<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Factually Incorrect (6)</title>
	<atom:link href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/</link>
	<description>Medienjournalist</description>
	<lastBuildDate>Sat, 20 Mar 2010 00:08:29 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9</generator>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
		<item>
		<title>Von: Kampfgegenlinks</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-105590</link>
		<dc:creator>Kampfgegenlinks</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 10:44:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-105590</guid>
		<description>Erst wenn in jeden deutschen Kaff eine Moschee steht, euch der Muezzin bei Sonnenaufgang weckt, 
eine t&#252;rkischen Budeskanzer habt, die Scharia deutsche Rechtsprechung ersetzt
dann wird
Deutschland restlos gl&#252;cklich sein.
&#220;ber Italien lacht die Sonne, &#252;ber euch Deutschen bald die ganze Welt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Erst wenn in jeden deutschen Kaff eine Moschee steht, euch der Muezzin bei Sonnenaufgang weckt,<br />
eine t&#252;rkischen Budeskanzer habt, die Scharia deutsche Rechtsprechung ersetzt<br />
dann wird<br />
Deutschland restlos gl&#252;cklich sein.<br />
&#220;ber Italien lacht die Sonne, &#252;ber euch Deutschen bald die ganze Welt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kurt</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58992</link>
		<dc:creator>kurt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 12:42:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-58992</guid>
		<description>@Sebastian, zum Schluss:

Die gesamte Physik presst die (nicht direkt erfassbare) Wirklichkeit in ein Korsett aus Formeln, um dar&#252;ber etwas aussagen zu k&#246;nnen - manchmal sogar welche, die auch aussagenlogisch ausgedr&#252;ckt werden k&#246;nnen (das finden Sie zum Beispiel in der Quantenfeldtheorie: Es k&#246;nnen &lt;i&gt;genau&lt;/i&gt; die Quantenzust&#228;nde angenommen werden, dazwischen gibt es nichts). 

Auch die Geisteswissenschaften tun dies, nur bedienen sie sich dabei der unsch&#228;rferen nat&#252;rlichen Sprache. Das er&#246;ffnet einerseits mehr Interpretationsspielraum, andererseits schw&#228;cht es oft - nicht immer - die Aussagekraft der S&#228;tze, bis zu dem Punkt, an dem mit einer Unmenge an abstraktem Vokabular gar nichts mehr ausgesagt wird. Diese Vorgehensweise haben die Religionen - man denke an gewisse heilsgeschichtliche Aufl&#246;sungen bestehender interner Widerspr&#252;che in der Bibel, von den externen gar nicht erst zu reden - sowie auch einige &quot;postmoderne&quot; Philosophen zur Perfektion gef&#252;hrt.

Bis zu welchem Punkt eine Vereinfachung, um zu sch&#228;rferen Aussagen zu kommen, im Einzelfall zul&#228;ssig ist, kann und muss diskutabel sein. Aber die Vorgehensweise an sich - und ja, je nach Anwendungsfall sogar die Behandlung von empirischen S&#228;tzen als aussagenlogische S&#228;tze (siehe oben) - ist in den Naturwissenschaften etablierte Methodik.

Deshalb ist der von Ihnen postulierte Widerspruch zwischen &quot;b&#246;ser&quot; mathematischer Logik und &quot;guter&quot; nat&#252;rlicher Sprache mit vielen Wenns und Abers konstruiert. Zwischen beiden Extremen liegt ein Kontinuum an M&#246;glichkeiten, empirische Sachverhalte mehr oder weniger abstrakt, mehr oder weniger formal, mehr oder weniger auf bestimmte Aspekte eingeschr&#228;nkt auszudr&#252;cken.

Wenn Sie zum Beispiel Planetenbahnen f&#252;r eine Rahmfahrtmission berechnen wollen, dann brauchen Sie daf&#252;r bereits ab einem Dreik&#246;rperproblem (z.B. Erde-Mond-Sonne) N&#228;herungsl&#246;sungen. Das liegt daran, dass Ihr Modell - die physikalischen Formeln, die diese Bahnen beschreiben - schon daf&#252;r keine exakten L&#246;sungen mehr erlaubt. Es liegt nicht daran, dass es keine exakte L&#246;sung g&#228;be - vielleicht gibt es sie, nur unser Modell gibt sie nicht her. Das Modell schr&#228;nkt also - wie jedes Modell und &#252;berhaupt jede von der nicht direkt erfassbaren Realit&#228;t abgeleitete Theorie -  Ihren Blick auf die Wirklichkeit offensichtlich ein. Aber die N&#228;herungsl&#246;sungen funktionieren so gut, dass Sie auch damit eine Sonde sicher ins Ziel navigieren k&#246;nnen. Deshalb ist es legitim, das eingeschr&#228;nkte Modell zu verwenden - davon abgesehen, dass uns auch gar kein anderes zur Verf&#252;gung steht.

Es stellt sich also nicht die Frage, ob es &lt;i&gt;grunds&#228;tzlich&lt;/i&gt; unzul&#228;ssig sei, die Wirklichkeit auf mathematische Formeln herunterzubrechen, seien sie nun der Aussagenlogik oder anderen Systemen entlehnt - das ist es nicht, und w&#228;re das anders, d&#252;rfte es die Physik gar nicht geben. Die Frage ist vielmehr, welche Reduktion in Bezug auf welches Problem angemessen ist.

