeit. Es ist Weihnachten, man will für einen guten Zweck spenden und als verantwortungsbewusster Mensch les ich mir natürlich den Geschäftsbericht von „Ein Herz für Kinder“ durch um zu wissen, wie die Gelder verwendet werden…

  20. 21
    Moki says:

    @10: Mad Max rules! :D

  21. 22
    DangerousDetlef says:

    @Torster (#19): Da hast du natürlich recht und ich habe an der Stelle pauschalisiert. Leider sind diese Vorkommnisse, die du erwähnst, eher die Ausnahme als die Regel. So oder so wird man die wahre Gesinnung der einzelnen Verlage erst wirklich erkennen, falls das LSR wirklich umgesetzt werden sollte.

    Kritische Darstellungen abzudrucken ist die eine Seite; dazu zu stehen, wenn es soweit ist, ist eine andere.

  22. 23
    walter falter says:

    Jeden Tag ein neuer Beitrag, immer dasselbe ausgelutschte Thema. Parallel hierzu verschweigen nahezu alle deutschen Zeitungen die Herkunft der Mörder von Almere, und überlässt den Rechtsradikalen und ihren Sprachrohren das Feld der Aufklärung. Das ist etwas, mit dem Medienkritik sich durchaus mal befassen dürfte.

    Die Spinner bei PI feiern sich gerade selbst als letzte Bastion der Wahrheitsfindung — und ich komme leider nicht umhin, ihnen in diesem Fall Recht zu geben.

  23. 24
    BV says:

    Vielleicht meint Herr Burda mit „die Journalisten“ auch einfach nicht den Focus.

  24. 25
    Alberto Green says:

    http://media.tumblr.com/tumblr_mbwpo9tPQx1qbw1e5.gif

    (mir fällt da nichts mehr anderes ein, als gifs zu posten)

  25. 26
    sportinsider says:

    Wie sieht denn eigentlich konkret die Position vom Spiegel zu der ganzen Thematik aus?

    Konkret zum Brief von Burda und Heinen.

  26. 27
    Stefan Niggemeier says:

    Sie müssten das schon den Spiegel fragen.

  27. 28
    sportinsider says:

    Ich hab Sie ja als Medienjournalist gefragt. Kein Draht zum Spiegel?

  28. 30
    sportinsider says:

    Das mag ich ja fast nicht zu gleuben. Oder fehlt der Mut?

  29. 31
    Sebastian says:

    Genau. Lügner. Feigling

    *Augenverdreh*

  30. 32
    BigBadBorg says:

    Ich habe mittlerweile die Theorie, das die Verlage das Gesetz durchbringen wollen, dann von google gesperrt werden, und schließlich google die kostenlose Nutzung wieder einräumen. Das Gesetz ist jedoch dann da, und schon kann man sich an die Blogs heranmachen, die mit Sicherheit diese Freiheit nicht bekommen werden.

    Google hat gewonnen, die Zeitungen sind wieder verlinkt, und die Blogger-Szene wird sterben.

    Denn mal ehrlich, so doof können die Verleger nicht sein. Sie verfolgen ganz andere Ziele. Der Tod des freien Blogs ist es wohl. Die Abmahnanwälte können sich jetzt schon die Hände reiben.

    Habe ich vor kurzem noch hier und da bedrucktes Papier in Händen gehalten, meide ich mittlerweile sogar die Online-Auftritte der Zeitungen. Ich informiere mich bei den Öffentlich Rechtlichen und im Ausland.

  31. 33
    DangerousDetlef says:

    @#30:

    Was heißt denn hier bitte fehlender Mut? Wenn es einen Journalisten in Deutschland gibt, dem es nicht an Mut fehlt, dann ist das Stefan Niggemeier.

    Er kann natürlich nicht einfach Meinungen anderer Menschen, Unternehmen oder Organisation nach Gutdünken wiedergeben. Mal abgesehen davon, dass die Journalisten sicherlich nicht auch nicht mehr mitgeteilt bekommen als „die offizielle Stellungnahme“, die auch die Öffentlichkeit erfährt.

  32. 34
    Twipsy says:

    Ah, der Keese legt nochmal ne Schippe drauf:
    „Google ist eine Art Taliban“

    „Mal eben die Homepage zu benutzen, um Stimmung für die eigene Sache anzufachen — das würden sich die Verlage niemals leisten.“

    Oh NO!

    „Googles Monopolisten-Meinungsmarkt dagegen wird durch nichts kontrolliert. Plattformregulierung, Pressekodex, Pressegesetze — alles Fehlanzeige.“

    Stimmt, das deutsche Presserecht ist ja ein scharfes Schwert…fast so gut wie ein Sprengstoffgürtel. Das weiß der Springer-Mann.

    Den ganzen erbärmlichen Sermon gibts dann ab 17 Uhr auf iPad und morgen gedruckt.
    http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Springer-Lobbyist-Christoph-Keese-Google-ist-eine-Art-Taliban_111793.html

  33. 35
    sportinsider says:

    @DangerousDetlef: Sie brauchen nicht für Stefan Niggemeier in die Bresche springen. Das beantworten meiner Frage trau ich ihm schon alleine zu.

  34. 36
    Konrad says:

    Alleine schon das „unberechtigt“ in dem Zitat. Welche Rechtsnorm liegt dem zugrunde? Welches Verbot steht dem Zugriff im Wege – und warum wird es nicht durchgesetzt?

  35. 37
    Iris F says:

    @ sportinsider: Diese Woche ist im Spiegel ein Artikel im Wirtschaftsteil darüber, dass Google Kampagnen gestartet hat. Behandelt wird hauptsächlich die Kampagne zum LSR. Zusammengefasst: die Autoren sind darüber nicht erfreut.

    Das muß natürlich nicht die Meinung der gesamten Redaktion widerspiegeln (aber welcher Artikel tut das schon?). Außerdem ging es nicht direkt ums LSR

  36. 38
    Thomas B. says:

    @34.

    Danke für den Link zum Horizont-Interview mit Herrn Keese. Habe mal ein paar Schmankerl herausgesucht:

    So sieht es aus, wenn Netzmonopolisten Politik machen. Mal eben die Homepage zu benutzen, um Stimmung für die eigene Sache anzufachen — das würden sich die Verlage niemals leisten.

    Nein, natürlich nicht ;)

    An oder Aus für alle und alles — das ist die einzige Wahl, die einem Robots.txt lässt.

    Herr Keese hat wohl tatsächlich keinen Schimmer.

    Google ist eine Art Taliban und wehrt sich gegen jede Art von Fortschritt.

