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	<title>Kommentare für Stefan Niggemeier</title>
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	<description>Medienjournalist</description>
	<lastBuildDate>Tue, 22 May 2012 00:25:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kommentar zu Menschenrechte? Polit‑Sperenzchen! von Klaus Thomas Heck</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/menschenrechte-politsperenzchen/#comment-303442</link>
		<dc:creator>Klaus Thomas Heck</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2012 00:25:38 +0000</pubDate>
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		<description>@50, Herr Werwinski:

&quot;Ich kann alle beruhigen. Jan Feddersen wurde nicht verhaftet. Er wird weiter für Euch aus Baku auf http://www.eurovision.de berichten...&quot;

Nein, das beruhigt mich nicht. Mich würde viel eher beruhigen, wenn die ARD Jan Feddersen aus Baku abzieht. Herr Feddersen ist leider seit Jahren in erster Linie Fan, ihm fehlt in Sachen ESC offenkundig jede Objektivität und journalistische Distanz. Und nun kommt auch noch hinzu, dass er keinerlei politisches Gespür für das Gastgeberland hat. Mir kommt das Grausen, wenn ich daran denke, dass eine solche Quatschberichterstattung und solche menschenverachtenden Statements durch meine (Zwangs-)Gebühren finanziert werden.

Ich mag die Öffentlich-Rechtlichen, ganz ehrlich. Und ich halte Sie für dringend notwendig. Aber durch einen solchen Unsinn beraubt sich die ARD Schritt für Schritt ihrer eigenen Legitimation. Wer soll denn das noch ernstnehmen? Wacht endlich auf!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@50, Herr Werwinski:</p>
<p>»Ich kann alle beruhigen. Jan Feddersen wurde nicht verhaftet. Er wird weiter für Euch aus Baku auf <a href="http://www.eurovision.de" rel="nofollow">http://www.eurovision.de</a> berichten…«</p>
<p>Nein, das beruhigt mich nicht. Mich würde viel eher beruhigen, wenn die ARD Jan Feddersen aus Baku abzieht. Herr Feddersen ist leider seit Jahren in erster Linie Fan, ihm fehlt in Sachen ESC offenkundig jede Objektivität und journalistische Distanz. Und nun kommt auch noch hinzu, dass er keinerlei politisches Gespür für das Gastgeberland hat. Mir kommt das Grausen, wenn ich daran denke, dass eine solche Quatschberichterstattung und solche menschenverachtenden Statements durch meine (Zwangs-)Gebühren finanziert werden.</p>
<p>Ich mag die Öffentlich-Rechtlichen, ganz ehrlich. Und ich halte Sie für dringend notwendig. Aber durch einen solchen Unsinn beraubt sich die ARD Schritt für Schritt ihrer eigenen Legitimation. Wer soll denn das noch ernstnehmen? Wacht endlich auf!</p>
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		<title>Kommentar zu Menschenrechte? Polit‑Sperenzchen! von mic</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/menschenrechte-politsperenzchen/#comment-303434</link>
		<dc:creator>mic</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 23:47:55 +0000</pubDate>
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		<description>In einem großen Interview in der gestrigen Süddeutschen, mit einem Prof von der Occupy-Bewegung, wurde das hier ursprünlich vorgetragene Problem - der Mulm - ganz gut auf den Punkt gebracht: daß einem das eigene Ohnmachtsgefühl sehr eindrucksvoll - je nach Perspektive - entweder eingeredet oder klargemacht wird. 

Hinzu kommt ein bekanntes Problem: Wie soll man hier fröhlich sein, wenn nebenan die entsetzlichsten Dinge vor sich gehen? Dies kann auf tausende Situationen in ebensoviele Orte der Welt übertragen werden. Insofern darf die Diskussion ESC (und Party) oder Politik (und spaßbremsiger Ernst der Lage) ohnehin als kaum mit Kompromissen lösbar gelten. 

Das allein ist schon schlimm genug. Nun muß man auch noch erleben, wie sich angeblich freie Medien - gemeint sind vor allem der NDR mit seiner Entourage - in die offizöse Verlogenheit der EBU und deren PR einspannen lassen. Denn das &quot;die-Menschenrechte-wurden-angesprochen&quot;-Gefloskel hat ja genau den perfiden Sinn, eben nichts über die Menschenrechte zu sagen - indem man sie zur hohlen Hülse macht. 

