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	<title>Kommentare zu: Kurz verlinkt (32)</title>
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	<description>Medienjournalist</description>
	<lastBuildDate>Mon, 13 Feb 2012 01:20:17 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Andreas</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kurz-verlinkt-32/#comment-76867</link>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 08:13:02 +0000</pubDate>
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		<description>Danke, dieser Kommentar bringt es auf den Punkt. Jetzt ist endlich mal die journalistische Selbstzensur gefragt, auf die ich schon so lange warte. Bisher wurde ich immer gezwungen Wochenlang keine Nachrichten mehr zu sehen, da solche Themen immer ganz zu Anfang gesendet werden, und ich meine Medienkritik immer nur durch &quot;wegzappen&quot; wirkungsvoll zum Ausdruck bringen kann. Durch diese Jagt nach den möglichen Superlativen des Mitleides bin ich inzwischen zu keiner medialen Gefühlsregung mehr im Stande.
Es ist einem das Elend der Menschen und der Welt schlichtweg egal geworden.
Jetzt ist jeder Journalist gefragt wie er seine Arbeit selbst bewertet und vieleicht denkt er vorher mal darüber nach ob das Foto, das er macht unbedingt nötwendig ist oder ob es ein kurzer &quot;Wörtlicher&quot; vermerk in der Zeitung auf Seite 2 oder 3 es nicht vieleicht auch tut. Dann könnte der Beruf als Journalist möglicherweise wieder an Ansehen gewinnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke, dieser Kommentar bringt es auf den Punkt. Jetzt ist endlich mal die journalistische Selbstzensur gefragt, auf die ich schon so lange warte. Bisher wurde ich immer gezwungen Wochenlang keine Nachrichten mehr zu sehen, da solche Themen immer ganz zu Anfang gesendet werden, und ich meine Medienkritik immer nur durch »wegzappen« wirkungsvoll zum Ausdruck bringen kann. Durch diese Jagt nach den möglichen Superlativen des Mitleides bin ich inzwischen zu keiner medialen Gefühlsregung mehr im Stande.<br />
Es ist einem das Elend der Menschen und der Welt schlichtweg egal geworden.<br />
Jetzt ist jeder Journalist gefragt wie er seine Arbeit selbst bewertet und vieleicht denkt er vorher mal darüber nach ob das Foto, das er macht unbedingt nötwendig ist oder ob es ein kurzer »Wörtlicher« vermerk in der Zeitung auf Seite 2 oder 3 es nicht vieleicht auch tut. Dann könnte der Beruf als Journalist möglicherweise wieder an Ansehen gewinnen.</p>
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		<title>Von: Ich</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kurz-verlinkt-32/#comment-76837</link>
		<dc:creator>Ich</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 22:40:23 +0000</pubDate>
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		<description>Was mir gerade auffällt:

Die versammelte Journaille hat exakt GAR NICHTS aus dem Gladbecker Geiseldrama gelernt. Alles wie gehabt. Widerlich, einfach nur widerlich.

Und da ich mich leider zu beiden Seiten zählen muss, sowohl zur journalistischen als auch zu der Gruppe der Konsumenten (wie viele andere hier wohl auch): so langsam wird mir bewusst, was &quot;Fremdschämen&quot; beinhaltet, denn ich werde immer öfter gerade in so einem Zusammenhang auf meinen Berufsstand angesprochen.

