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	<title>Kommentare zu: Factually Incorrect (6)</title>
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	<description>Medienjournalist</description>
	<lastBuildDate>Mon, 13 Feb 2012 06:35:55 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Kampfgegenlinks</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-105590</link>
		<dc:creator>Kampfgegenlinks</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 10:44:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-105590</guid>
		<description>Erst wenn in jeden deutschen Kaff eine Moschee steht, euch der Muezzin bei Sonnenaufgang weckt, 
eine türkischen Budeskanzer habt, die Scharia deutsche Rechtsprechung ersetzt
dann wird
Deutschland restlos glücklich sein.
Über Italien lacht die Sonne, über euch Deutschen bald die ganze Welt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Erst wenn in jeden deutschen Kaff eine Moschee steht, euch der Muezzin bei Sonnenaufgang weckt,<br />
eine türkischen Budeskanzer habt, die Scharia deutsche Rechtsprechung ersetzt<br />
dann wird<br />
Deutschland restlos glücklich sein.<br />
Über Italien lacht die Sonne, über euch Deutschen bald die ganze Welt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kurt</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58992</link>
		<dc:creator>kurt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 12:42:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-58992</guid>
		<description>@Sebastian, zum Schluss:

Die gesamte Physik presst die (nicht direkt erfassbare) Wirklichkeit in ein Korsett aus Formeln, um darüber etwas aussagen zu können - manchmal sogar welche, die auch aussagenlogisch ausgedrückt werden können (das finden Sie zum Beispiel in der Quantenfeldtheorie: Es können &lt;i&gt;genau&lt;/i&gt; die Quantenzustände angenommen werden, dazwischen gibt es nichts). 

Auch die Geisteswissenschaften tun dies, nur bedienen sie sich dabei der unschärferen natürlichen Sprache. Das eröffnet einerseits mehr Interpretationsspielraum, andererseits schwächt es oft - nicht immer - die Aussagekraft der Sätze, bis zu dem Punkt, an dem mit einer Unmenge an abstraktem Vokabular gar nichts mehr ausgesagt wird. Diese Vorgehensweise haben die Religionen - man denke an gewisse heilsgeschichtliche Auflösungen bestehender interner Widersprüche in der Bibel, von den externen gar nicht erst zu reden - sowie auch einige &quot;postmoderne&quot; Philosophen zur Perfektion geführt.

Bis zu welchem Punkt eine Vereinfachung, um zu schärferen Aussagen zu kommen, im Einzelfall zulässig ist, kann und muss diskutabel sein. Aber die Vorgehensweise an sich - und ja, je nach Anwendungsfall sogar die Behandlung von empirischen Sätzen als aussagenlogische Sätze (siehe oben) - ist in den Naturwissenschaften etablierte Methodik.

Deshalb ist der von Ihnen postulierte Widerspruch zwischen &quot;böser&quot; mathematischer Logik und &quot;guter&quot; natürlicher Sprache mit vielen Wenns und Abers konstruiert. Zwischen beiden Extremen liegt ein Kontinuum an Möglichkeiten, empirische Sachverhalte mehr oder weniger abstrakt, mehr oder weniger formal, mehr oder weniger auf bestimmte Aspekte eingeschränkt auszudrücken.

Wenn Sie zum Beispiel Planetenbahnen für eine Rahmfahrtmission berechnen wollen, dann brauchen Sie dafür bereits ab einem Dreikörperproblem (z.B. Erde-Mond-Sonne) Näherungslösungen. Das liegt daran, dass Ihr Modell - die physikalischen Formeln, die diese Bahnen beschreiben - schon dafür keine exakten Lösungen mehr erlaubt. Es liegt nicht daran, dass es keine exakte Lösung gäbe - vielleicht gibt es sie, nur unser Modell gibt sie nicht her. Das Modell schränkt also - wie jedes Modell und überhaupt jede von der nicht direkt erfassbaren Realität abgeleitete Theorie -  Ihren Blick auf die Wirklichkeit offensichtlich ein. Aber die Näherungslösungen funktionieren so gut, dass Sie auch damit eine Sonde sicher ins Ziel navigieren können. Deshalb ist es legitim, das eingeschränkte Modell zu verwenden - davon abgesehen, dass uns auch gar kein anderes zur Verfügung steht.

Es stellt sich also nicht die Frage, ob es &lt;i&gt;grundsätzlich&lt;/i&gt; unzulässig sei, die Wirklichkeit auf mathematische Formeln herunterzubrechen, seien sie nun der Aussagenlogik oder anderen Systemen entlehnt - das ist es nicht, und wäre das anders, dürfte es die Physik gar nicht geben. Die Frage ist vielmehr, welche Reduktion in Bezug auf welches Problem angemessen ist.