    Wunderbar! Das werde ich mir einrahmen lassen!

    Aber längst nicht jeder, der bei Google News die Zusammenfassungen liest, klickt auf die Originalseiten durch.

    Herr Keese hat wohl ein Analytics-Tag auf Google-News installiert. Anders wäre die Aussage ja nicht belegbar ;)

    Von dort [Google News] aus lockt das Unternehmen die User geschickt in die unzähligen Angebote der „Company Town“.

    Ah, so ist das also. Nun denn.

  37. 39
    Muriel says:

    @38. Das ist in seiner Unverschämtheit ja schon wieder irgendwie beeindruckend.

  38. 40
    NoUseForAName says:

    Wann kommen die eigentlich endlich mal mit einem Hitler-Vergleich um die Ecke?

  39. 41
    Muriel says:

    Man spricht ja nicht umsonst auch von Datenautobahnen…

  40. 42
    Harharnetz says:

    Nur weil ich es in den letzten zwei Tagen dreimal gelesen habe unter anderem von Hajo Schumacher:

    Es gibt eine alte Donald-Duck-Geschichte,

    http://die-augenweide.de/barks/seiten/schneeeinsiedel.htm

    Damit hat allerdings weder das Gebaren des ‚Fohkus‘ noch Guhgles zu tuhn. Ich mach jetzt noch eine abschließende Gebärde und geh dann in den Winnterschlaf wie die Bähren.

  41. 43
    NoUseForAName says:

    „Aber längst nicht jeder, der bei Google News die Zusammenfassungen liest, klickt auf die Originalseiten durch.“ WTF? Seit wann steht denn da eine Zusammenfassung?

  42. 44
    Moon says:

    Döpfner: „Das ist so, als würde eine Hehlerbande bei Amnesty International eine Menschenrechtspetition zur Verteidigung der freien Bürgerrechte beim Ladendiebstahl einreichen.“

    Klingt doch schon justiziabel, oder?

  43. 45
    zyxw says:

    @40. „Taliban“ ist doch auch schon mal ganz gut ;-)

  44. 46
    Gua says:

    Google sollte den Verlagen wirklich mal den Saft abdrehen!
    Natürlich nicht so plump, indem Google einfach nicht mehr die Artikel listet, weil das ja wirklich so eine Art „Macht ausüben“ wäre und die Verlage sich nicht dagegen wehren könnten, sonder so, dass sie „ab morgen“ das Verfahren bei der Listung ändern.
    Einfach so, indem sie aus der bisherigen Praxis des aktiven Widersprechen eine Praxis der aktivien Zustimmung machen, also nur noch der samt Snippet gelistet wird, der der Listung und dem Snippet zustimmt. Dann wäre für mein laienhaftes Jura-Verständnis das LSR für die Katz, weil ja Google nur noch vorbeikommt, wenn sie die Erlaubnis (=Lizenz) haben und die, die nicht mehr ohne Gegenleistung gelistet werden wollen müssen rein gar nichts mehr tun um das zu verhindern.

  45. 47
    HarHarnetz says:

    Noch mal was Ernsthaftes:
    Keese zu robots.txt:
    Wie sollen wir die denn sperren? Jetzt sagen Sie: mit Robots.txt. Und was geschieht dann? Man wird bei jeder Suchmaschine und jedem Aggregator unsichtbar. An oder Aus für alle und alles — das ist die einzige Wahl, die einem Robots.txt lässt.

    Glatt gelogen! Der Google-Crawler hat einen Namen, und den kann man in Robots.txt explizit eintragen.

    Diese Technologie stammt aus der Steinzeit des Webs. Sie ist hoffnungslos veraltet und in keiner Weise mehr zukunftstauglich. Darauf haben die Verlage schon vor einem halben Jahrzehnt hingewiesen. Sie haben dafür geworben, dass maschinenlesbare Rechte-Sprachen entwickelt werden, die differenzierte Nutzungsbedingungen ausdrücken.

    Tja, und deshalb liegen entsprechende Anträge des VDZ und des BDZV auch seit fünf Jahren beim W3C. Leider hat Google verhindert, dass diese Rechte-Sprache in HTML5 aufgenommen wurde…(Achtung, das war ein Scherz!)

    …und jetzt das Kinderlied:

    Warum soll ein Verlag nicht sagen dürfen, für wen und in welchen Auszügen ein Text für welchen Preis gewerblich kopierbar oder nicht kopierbar sein soll? Google ist eine Art Taliban und wehrt sich gegen jede Art von Fortschritt.

    Ein Price-Tag (oh, welch Doppelsinn!) werden wir dann ganz bestimmt in HTML6 begrüßen dürfen.

  46. 48
    JJ Preston says:

    @Gua (46):
    EBEN NICHT! Genau das sollte Google nicht machen, denn dann steht Google als der Böse da, der seine Macht missbraucht. Das würde Demagogen wie Keese und Döpfner in die Hände spielen.

    Nein, Google sollte abwarten. Allenfalls an Grüne, Sozen, Linke und Piraten spenden, für den Wahlkampf — wobei selbst das von den Hetzern populistisch ausgenutzt werden könnte, insofern wäre das etwas, was nach Einführung des LSR parallel zum Delisting der Verlagsinhalte passieren könnte.

  47. 49
    Gua says:

    Für mich wäre es nicht „böse“, wenn Google nicht mehr „klaut“, aber gleichzeitig auch niemanden aussperrt, sondern jeden kostenlos seine Listing-Dienste anbietet.

    Dass das die Keeses dieser Welt natürlich weiter auf die Palme bringt ist mir klar, weil die wollen ja nur Geld, aber dennoch denke ich, dass Google so noch bessere Argumente für sich hätte.

  48. 50
    vib says:

    Ich hab jetzt auch was hier ins Internet geschrieben. Und wenn man das bei Google finden kann, dann will ich jetzt auch sofort Geld dafür. So! Und übrigens: Tokio Hotel sind scheiße.

  49. 51
    SvenR says:

    Danke Stefan. Ich finde es wirklich bewundernswert, dass Du Dich jeden Tag mit diesem Scheiß so sachlich auseinandersetzt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich dazu kommentieren soll, so sprachlos bin ich ob des Unsinns, den diese Verlage da verzapfen. Und ich kenne leider nicht so lustige Bilder, wie Alberto.

  50. 52
    Moon says:

    Find’s allerdings einigermaßen lustig, dass Keese der hirnrissige Taliban-Vergleich (noch mehr als der unsinnige Lichtschalter-Vergleich) den Rest seines professionellen Lebens anhängen wird.