Und als Konsument kann ich nur das bestätigen, was hier so mancher schon angedeutet hat:
Selbst so ein Ereignis wie das in Winnenden hat nicht den Stellenwert, den ihm einige Redaktionen meinen zuweisen zu müssen. Ich brauche kein &quot;echtes&quot; Bild eines Sarges, ich brauche kein Betroffenheitsgeschwafel von im Grunde vollkommen hilf- und ahnungslosen Politikern, und ich brauche auch und gerade keine Sondersendung dazu. Mehr als &quot;die übliche Behandlung&quot;, die solch einem Ereignis in der Tagesschau oder dem heute-journal widerfährt, interessiert im Grunde niemanden wirklich, denn damit ist alles gesagt, was gesagt werden kann. Alles darüberhinausgehende an Berichterstattung ist nurmehr Selbstbeweihräucherung des gemeinen Journaille-Pack (ja, das ist in exakt dem Wortsinne als Benennung der verantwortlichen Redaktionen gemeint, wie man ihn z.B. bei Wikipedia nachlesen kann), welches sich damit darauf einen runter**lt, wie toll sie doch wieder waren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was mir gerade auffällt:</p>
<p>Die versammelte Journaille hat exakt GAR NICHTS aus dem Gladbecker Geiseldrama gelernt. Alles wie gehabt. Widerlich, einfach nur widerlich.</p>
<p>Und da ich mich leider zu beiden Seiten zählen muss, sowohl zur journalistischen als auch zu der Gruppe der Konsumenten (wie viele andere hier wohl auch): so langsam wird mir bewusst, was »Fremdschämen« beinhaltet, denn ich werde immer öfter gerade in so einem Zusammenhang auf meinen Berufsstand angesprochen.</p>
<p>Und als Konsument kann ich nur das bestätigen, was hier so mancher schon angedeutet hat:<br />
Selbst so ein Ereignis wie das in Winnenden hat nicht den Stellenwert, den ihm einige Redaktionen meinen zuweisen zu müssen. Ich brauche kein »echtes« Bild eines Sarges, ich brauche kein Betroffenheitsgeschwafel von im Grunde vollkommen hilf– und ahnungslosen Politikern, und ich brauche auch und gerade keine Sondersendung dazu. Mehr als »die übliche Behandlung«, die solch einem Ereignis in der Tagesschau oder dem heute-journal widerfährt, interessiert im Grunde niemanden wirklich, denn damit ist alles gesagt, was gesagt werden kann. Alles darüberhinausgehende an Berichterstattung ist nurmehr Selbstbeweihräucherung des gemeinen Journaille-Pack (ja, das ist in exakt dem Wortsinne als Benennung der verantwortlichen Redaktionen gemeint, wie man ihn z.B. bei Wikipedia nachlesen kann), welches sich damit darauf einen runter**lt, wie toll sie doch wieder waren.</p>
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	<item>
		<title>Von: Schreiberling</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kurz-verlinkt-32/#comment-76110</link>
		<dc:creator>Schreiberling</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 16:04:02 +0000</pubDate>
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		<description>@108
&quot;Deshalb wäre es wichtig, dass die angewiderte Mehrheit (Minderheit?) ihren Unmut durch den Boykott entsprechender Formate deutlich macht.&quot;
Wenn das mal nicht nach hinten losgeht. Denn sinkende Konsumentenzahlen kann die Macher zu noch drastischeren Methoden greifen lassen. Das war ja bisher nicht anders.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@108<br />
»Deshalb wäre es wichtig, dass die angewiderte Mehrheit (Minderheit?) ihren Unmut durch den Boykott entsprechender Formate deutlich macht.»<br />
Wenn das mal nicht nach hinten losgeht. Denn sinkende Konsumentenzahlen kann die Macher zu noch drastischeren Methoden greifen lassen. Das war ja bisher nicht anders.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Ille</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kurz-verlinkt-32/#comment-76109</link>
		<dc:creator>Ille</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 15:54:58 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=4567#comment-76109</guid>
		<description>@ Chris, 94:
&quot;Ist es etwa verwunderlich, wenn bei DSDS (Deutschland sucht den Superstar) - wie ich finde einem der schlimmsten TV-Formate der neueren Zeit - die Einschaltquoten grade dann am höchsten sind, wenn Didda Bohlen die „Kandidaten” beschimpft, beleidigt und differmiert?&quot;

Der Vergleich hinkt. Nach fünf, sechs, sieben (?) Staffeln DSDS sollte auch das schlichteste Gemüt verstanden haben, dass es sich bei dieser Sendung der Gefahr aussetzt, von D. Bohlen verspottet zu werden. Wer bei DSDS teilnimmt, begibt sich aktiv in die Höhle des Löwen. Niemand wird aus seinem Wohnzimmer oder seinem persönlichsten Bereich vor die Kameras gezerrt, sofern er nicht zum Casting geht. Ich glaube hingegen nicht, dass eine der Familien in Winnenden die Medien zum Ablichten von Särgen eingeladen hat.

