Experten-Casting bei „Zapp“

Eine Zeitlang war ich so oft als „Experte“ im NDR-Medienmagazin „Zapp“ zu sehen, dass sich schon Leute lustig gemacht haben. Diese Woche wollten sie mich nicht haben.

Vor ein paar Tagen rief eine Kollegin von „Zapp“ an und sagte, sie wollten etwas darüber machen, dass „Extreme Activity“ den Grimme-Preis gewinnen würde, und ob ich das nicht auch schlimm fände. Ich sagte ihr, dass ich das nicht schlimm fände. Sie sagte, dass ich dann leider nicht der geeignete Interviewpartner zum Thema sei, und fragte noch, ob ich nicht jemanden wüsste, der das schlimm fände. Ich empfahl ihr Jana Hensel, aber wenn ich mich recht erinnere, war sie auf die schon selbst gekommen.

Lustigerweise weiß ich inzwischen von einem Kollegen, dass er genau so einen Anruf von „Zapp“ bekommen hat, leider auch nicht mit Empörung dienen konnte und deshalb ebenfalls als Gesprächspartner ausschied.

Der fertige „Zapp“-Beitrag zeigt dann, dass es nicht darin lag, dass man schon 27 Fürsprecher für „Extreme Activity“ gefunden hatte. Sondern weil man keinen Fürsprecher in dem Beitrag haben wollte.

Damit es keine Missverständnisse gibt: Ich halte das nicht für einen Skandal. Ich finde es nur ein kleines, anschauliches Beispiel dafür, wie Journalisten arbeiten.

Und damit auch der letzte „Zapp“-Zuschauer versteht, was für ein Skandal es ist, einer solchen Kindergartenshow den Adolf-Grimme-Preis zu verleihen, schraubt die Anmoderation des Beitrags die Fallhöhe ins Schwindelerregende:

Adolf Grimme war ein Mann mit Mut. Unerschrocken engagierte er sich für die „Freiheit des Wortes“ — ob im Widerstand gegen das NS-Regimes oder später als erster Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks. Mit dem nach ihm benannten Fernsehpreis des Deutschen Volkshochschul-Verbandes sollen deshalb Sendungen und Filme gewürdigt werden, die im Sinne Adolf Grimmes vorbildlich sind.

Wow. Welche Fernsehsendung würde diesem Anspruch genügen: dem Vorbild des unerschrockenen Freiheit-Verteidigers und NS-Widerstandskämpfers zu folgen? Zum Glück ist das — anders als uns „Zapp“ glauben machen will — keineswegs der Maßstab für einen Grimme-Preis. Die ausgezeichneten Sendungen sollen „nur“ vorbildlich für die „Programmpraxis“ sein.

Ungleich einseitiger, irreführender und bösartiger als der Grimme-Beitrag ist allerdings der „Zapp“-Beitrag über Günther Jauch und seinen verlorenen Prozess gegen einen „Bild am Sonntag“-Reporter. Aber ich weiß noch nicht, ob ich Lust habe, mich damit hier im Detail auseinanderzusetzen.

43 Replies to “Experten-Casting bei „Zapp“”

  1. Die ARD ist anscheinend ziemlich nachtragend, wenn sie versetzt wird. Ob der Beitrag auch so gesendet worden wäre, wenn Jauch die Nachfolge von Christiansen doch angetreten hätte…?

  2. Ohje. Und ich hatte mich schon erfolgreich in den Irrglauben begeben, Zapp wäre eben keins von diesen Magazinen, bei denen „Hauptsache Anti“ vor guter Berichterstattung geht. Tja. Beantwortet dann aber wohl die von Zapp selbstgestellte Frage, warum sie selber keinen Grimme Preis bekommen.

  3. Uh, ups – das hab‘ ich dann doch ganz anders gemeint: Produziert wird von TV 21, wo sie geschäftsführende Gesellschafterin ist. Aber dem NDR gehört der ARD-Sendeplatz.
    So herum ist es hoffentlich richtig.

  4. Ist denn die Kritik von Hensel (und eventuell anderen) wegen des mangelnden Anspruchs und der mangelnden Innovation nicht schon während der Jury-Gespräche zum Tragen gekommen? Dann hätte man ihr doch sagen können, dass das eben nicht die Kriterien seien, auf dies es ankäme, sondern dass die Sendungen vorbildlich für die Programmpraxis sein sollen. Oder gibt es nur eine Abstimmung, bei der jedes Jurymitglied für jede Sendung einen Daumen hoch oder runter gibt?

