Die VG Wort gibt 8, bräuchte aber was auf die 12

13 Mai 13
13. Mai 2013

Die VG Wort will mir nicht sagen, ob eine ärgerliche Kampagne, in der sie die Debatte um die Zukunft des Urheberrechts auf unterstem Niveau festzementiert, womöglich von mir mitbezahlt ist.

Die VG Wort ist so etwas wie die Gema für Texte und eigentlich eine gute Idee. Als Verwertungsgesellschaft sammelt sie unter anderem die Urheberrechtsabgaben ein, die pauschal zum Beispiel beim Kauf von Kopiergeräten, DVD-Rohlingen und USB-Sticks erhoben werden, und schüttet sie an die Autoren aus. Auf diese Weise erhalten die Urheber einen Ausgleich dafür, dass Konsumenten ihre Werke für private Zwecke vervielfältigen dürfen.

Vor drei Wochen nun hat die VG Wort eine neue „Kommunikationsplattform“ gestartet, mit der sie sich „verstärkt für die Rechte der Autoren und Verlage einsetzen“ will. Unter wir-geben-8.net hat sie „8 Positionen zum Urheberrecht“ veröffentlicht und lässt mehrere Prominente erklären: „Wir geben 8 aufs Wort.“

Es handelt sich um eine Art Remake der organisierten Aufschreie
„Mein Kopf gehört mir“ und „Wir sind die Urheber“ aus dem vergangenen Jahr und dokumentiert in ähnlicher Weise den Willen, komplexen Problemen durch Pauschalurteile und Platitüden zu begegnen.

Eckart von Hirschhausen witzelt:

Ich will weiter im Land der Dichter und Denker leben, nicht in einem Land der Markierer und Einfüger.“

Nele Neuhaus steuert unter anderem einen Satz bei, der doof, aber wenigstens nicht originell ist:

„Was nichts kostet, ist nichts Wert.“

Den Vogel aber schießt Denis „Blackface“ Scheck ab, der beim Gehen in die Kamera spricht:

„Der Pirat, schrieb Cicero, ist ein Feind aller Menschen: communis hostis omnium. Heute, 2000 Jahre später, gibt es neue Piraten, die sich an den Urheberrechten von Autoren vergreifen. Dagegen sollten wir uns alle wehren. Gegen alte Feinde helfen altbewährte Mittel.“

Das ist das vollständige Zitat von Scheck.

Was möchte der ARD-Moderator uns mit diesen Worten sagen? Worin bestehen die „altbewährten Mittel“ und wie „helfen“ sie, um das Urheberrecht zu schützen?

Man weiß, was Cicero meinte: Piraten sind keine normalen Feinde. Sie stehen außerhalb der Gemeinschaft der Menschen. Sie sind die Terroristen seiner Zeit. Die üblichen Regeln beim Umgang mit Kriegsgegnern gelten nicht. Im Kampf gegen sie ist jedes Mittel recht.

Wenn man also gutwillig unterstellt, dass Denis Scheck einen Beitrag zur Urheberrechtsdebatte leisten wollte, dann ist dies sein Beitrag zur Urheberrechtsdebatte: Der Kampf gegen Schwarzkopierer soll ohne Rücksicht auf Verluste geführt werden.

Ich habe bei der VG Wort nachgefragt, ob das auch ihre Position ist, dass im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen jedes Mittel recht ist, und inwiefern das „hilft“.

Nach kaum mehr als zehn Tagen rang sich Pressesprecherin Angelika Schindel zu einer Antwort durch:

Sowohl Inhalt als auch Form der Kampagne „Wir geben 8 aufs Wort“ wurden in den Gremien der VG WORT ausführlich beraten und beschlossen.
 
Autoren und Verleger äußern sich mit ihren persönlichen Botschaften zum Thema „Urheberrecht“ auf der Plattform. Die VG WORT kommentiert diese Stellungnahmen nicht, sondern freut sich über alle Autoren und Verlage, die sich im Rahmen dieser Aktion für das Urheberrecht einsetzen.

Ich übersetze das mal frei mit: Solange sich die Prominenten irgendwie „für“ das Urheberrecht aussprechen (was immer das bedeuten mag), ist der VG Wort jeder Unsinn recht.

Dirk von Gehlen schreibt über Schecks Beitrag:

Er hat die Anschlussfähigkeit eines Brunftschreis in einem artfremden Gehege. Hier will jemand ein Revier markieren, ohne zu bemerken, dass diese Markierung alle Grenzen überschreitet. Selbst wenn die Aussage — weniger gewitzt — einfach nur gelautet hätte „Urheberrecht find ich gut“ (von dem Format sind andere Beiträge auf der Seite), krankt sie aber noch an einem zweiten Problem: Sie ist keine Antwort auf die Herausforderung. Denn natürlich ist das Urheberrecht wichtig, darüber streitet in Wahrheit niemand. Die Auseinandersetzung muss im Sinne einer offenen Gesellschaft über die Frage geführt werden, welche Durchsetzungsmaßnahmen die Gesellschaft für angemessen hält — und wie man die Akzeptanz des Urheberrechts steigert. Und hier wird das ganze Dilemma der 8-geben-Kampagne (übrigens auch eine Website für Kleintierpflege) offensichtlich: Die Wortmeldungen auf der Seite legen nahe, der Herausforderung der digitalen Kopie sei allein und zuvorderst durch moralische Kampagnen zu begegnen.

Die VG-Wort-Kampagne ist deshalb ärgerlich, und für mich ganz besonders, weil ich einer der „mehr als 400.000 Autoren“ bin, deren Rechte und Ansprüche die VG Wort verwaltet und in deren Namen sie scheinbar spricht. Meine Frage, welche VG-Wort-Gremien konkret die Kampagne „beraten und beschlossen“ haben, hat die Pressesprecherin bislang nicht beantworten wollen.

Immerhin bekam ich von ihr eine Art Antwort auf die Frage, warum die VG Wort sich überhaupt berufen fühlt, politische Kampagnen zu fahren — in ihrer Satzung fand ich keinen Hinweis darauf, dass das ihre Aufgabe ist. Frau Schindel verweist mich auf das „Handbuch des Urheberrechts, Loewenheim, 2. Auflage, S. 789 ff.“, wonach zu den „selbstverständlichen Aufgaben von Verwertungsgesellschaften auch die Verfolgung gemeinsamer Ziele der von uns vertretenen Berufsgruppen“ gehöre. Die VG Wort nehme deshalb „regelmäßig Stellung zu laufenden Gesetzgebungsverfahren oder urheberrechtspolitischen Diskussionen“ und sei „insoweit ein wichtiger Ansprechpartner für Ministerien, politische Parteien, Verbände etc.“

Bleibt noch die Frage, wer diese vergurkte Kampagne bezahlt. Ich habe die VG Wort vor drei Wochen gefragt, wieviel die Aktion kostet, aus welchen Mitteln sie finanziert wird und ob sie die Ausschüttungen an die Wahrnehmungsberechtigten (wie mich) mindert. Frau Schindel hat die Frage nicht beantwortet; nicht einmal die Nachfrage, ob sie mir die Fragen nicht beantwortet.

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91 Gedanken
  1. 1
    ST says:

    Wäre ja mal interessant, ob es ein internes „Forum“ in der VG Wort gibt, dass diese aktuelle Problematik behandelt, d.h. in dem über die aktuelle Situation diskutiert und nach Lösungen gesucht wird. Die „über 400.000 Autoren“ haben ja sicherlich ein grundlegendes Interesse daran, dass eine gerechte Bezahlung ihrer Leistungen auch zukünftig erfolgen kann.
    Zudem sollte die VG Wort als Verwertungsgesellschaft der ihr angeschlossenen Autoren auch neue Einkommensfelder erschließen, so sich welche ergeben. Zumindest denk ich mir das so. Klappt ja aber auch bei der GEMA nicht (siehe youtube).

  2. 2
    JMK says:

    Eben regte ich mich noch über so manche Republica-Panels auf, die auf dümmste und dümmlichste Weise das Urheberrecht de facto abschaffen wollen, oder es nicht ernst nehmen. Und dann kommt so was.
    Manchmal wünschte ich mir, es gäbe das Internet nicht mehr, dann „müsste“ ich mich nicht mit Wirrköpfen auf beiden Seiten befassen.
    Favorit auf seiten VG Wort derzeit: Axel Hacke

  3. 3
    Michael says:

    Es ist jedes Mal wieder ein Zittern, wessen Werke man in Zukunft mit einem flauen Gefühl lesen/sehen wird. Hacke mochte ich zum Glück nie, Scheck leider schon. Man fragt sich einfach, wann soll man ein Abo künden, weils zu viel ist? Aber leider käme das Zeichen, was man setzen wollte, sowieso nie an.

  4. 4
    Klaus says:

    @JMK: Der Unterschied ist, dass die eine Seite der Wirrköpfe von der Politik immer ein Körbchen nach Wunsch geflechtet bekommen haben und die Körbe immer noch immer nicht so groß und schön sind, wie man sie sich erträumt hat.

    Letztlich kapieren die nicht, dass sie sich selbst damit schaden. Man kann keine Gesetze gegen das Einsehen eines Großteils der Bevölkerung durchdrücken. Die ganzen Kampagnen hinterlassen eher den Eindruck einer raffgierigen Urheberrechtslobby, die den Hals nicht voll bekommt.

    Wie textete „Weird Al“ Yankovic in seiner sarkastischen Parodie „Don’t Download This Song“ so schön: „How else can I afford another solid gold Humvee […]“

    Es ist überspitzt das, was viele Menschen über solche Kampagnen denken. Letztlich wird es weder den Verlagen noch den Urhebern so gelingen unter der breiten Mehrheit der Bevölkerung eine grundsätzlich positive Einstellung zum Urheberrecht zu erlangen. Mit dieser Art und Weise der „Diskussion“ können die nur verlieren.