@ Christoph Schmidt, 103:
&quot;Es geht doch hier nicht um Fragen von Recht und Gesetz.&quot;

Weshalb? Teilweise eben schon. Angehörige, die sich gegen das Eindringen in ihren Privatbereich wehren wollen, müssen auf Recht und Gesetz zurückgreifen. Ich jedenfalls würde es nicht dulden, dass eine Trauerfeier für eines meiner Familienmitglieder wegen eines angeblichen Nachrichtenwerts gestört und mein Leid an die Öffentlichkeit gezogen wird.

@ radiophil, 107:
&quot;Und viel wichtiger: was ist mit den vielen gleichgültigen Medienkonsumenten, die sich halt einfach das reinziehen, was kommt. Ob das nun Tagesschau ist oder RTL aktuell. Die schalten ein und gucken. Das ist der Durchschnitt.&quot;

Völlig richtig. Aber eben diese Geduld bzw. Indifferenz des Rezipienten bestätigt die Medienmacher doch darin, dass ihr Weg der richtige ist. Deshalb wäre es wichtig, dass die angewiderte Mehrheit (Minderheit?) ihren Unmut durch den Boykott entsprechender Formate deutlich macht. Ich weiß wirklich nicht, welchen Nachrichtenwert das Foto eines Sarges haben soll. Da geht es meines Erachtens nur um Voyeurismus. Und wenn man schon ein Sarg-Foto zu benötigen glaubt, warum ist dann niemand auf die grandiose und in anderen Zusammenhängen so beliebte Idee gekommen, ein Symbolbild zu verwenden?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Chris, 94:<br />
»Ist es etwa verwunderlich, wenn bei DSDS (Deutschland sucht den Superstar) — wie ich finde einem der schlimmsten TV-Formate der neueren Zeit — die Einschaltquoten grade dann am höchsten sind, wenn Didda Bohlen die „Kandidaten” beschimpft, beleidigt und differmiert?«</p>
<p>Der Vergleich hinkt. Nach fünf, sechs, sieben (?) Staffeln DSDS sollte auch das schlichteste Gemüt verstanden haben, dass es sich bei dieser Sendung der Gefahr aussetzt, von D. Bohlen verspottet zu werden. Wer bei DSDS teilnimmt, begibt sich aktiv in die Höhle des Löwen. Niemand wird aus seinem Wohnzimmer oder seinem persönlichsten Bereich vor die Kameras gezerrt, sofern er nicht zum Casting geht. Ich glaube hingegen nicht, dass eine der Familien in Winnenden die Medien zum Ablichten von Särgen eingeladen hat.</p>
<p>@ Christoph Schmidt, 103:<br />
»Es geht doch hier nicht um Fragen von Recht und Gesetz.«</p>
<p>Weshalb? Teilweise eben schon. Angehörige, die sich gegen das Eindringen in ihren Privatbereich wehren wollen, müssen auf Recht und Gesetz zurückgreifen. Ich jedenfalls würde es nicht dulden, dass eine Trauerfeier für eines meiner Familienmitglieder wegen eines angeblichen Nachrichtenwerts gestört und mein Leid an die Öffentlichkeit gezogen wird.</p>
<p>@ radiophil, 107:<br />
»Und viel wichtiger: was ist mit den vielen gleichgültigen Medienkonsumenten, die sich halt einfach das reinziehen, was kommt. Ob das nun Tagesschau ist oder RTL aktuell. Die schalten ein und gucken. Das ist der Durchschnitt.«</p>
<p>Völlig richtig. Aber eben diese Geduld bzw. Indifferenz des Rezipienten bestätigt die Medienmacher doch darin, dass ihr Weg der richtige ist. Deshalb wäre es wichtig, dass die angewiderte Mehrheit (Minderheit?) ihren Unmut durch den Boykott entsprechender Formate deutlich macht. Ich weiß wirklich nicht, welchen Nachrichtenwert das Foto eines Sarges haben soll. Da geht es meines Erachtens nur um Voyeurismus. Und wenn man schon ein Sarg-Foto zu benötigen glaubt, warum ist dann niemand auf die grandiose und in anderen Zusammenhängen so beliebte Idee gekommen, ein Symbolbild zu verwenden?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: radiophil</title>
		<link>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kurz-verlinkt-32/#comment-76102</link>
		<dc:creator>radiophil</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 13:11:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/?p=4567#comment-76102</guid>
		<description>@104