  5. Doch, ihre Kritik ist zum Tragen gekommen. Es gab einfach verschiedene Meinungen, auf welche Kriterien es ankommen sollte und welche Kriterien erfüllt sind. (Nochmal: Gegen die Kritik habe ich überhaupt nichts. Im Gegenteil: Ich finde es gut, dass darüber gestritten wird, auch öffentlich.)

  6. Das ist unfair. Ich bin vor nicht mal einem halben Jahr auf Zapp aufmerksam geworden und habe mich damals gefreut, endlich mal Spuren von Medienkompetenz in den Medien zu finden. Und jetzt scheint sich die Redaktion zum Ziel gesetzt zu haben, es sich innerhalb weniger Wochen im von Panorama & Co. gegrabenen Niveauloch gemütlich zu machen.

    Liebe NDR-Redaktion, wenn’s an mir liegt, sagt es einfach. Ist doch okay, wenn Ihr mich nicht als Zuschauer wollt. Ich mag ja auch nicht jeden.

  7. „Ich finde es nur ein kleines, anschauliches Beispiel dafür, wie Journalisten arbeiten.“

    Schön gesagt und dieser Fall ist nun wirklich anschaulich. Aber verwundern sollte das mittlerweile niemanden mehr. Bei Artikeln bzw. Sendungen, die das eigene Fachgebiet betreffen, fällt einem schon immer mal wieder die extrem selektive Bestückung mit Experten auf. Auch kritische Nachfragen, die eigentlich offensichtlich sind, werden oft nicht gestellt. Vielleicht, weil man nicht am Experten bzw. der eigenen vorgefassten Meinung (oder der vermeintlichen Meinung der Leser/Zuschauer) kratzen will?

  8. „fällt einem schon immer mal wieder die extrem selektive Bestückung mit Experten auf“

    Ist das nicht überall so? Vor kurzem bekam jemand von „Hart aber Fair“ eine ähnliche Anfrage. Leider passte er mit seiner Meinung dann doch nicht ins vorgesehene Schema und durfte zu Hause bleiben.

  9. „Ist das nicht überall so?“
    Genau das wollte ich eigentlich sagen ;-)

    Wobei bei einer Diskussionsrunde wie HaF natürlich auch gegensätzliche Meinungen gebraucht werden und daher keine zwei Leute mit gleicher Ansicht eingeladen werden sollten. Sonst kommt sowas wie die unsägliche Killerspiel-Ausgabe dabei heraus.
    Schlimmer finde ich die selektive Expertenauswahl bei umstrittenen wissenschaftlichen Themen, bei denen die „Gegenseite“ dann oft nicht mal eine Gelegenheit zur Stellungnahme bzw. Entgegnung bekommt. Klar, dass das u.U. wegen der begrenzten Zeit nicht möglich ist, daher ist bei sowas wieder der mündige Zuschauer gefragt, dem nichts anderes übrig bleibt, als selbst mitzudenken.

  10. „mündige Zuschauer gefragt“

    Die Masse fragt nicht, sie absorbiert. Ansonsten gebe ich dir völlig recht.

  11. Um auf den letzten Absatz zurückzukommen: Ich fände es sehr interessant, wenn Du Dich mit der Jauch-Geschichte beschäftigen würdest.

  12. Der Begriff Casting kommt ja ursprünglich aus der Sportanglerei. Da wollte also das NDR-Medienmagazin „Zapp“ sich einen dicken Fisch angeln (Das ist natürlich nur metaphorisch gemeint). Bekomen haben sie aber einen, der schon zu stinken beginnt. Dass dabei überwiegend nur übles rumkommt, ist nicht weiter verwunderlich.
    Aber gleich die Jury-Mitglieder an NS-Widerstandskämpfer messen zu wollen, das erreicht ja fast das Niveau der größten täglich erscheindenden
    Satiretageszeitung mit den 4 weißen Buchstaben auf rotem Grund. Daumen hoch und weiter so!
    Ein weiteres Beispiel dafür, dass die geburtenschwachen Jahrgängen so langsam auch hier in den Entscheidungsgremien angekommen sind.

  13. Man ist der einseitig und bösartig, der Jauch-Artikel. Können Sie. lieber Herr Niggemeier, auch darlegen, dass er irreführend ist? Ich kenne die Fakten leider nicht.

  14. Haben die Wahllokale noch geöffnet? Gut, dann hab ich ja Glück gehabt.

    Ich stimme auch für eine ausführliche Beschäftigung mit dem Jauch-Beitrag. Gibt es sie, die „Lex Jauch“?