  5. 5
    meykosoft says:

    Man sagt ja allgemein, wenn jemand unreflektiert oder rücksichtslos oder etwas durcheinander reagiert, da stecke eventuell Unsicherheit oder Angst im weitesten Sinne dahinter. Also: Wer oder was hat die „VG-Wortler“ denn schon wieder so verschreckt?

    Diese Art Kampagnen werden jedenfalls durch Wiederholungen nicht wahrhaftiger.

  6. 6
    nona says:

    Dass Pressesprecher nicht mit der Presse sprechen (oder überhaupt sprechen) gibt es ja erstaunlich oft. Sprechepresser, die ihre Spreche pressen.

  7. 7
    JMK says:

    @Klaus
    „viele Menschen„
    „Großteils der Bevölke­rung„
    gibt es dazu Belege. Ich glaube der Großteil der Bevölkerung ist durchaus für ein Urheberrecht in welcher Ausgestaltung auch immer.
    Und die Masse hat ja nicht immer recht. Um mich mit Frau Nele auf eine Stufe zu stellen, argumentatorisch.
    Dass solche Kampagnen natürlich in erster Linie kontraproduktiv sind, ist richtig, auffällig, dass die alle völlig dilettantisch daherkommen.

    Nur: weil die VG Wort oder auch andere Vereine oder Lobbyverbände schlechtes Marketing betreiben oder auch mit kruden Argumenten aufwarten, laufe ich nicht zur anderen Seite über. Nur haben sie dort keine Anzüge an, sondern T-Shirts, inhaltlich ist da auch nicht viel zu holen.

  8. 8
    Stefan Niggemeier says:

    @JMK: Ich bin mir nicht sicher, ob das Denken in „Seiten“ hilft. Ich bin Urheber. Auf welche „Seite“ gehöre ich? Die von Denis Scheck?

  9. 9
    Frederik says:

    Überreaktion geboren aus nackter Panik geboren aus schlechter Information. Ich wette nur ein Bruchteil der teilnehmenden Autoren ist von Piraterie betroffen. Die Umwälzung und teilweise Auslöschung der Verlagsbranche durch digitale Angebote wird mit oder ohne schärfere Pirateriegesetze weiter gehen.

  10. 10
    Barbossa says:

    „Der Pirat, schrieb Cicero, ist ein Feind aller Men­schen: com­mu­nis hos­tis omnium.“

    Der alte Cicero hat doch auch nur fremdes Gedankengut kopiert.

  11. 11
    JMK says:

    @Stefan Niggemeier
    Da hab ich mich mißverständlich ausgedrückt. Ich sehe derzeit nur zwei Seiten: die Bewahrer des status quo und die die das Urheberrecht auflösen wollen, bzw. dieses derzeit ignorieren.
    Auf beiden Seiten sind ja Verwerter und Urheber gleichermaßen zu finden.
    Ja, ich weiß es gibt da eine zumindest so meine Wahrnehmung kleine Masse, die das Urheberrecht reformieren will , aber die wird kaum gehört.

  12. 12
    Twipsy says:

    @11
    Die Piraten wollen das Urheberrecht jedenfalls nicht abschaffen. Aber auf deren Inhalte achtet ja auch kaum jemand.

  13. 13
    JMK says:

    @11
    Entweder kennst Du andere Piraten, aber die in meinem Universum wollen es de facto schon abschaffen oder wie „Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern“ zu verstehen.
    eien Kompensation der Urheber haben die Piraten ja nicht im Angebot.

  14. 14
    meykosoft says:

    @11
    Mein Eindruck: Viele wol­len das Urhe­ber­recht überhaupt nicht abschaf­fen. Es werden jedoch mal wieder fast ausschließlich die Lauten und Polarisierenden gehört. Denn „Krakehl„hilft auf jeden Fall jedweden Dialog zu vermeiden oder eventuell Lösungsmöglichkeiten zu finden…

  15. 15
    meykosoft says:

    @13 Copy and paste.

    Die Piratenpartei mit dem Wunsch nach Weiterentwicklung (Zitat):

    „Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit.

    Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.“

  16. 16
    Muriel says:

    Niemand streitet darüber, ob das Urheberrecht wichtig ist?
    Schade.
    Mich würde so ein Streit durchaus interessieren, aber ich traue mir mangels Sachkunde nicht zu, ihn selbst vom Zaun zu brechen. Außerdem will man ja den idyllischen Frieden nicht stören, der derzeit bei dem Thema herrscht.

  17. 17
    Klaus says:

    @JMK: Ach so, Sie sind selbst ein Extremer! Alles was nicht mindestens die Rechte des bisherigen UrhG für Urheber und Verwerter sichert ist bei Ihnen angeblich eine Abschaffung der Urheberrechte.

    Das ist eine Extremposition. Gerade in Hinblick darauf, dass die letzten Körbe die Rechte der Nutzer weiter eingeschränkt hat. Wenn man ernsthaft darüber diskutieren will, dann muss man akzeptieren, dass es verschiedene Positionen dazu gibt, wie weit die Rechte der Urheber, der Verwerter und der Nutzer gehen. Dazu muss man aber erst mal akzeptieren, dass selbst die kleinst mögliche Ausgestaltung des Urheberrechts keine Abschaffung bedeutet, sondern nur eine andere Ausgestaltung.

    Ansonsten sind jegliche weitere Diskussionen darüber sinnlos.

  18. 18
    JMK says:

    @Klaus
    schrieb ich wo?
    Nur weil ich der Ansicht bin dass der Ansatz der Piraten de facto einer Abschaffung gleichkommt?
    Wie sollen die Urheber denn vergütet werden? Wie oben zitiert sollen alle Werke der Allgemeinheit zugänglich sein, solange keine kommerziellen Interessen verfolgt werden. Wie auch immer das man festlegen möchte.
    Dass die Rechte der Nutzer eingeschränkt werden wäre mir neu.
    Das Urheberrecht sollte den neuen Anforderungen des Internets gerecht werden, das muss aber nicht heißen, dass der Urheber nun völlig rechtlos dasteht.

  19. 19
    Sanníe says:

    @jmk
    Welche republica-Panels waren das? Die hätte ich gerne gehört, denn ich finde durchaus, daß man das Urheberrecht mal komplett infrage stellen muß, um sich darauf zu besinnen, welche Art von Schutz wirklich benötigt wird und den Urhebern — auch finanziell — am meisten bringt.

    Mir kommt es so absurd vor, daß irgendjemand was dafür bekommt, daß ich auf einem USB-Stick etwas speichern könnte (!), das nicht von mir selbst stammt. Und mir gehts nicht um die paar Cent, sondern um das seltsame Prinzip dahinter.

    Man darf aber nicht vergessen, daß diese Kampagnen sich ja gar nicht an „uns“ richten, sondern ausschließlich der Politik suggerieren sollen: Da müssen wir tätig werden!

    Wir auch.

  20. 20
    JMK says:

    @Sannie
    Dass die Abgaben auf USB Sticks, CD-Roms etc. pp völlig gaga sind, steht außer Frage. Im Grunde müsste die VG Wort und die Gema auf Dropbox-Zugänge Gebühren erheben:-)

    Das war dieses Panel:
    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=kNSXrqRxJjw

    Diese spezielle Diskussion ist deshalb so unsäglich, da da nun zwei Menschen sitzen die in erster Linie von der Arbeit anderer zumindest teilweise leben. Das Netz durchsuchen, kopieren und auf ihren Blogs veröffentlichen.
    Wenn Walter dann behauptet, dass ein Fotograf doch froh sein soll, wenn er ein Bild auf seinem Blog verlinkt und der Fotograf damit doch bitte schön dadurch bekannter würde, kommt mir die Galle hoch.
    Immerhin rippt er nur ein Bild und nicht gleich eine ganze Serie. Das ist sein moralisches Verständnis.

  21. 21
    Stefan Niggemeier says:

    @JMK, Sanníe: Ich finde keineswegs, dass diese Abgaben „völlig gaga“ sind. (Ich bin aber natürlich auch Partei, weil ich von solchen und ähnlichen Abgaben profitiere.)

    Das ist doch ein wunderbar pragmatisches und praktikables Prinzip: Tatsache ist, dass mit Kopiergeräten (und das ist heutzutage ja ungefähr alles) auch urheberrechtlich geschützte Inhalte vervielfältigt werden. Das wird aber im Rahmen der Privatkopie nicht untersagt, sondern jeder zahlt eine sehr überschaubare Summe, darf kopieren und die Urheber bekommen trotzdem Geld.

    Wir können über die Details der Ausgestaltung einer solchen Praxis gerne streiten, aber das Prinzip an sich finde ich einen Traum.

  22. 22
    JMK says:

    Ich finde die Abgaben explizit auf USB Sticks oder DVDs, sagen wir mal weltfremd. Weil ein neues technisches Gerät auf den Markt kommt, halten die Verwertungsgesellschaften die Hand auf. Nur werden immer weniger Geräte verkauft, so dass man sich neue Einnahmequellen suchen muss, da wäre mir eine Art Haushaltsabgabe sympathischer und wesentlich effizienter.
    Ich habe da überhaupt nichts dagegen für eine Kulturflatrate zu zahlen, ganz im Gegenteil, eine Gesellschaft die keinen Wasserkopf wie Gema oder GEZ trägt, bei dem der Apparat nicht zum Selbstzweck verkommt und der Urheber den Löwenanteil der Einnahmen bekommt. Ich bin dabei.

  23. 23
    Harald says:

    Frau Schindel wir diese Fragen auch nicht beantworten denn dann müßte sie zugeben, daß diese vergurkte Kampagne aus dem Topf der VG Wort finanziert wird und die Ausschüttungen an die Autoren selbstverständlich schmälert. Feiges Schweigen zieht die Dame wie auch die Organisation, für die sie spricht, vor. Ist ja auch vieleinfacher.