Ich habe mehrfach und ausf&#252;hrlich erl&#228;utert, welche Reduktionen ich vorgenommen habe und warum ich sie &lt;i&gt;im Rahmen einer Betrachtung dieser Thematik&lt;/i&gt; f&#252;r angemessen halte. Es ist Ihr gutes Recht, die Bezeichnung von Deutschland als &quot;Rechtsstaat&quot; in einem Vergleich mit Saudi-Arabien f&#252;r &#252;berm&#228;&#223;ig simplifizierend zu halten. Aber es ist auch mein gutes Recht, eine solche Haltung als &quot;spitzfindig&quot; zu kritisieren; insbesondere deshalb, weil ich der Ansicht bin, dass eine derartige Debatte um Detailprobleme unserer eigenen Gesellschaft, in der Tat allerdings ein beliebtes Ablenkungsman&#246;ver islamischer Vertreter in Talkshows, ungef&#228;hr einer Diskussion dar&#252;ber gleichkommt, ob man ein Fahrrad denn auch dann noch als Fahrrad bezeichnen d&#252;rfe, wenn sich auf dem Gep&#228;cktr&#228;ger ein Modellauto befindet, oder ob sich an der Richtigkeit der Behauptung &quot;New York ist weit weg von Berlin&quot; grundlegend etwas &#228;ndert, wenn jemand herausfindet, dass die Distanz nicht 6385 km, sondern 6386 km betr&#228;gt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sebastian, zum Schluss:</p>
<p>Die gesamte Physik presst die (nicht direkt erfassbare) Wirklichkeit in ein Korsett aus Formeln, um dar&#252;ber etwas aussagen zu k&#246;nnen &#8211; manchmal sogar welche, die auch aussagenlogisch ausgedr&#252;ckt werden k&#246;nnen (das finden Sie zum Beispiel in der Quantenfeldtheorie: Es k&#246;nnen <i>genau</i> die Quantenzust&#228;nde angenommen werden, dazwischen gibt es nichts). </p>
<p>Auch die Geisteswissenschaften tun dies, nur bedienen sie sich dabei der unsch&#228;rferen nat&#252;rlichen Sprache. Das er&#246;ffnet einerseits mehr Interpretationsspielraum, andererseits schw&#228;cht es oft &#8211; nicht immer &#8211; die Aussagekraft der S&#228;tze, bis zu dem Punkt, an dem mit einer Unmenge an abstraktem Vokabular gar nichts mehr ausgesagt wird. Diese Vorgehensweise haben die Religionen &#8211; man denke an gewisse heilsgeschichtliche Aufl&#246;sungen bestehender interner Widerspr&#252;che in der Bibel, von den externen gar nicht erst zu reden &#8211; sowie auch einige &#8222;postmoderne&#8221; Philosophen zur Perfektion gef&#252;hrt.</p>
<p>Bis zu welchem Punkt eine Vereinfachung, um zu sch&#228;rferen Aussagen zu kommen, im Einzelfall zul&#228;ssig ist, kann und muss diskutabel sein. Aber die Vorgehensweise an sich &#8211; und ja, je nach Anwendungsfall sogar die Behandlung von empirischen S&#228;tzen als aussagenlogische S&#228;tze (siehe oben) &#8211; ist in den Naturwissenschaften etablierte Methodik.</p>
<p>Deshalb ist der von Ihnen postulierte Widerspruch zwischen &#8222;b&#246;ser&#8221; mathematischer Logik und &#8222;guter&#8221; nat&#252;rlicher Sprache mit vielen Wenns und Abers konstruiert. Zwischen beiden Extremen liegt ein Kontinuum an M&#246;glichkeiten, empirische Sachverhalte mehr oder weniger abstrakt, mehr oder weniger formal, mehr oder weniger auf bestimmte Aspekte eingeschr&#228;nkt auszudr&#252;cken.</p>
<p>Wenn Sie zum Beispiel Planetenbahnen f&#252;r eine Rahmfahrtmission berechnen wollen, dann brauchen Sie daf&#252;r bereits ab einem Dreik&#246;rperproblem (z.B. Erde-Mond-Sonne) N&#228;herungsl&#246;sungen. Das liegt daran, dass Ihr Modell &#8211; die physikalischen Formeln, die diese Bahnen beschreiben &#8211; schon daf&#252;r keine exakten L&#246;sungen mehr erlaubt. Es liegt nicht daran, dass es keine exakte L&#246;sung g&#228;be &#8211; vielleicht gibt es sie, nur unser Modell gibt sie nicht her. Das Modell schr&#228;nkt also &#8211; wie jedes Modell und &#252;berhaupt jede von der nicht direkt erfassbaren Realit&#228;t abgeleitete Theorie &#8211;  Ihren Blick auf die Wirklichkeit offensichtlich ein. Aber die N&#228;herungsl&#246;sungen funktionieren so gut, dass Sie auch damit eine Sonde sicher ins Ziel navigieren k&#246;nnen. Deshalb ist es legitim, das eingeschr&#228;nkte Modell zu verwenden &#8211; davon abgesehen, dass uns auch gar kein anderes zur Verf&#252;gung steht.</p>
<p>Es stellt sich also nicht die Frage, ob es <i>grunds&#228;tzlich</i> unzul&#228;ssig sei, die Wirklichkeit auf mathematische Formeln herunterzubrechen, seien sie nun der Aussagenlogik oder anderen Systemen entlehnt &#8211; das ist es nicht, und w&#228;re das anders, d&#252;rfte es die Physik gar nicht geben. Die Frage ist vielmehr, welche Reduktion in Bezug auf welches Problem angemessen ist.</p>
<p>Ich habe mehrfach und ausf&#252;hrlich erl&#228;utert, welche Reduktionen ich vorgenommen habe und warum ich sie <i>im Rahmen einer Betrachtung dieser Thematik</i> f&#252;r angemessen halte. Es ist Ihr gutes Recht, die Bezeichnung von Deutschland als &#8222;Rechtsstaat&#8221; in einem Vergleich mit Saudi-Arabien f&#252;r &#252;berm&#228;&#223;ig simplifizierend zu halten. Aber es ist auch mein gutes Recht, eine solche Haltung als &#8222;spitzfindig&#8221; zu kritisieren; insbesondere deshalb, weil ich der Ansicht bin, dass eine derartige Debatte um Detailprobleme unserer eigenen Gesellschaft, in der Tat allerdings ein beliebtes Ablenkungsman&#246;ver islamischer Vertreter in Talkshows, ungef&#228;hr einer Diskussion dar&#252;ber gleichkommt, ob man ein Fahrrad denn auch dann noch als Fahrrad bezeichnen d&#252;rfe, wenn sich auf dem Gep&#228;cktr&#228;ger ein Modellauto befindet, oder ob sich an der Richtigkeit der Behauptung &#8222;New York ist weit weg von Berlin&#8221; grundlegend etwas &#228;ndert, wenn jemand herausfindet, dass die Distanz nicht 6385 km, sondern 6386 km betr&#228;gt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kurt</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58968</link>
		<dc:creator>kurt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 01:35:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-58968</guid>
		<description>@Sebastian:

Erg&#228;nzung:

&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich h&#228;tten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen d&#252;rfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar f&#252;r noch unm&#252;ndiger als ich dachte.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;

Ich halte Sie nicht f&#252;r unm&#252;ndig, aber Sie haben sich nicht pr&#228;zise ausgedr&#252;ckt. Sie meinten anscheinend die Aussagenlogik, aber die mathematische Logik kennt wesentlich ausdrucksst&#228;rkere Systeme, zum Beispiel die Modallogik oder Pr&#228;dikatenlogik h&#246;herer Stufe.

Je nachdem, welches System Sie betrachten, erlaubt die Mathematik auch sehr differenzierte Aussagen. Deshalb erschien mir auch keineswegs so plausibel wie Ihnen, dass die &quot;Behandlung von empirischen S&#228;tzen als logische S&#228;tze&quot; zwangsl&#228;ufig zu einer entstellenden Reduktion f&#252;hren m&#252;sse.

Diese Ungenauigkeit im Umgang mit mathematischen Begriffen ist &#252;brigens unter Geisteswissenschaftlern h&#228;ufig zu beobachten - &quot;Eleganter Unsinn: Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen&quot; von Alan Sokal und Jean-Baptiste Bricmont f&#252;hrt in Buchform die haarstr&#228;ubendsten Verfehlungen so angesehener &quot;postmoderner Denker&quot; wie Deleuze, Kristeva, Lacan und Baudrillard auf.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sebastian:</p>
<p>Erg&#228;nzung:</p>
<blockquote><p><i>Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich h&#228;tten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen d&#252;rfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar f&#252;r noch unm&#252;ndiger als ich dachte.</i></p></blockquote>
<p>Ich halte Sie nicht f&#252;r unm&#252;ndig, aber Sie haben sich nicht pr&#228;zise ausgedr&#252;ckt. Sie meinten anscheinend die Aussagenlogik, aber die mathematische Logik kennt wesentlich ausdrucksst&#228;rkere Systeme, zum Beispiel die Modallogik oder Pr&#228;dikatenlogik h&#246;herer Stufe.</p>
<p>Je nachdem, welches System Sie betrachten, erlaubt die Mathematik auch sehr differenzierte Aussagen. Deshalb erschien mir auch keineswegs so plausibel wie Ihnen, dass die &#8222;Behandlung von empirischen S&#228;tzen als logische S&#228;tze&#8221; zwangsl&#228;ufig zu einer entstellenden Reduktion f&#252;hren m&#252;sse.</p>
<p>Diese Ungenauigkeit im Umgang mit mathematischen Begriffen ist &#252;brigens unter Geisteswissenschaftlern h&#228;ufig zu beobachten &#8211; &#8222;Eleganter Unsinn: Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen&#8221; von Alan Sokal und Jean-Baptiste Bricmont f&#252;hrt in Buchform die haarstr&#228;ubendsten Verfehlungen so angesehener &#8222;postmoderner Denker&#8221; wie Deleuze, Kristeva, Lacan und Baudrillard auf.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kurt</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58967</link>
		<dc:creator>kurt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 01:05:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-58967</guid>
		<description>@Sebastian:

&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Ein letzter Erkl&#228;rungsversuch: Sie k&#246;nnen Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit „ja” oder „nein” beantworten bzw. mit „richtig” oder „falsch” beurteilen.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;

Habe ich das jemals bestritten? Wenn ja, wo?

