Der „Subway“-Journalismus von ProSieben

08 Sep 08
8. September 2008

Vor einigen Monaten habe ich, eher nebenbei, darüber geschrieben, mit welch erstaunlicher Gründlichkeit ProSieben seine Zuschauer über die faszinierende Welt der Sandwichkette „Subway“ informiert. Über den tollen Teig und die tollen Restaurants, über die tollen Ausbildungsplätze und das tolle Prinzip.

Die Sendersprecherin hatte mir allerdings auf Nachfrage erklärt, diese Berichte hätten „ausschließlich etwas mit journalistischen Gründen zu tun“.
was frag ich auch den Sender! Ich hätte natürlich die PR-Agentur „foleys“ fragen sollen — oder einfach auf ihre Homepage gucken. Dort veröffentlichte sie im April folgende Pressemitteilung:

12,91 Millionen TV-Einschaltquote in vier Monaten

Schon im letzten Jahr ist es foleys PR gelungen, SUBWAY® Sandwiches in bekannten TV-Formaten wie „Galileo“ oder „Deine Chance — 3 Bewerber, 1 Job“ auf PRO7 zu platzieren. Auch in 2008 zeigt sich die Ulmer Agentur auf diesem Gebiet sehr erfolgreich: foleys PR realisierte bereits im ersten Quartal des neuen Jahres mehrere Projekte mit „Abenteuer Leben“ auf Kabel 1 und „Galileo“ auf PRO7.

Das Team von foleys PR initiierte und begleitete dabei alle Drehs, bereitete deren Inhalte vor, briefte die Protagonisten und TV-Teams und stand ihnen und den jeweiligen Franchisepartnern vor ORt mit Rat und Tat als verantwortliche Kontrollinstanz (und Pressesprecher) zur Seite. Das Resultat: Über 73 Minuten kostenlose TV-Präsenz für SUBWAY® Sandwiches, mit 12,91 Millionen Gesamteinschaltquote und einem Mediagegenwert von über zwei Millionen Euro. Doch damit ist noch lange nicht Schluss: foleys PR hat bereits weitere spannende TV-Projekte für die Sandwichmacher in Arbeit.

foleys PR achtet dabei auf Ausgewogenheit: Nicht nur die Produkte der Sandwichmacher sollen dem deutschen Fernsehpublikum präsentiert werden. Die PR-Spezialisten legen auch Wert darauf, dass alle Facetten ihres Kunden gut beleuchtet werden. So lag der Fokus der Beiträge „Galileo Existenzgründung“ (Pro7) und „Abenteuer Wissen“ (Kabel 1) auf dem Franchisesystem SUBWAY® Sandwiches. Zukünftige Projekte werden zum Beispiel die Arbeit im einzelnen Restaurant beleuchten. foleys PR ermöglicht es seinem Kunden somit, (kostengünstig) seine Bekanntheit und Beliebtheit durch umfassende und redaktionell sehr glaubwürdige Einblicke in das System zu steigern — natürlich mit positivem Effekt auf Umsätze und Zahlen von Franchiseinteressierten.

Man soll ja skeptisch sein bei solchen PR-Meldungen. Aber komisch: Ich glaube denen jedes Wort. (Und worauf sie so stolz sind, kann man sich zum Beispiel hier angucken).

[Mit Dank an Benjamin Gasser]

Nachtrag, 14:10 Uhr. Die Agentur foleys scheint die Pressemitteilung von ihrer Seite entfernt zu haben.

Nachtrag, 16:00 Uhr. Axel Roggmann, Geschäftsführer von foleys, schreibt in den Kommentaren u.a.:

Wir möchten fest halten, dass foleys PR weder in eigenem noch im Namen dritter Schleichwerbung betrieben hat noch dieses beabsichtigt hat. Es gab keinerlei Zuwendungen an den Sender oder die Produktionsfirma. Jeder Beitrag wurde stets von einem Redakteur des Senders bzw. der von ihm beauftragten Produktionsgesellschaft unabhängig durchgeführt. Selbstverständlich wurde jedoch jeder Dreh von foleys PR (im Auftrag von SUBWAY® Sandwiches) vor Ort professionell begleitet, was bedeutet, dass z.B. evtl. vorhandene Drehpläne z.T. vorab gelesen wurden um evtl. sachliche Fehler eines Redakteurs und des Filmteams zu vermeiden (denn nachträglich festgestellte sachliche Fehler sind kaum zu korrigieren). Natürlich wurde auch den jeweiligen Franchisepartnern
(allesamt TV-unerfahren und entsprechend auf Unterstützung angewiesen) vor und während des Drehs zur Seite gestanden. Es ist die Aufgabe einer PR-Agentur sie bei solch einem Dreh zu unterstützen. Den Vorwurf von „Dauerwerbesendung“ und Schleichwerbung weisen wir von uns. Wir entschuldigen uns für evtl. missverständlich formulierte Aussagen auf unserer Website und bedauern, wenn diese evtl. zu Irritationen geführt haben.

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169 Gedanken
  1. 1
    ldeora says:

    Hallo Stefan. Kannst Du nicht bitte die zuständige Landesmedienanstalt kontaktieren und auf diesen Fall aufmerksam machen? Unsereins hat ja nicht so den „Punch“ um dort gehört zu werden. Vielleicht könnte auch ZAPP das Thema aufgreifen.

  2. 2
    Henning says:

    Also die stoßen ja die Landesmediananstalten quasi vor den Kopf, wenn die selbst bei sowas nicht reagieren kann man wirklich sagen das sie einfach vollkommen nutzlos sind. Ich meine wer sich so dreist damit brüstet Schleichwerbung platziert zu haben sollte auch bestraft werden :)

    „[…]durch umfassende und redaktionell sehr glaubwürdige Einblicke in das System[…]“ <- Der beste Satz überhaupt

  3. 3
    Philip says:

    Meiner Meinung nach haben die auch allen Grund stolz zu sein! Zum einen wird bei Formaten wie Galileo ständig die hohe Qualität des Produkts, so wie die Sauberkeit der Restaurants angepriesen, zum anderen wird, und das find ich noch viel viel geschickter, durch Formate wie „Deine Chance – 3 Bewerber, 1 Job“ Der Job der einfachen Thekenkraft für junge Pro7 Zuschauer sehr attraktiv. So grenzt man sich vom schlechten Ruf, den zum Beispiel die Fachkräfte bei McDo & Co genießen, ab! Und dieses Paket macht das ganze wiederum für potentielle Fillialleiter sehr reizvoll! Denn was gibt es schöneres, als ein beliebtes Produkt zu vertreiben, und auch noch beliebte Arbeitsplätze anbieten zu dürfen! Jetzt noch ein paar Doku´s über Firmengründungen und schon ist das Paket perfekt!
    Nachteile sind nur, dass den Arbeitnehmern Aufstiegschancen vorgespielt werden, die in dem Maß unmöglich eingehalten werden können!
    Achja und auch noch die Qualität des Fernsehprogrammes!
    Aber das kümmert die PR-Firma am wenigsten!
    Auf jeden Fall ist das ganze besser, als das beknackte Brötchen mit der schrecklichen Stimme!

  4. 4
    Sebastian says:

    Plural wird nicht apostrophiert, Philip.

  5. 5
    Dr. Azrael Tod says:

    zumindest zählt das Ganze damit nichtmehr unter fragwürdig… das ist schon ziemlich eindeutlich -.-

  6. 6
    jaya says:

    Ein Comedian, dessen Name mir jetzt nicht einfällt, hat mal seine Mutter zum Thema Subway zitiert:

    “ 7 Mark für ein belegtes Brötchen? Die ham se doch nicht mehr alle! “

  7. 7
    Sebastian says:

    Weil’s so schön passt zum Thema Schafe und Schleichwerbung etwas von Craig Ferguson zum Thema (Real Player benötigt):

    Higlanderz Music Video

  8. 8
    grey²³ says:

    Bin ja begeistert von solchen Hökern wie Gesamteinschaltquote. Damit gehen die ins Meeting, aua!? Was mich gerade ernsthaft interessiert: Gibt es bei Subway eigentlich auch gutes Frühstück? Ich hab so Hunger…

    @Stefan
    Wird der Shaun-Artikel auch hier veröffentlicht. Bitte…

  9. 9
    Kostenlose Subway-Schleichwerbung bei Galileo und Co. at Netzbloggers Online-Welt says:

    […] Mehr dazu und die ganze Mitteilung gibt’s bei Stefan. […]

  10. 10
    Kinch says:

    Vielleicht sollte sich Prosieben einfach in Promotion umbennen.

  11. 11
    Hadeen says:

    Naja, gerade die genannten Formate sind ja nichts anderes als die Aneinanderkettung von PR-Unternehmensvideos — und das schon seit langem — und folgen damit in den Fussstapfen von der Sendung mit der Maus.

    Das so etwas dann als Wissen und Wissenschaftssendung verkauft wird ist natürlich unschön aber passt zum Rest der Fernsehlandschaft, die primär aus verbrannter und gesalzener Erde besteht.

  12. 12
    qrn says:

    Eine sehr… interessante Definition von „Ausgewogenheit“.

  13. 13
    Christian Schaper says:

    @ 3, 4: Und schon gar nicht mit Akut.

  14. 14
    6 vor 9 » medienlese.com says:

    […] 1. “Der ‘Subway’-Journalismus von ProSieben” (stefan-niggemeier.de) Die PR-Agentur “foleys” macht mit einer Pressemeldung klar, dass TV-Formate wie “Galileo” auf PRO7 oder “Abenteuer Leben” auf Kabel 1 nur am Rande etwas mit Journalismus zu tun haben: “Das Team von foleys PR initiierte und begleitete dabei alle Drehs, bereitete deren Inhalte vor, briefte die Protagonisten und TV-Teams und stand ihnen und den jeweiligen Franchisepartnern vor Ort mit Rat und Tat als verantwortliche Kontrollinstanz (und Pressesprecher) zur Seite.” […]

  15. 15
    auchwassagen says:

    PR Agenturen — da könnte man auch ein Buch des Grauens darüber schreiben. Letztlich erfüllen sie — wie in diesem Fall — nur den Wunsch ihres Auftraggebers. Die Welt ist eben schlecht und wird auch trotz dieses Blogs nicht besser.

  16. 16
    Minime says:

    zzzzZzz.… es bedarf einer Pressemitteilung um rauszufinden dass jede Galileo Sendung durch eine Firma mehr oder weniger sichtbar „gesponsort“ ist? Es ist gängige Praxis, und zwar nicht nur bei Pro7 und nicht nur im TV. Hinter jedem nicht aktuell nachrichtlichem Beitrag/ Artikel steckt potenziell eine Firma. Cheers.

  17. 17
    G says:

    @Minime

    Naja, das Erstaunliche ist ja eher, dass so offensichtlich gelogen wird.

  18. 18
    tobias says:

    # 16 minime
    vermuten kann man mit einigem recht viel. es mehr oder weniger (und ziemlich unverblümt) schwarz auf weiß zu haben, ist etwas ganz anderes.

  19. 19
    BV says:

    Eine reichlich peinliche Geschichte für die Sendersprecherin. Man kann nur hoffen, dass sie die PM nicht kannte.

  20. 20
    Matthias Sch. says:

    „[…]durch umfassende und redaktionell sehr glaubwürdige Einblicke in das System[…]” <- Der beste Satz überhaupt

    das dachte ich auch sofort — bei „redaktionell sehr glaubwürdig“ schwingt doch irgendwie so ein „hahaha die haben wir mal gekonnt angeschmiert“ mit.…

  21. 21
    ruhrpottjunge says:

    Klar, das alles ist nichts Neues: Nicht ohne Grund verweist Stefan Niggemeier darauf, dass er über dieses Thema vor einigen Monaten schon geschrieben hat. Und die Antwort der Sendersprecherin von Pro7 wirkte ja auch damals schon wenig glaubhaft.

    ABER: Wenn sich eine PR-Agentur der Platzierung von Schleichwerbung rühmt, wenn der betroffene Sender auf diesbezügliche Nachfragen einen unerwartet kreativen Umgang mit der Wahrheit an den Tag legt, und wenn es Institutionen gibt, deren ureigenste Aufgabe es ist, sich mit solchen Vorfällen zu befassen, dann darf man das doch wohl dokumentieren und gespannt warten, ob eine angemessen Reaktion erfolgt.

    Mit der „Das ist eh alles PR, was da gesendet wird, und die Protagonisten machen sich in ihren Besprechungen über das verbödete Publikum eh nur lustig“-Position kann ich mich irgendwie nicht anfreunden.

  22. 22
    Ben says:

    Ich würde ja zugerne sehen wie der Sender versucht sich da wieder raus zu winden. Entweder sie geben zu dass sie gelogen haben, oder sie geben zu dass sie extrem naiv sind und man ihren Sender jederzeit übers Ohr hauen kann.