  24. 24
    Hans says:

    @JMK: Jetzt hab ich mir 6 Kommentare von ihnen durchgelesen und mich bei jedem gewundert, wie wenig Ahnung man haben, aber stolz vor sich hertragen kann.
    Zum letzten ihrer Kommentare muss ich jetzt etwas einwerfen:
    „Ich habe da über­haupt nichts dage­gen für eine Kul­tur­flat­rate zu zah­len, ganz im Gegen­teil, eine Gesell­schaft die kei­nen Was­ser­kopf wie Gema oder GEZ trägt, bei dem der Appa­rat nicht zum Selbst­zweck ver­kommt und der Urhe­ber den Löwen­an­teil der Ein­nah­men bekommt. Ich bin dabei.„
    Mit einer Kulturflatrate bräuchten wir eine Super-GEMA. Oder wie stellen sie sich denn eine gerechte Verteilung der Beiträge vor?

  25. 25
    Muriel says:

    Ich muss allerdings sagen, dass ich auch nichts dagegen habe, wenn JMK eine Kulturflatrate zahlt. Wäre völlig okay für mich.

  26. 26
    Silvio Machunze says:

    @21 „son­dern jeder zahlt eine sehr über­schau­bare Summe, darf kopie­ren und die Urhe­ber bekom­men trotz­dem Geld.“

    Lieber Stefan,

    leider sind die (auch aus meiner Sicht verständlichen) Abgaben schon länger nicht mehr überschaubar oder gering. Sie sind mittlerweile der Grund, wieso Preise für Smartphones oder SD-Karten/USB-Sticks nicht mehr sinken können und sie stehen in keiner Relation zum Kaufpreis. Hier ein paar Beispiele:

    Seit Juli2012 wurde die Abgabe für SD-Karten über 4GB drastisch erhöht: von 10Cent auf 1,95€, was etwas die Hälfte(!) des Ladenpreises ausmacht.
    Smartphones schlagen mit über 30€ zu Buche, die genaue Höhe berechnet sich nach der Größe des internen Speichers, der deshalb so gering ausfällt, wie er eben ausfällt.

    Der einzige Grund, wieso mein 99€-Radio-Schnappschusshandy also nicht über 30% weniger kostet ist eine Abgabe an Musiker und Autoren, für deren Werke ich in Buch– oder CD/Musicstore-Form nochmal 2–4 Stundenlöhne bezahlen muss und GEZ zahle. Das ist nicht mehr vermittelbar und treibt unehrlichere Leute als mich ja geradezu zu den Download– und Ebook-Seiten. So lange diese Zustände herrschen, haben es Organisationen, wie GEMA und VG Wort schwer. Auch ohne die Verpulverung des Geldes ihrer Mitglieder für Promo und Vorstandsgehälter.

    Und es gibt noch ein weiteres Problem: In nicht allzu ferner Zukunft wird es keine Datenträger mehr geben. Dann müssten ja die VG Wort und GEMA-Abgaben noch mehr steigen, um eine gleichbleibende Höhe sicherzustellen.

  27. 27
    kleitos says:

    Ich verfolge die Debatte um Urhebrrechte und das Drumherum nun schon seit geraumer Zeit und komme immer wieder zu dem Schluss, das mit Kreativarbeit zumeist kein Geld mehr verdient werden kann.

    Dies wurde bis dato mittels einer künstlichen Verknappung (Tonträger, Sendefrquenzen, Papier) erreicht, was aber im Zeitalter der Digitalisierung hinfällig geworden ist. Nun wird dieses Künstlichkeit der Verknappung für jeden offenkundig und schlichtweg nicht mehr nachvollziehbar.

    Sicher — der/die Künstler müssen irgendwovon Leben — das muss der Mensch in der 3. Welt jedoch auch und wenn Letzterer uns am Allerwertesten vorbeigeht, wieso nicht auch Ersterer?

    Wird das Kreative verschwinden, wenn damit fast kein Geld mehr zu machen ist (ausser vllt. durch Lesungen, Konzerte, Aufführungen)? Und wenn ja, ist das tatsächlich schlimm, wenn nicht mehr vom Bedürfnis nach Auskommen initiierte Werke sondern bloß noch vom Bedürfnis nach Ausdruck initiierte Werke geschaffen werden? Ich denke nicht — denn dort liegt m.E. nach der Ursprung von Kreativität.

    Die oben skiziierte Entwicklung ist lediglich die logische Fortführung einer bloß auf Verwertung ausgerichteten Gesellschaft, in der alles und jeder monetarisert wird.

    Spitz formuliert: Die Kreativwirtschaft braucht keine Angst zu haben — es wird keiner fallen gelassen: ein vorzügliches Auskommen ist doch mit Hartz IV für jeden gesichert — willkommen im Boot.

  28. 28
    Mike says:

    Jau, lasst uns die Erfinder von Stücken wie der Ode zur Freude ruhig genauso wertschätzen und bezahlen, wie einen der den ganzen Tag mit Chips auf dem Sofa RTL guckt. Gerechtigkeit heißt nicht Hass auf reiche Menschen, das sollte man einigen Leute mal erklären. Nur weil es Ihnen schlecht geht müssen sie anderen nicht die Pest an den Hals wünschen.

    Dirk von Gehlen schreibt natürlich wie immer ziemlichen Dünnpfiff und solche Verallgemeinerungen wie „Denn natür­lich ist das Urhe­ber­recht wich­tig, dar­über strei­tet in Wahr­heit nie­mand“ sollte ein Journalist sich sparen. Er könnte ja mal in die Warezforen gehen, freut ihn bestimmt das Leute stolz sind „locker über 1000€ pro Jahr zu sparen“ weil sie sich die Zeitungen direkt runterziehen ohne zu zahlen.
    Werbung ist natürlich auch grunsätzlich böse und man will nicht nur das billigste Produkt, sondern am liebsten gar nichts zahlen. Wenn dann mal herauskommt, dass durch so eine Einstellung in der dritten Welt Leute sterben, dann ist der Kapitalismus Schuld, schön sperriges Wort, das sich kaum definieren lässt und einen wunderbar vor der Verantwortung schützt. Merke: Vorstände, die Leute zur Gewinnmaximierung entlassen = böse; Leute, die andere um ihren Lohn bringen durch downloaden und sie damit auch arbeitslos machen= Antikapitalische Freiheitskämper für Netzneutralität.

    Und Denis Scheck ist der typische Kritiker, der muss auf die Arbeit anderer zurückgreifen und begreift das als gutes Argument für geistiges Eigentum.

  29. 29
    Philipp says:

    Dieses ewige rumgejammer von Leuten die ihr Hobby zum Beruf machen wollten und heute feststellen, dass sie vielleicht lieber BWL studiert hätten.
    Wenn die Gesellschaft keinen Wert mehr in gewissen Formen der Kunst erkennt, dann sollte man das akzeptieren und nicht versuchen jedem die Hand abzuhacken, der keine Bücher (oder Musik oder Filme oder oder oder).

    Ich würde auch gern den ganzen Tag über Fußball philosophieren und über die beste Körnigkeit von Spielplatzsand. Ich werde in Zukunft jeden moralisch verurteilen, der darin keinen Wert erkennt, von dem ich Leben kann.

    Im übrigen ist es auch immer extrem unsympathisch wenn Leute wie der von Hirschhausen, der vermutlich schon durch die von mir mitfinanzierte ARD auf ein siebenstelliges Gehalt kommen, rumjammern dass sie ihren Mercedes bald unter der Brücke abstellen müssen.

    Sucht euch einen anständigen Job oder lebt damit, dass ihr Künstler sein wolltet.

  30. 30
    Blunt says:

    @29: „Sucht euch einen anstän­di­gen Job“: Besser wurde das Niveau der derzeitigen Urheberrechtsdebatte noch nicht auf den Punkt gebracht.

  31. 31
    JMK says:

    @Hans
    das haben schon klügere Leute ausgearbeitet, aber ich glaube jeder Hinweise würde Sie überfordern.

  32. 32
    ingo says:

    @Mike: „das mit Krea­tiv­ar­beit zumeist kein Geld mehr ver­dient wer­den kann“ — da möchte ich Loriot zitieren: Ach?
    Es wird suggeriert dass man nur neuerdings nicht mehr gerecht entlohnt werde für kreatives Schaffen, dabei ging es Kreativen aller Art wohl noch nie so gut wie heute, trotz aller Unkenrufe über die bösen Piraten vor den Toren. Selbst Schiller hatte Mühe sich die Gläubiger vom Hals zu halten, warum muss heute jeder Feuilleton-Schreiber den Untergang des Abendlandes beschwören wenn er hauptberuflich von seiner Passion nicht mehr leben könnte? Sucht euch einen Broterwerb und schreibt euren Kram nach Feierabend, dann kann das kostenlos verteilt werden und die Bevölkerung muss nicht mit derlei Zwangsabgaben behelligt werden.

    (Der letzte Satz war jetzt nicht so direkt ernst … obwohl, wenn ich so einige „8er“-Beiträge sehe: dochdoch.)

  33. 33
    Stefan Niggemeier says:

    Schon interessant, wie Leute wie ingo und Philipp definieren, welche Berufe in Wahrheit nur „Hobbys“ und „Passionen“ sind. Was ist eigentlich mit Journalismus? Zählt das als ordentlicher Beruf?

  34. 34
    Blunt says:

    @Stefan Niggemeier: Verstehen Sie jetzt, weshalb nicht jeder Thesen wie „natür­lich ist das Urhe­ber­recht wich­tig, dar­über strei­tet in Wahr­heit nie­mand“ glauben mag?

