„Die Zeit“ muss Piraten-Dossier wegen Rufraub löschen

08 Mrz 13
8. März 2013

Die Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann hat vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen die „Zeit“ erwirkt. Die Wochenzeitung darf vorerst nicht mehr behaupten, die Direktorin des Alexander-von-Humboldt-Instituts für Internet und Gesellschaft halte das Urheberrecht für „überflüssig“ und stelle sich „eindeutig auf die Seite derer, die mit illegalen Filmkopien Geld verdienen“.

Das große Raubkopien-Dossier aus der „Zeit“ vom 7. Februar 2013, ist deshalb nicht mehr online und in den Archiven gelöscht.

Die „Zeit“ hatte Hofmann für eine perfide Pointe in einer dreiseitigen Titelgeschichte „Der gestohlene Film“ benutzt. Kerstin Kohlenberg, die stellvertretende Leiterin des 2011 gegründeten „Investigativ-Ressorts“, beschreibt darin am Beispiel von „Cloud Atlas“, wie illegale Kopien von Kinofilmen entstehen und verbreitet werden und das Geschäft der Produzenten bedrohen.

Es ist ein Artikel, der mit größtem Aufwand zweifelhafte Ergebnisse produziert. Die „Zeit“ ist zum Beispiel eigens nach Belize in Zentralamerika gereist, um die dortige Flugpiste („staubig“), eine Straße („löchrig“) und das Innere einer Suite („weiß gefliester Boden, schwere dunkle Holzmöbel, Bilder von der Akropolis“) beschreiben zu können. Hier ist die Firma registriert, die einen Server betreibt, auf dem viele illegale Film-Kopien liegen. Ergebnis der Vor-Ort-Recherche, Überraschung: Hier sitzt gar keine Firma, sondern nur jemand, der seinen Briefkasten für dubiose Firmen zur Verfügung stellt.

Über mehrere Absätze beschreibt die „Zeit“ mit größter Detailfreude, wann und wie ein „Internetpirat“ in Moskau in einem Kino eine Vorführung von „Cloud Atlas“ abfilmt, um dann den Satz hinzuzufügen: „So in etwa muss es gewesen sein.“ Hinterher rät die Autorin noch, wie der Mann, den sie nicht kennt, sich dann zuhause am Computer gefühlt hat, während er den Film bearbeitet: „Womöglich ist er ein wenig aufgeregt, vielleicht stolz.“

Alles in dem Artikel suggeriert, dass hier keine Kosten und Mühen der Recherche gescheut wurden, um den Leser gut zu informieren. In Wahrheit ist der Text voller Ungenauigkeiten, Fehler und zweifelhaften Behauptungen, die Torsten Dewi in seinem Blog ausführlich aufgelistet hat.

Vor allem ist die zentrale Behauptung des Dossiers nicht haltbar: dass die illegalen Kopien verhindert hätten, dass „Cloud Atlas“ ein Erfolg wurde; dass der teure Film nur deshalb gefloppt sei. Schon in der Unterzeile über dem Artikel heißt es entsprechend:

Der Produzent Stefan Arndt hat mit „Cloud Atlas“ den teuersten deutschen Film aller Zeiten herausgebracht. Er braucht Zuschauer, die Kinokarten und DVDs kaufen. Das Geschäft funktioniert — bis Piraten illegale Kopien des Films ins Internet stellen. Aufzeichnung eines Raubzugs

Das „Zeit“-Dossier opfert eine differenzierte Darstellung der Tatsachen der Absicht, die behauptete zerstörerische Kraft der illegalen Kopien zu demonstrieren. Das Werk der Piraten ist auch für den Produzenten Stefan Arndt, dem die „Zeit“ vollständig auf den Leim geht, eine bequeme Erklärung für den Misserfolg seines Filmes.

Am Schluss des Textes kommt die „Zeit“ auf Google:

Auf der Piratenwebsite moviez.to findet sich der Name eines weiteren bekannten Unternehmens. Es ist der des mächtigsten Internetkonzerns der Welt. Google.

Das Unternehmen schaltet allerdings keine Werbung bei den Piraten. Sein Name findet sich lediglich im versteckten sogenannten Quelltext der Website. Zwei Tochterunternehmen von Google sind dort als Werbevermittler aufgeführt. Der Internetkonzern hilft den Filmpiraten dabei, Unternehmen zu finden, die bei ihnen Werbung schalten. (…) Nach einer Untersuchung der Universität von South Carolina in den USA verdient weltweit kaum ein anderes Unternehmen so viel Geld mit der Vermittlung von Werbung auf Piratenseiten wie Google.

Google wollte sich gegenüber der „Zeit“ angeblich nicht äußern, aber das Blatt fand eine Art Strohmann: Jeanette Hofmann.

Hofmanns Hauptthema ist das Urheberrecht. Es geht um eine der größten Veränderungen in der Geschichte der Marktwirtschaft. Bisher basierte dieses System darauf, dass ein Produkt demjenigen gehört, der es hergestellt hat, egal, ob es sich um ein Auto handelt, eine Glühbirne oder einen Kinofilm. Die Hersteller dieser Produkte wurden vom Gesetz geschützt, vom Eigentumsrecht, vom Urheberrecht. Wenn es gut lief, wurden sie reich mit dem, was sie geschaffen hatten.

Jetzt werden auf einmal Leute mit Dingen reich, die sie illegal kopiert haben.

Das ist es, womit sich die Politikwissenschaftlerin Hofmann beschäftigt. Sie hat dazu eine pointierte Meinung: Man brauche gar kein Urheberrecht. Sie sagt, es existiere ja auch kein Urheberrecht für Witze oder Kochrezepte. Dennoch bestehe auf der Welt kein Mangel an Witzen und Kochrezepten, sie habe das selbst untersucht. Außerdem gebe es eine Studie, wonach ohnehin kaum ein Künstler von seiner Kunst leben könne. Trotzdem werde weiterhin Kunst pro– duziert. Warum muss man Künstler also schützen? Warum ist es schlimm, ihre Produkte zu kopieren?

Man kann es überraschend finden, dass die Wissenschaftlerin Hofmann sich so eindeutig auf die Seite derer stellt, die mit illegalen Filmkopien Geld verdienen. Allerdings nur für einen Moment. Bis man feststellt, dass Hofmann und die 26 weiteren Forscher des im vergangenen März gegründeten Instituts nicht von der Humboldt-Universität bezahlt werden, obwohl sie ihre Büros in deren juristischer Fakultät bezogen haben. Sondern von einem großen internationalen Unternehmen. Von Google. Der Konzern ist derzeit der alleinige Geldgeber des Instituts, 4,5 Millionen Euro hat er investiert, für die ersten drei Jahre. Man kann sagen, ein Teil des Geldes, das Google mit den Raubkopien erwirtschaftet, fließt in wissenschaftliche Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass Raubkopien keine schlechte Sache sind.

Es ist eine kalkulierte Rufschädigung, die die „Zeit“ hier vornimmt. Sie unterstellt, dass Google Einfluss hat auf die Forschung des Humboldt-Institutes — obwohl die Konstruktion der Finanzierung dessen Unabhängigkeit sicherstellen soll. Sie unterstellt, dass die renommierte Wissenschaftlerin Hofmann sich von Google hat kaufen lassen und bestellte wissenschaftliche Ergebnisse liefert. Und sie reduziert die differenzierte Haltung Hofmanns zum Urheberrecht auf eine plumpe, falsche Formel, damit sie als perfekte Pointe für ein plump einseitiges Dossier taugt.

Das Landgericht Hamburg hat der „Zeit“ einstweilig untersagt, zu behaupten:

  • „(Jeanette Hofmann forscht zum Urheberrecht.) Sie hält es für überflüssig.“
  • „(Jetzt werden auf einmal Leute mit Dingen reich, die sie illegal kopiert haben. Das ist es, womit sich die Politikwissenschaftlerin Hofmann beschäftigt.) Sie hat dazu eine pointierte Meinung: Man brauche gar kein Urheberrecht.“
  • „Man kann es überraschend finden, dass die Wissenschaftlerin Hofmann sich so eindeutig auf die Seite derer stellt, die mit illegalen Filmkopien Geld verdienen.“

Außerdem darf die „Zeit“ nicht mehr den Eindruck erwecken, Jeanette Hofmann habe an Studien zu illegalen Filmkopien mitgewirkt.

Die „Zeit“ hat die Möglichkeit, Widerspruch gegen den Beschluss einzulegen.

Nachtrag, 24. April. Fortsetzung hier.

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132 Gedanken
  1. 1
    nona says:

    Das invalide Ding mit dem „Raubkopie macht garantierten Filmerfolg kaputt„ist natürlich ein ziemlich alter Hut. Hat z.B. schon vor so 10 Jahren für schallendes Gelächter gesorgt, als eine Vorab-Kopie von „Hulk„im Netz stand, was das Studio natürlich als Grund dafür anführte, dass der Film zunächst ziemlich gebombt ist. Auf die Idee, dass die insgesamt recht maue Qualität des Films und die eher ernüchternden Kritiken dafür verantwortlich sein könnten, kamen sie nicht.

    („Rufraub“ ist auch schön…)

  2. 2
    muehsam says:

    Hätte es nicht auch eine simple Gegendarstellung getan?

  3. 3
    mark says:

    Hoffentlich gehen diese ganzen miesen Schmierblätter bald pleite. Mit etwas Glück wird das LSR sogar dabei helfen.

  4. 4
    Frank Reichelt says:

    „So in etwa muss es gewesen sein“, wird dann noch durch diese graphisch hochwertige Zeichnung illustriert! Das kennt man in letzter Zeit eigentlich nur von „Bild“ bei Ermangelung eines reißerischen Fotos. Das jetzt aber schon die seriöse „Zeit“ zu diesem Mittel greift ist für mich ein weiterer Beweis für die Panik bei den Tothölzern. Bin gespannt, was Herr di Lorenzo zu seiner Verteidigung zu sagen hat!

  5. 5
    Jan-Hendrik says:

    Warum erwirkt Frau Hofmann die Verfügung eigentlich in Hamburg? Etwa wegen der zu erwartenden Urteile? Oder bin ich nicht mehr auf dem neuesten Stand?

    Ich bezweifle allerdings gar nicht, dass Frau Hofmann im Recht ist.

  6. 6
    alliance1979 says:

    @ Mark

    Naja ob die Zeit jetzt ein „mieses Schmierblatt“ ist wage ich zu bezweifeln. Vieleicht nicht mehr das was sie war, aber immer noch besser als 95% des anderen deutschen Blätterwaldes.

    Trotzdem ist es natürlich traurig, das gerade eine Zeitung die angeblich auf Meinungspluralität wert legt, so einseitige Artikel produziert.

  7. 7
    Elco says:

    „Der Pro­du­zent Ste­fan Arndt hat mit »Cloud Atlas« den teu­ers­ten deut­schen Film aller Zei­ten her­aus­ge­bracht.„
    Und ich (und auch alle die ich gefragt hab) haben noch nie von diesem Film gehört. Vielleicht hat es da auch einfach jemand nicht geschafft sein Produkt (oder von mir aus auch sein Kunstwerk) zu vermarkten. Von diesen furchtbaren Til Schweiger-Filmen hab ich zB immer etwas mitbekommen, ob ich wollte oder nicht.

  8. 9
    Stefan Niggemeier says:

    @Elco: Man muss aber schon sehr, sehr medienfern leben, um von „Cloud Atlas“ nichts gehört zu haben.

  9. 10
    Frank Reichelt says:

    @ Stefan Niggemeier
    Mir war der Film aber auch nur bekannt, weil ich einen Kinotrailer gesehen habe, im Kino, muss man ja wg. YouTube heutzutage erwähnen.
    Danach habe ich über diesen Film bis zu ihrem Artikel nichts mehr gehört!

  10. 11
    Satirist says:

    Der Artikel hat einen riesigen Batzen von „red flags“, aber was in letzter Zeit (haha) immer sofort die Alarmglocken läuten lässt ist die unfassbare Mühe, mit der Journalisten versuchen, Google in alles böse und schlechte hineinzuzwängen.

    Als hätte Google ein Interesse daran, seinen Werbepartnern Bannerplätze neben illegalen Kinofilmen und Pornos zu verkaufen. Man könnte meinen, Verlage und seine Lohnschreiber verstünden etwas vom Werbegeschäft.

    (For the record: ich hab bis heute keine Ahnung, was dieser Cloud Atlas sein soll)

  11. 12
    Stefan Niggemeier says:

    Leute. 10,7 Millionen Menschen haben allein die „Wetten dass“-Sendung gesehen, in der die „Cloud Atlas“-Hauptdarsteller Halle Berry und Tom Hanks (der mit der Mütze) waren, um für den Film zu werben.

    Wir könnten natürlich jetzt weitere Einzelbekenntnisse sammeln, wer wann warum nichts von diesem Film gehört hat. Sie sind allerdings mit Sicherheit nicht repräsentativ.

  12. 13
    AndreasP says:

    Ich kann mich auch nicht erinnern, jemals etwas über den Film oder auch nur den Titel gehört zu haben. Durchaus aber von diesem Berry-Hanks-Besuch bei Wetten dass. Vielleicht hätte Hanks weniger über Lanz ablästern sollen, sondern irgendetwas sinnvolles für seinen Film tun. Außerdem sollte man sich vielleicht einen Filmtitel ausdenken, den man sich im Englischen oder Deutschen auch nur irgendwie merken kann und mit irgendetwas verbinden kann. Und wenn’s Kokowäh ist.

  13. 14
    Sebastian says:

    Also ich habe durchaus von „Cloud Atlas“ gehört, aber keinen Versuch unternommen, ihn mir anzusehen, nachdem ich hörte, er sei geraubt worden.

    Zu der Milchmädchenrechnung, Downloads ließen sich pauschal als entgangene Einnahmen werten, verweise ich immer gerne auf das Beispiel „Game of Thrones“. Schnelligkeit und Umfang der Verbreitung neuer Folgen nach ihrer Ausstrahlung im Internet ist wirklich eindrucksvoll (wird man ab Monatsende wieder beobachten können). Und gleichzeitig ist die Produktion wunderbar profitabel, nicht nur wegen Pay-TV, sondern auch wegen grandioser DVD-Verkäufe. Und ob die ohne Hype und anfixende, virale Verbreitung der Folgen im Internet so stattfinden würden?

    Einen positiven Zusammenhang zwischen Kopiererei und kommerziellem Ertrag kann man natürlich genauso wenig als Regel behaupten wie einen negativen. Aber einen „großen“ Artikel zum Thema zu publizieren, ohne solche Beispiele zu diskutieren, ist schlicht unseriös.

  14. 15
    PS says:

    nochmal anders gesagt:
    in der heutigen Zeit werden auch Meinungen schnell geteilt.
    Und wenn es von vielen heisst „der Film ist Grütze“, dann geht auch keiner mehr rein.
    Und dass das heute ein, zwei Tage statt früher ein, zwei Wochen dauert, ist bekannt. (wenn jemand die Studie hierzu nicht selbst googlen will, bitte als Kommentar melden und ich finde das;-)

  15. 16
    Frank Reichelt says:

    @ Stefan Niggemeier

    Halle Berry und Tom Hanks wollten für den Film werben, medial blieb aber nur der (angeblich) respektlose Umgang mit den Hollywoodstars übrig. Das Wort „Cloud Atlas“ habe ich in keiner Kritik, ja selbst in den Interviews mit Berry und Hanks zu der Show nicht gelesen. In ihrer Lanz-Kritik hier natürlich erst Recht nicht. Sowohl der Film mit seiner Überlänge als auch die PR scheint irgendwie in die Hose gegangen zu sein.

    Und, je mehr Einzelbekenntnisse hier abgegeben werden, desto repräsentativer werden die!

  16. 17
    Sibirischer Tiger says:

    Muehsams (Kommentar #2) Frage ist auch meine:

    Unterstellt, dass Frau Hofmanns tatsächliche Angaben richtig sind, bin ich moralisch ohne Wenn und Aber auf ihrer Seite.

    Doch warum gleich Justizia um den Einsatz ihres Schwertes bzw. Holzhammers bitten?

    Die Menschenwürde und das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 2 GG) sind herausragende Rechtsgüter, aber man fördert ihre Stellung und Geltung meines Erachtens nicht unbedingt, indem man jeden Fall ihrer Nichtbeachtung — von einer „Missachtung“ möchte ich vorliegend jedenfalls noch gar nicht bewusst sprechen — gleich gerichtlich verfolgt.

    Das Humboldt-Institut hätte doch mit Sicherheit durchaus wirksame Möglichkeiten gehabt, seinerseits eine Richtigstellung der Frau Hofmann ihrer Darstellung in den Mund gelegten Aussagen zu verbreiten.

    Sei es durch einen als authentisch verifizierbaren Kommentar unter dem entsprechenden Eintrag auf ZEIT ONLINE, einen Leserbrief an die ZEIT mit ausdrücklicher Bitte um Veröffentlichung, eine offizielle Pressemitteilung oder sonstige Verlautbarung o. ä.

    Ich verstehe sehr gut, dass Frau Hofmann sauer ist, das wäre ich an ihrer Stelle genauso.

    Aber ich finde es traurig, wenn eine schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des Urheberrechts forschende Politikwissenschaftlerin und eine angesehene Wochenzeitung einen Disput über eine mutmaßlich falsche oder verfälschte Zitierung — ob aus bewusster Böswilligkeit oder schlicht Schlampigkeit lasse ich dabei fairerweise zu Gunsten der ZEIT mangels gesicherten eigenen Wissens offen — nur noch vor Gericht austragen können.

    So was tut unserer Gesellschaft nicht gut.

    (Experten mit den eigenen Ansichten zuwiderlaufenden Positionen oder Erkenntnissen bewusst falsch oder verfälscht zu zitieren, möglicherweise eben um sie oder die von ihnen vertretenen Meinungen in Misskredit zu bringen, schadet unserer Gesellschaft und der intellektuellen Auseinandersetzung innerhalb dieser natürlich keinen Deut weniger. Entsprechend läge mir nichts so fern, wie Frau Hofmann hier irgendwie ins Unrecht setzen zu wollen.

    Aber ein Unrecht zu erleiden und darauf unglücklich zu reagieren, hilft uns allen langfristig auch nicht weiter.)

    Und @Jan Hendrik (Kommentar #5):

    Die Redaktionen sowohl der Wochenzeitung DIE ZEIT, als auch des Teledienstes ZEIT ONLINE befinden sich in Hamburg.

    Frau Hofmann hat sich also an jenes Gericht gewandt, das für den Ort, an welchem die von ihr behauptete und verfolgte Verletzung ihrer Rechte in dem Sinne begangen wurde, als dass die Medien, in denen das streitbefangene Dossier erschienen ist, dort herausgegeben wurden bzw. werden. (Gerichtsstand ist im delikttischen Schuldrecht der Tatort der verfolgten unerlaubten Handlung.)

  17. 18
    M Schneider says:

    For the record: Ich habe von Cloud Atlas gehört. Und ihn gesehen. Gar nicht soo schlecht, aber — um noch was zum Thema beizutragen: Es ist ein Film, für den bestimmt sowohl Marketing als auch Mund-zu-Mund-Propaganda schwierig sind. Insofern dürfte da das Problem liegen, nicht beim Raubkopieren. Und der Produzent muss wohl realistischerweise auch damit leben, dass er einen nicht ganz schlechten, aber eben auch nicht großartigen Film gemacht hat. 200 Millionen hin oder weg.

  18. 19
    Howie Munson says:

    Also ich hab das bei Wetten dass mitbekommen und auch das restliche Getöse um den teuersten „deutschen“ Film. Ich fand es aber damals schon wenig zielführend, dass man das PR-Feuerwerk und die „Premiere“ zwei Wochen vor dem deutschlandweiten Kinostart durchgezogen hat und nur eine Woche später kam dann 007 auf die Leinwand.…

    Noch weniger verstehe ich das Cloud Atlas in UK und Australien erst letzten Monat Premiere hatten…

  19. 20
    egghat (@egghat) says:

    Hmmm, sowas aus dem Investigativ-Ressort. Da kann ich der nächsten Enthüllungsgeschichte der Zeit ja mal richtig Vertrauen entgegen bringen :-(

  20. 21
    Dexter says:

    @Stefan Niggemeier:
    Nur fürs Protokoll: Selbstverständlich habe auch ich bis zu ihrem Artikel noch nie etwas von diesem Produkt gehört. (Ich dachte erstmal, diese Zeit-Autorin hat diesen Film beispielgebend erfunden!)

    Wenngleich ich jetzt nicht mal ansatzweise Lust bekommen habe mir den „teuersten deutschen Film aller Zeiten“ anzuschauen, danke ich ihnen doch auch für diesen Hinweis.

    Nebenher: Ist ja wirklich tragisch, dass dieses teure Produkt das investierte Kapital nicht ansprechend zu verzinsen vermag! Ooch!