  51. 53
    polyphem says:

    Auch Lammert
    jammert,
    schimpft verwirrt,
    denn weil Google informiert,
    läuft jetzt nix mehr wie geschmiert.

  52. 54
    Muriel says:

    @53: Das war jetzt sogar mir zu Google-freundlich, aber das originelle Reimschema muss ich trotzdem loben.

  53. 55
    Moon says:

    Ganz schön entlarvend, wie Lammert da argumentiert: Echt dreist, dass die Bürger ihre Abgeordneten direkt ansprechen und auf Folgen ihres Handelns hinweisen können. Solchen Zugang dürfen doch sonst nur Lobbyisten haben.

  54. 56
    Twipsy says:

    Wolfgng Michal bei carta:
    Die Karikaturen, die von der Neuen Welt gezeichnet werden.. sind nicht mehr allzu weit entfernt von ähnlichen Mustern in der Vergangenheit. Nur schade, dass sich Steve Jobs und Mark Zuckerberg nicht als Zigarren schmauchende, fette und krummnasige Kapitalisten darstellen lassen, die mit großem Appetit die Weltkugel verspeisen.
    Dann lag ich mit #6 ja gar nicht mal so verkehrt.
    http://carta.info/51868/die-kalifornische-ideologie-und-der-deutsche-reflex/

  55. 57
    polyphem says:

    @Muriel: Danke. Beim Worte der Propheten (Information ) bzw. dessen Beugungen, Verbisierungen und sonstigen Ableitungen muss man doch in diesen Tagen die Anführungszeichen oder Ironietags nicht extra mitschreiben?

    Disclaimer: Ich meide Google-Produkte, wenn ich Alternativen habe. Um meiner Hauptbeschäftigung in der Realwirtschaft halbwegs ungestört nachzugehn, nutze ich keine Feeder, News-Push-Dienste u.ä. Ich halte diese Services aber für Journalisten, evtl. auch für Politiker für sinnvoll. Die Adressen von Seiten, die ich häufiger besuche, speichere ich in der Favoritenliste meines Browsers — und ich erkläre meinen Freundinnen und Freunden aus der Riege der Silversurfer gern und immer wieder wie Favoriten angelegt und genutzt werden und was der Unterschied zwischen einer Browser-Adresszeile und der Eingabezeile einer Suchmaschinenseite ist.

    Diesen Belehrungsservice müssen auch, wenn ich Wissenslücken entdecke, meine Kinder und Enkel, sowie deren Freundinnen und Freunde erdulden. Denn Unwissenheit, Borniertheit und Erkenntnisverweigerung findet sich in allen Generationen — und, anscheinend gepaart mit Bosheit, auch bei Verlegern und ihren Schmutzbefohlenen.

  56. 58
    HarHarnetz says:

    Zumindest der ‚Focus‘ kennt sich sehr gut mit den Möglichkeiten der ‚robots.txt‘ aus…

    http://www.focus.de/robots.txt

  57. 59
    Gerry Baerns says:

    Ich habe gehört, man bekommt von Google Geld, wenn diese Seite aufgrund des eigenen Kommentars aufgefunden wird? Dann mache ich auch mit!

  58. 60
    Kati says:

    Ich kann gar nicht ausdrücken, was für eine Enttäuschung der Keese ist. Ich mein‘, der Mann ist ja nicht dumm und hat bei der FTD nicht unintelligente Artikel geschrieben und sie auch entwickelt. Und dann der Wechsel zu Springer und der endgültige Abstieg zum Cheerleader für’s LSR.

    Wenn ich so eine Aneinanderreihung von dummdreisten Lügen (Verlage würden sowas nie tun — außer, wenn sie Typen wie mich Reklame machen lassen für’s LSR und was sonst noch gerade opportun erscheint) und dümmlichen Behauptungen (robots.txt) lese, frage ich mich echt, was der Typ denkt, wenn er in den Spiegel guckt. Ich mein‘, er ist ja nicht dumm und muss doch wissen, wie lächerlich er sich mit sowas macht. Ist dem das nicht peinlich? Wieviel muss man bezahlt bekommen, um sich öffentlich so zum Deppen zu machen?

    Früher dachte ich mal, das wäre ein seriöser Journalist.

    Das hat er nachhaltig verbrannt. Ich hoffe für ihn, dass es sich wenigstens gelohnt hat.

  59. 61
    Eduard von Schwetzingen says:

    Mal ne Frage: Warum ist es so abwegig, dass google einfach nach Verabschiedung des LSR einfach „google.news“ in Deutschland einstellt ? Ich meine, wenn das Angebot sowieso nicht so viel zum Umsatz/Gewinn beiträgt, könnte man es in Deutschland doch einfach einstellen und dort, für alle die diesen Dienst in Anspruch neben wollen den Hinweis hinschreiben, dass dieser Dienst in Deutschland aus rechtlichen Gründen nicht angeboten wird.
    Da können die Verlage dann auch nicht versuchen google darauf zu verklagen für die snippets bei google news bezahlt werden bzw. gelistet zu werden. Wo kein Angebot, da auch keine Listung und auch keine Bezahlung/Linzensierung. Man kann schließlich kein privates Unternehmen dazu zwingen eine Dienstleistung anzubieten.
    Gut die Nutzer würden vielleicht verärgert darüber sein, dass es diesen Service von google in Deutschland nicht mehr gibt, aber wirklich weh tun würde es ja niemanden.

  60. 62
    inga says:

    @Polyphem: „Belehrungsservice“, wie hübsch! Darf ich das verwenden? Dass es sich um eine Dienstleistung handelt, wenn ich sie an meinem unerschöpfliche Wissen teilhaben lasse, wissen meine werten Kollegen nämlich viel zu wenig zu schätzen!

  61. 63
    Hans Steiner says:

    @Niggemeier:
    Ich habe mal einen Ihrer Texte ins BlaBla-Meter eingegeben (http://www.blablameter.de). Das Ergebnis:

    Bullshit-Index :0.57
    Ihr Text signalisiert deutlich: Sie wollen etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Es wirkt unwahrscheinlich, dass damit auch eine klare Aussage verbunden ist — und wenn ja: wer soll das verstehen?