Ich habe mehrfach und ausführlich erläutert, welche Reduktionen ich vorgenommen habe und warum ich sie &lt;i&gt;im Rahmen einer Betrachtung dieser Thematik&lt;/i&gt; für angemessen halte. Es ist Ihr gutes Recht, die Bezeichnung von Deutschland als &quot;Rechtsstaat&quot; in einem Vergleich mit Saudi-Arabien für übermäßig simplifizierend zu halten. Aber es ist auch mein gutes Recht, eine solche Haltung als &quot;spitzfindig&quot; zu kritisieren; insbesondere deshalb, weil ich der Ansicht bin, dass eine derartige Debatte um Detailprobleme unserer eigenen Gesellschaft, in der Tat allerdings ein beliebtes Ablenkungsmanöver islamischer Vertreter in Talkshows, ungefähr einer Diskussion darüber gleichkommt, ob man ein Fahrrad denn auch dann noch als Fahrrad bezeichnen dürfe, wenn sich auf dem Gepäckträger ein Modellauto befindet, oder ob sich an der Richtigkeit der Behauptung &quot;New York ist weit weg von Berlin&quot; grundlegend etwas ändert, wenn jemand herausfindet, dass die Distanz nicht 6385 km, sondern 6386 km beträgt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sebastian, zum Schluss:</p>
<p>Die gesamte Physik presst die (nicht direkt erfassbare) Wirklichkeit in ein Korsett aus Formeln, um darüber etwas aussagen zu können — manchmal sogar welche, die auch aussagenlogisch ausgedrückt werden können (das finden Sie zum Beispiel in der Quantenfeldtheorie: Es können <i>genau</i> die Quantenzustände angenommen werden, dazwischen gibt es nichts). </p>
<p>Auch die Geisteswissenschaften tun dies, nur bedienen sie sich dabei der unschärferen natürlichen Sprache. Das eröffnet einerseits mehr Interpretationsspielraum, andererseits schwächt es oft — nicht immer — die Aussagekraft der Sätze, bis zu dem Punkt, an dem mit einer Unmenge an abstraktem Vokabular gar nichts mehr ausgesagt wird. Diese Vorgehensweise haben die Religionen — man denke an gewisse heilsgeschichtliche Auflösungen bestehender interner Widersprüche in der Bibel, von den externen gar nicht erst zu reden — sowie auch einige »postmoderne« Philosophen zur Perfektion geführt.</p>
<p>Bis zu welchem Punkt eine Vereinfachung, um zu schärferen Aussagen zu kommen, im Einzelfall zulässig ist, kann und muss diskutabel sein. Aber die Vorgehensweise an sich — und ja, je nach Anwendungsfall sogar die Behandlung von empirischen Sätzen als aussagenlogische Sätze (siehe oben) — ist in den Naturwissenschaften etablierte Methodik.</p>
<p>Deshalb ist der von Ihnen postulierte Widerspruch zwischen »böser« mathematischer Logik und »guter« natürlicher Sprache mit vielen Wenns und Abers konstruiert. Zwischen beiden Extremen liegt ein Kontinuum an Möglichkeiten, empirische Sachverhalte mehr oder weniger abstrakt, mehr oder weniger formal, mehr oder weniger auf bestimmte Aspekte eingeschränkt auszudrücken.</p>
<p>Wenn Sie zum Beispiel Planetenbahnen für eine Rahmfahrtmission berechnen wollen, dann brauchen Sie dafür bereits ab einem Dreikörperproblem (z.B. Erde-Mond-Sonne) Näherungslösungen. Das liegt daran, dass Ihr Modell — die physikalischen Formeln, die diese Bahnen beschreiben — schon dafür keine exakten Lösungen mehr erlaubt. Es liegt nicht daran, dass es keine exakte Lösung gäbe — vielleicht gibt es sie, nur unser Modell gibt sie nicht her. Das Modell schränkt also — wie jedes Modell und überhaupt jede von der nicht direkt erfassbaren Realität abgeleitete Theorie —  Ihren Blick auf die Wirklichkeit offensichtlich ein. Aber die Näherungslösungen funktionieren so gut, dass Sie auch damit eine Sonde sicher ins Ziel navigieren können. Deshalb ist es legitim, das eingeschränkte Modell zu verwenden — davon abgesehen, dass uns auch gar kein anderes zur Verfügung steht.</p>
<p>Es stellt sich also nicht die Frage, ob es <i>grundsätzlich</i> unzulässig sei, die Wirklichkeit auf mathematische Formeln herunterzubrechen, seien sie nun der Aussagenlogik oder anderen Systemen entlehnt — das ist es nicht, und wäre das anders, dürfte es die Physik gar nicht geben. Die Frage ist vielmehr, welche Reduktion in Bezug auf welches Problem angemessen ist.</p>
<p>Ich habe mehrfach und ausführlich erläutert, welche Reduktionen ich vorgenommen habe und warum ich sie <i>im Rahmen einer Betrachtung dieser Thematik</i> für angemessen halte. Es ist Ihr gutes Recht, die Bezeichnung von Deutschland als »Rechtsstaat« in einem Vergleich mit Saudi-Arabien für übermäßig simplifizierend zu halten. Aber es ist auch mein gutes Recht, eine solche Haltung als »spitzfindig« zu kritisieren; insbesondere deshalb, weil ich der Ansicht bin, dass eine derartige Debatte um Detailprobleme unserer eigenen Gesellschaft, in der Tat allerdings ein beliebtes Ablenkungsmanöver islamischer Vertreter in Talkshows, ungefähr einer Diskussion darüber gleichkommt, ob man ein Fahrrad denn auch dann noch als Fahrrad bezeichnen dürfe, wenn sich auf dem Gepäckträger ein Modellauto befindet, oder ob sich an der Richtigkeit der Behauptung »New York ist weit weg von Berlin« grundlegend etwas ändert, wenn jemand herausfindet, dass die Distanz nicht 6385 km, sondern 6386 km beträgt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kurt</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58968</link>
		<dc:creator>kurt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 01:35:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-58968</guid>
		<description>@Sebastian:

Ergänzung:

&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich hätten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen dürfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar für noch unmündiger als ich dachte.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;

Ich halte Sie nicht für unmündig, aber Sie haben sich nicht präzise ausgedrückt. Sie meinten anscheinend die Aussagenlogik, aber die mathematische Logik kennt wesentlich ausdrucksstärkere Systeme, zum Beispiel die Modallogik oder Prädikatenlogik höherer Stufe.

Je nachdem, welches System Sie betrachten, erlaubt die Mathematik auch sehr differenzierte Aussagen. Deshalb erschien mir auch keineswegs so plausibel wie Ihnen, dass die &quot;Behandlung von empirischen Sätzen als logische Sätze&quot; zwangsläufig zu einer entstellenden Reduktion führen müsse.

Diese Ungenauigkeit im Umgang mit mathematischen Begriffen ist übrigens unter Geisteswissenschaftlern häufig zu beobachten - &quot;Eleganter Unsinn: Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen&quot; von Alan Sokal und Jean-Baptiste Bricmont führt in Buchform die haarsträubendsten Verfehlungen so angesehener &quot;postmoderner Denker&quot; wie Deleuze, Kristeva, Lacan und Baudrillard auf.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sebastian:</p>
<p>Ergänzung:</p>
<blockquote><p><i>Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich hätten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen dürfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar für noch unmündiger als ich dachte.</i></p></blockquote>
<p>Ich halte Sie nicht für unmündig, aber Sie haben sich nicht präzise ausgedrückt. Sie meinten anscheinend die Aussagenlogik, aber die mathematische Logik kennt wesentlich ausdrucksstärkere Systeme, zum Beispiel die Modallogik oder Prädikatenlogik höherer Stufe.</p>
<p>Je nachdem, welches System Sie betrachten, erlaubt die Mathematik auch sehr differenzierte Aussagen. Deshalb erschien mir auch keineswegs so plausibel wie Ihnen, dass die »Behandlung von empirischen Sätzen als logische Sätze« zwangsläufig zu einer entstellenden Reduktion führen müsse.</p>
<p>Diese Ungenauigkeit im Umgang mit mathematischen Begriffen ist übrigens unter Geisteswissenschaftlern häufig zu beobachten — »Eleganter Unsinn: Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen« von Alan Sokal und Jean-Baptiste Bricmont führt in Buchform die haarsträubendsten Verfehlungen so angesehener »postmoderner Denker« wie Deleuze, Kristeva, Lacan und Baudrillard auf.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kurt</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58967</link>
		<dc:creator>kurt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 01:05:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=3074#comment-58967</guid>
		<description>@Sebastian:

&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Ein letzter Erklärungsversuch: Sie können Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit „ja” oder „nein” beantworten bzw. mit „richtig” oder „falsch” beurteilen.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;

Habe ich das jemals bestritten? Wenn ja, wo?