  35. 35
    Wer bezahlt die Kampagne der VG Wort gegen eine Modernisierung des Urheberrechts? — neunetz.com says:

    […] Stefan Niggemeier über die VG-Wort-Kampagne gegen eine Modernisierung des Urheberrechts, die ich hier bereits erwähnt hatte: […]

  36. 36
    ingo says:

    @33: Nunja, das Problem bei der Urheberrechtsdebatte ist ja unter anderem dass bei den „Kreativen“ viele mit der Haltung herangehen dass sie einen Anspruch darauf haben auch von „Leuten wie mir“ Geld bekommen zu müssen für ihren wertvollen Dienst an der Gesellschaft. Von daher halte ich es für zulässig sich auch mal unbeliebt zu machen: wer unbedingt Artikel schreiben will wird hinnehmen müssen dass der Erlös zum Leben nicht reichen könnte wenn sich nicht genügend Käufer für das Endprodukt finden, das mit zwangsweise eingetriebenem Geld ausgleichen zu wollen ist ungerecht gegenüber denen die mit dem was sie beruflich gern machen würden auch nicht genug verdienen könnten.

    Und das mit dem Journalismus ist eine Fangfrage, oder? Mir fallen da spontan ganze Scharen von Menschen ein die sich so nennen und trotzdem keine ordentliche Arbeit abliefern.

  37. 37
    Blunt says:

    @36: „Mir fal­len da spon­tan ganze Scha­ren von Men­schen ein die sich so nen­nen und trotz­dem keine ordent­li­che Arbeit abliefern.“ Ah ja, da wären jetzt mal Namen und dazugehörige Arbeiten interessant. Und was daran „nicht ordentlich“ ist. Ich kenne nämlich auch ganz viele Bäcker, die meiner Meinung nach „keine ordentliche Arbeit“ abliefern — muss ich leider trotzdem bezahlen, weil es für gutes Brot scheinbar keinen Markt gibt.

  38. 38
    Dentaku says:

    Wie immer: „Was nichts kos­tet, ist nichts Wert.“ auf einer Seite, die auf Apache und WordPress läuft?

    Keine weiteren Fragen

  39. 39
    Maddy says:

    @36: Ein Brot kann man aber auch nur einmal verkaufen oder verzehren. Ein immaterielles Werkstück kann prinzipiell unendlich oft verzehrt, kopiert und auch verkauft werden.

    Hier wäre mal ein Vorschlag:
    Wer mag, der kann pro erstelltem Werkstück eine Summe festlegen, basierend auf der Anzahl der benötigten Stunden zur Herstellung, und einem Aufschlag dessen, was der Urheber dem Werk für einen Wert beimisst. Diese Summe veröffentlicht er. Sobald sie überschritten wird, also genügend Leute dafür bezahlt haben oder sonstwie Gelder geflossen sind (z.B. Dank verkaufter USb Sticks), endet die Verfolgung/Abmahnung bei der Vervielfältigung im Internet, sowie alle Ansprüche auf Vergütung durch die Urheberechtsabgaben auf USB, DVDs, Festplatten, Kopierer etc.

  40. 40
    Blunt says:

    @Maddy: Neuer und nicht uninteressanter Vorschlag. Wie ließe sich das organisieren?

  41. 41
    ingo says:

    @37: Wollen wir das Spielchen jetzt wirklich spielen? Ich könnte mir jetzt die Tageszeitung aus „unserer Region“ holen und anfangen Namen abzutippen: miese Recherche, fehlerstrotzende Berichte, hirnrissige Kolumnen, endloses Salbadern über Rentnerwanderungen und Flohmarkterfolge usw. Aber ich bilde mir bestimmt nur ein dass das keine „ordentliche“ journalistische Arbeit ist, richtig?

  42. 42
    Stefan Niggemeier says:

    @ingo: Ich meine „ordentlich“ in dem Sinne, in dem Schriftsteller, Künstler, Kreative für Sie ja offensichtlich kein ordentlicher Beruf ist, sondern ein Hobby, eine Passion. Ich frage mich, ob das für andere Urheber wie mich (Journalist) auch gilt.

  43. 43
    Mike says:

    @29:
    „Wenn die Gesell­schaft kei­nen Wert mehr in gewis­sen For­men der Kunst erkennt, dann sollte man das akzep­tie­ren und nicht ver­su­chen jedem die Hand abzu­ha­cken, der keine Bücher (oder Musik oder Filme oder oder oder).“

    Offensichtlich sieht die Gesellschaft immernoch viel in der Kunst, sonst würden nicht solche Anstrenungen unternommen werden sich die Kunstwerke zu holen. DAs ist mit das häufigste „Argument“ was ich lese. „Ich hätte eh nicht bezahlt.“ Also da kann man doch nur lachen bei so einer Aussagen. Das Werk wird ja offenbar doch gewollt, nur will man nicht dafür bezahlen, so sieht es aus.
    Wenn keiner mehr einen Wert darin sehen würde, würde es auch niemand mehr konsumieren und damit Zeit und Mühe verbrauchen.
    Das Argument mit „Früher gabs auch Kasetten“ ist wahrlich an den H aaren herbeigezogen. Früher musste man darauf warten, dass im Radio oder Fernsehen das gewünschte lief und dann bereit sein. Heute kann ich mir theoretisch alle Songs von einer tibetanischen Mönchsband runterladen, das ist doch gar nicht vergleichbar. Außerdem war eben auch noch eine Bereitschaft da, doch zu zahlen. Sammeln usw. Mit mp3s macht sich das nicht so gut.
    In Sachen Zeitungen ist das auch nicht vergleichbar. Wären früher auch problemlos kopierbar gewesen, notalls mit Butterbrotpapier, aber wer würde sich so eine Mühe machen? Vor allem nicht für Millionen von Leuten.Heute gehe ich in ein Forum und dann lade ich runter und wie die Frau im Sekretariat oder der Redakteur sein Geld bekommt FÜR EINE LEISTUNG, DIE ICH IN ANSPRUCH NEHME, ABER MICH WEIGERE ZU BEZAHLEN ist mir egal, oder wie?

    Und der Wert nimmt doch auch gerade wegen solcher Dinge ab. Da wird doch nicht gezielt ein tolles lied gesucht, sondern erstmal der gesamte Bandkatalog runtergezogen , der dann auf der Festplatte vergammelt. Kostet ja nix.

    Übrigens: Meine Cousine hat ihr Hobby auch zum Beruf gemacht, sie ist Altenpflegerin. Da brauchen sie sich aber nicht aufregen, sie wird dafür auch nicht fürstlich bezahlt.
    Man merkt doch stark, dass es hier nur um persönliche Verbitterungen geht anderen eins auszuwischen, denen es vermeintlich besser geht.

    Und eine Gesellschaft, die Kunst nicht wertschätzt kann man in einigen anderen Ländern sehen, wo historisch unersetzbare Kulturschätze weggesprengt werden, weil sie nicht mit dem Glauben der Herrrschenden zusammenpassen.

    Es geht nicht darum jeden Künstler durchzufüttern, sondern darum, dass Leute, die Kunst konsumieren auch dafür bereit sind eine Gegenleistung zu bringen. Wann ist das eigentlich abhanden gekommen, dass man Leute für ihre Mühe entschädigt?

    Wieso zahlt man denn bspw für einen VW Golf? Ist doch nur Fließbandarbeit mit vielen Maschinen? Und der basiert doch auch nur auf anderen Automobilen vor ihm. Die Materialen sind aus unserer Umwelt und die gehört allen Menschen! Gibt es da irgendwas was dafür spricht Geld auszugeben (Außer dass die Umgehung der Zahlung hier schwerer ist?)

  44. 44
    Thies says:

    Schön, dass ich bei der VG-Wort Aktion zwar mitmachen darf, indem ich ein kleines Banner auf meiner Website platziere, aber keine direkte Möglichkeit zum Kommentar oder zur Kritik bekomme. Muss ich also wieder bei Niggemeier meckern und auf den groben Klotz den passenden Keil setzen: Herr Scheck kann froh sein, dass die „altbewährten Mittel“ heute nicht mehr überall en vogue sind, sonst hätte er längst über die Planke gehen müssen, die er vorm Kopf hat.

  45. 45
    cg says:

    @33 sn: Ich würde mal behaupten, dass die Mehrzahl der sonstigen (ordentlichen) Berufe keine Verwertungsgesellschaften hat/braucht, die dem Rest der Gesellschaft nach recht willkürlichen Regeln Zwangsabgaben aufbürden dürfen. Das soll nicht als Wertung für oder gegen die kreative Zunft oder deren VG zu verstehen sein, aber die die leicht pauschalierten Aussagen ala „sucht euch nen richtigen Job“ drücken halt den Unmut darüber aus, dass man auch bei (gefühlter) Nichtnutzung von Leistungen oftmals intransparent zur Kasse gebeten wird. VG’s und ihre Nutznießer kommen in dieser Hinsicht öffentlichen Körperschaften und deren Abgaben und Steuern recht nahe, wobei Straßenbau, Polizei, Ämter und Lehrer dem Großteil der Bürger leichter zu vermitteln sind, als zusätzliche Einnahmen für Hirschhausen oder Niggemeier. Und schon bei den staatlichen und kommunalen Stellen ist der Unmut der Bevölkerung selten weit.
    Generell braucht es eine sinnvollere Generierung der Mittel (interessanter Beitrag @26, vielleicht auch mal ein Thema für eine detailliertere Betrachtung,Stefan?) und eine transparente Verteilung an die Schaffenden. Und das alles in staatliche Hand oder zumindest unter vernünftige behördliche Kontrolle. Diesen ganzen GEMA, GEZ und VG — Lobbyismus, der ständige Lagerbildung anstatt Vermittlung und gemeinnützige Weiterentwicklung schafft, gehört in die Tonne getreten.

  46. 46
    Silvio Machunze says:

    im Folgenden noch einige besonders krasse Beispiele, bei denen sogenannte Pauschalabgaben gezahlt werden müssen (mehr auf wikipedia unter „Pauschalabgabe“):

    Seit 1.1.2011 zahlen wir alle auf Handys ohne Touchscreen statt 4€ mittlerweile 12€ — eine Steigerung um das Dreifache(!). Bei Billighandys mit 10€ Kaufpreis zahlt der Händler+Vertrieb damit sogar drauf.