  23. 23
    satyasingh says:

    ich finde, die haben echt gute pr gemacht. gratulation. werde mir die agentur merken.

    aus sicht der redakteure von pro7: ja die müssen ihre formate füllen. da wird das nicht die einzige cp-produktion sein. also merkt euch die arbeitsweise und denkt etwas kritisch daran, wenn ihr solche sendungen guckt.

    und. mein sohn hat mir von subway erzählt. hats bei galileo gesehen. ist eine gute firma — die pr wirkt also.

  24. 24
    polyphem says:

    Da kriegt ja „Sandwichgeneration“ eine neue Bedeutung.

  25. 25
    Anja Seipp says:

    Lieber Stefan Niggemeier,

    sicher, es spricht nicht für die journalistische Qualität der genannten ProSieben– und Kabel 1-Formate, dass die PR-Informationen über Subway so ausführlich und unausgewogen (wo bleibt der Vergleich mit anderen Fastfood-Ketten?) und mit so wenig kritischer Distanz durchgenudelt wurden. Dennoch handelt es sich hier nicht um Schleichwerbung oder Product Placement (die sich meines Wissens u.a. dadurch auszeichnen, dass redaktionelle Berichterstattung durch Bares oder andere Gegenleistungen erkauft wird), sondern um völlig gesetzeskonforme und im Übrigen — aus Sicht von Auftraggeber und Agentur — sehr geschickte und effektive PR: Es ist gelungen, den Subway-Alltag so facettenreich und interessant aufzubereiten, dass mehrere Redaktionen ihn für berichtenswert hielten (wobei „interessant“ natürlich relativ ist und im Vergleich mit anderen Inhalten gesehen werden muss, die in den ensprechenden Sendungen laufen, ich spreche hier nicht von Niveau, aber das ist eine andere Diskussion). Sie als Medienredakteur kennen die Grenze zwischen illegaler Schleichwerbung und legaler PR, und ich meine, es hätte Ihnen gut angestanden, sie auch in Ihrem Beitrag klar zu ziehen.

  26. 26
    Arnulf says:

    Also ich glaube PR-Agenturen erst einmal kein einziges Wort. Wer den ganzen Tag nur Phrasen und Übertreibungen formuliert, schreckt da in eigener Sache erst recht nicht davor zurück. Und der einzige Sinn dieser peinlichen Pressemitteilung ist es ja, die eigene Agentur für den Auftraggeber Subway und neue potenzielle Kunden in ein möglichst gutes Licht zu stellen.
    Würde mich mal interessieren, wie die Agentur auf Nachfrage „initiieren“ definiert…

  27. 27
    Gregor Keuschnig says:

    @25/Anja Seipp
    Dieses ‚Differenzierungsvermögen‘ (um das Wort Rabulistik zu vermeiden), welches Sie in der Schönrederei des Pro7-Pseudojournalismus an den Tag legen, sollten Sie besser genau diesen „Redakteuren“ beibringen, statt den Verkünder der schlechten Botschaft für diese auch noch verantwortlich zu machen. Die Frage, warum der Subway-Alltag überhaupt berichtenswert sein soll, kommt Ihnen offensichtlich gar nicht. Fast ist man geneigt zu sagen, dass man das auch gar nicht erst erwartet hat. Da haben sich einige ins Paralleluniversum einer schönen neuen (Werbe)Welt verabschiedet.

  28. 28
    Jeeves says:

    @4 Sebastian.
    Nenn’s doch einfach beim Namen: Deppen-Apostroph.
    Vielleicht hilft’s.

  29. 29
    Linus says:

    @25

    Nicht alles, was legal ist, ist deshalb auch wünschenswert. Dem „gemeinen“ Zuschauer wird mit der Nichtkennzeichnung der PR die Möglichkeit genommen, die gesendete „Information“ kritisch einzuordnen…sofern er dazu bei Pro7 überhaupt in der Lage ist.

  30. 30
    Linus says:

    @25

    Ganz davon abgesehen: Wenn sich das so unproblematisch darstellt, warum eiert Pro7 dann so rum und verbiegt die Wahrheit wie weiland Uri Geller die Löffel?

  31. 31
    Henning says:

    Ich Frage mich gerade ob Bifi auch bei Foleys ist schließlich kommen alle „neuen Trendsportarten“ die Bifi sponsort sofort in einem Abenteuer Leben/Alltag[, ich weiß nicht genau welches Format] oder auf Gallileo siehe hierzu Speedstacking und Dicestacking :D

  32. 32
    M. says:

    @27, @25: Der Alltag von Franchiseketten und Franchisenehmern ist durchaus berichtenswert. Allerdings gibt es Facetten, die nicht so doll in das Konzept der PR-Agenturen passen. So ist auffällig, dass viele neu eröffnete Filialen von Subway, McDonalds, Burger King whatever oft nur einige Monate durchhalten. Da wird ganz bewußt am Rand kalkuliert und im Zweifel der Franchisenehmer in die Pleite laufen gelassen (keine Stundung der monatlichen Franchisegebühren etc.). Die Unternehmen der bankrott gegangenen „Erst-Eröffner“ werden dann günstig von größeren Franchisenehmern mit mehreren Läden übernommen — der Ersteröffner bleibt auf einem großen Teil der Schulden sitzen. Ich habe bei einigen Ketten den Eindruck, dass ganz bewußt Erst-Franchisenehmer verheizt werden, auf deren Kosten schließlich die Expansion stattfindet.

    Eine neutrale Berichterstattung, die auch solche Aspekte des Franchising anspricht, ist natürlich nicht mit der PR-Agentur im Nacken zu machen. Daher kann es sich nicht um eine ausgewogene und neutrale Berichterstattung handeln. Es müsste eigentlich „Dauerwerbesendung“ drüber stehen.

  33. 33
    Chat Atkins says:

    Tscha — außerhalb der Public Relations wird’s allmählich eng mit den Auftrittsmöglichkeiten im Medienzirkus. Und die Intelligenz spart sich zunehmend die TV-Gebühren durch Boykott:

    ‚Subway Sally, Babe, you’d better slow your Subway down …‘

  34. 34
    c-offein says:

    Anja Seipp hat schon recht, das überraschende in dieser Pressemitteilung ist das Wort „umsonst“. Da mit handelt es sich nicht um Schleichwerbung, sondern um (erlaubtes) Product Placement (allerdings wäre es natürlich auch noch dämmlicher seine illegalen Praktiken anzupreisen).
    Ich plädiere ja oft dafür, dass viele Merkwürdigkeiten im TV-Geschäft nicht hinterhältige Kalkulation sondern Dilettantismus sind (was es nicht besser macht). Das scheint mir wieder so ein Fall zu sein. Schließlich beraubt sich der Sender seiner Finanzierungsgrundlage wenn er viel attraktivere, längere Werbebotschaften im Programm für umsonst ermöglicht.

  35. 35
    knorke says:

    Ist doch wumpe, ob es legal ist oder nicht. Armseelig isses allemal, wenn man sich — aus Budgetknappheit, Faulheit oder Unfähigkeit (möchte das nicht entscheiden) — vor den Karren spannen lässt. Und wenn man dann auch noch so herzlich naiv das ganze Elend als journalistische (Eigen-)leistung vertritt, dann wird’s davon nicht weniger armseelig.

  36. 36
    knorke says:

    @Stefan: Ich sehe mit Begeisterung, dass es jetzt eine Kommentarvorschau gibt. Ist das schon lange? Ich war ein paar Wochen nicht mehr so ganz hier.

  37. 37
    malte says:

    „Über 73 Minuten kostenlose TV-Präsenz für SUBWAY® Sandwiches, mit 12,91 Millionen Gesamteinschaltquote und einem Mediagegenwert von über zwei Millionen Euro.“

    In diesem Satz habe ich zunächst das „kostenlose“ nicht verstanden, ehe mir durch Anja Seipp ein Licht aufgegangen ist: Man redet sich bei Pro Sieben und den komplementären PR-Agenturen tatsächlich erfolgreich ein, man mache da etwas ganz Normales.
    Ich habe übrigens die Pröbchen, die ich früher als Promoter verteilt habe, auch nur verteilt, weil das Produkt so irrsinnig interessant war.

  38. 38
    ruhrpottjunge says:

    @29 (Linus)

    Wieso wird durch die Nichtkennzeichnung dem Zuschauer „die Möglichkeit genommen, die gesendete „Information” kritisch einzuordnen“? Etwas, das vorab gekennzeichnet ist, verleitet doch viel eher zu unkritischem Einordnen, oder? Es ist ja auch nicht so, als sei die Botschaft dieser Subway-Sendungen in irgendeiner Form subtil: Da wird dem Zuschauer doch eher mit dem „footlong“ Zaunpfahl gewunken, wie toll überteuerte Sandwiches sind und wie erstrebenswert ein Hungerlohn als Sandwich-Schmierer. Selbst als Nicht-Sozialromantiker: Mit ansehen zu müssen, wie sich drei junge Menschen in einem medienwirksam inszenierten Wettkampf um eine schlecht bezahlte Ausbildungsstelle ohne ernstzunehmende Aufstiegschancen aufreiben, lässt es mir kalt über den Rücken laufen.

    Es geht hier nicht darum, ob so etwas erlaubt ist. Es geht darum, was für eine Meinung ein Fernsehsender von seinen Zuschauern hat, der so etwas sendet. Und darum, ob diese Meinung dann auch noch zutrifft.

  39. 40
    Hans says:

    Ganz ehrlich: Ich guck solche Sendungen ja durchaus auch ganz gerne, im vollen Bewusstsein dass es eigentlich Schleichwerbung ist. Und eigentlich geht nach x Jahren Privatfernsehen die Welt auch nicht mehr unter davon, die Einblendung „Dauerwerbesendung“ hat einen früher auch nicht davon abgehalten Sendungen mit extremen Product Placement zu sehen.

  40. 41
    grey²³ says:

    @ Stefan #39
    Vielen Dank!

  41. 42
    Twipsy says:

    Kann man irgendwo erfahren, an welchen Unternehmen die P7S1-Eigner KKM und Permira noch Anteile halten? Ich vermute stark, dass da einige Aktienpakete von großen Lebensmittelherstellern und Fastfood-Ketten dabei sind. Das betrifft nicht nur diesen Fall, sondern auch das Schalten von Werbespots sowie Sponsoring von Events.

  42. 43
    Anja Seipp says:

    @38

    Sollten Medien jeden Beitrag kennzeichnen, in den in irgendeiner Art und Weise Presseinformationen von Unternehmen eingeflossen sind, wären nach meiner Einschätzung weit über die Hälfte aller Beiträge gekennzeichnet. Bevor jetzt die große Aufregung ausbricht: Es völlig legitim (und zwar nicht nur im gesetzlichen Sinne, sondern auch mit dem Berufsethos seriöser Journalisten zu vereinbaren), dass Journalisten sich der Presseinformationen (auch PR genannt) von Unternehmen (und ggf. ihren Agenturen) bedienen. Wichtig ist, dass der Journalist sich seine kritische Distanz bewahrt (schließlich ist das Unternehmen interessengeleitet), dass er sich seine eigene Meinung bildet, Fakten überprüft und ggf. Informationen hinzufügt, die das Unternehmen nicht aktiv geliefert hat, die das Bild aber rund machen. Hierzu muss er weitere Quellen hinzuziehen, Vergleiche mit anderen Branchen, Ländern, Unternehmen anstellen, Konkurrenten befragen, und auch eigene Sachkenntnis kann nicht schaden.

    Nicht allzuviele Beiträge entstehen originär „investigativ“ und ohne jegliche Verwendung von Presseinformationen. Kein Bericht über Jahreszahlen eines Unternehmens würde in der FAZ landen, wenn der berichtende Journalist nicht vom Unternehmen mit den Zahlen versorgt würde. Und wenn die Pressestelle des Unternehmens ihren Job halbwegs gut macht, erläutert sie Entwicklungen, liefert sie den nötigen Branchenhintergrund, beschönigt nicht, sondern weist aktiv auch auf Negatives hin (zumindest in der Unternehmens– und Finanzkommunikation ist dies lange als Standard anerkannt; ich gebe zu, dass das in der Produkt-PR vierlerorten anderes praktiziert wird). Je dilettantischer der Job ist, den die Pressestelle macht (je schlechter, unvollständiger und — im schlimmsten — Fall fehlerhafter die Informationen), desto mehr Arbeit muss ein anspruchsvoller Journalist investieren, um das Bild zu komplettieren oder geradezurücken. Sollte die FAZ jetzt ihren kompletten Wirtschaftsteil kennzeichnen?!?

    Noch einmal: Ich stimme zu, dass die genannten Redaktionen im Falle „Subway“ vermutlich einen schlechten Job gemacht haben, entweder naiv oder faul waren oder einfach nur kostengünstig produzieren wollten; wogegen ich mich ausspreche ist, dass illegale Schleichwerbung und „lediglich“ schlechter Journalismus (so unerfreulich der sein mag) in einen Topf geworfen werden.

  43. 44
    Sebastian says:

    @39: das Warten hat mir 2 Euro für 24 Stunden gespart. Danke :-)

    @13: :-) Ich beschränk mich auf Syntax.