Seit wann werden weblogs denn von der Presse verteufelt? Ich lese immer nur von neuen Kommunikationsformen, die bald die etablierte Presse ablösen werden (haha) und so viel demokratischer sind. 

@alle
Am Ende verlieren sich viele Diskussionen dann ja leider doch nur im Kleinklein. Hier sind aber neben vielen Nebensächlichkeiten wirklich grundlegende Argumente gefallen, für und gegen die Katastrophenberichterstattung à la Winnenden. Einige Gedanken dazu:

Es heißt ja immer so schön, &#039;die Leute wollens doch&#039;, die lechzen doch geradezu nach den krassesten Schockbildern (und -tönen, ich will mal das Radio nicht außen vor lassen). Also muss dieses angebliche Interesse bedient werden und gut is. Keine Diskussion. Wenn wirs nicht machen, machens die anderen. Aber stimmt denn das wirklich? Wollen denn wirklich alle immer alles sehen? Und was ist mit den vielen Medienkonsumenten, die sich ja auch jedes Mal beschweren, dass zu viel gesendet wurde. Sind die so unerheblich? Und viel wichtiger: was ist mit den vielen gleichgültigen Medienkonsumenten, die sich halt einfach das reinziehen, was kommt. Ob das nun Tagesschau ist oder RTL aktuell. Die schalten ein und gucken. Das ist der Durchschnitt. Und wenn eben kein Handy-Video vom Attentätertod kommt, dann vermissen sie&#039;s auch nicht. Es wird doch immer davon geredet, wieviel Macht die Medien haben, Beeinflussung etc. Wäre es nicht also enfach, einen Gang zurückzuschalten, von allem ein bisschen weniger zu bringen, anstatt sich die beste Rechtfertigung für das Sargbild zusammenzuschustern? Oder noch besser - mir persönlich auch schon begegnet - fragwürdige und nichtssagende Betroffenheitsumfragen zu rechtfertigen mit dem Satz: das sei heute eben so! Also bitte, wir haben es doch in der Hand. Nicht immer auf die nächsthöhere Ebene verweisen, um nur ja nicht selbst mal über Verantwortung nachdenken zu müssen.
Anstatt sich über die Medienschelte als Ritual zu echauffieren, wäre es doch toll, wirklich mal über echte Zwänge und nur vorgeschobenen Argumente zu diskutieren. Wie hier ja auch geschehen.

Ohne Frage krankt das System der Freien, das wurde hier ja auch schon diskutiert. Dennoch halte ich es für feige, immer nur und ausschließlich alles darauf zu schieben und jegliche Eigenverantwortung weit von sich zu weisen. Das heißt sicher nicht, dass das immer und überall klappt, die Berichterstattung der eigenen Redaktion kritisch zu hinterfragen. Im eigenen Kopf fängt&#039;s aber an. Wenn ich mich selbst nicht mehr frage, ob das, was ich tu nicht nur geschmacklos ist, sondern sogar null Infowert hat, außer eben Betroffenheit. Wenn mir das gar nicht mehr auffällt, sondern ich eben meine Termine abarbeite, dann läuft doch was falsch. Das betrifft alle Medien, und natürlich auch den ö-r, immer häufiger ohne Frage. 

