06 Apr

Im Wortlaut: Initiative „Call-TV“ von ProSiebenSat.1

Maßnahmenkatalog

Die Sender der ProSiebenSat.1 Media AG empfehlen folgende Maßnahmen und erklären ihre sofortige Bereitschaft, sich zur Einhaltung nachfolgend näher bezeichneter Richtlinien zu verpflichten:

I. Maßnahmen zur Verbesserung der aufsichtsrechtlichen Kontrolle

1. Vorlage von Telefonverbindungsdaten

Hintergrund: Die nachhaltige Sicherung der Glaubwürdigkeit des Geschäftsmodells Call-TV erfordert es, dass alle Anbieter von Call-In Sendungen den Nachweis erbringen, dass in die Sendung gestellte Anrufer „echt“ sind.

Umsetzung: Jeder Veranstalter von Call-In Sendungen hat monatlich der aufsichtführenden Landesmedienanstalt technische Protokolle über die tatsächliche telekommunikationstechnische Herstellung von Verbindungen in die Sendung vorzulegen und diese Daten 3 Monate vorzuhalten.*

2. Vorlage von Gewinn-Daten

Hintergrund: Zur Verifizierung und Vermeidung von Unregelmäßigkeiten bei der Gewinn-Abwicklung ist es erforderlich, dass die tatsächliche Auszahlung der im Rahmen der jeweiligen Sendung ausgelobten Gewinne dokumentiert wird.

Umsetzung: Jeder Veranstalter von Call-In Sendungen hat monatlich gegenüber der aufsichtführenden Landesmedienanstalt einen schriftlichen Nachweis über tatsächliche Gewinner (Stammdaten) sowie über ausgezahlte Gewinnsummen (Bankverbindungsdaten) zu erbringen.*

* Die Übermittlung der Daten erfolgt in dem Maße anonymisiert wie es die datenschutzrechtlichen Bestimmungen erforderlich machen.

II. Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit

Hintergrund: Der faire Umgang mit den Zuschauern ist wesentliche Grundlage des Call-TV Geschäftsmodells. Hierzu gehört insbesondere, dass die die Zuschauer jederzeit die Chance haben müssen, die von den Moderatoren entsprechend ausgelobten Preise zu gewinnen.

Umsetzung: Jeder Veranstalter hat sicherzustellen, dass über ein technisches System, das von den Landemedienanstalten überprüft werden kann, der Auswahlmechanismus derart konzipiert wird, dass jederzeit die Chance besteht, ausgewählt zu werden.

III. Maßnahmen zur Verbesserung der Gewinn-Transparenz

Hintergrund: Aus Gründen des Verbraucherschutzes muss der Zuschauer sich darauf verlassen dürfen, dass eine fest ausgelobte Gewinnsumme auch ausgespielt wird (was bei einigen Wettbewerbern nicht der Fall ist).

Umsetzung: Eine einmal ausgelobte feste Gewinnsumme

— darf im Laufe eines Rätsels nicht herabgesetzt, allenfalls in ihrem Wert erhöht werden

und

— muss innerhalb einer Call-Strecke ausgespielt werden.

IV. Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation

Hintergrund: Das Konzept einer Call-In Sendung birgt immer das Risiko, dass Aussagen des Moderators durch den Zuschauer subjektiv gewertet werden bzw. aufgrund der Call-TV-typischen Dramaturgie missverstanden werden. Daher muss durch geeignete Mittel ein einheitlicher Standard geschaffen werden.

Umsetzung: Im Rahmen jeder Sendung haben durch Bildschirmeinblendungen und/oder Laufband in regelmäßigen Abständen von 5 Minuten verstärkte Hinweise auf das Konzept von Call-In Sendungen zu erfolgen. Die Mindestdauer beträgt 30 Sekunden. Zwingend notwendig ist der Hinweis auf die zufallsbedingte Auswahl

Formulierungsvorschläge:

— verstärkte Hinweise auf MMR

„Sie möchten sich umfassend über den Hot-Button informieren? Alles Wissenswerte unter www.9live.de.“
„Achten Sie auf Ihr Telefonierverhalten!“
„Die Auflösung des Rätsels erfolgt am Ende der Sendung.“
„Fragen zum Spielmodus werden beantwortet unter www.9live.de“
„Sie entscheiden, ob Sie mitmachen, nicht der Moderator! Alles Wissenswerte unter www.9live.de“
„Wir möchten Sie unterhalten! Der Moderator ersetzt nicht die Mitmachregeln. Näheres unter www.9live.de.“

— Erläuterung des Spielkonzepts

Allgemeines
„Ein Anruf ist keine Garantie, in die Sendung zu kommen!“
„Ob ein Anruf ausgewählt wird, hängt vom Zufall ab!“
„Ob gerade Ihr Anruf ausgewählt wird, hängt vom Zufall ab!“
„Ob ein Rätsel schwer oder leicht ist, entscheiden Sie!“
„Der Moderator ist ein Teil des Spiels! Allein Sie entscheiden, ob und wann Sie anrufen!“
„Wann Sie auch anrufen, nur der Zufall wählt Sie aus!“
„Wir möchten Sie unterhalten! Der Moderator ersetzt nicht die Mitmachregeln. Näheres unter www.9live.de.“
„Das Sendungsende kann variieren und ist nicht vom Moderator abhängig!“

Hot Button

„Mit ein bisschen Glück wählt Sie der Hot-Button aus!“
„Sie wissen die richtige Antwort? Dann muss nur noch der Hot-Button zuschlagen!“
„Vielleicht werden gerade Sie vom Hot-Button ausgewählt!“
„Niemand weiß, ob gerade Sie vom Hot-Button ausgewählt werden.“

AB

„Nach der Aussprache auf den AB, entscheidet der Zufallsmechanismus, ob Sie ausgewählt werden.“

V. Maßnahmen zur Verbesserung der Spielgestaltung

1. Referenzen bei Wortfindungsspielen

Hintergrund: Zum Schutze des Verbrauchers und der Gewährleistung der Fairness gegenüber dem Zuschauer ist es erforderlich, dass im Rahmen von „Wortfindungsspielen“ ein einheitlicher Referenzmaßstab angesetzt wird.
Umsetzung: Im Rahmen von Wortfindungsspielen dürfen nur Begriffe verwendet werden, die am Tage der Rätselerstellung mindestens 100 Mal in der Internet-Suchmaschine „Google“ dokumentiert sind. Der Veranstalter der Call-In Sendung ist verpflichtet, die dokumentierten Referenzen mindestens 3 Monate zu archivieren und bei Anfrage der aufsichtführenden Landesmedienanstalt vorzulegen.

2. Auflösung von graphischen Spielen

Hintergrund: Um einen einheitlichen Standard bezüglich der Voraussetzungen der Darstellung der Lösungslogik eines Rätsels zu schaffen, muss die bisherige Richtlinie bezüglich der Auflösung von graphischen Rätseln konkretisiert werden.

Umsetzung: Die Erläuterung der Fehler in einem graphischen Rätsel muss unmittelbar nach Beendigung des Rätsels sowohl durch eine Einblendung der Fehler für eine begrenzte Zeitspanne von mindestens 5 Sekunden, als auch durch ausreichende moderative Hinweise erfolgen.

Unterföhring, den 20.03.07

Mein Kommentar dazu steht hier.