  21. 22
    Ulrich Bähr says:

    Vorweg: Stefan, ich stimme deiner Analyse durchweg zu, einen Teil der Gedanken hatte ich beim Lesen auch. Nur Frage ich mich: Was hast du eigentlich gegen die Versuche, vor Ort zu recherchieren? Schon in dem Pistorius-Artikel hast du durch Zitate belegt, wie wenig bei der sicher teuren Vor-Ort-Recherche in Südafrika herausgekommen ist, und mit dieser Beobachtung deine Gesamtaussage untermauert. Hier nun wieder: Die Autorin fliegt extra nach Südamerika, und findet nur, was zu erwarten war (Staubige Startbahn, keine echte Firma). Nur: Wenn man aus der Kirche kommt, ist man immer schlauer. Ich finde es doch trotzdem gut, dass einige Zeitungen noch Recherche-Reisen finanzieren. Natürlich weiß man nie, was dabei rauskommt. Und den Impuls, diese Anstrengung dann auch zu dokumentieren und dem eigenen Text dadurch Authentizität zu verleihen, kann ich gut verstehen. Wo ist das Problem?

  22. 23
    Stefan Niggemeier says:

    @Ulrich Bähr: Die Vor-Ort-Recherche in dieser Form im Artikel unterzubringen, ist doch reine Eitelkeit und Angeberei. Natürlich ist es schön, wenn es sich Redaktionen leisten können, ihre Reporter an die Orte des Geschehens zu schicken. Das ist in vielen Fällen auch sinnvoll, manchmal sogar notwendig.

    Aber wenn der „Stern“-Mann dort nur eine Frau trifft, die nichts zu erzählen hat, dann hat diese Frau in der Geschichte nichts zu suchen. Und im Fall von Belize wüsste ich schon gerne, welcher Erkenntnisgewinn mit der Reise überhaupt hätte verbunden sein können. Ist es nicht lächerlich, die Kosten dadurch scheinbar zu rechtfertigen (und dem Leser ein gutes Gefühl zu geben, dass sein Kaufpreis gut angelegt ist), dass man hinterher die Staubigkeit der Flugpiste beschreibt?

  23. 24
    Seb says:

    Das ist leider etwas, das viele freiberufliche Künstler nicht kapieren (wollen/können?).
    Es gibt mit dem, was sie tun, nun einmal nicht den geringsten Anspruch darauf, von dieser Tätigkeit irgendwann, geschweige denn jederzeit seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Viele haben Glück und schaffen es, wieder andere werden stinkreich und wieder andere sind einfach schlecht und/oder tun etwas, das das zahlende Publikum nicht interessiert — so ist das nun mal.
    Die gesamte Verantwortung für das eigene Scheitern auf nicht zu verantwortende Umstände abwälzen zu wollen, ist ja lang erprobt, zur Zeit muss halt das böse Internet für alle Fehlschläge herhalten.

  24. 25
    Ulrich Bähr says:

    @Stefan: Ich kann es ja nun nicht mehr nachlesen, und ich war auch enttäuscht von der Folgenlosigkeit des Rechercheausfluges. Meine mich aber zu erinnern, dass das Teil und damit Beleg der Story über die Probleme ist, die Betreiber der Streaming-Server zu belangen. In der Zeit gehen die Autoren ja immer davon aus, dass die Leser keine Ahnung vom Internet haben (und sicher waren die wenigsten schon selbst auf einem solchen Server), und da bebildert sie eben diese verwischten „virtuellen“ Fährten durch das schön fassliche tote Ende in Belize. Von daher hat hier die „staubige Flugpiste“ schon eine dramaturgische Funktion. Man hätte sich das natürlich auch von einem x-beliebigen Deutschen Experten erklären lassen können, aber naja.

  25. 26
    plan9 says:

    Es war nur eine Frage der Zeit, bis zwei hochexplosive Komponenten zusammentreffen und flächendeckend die Menschheit mit Dung berieseln. In dem Zeit-Dossier trifft Zeitungsverleger-Paranoia auf Filmproduzenten-Paranoia. Ich weiß nicht, was sich in den Räumlichkeiten der Zeit zugetragen hat, aber wie sich zur branchenüblichen Panik bei „Cloud Atlas“-Produzent Stefan Arndt auch noch pure Agnst gesellt hat, lässt sich recht gut nachvollziehen, weil es relativ öffentlich vonstatten ging.
    Am 8. September 2012 erfuhr „Cloud Atlas“ seine Weltpremiere auf dem Filmfest in Toronto, und wurde da schon nicht gerade mit Standing Ovations bedacht.
    Am 26. Oktober startete der Film in den US-Kinos und bekam zumeist keine verheerend negativen, aber auch nur wenig jubelnde Kritiken. http://www.rottentomatoes.com/m/cloud_atlas_2012/
    Was derweil in Deutschland geschah:
    Die Pressevorführungen zu „Cloud Atlas“ fanden zwischen dem 2. und 15. Oktober statt. Die Teilnahme an einer dieser Pressvorführungen verpflichtete die Journalisten zu einer Sperrfrist zur Berichterstattung/Kritik bis zum 26. Oktober (US-Start). An den Reaktionen der Journalisten nach den Pressevorführungen schien sich aber schon abzuzeichnen, dass der Film keine allzu positiven Kritiken bekommen würde. Deswegen sandte Arndt (X-Filme) an ausgewählte Filmkritiker eine Mail mit der Bitte, nicht negativ über den Film zu schreiben, da sich das schlecht auf den Erfolg des Films auswirken würde. So eine Bitte ist durchaus legitim, sagt aber mehr über ihren Verfasser aus, als über das, was er verheimlichen will.
    Am 3. November findet die „Wetten, dass“-Sendung mit Halle Berry und Tom Hanks statt.
    Am 4. November finden Interviews u.a. mit Hanks und Berry zu „Cloud Atlas“ statt, was Hanks dazu nutzt, über „Wetten, dass“ herzuziehen. Ein gefundes Fressen für Journalisten, denn die Lanz-Show ist weitaus mehr im Gespräch als der — ginge es nach Arndt — zu bewerbende Film.
    Am 5. November geht die Deutschland-Premiere von „Cloud Atlas“ in Berlin über die Bühne. Aber da ist Tom Hanks schon ein deutscher TV-Held, „Cloud Atlas“ gestorben und ein Film-Produzent hat seinen Super-Gau erlebt. Und seit dem „Zeit“-Dossier wissen wir ja nun auch warum…

  26. 27
    Sebastian says:

    Ich finde das was Dewi über den Artikel geschrieben hat extrem klein-klein, habe mir dort aber einen Kommentar gespart. Andere haben ihn drauf angesprochen und er fand nix dran auszusetzen. Das setzt sich dann hier fort.

    Ich z.B. finde den Hinweis auf die Reise nach Belize in einem langen Bericht nicht überflüssig und ich weiß auch nicht warum man sich daran abarbeitet. Planet Money hat das als Gastbeitrag bei This American Life auch getan als es um Patent-Trolle ging — da wurden mindestens 10 der 60 Minuten auf ein Gebäude „verschwendet“ in dem eine Tür beschrieben wurde unter der ja gar kein Licht durch kommt und deshalb sicherlich niemand da ist.

    Man nennt das auch Stilmittel hab ich mir mal sagen lassen.

    Klar ist das schade wenn man eine gegenteilige Meinung hat, dann mag man solche Teile eines Berichts nicht. Einfach zu sagen „Dann hat das da nix verloren“ kann ich persönlich dann leider nicht nachvollziehen wenn ich es anderswo bei prämierten Radiosendungen 1:1 auch so schon gehört habe.

    Genau so wenig ist die Hervorhebung nachvollziehbar, dass die Zeit dem Produzenten „auf den Leim“ geht. Diese Einschätzung ist genau so geraten wie die Einschätzung zur Meinung von Frau Hofmann seitens der Zeit, was das Urheberrecht angeht. Es mag irritierend wirken aber es soll durchaus vorkommen, dass man einer Person deren Argumente glaubt. Ich weiß — vollkommen neues Konzept. Dewis „Nachweise“ bezüglich der Situationen wann/was/wie raubkopiert auf den Markt kam und wann/was/wie die Auswirkungen davon sind, sind ins Blaue hinein behauptet. Natürlich verstehe ich, dass er nicht auf Torrent-Webseiten verlinkt, aber ein paar Screenshots hätten’s dann vielleicht auch getan. Statt dessen muss ich ihm einfach alles glauben, was er sagt. Nicht einmal einen Link auf die Top 20 (21) der deutschen Filmcharts gab’s. Auch Aussagen wie „Raubkopien gab es immer“ sind vollkommen luftleer. Klar — Raubkopien gab es immer. VHS-Kassetten für 5 Dollar an der Straßenecke sind ja vor allen Dingen in den USA total verbreitet gewesen in Millionenstädten wie New York. Dass damit „eventuell“ Dinge wie die DSL-Verbreitung in Deutschland gemeint sind und die Sache analog zum Effekt der Tauschbörsen auf den Musikverkauf (MP3s/iPods) sein „könnten“ lassen wir einfach mal komplett unter den Tisch fallen.

    Klar sind die Zahlen die sich die Filmindustrie zusammenfantasiert was die Schäden angeht vollkommen überzogen, dennoch ist ein einfaches Wegwischen der Bootlegs und R5s anhand von wann was wie verfügbar war sinnfrei. Anderswo liest man, dass die hohen Umsätze von Hollywood nur durch 3D kommen, weil jede Karte jetzt doppelt so viel kostet. Wenn es um die erfolgreichsten Filme geht, werden gerne inflationsbereinigte Zahlen für „Gone with the Wind“ genannt. Auch die Monokulturen à la „Transformers“ bleiben in der Betrachtung außen vor — oder z.B. dass kino.to sehr erfolgreich war. Das ist alles nicht so einfach wie sich Herr Dewi das zusammenreimt und nur weil ich auch der Meinung bin, dass die breite Masse die das Geld ausgibt der Maßstab ist und nicht ich der halt nichts in Kino geht weil er sich lieber nen Film zu Hause anguckt, heißt das noch lange nicht dass sich Wahrheiten ohne Forschung ergibt. Gut, die Zeit geht dem Produzenten „auf den Leim“ aber inwiefern gehe ich Dewi ebenso auf den Leim nur weil sich meine Meinung viel schöner mit seiner deckt?

    Es ist die gleiche Problematik wie die nach Amokläufen. Ich stelle mich auch gerne hin und sage „Killerspiele machen nicht gewalttätig“. Nur sollte man das auch irgendwie belegen können.

    Es kriecht hier eine ziemliche Selbstgefälligkeit durch. Es gibt Studien zum Medienkonsum von Menschen die Raubkopien konsumieren, die hätte Dewi zitieren können. Statt dessen behauptet er einfach das was in der Zeit stünde wäre falsch gemessen an Tagen wann die Downloads in den Tauschbörsen vorhanden waren. Allein die Tatsache dass es sein könnte dass Leecher auch mal ne Woche warten können mit dem Film-gucken weil die Festplatten eh voll mit Filmen sind hebelt diese ganze „Logik“ komplett aus.

    Was bleibt ist wie die Zeit mit Frau Hofmann umgegangen ist und wie wir uns dieses Fehlverhalten dahingehend umdeuten, dass der Rest ja auch erfundener Mumpitz ist. Was Hofmann wirklich gesagt hat und wie diese wirklich zum Thema steht, wird auch hier nicht erläutert. Ich kann mich an mehr als einen Blogeintrag hier erinnern, in dem es um einstweilige Verfügungen gegenüber den Grünen Gnomen seitens Telefonspielanbietern ging wo auch alles ganz klar war — jedenfalls für uns. Was Frau Hofmann gesagt hat auf Twitter war „Die Zeit hat kein wörtliches Zitat“. Ja. Und? Was sagt das aus? Gar nichts. Es soll vorkommen dass man die Meinung einer Person nicht in einem wörtlichen Zitat festnageln kann vor allen Dingen wenn die Zeit z.B. sich die Meinung aus irgendwelchen Arbeiten gedeutet hat. Ich persönlich hätte diesbezüglich dann doch _wirklich_ gerne mal gehört, was die Anwälte der Zeit denn vor Gericht gesagt haben bzw. wie sich die Zeit überhaupt zu der Angelegenheit äußert.

  27. 28
    jack says:

    „Und sie redu­ziert die dif­fe­ren­zierte Hal­tung Hof­manns zum Urhe­ber­recht auf eine plumpe, fal­sche For­mel, damit sie als per­fekte Pointe für ein plump ein­sei­ti­ges Dos­sier taugt.“

    Ist es nicht gerade die Aufgabe des Journalisten, bestimmte Sachverhalte auf den Punkt zu bringen und zuzuspitzen? Hier einige Aussagen von Hofmann.

    „Aber es würde die Konflikte drastisch mindern, weil es einen großen Anteil unseres kulturellen Erbes, der am Markt nicht erhältlich, aber aus Urheberrechtsgründen nicht verfügbar ist, gemeinfrei machen würde.“ http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/interview-mit-jeanette-hofmann-das-internet-verleiht-nutzern-mehr-einfluss/6534282.html

    „Abschließend lässt sich festhalten, dass die populäre Vorstellung eines Marktversagens ohne ein starkes Urheberrecht die Bedeutung gesetzlicher Schutzrechte wahrscheinlich übergeneralisiert.“ http://www.bpb.de/apuz/145384/kulturguetermaerkte-im-schatten-des-urheberrechts?p=all

    “Es ist gar nicht ganz klar, ob es das Urheberrecht tatsächlich braucht. Wenn ich keine Rechte an meinem Werk hätte und ich würde jetzt zu einem Verleger gehen und sagen: hier ist mein schönes Manuskript, willst du es drucken, dafür möchte ich aber dann gerne etwas Geld sehen? Dann würde ein einfacher Vertrag vermutlich genau das erreichen, was das Urheberrecht auch intendiert.” http://www.dradio.de/dlf/sendungen/corso/1759069/ und http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AOsbMcduFBM#at=1600

    Natürlich gibt Kohlenberg Hofmanns Aussagen nicht hundertprozentig korrekt wieder und stellt sie verfälschen in einen anderen Zusammenhang. Allerdings frage ich mich, wie die zahlreichen Kommentare Kohlenbergs denn anders zu bewerten sind als eine Absage an das heutige Urheberrecht? Kohlenbergs Satz „Sie hält es [das Urheberrecht] für überflüssig.“ läßt sich auf unterschiedliche Arten lesen. Entweder sie gibt vor, Hofmanns Worte in der indirekt wiederzugeben, was natürlich falsch wäre — oder sie interpretiert und verkürzt stattdessen Hofmanns Position und gibt ihre eigene Einschätzung wieder. Vieles spricht für die zweite Interpretationsmöglichkeit, denn zumindest in diesem(!) Zitat benutzt Kohlenberg nämlich nicht den für die indirekte Rede nötigen Konjunktiv.

  28. 29
    Oliver says:

    Nie gehört von dem Film, ob mit oder ohne Raubkopie. Aber die Kritiken waren ja wohl auch nicht der Bringer.

  29. 30
    nocheinjurist says:

    Die Einstweilige hat jetzt doch das Augenmerk darauf gelenkt, wo in der Gesellschaft Google das Geld investiert und ob dahinter vielleicht ein Zweck steht, auch wenn er rechtlich erstmal ausgeschlossen worden ist. Schönes Recherchethema, btw.

    Wenn man das, was man sagen wollte, ordentlich aufgeschrieben hätte (zB mit dem Tenor, wenn er denn stimmt … „Trotz Unabhängigkeit von Google kommen Forscher zu für Google positiven Ergebnissen“), wäre es wohl nicht vor Gericht gelandet.

    Später mal, so in 30 Jahren, wenn die Gründer nicht mehr Google dominieren, sondern neue Vorstandsvorsitzende etwas Luft ins Unternehmen lassen, wird die journalistische Öffentlichkeit vielleicht nach „neuesten Forschungen“ „total überrascht“ sein, wie Google investiert hat. Vielleicht so überrascht wie über den Schleichwerbe-Product-Placement-Skandal vor ein paar Jahren.

    Bekannter als „Cloud Atlas“ in diesem Forum sind wohl die Sätze „Wes´ Brot ich ess“ und „Ich muss doch an meine Familie denken.“ Ganz schwer, diese tradierten Gegebenheiten rechtlich auszuschließen.

  30. 31
    malvar says:

    @nocheinjurist:
    Natürlich könnte Google heimlich Einfluss nehmen auf die Ergebnisse des Instituts, das sie fördern, aber ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum sie das tun sollten:

    Die am stärksten vertretene Meinung zum Urheberrecht ist nun einmal die der Rechteinhaber, die sehr viel Geld in Lobbyismus investieren, um ihre „Probleme“ der Politik glaubhaft zu machen.
    Diese Meinung ist, wenn man sie objektiv betrachtet, nichts als billigster Populismus und teilweise so entfernt von der Realität, dass man guten Gewissens von dreisten Lügen sprechen kann.
    Man betrachte hierzu beispielsweise die altbewährte Milchmädchenrechnung, dass jeder illegale Download eines Films einen Verlust in Höhe des entgangenen Kinobesuchs oder DVD-Verkaufs bedeutet. Eine einzelne Person kann sich jedoch problemlos durch illegales Downloaden 100 Kinobesuche ersparen, von denen sie sich nicht einmal 10 hätte leisten können. Der entstandene „Schaden“ in Höhe von 100 Kinotickets ist insofern ein rein theoretischer Wert, der in keiner ernsthaften Kalkulation auftauchen dürfte.
    An anderer Stelle wird dann auch gerne mal die Gefahr von illegal hergestellten Medikamenten, die nicht wirklich dem Originalpräparat entsprechen, betont, um die Wichtigkeit von Patenten und Urheberrechten jeder Art zu betonen und einen Gesetzesentwurf zu unterstützen, der auch Filme und Musik betrifft.
    Das sind nur zwei Beispiele für den Unfug, den die Rechteinhaber mit massivem finanziellen Aufwand propagieren…

    Worauf ich hinaus will:
    In einer seriösen und unabhängigen Studie haben derartige Phantasie-Argumente nicht den Hauch einer Chance und das Ergebnis kann selbst im für Google schlechtesten Fall nur deutlich besser sein als alles, was ihre Gegner behaupten.

    Kurz gesagt: Google muss nur eine neutrale Instanz schaffen, die objektiv zu diesem Thema forscht und abwarten, bis diese zu einem für sie positiven Ergebnis kommt.
    Manipulation ist dabei überhaupt nicht nötig…

  31. 32
    Martin says:

    @Jan-Hendrik

    Die Zeit sitzt in Hamburg, daher Klageerhebung in Hamburg. Nebenbei ist die juristisch sehr zweifelhafte Arbeitsweise des Hamburger OLGs nicht zwangsläufig indikativ für andere Hamburger Gerichte.

  32. 33
    tschill says:

    Die Wachowskibrüder plus Halle Berry in Kombination mit einer wirr wirkenden Story (TimeOut London meinte das übrigens positiv) haben dafür gesorgt, daß ich Cloud Atlas weder im Kino noch als Download sehen will.
    Bei der IMDB kommt der Film übrigens gar nicht schlecht weg — gute Wertung und viele Userkommentare. Was hat man denn hier von seiten der Produzenten erwartet — einen neuen Avatar?

  33. 34
    Andreas says:

    Vorab:
    GOOGLE!!! (welche Buchstaben/Zeichenkombination kann man eigentlich benutzen, um das absolut Böse darzustellen?), also wird GOOGLE nachfolgend G666GLE genannt.