Und es wird noch schlimmer: Stefan Niggemeier legt den Finger auf diese Wunde, in einer sehr klaren Sprache, mit einem sehr nachvollziehbaren, und auch nachvollziehbar subjektiven Blick. (Hallo, haben da manche nicht verstanden, was ein Blog ist? Aber der NDR-Funktionär gibt sich ja in seiner Video-Blog-Ankündigung auch eher als Im-Email-triffst-du-mich zu erkennen.) Und StN scheint gleichzeitig auch jemand zu sein, der sowohl das hehre Ideal (zusammenkommen, friedlich musizieren, sich befreunden) mit dem ganz irrationalen Spaß an der Sache (is irgendwie einfach geil, das Zeug) lebendig vertritt. Dieser Mann wird nun mit Winkelzügen attackiert, wobei offenbar nicht einmal vor Tatsachenverdrehungen zurückgeschreckt wird. 

Ich kann mir nur wünschen, daß, noch dazu mit der Schirmherrschaft eines journalistischen Urviechs des freien Deutschland (zumindest beim mehr als vierteljournalistischen Videoblog), die Aufmerksamkeit weiterer Teile der Öffentlichkeit auch auf die tatsächlichen Probleme dieses Landes gelenkt werden, aus dem StN bloggt. Und daß er es weiter macht!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In einem großen Interview in der gestrigen Süddeutschen, mit einem Prof von der Occupy-Bewegung, wurde das hier ursprünlich vorgetragene Problem — der Mulm — ganz gut auf den Punkt gebracht: daß einem das eigene Ohnmachtsgefühl sehr eindrucksvoll — je nach Perspektive — entweder eingeredet oder klargemacht wird. </p>
<p>Hinzu kommt ein bekanntes Problem: Wie soll man hier fröhlich sein, wenn nebenan die entsetzlichsten Dinge vor sich gehen? Dies kann auf tausende Situationen in ebensoviele Orte der Welt übertragen werden. Insofern darf die Diskussion ESC (und Party) oder Politik (und spaßbremsiger Ernst der Lage) ohnehin als kaum mit Kompromissen lösbar gelten. </p>
<p>Das allein ist schon schlimm genug. Nun muß man auch noch erleben, wie sich angeblich freie Medien — gemeint sind vor allem der NDR mit seiner Entourage — in die offizöse Verlogenheit der EBU und deren PR einspannen lassen. Denn das »die-Menschenrechte-wurden-angesprochen«-Gefloskel hat ja genau den perfiden Sinn, eben nichts über die Menschenrechte zu sagen — indem man sie zur hohlen Hülse macht. </p>
<p>Und es wird noch schlimmer: Stefan Niggemeier legt den Finger auf diese Wunde, in einer sehr klaren Sprache, mit einem sehr nachvollziehbaren, und auch nachvollziehbar subjektiven Blick. (Hallo, haben da manche nicht verstanden, was ein Blog ist? Aber der NDR-Funktionär gibt sich ja in seiner Video-Blog-Ankündigung auch eher als Im-Email-triffst-du-mich zu erkennen.) Und StN scheint gleichzeitig auch jemand zu sein, der sowohl das hehre Ideal (zusammenkommen, friedlich musizieren, sich befreunden) mit dem ganz irrationalen Spaß an der Sache (is irgendwie einfach geil, das Zeug) lebendig vertritt. Dieser Mann wird nun mit Winkelzügen attackiert, wobei offenbar nicht einmal vor Tatsachenverdrehungen zurückgeschreckt wird. </p>
<p>Ich kann mir nur wünschen, daß, noch dazu mit der Schirmherrschaft eines journalistischen Urviechs des freien Deutschland (zumindest beim mehr als vierteljournalistischen Videoblog), die Aufmerksamkeit weiterer Teile der Öffentlichkeit auch auf die tatsächlichen Probleme dieses Landes gelenkt werden, aus dem StN bloggt. Und daß er es weiter macht!</p>
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		<title>Kommentar zu Menschenrechte? Polit‑Sperenzchen! von Killerhase</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/menschenrechte-politsperenzchen/#comment-303413</link>
		<dc:creator>Killerhase</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 22:48:32 +0000</pubDate>
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		<description>Ich mag keinen ESC.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag keinen ESC.</p>
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		<title>Kommentar zu Wie die Eurovision Schwulenfeinden nicht entgegentritt von Norman</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wie-die-eurovision-schwulenfeinden-nicht-entgegentritt/#comment-303401</link>
		<dc:creator>Norman</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 22:19:29 +0000</pubDate>
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		<description>Was gesagt werden muss – zum ESC 2012
(Nicht in Versform, aber in drei Kapiteln)