Ich schrieb, dass &lt;i&gt;nach unseren Maßstäben&lt;/i&gt; in Saudi-Arabien und vergleichbaren Ländern keine Rechtsstaatlichkeit gegeben sei. Der Einschub mit den Maßstäben steht da nicht ohne Grund! Wenn Sie mir unterstellen, ich sei nicht in der Lage zu realisieren, dass Rechtsstaatlichkeit einerseits eine Definitionsfrage und andererseits keine binäre Sache ist, dann sind Sie überheblicher, als ich es in meiner Antwort je gewesen sein kann. Dabei habe ich ja einerseits erwähnt, dass ich eine westliche Perspektive einnehme. Andererseits habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass ich mir bestehender Probleme in westlichen Gesellschaften durchaus bewusst bin, also keineswegs die Ansicht vertrete, es gebe hier &lt;i&gt;keine&lt;/i&gt; und in islamischen Ländern gewissermaßen &quot;maximal viele&quot; Probleme bezüglich solcher Felder wie Geschlechtergleichberechtigung.

Wenn Sie aber allen Ernstes die noch bestehenden Defizite in der Gleichberechtigung von Mann und Frau im Westen mit denen in islamischen Ländern vergleichen und damit letztere relativieren wollen, dann vergleichen Sie den Flügelschlag eines Schmetterlings mit einem Orkan. Die Unterschiede sind derart krass, dass eine Reduktion auf die These &quot;Hier gibt es Gleichberechtigung im Großen und Ganzen, dort nicht&quot; durchaus gerechtfertigt erscheint. Dass das hierzulande auch nicht immer so war, ist mir bekannt, und ich habe es auch niemals bestritten.

Analoges gilt für die Rechtsstaatlichkeit: Natürlich ist die Bundesrepublik Deutschland weit davon entfernt, ein perfekter Rechtsstaat zu sein, und in einer Diskussion über völlig andere Themen (z.B. die &quot;eigenwillige&quot; Rechtssprechung des LG Hamburg) halte ich diese Feinheiten für bedeutsam. Aber in einer Diskussion über die Rechtsstaatlichkeit islamischer Länder ist es eine zulässige Vereinfachung, die Rechtsstaatlichkeit Deutschlands &lt;i&gt;im Vergleich&lt;/i&gt; als perfekt anzunehmen. Es mag Unterschiede zwischen Bentley und Rolls-Royce geben, aber sie verblassen im Vergleich zu einem verrosteten VW Käfer.

Davon abgesehen war meine Aussage ja auch nicht, dass in &lt;i&gt;unterschiedslos jedem&lt;/i&gt; islamischen Staat &lt;i&gt;keinerlei&lt;/i&gt; Reste von Rechtsstaatlichkeit zu finden seien, sondern dass &lt;i&gt;kein islamisches Land ein Rechtsstaat nach unseren Maßstäben ist&lt;/i&gt;. Die erstgenannte Aussage ist nicht äquivalent zu letzterer! Selbstverständlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen der Rechtspraxis in Syrien und derjenigen Saudi-Arabiens, aber es gibt gute - und von mir im Detail genannte - Gründe, warum keines der beiden Länder auch nur in die Nähe eines nach westlichem Verständnis liberalen Rechtssystems kommt, und warum man etwa die deutsche Rechtspraxis im Vergleich zu beiden Ländern ohne weiteres als perfekt betrachten kann. Von Tokio aus betrachtet ist München nicht weit entfernt von Berlin, wenn man in Berlin wohnt, sieht das natürlich anders aus.

Wenn ich schreibe, was &quot;der Islam&quot; sei, dann ist mir &lt;i&gt;natürlich&lt;/i&gt; klar, dass eine Milliarde Muslime nicht eine völlig deckungsgleiche Auffassung vom Islam haben kann. Relevant für unsere Gesellschaft und die Diskussion ist aber, was die Mehrheit der Sunniten und Schiiten meint. Die mir bekannten Umfragen besagen, dass eine Mehrheit aller Muslime auf der Welt jegliche Interpretationen des Korans ablehnt und den Koran als wörtliche Überlieferung Gottes betrachtet. Davon ausgehend war meine Folgerung, dass nach diesem Islamverständnis in Anbetracht der recht deutlichen Maßgaben des Korans, die in einem unter dieser Prämisse nicht auflösbaren Widerspruch zu den Forderungen beispielsweise des deutschen Grundgesetzes stehen, ein Mensch, der sich zum Islam bekennt, umso bedrohlicher für eine freiheitliche Gesellschaft werden kann, je stärker er sich tatsächlich am Islam orientiert, d.h. je religiöser er ist. Ab welchem Grad der Koranaffinität (und damit korrespondierender Verfassungsfeindlichkeit) man jetzt jemanden als &quot;Muslim&quot; bezeichnen möchte, ist lediglich eine Definitionsfrage.