Ich schrieb, dass &lt;i&gt;nach unseren Ma&#223;st&#228;ben&lt;/i&gt; in Saudi-Arabien und vergleichbaren L&#228;ndern keine Rechtsstaatlichkeit gegeben sei. Der Einschub mit den Ma&#223;st&#228;ben steht da nicht ohne Grund! Wenn Sie mir unterstellen, ich sei nicht in der Lage zu realisieren, dass Rechtsstaatlichkeit einerseits eine Definitionsfrage und andererseits keine bin&#228;re Sache ist, dann sind Sie &#252;berheblicher, als ich es in meiner Antwort je gewesen sein kann. Dabei habe ich ja einerseits erw&#228;hnt, dass ich eine westliche Perspektive einnehme. Andererseits habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass ich mir bestehender Probleme in westlichen Gesellschaften durchaus bewusst bin, also keineswegs die Ansicht vertrete, es gebe hier &lt;i&gt;keine&lt;/i&gt; und in islamischen L&#228;ndern gewisserma&#223;en &quot;maximal viele&quot; Probleme bez&#252;glich solcher Felder wie Geschlechtergleichberechtigung.

Wenn Sie aber allen Ernstes die noch bestehenden Defizite in der Gleichberechtigung von Mann und Frau im Westen mit denen in islamischen L&#228;ndern vergleichen und damit letztere relativieren wollen, dann vergleichen Sie den Fl&#252;gelschlag eines Schmetterlings mit einem Orkan. Die Unterschiede sind derart krass, dass eine Reduktion auf die These &quot;Hier gibt es Gleichberechtigung im Gro&#223;en und Ganzen, dort nicht&quot; durchaus gerechtfertigt erscheint. Dass das hierzulande auch nicht immer so war, ist mir bekannt, und ich habe es auch niemals bestritten.

Analoges gilt f&#252;r die Rechtsstaatlichkeit: Nat&#252;rlich ist die Bundesrepublik Deutschland weit davon entfernt, ein perfekter Rechtsstaat zu sein, und in einer Diskussion &#252;ber v&#246;llig andere Themen (z.B. die &quot;eigenwillige&quot; Rechtssprechung des LG Hamburg) halte ich diese Feinheiten f&#252;r bedeutsam. Aber in einer Diskussion &#252;ber die Rechtsstaatlichkeit islamischer L&#228;nder ist es eine zul&#228;ssige Vereinfachung, die Rechtsstaatlichkeit Deutschlands &lt;i&gt;im Vergleich&lt;/i&gt; als perfekt anzunehmen. Es mag Unterschiede zwischen Bentley und Rolls-Royce geben, aber sie verblassen im Vergleich zu einem verrosteten VW K&#228;fer.

Davon abgesehen war meine Aussage ja auch nicht, dass in &lt;i&gt;unterschiedslos jedem&lt;/i&gt; islamischen Staat &lt;i&gt;keinerlei&lt;/i&gt; Reste von Rechtsstaatlichkeit zu finden seien, sondern dass &lt;i&gt;kein islamisches Land ein Rechtsstaat nach unseren Ma&#223;st&#228;ben ist&lt;/i&gt;. Die erstgenannte Aussage ist nicht &#228;quivalent zu letzterer! Selbstverst&#228;ndlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen der Rechtspraxis in Syrien und derjenigen Saudi-Arabiens, aber es gibt gute - und von mir im Detail genannte - Gr&#252;nde, warum keines der beiden L&#228;nder auch nur in die N&#228;he eines nach westlichem Verst&#228;ndnis liberalen Rechtssystems kommt, und warum man etwa die deutsche Rechtspraxis im Vergleich zu beiden L&#228;ndern ohne weiteres als perfekt betrachten kann. Von Tokio aus betrachtet ist M&#252;nchen nicht weit entfernt von Berlin, wenn man in Berlin wohnt, sieht das nat&#252;rlich anders aus.

Wenn ich schreibe, was &quot;der Islam&quot; sei, dann ist mir &lt;i&gt;nat&#252;rlich&lt;/i&gt; klar, dass eine Milliarde Muslime nicht eine v&#246;llig deckungsgleiche Auffassung vom Islam haben kann. Relevant f&#252;r unsere Gesellschaft und die Diskussion ist aber, was die Mehrheit der Sunniten und Schiiten meint. Die mir bekannten Umfragen besagen, dass eine Mehrheit aller Muslime auf der Welt jegliche Interpretationen des Korans ablehnt und den Koran als w&#246;rtliche &#220;berlieferung Gottes betrachtet. Davon ausgehend war meine Folgerung, dass nach diesem Islamverst&#228;ndnis in Anbetracht der recht deutlichen Ma&#223;gaben des Korans, die in einem unter dieser Pr&#228;misse nicht aufl&#246;sbaren Widerspruch zu den Forderungen beispielsweise des deutschen Grundgesetzes stehen, ein Mensch, der sich zum Islam bekennt, umso bedrohlicher f&#252;r eine freiheitliche Gesellschaft werden kann, je st&#228;rker er sich tats&#228;chlich am Islam orientiert, d.h. je religi&#246;ser er ist. Ab welchem Grad der Koranaffinit&#228;t (und damit korrespondierender Verfassungsfeindlichkeit) man jetzt jemanden als &quot;Muslim&quot; bezeichnen m&#246;chte, ist lediglich eine Definitionsfrage.