I.	Die bezüglich des Eurovision Song Contests vorherrschende romantische Vorstellung, dass „ein Lied eine Brücke“ sein kann, hat sich angesichts der Ereignisse in den vergangenen Tagen in Baku als ein „sehr instabiles Bauwerk“ erwiesen. Zur Erinnerung: Hacker haben eine der größten Fanplattformen gehackt. Anstatt der Startseite von esctoday.com waren schwulenfeindliche Aussagen zu lesen, die in ihrer Wut in der Aufforderung mündeten, dass Homosexuelle  Aserbaidschan verlassen sollen. Eine von Fans von der European Broadcasting Union eingeforderte Stellungnahme strotzte dann vor Allgemeinplätzen und wurde am eigentlichen Thema vorbei formuliert. »Es ist natürlich sehr bedauerlich für diese Websites und die engagierten Leute, die sie betreiben, dass sie die Angriffe von Hackern erleiden. Diese sehen den Grund für ihre Taten in unkorrekten Informationen. Wir sind hier, um den Eurovision Song Contest zu organisieren, und nicht eine Gay Parade“, heißt es in der Stellungnahme (Zitiert nach Stefan Niggemeier). Lediglich die Straftat des Hackens wird also bedauert. Nicht aber die Tatsache, dass die Urheber in menschenverachtender Weise sich über Homosexuelle äußerten. Ebenfalls wie ein Beipackzettel für eine Medizin liest sich eine zweite fällig gewordene Stellungnahme der EBU, nachdem ein DJ im Euroclub Probleme bekam, weil er ein armenisches Lied spielte. Um es klar zu sagen: Sowohl das Hacken als auch die von Clubbetreiber geforderte Zensur sind auf das Schärfste zu verurteilen. Empört zeigten sich die Fans des ESC bezüglich der Reaktionen der EBU. Dass sich die Fans aber über die halbseidenen Aussagen die Augen reiben mussten, liegt in ihrer irrtümlichen Annahme, dass die Fancommunity für die EBU eine ernstzunehmende Größe sei. Der Eurovision Song Contest war und ist eine Unterhaltungsmaschinerie – er wird nicht umsonst er als das größte musikalische Event der Welt bezeichnet. Es geht um Musik, ja, aber es geht noch mehr um Geld und Quote. Da fallen die Fans nicht ins Gewicht, die ein nützliches Beiwerk sind, indem sie Fahnen schwingen und gute Laune verbreiten sowie brav Eintritt zahlen. Der ESC ist für den Fan alles, der Fan ist für den ESC nur ein Baustein in der Sicherstellung der Produktion. Es gucken mehr Menschen den ESC als nur jene – beim Fußball würde man von „Ultras“ sprechen – die seit Jahrzehnten das Event verfolgen. Daher ist das Statement aus Sicht der EBU folgerichtig. Hier dürfen sich die Fans nichts vormachen. 