@103
Und auch das noch: ZAPP löst Diskussionen aus, über die Branche und deren Berichterstattung. Über das eigene Tun als Journalist. Und dazu gehören dann wohl auch Diskussionen über die ZAPP-Arbeit. Glückwunsch dazu.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@104</p>
<p>Seit wann werden weblogs denn von der Presse verteufelt? Ich lese immer nur von neuen Kommunikationsformen, die bald die etablierte Presse ablösen werden (haha) und so viel demokratischer sind. </p>
<p>@alle<br />
Am Ende verlieren sich viele Diskussionen dann ja leider doch nur im Kleinklein. Hier sind aber neben vielen Nebensächlichkeiten wirklich grundlegende Argumente gefallen, für und gegen die Katastrophenberichterstattung à la Winnenden. Einige Gedanken dazu:</p>
<p>Es heißt ja immer so schön, ›die Leute wollens doch‹, die lechzen doch geradezu nach den krassesten Schockbildern (und –tönen, ich will mal das Radio nicht außen vor lassen). Also muss dieses angebliche Interesse bedient werden und gut is. Keine Diskussion. Wenn wirs nicht machen, machens die anderen. Aber stimmt denn das wirklich? Wollen denn wirklich alle immer alles sehen? Und was ist mit den vielen Medienkonsumenten, die sich ja auch jedes Mal beschweren, dass zu viel gesendet wurde. Sind die so unerheblich? Und viel wichtiger: was ist mit den vielen gleichgültigen Medienkonsumenten, die sich halt einfach das reinziehen, was kommt. Ob das nun Tagesschau ist oder RTL aktuell. Die schalten ein und gucken. Das ist der Durchschnitt. Und wenn eben kein Handy-Video vom Attentätertod kommt, dann vermissen sie’s auch nicht. Es wird doch immer davon geredet, wieviel Macht die Medien haben, Beeinflussung etc. Wäre es nicht also enfach, einen Gang zurückzuschalten, von allem ein bisschen weniger zu bringen, anstatt sich die beste Rechtfertigung für das Sargbild zusammenzuschustern? Oder noch besser — mir persönlich auch schon begegnet — fragwürdige und nichtssagende Betroffenheitsumfragen zu rechtfertigen mit dem Satz: das sei heute eben so! Also bitte, wir haben es doch in der Hand. Nicht immer auf die nächsthöhere Ebene verweisen, um nur ja nicht selbst mal über Verantwortung nachdenken zu müssen.<br />
Anstatt sich über die Medienschelte als Ritual zu echauffieren, wäre es doch toll, wirklich mal über echte Zwänge und nur vorgeschobenen Argumente zu diskutieren. Wie hier ja auch geschehen.</p>
<p>Ohne Frage krankt das System der Freien, das wurde hier ja auch schon diskutiert. Dennoch halte ich es für feige, immer nur und ausschließlich alles darauf zu schieben und jegliche Eigenverantwortung weit von sich zu weisen. Das heißt sicher nicht, dass das immer und überall klappt, die Berichterstattung der eigenen Redaktion kritisch zu hinterfragen. Im eigenen Kopf fängt’s aber an. Wenn ich mich selbst nicht mehr frage, ob das, was ich tu nicht nur geschmacklos ist, sondern sogar null Infowert hat, außer eben Betroffenheit. Wenn mir das gar nicht mehr auffällt, sondern ich eben meine Termine abarbeite, dann läuft doch was falsch. Das betrifft alle Medien, und natürlich auch den ö-r, immer häufiger ohne Frage. </p>
<p>@103<br />
Und auch das noch: ZAPP löst Diskussionen aus, über die Branche und deren Berichterstattung. Über das eigene Tun als Journalist. Und dazu gehören dann wohl auch Diskussionen über die ZAPP-Arbeit. Glückwunsch dazu.</p>
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