Sie verzerren den Aufbau meiner Argumentation massiv, wenn Sie sich auf die falsche Behauptung versteifen, ich w&#252;rde die Welt ausschlie&#223;lich in Schwarz und Wei&#223; sehen. Tats&#228;chlich habe ich nicht nur ausf&#252;hrlich dargelegt, wie ich zu bestimmten aus Beobachtungen abgeleiteten, keineswegs pauschal zu aussagenlogischen Termen simplifizierten S&#228;tzen komme, sondern s&#228;mtliche Folgerungen explizit unter den Vorbehalt gestellt, dass der Leser den von mir jeweils gew&#228;hlten Vereinfachungen dieser S&#228;tze (z.B.: F&#252;r den Zweck eines Vergleichs mit Saudi-Arabien kann die Geschlechtergleichberechtigung in Deutschland als erreicht betrachtet werden) zustimmt.

&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer S&#228;tze in Frage stellen w&#252;rden, als „spitzfindig” (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und au&#223;en von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgekl&#228;rter Zeit, allesamt um Bagatellen.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;

Bei der Gewalt, die von aufgekl&#228;rten, westlichen, s&#228;kularen, modernen, nicht-islamischen Gesellschaften wie Neuseeland oder Deutschland nach innen ausgeht, handelt es sich &lt;i&gt;im Vergleich zu derjenigen in islamischen L&#228;ndern&lt;/i&gt; um Bagatellen. Das sehe ich in der Tat so, und etwas anderes habe ich auch nicht behauptet. Ich halte das in der Tat f&#252;r derart offenkundig, dass mir eine Diskussion dazu &#252;berfl&#252;ssig erscheint, aber nun gut: Wenn Sie anderer Ansicht sind, dann k&#246;nnen wir gerne dar&#252;ber ausf&#252;hrlich diskutieren. Ich bin wirklich gespannt, wo in der deutschen Gesellschaft Sie eine der &#246;ffentlichen Enthauptung mit dem Schwert oder der freit&#228;glichen Steinigung von Ehebrecherinnen vergleichbare Handlung ausfindig gemacht zu haben glauben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sebastian:</p>
<blockquote><p><i>Ein letzter Erkl&#228;rungsversuch: Sie k&#246;nnen Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit „ja” oder „nein” beantworten bzw. mit „richtig” oder „falsch” beurteilen.</i></p></blockquote>
<p>Habe ich das jemals bestritten? Wenn ja, wo?</p>
<p>Ich schrieb, dass <i>nach unseren Ma&#223;st&#228;ben</i> in Saudi-Arabien und vergleichbaren L&#228;ndern keine Rechtsstaatlichkeit gegeben sei. Der Einschub mit den Ma&#223;st&#228;ben steht da nicht ohne Grund! Wenn Sie mir unterstellen, ich sei nicht in der Lage zu realisieren, dass Rechtsstaatlichkeit einerseits eine Definitionsfrage und andererseits keine bin&#228;re Sache ist, dann sind Sie &#252;berheblicher, als ich es in meiner Antwort je gewesen sein kann. Dabei habe ich ja einerseits erw&#228;hnt, dass ich eine westliche Perspektive einnehme. Andererseits habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass ich mir bestehender Probleme in westlichen Gesellschaften durchaus bewusst bin, also keineswegs die Ansicht vertrete, es gebe hier <i>keine</i> und in islamischen L&#228;ndern gewisserma&#223;en &#8222;maximal viele&#8221; Probleme bez&#252;glich solcher Felder wie Geschlechtergleichberechtigung.</p>
<p>Wenn Sie aber allen Ernstes die noch bestehenden Defizite in der Gleichberechtigung von Mann und Frau im Westen mit denen in islamischen L&#228;ndern vergleichen und damit letztere relativieren wollen, dann vergleichen Sie den Fl&#252;gelschlag eines Schmetterlings mit einem Orkan. Die Unterschiede sind derart krass, dass eine Reduktion auf die These &#8222;Hier gibt es Gleichberechtigung im Gro&#223;en und Ganzen, dort nicht&#8221; durchaus gerechtfertigt erscheint. Dass das hierzulande auch nicht immer so war, ist mir bekannt, und ich habe es auch niemals bestritten.</p>
<p>Analoges gilt f&#252;r die Rechtsstaatlichkeit: Nat&#252;rlich ist die Bundesrepublik Deutschland weit davon entfernt, ein perfekter Rechtsstaat zu sein, und in einer Diskussion &#252;ber v&#246;llig andere Themen (z.B. die &#8222;eigenwillige&#8221; Rechtssprechung des LG Hamburg) halte ich diese Feinheiten f&#252;r bedeutsam. Aber in einer Diskussion &#252;ber die Rechtsstaatlichkeit islamischer L&#228;nder ist es eine zul&#228;ssige Vereinfachung, die Rechtsstaatlichkeit Deutschlands <i>im Vergleich</i> als perfekt anzunehmen. Es mag Unterschiede zwischen Bentley und Rolls-Royce geben, aber sie verblassen im Vergleich zu einem verrosteten VW K&#228;fer.</p>