  62. 64
    Links anne Ruhr (06.12.2012) » Pottblog says:

    […] Leistungsschutzrecht: Ausgewogenheit, wie sie Hubert Burda meint (Stefan Niggemeier) – Die deutsche Presse berichtet laut Hubert Burda ausgewogen über das Leistungsschutzrecht. Stefan Niggemeier seziert das ganze aktuell an einem FOCUS-Artikel, während der Axel Springer-Cheflobbyist Google mit den Taliban vergleicht und sich der Axel Springer-Verlag als „weißer Ritter“ gegen die Hehlerbande Google aufstellt. Siehe auch: Unter dem Deckmantel des seriösen Journalismus. […]

  63. 65
    Dieter says:

    @Hans Steiner: Welchen Text haben Sie denn getestet? Ich habe mal die letzten 5 Blogeinträge ausprobiert. Das Ergebnis sieht nicht schlecht aus:
    Ausgewogenheit, wie sie Hubert Burda meint 0.26
    Journalismus? 0.21
    FAZ: Was wissen Professoren schon vom Geldverdienen? 0.34
    Zwischenstand im Presse-Limbo zum Leistungschutzrecht 0.22
    Dann reden wir mal über »Zensur« 0.34

    Häufige Fragen zum BlaBla Meter: Hochwertige journalistische Texte liegen in der Regel zwischen 0.1 und 0.3.

  64. 66
    Aktuelles 6. Dezember 2012 — neunetz.com says:

    […] Ausgewogenheit, wie sie Hubert Burda meint « Stefan Niggemeier „Vernier zitiert dann aus der Bundestagsdebatte jeweils mehrere Äußerungen von Max Stadler (FDP) und Ansgar Heveling (CDU). Beide sind Befürworter des neuen Gesetzes. […]

  65. 67
    JensE says:

    @Hans Steiner, #63

    Du solltest, ausschließlich Stefans eigenen Text dort hinein kopieren und nicht die Zitate! Die Zitate verschlechtern den blahblah-Schnitt erheblich :o)

  66. 68
    JJPreston says:

    @Eduard von Schwetzingen (#61):

    Mal ne Frage: Warum ist es so abwegig, dass google einfach nach Verabschiedung des LSR einfach »google.news« in Deutschland einstellt ? Ich meine, wenn das Angebot sowieso nicht so viel zum Umsatz/Gewinn beiträgt, könnte man es in Deutschland doch einfach einstellen und dort, für alle die diesen Dienst in Anspruch neben wollen den Hinweis hinschreiben, dass dieser Dienst in Deutschland aus rechtlichen Gründen nicht angeboten wird.

    Abwegig ist das gar nicht. Das sagt ja auch niemand — im Gegenteil, die herrschende Meinung ist, dass bei Verabschiedung des LSR die Zeitungsseiten — und alle, die diese zitieren, zumindest auf die Beiträge bezogen — aus dem Index fliegen. Es geht dabei um mehrere Aspekte:

    1. Google tut das natürlich weh, weil sie hunderttausende Euro in die Entwicklung der Technik gesteckt haben und sie einen Teil des Portfolios einbüßen, dem sie ihre Stellung verdanken — das ist ein vordergründiger Aspekt.

    2. Das Problem betrifft aber auch Newsaggregatoren wie Rivva, und diese Funktion beizubehalten, ist solchen Kleinunternehmen finanziell gar nicht möglich. Für Rivva wäre das das Aus.

    3. Newsaggregatoren erbringen eine Dienstleistung im Sinne der Verlage, die durch das LSR doppelt Nutznießer sein wollen.

    4. Der Entwurf für das LSR ist derart schwammig formuliert, dass es auch „normale“ Webseiten betreffen könnte, die einfach nur aus News zitieren — nämlich dann, wenn auf den Seiten Werbung geschaltet wird. Dann besteht nämlich bereits — analog zu den Impressumsverpflichtungen — eine gewerbliche Nutzung. Damit müsste eine ganze Reihe Blogs plötzlich für Zitate teures Geld ausgeben. Davon unter anderem wahrscheinlich betroffen infolge der teils ausgiebigen Zitate: Der BILDblog (und wenn man die Agitation von Keese und Döpfner unter diesem Aspekt betrachtet…).

    5. Die Konsequenzen des LSR sind schlecht für Autoren. Denn sinkt die Reichweite der Artikel, indem die Newsaggregatoren verschwinden und die Onlinezeitungen aus den Suchmaschinenindizes verschwinden. Weniger Reichweite bedeutet, dass die Verlage ein weiteres Argument in die Hand bekommen, die Honorare noch weiter zu drücken. Abgesehen davon, dass sich die eingeschlagene Politik auch negativ auf die Unternehmensabschlüsse auswirkt, was wiederum weiter den Druck auf Redaktionen und Schreiber erhöht, wirtschaftlich wie menschlich. Es wird keine Zeitung und keinen Verlag vor der Pleite retten, im Gegenteil. Aber der Rest der Demokratie, den wir in Deutschland noch haben, lebt von der Vielfalt der veröffentlichten Meinung.

    6. Es handelt sich um ein Spezialgesetz, dessen Verfassungskonformität überhaupt noch zu überprüfen wäre — aber bis das passiert, ist der massive Flurschaden schon entstanden.

  67. 69
    Blunt says:

    @Hans Steiner: Hab‘ dieses „Bullshit-Deutsch“-Barometer gerade mal mit ein paar Texten ausprobiert: Das Ding ist selbst Bullshit.

  68. 70
    Blunt says:

    @Eduard von Schwetzingen: Es geht nicht nur um Google News. Alle Zeitungsartikel sind betroffen, auch sämtliche, die man über die normale Google-Suche finden kann. Deshalb wäre eine Aussortierung durchaus ein Problem: Wer dann — um ein Beispiel aus dem Google-PR-Clip zu nehmen — die Frage nach Spendenkonten für die Tsunami-Katastrophe eingibt, findet eventuell ein paar Angaben in privaten Blogs. Das erscheint nicht jedem vertrauenserweckend.
    Aus diesem Grund zieht auch das Beispiel Belgien nicht: In einem so kleinen Land mag es den Usern ausreichen, auf französische oder niederländische Zeitungen zurückgreifen zu können. Ob sich aber 80 Millionen Deutsche mit der Neuen Zürcher zufriedengeben?

  69. 71
    Thomas B. says:

    @67. JensE Großartig! Ein Weltklasse-Totschlagargument :)

    Hier mal ein paar Analogien zum LSR:

    Zahlen Online-Händler (z.B. Amazon) bald auch eine „Gebühr“ an den klassischen Handel (z.B. Saturn), weil vermutet wird, dass sich die Leute bei Saturn die Artikel anschauen, sie dann aber doch bei Amazon kaufen?

    Zahlen nach diesem Vorbild auch Kioske an die Verlage, weil dort Zeitungen und Zeitschriften ausliegen und der Leser mal blättern darf?