Sie verzerren den Aufbau meiner Argumentation massiv, wenn Sie sich auf die falsche Behauptung versteifen, ich würde die Welt ausschließlich in Schwarz und Weiß sehen. Tatsächlich habe ich nicht nur ausführlich dargelegt, wie ich zu bestimmten aus Beobachtungen abgeleiteten, keineswegs pauschal zu aussagenlogischen Termen simplifizierten Sätzen komme, sondern sämtliche Folgerungen explizit unter den Vorbehalt gestellt, dass der Leser den von mir jeweils gewählten Vereinfachungen dieser Sätze (z.B.: Für den Zweck eines Vergleichs mit Saudi-Arabien kann die Geschlechtergleichberechtigung in Deutschland als erreicht betrachtet werden) zustimmt.

&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer Sätze in Frage stellen würden, als „spitzfindig” (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und außen von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgeklärter Zeit, allesamt um Bagatellen.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;

Bei der Gewalt, die von aufgeklärten, westlichen, säkularen, modernen, nicht-islamischen Gesellschaften wie Neuseeland oder Deutschland nach innen ausgeht, handelt es sich &lt;i&gt;im Vergleich zu derjenigen in islamischen Ländern&lt;/i&gt; um Bagatellen. Das sehe ich in der Tat so, und etwas anderes habe ich auch nicht behauptet. Ich halte das in der Tat für derart offenkundig, dass mir eine Diskussion dazu überflüssig erscheint, aber nun gut: Wenn Sie anderer Ansicht sind, dann können wir gerne darüber ausführlich diskutieren. Ich bin wirklich gespannt, wo in der deutschen Gesellschaft Sie eine der öffentlichen Enthauptung mit dem Schwert oder der freitäglichen Steinigung von Ehebrecherinnen vergleichbare Handlung ausfindig gemacht zu haben glauben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sebastian:</p>
<blockquote><p><i>Ein letzter Erklärungsversuch: Sie können Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit „ja” oder „nein” beantworten bzw. mit „richtig” oder „falsch” beurteilen.</i></p></blockquote>
<p>Habe ich das jemals bestritten? Wenn ja, wo?</p>
<p>Ich schrieb, dass <i>nach unseren Maßstäben</i> in Saudi-Arabien und vergleichbaren Ländern keine Rechtsstaatlichkeit gegeben sei. Der Einschub mit den Maßstäben steht da nicht ohne Grund! Wenn Sie mir unterstellen, ich sei nicht in der Lage zu realisieren, dass Rechtsstaatlichkeit einerseits eine Definitionsfrage und andererseits keine binäre Sache ist, dann sind Sie überheblicher, als ich es in meiner Antwort je gewesen sein kann. Dabei habe ich ja einerseits erwähnt, dass ich eine westliche Perspektive einnehme. Andererseits habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass ich mir bestehender Probleme in westlichen Gesellschaften durchaus bewusst bin, also keineswegs die Ansicht vertrete, es gebe hier <i>keine</i> und in islamischen Ländern gewissermaßen »maximal viele« Probleme bezüglich solcher Felder wie Geschlechtergleichberechtigung.</p>
<p>Wenn Sie aber allen Ernstes die noch bestehenden Defizite in der Gleichberechtigung von Mann und Frau im Westen mit denen in islamischen Ländern vergleichen und damit letztere relativieren wollen, dann vergleichen Sie den Flügelschlag eines Schmetterlings mit einem Orkan. Die Unterschiede sind derart krass, dass eine Reduktion auf die These »Hier gibt es Gleichberechtigung im Großen und Ganzen, dort nicht« durchaus gerechtfertigt erscheint. Dass das hierzulande auch nicht immer so war, ist mir bekannt, und ich habe es auch niemals bestritten.</p>
<p>Analoges gilt für die Rechtsstaatlichkeit: Natürlich ist die Bundesrepublik Deutschland weit davon entfernt, ein perfekter Rechtsstaat zu sein, und in einer Diskussion über völlig andere Themen (z.B. die »eigenwillige« Rechtssprechung des LG Hamburg) halte ich diese Feinheiten für bedeutsam. Aber in einer Diskussion über die Rechtsstaatlichkeit islamischer Länder ist es eine zulässige Vereinfachung, die Rechtsstaatlichkeit Deutschlands <i>im Vergleich</i> als perfekt anzunehmen. Es mag Unterschiede zwischen Bentley und Rolls-Royce geben, aber sie verblassen im Vergleich zu einem verrosteten VW Käfer.</p>
