Trotzdem betrachtet etwa »Springer«-Chef Matthias Döpfner direkte Bezahlung für werbefinanzierte Inhalte als gewissermaßen gottgegebenes Vorrecht, das auch für Verlage gelten müsse. Im Gespräch mit dem »manager magazin« sprach er im Zusammenhang mit kostenlosen Inhalten im Netz von »abstrusen Phantasien spätideologisch verirrter Web-Kommunisten«. Dass journalistische Angebote online fast ausschließlich kostenlos verbreitet werden, sei ein »Unsinn«. Springer sei aber »nicht groß genug« gewesen, »um diesen Wahnsinn allein zu stoppen«.

Döpfner sagte nicht, ob er auch die Anteilseigner der ProsiebenSat.1 Media AG für Wahnsinnige hält. Oder die Eigentümer der RTL Group. Wo die doch seit Jahrzehnten die Kostenloskultur des privaten Rundfunks nähren mit ihren Angeboten. Springer selbst besitzt Anteile an mehreren Privatradiosendern.

»Spiegel Online«-Redakteur Christian Stöcker entlarvt die Quatsch-Argumentation von Mathias Döpfner.