    Auf Multimediafestplatten mit Aufzeichnungsfunktion zahlen wir 34€ (!), obwohl wir die Sendungskosten durch GEZ, bzw. Marketingkosten der Produkte selbst tragen. Bei unterstellten Kosten von 200€ pro Produkt sind das 15% des Kaufpreises.

    DVD-Brenner kosten 10,68, CD-Brenner 8,70 — bei unterstelltem Kaufpreis von 50€ sind das 20% des Kaufpreises.

    Und bei jedem Produkt zahlen wir dafür, dass man POTENTIELL vervielfältigen könnte oder für die ich bereits anderswo bezahlt habe. Ich zahle dafür auch, wenn ich meine selbst erstellten Inhalte, wie Arbeitsdokumente, Musik, Ferienvideos, Texte usw. sichere oder vervielfältige.

    Natürlich müssen Erzeuger für Inhalte entlohnt werden, wenn sie denn gekauft werden. Aber doch bitte nicht durch die Hintertür und um die Ecke. Das ist keine faire Abgabe sondern grenzt an Perversion.

  47. 47
    Blunt says:

    @41: Oh, ja, dieses Spielchen würde ich nur zu gerne spielen. Aber einen Schritt weiter sind wir ja schon: „Salbadern über Rentnerwanderungen“ ist also schon mal schlecht, Berichte über Flohmärkte auch. Mit Blick auf die gegenwärtige demographische Lage und einer Google-Trefferzahl von 19.700.000 für „Flohmarkt“ bin ich mir nicht sicher, ob Sie hier nicht persönliche Vorlieben mit Qualität verwechseln.

  48. 48
    Wendy Gondelntrauertragen says:

    @Mike, #43: Schauen Sie sich mal diesen Artikel von 1977 aus dem SPIEGEL an — und zwar nicht nur aus inhaltlicher Sicht, sondern auch und vor allem aus rhetorischer — und berichten dann, ob Sie den Vergleich mit den Kassetten immer noch so total abwegig finden.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40915958.html

  49. 49
    cg says:

    @46: ok, dann hab ich seit anfang 2011 etwa 25–30 Euro bezahlt. Perversion ist dann doch noch mal was anderes (vielleicht sogar Handys für unter 10 €, aber das ist ne andere Baustelle).
    @42: ein (ordentlicher,) normaler Beruf wäre es mMn, wenn du ihn selbständig oder angestellt regelmäßig und dauerhaft ausführst um damit deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Alles andere fällt unter Liebhaberei, Hobby oder Passion. Vermutlich gibt es ein paar Schnittmengen, aber lassen wir die Haarspaltereien mal beiseite. Bezahlt wirst du entweder von deinem Arbeitgeber oder direkt vom Käufer/Nutzer deiner Waren/Dienstleistungen. Normale Berufe werden in unserer Wirtschaftsordnung letztlich durch den Markt reguliert. Das ist nicht unbedingt die cleverste Lösung, aber wir reden ja über das, was zur Zeit ordentlich/normal ist.
    Kunst oder Kultur wird zunehmend verkäuflicher, je höher der Entwicklungsstand der gesamten Bevölkerung ist. In einem Land, in dem 10–12 Millionen (von knapp über 40 Mio Erwerbsfähigen) keine Arbeit haben/nicht von der Bezahlung für ihre Arbeit leben könnten, gibt es da halt ein gewisses Potenzial nach oben. Hier muss dann also jemand die Finanzierung der nicht marktfähigen Kultur übernehmen. MMn sind der Staat und private Initiativen die richtigen Stellen, Verwertungsgesellschaften wie wir Sie bisher kennen,sind abzulehnen.

  50. 50
    Anne says:

    Ich weiß nicht, welche Aussage ich am irritierendsten finde, aber ich glaube zumindest, ich möchte jetzt wirklich nichts mehr von Frau Neuhaus lesen. Mit so einer billigen Platitüde zu kommen, muss man sich auch erst mal trauen. (Insofern könnte man fast „Chapeau!“ rufen.)

  51. 51
    kalef says:

    Wieviel Unsinn zu dem Thema verzapft wird, zeigt sich am besten, wenn man das Ganze wenigstens ein bisschen genre– und epochenübergreifend betrachtet. Das Urheberrecht ist eine vergleichsweise junge Erfindung, die letztlich von der Vorstellung der Romantiker herrührt, die den Schöpfergeist im Dachkämmerlein zum Paradigma erhoben, welcher in leidvollem Schöpfungsakt ein (Kunst-)werk aus sich heraus erschafft. Sämtliche Künstler/Dichter, die vor dieser Zeit gewirkt haben, würden uns heute für dieses (veraltete) Konzept auslachen (und sich heimlich über die Verdienstmöglichkeiten freuen). Vorher sah man das so: ich bediene mich aus einem Pool vorhandener Bausteine und bastele ein neues Werk…

    Das würde doch zur Postmoderne und den technischen Möglichkeiten viel besser passen als das romantische Konzept!

    Ein paar Beispiele zu aktuellen Absurditäten:

    Pause ein berühmtes Bild eines lebenden Malers so genau wie möglich ab und verwende es kommerziell weiter. Keine Kosten und legal.

    Schreibe ein Stück wie z.B. die „4 Non Blondes“ in den 90ern, die eine Standardakkordverbindung benutzt, die seit 200 Jahren benutzt wird. Und werde anschließend verklagt. Bobby McFerrin hat sich mit diesem Stunt damals vorm finanziellen Ruin gerettet („Do worry, need money“), dabei waren die Gemeinsamkeiten der veglichenen Stücke auch in Hunderten älterer Stücke zu finden…

    Nur weil es im Gegensatz zur endlichen Menge an hörbaren Frequenzen und möglichen Akkordverbindungen der Dur/Moll-Tonalität eine unendliche Menge an „Wortbverbindungen“ gibt, bleibt es trotzdem lächerlich, nicht nach einem übergreifenden Konzept fürs Urheberrecht zu suchen.

    Aber diese Debatte würde ja all die diverse Propaganda stören.

  52. 52
    ingo says:

    @42: Ich glaube da reden wir aneinander vorbei. Die Frage ist ja nicht ob etwas prinzipiell ernsthafte Arbeit sein kann oder nur Hobby, sondern ob man davon leben kann. (Nicht umsonst hatte ich Schiller erwähnt — der musste schliesslich auch anderer Arbeit nachgehen um sich über Wasser zu halten). Wenn man nicht davon leben kann, dann kann man es eben nur als Hobby betreiben — das geht Millionen von Menschen so mit Interessengebieten die ihnen am Herzen liegen.

    @47: Gut, diskutieren wir also nicht über den Bodensatz journalistischen Wirkens und die Frage ob sowas noch Journalismus ist, wenden wir uns eben aktuellen Schlagzeilen zu: wieviele große Blätter melden heute „Angelina Jolie liess sich ihre Brüste amputieren“? Suchen sie ruhig mal kurz, und dann fragen sie sich warum all diese Journalisten ihre Arbeit so schlampig machen und keine Zeit für ein wenig Recherche aufbringen — wenn in den Redaktionen „ordentliche“ Arbeit geleistet worden wäre hätte man klargestellt dass nicht amputiert sondern „nur“ das Drüsengewebe unter der Haut entfernt und wieder aufgefüllt wurde, ein gewaltiger Unterschied zum Bild das der Durchschnittsleser bei „Amputation/Entfernung“ vor sich haben wird. Aber gut, beim Bäcker brennen die Brötchen ja auch mal an, nur trägt der eben die Nase weniger hoch und hält sich nicht für ungeheuer wichtig für die Demokratie, die Kultur und die Freiheit und verlangt auch keine Zwangsabgaben und Sondergesetze zu seiner Existenzsicherung.

  53. 53
    Blunt says:

    @52: Hm, also ich bin kein Arzt, aber wenn schon die Chefärzte selbst von Brustentfernungen sprechen, sehe ich keine Veranlassung hier von schlampiger Arbeit zu sprechen: http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article116175259/Das-sagen-Berliner-Experten-zum-Fall-Angelina-Jolie.html
    Welches Bild der Durchschnittsleser bei den Begriffen Amputation und Entfernung vor sich haben wir, leiten Sie offenbar wieder einmal von ihrer eigenen Wahrnehmung ab.

  54. 54
    Blunt says:

    @Ingo: Erstaunlich, dass es bei diesen „Scharen von Menschen“, die als Journalisten keine „ordentliche Arbeit“ abliefern, offenbar so schwer fällt, auch nur ein einziges eindeutiges Beispiel zu ergoogeln — finden Sie nicht? Ich warte jedenfalls schon seit knapp drei Stunden darauf.

  55. 55
    Kalef says:

    @54, naja, auf diesem Blog finden sich schönste Beispiele. Was ist denn nun mit all den „die aktuelle“-Bingos?? Haben die ihren Ursprung etwa in der ordentlichen Arbeit der Journalisten, die da arbeiten?

  56. 56
    Stefan Pannor says:

    @49:

    Als Freiberufler finde ich es schon verletzend, ach nein, doch eher einfach nur irritierend, nein halt, einfach meine Zweifel an den Durchdringungsfähigkeiten einzelner Mitbürger bestätigend, dass Sie Redaktionen mit Urhebern gleichsetzen.

    Sag ich mal als Freiberufler.

    Und falls es Ihnen nicht aufgefallen ist: Angelina Jolie war nicht der einzige Medientext heute. *stellt sich grade eine Viertelstunde Tagesschau zu Angelina Jolie vor* Sie wollen nicht über den Bodensatz reden, darum reden Sie schon wieder über ihn.

    Schiller hatte übrigens nicht nur mit Geldproblemen zu kämpfen, sondern auch mit Zensur, weshalb er ja die Geldprobleme überhaupt erst hatte: die Theater durften seine Stücke oft gar nicht erst aufführen, und wo doch, wurde das einfach gemacht (oft massiv verändert) und der Autor sah keinen Heller. Das Urheberrecht ist ungefähr eine so moderne Erfindung wie die Demokratie.