    Da die Vorbildfunktion des LSR ja so angepriesen wird von den Verlagen, müssten die nachfolgenden Begehrlichkeiten der selben und / oder weiterer Branchenverbände mal betrachtet werden.

  70. 72
    JJ Preston says:

    @ Thomas B. (#71)
    Andersrum! Amazon müsste von MediaSaturn und Co. — aber auch von Bild.de für die Produkte im Bild.de-Shop — per Leistungsschutzrecht Geld bekommen, weil die Leute, die da kaufen, sich bei Amazon die Bewertungen angucken können (wie zum Beispiel für die Bücher, die in der „BILD Skandal-Edition-Box“ stecken)… :-D

  71. 73
    Thomas B. says:

    @72. Hmm, das stimmt auch wieder.

    Meine erneute Erkenntnis: Wir öffnen mit dieser Gesetzesdenke die Büchse der Pandora :)

  72. 74
    JGonz says:

    Hi,

    @Blunt/ 70:

    „Der Standard“ (http://derstandard.at/) aus dem schönen Österreich ist auch nicht zu verachten — ist mir in der letzten Zeit richtig ans Herz gewachsen.
    Tip: Die Kommentare sind oft wirklich unterhaltsam!

    Viel Spaß!

  73. 75
    Eduard von Schwetzingen says:

    @70. Blunt: Ich kann mich irren, aber von LSR-Befürwortern hört man doch oft die Kritik an den „Snippets“ und diese
    gibt es doch nur bei google news. Ich hab gerade nachgeschaut
    und einen Artikel gesucht. Und siehe da, es werden zwei Sätze von den jeweiligen Artikel gezeigt. Gut, aber auch da könnte google das bei den Verlagsangeboten/Zeitungsseiten unterdrücken/weglassen.
    Und auch wenn google alle Verlagsseiten „rauswirft“, sehe ich nicht das Problem, dass einige hier immer wieder aufwerfen,
    nämlich, dass es zu kartellrechtlichen Problemen für google kommen könnte. Ja, Google hat einen marktbeherrschenden
    Marktanteil, aber daraus kann man keinen Kontrahierungszwang ableiten. Es gibt Bing, es gibt Yahoo u.a.m und niemand wird in Deutschland oder sonst wo dazu gezwungen Google zu benutzen. Es ist beispielsweise nicht vergleichbar mit Microsoft, die man aufgrund ihrer Lizensierungspolitik bei Hardwareherstellern und solchen Dingen wie einem vorinstallierten Internet Explorer kritisieren
    konnte. Und wenn Googles Geschäftsmodell soooo doll profitabel ist, warum kopiert es niemand ? Na, wo bleiben die drei Herren aus Deutschland, die sonst jede Internet-Geschäftsidee kopieren und dann die Kopie weiterverhökern?
    Gibt doch sicherlich genug Arbeitslose IT-Leute in den „Krisenländern“ in Europa, die man dafür einstellen könnte.
    Und EU-Fördergelder gibt es für solch ein Unternehmen dann sicherlich auch. Die Fernsehwerbung für solch diese neue Suchmaschine müsste nur schrill und nervig genug sein, damit sie irgendwann jeder in Deutschland kennt und benutzt. Hat bei dem Online-Schuhladen ja auch geklappt. Gibt ja keinen, der den Laden in Deutschland nicht mehr kennt. Und später kann man die Suchmaschine sicherlich an einen argentinischen Rinderbaron, der „in Internet machen möchte“ oder einem mexikanischen Milliardär, der voll auf europäische Telekommunikationsunternehmen steht, verhökern. Es wird niemand davon abgehalten eine eigene Suchmaschine zu entwickeln und damit Geld zu verdienen.

    Und ach ja, man vergisst es oft, aber es gibt auch noch Zeitungen und Zeitschriften in Österreich… die sind
    auch deutschsprachig.

  74. 76
    polyphem says:

    Wer an Blabla-Meter glaubt,
    ist im Kopf wohl arg verstaubt.

  75. 77
    polyphem says:

    @inga:
    Es wäre mir eine Ehre. Gebührenfrei und auch ohne Quellenangabe

  76. 78
    polyphem says:

    Was Döpfner schreibt ist ekelhaft
    und war doch zu erwarten.
    Er kennt genau der Sprache Kraft,
    doch hoffe ich dass Taten
    für dies Mal nicht die Folgen sind
    wie weiland, achtundsechzig,
    dass nicht ein blödes Menschenkind
    durchdreht, denn Hetze rächt sich

    Das schöne „Bild“ ist bald dahin,
    das die Verleger malen
    Das LSR hat einen Sinn
    nur: „Google soll bezahlen!„

    Drum, liebes Google, gib fein Acht
    und meide dunkle Ecken
    vor Springer, Stiefeln und bei Nacht
    musst Du dich gut verstecken.

  77. 79
    Blunt says:

    @JGonz: Ja, stimmt.
    @Eduard von Schwetzingen: Ich war mir darüber zunächst auch nicht sicher und habe deshalb beim Hausherrn dieses Blogs nachgefragt (siehe Artikel „FAZ — Was wissen Professoren schon vom Geldverdienen“, Kommentar 118).
    Was den Kontrahierungszwang betrifft: Es wird in der Tat jemand dazu gezwungen, Google zu benutzen. Genau darin zeigt sich ein grundsätzliches Uniformierungs-Problem des Internets, von dem ich nicht weiß, ob es sich überhaupt lösen lässt. Es lässt sich am Besten am Beispiel der sozialen Netzwerke beschreiben: Wenn ich möglichst viele Kontakte knüpfen können möchte, muss ich zu Facebook gehen — und zwar gerade deshalb, weil dort die meisten vorhanden sind. Allein dadurch wird Facebook natürlich noch größer, was wiederum dazu führt, dass es nur umso attraktiver wird, diesem Netzwerk beizutreten usw.
    Wenn ich möchte, dass ein Video möglichst breit rezipiert wird, sollte ich es auf Youtube hochladen und nicht bei einem unbekannten Anbieter. Dadurch wird Youtube noch größer, was wiederum dazu führt… etc. So ähnlich auch bei Google.

  78. 80
    Blunt says:

    @polyphem: Menschenskind: Jambus und Kreuzreim! Und das bei einem Kyklopen?

  79. 81
    Leo says:

    „Ob sich aber 80 Millionen Deutsche mit der Neuen Zürcher zufriedengeben?“

    Verstehe ich nicht in welchem Szenario wäre das so (außer alle deutschen Presseverlage sind Pleite)? . Man kann ja wohl über die URL immer noch direkt zu SPON, FAZ, SZ oder was auch immer.