  15. Ich mach’s kurz:
    [Quelle juris]

    Grundbuchordnung § 12

    (1) Die Einsicht des Grundbuchs ist jedem gestattet, der ein berechtigtes Interesse darlegt. Das gleiche gilt von Urkunden, auf die im Grundbuch zur Ergänzung einer Eintragung Bezug genommen ist, sowie von den noch nicht erledigten Eintragungsanträgen.

    Hierzu gibt es zwei einschlägige Beschlüsse richterlicher Gremenien:

    KG Berlin 1. Zivilsenat Beschluß vom 19.06.2001 Aktenzeichen: 1 W 132/01

    Grundbucheinsicht durch einen Pressevertreter: Abwägung des Informationsinteresses der Presse gegenüber dem informationellen Selbstbestimmungsrecht eines Prominenten

    Leitsatz

    Die Presse kann unter Berufung auf die Pressefreiheit grundsätzlich kein das informationelle Selbstbestimmungsrecht des eingetragenen Eigentümers überwiegendes Interesse an der Grundbucheinsicht einschließlich der Abteilungen II und III geltend machen, wenn es lediglich um unterhaltende Berichterstattung und Befriedigung der Neugier der Öffentlichkeit etwa dahin geht, etwas über die finanzielle Gesamtsituation des Betroffenen und seiner Familie zu erfahren. Das gilt grundsätzlich auch dann, wenn der Ehegatte der Grundstückseigentümerin als bekannter Schauspieler und Unterhaltungskünstler eine Person der Zeitgeschichte ist und das Ehepaar seine Privatsphäre einschließlich finanziell großzügiger Lebensführung in der Vergangenheit in erheblichem Umfang der Allgemeinheit geöffnet hat.

    LG Hof 2. Zivilkammer mit Beschluß Entscheidungsdatum: 17.01.2001
    Aktenzeichen: 2 T 164/00

    Bei der Anwendung und Auslegung des § 12 Abs. 1 GBO ist dem Grundrecht der Pressefreiheit gemäß Art. 5 Abs. 1 GG insoweit Rechnung zu tragen, dass auch der Presse aufgrund der Wahrnehmung öffentlicher Interessen grundsätzlich ein Recht auf Grundbucheinsicht zustehen kann (vgl. Bundesverfassungsgericht, Az.: 1 BvR 1307/91 vom 28. August 2000. Demgegenüber erfolgt die Berücksichtigung des Persönlichkeitsschutzes des Eingetragenen über die Grundbuchordnung selbst, nachdem § 12 GBO ein allgemeines Gesetz im Sinne von Art. 5 Abs. 2 GG ist. Auch unter Berücksichtigung der Pressefreiheit ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass es der Darlegung eines berechtigten Interesses bedarf;die Anforderung an das berechtigte Interesse selbst und an dessen Darlegung müssen jedoch der Besonderheit einer freien Presse Rechnung tragen. Mit dem verfassungsrechtlichen Schutz der Presse wäre es nicht vereinbar, wenn die Durchsetzung des Informationsinteresses von einer staatlichen Bewertung des Informationsanliegens abhinge. Vielmehr muss das von der Presse dargelegte Informationsinteresse vom Grundbuchamt als solches – also nach Prüfung ihres Bestehens ohne eigene Bewertung – dem weiteren Vorgehen zugrunde gelegt werden (vgl. Bundesverfassungsgericht,Az.: 1 BvR 1307/91).

    So nun die Gretchenfrage:
    „Dient die Recherche des BamS-Reporters lediglich um unterhaltende Berichterstattung und Befriedigung der Neugier der Öffentlichkeit etwa dahin geht, etwas über die finanzielle Gesamtsituation des Betroffenen und seiner Familie zu erfahren oder hat er einfach nur den verfassungsrechtlichen Schutz der Presse mit seinem Artikel verteidigt?“

  16. Da sich die ÖRs nach der Bekanntgabe der Grimmepreise wieder mal selbst feiern mussten, stört natürlich jeder Preisträger der Privaten – zumal, wenn es sich um einen Ex-WDR-Moderator handelt. Und bei Jauch kann ich mir eine Resthäme in einzelnen Redakteurshirnen auch gut vorstellen.

    Aber was will man machen? Medienjournalismus muss halt auch immer in irgendeinem Medium stattfinden, da ist der Verdacht der Befangenheit schnell zur Hand.