II.	Beim ESC treffen nicht nur musikalische Welten auf einander, sondern indem Fans aus allen teilnehmenden Nationen in das Gastgeberland reisen – und auch aus Ländern, die nicht teilnehmen –, kommt es zu einem „meeting of civilizations. Mehr noch: Auch die unterschiedlichen Subkulturen der einzelnen Länder sind für ein, zwei, drei Wochen in den Gastgeberländern zu finden. Seien es Journalisten, die auch mal kritisch die Politik hinterfragen, seien es Schwule, die für das Event ein besonderes Faible haben, oder Vertreter der Musikindustrie, die auf der Suche nach neuen Vermarktungsobjekten Ausschau halten. Dabei gilt: Ein bisschen schwanger gibt es nicht. Sprich: Wer das Event in sein Land holt, bekommt das ganze Paket. Dessen müssen sich die Länder bewusst sein. Und sie müssen sich die Frage stellen, wie tolerant, wie weltoffen ist das Land, jenseits aller Sicherheitsbekundungen. Denn eine Regierung kann noch so viele Sicherheitsbekundungen unterzeichnen, die Rechnung kann sie nicht ohne die Bevölkerung machen. Damit ist folgende Aussage der EBU nicht das Papier wert, auf der sie stand: Wie immer existiert ein solides Sicherheitskonzept für den Eurovision Song Contest, und wir haben bereits im vergangenen Jahr entsprechende Garantien von den relevanten Behörden erhalten, unterschrieben vom Premierminister Aserbaidschans. Wir haben Vertrauen in ihre Arbeit und freuen uns auf einen erfolgreichen Eurovision Song Contest 2012 in Baku.« Und ohne ein Volk in Sippenhaft nehmen zu wollen, müssen die Denker des ESC eines Landes sich doch die Frage stellen, ob sie schon reif sind für das bunte Treiben? Oder die Fußball-Europameisterschaft? Oder die Formel-1?; oder die Olympiade? Dabei will ausdrücklich jene Bewegungen als positiv benannt wissen, die solche Events nutzen, um Unrecht anzuprangern und sich gegen antidemokratische Tendenzen aussprechen. 

III.	Als die Entscheidung im Mai 2011 gefallen war und feststand, dass Aserbaidschan der Austragungsort für den ESC 2012 sein wird,  waren aus meinem ESC-Bekanntenkreis viele dabei, die gesagt haben, dass sie nicht nach Aserbaidschan fliegen werden. Nun sind weit mehr doch nach Baku gereist, als Zuhause geblieben sind, weil sie auch in diesem Jahr das Event live nicht missen wollten und – das unterstelle ich mal - auch dieses doch wenig bekannte Land einmal kennen lernen wollten. Dass nun der Aufschrei über die EBU groß ist, mag nachvollziehbar sein, aber letztlich sollten die Statements der Broadcasting Union zu diesen Ereignissen nicht überbewertet werden. Die Fans wollen sich am ESC berauschen. Das werden sie können; denn die Produktionssicherheit geht über alles. Wichtiger ist, was jenseits der Show passiert. Beim Treffen der Zivilisationen kommt es nicht nur zu Reibungspunkten; Menschen lernen sich kennen, schließen Freundschaften und finden auch Lebenspartner, gleich welchen Geschlechts.  Der ESC ist dabei nur der Nährboden. Aus diesen Freundschaften und Beziehungen wächst eine Brücke, die stark genug ist, dass ihr aller Schwulenhass, alle rechts- oder linksextreme Gruppierungen oder ein religiöser Fanatismus nichts anhaben kann; es ist die Brücke in die Zukunft. Über sie würde ich jederzeit gehen und hoffe, noch so manchen Baustein dazu beitragen zu können. Die EBU als Organisationseinheit des ESC, das sei an dieser Stelle angemerkt, hat nur die Grundstein gelegt und darf sich für das Zusammenwachsen nicht auf die Brust schlagen. Schon gar nicht nach den jüngsten Statements. 