    Oder möchten alle Verlage parallel zum LSR eine Paywall einrichten? Wohl kaum sonst wäre das LSR ja überflüssig.

  80. 82
    Eduard von Schwetzingen says:

    @79.Blunt: Nein, es wird niemand gezwungen Google zu benutzen. Gibt es ein Gesetz, dass Sie oder andere dazu zwingt?
    Dass es im Internet meist immer einen erfolgreichen Anbieter gibt bzw. sich einer „durchsetzt“, liegt aber auch daran, dass es niemand ernsthaft versucht mit Platzhirschen zu konkurrieren.
    Was ich damit meine? Nehmen wir mal Ebay als Beispiel. Dort greift genau die von Ihnen beschriebene Netzwerkexternalität.
    Ein Beispiel: Wenn nur Sie ein Faxgerät hätten (unterstellen wir mal, Sie haben eins), dann ist Ihr Nutzen, den Sie daraus ziehen können nicht sehr groß. Je mehr Leute sich nun ein Faxgerät anschaffen, desto größer wird der Nutzen, nicht nur für sie, sondern für jeden einzelnen der ein Faxgerät besitzt. Das darf man aber nicht mit „natürlichen Monopolen“ verwechseln. Ein Beispiel für natürliche Monopole sind z.B. Dienstleistungen aus der Daseinsvorsorge bzw. leitungsgebundene (Dienst-)Leistungen, wie z.B. Wasserver– und entsorgung, Energie (Strom, Erdgas), Kabelfernsehen, Festnetztelefonie etc. Der örtliche Wasserversorger hat nun mal ein „natürliches Monopol“. Die Hürden sind einfach zu groß und es wäre auch unwirtschaftlich — mal davon abgesehen, dass die jeweilige Gemeinde/Kommune das nicht zulassen würde — ein konkurrierendes Wasserversorgungsunternehmen in dem betreffenden Ort zu gründen. Sie müssten nämlich praktisch alles aufbuddeln und eine neue, zweite Infrastruktur in Form von Leitungen/Rohren neben der bestehenden Infrakstruktur aufbauen. Das ist wirtschaftlich gesehen Schwachsinn, daher tolleriert man in diesem Bereich Monopolstellungen, ja, begrüsst sie sogar, weil es sich um wichtige Leistungen im Bereich der Daseinsvorsorge handelt. Ein anderes Beispiel ist z.B. auch der Verkehr, vor allem der schienengebundene Verkehr. Es käme niemand auf die Idee ein zum Schienennetz der Deutschen Bahn konkurrierendes Schienennetz aufzubauen. Genauso wenig käme jemand auf die Idee ein zweites U-Bahn bzw. Nahverkehrssystem in einer Großstadt aufzubauen. Ja, man kann auf bestehender Infrastruktur Wettbewerb zu lassen, siehe Deutsche Bahn Konkurrenten und die der Deutschen Telekom. Dafür gibt es ja die Bundesnetzagentur…
    Bei Google handelt es sich aber nicht um ein natürliches Monopol ! Google profitiert von Netzwerkexternalitäten.
    Aber ich schweife ab, denn ich wollte ja das Beispiel Ebay näher ausführen. Es gibt andere Internetauktionsseiten wie z.B. Hood.de. Die kranken aber daran, dass zu wenig Leute die Seite kennen und zu wenige Leute dort angemeldet sind. Daher ist Hood.de für Verkäufer und Käufer (auch zu geringes Angebot an Waren) unattraktiv ist. Hätte Hood.de genug finanzielle Mittel, könnten sie eine Werbekampagne starten mit TV-Spots und auf anderen klassische Werbearten, um die Bekanntheit zu erhöhen. Dies könnte aber auch jeder andere, neue Auktionsplatform machen. Mit genug finanziellen Mittel lässt sich Aufmerksamkeit schaffen. Und vorallem, wenn man mit einem besseren Angebot (sprich, güngstigere Einstellgebühren, bessere AGBs und Verfolgung von Betrügern etc…) sich von dem bestehenden Angebot abhebt. Das beste Beispiel ist da Zalando: Auch vorher konnte man Schuhe Online bestellen/kaufen. Zalando hat es durch die aufdringliche Werbung geschafft in kurzer Zeit einen sehr großen Bekanntheitsgrad zu erreichen.

    So, nun möchte ich aber hören, wer in den letzten Jahren oder zukünftig davon abgehalten wurde/wird genug Kapital einzusammeln um eine Konkurrenzsuchmaschine in Europa/Deutschland aufzubauen.

  81. 83
    Calmon says:

    Ist doch kein Problem für focus, wenn man das nicht will nimmt man die Artikel einfach raus für Suchmaschinen.

    google ist da superehrlich und läst das dann auch wirklich aus seinem Index.

    Aber ob focus das wirklich will? Eher nicht…

    Ist also ziemlich scheinheilig alles!

  82. 84
    Calmon says:

    Vielleicht sollte google mal 1 Tag (1. April zum Beispiel) den Spiess umdrehen und ankündigen das jede kommerzielle Seite die im Suchindex sein möchte dafür bezahlen muss und zwar Abhängig vom Ranking.

    Da möchte ich mal das Geschrei hören…

    Auf der Seite nimmt jeder mit, aber auf der anderen Seite nichts geben wollen…

    Sorry Verlage, das ist bullshit!

  83. 85
    Blunt says:

    @Leo: Ja, klar ginge das noch über URL. Aber eben nicht mehr über ein verlagsübergreifendes Portal mit Stichwortsuche. Es könnte sich dann für einen Google-Konkurrenten lohnen, die LSR-Gebühren zu zahlen und dafür diese Funktion zu übernehmen.
    @Eduard von Schwetzingen: Dass Google kein natürliches Monopol besitzt, sondern ein künstliches, von Netzwerkexternalitäten abhängiges, habe ich ja selbst ausgeführt. Deshalb sagte ich auch: Ich weiß nicht, ob es sich lösen lässt — das Kartellverfahren der EU jedenfalls hat bis jetzt keine Ergebnisse erzielt.
    Zalando ist nichts anderes als ein weiteres Beispiel der von mir beschriebenen Monopolbildung im Internet: Auch vor Google konnte man schon auf verschiedenen Portalen Artikel suchen. Doch dann blieb nur eines übrig. Auch vor Amazon konnte man bei verschiedenen Anbietern Bücher kaufen. Doch dann blieb nur einer übrig. Und so weiter.
    Sie können selbstverständlich eine Konkurrenzsuchmaschine aufbauen. Dabei haben Sie aber wegen des oben beschriebenen Prinzips nur zwei Aussichten. Entweder, Sie siegen mit Pauken und Trompeten und machen Google binnen weniger Wochen platt. Oder Sie gehen selbst mit fliegenden Fahnen unter. Ein echtes Konkurrenzverhältnis kann aber nicht entstehen, sonst gäbe es längst ein zweites relevantes Amazon, Facebook, Google, etc.