    Da mit dem Artikel auch die Kommentare verschwunden sind, hier eine Wiederholung:
    http://www.welt.de/kultur/oscar/article113884008/Riesensauerei-dass-Cloud-Atlas-uebergangen-wurde.html
    „Die Welt: Sind Sie mit den Preisen einverstanden, mal abgesehen von dem eigenen?
    Arndt: Dass „Argo“ als „bester Film“ gekrönt wurde, kann ich nicht nachvollziehen.
    Die Welt: Hatten Sie nicht eher damit gerechnet, als Produzent von „Cloud Atlas“ einen Oscar zu erhalten?
    Arndt: Ich halte es für eine Riesensauerei, dass der so völlig übergangen wurde. Was da hinter den Kulissen geschehen ist, muss ich erst noch herauskriegen.„
    Hallo? Ja ne, is klar — die Oscars werden getürkt, um Herrn Arndt zu schaden.

    http://www.sf-fan.de/filmkritik/filmkritik-cloud-atlas-2012-ein-filmisches-kaleidoskop.html
    „Wenn man also die Kritik am Film »Cloud Atlas« auf einen Punkt konzentrieren will, so ist es die fatale Fehlentscheidung der drei Regisseure dieselben Schauspieler immer wieder in neue Rollen zu pressen.
    im Film treffen wir der Einfachheit aller immer wieder auf die gleichen Schauspieler in teilweise absurden Masken, die sie völlig unkenntlich machen. Das klappt in wenigen Fällen wunderbar – und gerät bei anderen leider zur albernen Travestie-Show (Hugo Weaving im Frauenkostüm).„
    Wie war das noch mit den vielen Köchen und dem Brei?

    http://www.medienpolitik.net/2012/09/filmpolitik-mit-cloud-atlas-erlebt-der-bisher-teuerste-deutsche-spielfilm-seine-weltpremiere/
    „Was war das Schwierigste an der Produktion?
    …Dann mussten wir einen Vertrag für ein Segelschiff unterschreiben, das in England gechartert werden musste, um dann rechtzeitig zum Dreh in Mallorca zu sein. Das waren weitere 250.000 Pfund an Kosten. So etwas habe ich noch nie erlebt und ich weiß nicht, ob wir so etwas noch einmal wollen.
    Wie hoch ist der deutsche Anteil an der Finanzierung?
    Stefan Arndt: 20 Prozent stammen aus deutschen Quellen. Abgesehen von unseren eigenen Mitteln, vom DFFF, der FFA und der Regionalförderung aus Nordrhein-Westphalen, Berlin-Brandenburg, Mitteldeutschland und Bayern und natürlich von unserem Partner, der Degeto.
    Wie viele Kinozuschauer brauchen Sie für die Refinanzierung?
    Stefan Arndt: Viele. Das haben wir nicht genau durchgerechnet. Mittlerweile hat das Ganze eine derartige Komplexität erreicht, dass man irgendwann sagen muss, man hat sich nach bestem Gewissen um optimale Verträge und Verwertungsstrukturen gekümmert und jetzt muss man auch loslassen können.„
    Ein Produzent hat Schwierigkeiten damit, ein Segelschiff zu chartern? Und er hat NICHT durchgerechnet, wieviele Zuschauer der Film braucht, um sich zu rechnen?

    http://www.dimbb.de/medien-blog/35-medien-blog/685-kosten-und-foerderung-von-cloud-atlas
    „100 Mio. Euro hat der neue Film von Tom Tykwer gekostet. Dafür hat er fast 15 Mio. Euro an Fördermitteln deutscher Filmfördereinrichtungen akquiriert: 100.000 Euro für Projektentwicklung, 13.550.000 Euro für Produktionsförderung, 700.000 Euro an Verleihförderung sowie 200.000 Euro an Medialeistungen.„
    15 Mio Förderung / 15 Euro pro Kinokarte und 20 % davon als Filmeinnahme macht 5 Millionen „gesponserte“ Zuschauer.

    http://www.zeit.de/kultur/film/2013–01/filmpreis-bayern-oh-boy
    “Für Tom Tykwers 100-Millionen-Projekt Cloud Atlas bekam Stefan Arndt den mit 200.000 Euro dotierten Produzentenpreis. Der Film mit Tom Hanks und Halle Berry in den Hauptrollen sei ein großes Wagnis gewesen, das die Produktionsfirma aber “grandios gemeistert” habe, sagte die Jury.”
    Unter „grandios gemeistert„stelle ich mir aber was anderes vor.

    Und zum Artikel selbst:
    G666GLE!!! ist pöse!
    Filmpiraten sind pöse!
    Wer 10.000 € im Monat für eine Mitarbeiterin in Russland ausgibt, die böse Mails schreibt, kann ancheinend wirklich nicht rechnen.

    Arndt hat als GRÖPAZ einen Film abgeliefert, der — wieder einmal — an deutschem Größenwahn gescheitert ist und jetzt beschwert er sich über ein CAM-Rip aus einem russischen Kino. Und G666GLE verdient durch Werbung auf den Piratenseiten!

    Dieser Artikel ist (war) ein kruder Mix aus Rechtfertigungsversuchen für das „Floppen“ des Films seitens Herrn Arndt und einem „zeitgemäßen„G666GLE-Bashing.

  34. 35
    Moritz says:

    Nur für die statistische Erhebung ;)
    Hab damals gefühlt auf jeder großen Nachrichtenseite über den Film gelesen, ständig Trailer im Fernsehen gesehen und ihn später auch im Kino gesehen. Und fand ihn eigentlich ziemlich gut.

  35. 36
    Moon says:

    @Sebastian
    Statt des­sen behaup­tet er ein­fach das was in der Zeit stünde wäre falsch gemes­sen an Tagen wann die Down­loads in den Tausch­bör­sen vor­han­den waren. Allein die Tat­sa­che dass es sein könnte dass Lee­cher auch mal ne Woche war­ten kön­nen mit dem Film-gucken weil die Fest­plat­ten eh voll mit Fil­men sind hebelt diese ganze »Logik« kom­plett aus.
    Tut es nicht, weil das Hauptargument der Journalistin u.a. darauf beruht, wie schnell der Film in Tauschnörsen vorhanden war. Wenn nun der Zeitpunkt aber gar nicht stimmt, fehlt dem Argument doch ein wenig die Basis und genau darauf hat der Wortvogel hingewiesen.

  36. 37
    Malte says:

    Interessanterweise ist auf der Homepage der Kanzlei Waldorf Frommer, der Wikipedia zufolge „insbesondere aufgrund von Massenabmahnungen bekannt“(Wikipedia) weiterhin der gesamte ZEIT-Artikel verfügbar. (pdf)

  37. 38
    Sebastian says:

    Ob der Zeitpunkt stimmt oder nicht schreibt Dewi einfach so hin. Er liefert keine Belege. Er sagt selbst er wäre „nicht so ganz im Thema“.

    Die Zeit sagt 7.11.2012 und Dewi sagt 16.11.

    Ich würde Dewi wirklich gerne glauben aber auf welcher Basis denn bitteschön?

    Eine „staubige Piste“ im Internet?

    Ich hab grad mal selbst nachgeschaut und finde eine Cam-Version vom 10.11.2012 — hat mich 30 Sekunden gekostet da gewisse Piratenbuchten die Links nach Datum sortieren.

    Dewi ist in der Tag „nicht so ganz im Thema“, das Problem an der Geschichte ist aber auch, dass diese Uploads FAKES sein können, sprich Dewi und die Zeit müssten beide diese Dateien mal herunter laden um herauszufinden, ob es überhaupt der Film ist. Vielleicht habe ich es überlesen aber ich bin der Ansicht dass beide Seiten dies nicht getan haben.

    Ich kann’s nur nochmal wiederholen: die Zeit „frisst“ alles was der Produzent sagt und WIR fressen im Moment offenbar alles was Dewi sagt.

    Meiner Ansicht nach beruht der ganze Text von Dewi auf der Einstellung, dass der Film für die Tonne ist. Erster Link in seinem Text. In den Kommentaren auf wortvogel wurde ihm dezent der Hinweis gegeben, dass die Bewertungen auf IMDB recht positiv sind, er selbst wählt aber lieber eine andere Quelle.

    Das ist Cherrypicking. Durch die Bank. Sowohl was die Veröffentlichung der Cams als auch der Bewertungen angeht.

  38. 39
    JJ Preston says:

    @Niggi

    Leute. 10,7 Mil­lio­nen Men­schen haben allein die »Wet­ten dass«-Sendung gese­hen, in der die »Cloud Atlas«-Hauptdarsteller Halle Berry und Tom Hanks (der mit der Mütze) waren, um für den Film zu werben.

    Herrlich — eine Erklärung für gleich zwei Phänomene:
    1. Warum kaum jemand mehr von Cloud Atlas gehört hat als den bloßen Titel.
    2. Warum Cloud Atlas ein Flop ist.

    Wenn Halle Berry und Tom Hanks es nötig haben, Promo dafür bei „Wetten dass“ zu machen, dann kann der Film nur (teurer) Schrott sein…
    Und die Aussagen bei Rotten Tomatoes, nunja… bis hin zu Kritik selbst in der Kategorie „Fresh“. Beispiele:
    – „Das fertige Produkt ist kein Matrix, aber sicherlich einen Blick wert — auch wenn man sich selbst ab und an dabei erwischt, Popcorn Richtung Leinwand zu werfen.“(Tara Brady, Irish Times)
    – „Der Schlüssel, um den Film erfolgreich in sich aufzunehmen, liegt vielleicht darin, nicht darüber nachzudenken, was auf der Leinwand passiert.“ (James Berardinelli, ReelViews)
    – „Trotz all den spektakulären Einstellungen und visionären Designs fühlte ich mich unverbunden.“ (Peter Travers, Rolling Stone)
    – „Cloud Atlas verdient Lob, und wenn nur dafür, nicht das aufgebauschte, protzige Desaster zu sein, das es in anderen Händen geworden wäre.“ (Ann Hornaday, Washington Post)
    – „Es ist hilfreich für die Erfahrung mit dem herumwirbelnden und mitreißenden, dramatischen Abenteuer Cloud Atlas, wenn Sie sich an den Gedanken gewöhnen, sich etwas verloren zu fühlen.“ (Lisa Kennedy, Denver Post)

    Abgesehen davon glaube ich, dass auch der Buzzword-Bingo-Titel zur schwachen Zuschauerakzeptanz beiträgt.

  39. 40
    NonKon says:

    So inflationär wie heute wurde der Begriff „Qualitätsjournalismus“ noch nie gehandelt. Die einseitige Darstellung des LSR in der Presse ist komplett nach hinten los gegangen, inzwischen macht sich nur noch Häme breit sollten Verlagshäuser den Bach runter gehen.

  40. 41
    Stefan Niggemeier says:

    @Sebastian: Du stürzt Dich auf einen Punkt bei Dewi, von dem er selbst sagt, dass er sich seiner nicht sicher ist. Die entscheidende Frage ist nicht das genaue Datum, ab dem die erste abgefilmte Version des Films im Netz zu sehen war, sondern die Frage, ob,wie Dewi es formuliert, „schwammig und wackelig abgefilmte Raubkopien einen Film ernsthaft schädigen können“. Insbesondere bei einem opulenten, anspruchsvollen Film wie „Cloud Atlas“. Den Beweis dafür bleibt die „Zeit“ schuldig. Dewi formuliert nur Zweifel daran und an anderen Behauptungen des Textes, mal weil sie nicht plausibel sind, mal aufgrund von Mutmaßungen, mal aufgrund von Fakten.

  41. 42
    Fritz says:

    Boah, hier kommen ja gleich 6 Themen auf einmal auf die Diskussionsagenda, und ziemlich durcheinander.
    1.) Qualität des ZEIT-Artikels? Augenscheinlich niedrig, das entspricht aber nur dem neuen deutschen Einfach-Niveau, auf das die ZEIT von seinem Produktvhef heruntergeprügelt wurde, um im Lesermilieu der gewöhnlichen Magazine zu wildern. Insofern ist die Art der Auseinandersetzung mit Hofmanns Thesen durchaus charakteristisch — der genauen Darstellung und Auseinandersetzung wird mit einem journalistischen Hackentrick ausgewichen, die Leser werden mit „guter Schreibe“ um einen guten Artikel betrogen.
    2.) Der Korruptionsvorwurf: Der ist natürlich starker Tobak und MUSS deshalb eigentlich ein Thema für sich sein, d.h. gerade dieses Andeuten und Nahelegen von Auftragswissenschaft für Google halte ich bei einem solchen Vorwurf für hoch geradig illegitim. Vielleicht auffällig, dass J. Hofmann nach Amtsantritt als erstes über Urheberrechte/Verwertungsrechte im Buchbereich sprach, also eines der Themen, wo es Google bekanntlich besonders wichtig ist. Und es scheint überhaupt so, als würde Hofmann ihre Position relativ aktivistisch und nicht nur wissenschaftlich sehen, aber wie geasgt — ein Thema, das wieder eines eigenen Artikels würdig wäre, auch im größeren Zusammenhang der „Biases“,die in der Wissenschaft immer mehr um sich zu greifen scheinen (Think tanks etc.).
    3.) Kinomarketing im Zeitalter der erhöhten Produkttransparenz: Wahrscheinlich ersetzen Downloads nicht den Kauf der Kinokarte, sondern beschleunigen nur das Verhängnis negativen „Word-of-mouth“. Man kann sich heute viel schneller und genauer über einen Film im Vorhinein informieren, also bevor man ihn an der Kinokasse kauft — dadurch sind Flops weniger als je zuvor durch hohen Marketingsaufwand zu überspielen. Im Gegenteil: Hoher Marketingaufwand blitzschnell zu Brei geschlagen, wenn das Produkt nicht die Massenattraktion ist, die er vorgibt zu sein. Filme, die ihr Versprechen erfüllen, haben dagegen durch illegale Paralleldistribution kaum Nachteile, eventuell sogar Vorteile. Auch das Thema Kinoproduktion und Marketing im Jahr 2015 wäre eines eigenen gründlichen Artikels wert …
    4.) Die Urheberrechtsdebatte …
    5.) Persönlichkeitsrechte im Netz: Immerhin verbirgt Hofmann dazu ihre Meinung nicht hinter der Theorie — die Persönlichkeitsrechte setzen für Sie schon bei der korrekten Widergabe der eigenen Meinung an. Warum nicht einfach Änderung verlangen, wenn es doch im Netz so einfach zu ändern ist? Eventuell spekuliert ZEIT hier aber auch auf einen kleinen Aufschrei — „das ist die Hofmann schuld, dass wir den ganzen Artikel depublizieren mussten!„
    6.) Ist der deutsche Journalismus noch zu retten, wenn selbst die „altehrwürdige“ ZEIT nicht mehr über Stern-Niveau hinauskommt? Ich glaube, das wird schwer, weil es den hübsch nach Grundkurs Journalistenschule geschriebenen, aber gedanklich löchrigen Artikeln in Zukunft genauso ergehen wird wie diesem „Cloud Atlas“ — sie haben keine Haltbarkeit und fallen am Ende der Firma als Verlust wieder vor die Füße, im Fall der ZEIT als Image-Verlust.

  42. 43
    @thelepathy says:

    @StefanNiggemeier

    Du kannst noch so schön lamentieren über die undifferenzierte Darstellung in diesem „Zeit“-Dossier — die reine Behauptung, ein Forschungsinstitut, welches zu 100% von Google finanziert wird, sei unabhängig konstruiert, überzeugt nicht, wenn man dafür keine Belege liefert.
    Auch wenn ich das Dossier nicht beurteilen kann, klingt die Verdachtshypothese sinnvoll, dass Google mit solchen Investitionen Forschung beeinflussen will.

    Philip Banse hat es in seinem Kommentar eigentlich schön auf den Punkt gebracht:

    http://philipbanse.de/wp/googles-institut-fur-internet-und-gesellschaft-ein-armutszeugnis/

  43. 44
    Stefan Niggemeier says:

    @thelepathy: Und wie könnte so ein „Beweis“ aussehen?

  44. 45
    Frank says:

    Mal eine andere Frage: Ich habe jetzt schon mehrmals gelesen, dass der Film 100 Millionen verschlungen hat, in der Zeit war aber (wenn ich mich recht erinnere) von 200 Millionen die Rede.

    Da der Film laut der Zeit zu dem Zeitpunkt 85 Millionen in den Kinos eingespielt hat, finde ich den Punkt schon interessant.

    IMDB schätz das Budget des Films auf $102.000.000.

  45. 46
    Stefan says:

    Für mich bitte einen Strich in der Spalte „Fand Cloud Atlas großartig, aber den Zeit-Artikel und die Realitätsverweigerung des Produzenten dennoch daneben“.

    Mensch Herr Arndt, Cloud Atlas ist kein Massenfilm (sorry, versierte Filmkritiker die dem Film unterstellen dass man ihn nicht versteht, sollten echt ihren Job dennoch an den Nagel hängen. Das Grundthema wird ihnen in einem halben Dutzend Zeitaltern und Plots ständig unter die Nase gerieben). Aber wenn ein Art-House-Film so teuer ist wie ein Blockbuster dann muss man einfach damit rechnen dass man in die roten Zahlen kommt.

    Übrigens, der Film lief in China gut an und wird wohl seine Kosten über DVD/Verleih/Streaming reinkriegen. Nur halt nicht in den ersten paar Box-Office-Wochenenden.

  46. 47
    5zjunge says:

    Ich hatte auch nichts von diesem Film gehört. Aber ist das medienfern? Muss man sich so was wie »Wet­ten dass« ansehen um nicht medienfern zu sein?

    Oder ist es nur ein Zeichen eines anderen Medienverhaltens, die vielleicht nicht nicht repräsentativ ist, hier im Blog aber schon.

  47. 48
    Sebastian says:

    @Stefan: nun ja und ich halte Dewis Zweifel für ziemlich dünn.

    Sein Ansatz (und wie es scheint stimmst Du dem zu) ist, dass ein so opulenter Film doch sicherlich im Kino angeschaut werden würde. Als Beispiel nimmt Dewi Wolverine, bei dem aber leider die Cam-Version eine Rohfassung ohne Spezialeffekte war. Die Story war dünn aber die Knaller-Effekte hat man erst im Kino gesehen. Meiner Ansicht nach ein Beleg dafür dass die Leute erst durch die Cam ins Kino getrieben wurden. Dewi findet es ist ein Beleg dafür dass eine Cam-Version keine Auswirkungen hat — und zieht dann die 12 Millionen geschätzter Verluste durch die Cam durch den Kakao und dass es ja „nur 3%“ wären. Das ist aber kein Zweifel an der Aussage und damit nicht einmal dünn — das ist nichts, absolut gar nichts.

    Der Witz an der Geschichte ist dass die Wachowski-Geschwister im New Yorker bezüglich der Abschätzungen der Studios was die möglichen, zu erwartenden Umsätze mit dem Film angeht sogar zustimmen. Sie meinen die Finanzierung war besonders schwierig weil ihrer Ansicht nach die Formeln die verwendet werden nicht passen. Sie waren ja ach so begeistert von ihrem Film und wie sie mit Tykwer zusammen gearbeitet haben.

    Das ist dann ein Beleg dafür, dass die Einschätzungen der US-Filmstudios zugetroffen haben und halt im Endeffekt nur die Russen und die Deutschen dumm genug waren, den Film zu produzieren.

    Also ein Beleg dafür, dass Filmproduzenten manchmal Recht haben, manchmal nicht? Dafür dass Hollywood Ahnung hat aber die DFW nicht?

    Im Endeffekt sind alle Dinge die Dewi nennt für mich Beispiele für gar nichts, das ist aber nicht das was er sagt. Er findet er hätte Gegenbeispiele gefunden, ICH finde das ist eben NICHT der Fall.

    Ich finde er raffelt sich seine Argumente genau so zusammen wie der Filmproduzent.

    Meiner Ansicht nach ist die Gegenthese für die wilden Spekulationen was die Auswirkungen von Cam-Releases ist, dass man nichts abschätze kann. Weder Dewi noch der liebe Filmproduzent haben im Endeffekt Belege für irgendetwas geliefert. Dewi meint der Film ist schlecht, dass Filme mit Cam auch erfolgreich sein können, dass der Film nicht erfolgreich war obwohl er über 100 Millionen eingespielt hat etc. pp. Für all diese Dinge liefert er keine stichhaltigen Belege.

    Meine Beispiele wären jetzt z.B. John Carter der komplett unter gegangen ist. Oder der letzte Superman, der ja angeblich so arg gefloppt ist aber dann außerhalb der USA seine Produktionskosten alleine durch Kinokarten eingespielt hat. Und dann kann man noch Filme nehmen die im Kino komplett versagen, dann aber ihre Produktionskosten über DVD-Verkäufe x-fach eingespielt haben.

    Dewis Argument hätte sein müssen, dass man nichts vorhersagen kann und demnach auch jedwede Aussage über Raubkopien ohne jeden Beleg sind. Und wie gesagt das hat er nicht getan sondern genau so wie der Filmproduzent irgendwas rumgedeutelt. Und diese Methodik erinnert mich frappierend an die Art wie am Klimawandel gezweifelt wird oder wie alt die Erde ist oder Chemtrails und was weiß ich nicht.

    Wenn jemand etwas sagt wovon er offensichtlich keine Ahnung hat kann man nicht einfach mit genau so wenig Ahnung antworten und meinen, man hätte damit irgendwas belegt.

    Ich finde beide Texte sind im Endeffekt für die Tonne.

  48. 49
    Andreas says:

    @thelepathy:
    Und wie unabhängig andere Institue sind, hat die Diskussion zu Schwans — nicht mehr vorhandenem — Doktortitel gezeigt :-)

  49. 50
    generalprofound says:

    „[Google] schal­tet aller­dings keine Wer­bung bei den Pira­ten. Sein Name fin­det sich ledig­lich im ver­steck­ten soge­nann­ten Quell­text der Web­site. Zwei Toch­ter­un­ter­neh­men von Google sind dort als Wer­be­ver­mitt­ler auf­ge­führt. Der Inter­net­kon­zern hilft den Film­pi­ra­ten dabei, Unter­neh­men zu fin­den, die bei ihnen Wer­bung schalten.“

    ironischerweise findet man genau den gleichen Hinweis (Quellcode) bei diezeit.de — wie das wohl auf jeder Seite ist wo Google AdSense geschalten ist.

    Und da wohl Branchenweit kaum ein anderes Unternehmen mit Internetwerbung soviel verdient wie Google, sollte es auch nicht überraschen, dass es bei Piratenseiten genauso ist.