Folgt mir bei Twitter: normir</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was gesagt werden muss – zum ESC 2012<br />
(Nicht in Versform, aber in drei Kapiteln)</p>
<p>I.	Die bezüglich des Eurovision Song Contests vorherrschende romantische Vorstellung, dass „ein Lied eine Brücke“ sein kann, hat sich angesichts der Ereignisse in den vergangenen Tagen in Baku als ein „sehr instabiles Bauwerk“ erwiesen. Zur Erinnerung: Hacker haben eine der größten Fanplattformen gehackt. Anstatt der Startseite von esctoday.com waren schwulenfeindliche Aussagen zu lesen, die in ihrer Wut in der Aufforderung mündeten, dass Homosexuelle  Aserbaidschan verlassen sollen. Eine von Fans von der European Broadcasting Union eingeforderte Stellungnahme strotzte dann vor Allgemeinplätzen und wurde am eigentlichen Thema vorbei formuliert. »Es ist natürlich sehr bedauerlich für diese Websites und die engagierten Leute, die sie betreiben, dass sie die Angriffe von Hackern erleiden. Diese sehen den Grund für ihre Taten in unkorrekten Informationen. Wir sind hier, um den Eurovision Song Contest zu organisieren, und nicht eine Gay Parade“, heißt es in der Stellungnahme (Zitiert nach Stefan Niggemeier). Lediglich die Straftat des Hackens wird also bedauert. Nicht aber die Tatsache, dass die Urheber in menschenverachtender Weise sich über Homosexuelle äußerten. Ebenfalls wie ein Beipackzettel für eine Medizin liest sich eine zweite fällig gewordene Stellungnahme der EBU, nachdem ein DJ im Euroclub Probleme bekam, weil er ein armenisches Lied spielte. Um es klar zu sagen: Sowohl das Hacken als auch die von Clubbetreiber geforderte Zensur sind auf das Schärfste zu verurteilen. Empört zeigten sich die Fans des ESC bezüglich der Reaktionen der EBU. Dass sich die Fans aber über die halbseidenen Aussagen die Augen reiben mussten, liegt in ihrer irrtümlichen Annahme, dass die Fancommunity für die EBU eine ernstzunehmende Größe sei. Der Eurovision Song Contest war und ist eine Unterhaltungsmaschinerie – er wird nicht umsonst er als das größte musikalische Event der Welt bezeichnet. Es geht um Musik, ja, aber es geht noch mehr um Geld und Quote. Da fallen die Fans nicht ins Gewicht, die ein nützliches Beiwerk sind, indem sie Fahnen schwingen und gute Laune verbreiten sowie brav Eintritt zahlen. Der ESC ist für den Fan alles, der Fan ist für den ESC nur ein Baustein in der Sicherstellung der Produktion. Es gucken mehr Menschen den ESC als nur jene – beim Fußball würde man von „Ultras“ sprechen – die seit Jahrzehnten das Event verfolgen. Daher ist das Statement aus Sicht der EBU folgerichtig. Hier dürfen sich die Fans nichts vormachen. </p>
<p>II.	Beim ESC treffen nicht nur musikalische Welten auf einander, sondern indem Fans aus allen teilnehmenden Nationen in das Gastgeberland reisen – und auch aus Ländern, die nicht teilnehmen –, kommt es zu einem „meeting of civilizations. Mehr noch: Auch die unterschiedlichen Subkulturen der einzelnen Länder sind für ein, zwei, drei Wochen in den Gastgeberländern zu finden. Seien es Journalisten, die auch mal kritisch die Politik hinterfragen, seien es Schwule, die für das Event ein besonderes Faible haben, oder Vertreter der Musikindustrie, die auf der Suche nach neuen Vermarktungsobjekten Ausschau halten. Dabei gilt: Ein bisschen schwanger gibt es nicht. Sprich: Wer das Event in sein Land holt, bekommt das ganze Paket. Dessen müssen sich die Länder bewusst sein. Und sie müssen sich die Frage stellen, wie tolerant, wie weltoffen ist das Land, jenseits aller Sicherheitsbekundungen. Denn eine Regierung kann noch so viele Sicherheitsbekundungen unterzeichnen, die Rechnung kann sie nicht ohne die Bevölkerung machen. Damit ist folgende Aussage der EBU nicht das Papier wert, auf der sie stand: Wie immer existiert ein solides Sicherheitskonzept für den Eurovision Song Contest, und wir haben bereits im vergangenen Jahr entsprechende Garantien von den relevanten Behörden erhalten, unterschrieben vom Premierminister Aserbaidschans. Wir haben Vertrauen in ihre Arbeit und freuen uns auf einen erfolgreichen Eurovision Song Contest 2012 in Baku.« Und ohne ein Volk in Sippenhaft nehmen zu wollen, müssen die Denker des ESC eines Landes sich doch die Frage stellen, ob sie schon reif sind für das bunte Treiben? Oder die Fußball-Europameisterschaft? Oder die Formel-1?; oder die Olympiade? Dabei will ausdrücklich jene Bewegungen als positiv benannt wissen, die solche Events nutzen, um Unrecht anzuprangern und sich gegen antidemokratische Tendenzen aussprechen. </p>
<p>III.	Als die Entscheidung im Mai 2011 gefallen war und feststand, dass Aserbaidschan der Austragungsort für den ESC 2012 sein wird,  waren aus meinem ESC-Bekanntenkreis viele dabei, die gesagt haben, dass sie nicht nach Aserbaidschan fliegen werden. Nun sind weit mehr doch nach Baku gereist, als Zuhause geblieben sind, weil sie auch in diesem Jahr das Event live nicht missen wollten und – das unterstelle ich mal — auch dieses doch wenig bekannte Land einmal kennen lernen wollten. Dass nun der Aufschrei über die EBU groß ist, mag nachvollziehbar sein, aber letztlich sollten die Statements der Broadcasting Union zu diesen Ereignissen nicht überbewertet werden. Die Fans wollen sich am ESC berauschen. Das werden sie können; denn die Produktionssicherheit geht über alles. Wichtiger ist, was jenseits der Show passiert. Beim Treffen der Zivilisationen kommt es nicht nur zu Reibungspunkten; Menschen lernen sich kennen, schließen Freundschaften und finden auch Lebenspartner, gleich welchen Geschlechts.  Der ESC ist dabei nur der Nährboden. Aus diesen Freundschaften und Beziehungen wächst eine Brücke, die stark genug ist, dass ihr aller Schwulenhass, alle rechts– oder linksextreme Gruppierungen oder ein religiöser Fanatismus nichts anhaben kann; es ist die Brücke in die Zukunft. Über sie würde ich jederzeit gehen und hoffe, noch so manchen Baustein dazu beitragen zu können. Die EBU als Organisationseinheit des ESC, das sei an dieser Stelle angemerkt, hat nur die Grundstein gelegt und darf sich für das Zusammenwachsen nicht auf die Brust schlagen. Schon gar nicht nach den jüngsten Statements. </p>
<p>Folgt mir bei Twitter: normir</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Menschenrechte? Polit‑Sperenzchen! von Maru</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/menschenrechte-politsperenzchen/#comment-303358</link>
		<dc:creator>Maru</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 21:05:22 +0000</pubDate>
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		<description>#90 Lieber Andy,
wieso sollte man den ESC denn nicht zum Anlass nehmen, Missverhältnisse in Aserbaidschan zu thematisieren? Gründe zur Kritik gab es freilich schon vorher und wird es auch hinterher noch geben - der Anlass ist aber nun da!