  84. 86
    Calmon says:

    Das ganze ist so unglaublich das man gar nicht aufhören kann sich darüber aufzuregen:

    Man nutzt praktisch aus, das google nicht zensiert. Man zwingt google dazu herauszufiltern was „geschützte Nachrichten“ sind und was nicht was praktisch unmöglich ist ohne eben Zensur!

    Das ist sowas von Schwachsinnig von oben bis unten und so verlogen von den Verlagen. Sie könnten theoretisch ihre News Artikel bei google unsichtbar machen, wollen das aber gar nicht weil sie wissen das es google nicht „einfach“ kann. Und dann heult man rum.

    Und dann so dumpfe einseitige Argumente komplett am thema vorbei.

    Die Welt braucht Brain, und nicht nur masslosen Eigennutz der alles verkompliziert wirklich…

  85. 87
    Niveau ist keine Creme « RonRockt says:

    […] ist auch die Art der Berichterstattung in den Zeitungen. Über deren Einseitigkeit hat sich Stefan Niggemeier ja schon ausgelassen. Was wäre eigentlich, wenn Google Suchergebnisse ausblenden würde, die nicht zu deren Agenda […]

  86. 88
    kp says:

    selbst wenn das lsr wie von keese & co gefordert kommt, wird google die verlagsangebote nicht delisten, sondern statt der „kopierten“ snippets eigene kleine abstracts generieren, die ggf. sogar besser sind als die aktuellen anreißer. denn computerlinguistische methoden liefern mittlerweile hinreichend gute ergebnisse, und google ist ja nicht gerade dafür bekannt, technologische chancen zu ignorieren …

  87. 89
    Eduard von Schwetzingen says:

    @85. Blunt:
    Nein, es kann davon keine Rede sein, dass es nur noch „einen Anbieter“ gibt. Wenn Sie jetzt das Beispiel Amazon und Bücher nehmen: Ja, Amazon ist marktbeherrschend in dem Bereich, aber es gibt immer noch Alternativen wie http://www.buecher.de, http://www.bol.de, jpc.de. Die sind nicht „weg“, die spielen nur
    eine geringere Rolle im Markt.
    Und nein, als neue Konkurrenz müsste man nicht den
    Markt innerhalb weniger Wochen aufrollen. Dafür braucht
    es deutlich länger. Man muss nur kontinuierlich Werbung
    machen, ansonsten fragt sich jeder, ob das Angebot noch existiert. Zalando ist nicht so erfolgreich, weil die eine neue Geschäftsidee hatten, sondern, weil sie penetrant für ihr Angebot Werbung machen. Würde Microsoft mehr Werbung
    für Bing machen, würden auch mehr Leute Bing nutzen.
    Anders ausgedrückt: Wenn Sie mir einige hundert Millionen Euro oder gar eine Mrd. Euro als Kapital auftreiben können, baue ich Ihnen gern einen Amazon Konkurrenten in Deutschland auf.
    Es kommt allein darauf an, wie viel finanzielle Mittel man beim Aufbau hat. Da kann man dann auch gegen einen „Platzhirschen“ antreten.

  88. 90
    Jan says:

    Da sich die Verleger bezüglich Google stets insbesondere über Snippets aufregen, ist mir nicht klar, warum Google nicht einfach die Snippet-Anzeige auf Opt-In umstellt. Nur wer via Meta-Tags Snippets erlaubt, wird mit Snippet angezeigt, ansonsten halt einfach als Link.

  89. 91
    Leistungsschutzrecht, Christoph Keese und falsche Infos zur robots.txt | Blogs optimieren says:

    […] Die aktuelle Debatte um das Leistungsschutzrecht scheint einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben. Sowohl auf Seiten von Google als auch bei den Verlagen laufen aktuell massive Kampagnen um die Deutungshoheit über den Sinn und Unsinn des neuen Gesetzes zu bekommen. Einen kleinen Einblick bekommt man bei Stfan Niggemeier, der die aktuellesten Artikel dazu häufig kommentiert (beispielsweise hier und hier) […]

  90. 92
    katrin says:

    Nur mal so am Rande: Ich kenne immer noch kein Argument FÜR das LSR. Also ein wahres. Gibt es irgendwelchen vernünftigen Gründe dafür? Ich frag mich nämlich, warum die Bundesregierung überhaupt über etwas diskutiert, was mir so vollkommen hirnrissig vorkommt.

  91. 93
    Moon says:

    @89, Eduard von Schwetzingen

    Würde Microsoft mehr Werbung für Bing machen, würden auch mehr Leute Bing nutzen.

    Oder auch nicht. Mir sind die Ergebnisse zu schlecht, als dass ich die benutzen würde.

    @92, Katrin

    Ich frag mich nämlich, warum die Bundesregierung überhaupt über etwas diskutiert

    Wie Sascha Lobo schrieb: Noch haben die mehr Angst vor Springer und erhoffen sich wohlwollende Presse bei der nächsten Diätenerhöhung, mangelnder Transparenz– / Korruptionsgesetzgebung, Plagiatsvorfällen, etc.

  92. 94
    Thomas B. says:

    @92. katrin

    Es gibt keines. Das hat ja das Max-Planck-Institut schon festgestellt. Aber es gab auch kein objektiv nachvollziehbares Argument für den gesonderten Mehrwertsteuersatz für Hotels, um mal nur ein Beispiel zu nennen.

    Von der Bundesregierung sollte man daher (leider) keine Objektivität erwarten. Es ist ja schon jetzt keine fachliche Diskussion mehr (Auschuss hin oder her), sondern vielmehr die Frage, wer stärker ist: Springer + Bundesregierung oder Google + Nutzer?

  93. 95
    Konrad says:

    Ach, lasst uns doch einfach alle auf Karlsruhe warten.

  94. 96
    katrin says:

    @93 u. 94: Danke. Ich hatte nur die Hoffnung es gäbe vll. irgendeinen nachvollziehbaren, vernünftigen Grund, der mir bisher unbekannt geblieben sei.

  95. 97
    Mike says:

    @96: Ganz einfach, es steht im Koalitionsvertrag von 2009: „Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkvermittler. Wir streben deshalb die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.“

  96. 98
    Moon says:

    Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkvermittler.

    Und inwiefern sind sie das?