<p>Davon abgesehen war meine Aussage ja auch nicht, dass in <i>unterschiedslos jedem</i> islamischen Staat <i>keinerlei</i> Reste von Rechtsstaatlichkeit zu finden seien, sondern dass <i>kein islamisches Land ein Rechtsstaat nach unseren Maßstäben ist</i>. Die erstgenannte Aussage ist nicht äquivalent zu letzterer! Selbstverständlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen der Rechtspraxis in Syrien und derjenigen Saudi-Arabiens, aber es gibt gute — und von mir im Detail genannte — Gründe, warum keines der beiden Länder auch nur in die Nähe eines nach westlichem Verständnis liberalen Rechtssystems kommt, und warum man etwa die deutsche Rechtspraxis im Vergleich zu beiden Ländern ohne weiteres als perfekt betrachten kann. Von Tokio aus betrachtet ist München nicht weit entfernt von Berlin, wenn man in Berlin wohnt, sieht das natürlich anders aus.</p>
<p>Wenn ich schreibe, was »der Islam« sei, dann ist mir <i>natürlich</i> klar, dass eine Milliarde Muslime nicht eine völlig deckungsgleiche Auffassung vom Islam haben kann. Relevant für unsere Gesellschaft und die Diskussion ist aber, was die Mehrheit der Sunniten und Schiiten meint. Die mir bekannten Umfragen besagen, dass eine Mehrheit aller Muslime auf der Welt jegliche Interpretationen des Korans ablehnt und den Koran als wörtliche Überlieferung Gottes betrachtet. Davon ausgehend war meine Folgerung, dass nach diesem Islamverständnis in Anbetracht der recht deutlichen Maßgaben des Korans, die in einem unter dieser Prämisse nicht auflösbaren Widerspruch zu den Forderungen beispielsweise des deutschen Grundgesetzes stehen, ein Mensch, der sich zum Islam bekennt, umso bedrohlicher für eine freiheitliche Gesellschaft werden kann, je stärker er sich tatsächlich am Islam orientiert, d.h. je religiöser er ist. Ab welchem Grad der Koranaffinität (und damit korrespondierender Verfassungsfeindlichkeit) man jetzt jemanden als »Muslim« bezeichnen möchte, ist lediglich eine Definitionsfrage.</p>
<p>Sie verzerren den Aufbau meiner Argumentation massiv, wenn Sie sich auf die falsche Behauptung versteifen, ich würde die Welt ausschließlich in Schwarz und Weiß sehen. Tatsächlich habe ich nicht nur ausführlich dargelegt, wie ich zu bestimmten aus Beobachtungen abgeleiteten, keineswegs pauschal zu aussagenlogischen Termen simplifizierten Sätzen komme, sondern sämtliche Folgerungen explizit unter den Vorbehalt gestellt, dass der Leser den von mir jeweils gewählten Vereinfachungen dieser Sätze (z.B.: Für den Zweck eines Vergleichs mit Saudi-Arabien kann die Geschlechtergleichberechtigung in Deutschland als erreicht betrachtet werden) zustimmt.</p>
<blockquote><p><i>Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer Sätze in Frage stellen würden, als „spitzfindig” (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und außen von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgeklärter Zeit, allesamt um Bagatellen.</i></p></blockquote>
<p>Bei der Gewalt, die von aufgeklärten, westlichen, säkularen, modernen, nicht-islamischen Gesellschaften wie Neuseeland oder Deutschland nach innen ausgeht, handelt es sich <i>im Vergleich zu derjenigen in islamischen Ländern</i> um Bagatellen. Das sehe ich in der Tat so, und etwas anderes habe ich auch nicht behauptet. Ich halte das in der Tat für derart offenkundig, dass mir eine Diskussion dazu überflüssig erscheint, aber nun gut: Wenn Sie anderer Ansicht sind, dann können wir gerne darüber ausführlich diskutieren. Ich bin wirklich gespannt, wo in der deutschen Gesellschaft Sie eine der öffentlichen Enthauptung mit dem Schwert oder der freitäglichen Steinigung von Ehebrecherinnen vergleichbare Handlung ausfindig gemacht zu haben glauben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Sebastian</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-6/#comment-58954</link>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2008 22:36:16 +0000</pubDate>
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		<description>kurt: Es besteht ein meilenweiter Unterschied zwischen &quot;empirische Sätze wie logische Sätze behandeln&quot; und &quot;aus empirischen Sätzen logische Schlüsse ziehen&quot;. Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich hätten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen dürfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar für noch unmündiger als ich dachte.