  44. 45
    Torsten Dewi says:

    Man stelle die Nachricht „Das Team von foleys PR initiierte und begleitete dabei alle Drehs, bereitete deren Inhalte vor, briefte die Protagonisten und TV-Teams“ gegen Frau Seipps Aussage „Es ist gelungen, den Subway-Alltag so facettenreich und interessant aufzubereiten, dass mehrere Redaktionen ihn für berichtenswert hielten“ — das ist nicht vergleichbar. Ein Thema vorzuschlagen, das mag ja noch angehen. Aber die Inhalte der Beiträge vorzubereiten, die Drehs zu begleiten, und die Teams zu briefen? Da wird aus dem „Wissensmagazin“ eine „Dauerwerbesendung“. ProSieben macht sich zum Handlanger.

    Ich sehe zwei Möglichkeiten: ProSieben wird Schadensbegrenzung versuchen, in dem man sich mit einer neuen Stellungnahme um das eigentlich Problem herum laviert (siehe die Textbaustein-Antworten bei 9live und CallActive), oder man wird mit ein, zwei Anrufen hinter den Kulissen schnellstens dafür sorgen, dass foley PR die verräterische Pressemeldung von der Webseite nimmt. Beides nutzt nichts, und ich wäre dankbar, wenn jetzt auch mal wieder die etablierte Printpresse auf den Fall anspringt — das scheint den Sender deutlich mehr zu kratzen.

  45. 46
    Stefan says:

    @Torsten Dewi: Ist schon passiert. (Das Entfernen von der Website.)

  46. 47
    Torsten Dewi says:

    Immer die gleichen Mechanismen :-)

  47. 48
    Karsten says:

    Ist denn das überhaupt Journalismus?
    Wenn ‚Volksmusik am Wörtersee‘ läuft, seh‘ ich auch nur Sonnenschein und natürlich wohnt die Crew im besten Haus am Platz für umsonst.
    Wenn ‚Abenteuer Alltag‘ bedeutet, zuschauen zu müssen, wie die kleine Cindy nun erstmals fern von zu Hause Schrippen schmiert.. dann ist das doch kein Journalismus?!
    .. davon abgesehen, dass quasi kein Unternehmen, kein Parkbesitzer, kein Frittenbräter die Türen ‚fürs Fernsehen‘ einfach so aufmacht.

    Oder noch anders: markiert doch einfach Sendungen mit ‚Journalismus‘, die das Prädikat auch verdient haben; alles andere läuft bei MIR unter Unterhaltung, selbst die Dauerwerbesendungen für Sherman Panzer auf n24..

    ‚Kritischer/unabhängiger TV Journalismus‘ .. ha! wo denn?!

  48. 49
    moschus says:

    @ Anja Seipp

    Mir fällt auf, dass Sie keinen Blick für den Fernsehzuschauer entwickeln. Angenommen Sie versuchen sich ein Bild von der großen weiten Welt zu machen und bekommen den lieben langen Tag solche Werbebotschaften, würden Sie dann ähnlich denken?

    Aus Ihrer Sicht macht das keinen Unterschied ob da Dauerwerbesendung steht oder nicht, das glaube ich Ihnen gerne.

    Zu den Jahreszahlen von Unternehmen: Das sind gesetzlich festgelegte Schnittstellen von dem Gesetzgeber. (Um eine Möglichkeit zu haben, das Unternehmen nicht als abstrakte Gottheit zu betrachten)

    So und jetzt liebe PR Arbeiter, zurück an eure „schlecht“ bezahlten Job’s die keinen Spaß machen. (Aber man kann sich dafür nach Feierabend mal ein Subway Baguette gönnen)

  49. 50
    Gregor Keuschnig says:

    @49/moschus
    Aber man kann sich dafür nach Feierabend mal ein Subway Baguette gönnen.
    Ist das jetzt schlimm, wenn ich sage, dass mir diese Dinger gar nicht schmecken? Ich ziehe die vom Bäcker um die Ecke vor.

    (Das ist natürlich höchst subjektiv.)

  50. 51
    Linus says:

    @ Anja Seipp

    Ich hab ja nix dagegen, dass nicht alle journalistischen Beiträge originär „investigativ” entstehen. Mir kommt es nur so vor, als reagierten Massenmedien grundsätzlich nur noch auf Häppchen, die ihnen hingeworfen werden. Schlimmer noch: diese Häppchen finden dann auch noch ungefiltert, unkommentiert ihren Weg in die Öffentlichkeit.

    Bei Sandwiches und Pro7 mag man draüber streiten können, hier hört der Spass dann allerdings auf.

  51. 52
    moschus says:

    @50/Gregor Keuschnig

    Nur wenn Sie PR für Subways machen, das würde implizieren, dass Sie eigentlich nicht an das Produkt glauben was Sie verkaufen.

  52. 53
    karatekater says:

    Im Fernsehen läuft selten etwas gescheites, Todd müffelt und Galileo ist so wissenschaftlich wie ein YPS Gimmick. Das ist nichts neues.

    Die Diskussion in den Kommentaren, ob diese PR/Sendung nun Promotion, Werbung, Information oder Verdummung ist, ändert nichts daran, dass Todd müffelt, im Fernsehen nichts gescheites läuft und YPS im Kiosk fehlt.

  53. 54
    Arnulf says:

    @45: Ich versuche dann mal, die PR-Agenturs-PR zu übersetzen:
    „foleys PR initiierte alle Drehs“ –> Telefonat mit der Redaktion
    „begleitete alle Drehs“ –> Agenturmensch steht gelangweilt in der Ecke und schaut dem Team beim Drehen zu
    „bereitete deren Inhalte vor“ –> bunte Pressemappe verschickt
    „briefte die Protagonisten“ –> hat die schönsten Mitarbeiter ausgesucht und ihnen gesagt, was sie machen sollen
    „briefte die TV-Teams“ –> hat gesagt, wo die Steckdosen sind und was an Licht mitgebracht werden muss

    So oder ähnlich laufen 90 Prozent aller TV-Drehs ab, nicht nur im Produkt-, sondern auch im Politik– oder Wirtschaftsbereich. Die Frage ist letztlich, da gebe ich Anja Seipp recht, was die Journalisten daraus machen (und warum). Und natürlich sind alle Medien, die Produkte vorstellen (also auch z.B. die Technik & Motor-Seiten der FAZ), immer mit diesem Zwiespalt und denselben Methoden auf Seiten der PR-Agenturen konfrontiert.

  54. 55
    dot tilde dot says:

    Es ist gelungen, den Subway-Alltag so facettenreich und interessant aufzubereiten, dass mehrere Redaktionen ihn für berichtenswert hielten.

    schreibt frau seipp.

    endlich ist mir klargeworden, wie im hause pro7 die themen für das sogenannte wissensmagazin ausgewählt und aufbereitet werden.

    ich schaue mir so etwas seit längerem schon nur notgedrungen, sozusagen als passiv-zuschauer an. wenn es sich nicht vermeiden lässt. früher war das die sendung, die ich nach den simpsons immer abgeschaltet habe — die mit der schönen passionsblume im trailer. gibt’s die da noch?

    war eine gute bauchentscheidung damals.

    vielen dank für die erklärung, stefan, foleys, frau seipp.

    .~.

  55. 56
    Axel Roggmann - foleys PR says:

    Hallo,

    hiermit möchte foleys PR bzgl. evtl. missverständlicher Formulierungen, welche auf http://www.foleys.de veröffentlich wurden, Stellung nehmen. Die entsprechenden Passagen wurden selbstverständlich sofort von der Website genommen. Wir möchten fest halten, dass foleys PR weder in eigenem noch im Namen dritter Schleichwerbung betrieben hat noch dieses beabsichtigt hat. Es gab keinerlei Zuwendungen an den Sender oder die Produktionsfirma. Jeder Beitrag wurde stets von einem Redakteur des Senders bzw. der von ihm beauftragten Produktionsgesellschaft unabhängig durchgeführt. Selbstverständlich wurde jedoch jeder Dreh von foleys PR (im Auftrag von SUBWAY® Sandwiches) vor Ort professionell begleitet, was bedeutet, dass z.B. evtl. vorhandene Drehpläne z.T. vorab gelesen wurden um evtl. sachliche Fehler eines Redakteurs und des Filmteams zu vermeiden (denn nachträglich festgestellte sachliche Fehler sind kaum zu korrigieren). Natürlich wurde auch den jeweiligen Franchisepartnern (allesamt TV-unerfahren und entsprechend auf Unterstützung angewiesen) vor und während des Drehs zur Seite gestanden. Es ist die Aufgabe einer PR-Agentur sie bei solch einem Dreh zu unterstützen. Den Vorwurf von „Dauerwerbesendung“ und Schleichwerbung weisen wir von uns. Wir entschuldigen uns für evtl. missverständlich formulierte Aussagen auf unserer Website und bedauern, wenn diese evtl. zu Irritationen geführt haben.

    Beste Grüße
    Axel Roggmann (Geschäftsführer foleys PR)

  56. 57
    arahf says:

    super pro7, traurig traurig…

  57. 58
    Gregor Keuschnig says:

    @56/Axel Roggmann
    Die entsprechenden Passagen wurden selbstverständlich sofort von der Website genommen.
    Ich verstehe nicht ganz, warum diese Passagen, auch noch selbstverständlich, entfernt wurden. Man bekam doch so einen relativ deutlichen Einblick in die Zusammenarbeit zwischen Pro7 und der Agentur. Hat doch durchaus was ‚aufklärerisches‘. Und der triumphale Ton dabei — warum nicht?

  58. 59
    Torsten Dewi says:

    @ Axel Roggmann: Haben Sie einen PR-Terminus für das, was normale Menschen „Schadensbegrenzung“ nennen? Dabei brauchen Sie den gar nicht:

    „Über 73 Minuten kostenlose TV-Präsenz für SUBWAY® Sandwiches, mit 12,91 Millionen Gesamteinschaltquote und einem Mediagegenwert von über zwei Millionen Euro“

    SIE haben Ihren Job ganz hervorragend gemacht. Chapeau.

  59. 60
    brummkreisel says:

    @ Anja Seipp

    Sind Sie zufaellig die Anja Seipp, die schon mal Pressesprecherin bei einem boersennotierten Unternehmen war (oder noch immer ist, was nichts aendert), mithin also davon lebt(e), ihr Material bei Redaktionen zu plazieren, jedoch den Unterschied von PR und gesetzlich vorgeschriebener Offenlegungspflicht (soviel zum Thema Unternehmenszahlen) nicht kennt bzw. ihn nicht machen will? Der der Unterschied zwischen „Kolportage“ und „Reportage“ anscheinend unangenehm ist und die deswegen nicht unbeilaeufig, aber doch allen Ernstes meint, Pressestellen seien Dienstleister an den Medien („Je dilettantischer […], desto mehr Arbeit…“)?

    (Das hoechst Unerfreuliche ist ja, dass viele Journalisten wirklich meinen, es sei „völlig legitim (und zwar nicht nur im gesetzlichen Sinne, sondern auch mit dem Berufsethos seriöser Journalisten zu vereinbaren), dass Journalisten sich der Presseinformationen (auch PR genannt) von Unternehmen (und ggf. ihren Agenturen) bedienen“, weswegen jeder Journalist, der das tut, „seriös“ sei — nicht zuletzt schon deshalb, weil es „alle“ tun, mithin: Das Faktische als ethischer Standard. How Rumsfeldian. Aber das sollte man nicht an Formaten wie Galileo diskutieren, dazu reicht auch die FAZ, wie Frau Seipp so richtig anmerkte.)

  60. 61
    Linus says:

    @56/Alex Roggmann

    Spricht nicht grad für ne PR-Agentur, wenn sie missverständlich formulierte Aussagen veröffentlicht. Gut, aber Pro7 gehört ja auch nicht zu deren Kunden.

    Ich glaube auch nicht, dass jemand der Agentur Vorwürfe machen will, warum auch? Lustiger fände ich hier allerdings eine Reaktion von Pro7

  61. 62
    seven says:

    Von einem Freund habe ich folgenden Spruch.

    „Früher wurde fernsehen von schlauen Menschen für schlaue Menschen gemacht. Dann wurde Fernsehen von Schlauen Menschen für dumme Menschen gemacht. Heute wird Fernsehen von dummen Menschen für dumme Menschen gemacht.“

    Alles eine einzige Verarsche. Inszenierte Pseudorealität im Dienste der Industrie. Hetze und Propaganda für das Ellenbogenprinzip. Bezahlte Wahrheit und Manipulation. Gekaufte Meinungsmache. Und fleißige Antreiber ohne einen Hauch von (schlechtem) Gewissen.

  62. 63
    dot tilde dot says:

    @58 (axel roggmann):

    vielen dank für die umgehende, angemessene reaktion.

    es tut mir aufrichtig leid, dass ich die missverständlichen aussagen auf ihrer website richtig verstanden habe. wie gut, dass sie der interessierten öffentlichkeit nun kaum mehr zur verfügung stehen.

    die selben besten grüße retour,

    .~.