  50. 51
    @thelepathy says:

    @StefanNiggemeier

    Den Nachweis müsste man anhand der konkreten wissenschaftlichen Empfehlungen des HIIG führen. Tendieren diese dazu, Google’s kommerzielle Interessen zu begünstigen — ja/nein?

    Überhaupt muss die Frage gestellt werden, wie eine „Konstruktion der Finanzierung dessen Unabhängigkeit sicherstellen soll“, wenn Forschung und Innovation nicht nur zu einem großen Teil, sondern sogar komplett von einem for-profit-Unternehmen finanziert werden? Banse deutet es ganz richtig an — diese peanuts von 4,5 Millionen Euro aufzubringen wäre angesichts der herausragenden Rolle des Internets für die Gesellschaft eine staatliche Aufgabe gewesen, keine privatwirtschaftliche.

    Im Kontext zunehmender Durchdringung von Forschung durch privatwirtschaftliche Interessen überrascht mich dieses passive Outsourcing von Aufgaben (originärer staatlicher Verantwortung) jedoch nicht wirklich. Interessenskonflikte werden in vielen Bereichen (insbesondere Medizin/Pharma/Biotechnologie) oft bewusst in Kauf genommen, ja aktiv gefördert. Ohne Zweifel eine Entwicklung, die Unabhängigkeit von Forschung, und damit Demokratie, gefährdet.

    http://discovermagazine.com/2007/oct/sciences-worst-enemy-private-funding#.UTs6xVfc-Kw

    Das hört sich vielleicht weit ausgeholt an, aber mein Punkt ist, dass die Frage nach dem Interessenkonflikt beim HIIG eine berechtigte ist. Auch wenn sie vom „Gegner“ kommt.
    Es gilt aus journalistischer Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren, dass wir im Gerangel Google./.Verlage auf zwei Seiten der gleichen (privatwirtschaftlichen) Medaille schauen und Staat zunehmend seiner Verantwortung nicht gerecht wird.

  51. 52
    s. says:

    der artikel von dewi ist wirklich klein-klein bzw. arg dünn, dazu schlecht geschrieben (was man von dem zeit artikel nicht sagen kann).

    gut, wenn bei der zeit schlecht recherchiert wurde bzw. fr. hofmanns zitate falsch oder entstellt wiedergegeben wurden ist das eine sache die man kritisieren kann und muss, eine andere sache sind die teils hämischen, teils einfach nur dummen kommentare die man hier über dem film und seinen machern ausgießt.

    mein „problem“ ist insbesondere folgendes:

    ich habe ihn auch nicht gesehen (und der film ist mir letztlich auch egal), finde es aber grundsätzlich naheliegend dass man sich einmal mit den profiteuren der piraterie befasst.

    man muss sich doch nur mal die zahlen der entsprechenden wirtschaftsverbände anschauen um zu sehen, dass es dort seit ca. 10 jahren wirtschaftlich bergab geht (jedenfalls in der musikbranche — jaja der digitale bereich wächst, aber die zahlen gehen trotzdem konstant zurück).

    klar, das ist noch kein beleg für die these dass piraterie andere legale verwertungsformen „kannibalisiert“ (und va sagt es nichts darüber aus in welchem maße) — aber ich halte es für äußerst wahrscheinlich, dass die piraterie EIN faktor ist, der diese entwicklung begünstigt. denn selbstverständlich zahlt der durchschnittsverbraucher NICHT für jeden inhalt den er schon kennt (was er ansonsten jedenfalls potentiell getan hätte und was sich deshalb auf die masse „hochgerechnet“ mit sicherheit auswirkt).

    deshalb ist es auch völlig legitim mal a) das konsumverhalten der durchschnittsverbraucher (selbstverständlich auch das eigene) zu reflektieren und b) sich eben die „wertschöpfungskette“ auf der anderen seite mal anzuschauen

    wenn ich dann lese „OCH… die armen produzenten“ etc pp dann ist das sehr „gezielt vorbei“, aber natürlich voll im trend . ich hätte nur die hoffnung, dass diese mitbürger bzw. kollegen dann mal offen sagen was sache ist (nämlich dass ihnen die kreativen, die branche, die arbeitsplätze und der schutz immaterieller bzw. kreativer rechtspositionen egal bzw. nichts wert sind).

    ich für meinen teil meine, dass jeder euro der bei der „content-mafia“ verbleibt dort 10mal besser angelegt ist als bei technnik heinis wie kim.com oder seinen diskreteren, neureichen kollegen aus der schweiz, belize oder leipzig.

    die tragen nämlich zum „großen ganzen“ absolut gar NICHTS bei (außer einer völlig austauschbaren dienstleistung) und zahlen meist nicht mal steuern weil sie sich dank der ubiquität ihrer dienstleistung die rechts-/ und steuerordnung ausuchen können.

    ich vermute der artikel in der zeit schlägt auch deshalb wieder solche wellen, weil für viele einfach nicht sein kann, was nicht sein darf

  52. 53
    s. says:

    @malvar:

    „Die am stärks­ten ver­tre­tene Mei­nung zum Urhe­ber­recht ist nun ein­mal die der Rech­te­in­ha­ber, die sehr viel Geld in Lob­by­is­mus inves­tie­ren, um ihre »Pro­bleme« der Poli­tik glaub­haft zu machen.“

    wtf bzw. auf welchem planeten lebst du? schau dir halt mal an wieviel google für professionellsten lobbyismus (zu den natürlich auch die finanzierung und besetzung entsprechender institute bzw. studien gehört) ausgibt (soweit die zahlen bekannt sind)…

    und was sollen diese banalen rechenbeispiele, wenn am ende statt 100 kinobesuchen nur 10 oder auch EIN besuch „wegbricht“ ist das ja wohl keine frage des „ob“ sondern des „wieviel“

    naja egal, was ich rege ich mich noch auf…

  53. 54
    Linus says:

    @s.

    des­halb ist es auch völ­lig legi­tim mal a) das kon­sum­ver­hal­ten der durch­schnitts­ver­brau­cher (selbst­ver­ständ­lich auch das eigene) zu reflek­tie­ren und b) sich eben die »wert­schöp­fungs­kette« auf der ande­ren seite mal anzuschauen

    Und wo genau tut der „Zeit“-Artikel das? Ich bin mir außerdem nicht ganz sicher, warum man ausgerechnet einen der üblichen Versuche deutscher Produzenten, einen auf Hollywood zu machen, als Paradebeispiel heranziehen muss. Gibt genügend solcher Filme, die ganz ohne diese pöhsen Piraten gefloppt sind. Der gemeine Konsument rennt nicht zwangsläufig in einen Film, nur weil da Tom (Hanks oder Cruise, egal) draufsteht.

    Und zu den Umsätzen der Musikindustrie: Die sind, entgegen Ihrer Behauptung, (wieder) am wachsen.

  54. 55
    Sebastian says:

    Für mich ist der Zeit-Artikel ein Beleg dafür, dass jemand Filmförderung betreibt und gerne einen Deutschen fördern wollte und sich von der Schaumschlägerei der Wachowskis hat blenden lassen (siehe New Yorker-Artikel).

    Der Zeit-Artikel ist pure Propaganda und belegt gar nichts. Er ist journalistisch gesehen komplett peinlich — ein Rührstück erster Güte. Klar kann man sich mit der Thematik auseinander setzen aber dann doch bitte anhand von FAKTEN und nicht irgendeinem zusammenfantasierten Käse.

    Es gibt so viel schönes Zahlenmaterial im Internet. Durchschnittspreis einer Kinokarte, Verweildauer eines Kinofilms im Kino, Anzahl Leinwände, Inflationsrate, Artikel auf Torrentfreak zum Thema „Wie oft wurde ein Film geteilt“ usw. usf. Frei verfügbar im Internet für jedermann einsehbar.

    All das hätte man irgendwie verwenden können. Aber statt dessen werden (sowohl bei der Zeit als auch bei Dewi) irgendwelche Behauptungen in den Raum geworfen. Ich finde das behämmert.

    Mich kann weder das Gefühl, dass ja die Raubkopierer meinen Film geklaut haben, genau so wenig nachvollziehen wie das Gefühl dass man „so einen Film“ mit den hohen Production Values ja unbedingt im Kino sehen muss.

  55. 56
    Howie Munson says:

    Könnte mir nun endlich einer von den Verwertungsinsidern erklären, wieso man einen Film mit als letztes in UK released, wo das verfilmte Buch vorher Bestseller war?

    Also 5 Monate nachdem die erste öffentliche Aufführung in derselben Sprache stattfand?

    Wäre es nicht sinniger gewesen überall gleichzeitig zu starten, wenn man doch soviel Angst vor abgefilmten Kopien (und schlechten Kritiken) hat und die Sprachfassungen schon fertig waren?

  56. 57
    Sebastian says:

    @Howie: die Suchformel war „Cloud Atlas UK distributor“

    http://forums.digitalspy.co.uk/showthread.php?t=1745153

    Es hat sich dort kein Vertrieb gefunden.

  57. 58
    Raoul says:

    Noch eine kleine technische Sache: Wenn Kommentare moderiert werden, wäre es schön, wenn man das nach dem Absenden des Beitrages noch in einer kurzen Mitteilung erfährt. Ich hatte irgendwie in Erinnerung, daß die Kommentare immer gleich freigeschaltet werden, dieses Mal war nichts zu sehen, aber als ich dank der Kopierfunktion den Text erneut abschicken wollte, da ich dachte, daß irgendwas nicht geklappt hat, kam die Meldung „Doppelter Kommentar wurde entdeckt. Es sieht stark danach aus, dass du das schon einmal gesagt hast!“

  58. 59
    Howie Munson says:

    @Sebastian: Das ist lustig, weil laut guardian angeblich Warner und/oder 20 Investoren schuld sein sollen..

    „Our plan in the beginning was to have a much more coordinated release,“ says producer Stefan Arndt. „But what happens if you have 20 territories with 20 investors with 20 opinions – in the end you cannot force your distributors to follow one strategy.“

    (…) Warner, who retained the rights in core territories such as the US, UK, Japan, France, Spain and Australia, were in the best position to set the tone, but have dropped the ball.

  59. 60
    Kalef says:

    @Stefan: Du bist, was Cloud Atlas angeht, auf dem Holzweg. Der Film wurde extrem schlecht beworben. Die miese PR war spektakulärer als der Film selbst. Vetrau Deinen Lesern. Du wirst bei der Häufung dieses Punkts seit Deinem Kommentar 9 bestimmt nicht ausgrechnet Deiner Leserschaft insgesamt Medienferne vorwerfen, oder?

    (Und nebenbei: Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was das für die Außernwirkung eines Films bedeutet, wenn er in „Wetten dass…?“ beworben wird. Z.B im Kontext der letzten 100 Filme, die dort ebenfalls einen Trailer platziert haben. Auch die Frage nach dem Zielpublikum dürfte hier hilfreich sein.)

  60. 61
    Sebastian says:

    @Howie Munson: Du kannst das Forum das ich verlinkt habe ruhig bis zum dritten Eintrag lesen. Die Antwort steht dort aber ich schreib’s Dir gerne noch mal klein-klein auf.

    Es sieht wie folgt aus: Warner hat ursprünglich nur die US-Rechte haben wollen und auch nur dafür den Finanzierungsanteil des Films übernommen (siehe New Yorker Artikel den ich weiter oben verlinkt habe). Die Wachowskis haben dann zusammen mit Tykwer in der ganzen Welt zusätzliches Geld einsammeln müssen und dann den Film produziert. Für UK und andere Länder haben sie dabei keinen Käufer gefunden und schlußendlich hat Warner diese Rechte dann noch dazu genommen — wahrscheinlich für Peanuts, vielleicht sogar für umsonst, wer weiß.

    Anzunehmen ist, dass die Planung für den Herbst bei Warner für UK schon voll war mit anderen Filmen als sie die Pressemitteilung verteilt haben wann der Film überall starten wird und erst im Jahr 2013 wieder etwas frei war.

  61. 62
    chi says:

    Hurra, ich bin medienfern! (@9)

  62. 63
    nocheinjurist says:

    @malvar…

    das (deutsche?) Problem des Urheberrechts ist, dass es nicht die Urheber einfordern. Die haben es so ohnmächtig abgegeben wie die Milchbauern die Molkereien — und staunen nun, was passiert. Selbstvermarktung wär angesagt — bei der Milch einfacher.

    Insofern ist die stärkste Position die der Verwerter. Klar, muss man brechen. Aber durch ein anderes Geschäftsmodell?

    btw, habe nicht behauptet, dass google einfluss nimmt. Sondern gesagt, man sollte mal forschen/recherchieren. Ergebnisoffen. Wieviele Forscher des Instituts vertreten eine im Ergebnis google-nichtsnutzende Position. Davon hätte die Journalistin mehr gehabt als ne Gegendarstellung.

  63. 64
    Olly says:

    @ Stephan, #9, #12, …
    Ich lebe nicht medienfern. Ich habe bis heute noch nie etwas über „Cloud Atlas“ gehört. Ich bin nach Selbsteinschätzung (man darf das natürlich gerne anzweifeln) der größte Filmfan aller Zeiten. Ich habe bis heute noch nie etwas über „Cloud Atlas“ gehört. Ich diskutiere leidenschaftlich gerne mit Freunden über Filme. Ich habe bis heute noch nie etwas über „Cloud Atlas„gehört. Ich sauge begierig alles in mich auf, was ich über neue Filmprojekte irgendwo im Netz zu lesen bekomme. Ich habe bis heute noch nie etwas über „Cloud Atlas„gehört. Soweit ich das beurteilen kann, ist alles, was vorherige Kommentatoren geschrieben haben, in höchstem Maße repräsentativ. Ist nur ein weiteres Ein­zel­be­kennt­niss, aber… Leute… ohne diesen Blog würde dieser Film in meiner Wahrnehmung gar nicht existieren. Verdammte Scheiße, ich LEBE im Internet, und ich habe bis heute noch nie etwas über „Cloud Atlas„gehört.

  64. 65
    Sibirischer Tiger says:

    @nocheinjurist (Kommentar #63):

    Das Problem des deutschen Urheberrechts ist, dass es eigentlich zum Schutz der persönlichen und intellektuellen Beziehung des Schöpfers zu seinem Werk gedacht ist, in der Praxis aber weit überwiegend von profitorientierten Verwertern zum Schutz ihrer wirtschaftlichen Interessen genutzt wird.

    Beide Modelle sind jeweils für sich genommen legitim (vgl. das gegenüber dem deutschen Urheberrecht schon von vornherein ökonomisch angelegte angelsächsische „Copyright“), wenngleich ich selbst aus philosophischen Gründen den deutschen Ansatz vorziehe.

    Knackpunkt der Diskussion ist aber, dass mit den Argumenten für ein persönliches Urheberrecht in Wahrheit längst eine Schlacht für die Interessen ökonomischer Verwertungsrechte geschlagen wird, die aber eine von Grund auf andere Herangehensweise an das Thema erfordern würde — zuvörderst eben das offene Eingeständnis, worauf man wirklich hinaus will.

  65. 66
    malvar says:

    @nocheinjurist (#63):
    Ich habe bewusst nicht Urheber sondern Rechteinhaber geschrieben. ;)

    Ansonsten denke ich schon, dass Google bewusst diese Forschung unterstützt, weil sie davon ausgehen, dass eine unvoreingenommene Erforschung des des Themas zwangsläufig Ergebnisse haben wird, die ihnen nutzen. Das ist aber trotzdem keine direkte Beeinflussung und insofern wäre es auch nicht aussagekräftig, wenn man feststellt, dass ein von Google finanziertes Institut in seinen Forschungen zu Ergebnissen kommt, die für Google positiv sind.
    Mit der von dir vorgeschlagenen Methode könnte man nur zum Schluss kommen, dass Google entweder Einfluss auf die Ergebnisse genommen hat oder schlichtweg eine unbeeinflusste Forschung zu einem Thema ermöglicht hat, bei dem sie von vornherein Recht hatten…

    Eine sinnvollere Frage wäre insofern wohl eher, inwiefern das Institut weiter bestehen kann, wenn Google die Unterstützung einstellt:
    Wenn man dabei feststellt, dass das Institut darauf angewiesen ist, in naher Zukunft weitere (noch nicht zugesicherte) Gelder von Google zu bekommen, kann man von einer Motivation Google-freundliche Ergebnisse zu liefern, ausgehen.
    Sollte Google hingegen die Finanzierung so aufgebaut haben, dass sie dem Institut nicht einfach seine Existenzgrundlage entziehen können, sobald die Forschungsergebnisse ihnen missfallen, kann man sagen, dass das Institut wirklich unabhängig ist.

    Kurz gesagt: Nur weil die Forschungsergebnisse demjenigen Nutzen, der die Forschung finanziert, kann man noch nicht von einer Beeinflussung der Forschung ausgehen.

  66. 67
    nocheinjurist says:

    @ malvar (#66): Der Rechteinhaber des Urheberrechts ist immer der Urheber. Du meintest mit „Rechteinhaber“ die anderer Rechte (Nutzungsrechte vielleicht), das war mir nicht ganz klar.

    den Ansatz, nur durch google-finanzierte Forschungseinrichtungen sei eine unvoreingenommene Forschung in dem Bereich möglich, teile ich nicht. Ich konnte mir an der HU auch schon vor Einrichtung des genannten Lehrstuhles recht unabhängig Wissen über Urheber– und abgeleitete Rechte aneignen. Und konnte mir überlegen, ob man Urheber– und verwandte Rechte (Saatgutpatente, Geschmacksmuster) braucht.

    Ansonsten bin ich etwas altmodisch und schaue, ob die Drittmittelgeber das Forschungsergebnis des „unabhängigen Insitutes“ gelegen kommt. Was letztlich als Grund für die Beendigung einer Förderung (irgendwann) genannt wird, ist eher unerheblich.

    Über Kündigungsmodalitäten wird selten vorher kommuniziert. Meist sind sie so, dass der Geldgeber nach einer gewissen Frist recht problemlos aussteigen kann — wenn die Fachaufsätze in Zeitschriften oder zwischen Buch– und Kommentardeckeln unter der Erläuterung „HU Berlin“ weggedruckt sind. Wobei mir enfällt — veröffentlichen die Mitarbeiter des Google-Intitus eigentlich unter creative common licenses? Wär doch ein echter Gewinn ;-)

    @ sibirischer tiger (#65). Ja, ist mir alles bekannt. Diskussion verläuft wie meist in Deutschland: Wenig klare Worte, verschwiegene wirtschaftliche Interessen.

  67. 68
    Stefan Niggemeier says:

    @Olly: Der Film hatte in Deutschland über 1 Million Zuschauer und schaffte es damit immerhin auf Platz 21 der Kino-Jahrescharts, war der zweitmeistgesehene deutsche Film des Jahres. Auf irgendeine mysteriöse Art müssen diese dann doch vielen Menschen von der Existenz dieses Filmes erfahren haben.

    Ich will doch gar nicht die Werbe-, PR– und Verleih-Strategie der Macher verteidigen, aber es war wirklich nicht leicht, selbst als nicht besonders Film-interessierter Mensch, im November 2012 all die großen Artikel, Besprechungen, Interviews mit den Wachowskis und Tykwer, Interviews mit Tom Hanks und Halle Berry, Portraits von David Mitchell zu verpassen.

    (Stefan mit „f“)

  68. 69
    plan9 says:

    @stefan Die Werbe-, PR– und Verleih-Strategie der Macher kann man nicht verteidigen! Denn was die Wahrnehmung von „Cloud Atlas“ zum Filmstart betrifft, haben hier bizarrerweise alle recht.