Und ja, selbstverständlich werden unsere Augenmerke und Interessen in Zukunft auch wieder in andere Regionen und zu anderen Schwierigkeiten wandern. Alles andere wäre fatal. Denn es gibt viel Ungerechtigkeit auf der Welt und sie muss  durch Menschen thematisiert werden.
Und deshalb sollten wir uns gerade jetzt mit Aserbaidschan beschäftigen, da das Land große Aufmerksamkeit auf sich zieht und dieser Fokus nicht ungenutzt bleiben sollte. 

Dortige Probleme zum jetzigen Zeitpunkt aber nur deshalb zu ignorieren, weil wir uns in Zukunft auch wieder anderen Themen zuwenden, käme einer Präventivkapitulation gleich: Damit wäre niemandem niemals geholfen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>#90 Lieber Andy,<br />
wieso sollte man den ESC denn nicht zum Anlass nehmen, Missverhältnisse in Aserbaidschan zu thematisieren? Gründe zur Kritik gab es freilich schon vorher und wird es auch hinterher noch geben — der Anlass ist aber nun da!</p>
<p>Und ja, selbstverständlich werden unsere Augenmerke und Interessen in Zukunft auch wieder in andere Regionen und zu anderen Schwierigkeiten wandern. Alles andere wäre fatal. Denn es gibt viel Ungerechtigkeit auf der Welt und sie muss  durch Menschen thematisiert werden.<br />
Und deshalb sollten wir uns gerade jetzt mit Aserbaidschan beschäftigen, da das Land große Aufmerksamkeit auf sich zieht und dieser Fokus nicht ungenutzt bleiben sollte. </p>
<p>Dortige Probleme zum jetzigen Zeitpunkt aber nur deshalb zu ignorieren, weil wir uns in Zukunft auch wieder anderen Themen zuwenden, käme einer Präventivkapitulation gleich: Damit wäre niemandem niemals geholfen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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