    Natürlich kann ich als Journalist versuchen meine Recherchen nach Feierabend durchzuführen. Da sind nur dummerweise die anderen Leute auch schon im Feierabend und wollen nicht mehr mit Recherchen belästigt werden.

  57. 57
    Stefan Pannor says:

    Hatte mich verzählt, @52 war gemeint. Sorry.

  58. 58
    Blunt says:

    @55: Ja, es wäre so leicht gewesen (wenngleich das natürlich immer noch nicht zum Aburteilen einer ganzen Branche berechtigt).

  59. 59
    Kalef says:

    @58: Das stimmt natürlich, würde ich auch für keine der betreffenden Branchen gelten lassen.

  60. 60
    ingo says:

    @54: Echt jetzt? Ich soll ernsthaft nach Beweisen googeln? Für Kommentare im Niggemeier-Blog, in dem es von Beispielen für schlampige Journalisten-Arbeit nur so wimmelt? Suchen sie sich irgendwas nettes raus, und wir haken das Thema ab.

    Und übrigens: wer beim Begriff „Amputation“ etwas anderes als „komplett weg“ sieht, der hat (auch als Chefarzt) ein Problem mit seinem Wortschatz. Oder kennen sie jemanden der bei „Bein amputiert„denkt dass nur Gewebe entfernt wurde?

  61. 61
    Matthias Schumacher says:

    Freitag, 7. Juni 2013, 19.00 Uhr
    München: Versammlung der Wahrnehmungsberechtigten

    Stefan, falls Du…
    Aber lass mich da raus! Nicht dass sie mir die Bibliothekstantiemen streichen.

  62. 62
    Stefan Pannor says:

    … oder mir die Online– und Sachbuchtantieme. ;-)

    Wir Journalisten sind ein komisches Volk.

  63. 63
    Moon says:

    @JMK

    »viele Men­schen»
    »Groß­teils der Bevölke­rung»
    gibt es dazu Belege.

    Wäre dem nicht so, wozu dann die Kampagnen der Rechteverwerter? Lustig nur, dass die sich moralisch im Vorteil wähnen, die Abgaben auf meine USB-Sticks und Festplatten, auf denen sich ausschließlich eigenproduziertes bzw. bezahltes Material befindet, aber reine Abzocke sind. Den erhobenen Zeigefinger können die sich also gern mit Wucht in den Ar.…

  64. 64
    Muriel says:

    Nicht dass das was mit dem Thema Urheberrecht zu tun hätte, aber ich würde es trotzdem gerne wissen: Ist hier jemand ernsthaft der Meinung, dass ernstzunehmender Journalismus sich daran entscheidet, ob über die Brustoperation einer Schauspielerin sachlich richtig berichtet wurde?

  65. 65
    someonesdaughter says:

    @64: Ich verstehe zwar nicht genau was mit „sich daran entscheidet“ gemeint ist, aber ernstzunehmender Journalismus sollte schon den Anspruch haben, sachlich richtig zu berichten. Ich sehe allerdings auch, dass dies von — wie ich meine — immer mehr Konsumenten gar nicht goutiert wird.

  66. 66
    Sebastian says:

    Schade, dass sich seit „Raubkopierer sind Verbrecher“ aber auch gar nichts bewegt hat.

    Ich bin auch Urheber, könnte ich sagen, wenn mich so ein Satz nach der Propaganda der vergangenen Jahre nicht so extrem anwidern würde. Habe Texte (ja, sogar auf Papier) verschiedenen Umfangs veröffentlicht, und in den nächsten Jahren folgen weitere. Ich muss nicht davon leben, aber könnte den Arbeitsaufwand auch nicht unbezahlt leisten. Im Prinzip finde ich das Modell der VG Wort und die pauschalen Abgaben auf Kopiergeräte usw. gut und Klagen über ein etwas teureres Smartphone lächerlich.

    Aber irgendwie scheint mir ein Urheber-Gen zu fehlen, denn wenn ich so was sehe, fühle ich mich nicht nur nicht vertreten, sondern finde es ekelhaft und will mit diesen Leuten so wenig wie irgend möglich zu tun haben. Schon diese Schwarzweiß-Unterscheidung zwischen „wir“ (Urheber/Künstler/Kulturschaffende) und ihr (Verbrecher/Piraten/Pöbel) ist gleichzeitig unerträglich arrogant und weltfremd. Als ob niemand, der mal was runtergeladen hat, irgendwie kreativ tätig wäre, und als ob kein Künstler schon mal was runtergeladen hätte, und überhaupt, als ob normale Menschen komplett unkreativ wären.

    Warum sind Menschen, deren Profession — und man hätte meinen können, auch Passion — das Wort ist, auch nach einem Jahrzehnt nicht in der Lage oder willens, auch nur ein einziges Argument zu begreifen? Jeder drittklassige Blogger hat inzwischen einen Text zur Lage des Urheberrechts im digitalen Zeitalter geschrieben, der im Vergleich zu Professor Schecks Holzhammerquatsch das reinste Rechtsgutachten ist. Der Spruch mit den Piraten und den altbewährten Mitteln ist auf so vielen Ebenen falsch, dass man ihm argumentativ gar nicht mehr begegnen kann, weil so verblüffend klar und deutlich ist, dass Argumente nicht interessieren; falsch und auch verantwortungslos, wenn sie von einem kommen, der es besser wissen müsste.

    Was soll man da noch tun? Ich habe gerade die fixe Idee, meine nächsten VG-Wort-Ausschüttungen an irgend eine Bittorrent-Software zu spenden. Ein kindischer Impuls, ich weiß, aber wenn man näher darüber nachdenkt, vielleicht trotzdem das Richtige. Denn wenn auf der anderen Seite kein Interesse an einer inhaltlichen Auseinandersetzung über Recht und Moral und an einer Abwägung zwischen den legitimen Interessen der Öffentlichkeit und denen der Urheber besteht, was ja immer wieder lärmend verkündet wird, vielleicht bleibt dann wirklich nur, Taten sprechen zu lassen. Natürlich wäre es falsch, alle möglichen unschuldigen Künstler für die Propaganda einiger Weniger verantwortlich zu machen; aber es ist ja auch wiederum nur eine Ausgeburt dieser Propaganda, dass mit jeder Kopie irgendwo qualvoll ein Urheber sterbe. Dass die Verfügbarkeit von Kulturgütern im Internet auch einen Werbeeffekt hat; dass viele Menschen etwas runterladen und dann trotzdem kaufen, und in vielen Fällen gerade deswegen kaufen, weil sie ohne Download überhaupt nie mit dem Werk Bekanntschaft gemacht hätten; das sind ja so die evidenten Tatsachen, die von dem über der Restgesellschaft schwebenden Urheberklerus systematisch miss8et werden. (Bsp. http://www.smh.com.au/entertainment/tv-and-radio/downloads-dont-matter-20130226-2f36r.html) Dass das, was die da machen, eine einzige riesengroße Publikumsbeschimpfung ist, fällt ihnen wahrscheinlich auch gar nicht mehr auf, weil sie selbst an ihre fiktive Zweiteilung der Welt in gute Urheber und böse Alleswegkonsumierer glauben. Kulturfeinde, dass ich nicht lache. Kulturkonsum und –schaffen gehören zusammen, auch wenn man sich so sehr als die Muse selbst fühlt, dass man das gar nicht mehr mitbekommt. Gerade weil Kultur überaus wichtig ist, sowohl für den Einzelnen privat als auch für die Gesellschaft insgesamt, ist es unerträglich, dass der Zugriff auf sie nur noch mit anwaltlichem Beistand möglich sein soll. Jedesmal, wenn ich mir eine DVD angucke, bin ich angekotzt von den Belehrungen und Beleidigungen, die man im Vorprogramm aufgezwungen bekommt. Warum schreibt man nicht auf das Brot im Supermarkt, dass man das nicht klauen darf, weil einem das doch absolut zuzutrauen sei? Diese ganze Branche/Lobby ist echt unterzuckert, und leider lassen es sich immer noch sehr viele bieten — aber zum Glück nicht mehr alle.

    Immerhin kann man wohl davon ausgehen, dass weder das Kulturschaffen noch das Kopieren aussterben wird, aber jede noch so strunzblöde Kampagne irgendwann vorbei ist.

  67. 67
    dlgaq says:

    Wer brauchte eine auf die 12? „brauchen“ brauchte zumindest mal keine Häkchen, egal wie gebraucht …

  68. 69
    someonesdaughter says:

    @66: Warum sind Men­schen, deren Pro­fes­sion — und man hätte mei­nen kön­nen, auch Pas­sion — das Wort ist, auch nach einem Jahr­zehnt nicht in der Lage oder wil­lens, auch nur ein ein­zi­ges Argu­ment zu begreifen?

    Vielleicht, weil es mit Argumenten nicht so weit her ist in dem ganzen Wortmüll, den jene absondern, die sich für die mit den Argumenten halten? Zwischen „strunzblöd“ und „Ausgeburt dieser Propaganda“, zwischen „Urheberklerus“ und „angekotzt“, zwischen „Verbrecher/Piraten/Pöbel“ und ‚der Zugriff auf zu Kultur soll nur noch mit anwalt­li­chem Bei­stand mög­lich sein‘ haben Sie bestimmt irgendwo eines versteckt — aber ich will wirklich nicht durch diesen Unflat waten müssen um es zu suchen.

  69. 70
    Sebastian says:

    @69 Aha, Ihnen gefällt meine Ausdrucksweise nicht. Und Sie haben jetzt das Gefühl, etwas zum Thema beigetragen zu haben? Lustig, dass Sie mir in diesem Zusammenhang „Verbrecher/Piraten/Pöbel“ vorhalten, wo ich doch nur „Pöbel“ dazuerfunden habe. Und wenn Sie es für eine Erfindung von mir halten, dass komplizierte und schwierige Rechteverhältnisse die Produktion von Kulturgütern erschweren, wohlgemerkt ohne dass diese Erschwernisse irgendjemandem etwas bringen würden, haben Sie wahrscheinlich noch nie welche produziert. Darauf bezog sich jedenfalls das mit dem anwaltlichen Beistand.