  63. 64
    Nobilitatis says:

    Was Frau Seipp zu erklären versuchte ist, dass es keinen rechtlichen Grund für ein Eingreifen der Landesmedienanstalten gibt. PR-Agenturen für sich arbeiten zu lassen, damit die Heuschrecke geringere Produktionskosten hat und mehr verdient ist LEGAL. Es ist eigentlich auch keine Schleichwerbung, nur sieht es Schleichwerbung verdammt ähnlich. Es ist PR.

  64. 65
    Hansgerd Zappenduster says:

    „foleys PR ermöglicht es seinem Kunden somit, (kostengünstig) seine Bekanntheit und Beliebtheit durch umfassende und redaktionell sehr glaubwürdige Einblicke in das System zu steigern – natürlich mit positivem Effekt auf Umsätze und Zahlen von Franchiseinteressierten“

    „Die Richtlinie der EG-Kommission über das Fernsehen als Schleichwerbung definiert Schleichwerbung als „die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marke oder Tätigkeiten eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Programmen, wenn sie vom Fernsehveranstalter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann.“

    Quelle: Wikipedia

  65. 66
    Mickey says:

    Wikipedia: tolle Quelle. Warum nicht gleich PR?

  66. 67
    Charon says:

    Hehe, herrjemine, bei denen bin ich heute sogar vorbeigelaufen in der Kronengasse. Muss ich mal demnächst nach ‚nem Praktikum fragen, die scheinen’s draufzuhaben.

  67. 68
    JohnnyB says:

    Pro7 brauch billige Filme, Subway brauch billige Werbung und PR Agenturen vermitteln und produzieren (oder lassen produzieren) — das passiert in allen Medien und seit ein paar Jahren wirklich exzessiv. Illegal ist das nicht.

    Daher muss ich den Kommentaren von Frau Seipp ausnahmslos zustimmen, so traurig ihre Nachricht auch ist.

    Nebenbei: Wie bescheuert muss man sein, von Pro7 gute journalistische Praxis zu fordern? Außerdem vermute ich, ist es den meisten Zuschauern herzlich egal, wer die Filmchen dreht.

    Allen die sich hier echauffieren würde ich raten, mal vor die Tür zu gehen, denn ihr handelt offenbar nur noch reflexartig.

  68. 69
    Dominic says:

    Subway macht doch das selbe wie alle anderen „Fast“-Food (ggf. hier auch im deutschen Wortgebrauch zu sehen…) Ketten auch: nur eine Kasse offen, egal ob 2 oder 10 Kunden warten, im Abstellraum (Subways) oder in der Bratecke (McDonalds) tummeln sich 2–4 Personmen, die allesamt irgendwas schneiden müssen, oder nur dumm rumstehen und reden. Sollte ich mich so bei der Arbeit verhalten wie ich bzw. zahlreiche Personen hier in Münster zB im McDonalds beahndelt werden — ich wäre nicht nur meien Job los, sondern auch meien Kopf…! Weiterhin werden die leckersten Sachen (McFarmer bei McDonalds, Chicken Bacon Ranch bei Subways) aus dem Programm genommen zugunsten von untypischen sowie unnützen anderen „Leckereien“. Traurig.

  69. 70
    Mickey says:

    @69: solange die Apfeltasche (McD) im Sortiment bleibt — völlig okay. ;-)

  70. 71
    Gregor Keuschnig says:

    @68/JohnnyB
    Und ich frage mich, wie sittlich verkommen eigentlich jemand sein muss, den diese Praxis, die hier nur durch einen Zufall in der Drastik aufgefallen ist, nicht mindestens unangenehm aufstösst.

    Ein solches Vorgehen als Tatsache zu beschreiben ist ja noch etwas anderes als es zu goutieren. Es aber sozusagen als „gottgegeben“ hinzunehmen, zeugt entweder von Zynismus oder einem journalistisch-ethischen Verständnis, was unter aller Sau ist.

  71. 72
    Linus says:

    @ JohnnyB

    Hurra, es lebe der mündige Bürger, Konsument, Zuschauer!

    Nur nicht echauffieren. Es ist ja eh so. Kann man nichts machen. That’s live. Noch Bier? Auch gerne vor der Tür…

  72. 73
    Linus says:

    tausche ein ‚v‘ gegen ein ‚f‘

  73. 74
    Nobilitatis says:

    Das „v“ passt aber auch.

  74. 75
    westernworld says:

    nur mal so ganz allgemein gesprochen link</a

  75. 76
    JohnnyB says:

    @71/Gregor
    Diese Praxis stösst mir unangenehm auf.

    Aber ich denke man kann keine journalistischen Standards einfordern, wo es keine Journalisten und nur wenig Regeln gibt.

    Dann müssen wir zum Kern des Problems kommen: wie strikt sollte eine staatliche oder halbstaatliche Kontrolle der Medien gestaltet sein? Kann man und will man überhaupt die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Medien überwachen? Beides Fragen, die sehr schwierig sind und die ich persönlich gern umgehe, indem ich mich gegen privates Fernsehen und für ein steuerfinanziertes Öffentliches ausspreche.

    Nebenbei (@Linus), Mitmenschen werden nicht mündiger, wenn ihnen gesagt wird, was Werbung und was Journalismus ist. Entweder sie können es selbst erkennen, oder eben nicht. Die Schulung einer solchen Begabung wünsche ich mir in der Hand des Staates, nicht in der von privaten Medien.

  76. 77
    Gregor Keuschnig says:

    @76/JohnnyB
    wie strikt sollte eine staatliche oder halbstaatliche Kontrolle der Medien gestaltet sein?
    Meines Erachtens ist das weder staatlich noch halbstaatlich kontrollierbar. Hierfür gibt es wiederum die Medien, und — unter anderem — so jemanden wie Stefan Niggemeier. Aber dies als gängige Praxis wie ein Naturgesetz hinzunehmen, widerstrebt mir einfach. Und es mag zwar altmodisch, ja geradezu naiv anmuten: Aber ein bisschen sollte man auch journalistisches Ethos „einklagen“ können, ja müssen.

    Privatfernsehen kann man nun mal nicht mehr rückgängig machen, aber ein Bewusstsein schaffen für die mehr als fragwürdigen Methoden dort, das ist deshalb eben um so notwendiger.

  77. 78
    Linus says:

    @ JohnnyB

    Nicht, dass die ÖR-Anstalten im Gegensatz zu den Privaten zum Thema Wirtschaft und Medien nichts Spannendes beizutragen hätten, siehe z.B. hier oder hier .

    Mitmenschen werden nicht mündiger, wenn ihnen gesagt wird, was Werbung und was Journalismus ist. Entweder sie können es selbst erkennen, oder eben nicht.

    Wie sollen sie es erkennen, wenns ihnen nicht irgendjemand mal gesagt hat?

  78. 79
    name says:

    Cool. Ich weiß wo ich in Zukunft meine geliebten Sandewiches nicht beziehen werde. :-)

  79. 80
    Jeeves says:

    Nannte man früher solche „JohnnyB“ nicht „Mitläufer“ (?)
    Ich bin erschreckt. Erschrocken.

  80. 81
    Tim says:

    Ganz ehrlich glaube ich nicht daran, dass (trotz gegenteiliger Behauptungen) ein solcher Beitrag ohne Zuwendung an den Sender möglich ist.

    Pro7 ist in meinen Augen einer der innnovativsten Sender, was die Schaffung von Werbeplätzen im Privat-Fernsehen betrifft. Von daher…

  81. 82
    Gregor Keuschnig says:

    @81/Tim
    Ganz ehrlich glaube ich nicht daran, dass (trotz gegenteiliger Behauptungen) ein solcher Beitrag ohne Zuwendung an den Sender möglich ist.
    Ich glaube das auch nicht. Aber das genügt nicht. Wenn man’s nicht beweisen kann…

  82. 83
    Patrick says:

    Schlimm ist ja: man kann sich in solchen Fällen nicht hinstellen und mit dem Finger auf die böse PR zeigen (wobei die Selbstdarstellung übertrieben sein kann).
    Man muss es vielmehr der Redaktion anlasten, wenn sie so berichten wie „embeddete“ Kriegsreporter in Army-Obhut.

    Ich finde es bedenklich, wenn Redakteure es normal finden, Unternehmensinformationen 1:1 zu übernehmen. Das ist aber weit verbreitet. Besonders im technischen Bereich. Da ist es völlig normal, dass nur Unternehmensmeldungen (v.a. neue Produkte) gebracht werden.
    „Journalismus“, eigene Themenrecherche usw.: Ausnahmen.

    Da wundert es auch nicht, wenn mal „Artikel“ eines Pressesprechers 1:1 in einem Heft landen. Kein Wunder, wenn es besser geschrieben ist als ein Autor des Heftes es könnte und man sonst eh über irgend ein anderes Produkt geschrieben hätte…
    Die Konsumentenperspektive und das Schaffen von Mehrwert durch Eigenleistungen: das geht vielen ab, wissen nicht einmal, wie sie das anstellen sollten.

    Oder PR-Teams, die entsetzt gucken wenn sie erfahren, dass man eigentlich nicht vorhat den Redaktionsbesuch als Anlass für einen Artikel inkl. Firmenplatzierung zu nehmen. Verlautbarungsjournalismus halt.

  83. 84
    Felix says:

    Fast schlimmer find ich die in fast jedem Blog auftretende Visawerbung mit dem tanzenden Dicken ;) Dann lieber lecker Sandwiches. Guten Appetit.

  84. 85
    Fareus says:

    Jede Sekunde von „Die Sendung mit der Maus“ ist informativer, als diese pseudo-wissenschaftliche Werbesendung Galileo.

    Muss ich als Zuschauer eines werbefinanzierten Senders nicht immer damit rechnen auch außerhalb der Werbeblogs manipuliert zu werden?

    Warum sollte ich viel Geld für wabelige Baguettes bezahlen, die mir eh nicht schmecken?

    Ein gut recherchierter Beitrag Herr Niggemeier, danke dafür.

  85. 86
    jack says:

    Das ist einer der witzigsten Beitraege, die ich hier jemals gelesen habe. Die Erklaerung von Roggmann ist wirklich grossartig. Klar machen die Sender die Werbung fuer Subway umsonst! Es ist schliesslich hochinformativ, ueber den Produktionsprozess eines Baguettes und seines Belags zu berichten.

    73 Minuten Fernsehpraesens! Und das komplett kostenlos. Das muessen Genies in der Agentur sein.

  86. 87
    ruhrpottjunge says:

    Auch wenn in diesem Fall der Werbekunde SUBWAY nur die Möglichkeiten ausreizen, die eine Werbeplattform wie ProSieben ihnen ohne Rücksicht auf den eigenen Ruf und so etwas wie Anspruch an’s eigene Schaffen bietet: SUBWAY scheint insgesamt ein eher mit fragwürdigen Methoden arbeitender Franchise-Geber zu sein. Zumindest häufen sich die Berichte, in denen es um die Expansionpolitik des Unternehmens geht. Einer davon:

    http://www.webbaecker.de/r_ufuehrung/2006/0506FRANCHISEFALLE.PDF

  87. 88
    nabab says:

    schließe mich hier allen zynikern/realisten an und möchte der agentur zu ihrem erfolg garantieren. keine ahnung, warum jetzt diese eben nicht mißverständliche meldung von der website genommen wurde.
    peinlich ist das vor allem für die entsprechenden medien, die entweder aufgrund schlechter ausbildung und/oder geringer personaldichte jegliche sorgfalt bei der produktion von inhalten missen lassen.

  88. 89
    JohnnyB says:

    @ Jeeves: Wann war bitte früher? Als alle die Form einer Schublade hatten und Du im Untergrund die Revolution vorbereitet hast?

    @Linus: „Nicht, dass die ÖR-Anstalten im Gegensatz zu den Privaten zum Thema Wirtschaft und Medien nichts Spannendes beizutragen hätten, siehe z.B. hier oder hier .„
    Ja! Da möchte ich auch schreien. Aber dort kann ich Anspruch fordern. Von den Anteilseignern von Pro7 Qualität fordern? Man kann sich vorstellen, wie die reagieren…

    „Wie sollen sie es erkennen, wenns ihnen nicht irgendjemand mal gesagt hat?„
    Mal ehrlich, ich habe Galileo ab und zu nach den Simpsons gesehen und jeder Besuch in der Zuckerbäckerei war offensichtlich nur notdürftig als Reportage getarnt. Wer da den Fernseher an lässt, dem ist es egal, ob es Werbung ist, oder nicht.

    @Gregor: Bewusstsein machen ist wichtig. Deshalb finde ich Stefans Blogs auch ungeheuer wertvoll. Würde mir nur wünschen, dass er seine Schlachten gezielter wählen würde.

  89. 90
    Hirngabel says:

    @Gregor Keuschnig

    Aber welche Medien sollen das denn bitte sein, die hier regulierend eingreifen?
    Es gibt doch im Grunde keinen einzigen Fernsehsender, kein einziges Printmedium, dass ohne Unterstützung/Anfütterung durch PR auskommt.