  97. 99
    Muriel says:

    @Moon: Wenn man es gewohnt ist, unwidersprochen den Ton anzugeben, fühlt man sich schon benachteiligt, bloß weil andere gleichberechtigt mitspielen dürfen.
    Kann man so ja zum Beispiel auch bei den Christen beobachten, die sich in den USA von Atheisten verfolgt und unterdrückt fühlen…

  98. 100
    Alfons says:

    Diese Einseitigkeit gibt es leider auch bei anderen Themen. Manche Meinungen werden wie Naturgesetze verbreitet. Vor Jahren fiel mir das an einem völlig anderen Beispiel auf: der damalige SPD-Vorsitzende Beck war, wie auch diverse andere Politiker in Afghanistan und empfahl dann, Gespräche mit den Taliban zu führen um aus dem Dilemma raus zu kommen. Die gesamte Presse fiel über ihn her wie naiv er doch sei. Kurze Zeit später äußerten sich afgh. Präsident und sogar die USA (Obama??) ähnlich. Im Gegensatz zu Beck wurden die damals nicht für naiv erklärt…

  99. 101
    Armin says:

    Hallo Herr Niggemeier, ich habe heute auf Spiegel WE ihrem Hass Artikel gegen Wetten dass und Markus Lanz vermisst. Es durfte wohl jemand anders schreiben, was mich sehr verwundert was ist los

  100. 102
    DerOnkel says:

    @Armin: Menschen, genannt Römer, gehen das Haus?

  101. 103
    Michael Lohmann says:

    Solche Einseitigkeit in der „Berichterstattung“ ist der Tod der Printmedien. Das Internet kann in all seinen Facetten nicht so verheerend sein wie der Eindruck der Hofberichterstattung. Es ist sehr ärgerlich, dass am wesentlichen Problem stets vorbeigeschrieben wird in solchen Publikationen wie dem „FOCUS“. Wo man doch einst behauptete, man würde vor allem „Fakten, Fakten, Fakten“ bringen.

    Zeitungen und Nachrichtenmagazine werden nicht überleben, wenn sie nicht vernünftig informieren. Im Moment tun sie es nicht. Es gibt eine ganze Bandbreite an Themen, wo es heftig mangelt. Ich habe dazu keine Zahlen, aber ich vermute, dass es in Deutschland doch hinreichend viele Leser mit einem hohen Informationsbedürfnis gibt, welches durch BILD und Co. nicht befriedigt werden kann. Möglicherweise unterschätzen Verlage und Redaktionen dieses Leserpotenzial. Vielleicht halten sie die Masse der Leser für anspruchslose Mittags-Talk-Gucker. Aber ich schätze, dass das ein großer Irrtum ist. Das Bildungsniveau der deutschen Bevölkerung ist recht hoch, es gibt eine hohe Abiturienten– und Akademikerquote. Diese Leute werden sich gewiss nicht alle mit abgeschriebenen Agenturmeldungen und kleinen Skandälchen zufrieden geben, sondern handfeste Informationen erhoffen.

  102. 104
    Michael Lohmann says:

    @100: Ihr Beispiel weckte bei mir sofort die Erinnerungen an den Umgang mit Günter Grass. Von seinem Israelgedicht mag man ja halten, was man will. Die Brutalität, mit der etliche Medien gegen ihn vorgegangen ist, war erschreckend. Da konnte einem angst und bange werden. Und unverständlich war es auch, warum Journalisten derart unsachlich und einseitig gegen eine einzelne Person mitsamt ihrer Medienmacht zu Felde zogen. Solche Ereignisse erschüttern die Seriosität des Journalismus doch in meinen Augen sehr und zwar ganz grundsätzlich. Denn im Fall Grass hatten die Kommentatoren ihre Rolle als Beobachter aufgegeben und sind als Partei in die Debatte gezogen — die keine war, weil nur eine Anti-Grass-Meinung existierte. Schlimm daran war, dass die Vorwürfe der Kommentatoren allesamt gegen den Menschen gerichtet waren und sich um die Sache weniger scherten.

  103. 105
    Wie der Journalismus sich marginalisiert says:

    […] von Gegenargumenten für ihre eigene Argumentation. Dazu lesen Sie  ausführliche Beispiele hier, hier, hier oder hier. Die Argumentation der Print-Gemeinde ist von intellektueller Schlichtheit: […]

  104. 106
    Leistungsschutzrecht: Etwas Besorgniserregendes geschieht in Deutschland » netzwertig.com says:

    […] na klar. Und dann gibt es da noch die robots.txt), leisten sich äußerst unpassende Vergleiche und behaupten allen Ernstes, man habe sich in der eigenen Berichterstattung ausgewogen mit dem Leistungsschutzrecht befasst und […]

  105. 107
    BloodyFox says:

    Nix Neues an der Front? Oder ist Urlaub angesagt?

  106. 108
    Fuchur | PW3d says:

    Hm… ich verstehe die Haltung der Verlage durchaus, glaube aber, dass sie dabei nur verlieren können…

    Natürlich ist es schlecht für eine Firma die Nachrichten verkauft, wenn plötzlich eben die selben kostenlos auftauchen und dann nicht mal auf der eigenen Seite für Benutzerzahlen sorgt, sondern sogar noch anderen Seiten hilft…

    Andererseits: Sie haben ja eigentlich jede Menge Möglichkeiten Google auszusperren (z.B. bei Bots einfach nix anzeigen, robots.txt einsetzen, etc.).

    Die Rankings bei Google gehen dann natürlich flöten, was im Endeffekt wieder negative Folgen hat, aber auf sowas läuft es vermutlich ja sowieso hinaus, wenn Google nicht einlenkt (was ich für unwahrscheinlich halte…).

    Man kann nur sagen: Arme Zeitschriftenverlage: Wie sie es machen wird es Ihnen nicht nutzen.

  107. 109
    JensE says:

    @Fuchur | PW3d: „Natürlich ist es schlecht für eine Firma die Nachrichten verkauft, wenn plötzlich eben die selben kostenlos auftauchen und dann nicht mal auf der eigenen Seite für Benutzerzahlen sorgt, sondern sogar noch anderen Seiten hilft…“

    Das mit „die selben kostenlos auftauchen und dann nicht mal auf der eigenen Seite für Benutzerzahlen sorgt“ hast Du leider gar nicht verstanden, da es sich eben genau so nicht verhält!

    Die Benutzerzahlen wären ohne die plötzlich aufgetauchten Nachrichten nämlich niedriger. Kann man in jeder Web-Site Statistik nach sehen.

    Tja, so kann man sich irren …

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