    In meinem Kommentar stecken durchaus Argumente, obwohl es mir nicht darum ging, alle in zehn Jahren Streit ums Urheberrecht angeführten Argumente nochmal zu wiederholen, sondern eher darum, meiner Enttäuschung darüber Ausdruck zu verleihen, dass all das Wiederholen in dieser Zeit nichts gebracht hat. Wie Ihr Beispiel ja auch beweist. Ich könnte Ihnen jetzt eine Linkliste zu dem Thema zusammengoogeln, aber ich wüsste nicht, warum gerade ich gerade jetzt damit zu Ihnen durchdringen sollte, wenn doch all die Jahre nichts davon zu Ihnen durchgedrungen ist. Für den Anfang könnten Sie es sonst mit dem oben verlinkten Text von Dirk von Gehlen versuchen.

  70. 71
    JMK says:

    @63
    Eine faszinierende Kausalität die Sie da aufzeigen.
    Nur ist meine Frage immer noch nicht beantwortet.

  71. 72
    DL2MCD says:

    > Was ist eigent­lich mit Jour­na­lis­mus? Zählt das als ordent­li­cher Beruf?

    Na wenn die Kollegen schon selbst sagen „na hätten wir was Gscheit’s glernt“, offensichtlich nicht.

    (Wobei die das in Bezug auf die perversen Arbeitszeiten meinen, aber das versteht der Normalbürger nicht).

    Dafür haben wir den Neid der „Konsumenten“ am Hals, die glauben, wir würden (und wollten) uns mit den Tantiemen goldene Hummer leisten.

    Und solche Kampagnen triggern das halt leider noch…

  72. 73
    someonesdaughter says:

    „In mei­nem Kom­men­tar ste­cken durch­aus Argu­mente, obwohl es mir nicht darum ging, alle in zehn Jah­ren Streit ums Urhe­ber­recht ange­führ­ten Argu­mente noch­mal zu wie­der­ho­len, son­dern eher darum, mei­ner Ent­täu­schung dar­über Aus­druck zu ver­lei­hen, dass all das Wie­der­ho­len in die­ser Zeit nichts gebracht hat. Wie Ihr Bei­spiel ja auch beweist.“

    Mein Beispiel beweist allenfalls, dass Sie es vorziehen ad hominem zu polemisieren, denn sich um Argumente zu bemühen. Wahrscheinlich liegt das aber nur daran, dass Sie den Stein der Weisen gefunden haben und alle anderen einfach nur doof sind — selbst wenn sie sich zu den bei Ihnen nicht auffindbaren Argumenten gar nicht geäussert haben … Ihre Glaskugel oder Ihre Hybris müssen als Beleg reichen … *gähn*

  73. 74
    Sebastian says:

    @73 Und Ihnen fällt wirklich nicht auf, dass Sie buchstäblich alles, was Sie mir vorwerfen, selber tun? Und währenddessen immer noch keinen Piep zum Thema gesagt haben, im Unterschied zu mir? Ich habe wenigstens in der Sache polemisiert, Sie nur gegen mich. Aber auf „gähn“ können wir uns immerhin einigen. Und tschüss.

  74. 75
    Heller says:

    Das Thema USB-Sticks/Smartphone ist nicht wegen der Höhe des Preises ein Problem, sondern wegen der für Laien oft undurchsichtigen Querfinanzierung. Es ist schlimm genug, dass oft die Produzenten und Verleger und nicht die Künstler den grossen Anteil der Einnahmen bekommen. Ich möchte für den Text bezahlen und/oder über Werbung finanzieren lassen, den ich lese, nicht für denjenigen, dem gemäss einer Rangliste (oder was genau?) am meisten Geld vom Topf zur Verfügung steht. Man zeigt den Leuten in den Medien die Homestorys von „Künstlern„und wundert sich dann, wenn die Leute glauben diese „Kunst“ nicht über Abgaben fördern zu müssen. Schwierig wird es für mich dann, wenn die Betroffenen nicht nach Lösungen suchen, sondern den Kritikern ein asoziales Verhalten oder fehlendes Verständnis vorwerfen.

  75. 76
    Silvio Machunze says:

    @75 „Das Thema USB-Sticks/Smartphone ist nicht wegen der Höhe des Prei­ses ein Pro­blem, son­dern wegen der für Laien oft undurch­sich­ti­gen Querfinanzierung.“

    wenn ich für ein produkt zwischen 10% bis über 100% des ladenpreises für eine pauschalabgabe an künstlerverbände zahle, weil ich damit potentiell werke von diesen künstlern kopieren KÖNNTE, dann ist zuallererst nicht die art und weise der verteilung dieser einnahmen das problem sondern der hohe anteil der pauschale am preis. mein recht am nutzen der von mir bereits bezahlten inhalte will ich mir nicht erkaufen müssen, denn ich habe es bereits! noch schlimmer: ich zahle künstlerverbänden geld dafür, dass ich mir meine eigenen urlaubsvideos, mit meinem aufnahmegerät (das pauschalabgabepflichtig ist) über einen pc (der pauschalabgabepflichtig ist) auf einen datenträger ziehe, der auch pauschalabgabepflichtig ist. 3 x bezahlt für eigens erstellte inhalte, die ich nur privat nutze.

    dann gab es noch den user #49, der meinte, das sei alles nicht so schlimm, er hätte ja nur 30€ in letzter zeit für diese abgaben bezahlt. dem kann ich ob seiner ich-bezogenheit nur gratulieren. wenn man aber die bundesweiten verkaufszahlen für smartphones, pcs, laptops, tablet, drucker, kopierer, sd-karten, handys usw.usf. ansieht, dann wird ganz schnell klar, um welche summen es hier geht.

  76. 77
    someonesdaughter says:

    @74: Und Ihnen fällt wirk­lich nicht auf, dass Sie buch­stäb­lich alles, was Sie mir vor­wer­fen, sel­ber tun?“

    Nein, denn: „Strunz­blöd, Aus­ge­burt die­ser Pro­pa­ganda, Urhe­berk­le­rus, ange­kotzt, Verbrecher/Piraten/Pöbel“… das bleibt Ihres, nicht meines.

    „Ich habe wenigs­tens in der Sache pole­mi­siert, Sie nur gegen mich.“

    Wenn Sie mir verzweifelt eine Haltung andichten, die auf keinerlei Fakten beruht oder wenn Sie gegen einen „Urheberklerus“ eifern, dann ist das „in der Sache“? Welche Sache ist das — schlechtes Benehmen? Da ist das schlichte ‚sucht euch doch einen anständigen Job‘ ja geradezu erfrischend, weil so ungekünstelt. Ich werde Sie jetzt aber nicht weiter füttern. Ich gebe Ihnen einfach Recht was den von Ihnen eingeführten Begriff „Pöbel“ angeht.

  77. 78
    Blunt says:

    @Heller: Da gebe ich Ihnen völlig recht. Nur: Bei den Kritikern mischen sich Persönlichkeiten, die das Problem durchdringen, mit tatsächlich Asozialen bzw. Ahnungslosen. Wer den Wert eines Immaterialgüterrechts an sich verstanden hat, mit dem kann man auch über die Schwierigkeit seiner Übersetzung ins digitale Zeitalter diskutieren: einem Zeitalter, in dem schon das bloße Betrachten eines urheberrechtlich geschützen Werks einen Rechtsverstoß darstellen kann, da bereits hier eine kurzfristige Kopie im Arbeitsspeicher erstellt wird. Menschen, die bis zu diesem Dilemma vordringen, mit Urheberrechtskampagnen zu kommen, ist tatsächlich unnötig. Wenn Sie aber die Argumentation mancher Diskutanten betrachten („sucht euch einen anstän­di­gen Job“), so werden Sie feststellen, dass das Mittelalter vielfach näher ist als die Gegenwart.

  78. 79
    Heller says:

    @Blunt: Solche Urheberrechtskampagnen machen das ganze nur noch schlimmer, weil da oft Personen zu Wort kommen, wo man Nachweislich sagen kann, dass die sehr gut von dem leben was sie tun. Die Leben einiges besser als Personen die 40 oder mehr Stunden arbeiten und über Zwangsabgaben zur Kasse gebeten werden, obwohl sie tatsächlich nichts oder nur wenig davon konsumieren. Man kann die Missachtung der Kultur als verwerflich ansehen, aber diese zu verurteilen ist ebenso Mittelalter wie die Ingoranz vor dem Urheberrecht. Eigentlich bin ich absolut auf der Seite der Urheber, wenn ich aber von Niggemeier lesen muss, dass die Zwangsabgabe „ein Traum“ sein soll, ist das schon sehr kurzfristig und egoistisch gedacht. Vor allem macht es mich stutzig. Wollen die Betroffenen (Urheber) möglichst viel Geld verdienen oder sind sie wirklich daran interessiert das beste Modell für alle beteiligten zu finden?

  79. 80
    Stefan Pannor says:

    „Sol­che Urhe­ber­rechts­kam­pa­gnen machen das ganze nur noch schlim­mer, weil da oft Per­so­nen zu Wort kom­men, wo man Nach­weis­lich sagen kann, dass die sehr gut von dem leben was sie tun. Die Leben eini­ges bes­ser als Per­so­nen die 40 oder mehr Stun­den arbei­ten und über Zwangs­ab­ga­ben zur Kasse gebe­ten wer­den, obwohl sie tat­säch­lich nichts oder nur wenig davon konsumieren. “

    Das ist eine unfaire Dichotomie, die Sie da konstruieren. Bei solchen Kampagnen kommen die Aushängeschilder zu Wort — evtl. ja leider. Der Gegensatz zu einem denis Scheck ist doch der Lokaljournalist, der für 20 Cent die Zeile schrubbt. Von denen gibt es mehr als von Denis Schecks.

    Und es gibt ja auch wohlverdienende Konsumenten.