  17. @19. und 20.
    Im Licht von Nr. 21. gibt es dann aber keine „Lex Jauch“, sondern eine „Lex Prominente“, denn die Gerichtsentscheide nicht ausdrücklich Jauch, sondern alle Promis.
    Insofern erscheint der ZAPP-Bericht noch tendenziöser und ungenauer.

  18. @22: Das mit den beleidigten ÖRs ist dann doch etwas simpel, zumal Jürgen von der Lippe immer wieder was für den WDR macht (z.B. „Was liest du?“, auch wenn ich nicht weiß ob neue Folgen produziert werden).

    Das was bei „Zapp“ passiert ist eher eine weitere Ausprägung von Journalismus den z.B. schon Computerspieler vor zwei Monaten in Form eines PANROMA-Beitrages erleben durfte, als der Journalist seine Meinung durch den Haus- und Hof-Experten der Redaktion bestätigen ließ. Vielleicht kein Zufall dass der Zapp-Chef Kuno Haberbusch vorher jahrelang bei PANORAMA weilte…

    Die Diskussion über „Extreme Activity“ dürfte sich auch weniger an von der Lippe entzünden, sondern an dem Konzept. Für die einen ist es eine professionell durchgezogene Veranstaltung die funktioniert, für die anderen ein offensichtlich importiertes Format, das ohne Raffinesse lokalisiert und gecastet wurde.

  19. @dogfood: sehe ich genauso. Ich würde da auch nicht immer gleich eine Verschwörungstheorie vermuten, wenn normale (im Sinne von: alltägliche) journalistische Vorgehensweisen zur Erklärung völlig ausreichen.

  20. Verschwörung natürlich nicht. Aber ich habe es auch noch nie erlebt, dass bei einem öffentlich-rechtlichen Sender nur einmal positiv über einen privaten gesprochen worden wäre (was natürlich umgekehrt und für andere Medien genauso gilt). Das meinte ich ja mit dem medialen Problem von Medienjournalismus.

    Ausgewogenheit kann man sich eigentlich nur selbst herstellen, indem man zu jeder Quelle auch eine „Gegenquelle“ sichtet. Aber das macht der einfache „Panorama“-Zuschauer wohl genauso wenig wie der einfache „Bild“-Leser.

  21. Medienmagazin ZAPP (NDR) wird unglaubwürdig……

    Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die Fernsehen und Radio ausstrahlt. Die öffentlich-rechtlichen Programme genießen in der Gesellschaft ein hohes Ansehen. Ob das jedoch richtig ist, wage ich gerade a…

  22. … was ist denn das hier für ein kranker Thread? Wird hier etwa selektiert? Denn ich lese nur lauter ergebene, positive Reaktionen. Gott, wie spießig. Man denkt sofort an die Wahlen im früheren Dunkeldeutschland, wo der jeweilige Oberhäuptling seinen „Arbeitern und Bauern“ auch immer Ergebnisse über 90 Prozent vorweisen konnte. Aber, seid versichert, Freunde, auch ich habe nicht vor, hier eine Mauer zwischen mir und Stefan Niggemeier zu bauen ;-)

    Dafür mag ich den „BILDblog“ viel zu sehr, lese ihn auch regelmäßig, zitiere daraus gern und würde sofort dabei mithelfen, eine Partei zu gründen, die sich als Ziel eine Grundgesetzänderung wünscht, daß jeder „Bild“-Käufer verpflichtet wird, täglich auch mindestens einmal „BILDblog“ anzuklicken, um sich das Gegengift einzuverleiben und somit einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Demokratie in Deutschland zu leisten. Verstöße werden mit Zwangs-Abos für die „Zeit“, der „Süddeutschen“ und des „Hamburger Abendblatts“ bestraft. Wobei ich als Hamburger die Lektüre der mittlerweile besten Regionalzeitung des Landes nur empfehlen kann, auch weil es fast ein Wunder ist, daß manchmal auch wirklich Gutes im Springer-Verlag erscheint.