    Da kann es um Produktpräsentationen gehen, oder um kulturelle Produktionen (Kinofilme, TV-Produktionen, Opern oder sonstwas) oder um den Reisebereich — letztlich wird die Initiierung der Berichterstattung nahezu immer vom Unternehmer/Dienstleister/Anbieter selbst ausgehen, und das eben dann in Form einer Pressemitteilung oder gar einer umfassenderen Pressemappe.
    Ich sehe es da (ganz unzynisch) einfach so, dass Journalismus in einem gewissen Masse einfach auf „PR“ angewiesen ist, um in der Lage zu sein, ausreichend Material für die entsprechende Publikation zu bekommen.

    Und da finde ich per se auch erstmal nichts verwerfliches dran, denn der wichtige Schritt kommt erst danach: Was macht der Journalist aus den ihm gegebenen Anstoßinformationen?

    Eben so wie es Frau Seipp (und andere) auch ausgedrückt hat: Der Journalist steht hier in der Pflicht etwas draus zu machen, was klassischen journalistischen Ansprüchen (ausgewogen, kritisch distanziert, objektiv) Genüge tut.


    Disclosure: Ich arbeite bei einer (touristischen) Marketing & PR-Agentur.
    Disclosure 2: Galileo finde ich sehr mies — eben weil dort kaum journalistische Eigenleistung gebracht wird und mich zudem die Themen „Essensherstellung“ und „Produkttests“ null interessieren.

  90. 91
    Florian says:

    Was, wenn dies einfach eine neue Dimension viralen Marketings ist? Sind wir alle Sklaven einer PR-Maschinerie, angeführt von Pro7 und foleys, und das auch noch ohne es zu merken? Mich schüttelts grad irgendwie ;-)

  91. 92
    Tim says:

    Liest hier jemand die Wirtschaftswoche?

    Vor ein paar Wochen gab es einen kritischen Artikel zu dem System „subway“. Die heile Infotainment-Welt ist alles andere als Realität:

    „Lizenz zum Abkassieren für Subway“

    wiwo.de/unternehmer-maerkte/lizenz-zum-abkassieren-fuer-subway-291546/

  92. 93
    Hajo says:

    Die entscheidende Frage ist, ob man, um das ganze Schleichwerbung nennen zu können, Absicht zu Werben bei ProSieben fordert, wie es diese schon aus Wikipedia zitierte EG-Richtlinie offensichtlich auch fordert. Dies wäre nur der Fall, wenn ProSieben für das Senden eine direkte Gegenleistung, also nicht nur die „Unterstützung“ der PR-Agentur beim Drehen der Beiträge, bekommen würde. Das ist wohl eher unwahrscheinlich.

    Wahrscheinlicher ist, dass aus Sicht von ProSieben bzw. der handelnden Redaktion diese von einer PR-Agentur begleiteten Beiträge billiges Material zum Füllen der Sendezeit sind. Alle Informationen werden geliefert, man braucht nur noch die Kamera draufzuhalten, und fertig ist ein Beitrag. Eigene Recherche wird offensichtlich nicht betrieben, würde ja auch Zeit und damit Geld kosten. Es wäre also einfach schlechter Journalismus, wie Anja Seipp es schon beschrieben hat.

    Aus Sicht der PR-Agentur, von Subway und objektiv betrachtet ist es natürlich Werbung, und da als solche nicht gekennzeichnet auch offensichtlich besonders wertvolle.

    Stefan hat hier ja, soweit ich das sehe, auch nix von Schleichwerbung geschrieben. Aber ne Werbesendung für Subway ist es offensichtlich. Und damit gleichzeitg schlechter Journalismus. Wenn das überhaupt noch Journalismus ist.

  93. 94
    Hennes says:

    Zum Geschäftskonzet von Subway hat ein gewisser Herr aus Bochum doch alles gesagt http://www.youtube.com/watch?v=9zMohp0VZsk&feature=related

  94. 95
    doc strangelove says:

    Die PR-Agentur hat keine Schuld, das ist ihr Job. Es mangelt in Deutschland einfach an journalistischer Ethik. Ein BBC-Journalist darf nicht mal ein Streichholzbriefchen von einem Unternehmen annehmen. In Deutschland gibts für ein paar Sandwich-Gutscheine schon ein Millionen-Publikum.

  95. 96
    Basti says:

    Habe gerade mit offenem Mund die Kommentare unter dem Wiwo-Artikel gelesen, der in #92 erwähnt ist. Hier reden die Franchisenehmer von Subway Klartext über ihre Firma.

    Eine interessante Lektüre, die die ProSieben-PR-Nummer nochmal in ein anderes Licht rückt.

    Denn offenbar verdient das Subway-Managment seine Brötchen nicht zuletzt damit, die eigenen Franchisenehmer reihenweise in die Pleite zu treiben und deren Läden — natürlich gegen neue Lizenzgebühr — dem nächsten Gutgläubigen anzudrehen. Aus diesem Grund wird dem Unternehmen offenbar auch der Beitritt zum Franchise-Verband verwehrt.

    Was für eine üble Kiste. Was für ein perfider PR-Laden. Was für ein Schrottsender.

  96. 97
    Olaf M. says:

    @4
    D‚nn w‚lln w‚r d‚s Ap‚str‚ph m‚l k‚rr‚kt v‚rw‚nd‚n!

    Ach, ich fand übrigens den Satz „Wir entschuldigen uns für evtl. missverständlich formulierte Aussagen auf unserer Website (…) “ am besten. :) Was bitteschön war denn daran missverständlich? :D

  97. 98
    Henning says:

    Herr Roggmann nur weil Subway nicht Pro7 bzw deren Sendergruppe direkt dafür bezahlt sondern sie damit beauftragt eine Sendung zu produzieren die Schleichwerbung beinhaltet heißt das nicht das es keine ist. Ich mache mich auch des Mordes Strafbar wenn ich jemand damit beauftrage, so einfach machen sollte es sich eine PR Agentur nicht. Aber vielleicht glauben sie ja was sie da sagen wenn sie es nur oft genug wiederholen.

  98. 99
    Léonie says:

    Keine Ahnung ob mein Kommentar jetzt gelöscht wird, aber die Sandwiches von Subway empfinde ich allemal als gesünder, als anderes Fastfood aus den USA. Und das Ziel einer PR-Agentur ist es nunmal, das Produkt so zu platzieren, dass es glaubhaft ist. Private TV-Anstalten können aus meiner Sicht auch nicht so unabhängig genommen werden, wie öffentlich rechtliche, da sie ja irgendwie Geld verdienen müssen…

    Naja nur meine Meinung.

    Gruß, Léonie.

  99. 100
    PS says:

    habe mir (als fleissiger marketer mit SEHR erfolgreichem Produkt) von Printredakteur heute anhören dürfen, dass er ein Problem hat, wenn er jeden Monat unser Produkt featured. Nicht weil die Stories schlecht sind, sondern weil es Probleme mit den Lesen gibt, wenn ein einzelner Anbieter zu prominent gefeatured wird.
    Und ich kann diese Angst verstehen.
    Wir haben jetzt mal eine Liste für ihn verfasst, die nur noch Themen featured, die von alleine funktionieren, bei denen aber unsere Erwähnung nicht weh tut…
    Hoffe, es hilft.

  100. 101
    Stefan W. says:

    Wie rührend: “ dass (…) Drehpläne (…) vorab gelesen wurden um evtl. sachliche Fehler eines Redakteurs und des Filmteams zu vermeiden.“

    Ähnlich selbstlos war die SED, wenn es darum ging, sachliche Fehler des Fernsehens zu vermeiden.

    @Karsten, #48: Das Volksmusik im Sonnenschein gedreht wird ist einzusehen (wenn man denn überhaupt einsieht, daß es Volkmusik gibt).
    Aber für lau im Hotel wohnen ist nicht richtig — schließlich sollte es mehr als ein Hotel und mehr als einen volksmusiktauglichen See geben, und die Auswahl sollte doch frei von Vorteilserwägungen und –annahmen sein.

    @Arnulf, #54: Wenn ein neues, technisches Produkt mit seinen Möglichkeiten vorgestellt wird, nachdem die Firma eine Pressemeldung herausbringt, dann finde ich das in Ordnung (wobei mir Computertechnik näher liegt als Autos), aber ich erwarte, daß sie kenntlich macht, woher die Information stammt. „nennt der Hersteller Übertragungsraten von 4MBit/s realistisch“ oder „haben wir im Labor 4MBit/s gemessen“.
    Beim PKW von mir aus Verbrauchswerte „6L auf 100 km“ „nur wenn man die Klimaanlage ausschaltet, und mit Rückenwind bergab“.

  101. 102
    Roman says:

    Ich verstehe nicht, worüber sich der größte Teil der Kommentatoren so aufregt. Auf einem privaten Unterhaltungssender wurde in verschiedenen Unterhaltungsformaten über die internen Abläufe in einem Unternehmen berichtet. Na und?
    Das ist nichts anderes als die Sendung mit der Maus für Erwachsene. Im Übrigen leben Firmen wie Pro7 von Werbeeinnahmen. Ohne Werbung kein Sender. Auch wenn in diesem Fall kein Geld geflossen ist, spart die umfassende Vorbereitung natürlich einiges an Kosten. Außerdem: Soll es verboten sein über ein Privatunternehmen zu berichten, weil man sich damit in die Nähe der Schleichwerbung bringt? Die Konsequenz wäre, nur noch über „seriöse“ Behörden zu berichten. Wie langweilig.
    Was die Beurteilung der PR-Agentur angeht: Das ist exakt die Aufgabe einer PR-Agentur: Themen in Medien zu platzieren, wobei für die Berichterstattung gerade kein Geld gezahlt wird.
    Richtig lächerlich wird es aber, wenn von Pro7 journalistische Qualität eingefordert wird. Wir haben nicht mehr 1950 sondern 2008!

  102. 103
    Gregor Keuschnig says:

    @102/Roman
    Wir haben nicht mehr 1950 sondern 2008!
    Abgesehen davon, dass es Pro7 1950 noch nicht gab: Weil man 58 Jahre weiter ist, dürfen Journalisten also „kostenlose“ PR machen? Bitte klären sie mich auf, inwiefern sich die Koordinaten für journalistische Berichterstattung in den Jahren zwischen 1950 und 2008 verändert haben. Sie scheinen da mehr zu wissen als ich.

  103. 104
    Torsten says:

    @Roman

    Guck einfach mal wieder eine Sendung mit der Maus. Und dann den Werbespot mit den jungen Leuten, die sich „das mal angeguckt haben“, wie MacDonalds so produziert. Wo würdest Du die Galileo Produktberichterstattung eher einsortieren?

  104. 105
    Gregor Keuschnig says:

    @90/Hirngabel
    Völlig d’accord, was Sie als Aufgabe einer PR-Agentur beschreiben. Ich glaube, es geht hier auch nicht darum, diesen Leuten was vorzuwerfen.

    Es geht tatsächlich darum, was Journalisten daraus bzw. damit machen. Die pauschale Einlassung, alle Informationen aus Unternehmen seien schon PR, ist mir zu einfach. Natürlich sind die Medien, wenn es um Unternehmensdaten geht, auf die Unternehmen angewiesen. Niemand sonst kann Umsätze, Geschäftspläne oder Produktplanungen erläutern. Aber Aufgabe des Journalisten ist eben die redaktionelle Bearbeitung und kritische Befragung dessen, was er dort vorgegeben bekommt. So kann man über neue Autotypen, die vom Hersteller XYZ geplant sind, berichten, man kann aber auch einfach das Werbeprospekt des Herstellers (welches u. U. niemandem sonst vorliegt), einfach abschreiben. Das ist jetzt arg holzschnittartig, aber letztlich geht es darum: Reden wir einem Verlautbarungsjournalismus das Wort oder der kritischen Distanz.

    Ich halte Verlautbarungsjournalismus für schlimmer als Werbung. Bei Werbung weiss jeder, woher sie kommt und welche Intention damit verbunden ist. Den Verlautbarungsjournalismus entdeckt man zunächst vielleicht gar nicht, weil der Journalist — ein grosses Wort — zunächst ein gewisses Vertrauen beim Leser geniesst: Das Vertrauen auf eine grösstmögliche Objektivität.

    Fehlt diese — wie in diesem Fall -, muss man das öffentlich machen und die entsprechenden Protagonisten zu decouvrieren. Das Lustige an diesem Beispiel war ja, dass die PR-Agentur selber ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert hat (das hat sie auch flugs entfernt). Ich stelle mir dann immer ganz schnell die Frage, wie gross die Spitze ist, die man da zu sehen bekommt und wie gross der Eisberg unter Wasser.

  105. 106
    Thomas says:

    Ich verstehe insbesondere bei Stefan Niggemeiers PR-Mann (hihi) Gregor Keuschnig nicht, warum ProSieben journalistische Ambitionen in Unterhaltungsformaten unterstellt werden.

    Das ist total weltfremd.