<p>Davon abgesehen war meine Aussage ja auch nicht, dass in <i>unterschiedslos jedem</i> islamischen Staat <i>keinerlei</i> Reste von Rechtsstaatlichkeit zu finden seien, sondern dass <i>kein islamisches Land ein Rechtsstaat nach unseren Ma&#223;st&#228;ben ist</i>. Die erstgenannte Aussage ist nicht &#228;quivalent zu letzterer! Selbstverst&#228;ndlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen der Rechtspraxis in Syrien und derjenigen Saudi-Arabiens, aber es gibt gute &#8211; und von mir im Detail genannte &#8211; Gr&#252;nde, warum keines der beiden L&#228;nder auch nur in die N&#228;he eines nach westlichem Verst&#228;ndnis liberalen Rechtssystems kommt, und warum man etwa die deutsche Rechtspraxis im Vergleich zu beiden L&#228;ndern ohne weiteres als perfekt betrachten kann. Von Tokio aus betrachtet ist M&#252;nchen nicht weit entfernt von Berlin, wenn man in Berlin wohnt, sieht das nat&#252;rlich anders aus.</p>
<p>Wenn ich schreibe, was &#8222;der Islam&#8221; sei, dann ist mir <i>nat&#252;rlich</i> klar, dass eine Milliarde Muslime nicht eine v&#246;llig deckungsgleiche Auffassung vom Islam haben kann. Relevant f&#252;r unsere Gesellschaft und die Diskussion ist aber, was die Mehrheit der Sunniten und Schiiten meint. Die mir bekannten Umfragen besagen, dass eine Mehrheit aller Muslime auf der Welt jegliche Interpretationen des Korans ablehnt und den Koran als w&#246;rtliche &#220;berlieferung Gottes betrachtet. Davon ausgehend war meine Folgerung, dass nach diesem Islamverst&#228;ndnis in Anbetracht der recht deutlichen Ma&#223;gaben des Korans, die in einem unter dieser Pr&#228;misse nicht aufl&#246;sbaren Widerspruch zu den Forderungen beispielsweise des deutschen Grundgesetzes stehen, ein Mensch, der sich zum Islam bekennt, umso bedrohlicher f&#252;r eine freiheitliche Gesellschaft werden kann, je st&#228;rker er sich tats&#228;chlich am Islam orientiert, d.h. je religi&#246;ser er ist. Ab welchem Grad der Koranaffinit&#228;t (und damit korrespondierender Verfassungsfeindlichkeit) man jetzt jemanden als &#8222;Muslim&#8221; bezeichnen m&#246;chte, ist lediglich eine Definitionsfrage.</p>
<p>Sie verzerren den Aufbau meiner Argumentation massiv, wenn Sie sich auf die falsche Behauptung versteifen, ich w&#252;rde die Welt ausschlie&#223;lich in Schwarz und Wei&#223; sehen. Tats&#228;chlich habe ich nicht nur ausf&#252;hrlich dargelegt, wie ich zu bestimmten aus Beobachtungen abgeleiteten, keineswegs pauschal zu aussagenlogischen Termen simplifizierten S&#228;tzen komme, sondern s&#228;mtliche Folgerungen explizit unter den Vorbehalt gestellt, dass der Leser den von mir jeweils gew&#228;hlten Vereinfachungen dieser S&#228;tze (z.B.: F&#252;r den Zweck eines Vergleichs mit Saudi-Arabien kann die Geschlechtergleichberechtigung in Deutschland als erreicht betrachtet werden) zustimmt.</p>
<blockquote><p><i>Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer S&#228;tze in Frage stellen w&#252;rden, als „spitzfindig” (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und au&#223;en von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgekl&#228;rter Zeit, allesamt um Bagatellen.</i></p></blockquote>
<p>Bei der Gewalt, die von aufgekl&#228;rten, westlichen, s&#228;kularen, modernen, nicht-islamischen Gesellschaften wie Neuseeland oder Deutschland nach innen ausgeht, handelt es sich <i>im Vergleich zu derjenigen in islamischen L&#228;ndern</i> um Bagatellen. Das sehe ich in der Tat so, und etwas anderes habe ich auch nicht behauptet. Ich halte das in der Tat f&#252;r derart offenkundig, dass mir eine Diskussion dazu &#252;berfl&#252;ssig erscheint, aber nun gut: Wenn Sie anderer Ansicht sind, dann k&#246;nnen wir gerne dar&#252;ber ausf&#252;hrlich diskutieren. Ich bin wirklich gespannt, wo in der deutschen Gesellschaft Sie eine der &#246;ffentlichen Enthauptung mit dem Schwert oder der freit&#228;glichen Steinigung von Ehebrecherinnen vergleichbare Handlung ausfindig gemacht zu haben glauben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Sebastian</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58954</link>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2008 22:36:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-58954</guid>
		<description>kurt: Es besteht ein meilenweiter Unterschied zwischen &quot;empirische S&#228;tze wie logische S&#228;tze behandeln&quot; und &quot;aus empirischen S&#228;tzen logische Schl&#252;sse ziehen&quot;. Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich h&#228;tten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen d&#252;rfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar f&#252;r noch unm&#252;ndiger als ich dachte.