    Es stimmt einerseits, dass es schwer war, im November 2012 um das Thema „Cloud Atlas“ in Zeitungen, Online-Diensten und TV herum zu kommen. Aber das ist natürlich ein Witz an PR im Vergleich zu Filmen, von denen sich ein Verleih einen richtig großen Erfolg bei möglichst großem Publikum erwartet. Da setzt nämlich die PR-Maschinerie gut 2 Monate vor Filmstart ein, mit Plakatierung, Vorberichten, Bildstrecken, Rundum-Geschichten, TV-Spots, usw.
    Das hat bei „Cloud Atlas“ (Filmstart 15.11.12) so gut wie nicht stattgefunden. Und dass obwohl der Film in Deutschland (u.a. Babelsberg) gedreht wurde. Noch nicht einmal das wurde übermäßig kommuniziert, weder beim Dreh, noch dann beim Start. Vergleiche dazu etwa den Dreh von Clooneys „Monuments Men“, Tarantinos „Inglourious Basterds“, oder auch wenn Tom Cruise oder gar Shah Rukh Khan in Berlin vor der Kamera stehen, wird jeder Pups durch die Medien gejagt. Natürlich nur, wenn die für den Dreh beauftragten PR-Agenturen das wollen. Über „Cloud Atlas“ gab es kaum Drehberichte. Halbwegs berühmt wurde nur ein Ausschnitt aus Lettermans Late Show, in dem Hanks vom Dreh in Eisenhüttenstadt erzählte.
    Auch dass die Wachowskis mit „Cloud Atlas“ schon ihren zweiten Film in Babelsberg realisierten, wurde lieber unter den Teppich gekehrt, was nicht zuletzt daran lag, dass „Speed Racer“ (2008) sogar 120 Mio Dollar kostete, sich an der Kinokasse aber als Totalausfall entpuppte. Kurzum: Man wollte von Verleihseite keine großangelegte PR zum Dreh von „Cloud Atlas“, aus Angst, die Journalisten würden sich in ihren Berichten über den teuersten deutschen Film aller Zeiten darauf beziehen, dass dessen Gelingen (neben Tykwer) in den Händen von Flop-Machern (formerly known as die „Matrix-Magier“) liegt.
    Was das sog. „fürs Massenpublikum nur schwer zu vermittelnde Thema“ angeht: Einerseits handelte es sich bei der Buchvorlage in der Tat um einen Bestseller im englischsprachigen Raum, andererseits war allen an der Verfilmung Beteiligen daran gelegen, an den Massenerfolg von „Matrix“ anzuknüpfen, der ja ein ähnlich „schwer zu vermittelndes“ Thema hatte. So sehr Indie (wie in: nur für ein kleines, ausgewähltes, vor allem an Kunst und Philosophie interessierten Zielpublikum) war die Produktion also von vornherein nicht angelegt. Deswegen suchte man sich ja auch Hauptdarsteller aus, allen voran Hanks und Berry, sich in Kunst und Kommerz schon einen Namen gemacht hatten. Als Independent-Produktion lässt sich „Cloud Atlas“ dennoch bezeichnen, weil sie gänzlich in den Händen von X-Filme (Stefan Arndt) lag, kein amerikanischer Major-Studio bei der Produktion (!) beteiligt war und nur rund 9 Mio aus deutscher Filmförderung einfloss. Das war für eine, international gesehen, kleine Produktionsfirma wie X-Filme natürlich ein sehr, sehr großes Wagnis. Darob die Erfolgs-Panik von Arndt, die dazu führte, dass man PR-mäßig im Vorfeld nicht so reinklotzen wollte und konnte (ist ja teuer!) wie ein Major-Studio. Man wollte schlicht die Fallhöhe möglichst klein halten und auf einen Überraschungserfolg via Filmfestivals (Toronto, angedacht war mal X-Filmes und Tykwers Home-Turf Berlin) bauen. Als der aber ausblieb, schrillten bei Arndt sämtliche Alarmglocken los. Gesteigert durch mäßige Rezeption und Einspiel in den USA. Erst dann, nach dem 26. Oktober, also nach US-Start, wurde die PR-Maschinerie in Deutschland mit doppelter Kraft in Gang gesetzt. Viel zu spät für einen Massenerfolg und viel zu stark für einen „Indie“-Arthouse-Film.
    Kurz zusammengefasst: „Cloud Atlas“ wollte alles und alle und hat sich dafür zwischen alle Stühle gesetzt.
    Die Suche nach einem Schuldigen dafür gipfelte schließlich in diesem unsäglichen „Zeit“-Dossier, wo Arndt ernsthaft Raubkopierer und –kopien als Grund für den Misserfolg von „Cloud Atlas„ausmacht. Vermutlich glaubt er sogar selbst daran.
    Es stimmt auch, dass sich die „Zeit“ für diese krude, schiefe und durch nichts belegbare Theorie hat einspannen lassen, weil es halt grade so schön ins Bild des bösen Internet passte. Bei diesem Thema dann aber auch noch den Bogen hin zu Google, dem Verlagsfeind Nr 1, zu schaffen, ist ja fast schon als fiktionale Kunst innerhalb dieser sowieso schon sehr zweifelhaften Dokumentation zu werten.

  69. 70
    Howie Munson says:

    @Sebastian: Ich hatte auch die Sätze von „JCR“ gelesen und finde es weiterhin lustig, dass der guardian das deutlich anders formuliert. Desweiteren find ich es auch bemerkenswert, dass die NY times Ende 2011 meinte mit einen Bieter für die UK-Rechte geredet zu haben.

    Bleibt also die Frage, wieso Warner auf den frühen US-Start (und Start in Österreich) beharrte, wenn der Film in UK, Japan, Australien, Spanien und Frankreich (also die Länder die z.B. bei „The Golden Compass“ für 39% des Gesamtergebnis bzw. das doppelte als das US-Ergebnis gesorgt haben) im eigenen Verleih erst Monate später starten „kann“ (so unglaublich viele Kinos waren das ja in den jeweiligen Ländern dann auch nicht…), der russische Investor sich angeblich nur nach den US-Start richtete und Arndt doch laut „depublizierten“ Zeit-Artikel das gar nicht wollte (sondern erst zur Berlinale starten). Und deine Annahme darüber, ob der Kalender von Warner UK im Herbst „zu voll“ für einen 200–300 Kino Release war (und in Amerika zu leer um den US Release zu verschieben), ist zwar nicht unwahrscheinlich, nur sollte man das auch irgend­wie bele­gen können.
    Und zwar mit nachvollziehbaren Zahlen und nicht nur allgemein gehaltenen Forumseinträgen.

  70. 71
    Sebastian says:

    Focus Features sollte den Film ursprünglich außerhalb der USA an den Mann bringen

    http://www.hollywoodreporter.com/risky-business/wb-focus-international-distribute-cloud-177479

    Der Artikel ist vom 12.4.2011, 18 Monate vor Start in den USA.

    Focus Features ist eine Unterfirma von Universal Pictures
    Division die wiederrum NBCUniversal gehört, die wiederrum zu Comcast gehören (und zum Teil General Electric)

    http://en.wikipedia.org/wiki/Focus_Features

    Es ist ja schön dass Du das alles zu dünn findest, es hat mich jetzt aber gerade mal weitere 60 Sekunden gekostet den englischen Eintrag von Cloud Atlas nach „distributor“ zu durchsuchen und dort den Link zu finden.

    Wenn Du inzwischen vielleicht den New Yorker Artikel den ich oben verlinkt habe gelesen hast wirst Du feststellen, dass Warner den Film obwohl sie mit den Wachowskis mit Matrix Milliarden gescheffelt haben, erst zusammen arbeiten wollten als Tom Hanks mit an Bord war und das Drehbuch vereinfacht wurde. Dabei haben sie dann aber trotzdem ein niedrigeres Angebot abgegeben als erhofft.

    Es ist für mich wenig verwunderlich dass Warner keine große Lust hatte, einen Film den sie außerhalb der USA nicht wollten irgendwie großartig ins Kino zu bringen, nachdem der US-Start durch Hurricane Sandy wenigstens an der Ostküste quasi vernichtet wurde und direkt danach als das Wetter wieder in Ordnung war, Skyfall in die Kinos kam.

    Es ist ziemlich offensichtlich dass Warner den Film nicht wirklich mochte aufgrund der Vorgeschichte der Wachowskis mit Speed Racer (einem 120 Millionen Dollar Flop der ebenfalls wie Cloud Atlas in Babelsberg gedreht wurde) und dem schwer verdaulichen Thema (Speed Racer war ein Comic/Anime, Cloud Atlas ein Roman). Wie ich bereits oben gesagt habe haben die Leute von Warner einen Erfolg ausgerechnet der witzigerweise genau dort liegt wo die Umsätze jetzt angekommen sind, irgendwas rund um 100 Millionen Dollar (wieder: New Yorker Artikel).

    Ich meine Du MUSST die Sachen die ich verlinke nicht lesen aber ehrlich gesagt hab ich wenig Lust an Dir vorbei zu reden von daher — wenn Du am Gespräch nicht teilnehmen willst und lieber eigene Links und weiterhin „das ist lustig“ von Dir geben willst — bitte. Aber dann ohne mich.

  71. 72
    s. says:

    @linus:

    der zeit artikel beleuchtet nicht das konsumverhalten des „durchschnittsverbrauchers“ aber die wertschöpfungskette hinter der professionellen piraterie, ja.

    ja, vielleicht hätte man auch ein besseres beispiel (kleine oder mittelgroße produktion) finden können aber was macht das bitte für einen unterschied vom grundsätzlichen her?

    und ja, die umsätze der musikindustrie sind tatsächlich wieder „gewachsen“, lt. new york times von letzter woche um 0,3 % (erster zuwachs seit 10 oder 11 jahren). ich bitte diese ungenauigkeit zu entschuldigen, aber ich halte diese entwicklung max. deshalb für erwähnenswert weil die analysten jetzt davon sprechen, dass die talsohle der entwicklung erreicht sein „könnte“

    nochmal: wenn ich hier lese, wie sich die leute in solchen blogs „reflexartig“ am deutschen urhebervertragsrecht abarbeiten (von dessen grundlagen und praxis sie in der regel keine ahnung haben) und/ oder diesen (für das grundsätzliche thema völlig irrelevanten) film bzw. seine produzenten kritisieren, dann fühle ich mich wieder in meinem vorurteil bestätigt dass die liebe netzgemeinde den focus auf nebensächlichkeiten legt und die offensichtliche fehlentwicklung ignoriert oder aus mir unverständlichen gründen wegzudiskutieren versucht.

    es ist und bleibt eine ungerechtigkeit, dass sich international agierende konzerne und dienstleister die inhalte dritter zu eigen machen bzw von deren leistungen profitieren ohne a) (ausreichend) steuern zu zahlen b) irgendwelche abgaben an die ersteller oder verwerter dieser inhalte zu leisten oder c) einer effektiven rechtlichen kontrolle unterworfen zu sein

  72. 73
    Linus says:

    @s.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht ganz, wo Sie hier irgendwelche Reflexe sehen und warum Sie alle möglichen Dinge in einen Topf werfen. Eine konsequente Missachtung vermeintlich künstlerischer Belange verlag ich hier ebenfalls nicht erkennen. Und was soll denn bitte das Urhebervertragsrecht sein?

    Vielleicht sollten Sie, während Sie gegen multinationale Schmarotzer-Konzerne wettern , auch mal einen kleinen Blick auf die andere Seite riskieren. Da finden Sie vieles, mit Sicherheit aber keine altruistischen Motive, geschweige denn ein irgendwie geartetes Interesse am Urheber und seinem Werk.

  73. 74
    Blunt says:

    Kleine Gegenprobe. Eine „renommierte Wissenschaftlerin“ spricht sich für eine Stärkung des Urheberrechts aus. Es zeigt sich, dass als alleiniger Geldgeber ihres wissenschaftlichen Instituts der Axel-Springer-Verlag fungiert. Ein Zeitungsartikel unterstellt ihr deshalb einen Interessenskonflikt. Die Forscherin geht dagegen mit einer einstweiligen Verfügung vor.
    Warum nur beschleicht mich der Verdacht, obiger Artikel wäre anders ausgefallen?

  74. 75
    Stefan Niggemeier says:

    @Blunt: Frau Hofmann ist aber gar nicht dagegen vorgegangen, dass ihr die „Zeit“ einen Interessenskonflikt unterstellte.

  75. 76
    Blunt says:

    Okay, dann will ich fair sein und mich auf die offiziellen Steine des Anstoßes beschränken. Die Forscherin geht also wegen verschiedener Behauptungen gegen den Artikel vor. Der Verdacht beschleicht mich immer noch.

  76. 77
    Frank says:

    Ich finde es sehr interessant, dass einige hier wie selbstverständlich davon ausgehen, Google würde eine urheberrechtsfeindliche Position vertreten. Gibt es da irgendwelche Aussagen von Google in diese Richtung? (ernst gemeinte Frage)

    Google ist eines der weltweit führenden Technologieunternehmen. Diese Unternehmen sind nicht nach meiner Erkenntnis gerade für ihre ablehnende Haltung gegenüber der Idee des „geistigen Eigentums“ bekannt.

  77. 78
    Frank says:

    Mist, da ging was durcheinander. So ist es richtig:

    Google ist eines der welt­weit füh­ren­den Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men. Diese Unter­neh­men sind mei­ner Erkennt­nis nach nicht gerade für ihre ableh­nende Hal­tung gegen­über der Idee des „geis­ti­gen Eigen­tums“ bekannt.

  78. 79
    Marcus says:

    @Frank
    da war doch mal was mit Google Books; und das Thema Youtube. Auch bei führenden Technologieunternehmen hängt das Verhältnis zum „geistigen Eigentum„vom Eigennutzen ab ;)

    @Olly
    Wenn Sie im Internet leben, dann offensichtlich im virtuellen Äquvalent eines Dorfes. Und das mit Ihrem Filmfan-Dasein kann auch so weit nicht her sein. Echt jetzt.

  79. 80
    Olly says:

    @ Marcus

    Diverse Leute, darunter mutmaßliche Stammleser eines medienaffinen Blogs, hatten bereits vor mir geschrieben, dass sie noch nie etwas über diesen Film gehört haben. Stefan (sorry für’s „ph“…) hatte diese als Einzelmeinungen abgetan.
    Da es mir aber genau so ging wie vielen vorherigen Kommentatoren, wollte ich darauf hinweisen, dass man selbst als jemand, der sich nicht für medienfern (sorry, aber ich weigere mich, „Wetter, dass…“ zu gucken) hält, und der von sich glaubt, sich für Filme zu interessieren, viele Filme zu schauen und viel über Filme zu reden, noch nie etwas über „Cloud Atlas“ gehört haben kann.
    Wenn Sie glauben, mir diese Eigenschaften absprechen zu können, weil ich (bis letzte Woche) noch nie etwas über „Cloud Atlas“ gehört habe, ist das Ihr gutes Recht. Vielleicht sollte man aber aufgrund der Häufigkeit dieser bzw. ähnlicher Aussagen überlegen, ob man es sich damit nicht etwas zu einfach macht.
    Wie auch immer, „virtuelles Äquivalent eines Dorfes“ fand‘ ich lustig. Schönes Bild. Ich ziehe mir den Schuh nicht an, aber… schönes Bild.

  80. 81
    Olly says:

    Also gut… Nach einer für mich überraschend fruchtbaren und daher dann auch schnell beendeten Suche beim Wortvogel und den 5Filmfreunden komme ich zu dem Schluss, dass ich von der Existenz des Films tatsächlich etwas hätte mitkriegen müssen. Keine Ahnung, warum der so dermaßen unter meiner Wahrnehmungsschwelle geblieben ist. Ich finde es zwar nach wie vor interessant, dass das so ist und dass ich da offensichtlich nicht der Einzige bin, aber ich muss meine vorherigen Aussagen relativieren. Davon gar nichts mitgekriegt zu haben, lässt mich tatsächlich nicht sehr filmaffin aussehen. *leicht zerknirscht ab*

  81. 82
    Sinan A. says:

    #80, Olly
    dito, hatte bisher nie ernsthaft von diesem Film gehört. Einmal kurz auf einer türkischen Kinoseite (Bulut Atlas1) aber gleich weiter geklickt.

  82. 83
    Martin says:

    Jeder Unternehmer trägt ein Risiko. Seit es Kino gibt, floppen Filme — aus den unterschiedlichsten Gründen. Studios gehen bankrott, Produzenten erschiessen sich… manchmal werden die betroffenen Streifen 40 Jahre später zu Kult. Nur diese Größenwahnsinnigen hinter Cloud Atlas sind der Ansicht, sie dürfen 100 mio EUR verblasen und haben eine Garantie auf Gelingen. Und wenns nicht aufgeht, sind natürlich nicht sie oder das Schicksal, sondern — die bösen Schwarzkopierer und Piraten schuld. So ein gequirlter Schwachsinn! Wer sein Publikum kriminalisiert, wird schon sehen, wo das endet. Wer als Filmemacher den Unterschied zwischen potentiellen Arthaus-Kinogängern und den Nerds, die gerippte Filme auf dem Laptop gucken nicht versteht, tut mir eh nur leid und sollte dringend den Job wechseln. Über den Zeit-Artikel habe ich mich als Leser der Print-Ausgabe tierisch geärgert, denn die Tendenz war derart offensichtlich, das hatte mit Journalismus nix mehr zu tun. Naja, Blatt wird eh demnächst abbestellt. Künstler, die so offensichtlich den Kontakt zum Publikum verloren haben wie Tykwer, können mir zusammen mit ihren Produzenten gestohlen bleiben und sich gemeinsam mit dem Altherren-Trompeter Regener in der Schmollecke für immer einrichten.

    Cheers, Martin

  83. 84
    Ulrich Bähr says:

    Mal als Kontrast: Während die Industrie bei uns Drohkampagnen fährt, in denen Raubkopierer mit Schwerverbrechern, die in den Knast gehören, gleichgesetzt werden, machen die Briten das so: Schmeißt man die Serien-DVD an, kommt erst mal ein fröhlicher animierter Clip, der in der Botschaft endet: „THANK YOU for supporting our industry by buying this DVD!“

  84. 85
    Howie Munson says:

    @sebastian: Du brauchst auch meine verlinkten Quellen nicht zu lesen, wenn du keine Lust hast auf das zu antworten was ich schreibe. Ich hatte auch schon mit Absicht nach Insidern in (56) gefragt, offensichtlich bist du keiner und Mühe deinen eigenen Ansprüchen an anderen gerecht zu werden, gibst du dir auch nicht.

    Steht ja Warner frei dem Film nix zuzutrauen, nur bleibt dann trotzdem die Frage, wieso sie die US-Premiere nicht nach hinten schieben wollten, wenn dadurch eine weltweite „Erstauswertung“ innerhalb weniger Wochen möglich gewesen wäre und sie eben am größten Stück vom Restkuchen selbst profitieren. Die 100 Mio. kamen ja offensichtlich OHNE US, UK, Japan, France, Spain and Aus­tra­lia zusammen. Darum geht es ja, das man DORT mutmaßlich einige dutzend Mio. liegen lassen hat, weil ein halbes Jahr nach der Weltpremiere es auch nicht mehr sooo schlimm ist auf die DVD in 2, 3 Monaten zu warten. (Die für die das warten schlimm wäre, haben sich sicher anderweitig getröstet.)

    November/Dezember 2011 gab es laut NY times einen Bieter für die UK-Rechte, der ist es aber anscheinend nicht geworden und Warner hatte da noch nicht das entgültige US-Releasedatum bekannt gegeben, klingt nicht danach, als ob man einfach keine Wahl gehabt hätte. Entweder Warner hat da doch mehr/für alle geboten oder der Bieter ist viel später noch abgesprungen, wird aber halt nirgends so dargestellt.
    Oder es stimmt gar nix aus dem Zeitdossier und Warner wollt nur vor den Russen im Heimmarkt starten, kann natürlich auch sein.

    Das sie nach dem Hurrikan noch irgendetwas am UK-Release hätten ändern sollen, werf ich Warner gar nicht vor und das Jame Bond den Oktober und/oder November 2012 dominieren würde , stand auch schon November 2011 fest.

  85. 86
    Sebastian says:

    Ich gehe auf Dich nicht ein weil das was Du schreibst vollkommen wirr ist. Ich schreib hier jetzt schon zum x-ten Mal Dinge hin die meiner Ansicht nach vollkommen offensichtlich sind.

    Wenn Warner vor November schon die Rechte hatte (die Pressemitteilung teilte den US-Starttag 26.10. und den Besitz der Überseerechte mit), wieso sollten sie sie wieder verkaufen nur weil im November irgendein Interessent auftaucht? Und wie soll man in dem Moment den Release noch verbessern wenn der Film am 26.10.2011 in den USA angelaufen ist? Welches Interesse hätte Warner bitte daran dass eine andere Firma als sie selbst die Rechte bekommt? Weil dann der Gesamterfolg toller aussehen würde?

    Gehst Du davon aus dass Filmstudios aus Altruismus Filme abgeben?

    Sorry aber denkst Du überhaupt über die Situation von Warner nach? Oder die Zeitpunkte zu denen welche Dinge passiert sind im Ablauf?

    Du schmeißt die ganze Zeit irgendwelche Sachen in den Raum die vielleicht für das Gesamtbild interessant wären (sprich für die Länder die später gestartet sind die Deutschland und unseren lustigen Filmproduzenten mit seinen Piraten), aber die eigentliche Problematik dass der Film im Release gescheitert ist weil jeder seine eigenen Interessen vertreten hat, auf den Trichter kommst Du immer noch nicht — obwohl Du die ganze Zeit fragst „Warum warum warum“.

    Du redest davon „Wieso hat man nicht dies, wieso hat man nicht das, hier sind fünf Links“ und kommst nicht dahinter dass es keinen Sinn hat für die einzelnen der Produktionspartner, den anderen Partner zur Hand zu gehen und sie irgendwie zu unterstützen.

    Ich mein ich kann das vielleicht falsch verstanden haben aber ist irgendwie vorgesehen in Zukunft das Gleiche noch einmal durchzuziehen mit anderen Filmen? Nein? Wieso juckt es also Warner wenn der Filmstart in Russland in die Hose geht?

    Ich habe doch oben schon geschrieben dass Warner davon ausgegangen ist, dass der Film an den Kassen nicht so viel einspielen wird wie die Wachowskis und Tykwer angenommen haben. Erst als Hanks mit an Bord war haben sie zugeschlagen, und selbst dann nur zu einem geringeren Preis. Die Erwartungen an das Überseegeschäft waren also von vorne herein niedrig.