    Hinsichtlich des Interesses an einem solchen Beitrag: Man darf nicht vergessen, dass bestimmte kommerzielle Produkte gerade auch im Lebensmittelbereich eine Art Kulturgut sind, schließlich basiert gerade die Existenz des Privatfernsehens und dessen Erfolg auf einer Konsumkultur in der wir nunmal leben. Es ist also völlig folgerichtig, dass Konsum-Produkte auch Thema einer Fernsehsendung werden.

  106. 107
    Gregor Keuschnig says:

    @106/Thomas
    Sehr lustig. Dann erklären Sie mir mal, wo journalistische Ambitionen a priori weltfremd sind. Eine kurze Liste mit Aufzählungen reicht mir. Danke.

  107. 108
    Eullchen says:

    Hmm… wenn ich diese Diskussion hier verfolge, so kann ich mich nur wundern. Gut finde ich solche PR-Aktionen im Fernsehen auch nicht, zumindest nicht, wenn sie sich häufen. Prinzipiell interessant finde ich es allerdings schon, wenn ich sehe, wie solche Unternehmen funktionieren.
    Man kann sich nun aufregen oder wegschalten, aber sind wir mal ehrlich: Hätten wir unser eigenes Unternehmen, und die Möglichkeit, PR auf diese Weise für unsere Zwecke zu nutzen, dann würden wir es sicher tun. Oder?

  108. 109
    Stefan says:

    @Eullchen: „Prinzipiell interessant finde ich es allerdings schon, wenn ich sehe, wie solche Unternehmen funktionieren.“

    Ich auch. Das zeigen Kabel 1 und Pro Sieben aber nicht.

  109. 110
    Jeeves says:

    @108 Eullchen:
    Nein.

  110. 111
    Eullchen says:

    @Jeeves
    Glaube ich Dir nicht!

    @Stefan
    Kann sein, dass ich da zu wenig Interesse habe, mich dermaßen tief in die Unternehmensstrukturen von Franchiseketten einzuarbeiten, deren Fraß ich zum Kotzen finde… Aber um einen oberflächlichen Eindruck von Subway zu bekommen, reicht meiner beschränkten Weiber-Wahrnehmung der Mist von ProSieben und Kabel1. Sorry…

  111. 112
    ruhrpottjunge says:

    Dass privatwirtschaftlich funktionierende Fernsehsender jede Möglichkeit nutzen, um Einnahmen zu erzielen: in Ordnung, das müssen die wohl im Sinne der Anteileigner. Dass es genug Zuschauer gibt, die sich die so entstehenden Sendungen ansehen und die sich gerne stundenlang mit schlecht bis überhaupt nicht kaschierter Werbung berieseln lassen: bedauerlich, aber nicht ohne Gesellschaftkritik von oben herab kommentierbar und daher wohl hinzunehmen.

    Aber dass man das alles auch noch gut und wenn schon nicht gut, so doch zumindest normal finden soll — Da mach ich nicht mit. Auch auf die Gefahr hin, weltfremd und arrogant genannt zu werden: Und wenn jeder Sender das so macht, und wenn Millionen von Menschen sich liebend gern locker und leicht manipulieren lassen, es bleibt falsch, es bleibt Fernsehen von dummen, die Geld verdienen für Dumme, die Geld ausgeben.

  112. 113
    Thomas says:

    @Gregor Keuschnig: Sorry, dass ich erst nach zwei Stunden antworte, aber ich war grad bei u.a. Subway… kein Scherz.

    Zu der Frage, wo journalistische Ambitionen vorrauszusetzen von vornherein weltfremd ist: in privatwirtschaftlichen Unternehmen, die Unterhaltung produzieren. Galileo ist eine reine Unterhaltungssendung, die kannst Du nicht mit journalistischen Maßstäben bewerten.

    Also zumindest mache ich das nicht, aber ich schaue um die Uhrzeit auch lieber Kulturzeit auf 3Sat. Und da gabs neulich leider auch „Schleichwerbung“ — damit hatte ich dann allerdings schon ein Problem, weil ich vom ÖR sowas nicht erwarte und auch nicht will. (Ein Beitrag über Paul Potts und seine Karriere wäre auch ohne mehrmaliges Einspielen des Telekom-Spots möglich gewesen).

  113. 114
    B.Schuss says:

    naja, Privatsender sind per Definition Wirtschaftsunternehmen. Ob man da die selben Maßstäbe für journalistische Arbeit anlegen kann, wie bei den ÖR’s, weiss ich nicht.
    Der PR-Agentur kann man keinen Vorwurf machen. Die tut das, wofür sie von den Auftraggebern bezahlt wird. Das das allerdings so ungeschminkt auf der Homepage veröffentlicht wurde, überrascht schon.
    Formate wie Galileo sind für mich eher Unterhaltung, keine Information. Wie schon gesagt, die Frage ist halt, nach welchen Kriterien die Redaktion die Themen auswählt.
    Werden eine Woche lang die „Vorschläge“ von den verschiedenen PR-Agenturen gesammelt, und dann nimmt man die Themen, die die beste Quote bringen ? Erbringt die Redaktion überhaupt irgendeine Art von Eigenleistung ? Wie steht es um den Einfluss, den KKR/Permira möglicherweise auf die Inhalte bei P7S1 nehmen ?
    Die Grenze zwischen Information und Werbung ist oft fliessend.
    Und wie hier schon jemand anders gesagt hat, es ist ja auch nicht zu erwarten, dass Firmen einfach so dem Fernsehen Zugang gewähren, ohne dass die nicht zumindest einen Werbe-Effekt erwarten, wenn nicht sogar eine positive Darstellung ( bis hin zum Werbefilm ).
    Ich bezweifele, dass Formate wie „Galileo“ ihre Sendezeit überhaupt füllen könnten, wenn sie auf die „Vorschläge“ der PR-Agenturen verzichten würden.

    Es kommt halt darauf an, was man daraus macht. Ich habe auch schon Beiträge gesehen, in denen man sich große Mühe gemacht hat, das jeweilige Unternehmenslogo so wenig wie möglich zu zeigen, und sich tatsächlich nur aif die technischen Abläufe konzentriert hat.
    Aber das ist natürlich bei einem klassischen Industrieunternehmen wesentlich einfacher als bei Subway

  114. 115
    Gregor Keuschnig says:

    @113/Thomas
    Der Beitrag auf „Kulturzeit“ über Potts war in Wirklichkeit einer vom MDR. Es ging dabei genau um die Vermarktung von Potts, u. a. auch mittels dieses Spots. Insofern hat das nichts mit „Schleichwerbung“ zu tun.

    Die Schleichwerbeaffären der ö-r sind ja auch hier das Thema. Ich wüsste aber gerne trotzdem von Ihnen, warum man an spezielle Medien sozusagen a priori keine besondere Ansprüche stellen soll.

  115. 116
    Harald Eisenmann says:

    Ökonomisch gesehen ist Werbung eine Katastrophe denn die Kosten für Werbung sind im Produkt eingepreist. Wir bezahlen dafür das wir täglich genervt werden. Was ist das? Masochismus? Also ich persönlich bin nicht so veranlagt. Um dem entgegen zu wirken darf man eigentlich kein Produkt mehr kaufen für das geworben wird. Ich mach das schon seit längerem, klappt nicht immer aber ziemlich oft. Ruckzuck verlieren alle Werbe– und PR-Menschen ihre Lebensberechtigung. Man kann diesen ‚Menschen‘ nur mit Selbstachtung, Prinzipien und absoluter Konsequenz begegnen. Nur sind das Eigenschaften, die in unserer Gesellschaft nicht weit verbreitet sind (oder die Falschen verfügen darüber).

  116. 117
    inga says:

    Was mich ja immer nervt sind so Reaktionen wie „was erwartet ihr?“ oder „wenn man da anfängt, dürfte man ja gar nichts mehr anschauen/kaufen/konsumieren…“.
    Was ich erwarte ist erst mal nicht unbedingt deckungsgleich mit dem, was ich mir wünsche. Stimmt, von Pro7 erwarte ich mir inzwischen keinen seriösen Journalismus mehr. Aber muss ich mir Naivität vorwerfen lassen, wenn ich ihn dennoch fordere? Selbst von Pro7? Ich bin echt froh, nicht so abgeklärt zu sein, und reflexartig mit einem „wach auf, so ist die Welt“ zu reagieren, wenn ich finde, dass irgendetwas schief läuft. Da bin ich lieber „naiv“ oder „Moralist“ oder „Gutmensch“, je nachdem, was gerade wieder die beliebteste Herabwürdigungsformel sein mag, als zu resignieren und die Dinge hinzunehmen wie sie sind.
    Und zum Thema: Mag ja sein, dass kein Geld geflossen ist. Aber wenn ich eine PR-Agentur wesentliche Teile meiner Arbeit machen lasse, dann ist das zwar möglicherweise rechtlich in Ordnung, aber dennoch so etwas wie ein geldwerter Vorteil, den ich da annehme. Ich stelle also Sendezeit zur Verfügung und lasse mir im Gegenzug Inhalte auf Kosten des Unternehmens produzieren. Und als schönen Nebeneffekt kann das Unternehmen davon ausgehen, dass auch zukünftig recht freundlich berichtet wird, da der Sender ja schlecht heute über die tollen Produkte und die super Arbeitsbedingungen berichten kann und morgen über Dumpinglöhne und die Verheizung von Franchise-Nehmern.
    Das hat nichts, aber auch gar nichts mit z.B. der Veröffentlichung von Quartalszahlen in der FAZ zu tun (um mal ein besonders blödes Beispiel aus den Kommentaren hier zu nehmen). Sondern mit Publikumsverarschung.

  117. 118
    herrMartin says:

    also ich hab die letzten zwei Sonntage zufällig morgens die Sendung mit der Maus gesehen und war fasziniert, der Anspruch an den Zuschauer bei der Maus scheint Lichtjahre höher als bei Gallileo und Co. Und was auch auffällt, hier geht es wirklich darum das wissen vermittelt wird. Ich kenne klassischen (langweiligen) Industriefilm, so interne PR-Scheisse die eigentlich nicht für den Endkunden gedacht ist. Pro/ und Co senden nix anderes, nur nen bissel interessanter (kürzer) geschnitten und mit „Maus-Erzähler“ für Erbsenhirne.
    Was wirklich schade ist, weil Formate wie Welt der Wunder und Gallileo haben mal nicht so dullig angefangen… Überhaupt fällt inzwischen auf wenn man mal von ARTE und den dritten zu RTL und Co zappt, wie sehr sich das Programm doch unterscheidet. Es wäre ja nicht so das die privaten keine interessanten Themen hätten, nur ich bin oft wirklich genervt das mir dann die gewisse Tiefe, Hintergrundinformation, Kommentare mit Reflektierten Charakter fehlen.
    Die ganze PR-Scheisse finde ich im privat TV nicht so schlimm wie woanders, im privat Tv erwarte ich sowas fast schon, schlimmer finde ich die Geschichte in den Print-Medien. Viele Tageszeitungen bringen fast nur noch Pr. Der inzwischen klassische Deal ist doch, Ihr macht was Redaktionelles über uns und wir buchen bei euch Anzeigen. Damit Ihr nicht zu viel Arbeit habt bekommt Ihr aber auch die Redaktionellen Inhalte von uns. Ohne das hätten die meisten Mags keine Werbekunden mehr. Eigentlich schlimm, vom Standpunkt der Meinungsfreiheit aus und so…

    Andererseits arbeiten wir selber auch so, wer sich keine Werbeanzeigen leisten kann, muss halt zusehen das er redaktionell unter kommt…
    Mal ganz ehrlich, welches Start-up von normalen Menschen geschaffen, also Ohne Riesenkonzern im Nacken oder das Mami und Pappi einer Aristokraten Dynastie entstammen, kann sich denn überhaupt Printwerbung leisten?

  118. 119
    inga says:

    P.S.: Wer komt eigentlich auf den Blödsinn, Unterhaltung müsse keinen Qualitätsstandards folgen?

  119. 120
    Stefan says:

    Lustig, wie viele Leute hier zu glauben scheinen, von Privatsendern dürfe man keine journalistische Arbeit erwarten, das seien ja „Wirtschaftsunternehmen“. Gilt das entsprechend auch für Tageszeitungen?

  120. 121
    Simon says:

    Ich verstehe die in vielen Kommentaren vorgenommene Trennung zwischen Unterhaltung und Information respektive zwischen Journalismus und Nicht-Journalismus nicht!
    Wenn es publiziert wird, in welcher Form auch immer, so hat es journalistischen Ansprüchen Rechnung zu tragen.
    Das das nicht immer der Fall sein mag ist umso ärgerlicher.
    Selbst die 007-Filme müssen sich gegenüber Vorwürfen des Product-Placement rechtfertigen und niemand wird bestreiten, dass es sich dabei um Unterhaltungsformate handelt.