Ein letzter Erklärungsversuch: Sie können Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit &quot;ja&quot; oder &quot;nein&quot; beantworten bzw. mit &quot;richtig&quot; oder &quot;falsch&quot; beurteilen. In der alltäglichen Kommunikation kann man das wohl und es erfüllt dabei auch einen Zweck, aber es sind nur erste, sehr grobe Einordnungen, die wissenschaftlichen Ansprüchen sicher nicht genügen, weil sie dafür viel zu unpräzise sind. Wenn man sagt, Staat A ist ein Rechtsstaat, dann ist dabei ein &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; mitgedacht. &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; das heißt nicht, dass ein Ideal von Rechtsstaatlichkeit dort verwirklicht wäre. &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; das heißt nicht, dass in Staat B &lt;em&gt;kein einziges&lt;/em&gt; rechtsstaatliches Prinzip in Kraft wäre. Bei einem Satz wie &quot;a + b = x&quot; braucht kein &lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; mitgedacht zu werden, a plus b ist x oder eben nicht, und man kann genau angeben, wann ja und wann nicht. Auf &quot;Staat A ist ein Rechtsstaat&quot; kann man hingegen fragen, &quot;was meinen Sie damit?&quot;, und zur Beantwortung der Frage kann man ein Buch schreiben. Wenn man sie kurz und knapp beantwortet, dann um den Preis grober Vereinfachung und mittels der Einführung weiterer unscharfer Begriffe als Bestandteile der Definition. Wenn Sie a und b nicht genau kennen, sondern nur ungefähr, können Sie auch kein genaues x angeben, sondern nur ein ungefähres. Wenn Sie eine vage Aussage als präzise Aussage behandeln, haben Sie notwendigerweise einen Teil des Gegenstands nicht im Blick. (Wenn ich kurz vorgreifen darf: &quot;Erkenntnis ist nicht wertlos, nur weil sie nicht absolut ist.&quot; Völlig richtig, nur darf man sie dann eben auch nicht so weiterverarbeiten, als wäre sie absolut.) Und wenn Sie dann aus der nur scheinbar präzisen Aussage logische Schlüsse ziehen, laufen Sie eben Gefahr, dass das Fehlschlüsse sind. Sie haben zwar vielleicht vollkommen logisch geschlossen, aber auf Grundlage eines ungenauen Bildes der Realität, dessen Ungenauigkeit Sie ausgeblendet haben. Ein Spezialfall des Prinzips &quot;garbage in, garbage out&quot;.

Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer Sätze in Frage stellen würden, als &quot;spitzfindig&quot; (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und außen von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgeklärter Zeit, allesamt um Bagatellen.

Ich wollte das noch einmal kurz erklärt haben, werde mich aber dann auch ausklinken. Nachdem Sie Ihre Herablassung (&quot;der sich im Gegensatz zu Ihnen immerhin die Mühe gemacht hat, einigermaßen stringent und sachlich zu argumentieren&quot;, &quot;gestelzte Satzmonster&quot;, &quot;nicht besonders souverän&quot;) und Ihr Foulspiel (&quot;Na schön, ich gebe es zu: Ich halte Sachlichkeit für ein wichtiges Diskussionsprinzip. Sie nicht?&quot;) fortgesetzt haben und nicht mit einer Silbe auf meine Kritik an Ihrem Diskussionsstil eingegangen sind, muss ich davon ausgehen, dass Sie wirklich glauben, dazu berechtigt zu sein, die Leute hier als unwissende Deppen zu behandeln. Und so diskutabel Ihre Thesen zum Teil (!) sind, so indiskutabel ist diese Prämisse.

Lesen Sie vielleicht nochmal Ihren Satz, den Inga in ihrem letzten Kommentar zitiert. Sicher, sie können ihn rationalisieren und seine argumentative Funktion aufzeigen. Diese ändert aber nichts daran, dass er zugleich auch die Funktion hat, Inga mit Karacho vors Schienbein zu treten.