    Dieser Gegensatz „superverdienende Urheber vs. arme Konsumenten“ ist absurd. Schadet einer Diskussion mehr als er ihr nutzt.

    Für mich — sehr mäßig verdienender Freier — ist die VG-Wort-Abgabe übrigens auch ein Traum. Steh‘ ich zu. Ich refinanzier meinen Blog damit. (Ehe wir uns mißverstehen: ich veröffentliche jährlich ca. 100 Blogeinträge, von denen ca. drei die Ausschüttungskriterien der VG Wort erfüllen. Es stehen also 97 unbezahlte Beiträge drei Beiträgen gegenüber, für die es im Schnitt je zehn EUR gibt. Das deckelt die Serverkosten, mehr nicht.) Weil ich den Blog als virteulle Visitenkarte sehe, ist das auch völlig ausreichend.

    Das sind durchaus Vorzüge des Systems VG Wort, die man auch mal sehen kann.

  80. 81
    cg says:

    @76 silvio: Ich glaube nicht (mag mich irren), dass der Durchschnittbürger mehr als 1/4, 1/2 Handy und 1–2 Speicherkarten im Jahr kauft. Da wird also sein Beitrag auch etwa im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich liegen. Und meine Argumentation hieß nicht „ist nicht so schlimm“ sondern „halte ich nicht für pervers“ und griff damit nur ihre übertriebene Wortwahl an.
    Das mag selbstbezogen sein, aber das kommt vor, wenn man nur seine Meinung zum Ausdruck bringt und nicht gleich für alle anderen mitsprechen will.
    Ich finde übrigens, dass die von Ihnen angesprochene Problematik durchaus näher betrachtet und aufgelöst werden sollte, da sonst die Umlagen auf immer weniger Geräte immer höher werden. Ich finde es aber wenig zielführend, sich daran festzuklammern, dass x,xx € für nen stick zu viel sind, weil das fast jeder nur subjektiv erfasst und ebenfalls fastjeder am liebsten natürlich gar keine Abgaben zahlt. (siehe benzin, strom, gez, whatever).

  81. 82
    Glaukon says:

    @43

    Offen­sicht­lich sieht die Gesell­schaft immer­noch viel in der Kunst, sonst wür­den nicht sol­che Anstre­nun­gen unter­nom­men wer­den sich die Kunst­werke zu holen.

    Jeder, der schon einmal an einer Publikumsmesse gleich welcher Branche teilgenommen hat, wird sich dort erstaunt die Augen gerieben haben, wenn er gesehen hat, wie ganz normale Leute mit erstaunlicher Gier alles raffen und in ihre Taschen packen, was immer ihnen an Gratisgedöns zugeworfen wird. Nicht, weil sie es wirklich haben wollen oder gar brauchen, sondern einfach nur, weil sie es kostenlos bekommen können.

    Sie schreiben es sogar selbst:

    Da wird doch nicht gezielt ein tol­les lied gesucht, son­dern erst­mal der gesamte Band­ka­ta­log run­ter­ge­zo­gen , der dann auf der Fest­platte ver­gam­melt. Kos­tet ja nix.

    Nicht, dass ich hier die ungenehmigte Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte schönreden oder gar gutheißen will, aber die Aussage „Ich hätte eh nicht bezahlt“ dürfte im Falle des Großteils der meist jugendlichen Jäger und Sammler durchaus der Wahrheit entsprechen.

  82. 83
    senta rieger says:

    Ich bin überhaupt mal dafür, dass die VG Wort Gegenstand der Recherche wird:
    Was verdienen die Manager?
    Welche Einnahmen, welche Ausgaben (Bilanz detailliert aufschlüsseln)
    Was kostet der gesamte Verwaltungsapparat?
    Welche Hanseln mit welchen Qualifikationen haben das Sagen, etc.
    und ich sage Euch:

    Wenn diese Fragen beantwortet sind, stellen sich von ganz allein neue.

  83. 84
    Heute in den Feuilletons: "Die Geste kommt nicht übers Zuprosten hinaus" | OFFF.net says:

    […] Niggemeier attackiert die VG-Wort-Kampagne “Wir geben 8″ mit reaktionären Promi-Statements zum Urheberrecht: […]

  84. 85
    VG Wortlos: Das Schweigen der Treuhänder « Stefan Niggemeier says:

    […] VG Wort ver­wei­gert jede Aus­kunft über die Hin­ter­gründe ihrer frag­wür­di­gen Kam­pa­gne zum Urhe­ber­recht. Sie sagt nicht, was sie gekos­tet hat. Sie sagt nicht, wie sie finan­ziert wurde. Sie will nicht […]

  85. 86
    Sebastian says:

    „Die VG Wort gibt 8, bräuchte aber was auf die 12″

    Was möchte uns Stefan Niggemeier mit diesen Worten sagen? Was genau bedeutet „auf die 12″ und wie dringlich wird das Anraten durch „bräuchte“? Soll das Vorgehen gegen die VG Wort mit höchster Brutalität ohne Rücksicht auf Verluste geführt werden? Wird die Urheberrechtsdebatte hier mit der Mentalität eines Kneipenschlägers geführt?

    Doch sicher nicht.

    Markige Worte von Scheck, aber doch sicher nicht „grenzüberschreitend“. Hat er etwa im politischen Diskurs den Vorschlag eingebracht, man möge Software-Piraten doch bitte hängen? Oder vielleicht doch eher ganz einfach den Vorschlag gemacht, man möge diese Straftaten nach Maßgabe der aus diesem Grunde erlassenen Gesetze ahnden, statt es hinzunehmen, dass Judikative wie Exekutive de facto vor dieser Aufgabe kapitulieren?

  86. 87
    Links von 02.05.2013 bis 22.05.2013 | Mythopoeia 2.0 says:

    […] Die VG Wort gibt 8, bräuchte aber was auf die 12 « Stefan Niggemeier – […]

  87. 88
    o aus h says:

    @sm 76: „dann ist zual­ler­erst nicht die art und weise der ver­tei­lung die­ser ein­nah­men das pro­blem son­dern der hohe anteil der pau­schale am preis“
    Dieses von Ihnen als Problem bezeichnete Verfahren ist im Wilde’schen Sinne nicht-zynisch ( https://de.wikiquote.org/wiki/Zyniker ). Es orientiert sich eben am Wert, den z.B. das Speichermedium und seine Möglichkeiten fürs Kopieren hat. Und in diesen urheberlichen Wert, der von den VG nicht einfach eigenherrlich festgesetzt wird, sondern in Verhandlungen mit den Herstellerverbänden verhandelt wird – sonst entscheidet eine Schiedstelle –, soll eben auch einfließen, zu welchem Anteil mutmaßlich das jeweilige Produkt zu anderen Zwecken benutzt wird, für die keine Urheberabgabe fällig ist. So haben z.B. Kopiergeräte in öffentlichen Bibliotheken gleich eine ganz eigene Kategorie und Erfassung, weil bei ihnen eben zu wesentlich geringerem Anteil Korrespondenz, Kinderzeichnungen oder ähnliche Privatsachen kopiert werden als urheberrechtlich geschützte Buchinhalte.
    Und daher sind die jeweiligen Abgaben m.W. auch fixe Stückwerte und vollkommen unabhängig vom Verkaufspreis.

    (Disclaimer: Bin selbst auch Urheber, aber bei der VG Bild-Kunst)

  88. 89
    o aus h says:

    @cg, 45: Noch einmal zur Verdeutlichung: Genau, die meisten Berufe brauchen keine Verwertungsgesellschaft, denn jeder Kuchen, den der Bäcker backt, kann nur einmal aufgegessen werden; auf jedem Stuhl, den der Tischler produziert, kann nur ein Mensch gleichzeitig sitzen – zwei, wenn sie sich gut genug kennen.
    Aber die immateriellen Schöpfungen in Wort, Bild und Ton können eben heute digital ohne Qualitätsverlust millionenfach kopiert werden und (theoretisch) von jedem Bundesbürger gleichzeitig wahrgenommen werden. Und dann soll der Künstler, der sich das erdacht hat, nicht am Erfolg partizipieren?
    Zugegeben, nicht jede Schöpfung kann das Publikum von ihrem künstlerischen Wert überzeugen. Längst nicht jedes Kunstwerk wurde in tage-, wochen– oder jahrelanger Arbeit mühsam geschaffen, es gibt auch ab und zu Geniestreiche, die seinem/seiner Schöpfer/in aus dem blauen Himmel in den Sinn kamen. Aber auch das sind dann oftmals Ergebnisse einer langen Beschäftigung mit dem Thema.
    Zurück zum Eingangsthema: Bei den meisten Berufen können die Produkte nur von einem sehr eingeschränkten Nutzerkreis verwendet werden, den der jeweilige Hersteller daher kontrollieren kann und den Preis, zu dem er sein Produkt abgeben will, selbst festlegen. Gerade weil erkannt wurde, dass die künstlerischen Schöpfungen mechanisch-technisch leicht kopiert werden können, ohne dass der Schöpfer dieses kontrollieren kann, wurde das Urheberrecht geschaffen, um ihm die rechtlichen Voraussetzungen zu geben, an diesen „unkontrollierten“ Kopien wenigstens über die Verwertungsgesellschaften mittelbar zu partizipieren.
    (Disclaimer: siehe @88)

  89. 90
    Die VG Wort gibt 8 aufs Wort. Aufs Geld und aufs Recht vielleicht nicht so. « Stefan Niggemeier says:

    […] Sie sich an die merkwürdige Kampagne, die die VG Wort vor einigen Wochen zum Urheberrecht gestartet hat, über die sie keine Auskunft […]

  90. 91
    Stefan Niggemeier / Die VG Wort gibt 8 aufs Wort. Aufs Geld und aufs Recht vielleicht nicht so. | entropy wins! says:

    […] Sie sich an die merkwürdige Kampagne, die die VG Wort vor einigen Wochen zum Urheberrecht gestartet hat, über die sie keine Auskunft […]

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