Ein letzter Erkl&#228;rungsversuch: Sie k&#246;nnen Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit &quot;ja&quot; oder &quot;nein&quot; beantworten bzw. mit &quot;richtig&quot; oder &quot;falsch&quot; beurteilen. In der allt&#228;glichen Kommunikation kann man das wohl und es erf&#252;llt dabei auch einen Zweck, aber es sind nur erste, sehr grobe Einordnungen, die wissenschaftlichen Anspr&#252;chen sicher nicht gen&#252;gen, weil sie daf&#252;r viel zu unpr&#228;zise sind. Wenn man sagt, Staat A ist ein Rechtsstaat, dann ist dabei ein &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; mitgedacht. &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; das hei&#223;t nicht, dass ein Ideal von Rechtsstaatlichkeit dort verwirklicht w&#228;re. &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; das hei&#223;t nicht, dass in Staat B &lt;em&gt;kein einziges&lt;/em&gt; rechtsstaatliches Prinzip in Kraft w&#228;re. Bei einem Satz wie &quot;a + b = x&quot; braucht kein &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; mitgedacht zu werden, a plus b ist x oder eben nicht, und man kann genau angeben, wann ja und wann nicht. Auf &quot;Staat A ist ein Rechtsstaat&quot; kann man hingegen fragen, &quot;was meinen Sie damit?&quot;, und zur Beantwortung der Frage kann man ein Buch schreiben. Wenn man sie kurz und knapp beantwortet, dann um den Preis grober Vereinfachung und mittels der Einf&#252;hrung weiterer unscharfer Begriffe als Bestandteile der Definition. Wenn Sie a und b nicht genau kennen, sondern nur ungef&#228;hr, k&#246;nnen Sie auch kein genaues x angeben, sondern nur ein ungef&#228;hres. Wenn Sie eine vage Aussage als pr&#228;zise Aussage behandeln, haben Sie notwendigerweise einen Teil des Gegenstands nicht im Blick. (Wenn ich kurz vorgreifen darf: &quot;Erkenntnis ist nicht wertlos, nur weil sie nicht absolut ist.&quot; V&#246;llig richtig, nur darf man sie dann eben auch nicht so weiterverarbeiten, als w&#228;re sie absolut.) Und wenn Sie dann aus der nur scheinbar pr&#228;zisen Aussage logische Schl&#252;sse ziehen, laufen Sie eben Gefahr, dass das Fehlschl&#252;sse sind. Sie haben zwar vielleicht vollkommen logisch geschlossen, aber auf Grundlage eines ungenauen Bildes der Realit&#228;t, dessen Ungenauigkeit Sie ausgeblendet haben. Ein Spezialfall des Prinzips &quot;garbage in, garbage out&quot;.

Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer S&#228;tze in Frage stellen w&#252;rden, als &quot;spitzfindig&quot; (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und au&#223;en von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgekl&#228;rter Zeit, allesamt um Bagatellen.

Ich wollte das noch einmal kurz erkl&#228;rt haben, werde mich aber dann auch ausklinken. Nachdem Sie Ihre Herablassung (&quot;der sich im Gegensatz zu Ihnen immerhin die M&#252;he gemacht hat, einigerma&#223;en stringent und sachlich zu argumentieren&quot;, &quot;gestelzte Satzmonster&quot;, &quot;nicht besonders souver&#228;n&quot;) und Ihr Foulspiel (&quot;Na sch&#246;n, ich gebe es zu: Ich halte Sachlichkeit f&#252;r ein wichtiges Diskussionsprinzip. Sie nicht?&quot;) fortgesetzt haben und nicht mit einer Silbe auf meine Kritik an Ihrem Diskussionsstil eingegangen sind, muss ich davon ausgehen, dass Sie wirklich glauben, dazu berechtigt zu sein, die Leute hier als unwissende Deppen zu behandeln. Und so diskutabel Ihre Thesen zum Teil (!) sind, so indiskutabel ist diese Pr&#228;misse.

Lesen Sie vielleicht nochmal Ihren Satz, den Inga in ihrem letzten Kommentar zitiert. Sicher, sie k&#246;nnen ihn rationalisieren und seine argumentative Funktion aufzeigen. Diese &#228;ndert aber nichts daran, dass er zugleich auch die Funktion hat, Inga mit Karacho vors Schienbein zu treten.