    Meiner Meinung nach, wird mit dieser doch sehr willkürlichen Trennung eine Scheindebatte ausgefochten. Im Kern geht es um die Aufrichtigkeit und Transparenz derer, die Publikationen zu verantworten haben, und um die Frage inwieweit Konsumenten dieselbe einfordern dürfen.
    Bei welchem Sender, in welchem Format, von welcher Agentur gedreht usw. sind doch dabei nur Nebenkriegsschauplätze, die unnötig den Blick trüben.

    Gruß
    Simon

  121. 122
    Simon says:

    @ Stefan: das find ich eher traurig!

  122. 123
    Thomas says:

    @Gregor:

    „Es ging dabei genau um die Vermarktung von Potts, u. a. auch mittels dieses Spots. Insofern hat das nichts mit „Schleichwerbung” zu tun.“

    Also die Vermarktung wurde nicht analytisch betrachtet, der Beitrag war rein deskriptiv und der Werbspot wurde fast komplett gezeigt und auch mehrfach. Es war beinah so, als würde man den gelungenen Spot loben. Und außerdem stand der Vermarktung-Aspekt auch nicht im Mittelpunkt, es ging hauptsächlich um die Frage, wie lange so eine Karriere hält und wie er damit umgeht. Vielleicht aus Mangel an anderen Aufnahmen oder weil man das Originalmaterial aus BGT nicht nehmen durfte? Oder weils so billiger und schneller produziert ist?

    @Stefan:

    „Gilt das entsprechend auch für Tageszeitungen?“

    In der Presselandschaft gibt es kein duales System, das ist der Unterschied. An die privaten Fernsehsender werden ja bekanntlich niedrigere Anforderungen gestellt, da die Grundversorgung durch öffentlich-rechtliche Anstalten (die beste Organisationsform für Journalismus) gewährleistet ist.
    Und das private TV-Sender nicht soviel oder eindeutig Schleichwerbung machen dürfen ist nur eine wettbewerbsrechtliche Frage, aber keine journalistische.

  123. 124
    Stefan says:

    @Thomas: Private TV-Sender dürfen nicht „nicht soviel“, sondern schlicht gar keine Schleichwerbung machen.

    Und das Verbot von Schleichwerbung ist nicht nur eine wettbewerbsrechtliche Frage, sondern auch im Rundfunkstaatsvertrag geregelt: „Werbung oder Werbetreibende dürfen das übrige Programm inhaltlich und redaktionell nicht beeinflussen.“

  124. 125
    Thomas says:

    @Gregor, Teil 2:

    „Ich wüsste aber gerne trotzdem von Ihnen, warum man an spezielle Medien sozusagen a priori keine besondere Ansprüche stellen soll“

    Ob „man“ das tun soll, weiß ich nicht. Ich tus jedenfalls nicht. Aber der Anspruch eines privaten TV Senders sollte es auch eigentlich sein, so viel Geld wie möglich zu verdienen und dabei am besten noch superunterhaltsames Programm zu machen (und nicht Journalismus, dafür gibts dutzende ÖR), was zu Inga führt:

    „Wer komt eigentlich auf den Blödsinn, Unterhaltung müsse keinen Qualitätsstandards folgen?“

    Soll sie doch, aber nicht solchen, wie das man keine PR für Subway macht. Allerdings scheint es im deutschen privaten TV keinerlei Qualitätsstandards für Unterhaltung zu geben, das ist aber wieder ein ganz anderes Problem.

  125. 126
    Gregor Keuschnig says:

    @123/Thomas
    Dann muss ich einen anderen Beitrag gesehen haben. Ich meinte den, in dem gefragt wurde, ob sich Potts nicht dahingehend falsch vermarktet, weil er jetzt Konzerte gibt und sich nicht an seiner Stimme ausbilden lässt. Dann wurde ein Operntheatermensch interviewt, der in einer ziemlich arroganten Manier meinte, Potts könne irgendwann einmal wiederkommen, wenn das Flattern aus der Stimme sei. Der Spot wurde als nicht besonders sinnvoll erachtet — was die Karriere von Potts angeht. Aber egal.

    Ich warte im übrigen weiter auf Ihre Liste. Bzw.: Sind (beispielsweise) private Fernsehsender a priori „befreit“ von journalistischer Sorgfaltspflicht? Falls ja, dann muss man das, glaube ich, irgendwo vermerken.

    Weiterhin bemerke ich den Unterschied nicht, den Sie da mit tageszeitungen vornehmen wollen. Primär sind Tageszeitungen nichts anderes als Wirtschaftsunternehmen. Demzufolge dürften bei ihnen auch keine oder nur geringe journalistische Maßstäbe angebracht sein.

  126. 127
    Simon says:

    @ Thomas:

    Wie kommen Sie auf die Idee unterschiedliche Maßstäbe an ÖR und an private Medienbetreiber anzulegen?
    Mir leuchtet das nicht ein. Bei der Beurteilung des Produktes geht doch eben ausschließlich ums Produkt, nicht um den Vertreiber…

  127. 128
    Pekka says:

    Wie kann man ausgerechnet die „Sendung mit der Maus“ als seriöse Referenz hier anbieten. Das ist ja nun wirklich eine Dauerwerbesendung für hunderte Merchandisingprodukte. Ansonsten bleibt es auch unverständlich, was Pro7 eigentlich vorgeworfen wird. Ist es wirklich so empörend, dass dort eine Unterhaltungssendung kein BBC-Niveau hat oder dass nicht permanent mit der moralischen Keule geschwungen wird? Viele Zuschauer (in der Zielgruppe) mögen die Sendung, so wie sie ist. Vermutlich ist das auch der Grund für Pro7 die Sendung so zu machen, wie sie ist. Es kann doch keine zwei Meinungen darüber geben, dass Pro7 anders zu beurteilen ist, als die Gebührenfresser.

  128. 129
    Stefan says:

    @Pekka: Nicht zu vergessen mag „Subway“ die Sendung so wie sie ist.

  129. 130
    usp says:

    @ Pekka:

    Wo ist denn die Maus bitte eine Werbesendung? Klar, es gibt Merchandising, aber dafür wird ja nicht während der Sendung geworben! Zumindes habe ich das noch nie gesehen.
    Und in der Sendung selber wird nie der Name genannt oder 5 mal betont, warum dieses Produkt besonders toll ist. Das ist bei Kabel1/Pro7 anders.

  130. 131
    Thomas says:

    @Gregor:

    „Dann muss ich einen anderen Beitrag gesehen haben.“

    Nein, ist derselbe gewesen.

    „Sind (beispielsweise) private Fernsehsender a priori „befreit” von journalistischer Sorgfaltspflicht? “

    Nicht, wenn sie journalistische Inhalte produzieren. Ich habe Galileo aber nie als ein journalistisches Format wahrgenommen.

    „Falls ja, dann muss man das, glaube ich, irgendwo vermerken.“

    Sollte man, ja ;) Lasst sie soviel werben und schleichwerben wie sie wollen ;) Ich gucks eh nicht. Solange dann nicht die Zeitungsverleger das gleiche Recht für sich einfordern, weil ihnen sonst die Werbeumsätze einbrechen…

    Simon:

    „Wie kommen Sie auf die Idee unterschiedliche Maßstäbe an ÖR und an private Medienbetreiber anzulegen? […]“

    Gute Frage. Ich verstehe nicht, warum manche das nicht tun. Ich habe mich auch nie gefragt, warum abgesehen von Qualitätseinbußen und Niveau, Schleichwerbung in Unterhaltungssendungen, fiktiven Formaten, Filmen usw. überhaupt etwas schlimmes sein soll. Werden die Leite für so dumm gehalten, dass sie bei einem Produkt, dass ebenfalls nur für den Konsum bestimmt ist, direkte oder versteckte Konsumanreize nicht als solche erkennen?

  131. 132
    Stefan says:

    @Thomas: Für den Fall, dass mein Kommentar oben untergegangen ist. Der Rundfunkstaatsvertrag untersagt, dass Werbetreibende das übrige Programm inhaltlich und redaktionell beeinflussen. Da steht nicht „journalistische Sendungen“, sondern „das übrige Programm“.

  132. 133
    Simon says:

    Danke Stefan, denn genau darauf habe ich mit meiner Frage Bezug nehmen wollen.

    und @Thomas:

    Ich lege auch nicht die gleichen Maßstäbe an alle Medienbetreiber an. Aber meiner Meinung nach, sollte man genau das können müssen.
    Es ist doch traurig genug, dass es nicht so ist. Genau deswegen kann ich mit derart fatalistischem Erduldungsgebahren nicht viel anfangen.

  133. 134
    Thomas says:

    Ist nicht untergegangen Stefan, Du hast Recht. Mit ist auch schon klar, dass Du Dich auf Deinem Blog mit Dingen beschäftigst, die tatsächlich irgendwie „falsch“ sind und in diesem Fall gegen etwas verstoßen wird, was eben anders festgeschrieben ist.

    Aber zu dieser konkreten Frage hat Anja Seipp ja schon alles geschrieben.

    Aber in meiner Wahrnehmung ist es eben so, dass das nicht mehr zeitgemäß ist. Und die EU hat sich im vergangenen Jahr auch damit befasst und in Zukunft werden bestimmte Dinge sicherlich gelockert. Man muss halt neue Formen und Regelungen finden. Dass „Schleichwerbung“ nur in Unterhaltungsformaten erlaubt sein sollte ist klar, und es sollte vielleicht auch direkt gesagt/eingeblendet werden müssen, wenn ein Beitrag in Zusammenarbeit mit einem Werbekunden entstanden ist, und natürlich sollte man Medikamente, Alkohol, Zigaretten usw. davon ausnehmen.

  134. 135
    Nobilitatis says:

    @Pekka:
    Sie leben in einer merkwürdigen Welt.

    Der Grund für Pro7, die Sendung so zu machen, wie sie ist, liegt in der Eigentümerstruktur, also dem derzeitigen Geschäftsmodell. Man muss sehr viel Geld verdienen, und das kann eben nur zu Lasten der Qualitätsmaßstäbe bei der Produktion von Inhalten gehen.
    Aber Sie haben Recht, dass es keine 2 Meinungen bei der Beurteilung von Sendungen in Pro7 und anderen Sendern geben kann. (Ich vermute, dass Sie mit „Gebührenfresser“ öffentlich-rechtliche Programme meinen und nicht gebührenfinanziertes Pay-TV oder so.) Bei der Beurteilung gibt es in der Tat objektive Kriterien, auch wenn Sie das grammatikalisch merkwürdig formuliert haben. Und bei einem „Wissensmagazin“ erwartet man da eben ganz naiv Wissen, genau wie bei jeder anderen Sendung mit diesem selbstgestellten Anspruch. Mit allen Vor– und Nachteilen. Ohne es schönzureden. Und da ist eben nichts zu finden von dem, was man da zu Recht erwartet. Abgesehen davon gibt es diese postulierte Unterscheidung zwischen „Information“ und „Unterhaltung“ nicht, weil beides etwas miteinander zu tun hat. Glauben Sie ja nicht, dass Sie Pro7 nicht mitfinanzieren. Das tun Sie jedes Mal im Supermarkt. Als Protest hilft dann auch höchstens konsequentes Abschalten. Bis nur noch Pekkas zuschauen. So funktioniert Marktwirtschaft.

  135. 136
    Nobilitatis says:

    @ Thomas:
    „Ich habe Galileo aber nie als ein journalistisches Format wahrgenommen.“

    Ich komme mit Ihrer Definition „journalistisches Format“ nicht klar. Was glauben Sie, wer Galileo produziert? Unterhaltungskünstler?
    Und Schleichwerbung ist generell untersagt. Werbung MUSS GEKENNZEICHNET WERDEN. Das ist es, was Stefan Ihnen in seiner subtilen Art zu sagen versucht. In jedem Programm. Auch bei „Unterhaltung“, was immer Sie als das definieren.

  136. 137
    Thomas says:

    In der Sache habt ihr gar nicht so unrecht ;)

  137. 138
    Gähn says:

    [wg. Blödheit gelöscht]

  138. 139
    meykosoft says:

    Gab es da nicht früher mal einen Spezialisten mit Namen „Thomas Troll“ oder so ähnlich…

    Aber nee, wahrscheinlich irre ich mich. ;)

  139. 140
    Stony says:

    @113: „Galileo ist eine reine Unterhaltungssendung, die kannst Du nicht mit journalistischen Maßstäben bewerten.“

    galileo nenn sich selbst ‚das wissensmagazin‘ — der unterschied zwischen wissen vermitteln und reiner unterhaltung dürfte klar sein.
    aber wie wurde das vor einiger zeit so schön auf ‚german-bash‘ beschrieben: ‚früher zeigte man bei galileo wie ein kühlschrank funktioniert, heute setzt man eine leichtbekleidete tussie da rein und fragt sie ob es schön kalt ist‘ (oder so ähnlich). der standard dieser sendung hat mittlerweile ein niveau erreicht das noch tiefer liegt als mancher keller. ;)

  140. 141
    Thomas says:

    Übrigens läuft grad auf ProSieben tatsächlich eine Bewerbersendung, wo sich Leute in einem Sandwich-Restaurant bewerben. Allerdings nicht bei Subway.