Gerade Sie müssen es doch eigentlich tragisch finden, wenn der Islam wirklich so gefährlich sein sollte, wie Sie meinen, dass Sie so viele diskussionsbereite Menschen in die Flucht schlagen, statt sie zu überzeugen. Vielleicht fragen Sie sich mal ernsthaft in einer selbstkritischen Minute, ob es wirklich nur die Brillanz Ihrer Argumente ist, vor der sie fliehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>kurt: Es besteht ein meilenweiter Unterschied zwischen »empirische Sätze wie logische Sätze behandeln« und »aus empirischen Sätzen logische Schlüsse ziehen«. Glauben Sie denn wirklich, Inga und ich hätten abwegigerweise gemeint, bei der Interpretation empirischer Beobachtungen dürfe es nicht logisch zugehen? Dann halten Sie uns offenbar für noch unmündiger als ich dachte.</p>
<p>Ein letzter Erklärungsversuch: Sie können Fragen wie die nach der Rechtsstaatlichkeit oder der Geschlechtergleichheit einer Gesellschaft nicht schlicht (wie einen logischen Satz) mit »ja« oder »nein« beantworten bzw. mit »richtig« oder »falsch« beurteilen. In der alltäglichen Kommunikation kann man das wohl und es erfüllt dabei auch einen Zweck, aber es sind nur erste, sehr grobe Einordnungen, die wissenschaftlichen Ansprüchen sicher nicht genügen, weil sie dafür viel zu unpräzise sind. Wenn man sagt, Staat A ist ein Rechtsstaat, dann ist dabei ein <em>Aber</em> mitgedacht. <em>Aber</em> das heißt nicht, dass ein Ideal von Rechtsstaatlichkeit dort verwirklicht wäre. <em>Aber</em> das heißt nicht, dass in Staat B <em>kein einziges</em> rechtsstaatliches Prinzip in Kraft wäre. Bei einem Satz wie »a + b = x« braucht kein <em>Aber</em> mitgedacht zu werden, a plus b ist x oder eben nicht, und man kann genau angeben, wann ja und wann nicht. Auf »Staat A ist ein Rechtsstaat« kann man hingegen fragen, »was meinen Sie damit?«, und zur Beantwortung der Frage kann man ein Buch schreiben. Wenn man sie kurz und knapp beantwortet, dann um den Preis grober Vereinfachung und mittels der Einführung weiterer unscharfer Begriffe als Bestandteile der Definition. Wenn Sie a und b nicht genau kennen, sondern nur ungefähr, können Sie auch kein genaues x angeben, sondern nur ein ungefähres. Wenn Sie eine vage Aussage als präzise Aussage behandeln, haben Sie notwendigerweise einen Teil des Gegenstands nicht im Blick. (Wenn ich kurz vorgreifen darf: »Erkenntnis ist nicht wertlos, nur weil sie nicht absolut ist.« Völlig richtig, nur darf man sie dann eben auch nicht so weiterverarbeiten, als wäre sie absolut.) Und wenn Sie dann aus der nur scheinbar präzisen Aussage logische Schlüsse ziehen, laufen Sie eben Gefahr, dass das Fehlschlüsse sind. Sie haben zwar vielleicht vollkommen logisch geschlossen, aber auf Grundlage eines ungenauen Bildes der Realität, dessen Ungenauigkeit Sie ausgeblendet haben. Ein Spezialfall des Prinzips »garbage in, garbage out«.</p>
<p>Dabei ist es interessant, dass Sie empirische Tatsachen, die die Absolutheit Ihrer Sätze in Frage stellen würden, als »spitzfindig« (#191) gar nicht erst zur Diskussion zulassen, als handelte es sich bei der Gewalt, die nach innen und außen von nicht-islamischen Gesellschaften ausgeht und ausging, zu schweigen von deren Vergangenheit auch in aufgeklärter Zeit, allesamt um Bagatellen.</p>
<p>Ich wollte das noch einmal kurz erklärt haben, werde mich aber dann auch ausklinken. Nachdem Sie Ihre Herablassung (»der sich im Gegensatz zu Ihnen immerhin die Mühe gemacht hat, einigermaßen stringent und sachlich zu argumentieren«, »gestelzte Satzmonster«, »nicht besonders souverän«) und Ihr Foulspiel (»Na schön, ich gebe es zu: Ich halte Sachlichkeit für ein wichtiges Diskussionsprinzip. Sie nicht?«) fortgesetzt haben und nicht mit einer Silbe auf meine Kritik an Ihrem Diskussionsstil eingegangen sind, muss ich davon ausgehen, dass Sie wirklich glauben, dazu berechtigt zu sein, die Leute hier als unwissende Deppen zu behandeln. Und so diskutabel Ihre Thesen zum Teil (!) sind, so indiskutabel ist diese Prämisse.</p>
<p>Lesen Sie vielleicht nochmal Ihren Satz, den Inga in ihrem letzten Kommentar zitiert. Sicher, sie können ihn rationalisieren und seine argumentative Funktion aufzeigen. Diese ändert aber nichts daran, dass er zugleich auch die Funktion hat, Inga mit Karacho vors Schienbein zu treten.</p>
<p>Gerade Sie müssen es doch eigentlich tragisch finden, wenn der Islam wirklich so gefährlich sein sollte, wie Sie meinen, dass Sie so viele diskussionsbereite Menschen in die Flucht schlagen, statt sie zu überzeugen. Vielleicht fragen Sie sich mal ernsthaft in einer selbstkritischen Minute, ob es wirklich nur die Brillanz Ihrer Argumente ist, vor der sie fliehen.</p>
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