    Das passt doch als Gesamtbild perfekt.

    Wieso ist das für Dich so scher nachvollziehbar? Das erscheint mir von vorne bis hinten aus der Sicht eines US-Filmstudios komplett logisch.

    Ich kann’s Dir auch gerne nochmal klein klein hinschreiben, wie oben schon — wenn Warner dem Film mehr zugetraut hätte, hätten sie die Starts in allen Ländern aufeinander abgestimmt. Da sie es nicht getan haben können wir im Umkehrschluß herauslesen, dass sie eben den Film für so la-la gehalten haben und ihnen alles außerhalb der USA herzlich egal war.

    Und wenn dann im November ein anderer Interessant auf den Plan tritt — dann kann es doch wohl nur so gewesen sein dass das Gebot dieses Vertreibers zu niedrig war, um selbst diese geringen Erwartungen zu übertreffen. Alles was es Warner gebracht hätte wäre, dass der lustige deutsche Filmproduzent mit seinen DFW-Geldern vielleicht einen besseren Start gehabt hätte. Aber warum um alles in der Welt soll es Warner jucken wenn „ze Tschermans“ einen fiesen Start haben bei den popeligen 15 Mio die sie investiert haben?

    Sorry aber ehrlich — das Gesamtbild passt meiner Ansicht nach perfekt. Und wenn Du’s nicht nachvollziehen kannst schau gegebenenfalls mal ein paar Staffeln „Episodes“.

  86. 87
    Maximillion says:

    Hm.…alles fleißig gelesen, die langen Kommentare nur bis Zeile 15. Aber mal ne Frage: Gibts hier sonst noch jemanden der gleichzeitig Filmpiraten und den Zeit-Artikel scheisse findet?

    Und ein Tip: Cloud Atlas ist ein Buch von David Mitchell. Kann man auch über Zeile 15 hinaus durchaus lesen, macht aber ggf. den Film kaputt. Wie das halt so ist …

  87. 88
    Volker Rieck says:

    Wenn ich Frau Kohlenberg etwas empfohlen hätte, dann eine feinere Klinge zu nutzen. Was sie über Jeanette Hofman schreibt, das sehe ich durch viele Äußerungen von Frau Hofmann bestätigt.
    Spätestens wenn ihr Institut mit den ersten Studien kommt, wird man sehen, wes Lied sie singt.
    Der Bericht lässt einige Dinge außer Betracht, so ist z.B. nicht klar, ob es eine R5 DVD von CA gab. Hat es die gegeben, dann ist der ganze Part Cam Version nämlich obsolet. Dewi liegt mit seinen Schlüssen leider auch nicht immer richtig an einige Stellen ist er polemisch. Beim Thema das Verfügbarkeit der Daten und bei der Aufgabe der besagten russischen Firma zeigt Dewi, dass er nicht viel von der Materie versteht.
    Ich habe ihm das bei Carta auch so geschrieben. Aber irgendwie mischt sich auch hier offenbar Textanalyse und Meinung, gepaart mit einigen Fakten und Mutmaßungen.
    Eine genaue Aufarbeitung des Themas mit allen Hintergründen wäre sicherlich sehr lang geworden und nebenbei auch deutlich langweiliger als es an die Person Stefan Arndt zu hängen.
    Vielleicht erbarmt sich ja eine andere Zeitung und bringt einen investigativen Bericht zu dem Thema, bei man dem sich nicht an Worten sie staubige Piste stößt.

  88. 89
    Frank says:

    @Marcus, #79:

    Gut, Google Books ist eines der Projekte, wo Google tatsächlich selbst fremde Werke bereitstellt. Aber wenn ich das richtig sehe, geht es nicht um den aktuellen Bestseller, sondern darum Universitätsbibliotheken zu digitalisieren. Ich würde dahinter auch keine erzkapitalistischen, sondern eher weltverbesserische Motive sehen. Man kann teilweise sicher das Vorgehen kritisieren, aber es scheint ja so, dass Google sich im Großen und Ganzen an die geltenden Gesetze gehalten hat.

    Google Groups ist das andere Projekt.

    Youtube stellt nur die Infrastruktur. Und mittlerweile scheint es doch gut von der Inhalteindustrie angenommen zu werden. Klar kann man argumentieren, dass ohne Copyright Google die gesamten Einnahmen einstreichen könnte. Aber ich denke, die Jungs in Mountain View wissen auch, was ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist.

    Ich sehe einfach nicht, wo Googles Geschäftsmodelle großartig mit dem Urheberrecht kollidieren sollen.

  89. 90
    Volker Rieck says:

    @ Frank:

    Na dann wollen wir mal. Google bzw. Google Töchter sind einer der Hauptfinanzierer von höchst obskuren Seiten, um einmal das Wort Piraterie nicht zu verwenden. Fairerweise sei erwähnt, dass auch Yahoo oder Mircosoft über Advermarktertöchter munter mitmischen.
    Daher stimmt die Logik in dem Bericht. Google nimmt durch solche Seiten Geld ein, genauso wie die Betreiber dieser Seiten. Der Hauptgrund, warum es solche Seiten gibt ist überhaupt die Werbung. Google weiss auch, wer die Betreiber solcher Seiten sind. Wer jemals den Verifizierungsprozess bei Adsense mitgemacht hat, der wird das bestätigen. Zustellanschrift und Kontoverbindung werden verifiziert. Nennen möchte Google die Betreiber der Seiten allerdings nicht, sonst hätte Kino.to (wurden auch über Google vermarktet) bereits Jahre vorher geschlossen werden können.
    Den Auskunftsersuchen hat man sich erfolgreich entzogen.

    Jetzt wird vielleicht auch etwas klarer, warum die zukünftige Forschung aus Berlin wissenschaftlich belegen wird, dass wir ein Urheberrecht eigentlich gar nicht brauchen. Und wie man das Geld für ein solches Sponsoring wird auch in dem Zeit Bericht erklärt.

    Wer es nachprüfen möchte: Einfach einmal auf solche Seiten gehen, und sich den Quelltext ansehen. Auch das beschreibt der Bericht.

  90. 91
    Stefan Niggemeier says:

    @Volker Rieck:

    Jetzt wird vielleicht auch etwas klarer, warum die zukünftige Forschung aus Berlin wissenschaftlich belegen wird, dass wir ein Urheberrecht eigentlich gar nicht brauchen.

    Hui, Sie können nicht nur mit einem Wisch eine ganze Reihe eigentlich renommierter Wissenschaftler diskreditieren, sondern auch in die Zukunft sehen!

    Vielleicht können Sie mir erklären, warum Google überhaupt solche wissenschaftlichen Studien kaufen muss, wenn das Geschäft offenbar auch in der Illegalität bestens funktioniert?

  91. 92
    Volker Rieck says:

    Stimmt, ich kann nicht in die Zukunft schauen.
    Die Formulierung ist unglücklich. Ich nehme es hiermit zurück.
    Besser so: Es würde mich nicht wundern, wenn die Forschung aus Berlin wissenschaftlich belegt, dass wir eigentlich kein Urheberrecht brauchen.
    Frau Hofmann hat es in einem Radio Interview bereits in etwa so beschrieben.

    Die Frage beantworte ich gern (aus meiner Sicht): Weil es mittlerweile viele Initiativen –weltweit– gibt, die Werbenden zur Verantwortung zu ziehen. Im Grunde ein Wettlauf, schafft Google eher vollendete Tatsachen oder greifen Regulierungen (bitte im Sinne von fairen Spielregeln zu verstehen).
    Das Spiel können wir an vielen Stellen beobachten egal ob Youtube oder Google Bildersuche, der Sie Herr Niggemeier ja auch skeptisch gegenüberstehen.

  92. 93
    Herbert says:

    Eigenartigerweise beschleicht mich bei solchen Kampagnen der Verdacht, dass diese Art der „Schuldzuweisung“ nicht wirklich neu ist und in Deutschland eine sehr ungute Tradition hat. Treibt der Neid bestimmte Deutsche schon wieder zu Sonderkampagnen?

  93. 94
    Frank says:

    @Volker Rieck:

    Also dass Google bewusst die Piratenseiten finanziert, halte ich für eine sehr steile These. Google vermittelt Werbung und verdient an der Vermittlung. Zudem bezweifle ich, dass diese Einnahmen einen spürbaren Einfluss auf die Kasse von Google haben.

    Im Gegenteil, ich würde sogar vermuten, dass die Einnahmen von Google bei legalen Angeboten (Google Play, Youtube) deutlich höher sind. Warum Google das Urheberrecht abschaffen wollen sollte, ist mir immer noch nicht klar.

    Der Haupt­grund, warum es sol­che Sei­ten gibt ist über­haupt die Werbung.

    Das halte ich ebenfalls für eine sehr gewagte These. Zumal der Unterhalt einer solchen Seite (nur Links) relativ günstig sein dürfte.

    Es würde mich nicht wun­dern, wenn die For­schung aus Ber­lin wis­sen­schaft­lich belegt, dass wir eigent­lich kein Urhe­ber­recht brauchen.

    Und wenn die Wissenschaft belegen würde, dass wir eigentlich kein Urheberrecht bräuchten?

    Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn die Forschung herausfinden sollte, dass es sinnvoll sein kann, das Urheberrecht in einzelnen Punkten abzuschwächen.

  94. 95
    Volker Rieck says:

    So steil ist die These nicht. Sie lässt sich jeden Tag, jede Stunde überprüfen. Wie ich bereits sagte, ist das kein Google spezifisches Phänomen. Es betrifft auch andere große Advermarkter wie Yahoo oder Microsoft.

    Google und die anderen Vermarkter könnten nur sehr viel zur Indentifizierung der wahren Betreiber solcher Seiten beitragen.
    Die Verifizierung macht das durchaus möglich.Es fliesst nämlich Geld auf echte Konten.
    Im Falle Kino.to hat sich Google dem erfolgreich entzogen.

    Werbung ist nicht die einzige Finanzierungsquelle aber eine lukrative, weil man so wenig dafür machen muss, außer für Traffic zu sorgen. Sie können sich mal mal den Spaß machen und am Samstag ab 15:00 auf diverse Streaming Seiten gehen, auf denen Bundesligastreams gezeigt werden. Lassen Sie Ihren AdBlocker aus und genießen Sie die Werbung. Es ist das gleiche Prinzip nur das Produkt ist ein Livestream und kein Videostream oder Direct Download.

    Ich sehe schon einen Zusammenhang zum Urheberrecht. Solange das stark ist, muss eine Firma wie Google fürchten, dass sie früher oder später doch einmal in Haftung gerät.Wird es geschliffen, ist dem Werbegeschäft keine Grenze gesetzt.

    Damit das vielleicht noch klar ist: Ich weise keine Schuld zu. Die Gründe, warum CA nicht das erhoffte Ergebnis gebracht hat sind vielfältig. Wenn, wie ich heute erfahren habe, eine R5 DVD Version in Russland sehr früh verfügbar war, dann hält sich mein Mitleid allerdings etwas in Grenzen.
    Und Schuld gebe ich auch nicht Google oder Yahoo usw.. Ich stelle nur fest, welche Geschäftsmodelle sich etabliert haben und wer die Teilnehmer daran sind. Genau in dieser wirtschaftlichen Betrachtung liegt auch die Lösung für viele Probleme.

  95. 96
    Blunt says:

    @91: „Hui, Sie kön­nen nicht nur mit einem Wisch eine ganze Reihe eigent­lich renom­mier­ter Wis­sen­schaft­ler dis­kre­di­tie­ren, son­dern auch in die Zukunft sehen!„
    Ich weiß nicht, was ich mit der Zuschreibung „eigentlich renommiert“ anfangen soll. Ich weiß nur, dass es um das wissenschaftliche Renommee in Deutschland insgesamt nicht mehr gut bestellt ist: und zwar exakt wegen solcher Drittmittel-Konstruktionen, wie sie hier sehr treffend aufgezeigt worden sind.
    Wer für ein privatwirtschaftlich finanziertes Institut arbeitet, muss damit leben, dass seine Unabhängigkeit angezweifelt wird. Für Zeitungen gilt: Es ist nicht nur ihr gutes Recht, sondern sogar ihre Pflicht, diese Unabhängigkeit zu hinterfragen. Und zwar penetrant und so lange, bis der Steuerzahler begreift, dass er die Finanzierung von Forschung und Wissenschaft vielleicht doch wieder selbst in die Hand nehmen sollte.

  96. 97
    Stefan Niggemeier says:

    @Blunt: Ja, ich finde es auch legitim, die Unabhängigkeit solcher Institute und ihrer Forschungsergebnisse kritisch zu hinterfragen. Man könnte aber aus Gründen der Fairness trotzdem darauf hinweisen, dass das HIIG mit zwei getrennten Organisationen für die Finanzierung und die Forschung so konstruiert wurde, dass formal ein Einfluss von Google ausgeschlossen sein soll. Ich finde, wenn die „Zeit“ Platz findet, um den Zustand der Straßen in Mittelamerika zu beschreiben, hätte ein solcher Satz in diesem Dossier Platz finden müssen. Und die Leute, die zum Beispiel als Direktoren beim HIIG verantwortlich sind, kommen ja nicht aus dem nichts und wurden nicht von Google nach Deutschland importiert. Man kann sich ihre bisherige Arbeit und die Seriosität der Organisationen, die als Gesellschafter beim HIIG vertreten sind, ansehen und darauf basierend vielleicht zu Bewertungen kommen, wie wahrscheinlich es ist, dass sie bloß Strohmänner und –frauen für Google darstellen.

    Noch einmal: Ja, man darf und soll die Unabhängigkeit eines solchen Institutes kritisch hinterfragen. Die „Zeit“ und Herr Rieck tun dies aber nicht, sondern diffamieren und diskreditieren.

  97. 98
    Volker Rieck says:

    Ich habe meine Aussage zurückgenommen und geändert.
    Wie diffamiere oder diskreditiere ich, wenn ich schreibe, es würde mich nicht wundern, dass…?

    Keine Sorge, ich hänge keinen Verschwörungstheorien an. Ich sehe nur wirtschaftliche Interessen von bestimmten Playern und wie diese durchgesetzt werden sollen.Und da spielen solche Player auf verschiedenen Klavieren. Frau Hofmann ist dabei allenfalls eine Randfigur.

  98. 99
    Blunt says:

    Einverstanden, ich würde Frau Hofmann auch nicht gleich per se Abhängigkeit unterstellen. Der „Zeit“-Artikel hätte der Fairness halber in einem Satz auf diese Konstruktion hinweisen sollen. Allerdings finde ich die Bezeichnungen „Diffamierung“ und „Diskreditierung“ wegen des Fehlens eines solchen Satzes hoch gegriffen: Es ist für mich allenfalls eine tendenziöse Verkürzung — wie sie in öffentlichen Diskursen immer wieder vorkommen.

  99. 100
    Linus says:

    Für Zei­tun­gen gilt: Es ist nicht nur ihr gutes Recht, son­dern sogar ihre Pflicht, diese Unab­hän­gig­keit zu hinterfragen.

    Hinterfragen heißt aber nicht dahermunkeln. Und ansonsten weiß ich nicht, ob ich die Rettung des Abendlandes in die Hände derer legen möchte, die nicht nur beim Thema LSR gezeigt haben, wie unabhängig sie tatsächlich selbst sind.

  100. 101
    mosley says:

    ich finde ehrlich gesagt stefans äusserungen zu jeglichen themen betreffend urheberrecht und/oder google inzwischen mindestens genauso reflexhaft und stereotyp wie die der gegenseite. das aufbauschen von transparenten mutmassungen a la „so in etwa muss es abgelaufen sein“ zu quasi-skandalen…meine güte. wie soll es denn bitte sonst abgelaufen sein, und was genau ist an der tatsache dass die autorin offen ausspricht nicht dabeigewesen zu sein nicht korrekt? und es wird hierbei ja subtil suggeriert, dass es nicht in ordnung sei, dass sie nicht als augenzeuge selbst dabeigewesen ist…was für ein tendenziöser unsinn. ist doch völlig klar, wie solche leinwandmitschnitte entstehen — dann darf man das in einem artikel zu genau diesem thema ja wohl auch bitte erwähnen.

    und wenn dann der weitere grosse aufhänger das strohmann-argument „die denken alle, jeder download sei ein entgangener ticketkauf“ ist, dazu fällt einem wirklich nix mehr ein. es gibt da schon auch noch eine grauzone der art „es schadet dem geschäft, wieviel oder wiewenig ist dann nochmal ein anderes thema“, und das ist selbstverständlich die einstellung der allermeisten betroffenen. dass es die tendenz gibt, sich damit auch mal eine kommerzielle niederlage schönzureden: geschenkt. das sagt aber rein überhaupt nichts darüber aus, ob es den sachverhalt als solchen gibt oder nicht, und hier im blog wird regelmässig so formuliert es wäre genau das der fall.

    wenn man den eigentlichen knackpunkt geht, nämlich ob hier überhaupt eine problematik vorliegt oder nicht, ist man sowieso gut beraten das feld der medien zu verlassen, da wird sowieso fast nur fachfremder quatsch geredet. wieviel oder wiewenig es dem geschäft schadet wenn das produkt gratis im netz rumliegt, dazu gibt es zahllose studien, ich erlaube mir mal eine liste zu pasten:

    Liebowitz „Creative Destruction or just Plain Destruction“ (2004a, 2006a, Theorie), Liebowitz „Testing File-Sharing’s Impact on Music Sales in Cities“ (2008a, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Zentner „Measuring the Effect of File Sharing on Music Purchases“ (2006, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Rob und Waldfogel “Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Lee “The Effect of File Sharing on Consumers Purchasing Patterns” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Leung “Should the Music Industry Sue Its Own Customers?” (2008, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Huygen et al. “Ups And Downs. Economic And Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film And Games“ (2009, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Michel “The Impact of File Sharing On The Music Industry” (2005, Theory and Survey Based Approach), Hong “Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales” (2009, Theory and Survey Based Approach), Peitz und Walbroeck “The Effect of Internet Piracy on Music Sales” (2003,2004, Theory and Survey Based Approach),
    Curien und Moreau „The Music Industry in the Digital Era“ (2005, Theorie), Bayaan „Technology and the Music Industry” (2004, Theorie), Peitz und Walbroeck “Why the Music Industry may gain from free Downloading” (2006, Theorie), Boorstin “Music Sales in the Age of File Sharing” (2004, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Mortimer und Sorensen “Supply Responses to Digital Distribution: Recorded Music and Live Performances” (2005, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Bounie et al. (2005, Pure Survey Based Approach), Gopal et al. “Do Artists Benefit from Online Music Sharing” (2006, Theorie und Survey Based Approach), Bhattacharjee et al. “The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts” (2007, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage), Blackburn “On-line Piracy and Recorded Music Sales” (2004, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage).

    (die meisten nehmen als aufhänger musik, viele greifen aber auch parallelen und unterschiede zu film auf) (nein, ich habe die nicht alle selbst gelesen, nur ein paar, aber eine bekannte beschäftigt hat den krempel studiert und beschäftigt sich beruflich damit). das sind allesamt studien die durch klassischen peer review prozess gelaufen sind, und in der regel sehr wohl zum urteil gelangen, es bestünde ein schädlicher zusammenhang.

    dem gegenüber steht eine deutlich kleinere liste von studien, die das gegenteil behaupten, die zufällig fast alle NICHT durch den peer review prozess gelaufen sind, UND zufällig auffällig oft von google finanziert wurden UND natürlich diejenigen sind, die google (genauer: youtube) vorzugsweise vorzeigt und auch in den medien dann natürlich am meisten stattfinden.

    dahinter muss keine methode stecken, das ist beileibe kein zulässiger rückschluss. aber die selbstverständlichkeit, mit der in diesem blog vom gegenteil ausgegangen wird und jeder der zumindest die möglichkeit eines interessenskonflikts in betracht zieht in die ecke paranoider googlehasser und internetnichtversteher gestellt wird ist ganz genauso absurd. nicht in ordnung. bei keinem anderen thema empfinde ich den sonst so von mir geschätzten stefan klarer als einbetonierten „lagerdenker“ wie hier, und das finde ich schade, weil das ein verdammt wichtiges thema ist.

  101. 102
    Stefan Niggemeier says:

    Womöglich liegt da eine Verwechslung vor. An welcher Stelle schreibe oder suggeriere ich denn, dass es keinen Zusammenhang zwischen illegalen Downloads und Verkaufszahlen gibt? Ich zweifle nur daran, dass Leinwandmitschnitte dafür verantwortlich sein soll, dass „Cloud Atlas“ international nicht der große Erfolg war, den sich der Produzent erhofft hatte.

    Die „Zeit“ stellt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen illegalen Kopien und geschäftlichem Misserfolg her, den sie nicht belegt. Sie ignoriert jede andere mögliche Erklärung dafür, warum das Geschäft für den Produzenten nicht wie gewünscht lief. Die Darstellung der „Zeit“ ist tendenziös, unplausibel und teilweise falsch.