  141. 142
    Hein Doofer says:

    Weiß jemand, wann der Beitrag bei Kabel eins gelaufen ist? Ich habe den 18. Juni, kann das jemand verifizieren?

  142. 143
    Dom says:

    http://www.tv-kritisch.de/2008/09/09/schnitzel-tv/

    Das ist ja lustig, hier wird um belegte Brötchen gestritten, während ich gerade die SCHNITZELVERSCHWÖRUNG aufdecke. Und die ist senderübergreifend. Ganz klar, wir sollen alle gnz dolle fett werden, damit nächstes Jahr Fitness-Content im TV vermarktet werden kann, nur sehen will das niemand, genausowenig wie Brötchenbeleger, …äh, sorry… Systemgastronomen, Frittenbräter usw.

    Es gibt ja diese MediaControl Gruppe an deren TV-Verhalten die Einschaltquoten hochgerechnet werden. Aus dem Fernsehprogramm und dessen Gestaltung lässt sich folgendes konkludieren:

    1)Niggemeier-Kommentaristen sind keine typischen TV-Konsumenten
    2)Die Kontrollgruppe setzt sich aus einem ungewöhnlich großen Anteil Neanderthaler zusammen
    oder
    3)Die deutsche Bevölkerung ist wirklich so bekloppt, wie es Sender, PR-Agenturen und Regierung haben wollen

    Hurra…

  143. 144
    Oliver says:

    Gerade in diesen Minuten kämpfen drei Kandidaten im ProSieben-Format „Deine Chance!“ um einen Ausbildungsplatz als SystemgastrnomIn bei… Subway!

  144. 145
    Thomas says:

    Nein Oliver, nicht bei Subway.

  145. 146
    Hennes says:

    sondern bei freshsub, die selbst damit werben, der „testsieger“ bei galileo geworden zu sein

  146. 147
    Hobelbruder says:

    @143/Stefan: Oh ja, endlich schreibt da mal jemand was! Ich frage mich seit nem gefühltem halben Jahr wieso auf beinahe allen Privaten, die was auf sich halten täglich stundenweise „Reportagen“ versendet werden, in denen das größte *hierbeliebigesLebensmitteleinsetzen“ aller Zeiten gebaut wird. Da muss doch wirklich irgendetwas dahinterstecken. Also: Bitte, bitte recherchiere mal einer von euch beiden da weiter und kläre uns endlich auf was es damit auf sich hat. Vielen Dank :)

  147. 148
    Caspar Hauser says:

    @ 135 Nobilitatis

    „Man muss sehr viel Geld verdienen, und das kann eben nur zu Lasten der Qualitätsmaßstäbe bei der Produktion von Inhalten gehen.“

    Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Schluss zwingend ist. Als Werbekunde hätte ich jedenfalls auch einen gewissen Qualitätsanspruch an den Content, der um meine Werbung herum läuft. Und für McDonalds oder Burger King ist es mitunter auch nicht lukrativ, Werbung in „Content“ einzubetten, der gerade ein Loblied auf Subway hudelt, und ach wie „gesund“ und „toll“ dort alles ist.
    My 2 cents

  148. 149
    nona says:

    Ich bin ein wenig verblüfft über die Vielzahl von Kommentaren á là „ist ja zu erwarten/normal/üblich/Privatsender/blah“ — nein, das ist nicht normal, und „erlaubt“ ist das auch nicht. Ich sehe nicht ganz, was da irgendwie interpretier– oder entschuldbar wäre. Stefan weist richtigerweise auf den Rundfunkstaatsvertrag hin.

    Was ich erwarte? Ich erwarte, dass ich als Zuschauer nicht beschissen oder verarscht werde. (Pardon the French.) Dass ich es doch werde sobald ich Pro7/Kabel1/Gallileo sehe macht das doch nicht besser. Natürlich ist das durchschaubar, so naiv bin ich nicht. Aber ob es für mich und für andere durschaubar ist obwohl es (gesetzeswidrigerweise) nicht als Werbung gekennzeichnet ist, ist doch kein Kriterium. Angebracht wäre es da in der Tat, staatlicherseits allen Beteiligten mal auf die Finger zu klopfen, und zwar rundum (Firma, Agentur, Sender, Redaktion). Das geht über „schlechte Berichterstattung“ weit hinaus, das hat ja schliesslich System. Gallileo gibt sich den Anschein einer wissenschaftlichen informierenden aufklärenden Sendung, sie implizieren Objektivität und Autorität und machen als williger Handlanger solcher PR-Aktionen das genaue Gegenteil. Sie hinterfragen nicht kritisch und objektiv, sondern gestalten solche Beiträge bewusst einseitig im Sinne des (sagen wir mal) „Kunden“ und dessen Darstellungs– und Produktplatzierungswünschen. Das ist nicht Inkompetenz, das ist Absicht. Und genau sowas sollte eigentlich via Rundfunkstaatsvertrag unterbunden sein.

  149. 150
    chefkocher says:

    Kann es sein, dass sie DIE Anja Seipp sind, die fast eineinhalb Jahre bei einem Medienkonzern namens ProSieben Media AG heute: (ProSieben Sat.1 Media AG). Jedenfalls spuckt eine Suche bei XING so etwas aus…

    Wenn ja, dann wären ja die „möglicherweise zu faulen“ Jounalisten ehemalige Kollegen von ihnen, oder?

  150. 151
    Nobilitatis says:

    @nona:
    „Staatlicherseits“, erwarten Sie da wirklich etwas, angesichts der völligen Untätigkeit in anderen Bereichen, z.B. Anrufgewinnspielfernsehen (um es harmlos zu umschreiben)?

  151. 152
    Anja Seipp says:

    @150
    Ja, die bin ich. Kann mir aber nicht vorstellen, dass da heute noch Leute arbeiten, die ich von damals kenne, ich bin da schon über 8 Jahre weg und habe keinen „Vertrag“ mit denen.

    Und wer sind Sie, chefkocher?
    :-)

  152. 153
    nona says:

    @Nobilitatis:
    Nein, ich erwarte da natürlich wenig bis garnix. Wie gesagt, so naiv bin ich nicht. ;) Ich echauffiere hier nur ein wenig so vor mich hin…

    Nein ernsthaft, mich nerven solche missbräuchlichen Praktiken, je nach Gemütslage kotzen sie mich auch einfach an. Egal ob ich nun für dumm verkauft werden soll oder jemand anderes. Was ich von Menschen halte, die solche Fürdummverkauferei professionell betreiben, oder von deren Apologeten und Co-Konspiratoren (die sich auch hier in den Kommentaren tummeln), kann man sich vermutlich ausmalen. Ich für meinen Teil könnte mir an deren Stelle nicht mehr guten Gewissens im Spiegel ins Gesicht sehen. Wie wird man bloss so?

    (Kurz gesagt: geht sterben.™)

  153. 154
    Sebastian says:

    @97: har har. Knapp daneben.

    Das war auch kein Apostroph, versuchen Sie’s mal mit Shift-#, aber das wurschtelt die Blog-Software hier ja auch wunderbar um. Wenn Sie es ganz korrekt machen wollen, müssen Sie & apos; verwenden (ohne das Leerzeichen). Dann kommt das hier bei raus:

    &apos;

    Ich heiz schon Mal den Backofen vor für das Eis, was ich mir gleich backe…

  154. 155
    B.Schuss says:

    „Der Rundfunkstaatsvertrag untersagt, dass Werbetreibende das übrige Programm inhaltlich und redaktionell beeinflussen.“

    ah ja. Und wer hier ist ernsthaft der Ansicht, das sich dieser hehre Anspruch in der Realität auch so darstellt ?
    Natürlich untersagt der Rundfunkstaatsvertrag das. Aber das heisst ja nicht, das es deswegen automatisch nie dazu kommt.

    Die meisten Medienunternehmen sind heutzutage Bestandteile von größeren, oft weltweit operierenden Medienkonzernen, und mit diesen wirtschaftlich so stark verzahnt, dass es schon fast utopisch ist, zu glauben, dass es in dieser komplexen Gemengelage nie dazu kommt, dass die wirtschaftlichen Interessen des Konzerns hier und da die Qualität der journalistischen Arbeit „kompromittieren“.

    Natürlich ist die Vermischung von Werbung und journalistischem Content bedauerlich. Aber so lange wie die Landesmedienanstalten derart zahnlose Tiger sind, wüsste ich nicht, wie dem beizukommen wäre.

  155. 157
    Dogz&Salad says:

    Haha, der war gut, Stefan! Den muss ich mir merken!

  156. 158
    „Subway”-Journalismus für alle « Stefan Niggemeier says:

    […] gestern hatte foleys, wie berichtet, auf seiner Homepage auch noch damit geprahlt, werbliche Beiträge für […]

  157. 159
    B.Schuss says:

    @Stefan: deine journalistische Arbeit in allen Ehren, aber gerade du solltest doch am besten hier wissen, wie wenig die Landesmedienanstalten in Bezug auf derartige Verstösse im Fernsehen unternehmen. Du selbst hast schliesslich zahlreiche Artikel und Blogeinträge verfasst, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen. Hier und da mal eine Rüge, das ist alles.
    Ich sehe die milliardenschweren Medienkonzerne schon zittern…

    Das Problem ist doch nicht, dass es zu wenig Journalisten oder Blogger gibt, die über solche Fälle berichten.
    Das Problem sind die Aufsichtsbehörden, die sich entweder einen Scheiss für diese Dinge interessieren, oder so in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind, dass man sie auch gleich abschaffen könnte, weil sie eh nix bewirken. Deine Worte im Mai 2007, bzw. März 2005.

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/blm-kapituliert-vor-9live/

    http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~E2A7B123F4BE34AC18555DD9D1993A1C6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Wie gesagt: ich schätze deine Arbeit. Du gehörst mit zu denen, die regelmäßig auf diese Art Missstände in der Medienlandschaft aufmerksam machen. Das ist sicher lobenswert.
    Aber fragst du dich nie, ob deine Zeit wirklich sinnvoll investiert ist, wenn am Ende sowieso nix passiert ?

  158. 160
    Philippe Welti · Kommunikation: Verstehen, was ist. » Falsch “verstandene” PR says:

    […] Die deutsche PR-Agentur Foleys brüstete sich damit, dass sie werbliche Beiträge für die umstrittene Fast-Food-Kette „Subway” in Sendungen von “ProSieben” und “Kabel 1″ platzierte und kontrollierte. Im Original tönte das so: Das Team von foleys PR initiierte und begleitete dabei alle Drehs, bereitete deren Inhalte vor, brie… […]

  159. 161
    Mary says:

    Ich habe bei besagter Firma gearbeitet und kann quasi alles was nicht positiv ist bestätigen… Rechtsungültige Arbeitsverträge, kein Urlaubsgeld, kein Krankengeld und unter Tariflohn..

  160. 162
    Aufgefallen? - jswelt - Forum (Javascript, PHP, MySQL, AJAX, Webdesign) says:

    […] das jetzt?! Platzierte Werbung bei Galileo? Davon habe ich noch nie, nie etwas gemerkt… Teil I: Der

  161. 163
    Nachrichtenfluss » Blog Archive » PR lügt nicht, PR schafft Wahrheiten says:

    […] diesem Blogeintrag zitiert, das Orignial wurde vom Netz […]

  162. 164
    Die Grenzen der Grenzen (im Firefox) « Stefan Niggemeier says:

    […] ist schon häufiger passiert und lässt sich zum Beispiel auch auf fernsehlexikon.de sehen, wo der […]

  163. 166
    Marius says:

    @Nummer 4 (Sebastian)
    Klugscheißen will gelernt sein…
    Er hat gar keinen Apostroph ( Shift + # ) verwendet sondern einen Akut-Akzent ( ´ )…
    Ja, der ist auch fehl am Platze aber das lass ich mal außer acht.

    —-

    Zum Thema:
    Gibts überhaupt noch jemand der sich Galileo anschaut? Dachte das hat schon jeder gemerkt das die ständig Themen wiederholen, es _nichts_ Wissenschaftliches dabei gibt, Werbung machen und nach dem Motto „Sex sells“ agieren.

  164. 167
    „Subway”-Journalismus in Ulm « Stefan Niggemeier says:

    […] dann war da noch die „Südwest-Presse” in Ulm, die sich ein Beispiel an ProSieben nahm und beschloss, einfach mal auf die leckeren Sandwiches der Kette „Subway” […]

  165. 168
    Jan Theofel says:

    Gerade aktuell bei RTL II gesehen: Schau dich schau mit dem „Fastfood-Duell“. Sprich welches Fastfood ist am gesundesten etc. Gewonnen hat das Sandwich und nun dürfen wir alle genau einmal raten, wa das für den Text bezogen wurde…

  166. 169
    Lokalzeitung | Malte Hübner says:

    […] betrügt und die Angestellten noch mehr? Anscheinend hat es aber gerade das Thema Subway so an sich, dass gerade Redakteure zu gern fernab sämtlicher journalistischen Grundregeln darüber berichten. […]

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