Gerade Sie m&#252;ssen es doch eigentlich tragisch finden, wenn der Islam wirklich so gef&#228;hrlich sein sollte, wie Sie meinen, dass Sie so viele diskussionsbereite Menschen in die Flucht schlagen, statt sie zu &#252;berzeugen. Vielleicht fragen Sie sich mal ernsthaft in einer selbstkritischen Minute, ob es wirklich nur die Brillanz Ihrer Argumente ist, vor der sie fliehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>kurt: Es besteht ein meilenweiter Unterschied zwischen &#8222;empirische S&#228;tze wie logische S&#228;tze behandeln&#8221; und &#8222;aus empirischen S&#228;tzen logische Schl&#252;sse ziehen&#8221;. Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich h&#228;tten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen d&#252;rfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar f&#252;r noch unm&#252;ndiger als ich dachte.</p>
<p>Ein letzter Erkl&#228;rungsversuch: Sie k&#246;nnen Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit &#8222;ja&#8221; oder &#8222;nein&#8221; beantworten bzw. mit &#8222;richtig&#8221; oder &#8222;falsch&#8221; beurteilen. In der allt&#228;glichen Kommunikation kann man das wohl und es erf&#252;llt dabei auch einen Zweck, aber es sind nur erste, sehr grobe Einordnungen, die wissenschaftlichen Anspr&#252;chen sicher nicht gen&#252;gen, weil sie daf&#252;r viel zu unpr&#228;zise sind. Wenn man sagt, Staat A ist ein Rechtsstaat, dann ist dabei ein <em>Aber</em> mitgedacht. <em>Aber</em> das hei&#223;t nicht, dass ein Ideal von Rechtsstaatlichkeit dort verwirklicht w&#228;re. <em>Aber</em> das hei&#223;t nicht, dass in Staat B <em>kein einziges</em> rechtsstaatliches Prinzip in Kraft w&#228;re. Bei einem Satz wie &#8222;a + b = x&#8221; braucht kein <em>Aber</em> mitgedacht zu werden, a plus b ist x oder eben nicht, und man kann genau angeben, wann ja und wann nicht. Auf &#8222;Staat A ist ein Rechtsstaat&#8221; kann man hingegen fragen, &#8222;was meinen Sie damit?&#8221;, und zur Beantwortung der Frage kann man ein Buch schreiben. Wenn man sie kurz und knapp beantwortet, dann um den Preis grober Vereinfachung und mittels der Einf&#252;hrung weiterer unscharfer Begriffe als Bestandteile der Definition. Wenn Sie a und b nicht genau kennen, sondern nur ungef&#228;hr, k&#246;nnen Sie auch kein genaues x angeben, sondern nur ein ungef&#228;hres. Wenn Sie eine vage Aussage als pr&#228;zise Aussage behandeln, haben Sie notwendigerweise einen Teil des Gegenstands nicht im Blick. (Wenn ich kurz vorgreifen darf: &#8222;Erkenntnis ist nicht wertlos, nur weil sie nicht absolut ist.&#8221; V&#246;llig richtig, nur darf man sie dann eben auch nicht so weiterverarbeiten, als w&#228;re sie absolut.) Und wenn Sie dann aus der nur scheinbar pr&#228;zisen Aussage logische Schl&#252;sse ziehen, laufen Sie eben Gefahr, dass das Fehlschl&#252;sse sind. Sie haben zwar vielleicht vollkommen logisch geschlossen, aber auf Grundlage eines ungenauen Bildes der Realit&#228;t, dessen Ungenauigkeit Sie ausgeblendet haben. Ein Spezialfall des Prinzips &#8222;garbage in, garbage out&#8221;.</p>
<p>Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer S&#228;tze in Frage stellen w&#252;rden, als &#8222;spitzfindig&#8221; (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und au&#223;en von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgekl&#228;rter Zeit, allesamt um Bagatellen.</p>
<p>Ich wollte das noch einmal kurz erkl&#228;rt haben, werde mich aber dann auch ausklinken. Nachdem Sie Ihre Herablassung (&#8221;der sich im Gegensatz zu Ihnen immerhin die M&#252;he gemacht hat, einigerma&#223;en stringent und sachlich zu argumentieren&#8221;, &#8222;gestelzte Satzmonster&#8221;, &#8222;nicht besonders souver&#228;n&#8221;) und Ihr Foulspiel (&#8221;Na sch&#246;n, ich gebe es zu: Ich halte Sachlichkeit f&#252;r ein wichtiges Diskussionsprinzip. Sie nicht?&#8221;) fortgesetzt haben und nicht mit einer Silbe auf meine Kritik an Ihrem Diskussionsstil eingegangen sind, muss ich davon ausgehen, dass Sie wirklich glauben, dazu berechtigt zu sein, die Leute hier als unwissende Deppen zu behandeln. Und so diskutabel Ihre Thesen zum Teil (!) sind, so indiskutabel ist diese Pr&#228;misse.</p>
<p>Lesen Sie vielleicht nochmal Ihren Satz, den Inga in ihrem letzten Kommentar zitiert. Sicher, sie k&#246;nnen ihn rationalisieren und seine argumentative Funktion aufzeigen. Diese &#228;ndert aber nichts daran, dass er zugleich auch die Funktion hat, Inga mit Karacho vors Schienbein zu treten.</p>
<p>Gerade Sie m&#252;ssen es doch eigentlich tragisch finden, wenn der Islam wirklich so gef&#228;hrlich sein sollte, wie Sie meinen, dass Sie so viele diskussionsbereite Menschen in die Flucht schlagen, statt sie zu &#252;berzeugen. Vielleicht fragen Sie sich mal ernsthaft in einer selbstkritischen Minute, ob es wirklich nur die Brillanz Ihrer Argumente ist, vor der sie fliehen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