    Ich halte die Art, wie die „Zeit“ die Szene in Moskau beschreibt, nicht für einen Quasi-Skandal, sondern bloß für schlechten Stil. Nein, man muss nicht als Augenzeuge dabei gewesen sein, aber wenn man es nicht war, muss man sich die Szene vielleicht auch nicht in einer solche Detailfreude erzählen bevor man die Auflösung nachschiebt, dass das bloß frei improvisiert war.

    Die „Zeit“ zieht nicht die „Möglichkeit eines Interessenskonfliktes in Betracht“, sondern sagt, dass die Forscher des HIIG sich von Google haben kaufen lassen.

  102. 103
    Blunt says:

    @102: „An wel­cher Stelle schreibe oder sug­ge­riere ich denn, dass es kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen ille­ga­len Down­loads und Ver­kaufs­zah­len gibt? “ Mosley meinte Ihre Äußerungen „zu jeglichen Themen betreffend Urheberrecht“. Und da besteht ja nun wahrlich kein Mangel an enstsprechenden Positionierungen („Schwarzkopierer sind willkommene Sündenböcke für andere Fehler „, Spiegel 11/2012).

  103. 104
    Stefan Niggemeier says:

    @Blunt: Das würde ich auch weiterhin behaupten: Schwarzkopierer sind willkommene Sündenböcke für andere Fehler. Und trotzdem würde ich nicht bestreiten, dass illegale Downloads Auswirkungen auf das legale Geschäft haben (können).

    Ich sehe darin auch keinen Widerspruch.

  104. 105
    Blunt says:

    @104: Sagen wir so: In der Berichterstattung über regelmäßige Rechtsverletzungen konzentrieren Sie sich nahezu ausschließlich auf die Mängel im Sicherheits– und Verkaufskonzept derjenigen, die dieses Recht schützen soll. Für die Täter dagegen bringen Sie auffallend viel Verständnis vor. Das darf man kritisch sehen und um eine andere Perspektive auf den Sachverhalt (wie in Mosleys Kommentar geschehen) erweitern.

  105. 106
    filmstudent says:

    Der Herr Dew jedenfalls verschleiert auch einiges, ich habe mich aktiv an der Diskussion auf seiner Seite beteiligt, doch anstatt zu diskutieren wurde meine Meinungen einfach ohne ersichtlichen Grund gelöscht — es zählt eben nur seine und jeder der ihm mit seiner Meinung ähnlich ist.

    Ich löse diese Diskussion gerne von CA und möchte von den werten Herren wissen, ob Sie versuchen Raubkopien oder eben gerne auch anders genannt Kopien also tolerieren.

    Ich bin nach wie vor der Meinung das ein Diebstahl ein Diebstahl bleibt, ob es dem anderen fehlt oder nicht ist unrelevant, dem Supermarkt fehlt der Apfel vielleicht auch nicht aber es ist und bleibt ein Diebstahl.

    Wir müssen alle wirklich aufpassen, durch solche Diskussionen wird der Praxis des „einfach nehmen was mir gefällt weil es machen ja alle und es geht ja so einfach“ immer mehr Vorschub geleistet. Mit solchen Diskussionen wie auf Herrn Dews Seite werden die Begründungen der nächsten Generation geliefert das es ok ist wenn man andere bestiehlt und das ganze hört da ja nicht auf — die Verrohung der Gesellschaft, hängt meiner Meinung nach damit auch zusammen.

    Wenn man mit heutigen Jugendlichen spricht ist das für die KEIN Vergehen mehr — machen doch alle — Cybermobbing — na und machen doch alle — Zusammentreten auf UBahnhöfen — na und machen doch alle und man muss sich eben raushalten sonst kriegt man selbst auf die Fresse

    Die Gesellschaft gibt den Jugendlichen vor das es ok ist andere zu bestehlen — und es ärgert mich sehr wenn hoch angesehene intelligente Menschen dem zusprechen und sich nicht klar positionieren !

  106. 107
    Sebastian says:

    Der Herr heißt Drei und ehrlich gesagt hören Sie sich mit Ihrem “ es bleibt Diebstahl“ und „Verrohung der Gesellschaft“ an wie 80.

    Wortvogel ist eine private Seite, da darf der Herr Dewi so viel löschen wie er will.

  107. 108
    Peter says:

    „Wenn man mit heu­ti­gen Jugend­li­chen spricht ist das für die KEIN Ver­ge­hen mehr — machen doch alle — Cyber­mob­bing — na und machen doch alle — Zusam­men­tre­ten auf UBahn­hö­fen — na und machen doch alle und man muss sich eben raus­hal­ten sonst kriegt man selbst auf die Fresse“

    Oh je, da kommt aber einer ein bisschen flott vom Hölzchen aufs Stöckchen. Auch wenn ich Raubkopierei für Diebstahl halte, muss ich eingestehen, dass man es nie befriedigend, ja „vernichtend“, bekämpfen können wird und man sich als Urheber irgendwie damit abfinden muss. Selbst wenn man alle Raubkopierseiten einfach so ausschalten könnte, müsste man sich die relevanten Daten nur von einem seiner tausend Facebook-Freunde leihen. Wie dieses Verhalten moralisch zu bewerten ist, steht auf einem anderen Blatt, aber Sie sollten mal ein wenig pragmatischer denken — Raubkopierer sind nun wirklich nicht die Mehrzahl der Konsumenten, mag die Dunkelziffer noch so hoch sein.

    Was das mit Cybermobbing oder Straftaten in Bahnhöfen zu tun hat, ist mir ein Rätsel. Die meisten mir bekannten Leute, die mal Opfer von Cybermobbing waren, haben selbst schon mal illegal runtergeladen und nicht zuletzt wegen ihrem Status als Computernerd zum willkommenen Opfer. Körperverletzung? Die Kriminalstatistik sagt etwas anderes, obwohl so gut wie jeder 20-Jährige schon mal einen Ego-Shooter gespielt hat. Auch hier ist es mindestens fraglich, ob dadurch die Hemmschwelle zur Gewalt sinkt. Dass Ego-Shooter aber einen Verrückten „trainieren“ oder seine negativen Eigenschaften verstärken können, will ich gar nicht bestreiten. Aber dasselbe gilt für Filme und Bücher (man denke bspw. an den Mörder von John Lennon und seine „Fänger im Roggen“-Obsession), für Sport, und besonders für die Hysterie in Zeitungen und Nachrichten — die hier noch nicht ganz so ausgeprägt ist, wie in den USA.

  108. 109
    Peter says:

    Zwei Fragen:

    „Wenn man mit heu­ti­gen Jugend­li­chen spricht ist das für die KEIN Ver­ge­hen mehr„
    Können Sie ein solches Gespräch belegen? Ihr ganzer Text lässt eher darauf schließen, dass man Sie nicht wirklich ernst genommen hat, falls ein solches stattfand.

    „Die Gesell­schaft gibt den Jugend­li­chen vor das es ok ist andere zu besteh­len — und es ärgert mich sehr wenn hoch ange­se­hene intel­li­gente Men­schen dem zuspre­chen und sich nicht klar positionieren !„
    Wer denn? Nach allem was ich sehe, stimmt dem so gut wie niemand zu, außer ein paar Idealisten — und selbst diese fordern eine allgemeine Buchsteuer nach dem Vorbild von GEZ und GEMA um die Autoren abzusichern.

  109. 110
    filmstudent says:

    Natürlich kann er löschen was er will, es geht mir darum das er sich damit selbst wiederspricht

    Und sehr wohl gibt es davon Millionen die das tun, anstatt das man sich mal ganz klar gegen Diebstahl positioniert (es ist nichts anderes) wird immer drum rumgeredet, so das sich auch alle noch in ihrem Tun bestärkt fühlen

    Und ich kann da sehr wohl Parallelen auch zu den Schlägereien sehen, es findet eine Verrohung der Gesellschaft statt, Eigentum ist auch nix mehr Wert — es sei denn es gehört einem selber — ich glaube das NIEMAND von Ihnen in so einer Gesellschaft leben will, jedoch tun viele so als wenn die Erschaffer von Filmen, Büchern und sonstigen digitalen Bücher die Bösen sind weil sie den falschen Job gewählt haben.

    NEIN haben Sie nicht sie leben nur in einer Gesellschaft die Diebstahl toleriert und sogar noch verteidigt.

    Ich selbst habe früher mit Kassetten im Radio Songs mitgeschnitten — nur der Unterschied dabei war — ich hatte dabei ein schlechtes Gewissen — und genau da ziehe ich die Parallele — es gibt kein shclechtes Gewissen mehr weder beim zusammentreten noch beim Download — und was mich einfach tierisch nervt ist das hochintelligente Menschen das dann auch noch gut heißen. Aber sobald es an ihr eigenes Ego geht, an ihre eigenen Bücher da holen sie dann den Abmahnhammer heraus, sowas nenne ich Heuchelei

    Jeder sollte sich mal GANZ KLAR positionieren.

    Vollkommen egal mal in welchem Zusammenhang und ob es jemanden trifft der arm oder reich ist — etwas zu kopieren und zu nutzen was für den Verkauf vorgesehen ist — ist NICHT RICHTIG

    Und deshalb sollte sich auch kein Urheber dieser Welt damit abfinden. Man kann keine Gesetze ausser acht lassen nur weil es ja alle tun — in so einem Rechtsstaat möchte ich NICHT leben, da ich aber hier lebe möchte ich das ändern und kann nicht verstehen das sich intelligente Menschen dem nicht öffnen können das es eine Straftat ist und bleibt.

    Alle bisherigen Argumente stimmen nicht, es gibt genug legale Angebot wo die Erschaffer dann 0,000023 cent (das Komma bezieht sich auf Cent) pr Stream bekommen, weil die Preise eben so im Keller sind, es gibt genug Möglichkeiten — wer es trotzdem gratis saugt ist und bleibt ein Verbrecher der einem anderen einen Schaden zufügt.

  110. 111
    Peter says:

    Sie merken aber schon, dass sie damit keine meiner Fragen beantwortet haben und sich auch nicht die Fakten halten? Ich habe nicht geleugnet, dass es Raubkopiererei gibt und das es nach dem geltenden Diebstahl ist, aber was genau wollen Sie dagegen unternehmen? „Sich ganz klar positionieren“ bringt nicht besonders viel, da das Internet in diesem Bereich so gut wie anonym ist.

  111. 112
    filmstudent says:

    Nun ich denke das es auf jeden Fall besser ist als wenn es immer den Anschein hat, das alle nur dafür sind

    Ich halte mich auch an keine Fakten, es geht mir lediglich um die Diskussion das man den Kopf nicht in den Sand stecken darf nur weil etwas ist wie es ist und weil es alle machen, deswegen ist es trotzdem noch lange nicht richtig und wenn mehr Leute so denken würden und dies auch aussprechen, dann kann man vielleicht langfristig dagegen etwas tun

    Ich bin allerdings sowieso für höhere Strafen und zwar in jeglichen Vorfällen die bewiesen sind

  112. 113
    filmstudent says:

    @Peter — entschuldigung, das etwas zwischen meinen Zeilen stand, die Sie zitiert haben, das habe ich gar nicht gesehen.

    Ich habe sehr sehr viele solcher Gespräche geführt — immer wieder und wieder — und auch immer versucht die Einstellung der Jugendlichen zu ändern aber

    obwohl einige SELBST damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen sehen sie es nicht ein einfach weil es jeder macht

    Und was die Leute angeht die ich meine da braucht man nur mal unter den Kommentaren ein wenig lesen vor allem auch bei der anderen Seite wo ich ja freundlicherweise gelöscht wurde weil ich eine andere als die gewünschte Meinung vertrete

  113. 114
    Sebastian says:

    @filmstudent: dass Ihre Kommentare gelöscht werden und die Jugend Sie ignoriert „könnte“ damit zusammen hängen dass Sie (auch hier) in Ihren Kommentaren scheinen als hätten Sie von der Thematik keine Ahnung. Sie ergehen sich in Worthülsen und in Stammtischparolen, die aus der BLÖD-Zeitung übernommen sein könnten.

    Gewalttätige Jugend, Verrohung der Gesellschaft, höhere Strafen als Allheilmittel für Alles…

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie kein Rentner sind, ist glaube ich irgendwo bei Null anzusiedeln, und Sie ernst zu nehmen fällt sehr sehr schwer da Sie, wie gesagt, nicht viel Ahnung zu haben scheinen wovon Sie reden. 90% von dem was Sie schreiben ist purer Glaube und der Rest ist dazugedacht, jeder Kommentar ist frei von Fakten und Quellen und irgendwie habe ich den Eindruck dass Sie das nur behaupten dass Sie sich mit irgendwem „unterhalten“ haben da es mehr scheint als ob Sie auf Leute, die sich gar nicht mit Ihnen beschäftigen wollen, einreden.

  114. 115
    Peter says:

    „Ich selbst habe frü­her mit Kas­set­ten im Radio Songs mit­ge­schnit­ten — nur der Unter­schied dabei war — ich hatte dabei ein schlech­tes Gewis­sen — und genau da ziehe ich die Parallele“

    Wieder nur eine vollkommen gehaltlose Unterstellung. Können Sie in den Kopf eines Besuchers der einschlägigen Raubkopierseiten blicken? Glauben Sie ernsthaft, dass jemand, der sich Harry Potter oder meinetwegen „Die 10 Gebote“ im Netz ansieht, am nächsten Tag in der U-Bahn einen Migranten zu Tode tritt? Wenn die Polizei alle Raubkopierer dingfest machen würde, wäre vermutlich sehr schnell klar, dass sich diese in allen Gesellschaftsschichten finden, und auch Ihr eigener Bekanntenkreis wäre vermutlich betroffen. Ja, Diebstahl ist es in fast jedem Fall trotzdem. Aber gleich U-Bahn-Gewalt, oder Amokläufe? Das ist, mit Verlaub, vollkommen hirnlos.

    Solange Sie nur in der Lage sind, ihr „Früher-war-alles-besser“-Mantra zu wiederholen, werde ich auf eine erneute Antwort verzichten, denn diese Kulturpessimismus-Diskussion ist von vorneherein absurd. Und ihr „SEHT MEINE GROSSBUCHSTABEN, WAS ICH SAGE IST WICHTIG“ — Getue können Sie sich ebenfalls sparen.

    “ wer es trotz­dem gra­tis saugt ist und bleibt ein Ver­bre­cher der einem ande­ren einen Scha­den zufügt.„
    Außer man ändert dies, siehe letzter Kommentar.

    „Alle bis­he­ri­gen Argu­mente stim­men nicht„
    Achso, na dann…aber im Ernst, wo haben Sie Ihre Begründungen und Ihre Logik, z.B. für den Zusammenhang zwischen Raubkopien und Gewalttaten? Dass Diebstahl Diebstahl ist, ist mir bekannt. Ich zum Beispiel habe eine ordentliche Verachtung für das hirnverbrannte Spießertum und die Bigotterie, die meine Elterngeneration bei Themen der Toleranz gegenüber Minderheiten an den Tag legt. Sind sie deswegen allesamt schlechte Menschen? Sind wir alle schlechte Menschen, etwa auch weil wir uns irgendwann mal illegal ein Album mit Kurt-Weill-Musik runtergeladen haben, weil wir die Schallplatte besitzen und diese nicht als CD erhältlich ist? Rechtlich gesehen ist auch das illegal, moralisch hätte ich hier aber keine Bedenken. Warum nicht auf das Zugreifen dürfen, das einem eh schon gehört (sofern man es nicht weiterteilt)? Wie dem auch sei, Sie haben ein vereinfachen die Situation und ihre Vergleiche sind vollkommen unangemessen, entsprechen nicht der Realität. Wenn ich so an Schlägereien, Morde und Vergewaltigungen denke, von denen ich im Laufe meines Lebens und in den letzten Jahren durch die Zeitungen mitbekommen habe, waren darin überwiegend 40–60 Jährige Kneipenstammgäste verwickelt.

  115. 116
    Peter says:

    Ich entschuldige mich für die zahlreichen Fehler, es ist schon spät und ich verblöde um die Uhrzeit immer so.

  116. 117
    filmstudent says:

    Sagen Sie mal Peter wo leben Sie ? Ständig gibt es neue U Bahn Schlägereien mit Jugendlichen Tätern !

    Das muss ich nicht beweisen, es reicht wenn Sie aufmerksam die Nachrichten verfolgen.

    Und ich ziehe meinen Unterschied was das schlechte Gewissen angeht aus den Aussagen der heute Jugendlichen — lesen Sie bitte mal richtig — ich habe schon mehrfach erwähnt das ich etliche Gespräche geführt habe und das mit Jugendlichen von denen Sie das niemals denken würden und solche Meinungen wie Sie sie vertreten fördern dieses Denken bei den Jugendlichen noch, genau darum geht es ja

    Was mir auffällt : Sie verhaspeln sich vor lauter Aufregung in völlig haltlosen Anschuldigungen.

    Ich habe mitnichten gesagt das jeder Raubkopierer losgeht und jemanden niederschlägt, was für ein Blödsinn — ich habe gesagt das ich Parallelen sehe das die Hemmschwelle sinkt schlechtes zu tun, weil es ja so viele tun und das die Gesellschaft immer weiter verroht wenn sie Diebstähle wie Raubkopien nicht nur toleriert sondern auch noch versucht zu verteidigen.

    Mit welchem Recht eigentlich verlangen Sie von einem Songwriter das er umsonst arbeitet ? Mit welchem Recht bitte ?

    Übrigens schreibe ich ein Wort groß wenn ich es im Zusammenhang besonders betonen möchte aber das nur mal am Rande. Nun wenn Sie das ändern wollen, wie wollen Sie es denn ändern ? Dann sind wir doch eigentlich der gleichen Meinung ???

    Und bitte führen Sie nicht solche speuiellen Sachen an — natürlich hat jemand der eine CD gekauft hat das Recht diese zu kopieren aber eben nur für sich selbst ansonsten schadet er dem Erschaffer — da sind wir uns doch einig ? Es geht mir lediglich darum das durch solche Diskussionen immer wieder die ganze Thematik Scheinlegalisiert wird.

  117. 118
    Peter says:

    Schön, dass Sie sich mal etwas mehr Mühe machen.

    Zu den U-Bahn-Schlägereien — das sind Einzelfälle, die in den Medien gehyped werden und die keineswegs die Regel sind. Sollten Sie mal danach googlen, werden Sie höchstens 8 vergleichbare Fälle aus den letzten 2 Jahren zusammenbekommen — und selbst von denen ist die Mehrheit von Xenophobie oder Habgier (begründert durch die eigene Situation) motiviert. Das ist keineswegs neu. Ja, Sie müssen da einen Zusammenhang beweisen, wenn Sie, wie in Ihrem ersten Post geschehen, schreiben, dass das mit einer Verrohung durch das Internet zu tun hat. Und ich sage Ihnen das als jemand, dem ein Großteil der internet culture selbst zuwider ist. Trotzdem sind Sie hier schlicht nicht objektiv.

    „…und das mit Jugend­li­chen von denen Sie das nie­mals den­ken wür­den und sol­che Mei­nun­gen wie Sie sie ver­tre­ten för­dern die­ses Den­ken bei den Jugend­li­chen noch„
    „Mit wel­chem Recht eigent­lich ver­lan­gen Sie von einem Song­wri­ter das er umsonst arbei­tet ? Mit wel­chem Recht bitte ?„
    Wieder eine Unterstellung, die sich nicht belegen lässt. Habe ich Raubkopierei verteidigt? Habe ich Unrecht, weil ich mich zufällig (oder eben nicht, weil die Diskussion nur sachlich geführt werden kann, wenn man diese Zusammenhänge miteinbezieht) mit denselben Sachverhalten beschäftige, wie die Piraten, auch wenn meine Meinung dazu eine völlig andere ist?

    „Dann sind wir doch eigent­lich der glei­chen Meinung ???„
    Wahrscheinlich irgendwo schon, aber Sie regen sich schlicht über etwas auf, dass härtere Strafen kaum ändern werden, da man Raubkopierer eben nicht so einfach ermitteln kann, wie Gewaltverbrecher, und da es selbst dann oft die ahnungslosen Eltern treffen würde, die ihrem Kind auch nicht zu Unrecht eine gewisse Selbstständigkeit zutrauen sollten. Ich erwähne lediglich, dass man eine pragmatische Lösung finden sollte, die das Ganze aus der Illegalität löst, um die Urheber entlohnen zu können — denn das wird von einigen Staaten bereits erfolgreich bei Drogen und Prostitution betrieben. Wie gesagt, die Frage der Moral ist hierfür erst mal nicht relevant für mich; in diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel und es geht nur darum, die Urheber finanziell abzusichern und der Gratiskultur entgegenzuwirken, mehr als bloß eine „Scheinlegalisierung“ zu schaffen.