    So, und nun zum Thema „Zapp“. Wird unser guter Stefan mit zunehmendem Alter und Bekanntheitsgrad etwa eitel? Versucht er jetzt sogar im Übermut, ausgerechnet denjenigen ans Bein zu pinkeln, die ihn in der Fernsehlandschaft überhaupt erst bekannt gemacht haben? Denn bevor „Zapp“ nicht regelmäßig Interviews mit Dir, Stefan, ausgestrahlt hat, wüßte ich bis heute nicht, daß Du so niedliche abstehende Ohren hast ;-)

    Aber nun werden halt die immer noch sehr interessanten Sendungen auf N3 schon seit einiger Zeit leider ohne Dich ausgestrahlt, was Du verständlicherweise ganz furchtbar findest. Aber dafür hat heute eben jeder Netz-Fuzzi seinen eigenen „Blog“ und darf sich dann jedesmal furchtbar über so eine himmelsschreiende Ungerechtigkeit aufregen. Der noch viel eitlere Israel-PR-Mann beim „Spiegel“, Henryk M. Broder, den manche inzwischen verständlicherweise nur noch „Anti-Islam-Hetzer“ nennen, reagiert genauso: Wenn auch er mal nicht als Polit-Kasper in eine TV-Talk-Show darf, rächt er sich sofort mit einem Artikel und erklärt, warum nur „Doofe“ bei solchen Shows im Fernsehen auftreten. Bis er dann das nächste Mal auch wieder dabei sein darf.

    Dieses Niveau, lieber Stefan, sollte doch eigentlich unter Deiner Würde sein. Also gib Dir doch mal einen Ruck und bestätige, daß die NDR-Sendung „Zapp“ im deutschen Fernsehen einzigartig ist, schon weil sich bisher kein anderer Sender getraut hat, mit einem medienkritischen Format die Zuschauer zu „belasten“ und möglicherweise auch zu „verunsichern“. Und inzwischen weiß man auch, daß die „Zapp“-Redaktion oft genug den Mut hatte, auch Sendungen der ARD zu kritisieren, somit also ausgerechnet den Leuten vors Schienbein zu treten, die ihre Recherchen finanzieren. Und genau das sollte in den heutigen korrupten Zeiten nicht niedergemacht, sondern unterstützt werden.

    Also, lieber Stefan, hab‘ Dich nicht so und komm‘ wieder aus Deiner Schmoll-Ecke heraus. Vielleicht darfst Du ja schon das nächste Mal wieder in einer Sendung mitwirken, die, völlig zu recht, den stetigen Niveau-Verfall bei der Auswahl von Sendungen für den „Grimme-Preis“ kritisiert. Nichts anderes hat „Zapp“ gemacht.

    Und über den angeblich „bösartigen“ Beitrag über Günther Jauch solltest Du Dich vielleicht mal etwas ausführlicher äußern. Mag ja sein, daß Du gern seine läppischen Quiz-Shows und manchmal richtig ekligen Heuchler-Sendungen siehst, in denen schicksalsgebeutelte Normal-Menschen gegen Bares an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Dann solltest Du das aber auch zugeben.

    Wer sich wie Du aber für Jauch ausspricht, sollte auch seine Beweggründe dafür nennen, warum er einen Moderator, der seit Jahren Millionen damit scheffelt, indem er jeden privaten Dreck von Normalbürgern gegen Bezahlung in die Öffentlichkeit zerrt, zubilligt, daß für ihn selbst jedoch ein Tabu gilt, wenn Reporter auch einmal etwas mehr über die meines Erachtens verlogenste Gestalt des deutschen Fernsehens herausfinden möchten.

    Gruß Ben-99

  23. … nö, ich mag nur nicht ständig diese 100-Pro-Zustimmungsorgien lesen. Niemand ist unfehlbar, und daher sollte hin und wieder auch ein kritisches Wort erlaubt sein – auch wenn man damit rechnen muß, daß Du solche Reaktionen ignorierst.

    „Zapp“ und „BILDblog“ sind sehr lobenswerte Einrichtungen, die sich bisher gegenseitig bei ihrer wichtigen Aufklärungsarbeit ergänzt haben. Und ich wünsche mir halt nur, daß das auch in Zukunft (wieder) so sein wird.

    Gruß Ben-99

  24. Ich ignorier gar nichts. Und, wie Du schon schreibst: Niemand ist unfehlbar. Auch unsere Freunde von „Zapp“ nicht.

    (Ich mach aber mal die Werbehinweise unter Deinen Kommentaren raus.)

  25. Gottchen, du, Ben-99, bist ja immer noch so nervig wie anno 2000 im gEb.

    Und das schlimme ist, ich musste nicht mal deinen Namen lesen um zu erraten das du es bist.

  26. … Hi Chris, ich denke nicht, daß dies hier irgend jemand interessiert. Aber wenigstens drohst Du den Leuten keine „Hausbesuche“ mehr an. Manche werden eben nie erwachsen ;-)

    Gruß Ben

  27. Ben 99 ist zwar wortgewaltig, aber nicht schief gewickelt, finde ich. Allerdings ist der erste Absatz eindeutig zu krass (Wortwahl!!)

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