    Und solche speziellen Sachen führe ich nur an, weil Sie nicht so geregelt sind, wie sie meiner Meinung nach geregelt sein sollten und nicht jeder Raubkopierer 10 TB illegales Material auf seiner Festplatte hat oder junge, unbekannte Autoren in ihrer Existenz gefährdet. Darum empfinde ich diese Stigmatisierung als ungerecht. Überhaupt ist das ganze Verlagssystem und das freie Autorentum, wie wir es kennen, relativ neu — und wenn es jetzt kränkelt, muss es von sich aus etwas dagegen tun — hier kann es sicher aus der Vergangenheit lernen, obwohl oder gerade weil Künstler es dort sehr viel schwieriger hatten, nur von ihrem Werk zu leben — sicher ist es nicht wünschenswert, die Zeit des Mäzenentums wiederaufleben zu lassen (gerade jetzt, wo der Kunstmarkt so idiotisch ist), aber man muss doch die Binsenweisheit begreifen, wie wichtig es ist, mit der Zeit zu gehen.
    Gerade heute, wo man mehr als genug Möglichkeiten hat. Da kann sich das Verlagswesen mit Sicherheit auch eine Scheibe von der Computerspielbranche, Stichwort DLC, abschneiden.

  118. 119
    filmstudent says:

    Ich weiß wovon ich rede und da können Sie doch jeden fragen der in einer Großstadt wohnt und nachts in die Nähe des Bahnhofs muss, oder sie müssen nur die unzähligen Berichte verfolgen ich finde das erschreckend viel UND ich bin der Meinung das jeder einzelne Verletzte zu viel ist.

    Ich selbst bin schon überfallen worden, ohne erdenklichen Grund, einfach nur weil es doch eh kein Problem ist es passiert einem doch eh nix dafür

    Wenn Sie eben finden das Raubkopien ein Verbrechen sind und damit finden das auch ein Songwriter für seine Arbeit bezahlt werden muss dann schreiben Sie das doch einfach mal ?

    1.) Finde ich sehr wohl das härtere Strafen in allen Bereichen etwas ändern können, hören Sie sich doch mal die Interviews an — die Jugendlichen sagen doch ganz klar das sie eh wieder freigelassen werden, die Strafen sind zu gering. Und ich glaube wohl das man einen Downloader sehr viel einfacher fassen kann als einen Gewaltverbrecher der irgendo herum läuft.

    Und ich finde das gerade die Eltern viel viel mehr in der Verantwortung stehen müssten, darum geht es doch auch bei der Verrohung viele Eltern kümmern sich einfach nicht. Es wäre deren Auftrag die Kinder frühzeitig ehrlich und gerecht zu erziehen. Von daher ist es durchaus eine gute Maßnahme wenn Eltern für das Verschulden ihrer Sprösslinge zahlen müssen

    Allerdings finde ich den Vorschlag einer Zwangsgebühr nicht schlecht, aber es trifft dann natürlich auch die die immer ehrlich bezahlt haben. Und ich habe auch nie gehört das auch nur ansatzweise über sowas nachgedacht wird.

    Drogen und Raubkopien aus der Illeglaität zu lösen halte ich für falsch, wie ich ja bereits sagte bröckeln die Werteb dieser Gesellschaft dann immer mehr ab. Und man wird in der Nähe von Drogenstätten erheblich höher angegriffen als sonst wo.

    Dann erzählen Sie mal ganz genau wie Sie das meinen — Beispiele bitte — meiner Meinung nach ist alles mit der Zeit gegangen ich wüsste nicht das es irgend etwas gibt was der Allgemeinen Kritik der Piratenpartei (ja wer sich der Zeit nicht anpasst hat eben verloren) auch nur Ansatzweise untermauern würde.

    Meiner Meinung nach ist das nur die Flucht nach vorne illegales Treiben legalisieren zu wollen, weil ja die böse Industrie die Wünsche der User nicht akzeptiert.

  119. 120
    Sebastian says:

    Ich selbst bin schon über­fal­len worden

    Mein aufrichtiges Beileid. Das war sicher nicht schön.

    Aber meinen Sie nicht dass sich viele Teile Ihrer Meinung dadurch erklären lassen?

    Ich habe jetzt die letzten Stunden darüber nachgedacht, wie man so eine unfundierte Meinung zum Thema Raubkopieren bekommen kann, aber das erklärt es wirklich irgendwo am besten.

    Wenn man sich so anschaut, was Sie hier miteinander verknüpfen.. „die Jugendlichen“ würden sagen, sie würden ja „eh wieder freigelassen“ werden. Wer sagt das? Wo? Wie wär’s mit wenigstens EINER Quelle dazu?

    Als nächstes fangen Sie an von Erziehung zu reden und Eltern haften für ihre Kinder — mal im Ernst, bei Jugendlichen deren Eltern ihnen nicht anerzogen hätten, Ihre komische Aussage „werde eh wieder freigelassen“ vom Stapel zu lassen bringt das exakt was?

    Und dann die „bereits bröckelnden Werte dieser Gesellschaft“ — festgemacht woran? Und dann diese Binsenweisheiten, dass man in Bahnhofsnähe leichter Opfer von Gewalttaten wird.

    Abschließend fordern dann SIE Beispiele — ohne selbst überhaupt nur eine Aussage belegt zu haben. „Liest man doch überall„ist kein Beleg. Sie reimen sich da irgendwie zusammen, warum Sie überfallen wurden, und die ganze Zeit gibt es nicht einmal den Ansatz des Versuches, sich in die Straftäter selbst zu versetzen.

    Allein die Idee, dass man „Werte“ dadurch schaffen kann, dass man alles und jeden für Kleinigkeiten wie Raubkopien wegsperrt ist so jenseits von jedwedem Kausalzusammenhang…

    Wenn Einsperren so viel bringen würde, wodurch erklären Sie sich dann die Kriminalitätsstatistiken in den USA im Vergleich zu Deutschland?

    Keine Ihrer Aussagen ergibt auch nur den Hauch irgendeines Sinnes. Sie fantasieren sich komplett Ihre Wirklichkeit zusammen.

    Man kommt sich wirklich vor als ob man über Homöopathie oder Religion diskutieren würde. Sie glauben einfach an irgendwas und alles was diesem Glauben widerspricht ist ungültig, während alles was auch nur ansatzweise die Meinung bestätigt wahr ist.

    Sie haben Scheuklappen auf.

  120. 121
    filmstudent says:

    Das ist ja wohl die Höhe, genau durch solche Aussagen wird das alles nur noch bestärkt

    Also die Toten die es in den letzten Jahren gab sind Ihnen nicht genug ? Es wird mir jetzt echt zu bunt, ich frage mich wer hier die Scheuklappen auf hat. Gehen Sie doch mal nachts durch eine Großstadt — dann werden Sie schon sehen was passiert. Reden Sie doch mal mit den entsprechenden Jugendlichen wenn Sie Beweise brauchen. Beweise, Beweise wofür ????

    Wenn jemand einem anderen etwas wegnimmt ist das eine Straftat, sind Sie jetzt *entschuldigung* vollkommen irre das auch noch abzstreiten ? Dafür braucht man keine Beweise, ich jedenfalls bin so erzogen worden, das man so etwas nicht macht, da habe ich bei Ihnen gerade meine Zweifel so wie Sie hier Straftäter verteidigen.

    Meine Meinung ist auch nicht unfundiert, sie beruht aus jahrelangen Recherchen und aus eigenen Erfahrungen.

    Schauen Sie sich irgendeine Sendung der letzten Jahre an die sich mit dem Thema befasst, da werden Sie genau diese Aussagen hören, sprechen Sie mit Jugendlichen selbst, da werden Sie genau diese Aussagen hören — na und wenn sie mich erwischen passiert mir eh nix — MEIN GOTT gehen Sie zur Polizei die wird Ihnen genau das bestätigen, lesen Sie Zeitung auch da steht es drin.

    Ihren Absatz mit den Eltern habe ich nicht verstanden, da fehlt anscheinend irgendwas in der Satzstellung

    Was soll denn das jetzt — Sie sind also der Meinung das alles ok ist ? Sobald auch nur ein einzelner sich denkt ach wieso kann ich doch Raubkopieren macht doch nix, bröckeln die Werte der Gesellschaft, es bleibt doch nicht bei einem, was sind denn das für komische Argumente, sie sagen doch selbst das es nicht in Ordnung ist ?

    Ich reime mir was zusammen ? Gehts noch ? LESEN Sie Zeitung, hören Sie Radio, schauen Sie TV ja und auch die öffentlich Rechtlichen mal anschauen und lesen Sie unzensiert im Internet und dann können Sie sich schon ein Bild machen, nochmal wo leben Sie bitte das sie von all dem nichts mitbekommen ?

    Und jetzt fangen Sie auch noch an die Straftäter zu verteidigen weil man sich doch mal in die Straftäter versetzen soll ??? Hallo ? Es gibt keinen einzigen Grund eine Straftat zu begehen, es ist und bleibt eine Straftat da brauche ich mich nicht in den Straftäter hinein zu versetzen, vor allem und wer versetzt sich dann in die Lage der Opfer ?

    Und warum bringen Sie alles durcheinander, das einsperren schafft keine Werte — es geht darum Straftaten zu bestrafen und den Menschen bewusst zu machen das sie Straftaten begehen, auch wenn sie jemanden bestehlen.

    Ich verstehe Ihren kompletten Ansatz nicht, was wollen Sie denn nun eigentlich ? Ich habe meine Punkte klar gemacht.

    Wollen Sie also das Strafen nicht erhöht werden, weil sie nix bringen ? Na dann können wir sie ja gleich ganz abschaffen wenn sie eh nichts bringen.

    Wollen Sie das Songwriter, Filmemacher und sonstige Erschaffer von Werken die eben auch digital vertrieben werden aufhören zu arbeiten weil es sich nicht mehr lohnt und man jeden Diebstahl tolerieren muss wenn man sich in die Lage des Täters versetzt ?

    Ich verstehe partout nicht was Sie mir sagen wollen. Ich rede hier ganz allgemein davon das es NICHT in Ordnung ist jemanden zu bestehlen ob nun digital oder nicht, der Musikproduzent hat auch eine Menge Geld aufgewendet um ein Produkt zu erstellen, also hat er auch ein Anrecht darauf, wenn jemand sein Produkt nutzen will, das er dafür bezahlt wird — das ist eine ganz einfache These — dafür braucht niemand BEWEISE das ist MEINE Meinung und ich denke das Leute die diese These aufweichen wollen selbst eben nicht in der Situation eines zB Musikproduzenten je gesteckt haben, die haben ihren Job und verdienen ihr Geld, na dann gehen wir doch mal hypothetisch davon aus das die Firma in der Sie arbeiten ebenfalls beklaut wird und weil Leute wie Sie das durch solche komischen Konstellationen alles verwässern, machen das immer mehr Menschen (weil ja so viele sagen das es ok ist) daraufhin geht die Firma pleite und Sie stehen auf der Straße und haben keinen Job mehr — und was nun ???

  121. 122
    Peter says:

    „dafür braucht nie­mand BEWEISE das ist MEINE Meinung “

    Und genau hier hat die Diskussion ihren Sinn verloren. You’re entitled to your own opinion, not your own facts. Wen’s interessiert, ich wohne in Köln, bin sehr oft in der Nähe von Bahnhöfen, habe aber aufgrund der hohen Polizeipräsenz dort noch keine Straftat „live“ erlebt.

  122. 123
    filmstudent says:

    Na also — ich sag doch wir sind uns einig, Sie müssen es nur einmal aussprechen, das haben Sie ja jetzt getan „aufgrund der hohen Polizeipräsenz“ und weil es eben als Straftat behandelt wird, trotzdem ist der Polizeiapparat auch teuer und die Strafen anscheinend zu niedrig, sonst bräucht man nicht so viel Polizei

    Aber jetzt sind wir auf einer Linie, Verbrechen müssen bestraft werden.

    Allerdings bin ich mir sicher das dort auch Straftaten verübt werden, nur weil Sie selbst noch keine gesehen haben, heißt es nicht das es sie nicht gibt, wie gesagt fragen Sie die Polizei doch mal warum sie dort so eine hohe Präsenz hat ;)

    Damit schließe ich — ich denke es ist alles gesagt, danke für die Diskussion :)

  123. 124
    Sebastian says:

    @filmstudent:

    „Ich ver­stehe par­tout nicht was Sie mir sagen wollen“

    Das merkt man.

    Ich habe jetzt lange überlegt, wie ich Ihnen das vermitteln soll, wie Sie mir vorkommen. Schlussendlich bin ich auf die Sesamstraße gekommen.

    Sie sind wie der Typ im Trenchcoat der Ernie ein unsichtbares Eis verkaufen will. Alles was er als Beleg dafür hat, dass das unsichtbare Eis wirklich da ist, ist seine persönliche Meinung.

    Sie stehen da und verstehen nicht, warum Ihnen keiner 10 Pfennige für Ihr unsichtbares Eis geben will. Sie liefern keinen Beleg dafür, dass es wirklich da ist. Man darf es nicht anfassen, man darf es nicht lecken, nur bezahlen soll man es, ganz alleine auf Basis Ihrer Ansicht dass es definitiv da ist.

    So funktioniert das nicht. Wenn Sie jemandem was verkaufen wollen, muss es greifbar sein. Zum Beispiel belegt durch Fakten.

    Wenn Sie diese nicht bringen wollen tut es uns wirklich leid, aber dann können Sie Ihr unsichtbares Eis alleine lutschen.

  124. 125
    Sebastian says:

    „nur weil Sie selbst noch keine gese­hen haben, heißt es nicht das es sie nicht gibt“

    Also nur um’s nochmal nachzuvollziehen: die Innenstädte sind voller Gewalt, aber wenn sie nicht voller Gewalt sind, sind sie trotzdem voller Gewalt, weil selbst wenn sie nicht zu sehen ist ist sie trotzdem da weil sonst wäre ja keine Polizei dort.

    So. Und jetzt verschärfen wir die Gesetze und dann kann man da weniger Polizei hinstellen, weil ja weniger Gewalt ist. Also jetzt weniger Gewalt als die Gewalt die man eh nicht sieht. Also quasi keine Gewalt — nur halt weniger. Also im Prinzip eine Abnahme der unsichtbaren Gewalt. Man muss nur die Männer mit den Trenchcoats fragen. Man kann die Gewalt zwar nicht anfassen, man kann sie nicht sehen, aber sie ist auf jeden Fall da, und deshalb braucht die Polizei jetzt und sowieso am besten mehr Geld.

    Mindestens 10 Pfennige.

  125. 126
    Peter says:

    Gerade ein Filmstudent sollte sich der Wiederkäuerei und der Aufbauschung gerade von Einzelfall-Straftaten durch TV und Zeitschriften bewusst sein, die dazu führt, dass man ernsthaft glaubt, dieses Verhalten wäre Alltag. Filmstudent ist das beste Beispiel für jemanden, der bereits in einer solchen Parallelwelt lebt.

  126. 127
    Rolf Schälike says:

    In der Sache 324 O 83/13 wurde heute ein Vergleich getroffen. Jeanette Hofmann war mit dabei.

    1. Der Antragsgegner (Zeitverlag) verpflichtet sich, die streitgegenständlichen Äußerungen aus dem Beschluss vom 27.02.2013 zum Aktenzeichen 324 O 83/13 nicht erneut zu veröffentlichen.

    2, Von den Kosten des Verfahrens 324 O 159/13 haben die Antragstellerin 3/4, der Antragsgegner 1/4 zu tragen.

    3. Mit diesem Vergleich sind sämtliche wechselseitigen Ansprüche aus dem Gegendarstellungsverfahren 324 O 159/13 erledigt. Aus dem Titel 324 O 159/13 werden keine Rechte mehr hergeleitet.

    4. Der Vergleich gilt auch für die Zeit-Online GmbH, für die der Antragsgegner gleichermaßen Erklärungen abgibt.

    Die Verhandlung war interessant. Es trafen aufeinander die staatlichen Zensoren der Pressekammer Hamburg, der juristische Vertreter einer großen Zeitung, eine Wissenschaftlerin. Jede Seite mit ihrer eigenen Denke und Herangehensweise. Das Problem war formal juristisch nicht lösbar, es wäre ein Würfelspiel geblieben. Deswegen der Vergleich. Die Kostenaufteilung widerspiegelt die Willkür der Zensur.

    In der Luft hing auch die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung durch Jeanette Hofmann. Wäre auch eine interessante juristische Frage.

  127. 128
    Rolf Schälike says:

    Es muss richtig heißen:

    2. Von den Kos­ten des Rechststreits, einschließlich des Ver­fah­rens 324 O 159/13 haben die Antrag­stel­le­rin 3/4, der Antrags­geg­ner 1/4 zu tragen.

  128. 129
    Stefan Niggemeier says:

    @Rolf Schälike: Danke fürs Update. Was hing denn da in der Luft, bzw. wie und warum hing es?

  129. 130
    Rolf Schälike says:

    Es prallten drei Welten aufeinander: Zensurjustiz, Presse, Wissenschaft. Konflikte zwischen Presse und Wissenschaft gehören eigentlich nicht in den Gerichtssaal. Nun ist ja J. Hoffman Politikwissenschaftlerin und meint offenbar, Differenzen mit der Presse können vor Gericht geklärt werden.

    Da sie nicht die Meinung vertritt, das Urheberrecht sei abzuschaffen, wehrte sie sich gegen den Zeit-Artikel, der dies behauptete bzw. meinte, J. Hoifmann erzeuge mit ihren Aussagen den Eindruck, sie sei der Meinung, das Urheberrecht sei abzuschaffen.

    J. Hofmann war sicher, dass sie gewinnt, kannte aber überhaupt nicht die Besonderheiten der Zensur und die Verteidigungsmöglichkeiten der Presse. Außerdem ging es ihr um wissenschaftliche Definitionen, den Zensurrichtern aber um das, was der Deutsche Michel versteht. Die ZEIT hat wieder eigene andere kommerzielle Interessen. Durchaus möglich, dass dien ZEIT Interesse hat, die richtigen wissenschaftlichen Ansätze von J. Hofmann zu diffamieren. Mit Rechtsanwalt Nabert war die ZEIT durch einem der besten und brisantesten Anwalt vertreten.

    Da die Urheberrechtdebatte sehr hart geführt wird, spielt bei dieser der Filmklau, das Raubkopieren, der illegale download die Rolle eines Totschlagarguments, wie bei den Internetsperren KiPo. J. Hoffmann möchte offensichtlich mit diesem Totschlagargument nicht konfrontiert werden.

    J. Hofmann ist allerdings darauf reingefallen, und hat eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, in der sie eidesstattlich versicherte, dass weder Sie noch das Institut, in dem sie arbeitet und eine leitende Stellung inne hat, sich mit dem Filmklau (illegalen Raubkopien) beschäftigt.

    Der pfiffige RA Nabert fand das Buch „Wissen und Eigentum“, (Herausgeber: Jeanette Hofmann, Seiten: 354, Erscheinungsdatum: 18.10.2006, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1552). Dort gibt es einen Artikel von Klaus Goldhammer. Auf Seite 91 schreibt er, sagte Nabert: download ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Ich habe allerdings dieses Zitat in dem Buch (es lässt sich kostenlos downloaden) nicht gefunden. Goldhammer schreibt allerdings tatsächlich etwas über das „illegale Mitfilmen“ etc.

    Juristisch gesehen kann das nun bedeuten, das J. Hofmann sich doch mit Raubkopien beschäftigt hat und damit eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hat. Sieht J. Hofmann natürlich anders. War ja nicht ihr Artikel, hat diesen Satz auch nicht gelesen. Richterin Simone Käfer legte sich nicht fest, sie müsse es prozessual würdigen. Sagte aber auch: „Das ist heftig.“

    Mit dem Vergleich ist die Luft raus. Niemand wird ein Interesse haben , J. Hofmann strafrechtlich zu verfolgern. Auch die Staatsanwaltaschaft wird mit dem Argument, J.Hofmann hätte sich geirrt, ein mögliches Ermittlungsbverfahren einstellen.

    Für mich nicht nachvollziehbar, weshalb J. Hofmann überhaupt geklagt hat. Wissenschaftler sollten sich mit der Presse nicht bei den Zensurkammern auseinandersetzen.

  130. 131
    Rufraub im Piraten-Dossier: Die “Zeit” tritt nach « Stefan Niggemeier says:

    […] für Inter­net und Gesell­schaft, Jea­nette Hof­mann, hatte vor eini­gen Wochen eine einst­wei­lige Ver­fü­gung gegen das Blatt erwirkt. Es hatte ihr unter­stellt, sie habe sich von Google kau­fen las­sen und bestellte […]

  131. 132
    Hermann Schlade says:

    Die Zeit hat doch längst eine andere Einnahmequelle entdeckt, mit dem die ach so seriösen Zeitungen den wegbrechenden Werbemarkt ersetzt: Litigation PR.

    Die Zeit schreibt für Geld und ob es wahr ist oder nicht interessiert da wenig, sie sind halt seriös…

    Wer Die Zeit länger beobachtet findet eine Vielzahl von Fällen, die genau dies bezeugen. Ein weiteres Beispiel finden Sie hier:
    http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=1126&meldung=Die-Zeitzeugen-der-ZEIT

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