Minus mal Minus ergibt EinsPlus: Das Digitalkanalelend von ARD und ZDF

Heute lernen wir, wie die ARD sich vorstellt, in Zukunft junge Zuschauer für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk begeistern zu können. Keine Sorge: Um Inhalte geht es dabei nicht.

Zur Einstimmung hilft eine Übung: Wir versuchen, die Digitalkanäle der ARD voneinander zu unterscheiden.

Lassen wir tagesschau24 mal weg, das ist zu leicht, da laufen den ganzen Tag Nachrichten und abends Wiederholungen aktueller Magazine, Talkshows und Dokumentationen.

Aber es gibt ja noch Einsfestival und EinsPlus.

Laut „Programmkonzept Digitale Fernsehprogramme der ARD“ ist Einsfestival ein „innovatives, kulturell orientiertes Angebot mit jüngerer Ausrichtung“. EinsPlus hingegen sei zu einem „öffentlich-rechtlichen Service-, Ratgeber- und Wissensangebot weiterentwickelt“ worden, „das schnell Akzeptanz bei den Fernsehzuschauern gefunden hat“.

Marktanteile I/2013
ZDFneo 0,8 Prozent
ZDFinfo 0,6 Prozent
ZDFkultur 0,2 Prozent
Einsfestival 0,3 Prozent
EinsPlus 0,1 Prozent
tagesschau24 0,1 Prozent
Zuschauer ab 3 Jahren. Quelle: ARD

EinsPlus brachte es im ersten Quartal 2013 auf einen Marktanteil von 0,1 Prozent. Das ist ungefähr das Maß an Zuschauer-„Akzeptanz“, das entsteht, wenn mehrere Leute beim Durchzappen versehentlich drei Sekunden bei einem Sender hängen bleiben.

Die Definitionen sind also offenbar nicht hilfreich. Die Namen schon gar nicht. Aber vielleicht hilft ein Blick ins Programm:

Auf EinsPlus läuft die „LateLine mit Jan Böhmermann“. Auf Einsfestival läuft der „1Live Talk“ mit Sabine Heinrich.

EinsPlus zeigt aktuelle Musikvideos in der Sendung „EinsPlus Charts“. Einsfestival zeigt aktuelle Musikvideos in der Sendung „Clipster“.

EinsPlus bringt „Es geht um mein Leben“ mit Pierre M. Krause. Einsfestival bringt die „SWR3 latenight“ mit Pierre M. Krause.

Gut, andererseits zeigt EinsPlus „Die allerbeste Sebastian Winkler Show“ am Dienstagabend und Einfestival am Donnerstagabend. Und der aktuelle „Tatort“ läuft auf Einsfestival am jeweiligen Sonntag nochmal um 21:45 und 23:45 Uhr und auf EinsPlus gar nicht.

Es hilft, das zu wissen, um zu verstehen, warum die Intendanten der ARD dem ZDF am Montag öffentlich vorgeschlagen haben, die jeweils drei Digitalkanäle der beiden zu fusionieren. Die ARD ist mit dem, was man euphemistisch eine Digital-„Strategie“ nennen könnte, umfassend gescheitert. Sie veranstaltet zwei Sender mit irreführenden Namen und unklarem Profil, die niemand auseinanderhalten kann und keiner guckt, sowie eine Nachrichtendauerschleife. Es gelingt ihr nicht, ein klares unterscheidbares Profil für die beiden Kanäle EinsPlus und Einsfestival zu entwickeln, weil das Konzept in Wahrheit darin besteht, dass das eine Programm vom SWR gemacht wird und das andere vom WDR.

Deshalb ist es für die ARD auch unmöglich, das zu tun, was naheliegend wäre: einen ihrer beiden Möchtegernjugendkanäle zu schließen. Denn dann müssten ja der WDR oder der SWR etwas aufgeben. Und wenn ARD-Anstalten so etwas könnten, gäbe es keine fünf wöchentlichen Talkshows und das ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ würde nicht im Wechsel von fünf verschiedenen Moderatoren präsentiert.

Doch nun hat die ARD doch noch eine sinnvolle Verwendung für ihre vermurksten Digitalkanäle gefunden: Sie bietet an, sie zu opfern, und nutzt sie gleichzeitig als Pfand, um das ZDF in eine Senderehe zu zwingen.

Die ARD hat angesichts der dokumentierten Erfolglosigkeit ungefähr nichts zu verlieren, aber einiges zu gewinnen: Gemeinsam mit dem ZDF würde ein Neustart möglich, der nicht nur gesichtswahrend ist, sondern sogar imageträchtig: Es wirkt ungemein einsichtig und sparsam und politisch vorauseilend, mit dem Vorschlag, drei Sender einzusparen, nach vorne zu preschen. Gemeinsam könnten die Kanäle mehr Geld haben. Und auf eine bizarre Art ist es aus ARD-Sicht womöglich sogar tatsächlich einfacher, die Rivalitäten zwischen den eigenen Anstalten zu lösen, wenn man Gemeinschaftssender mit dem ZDF bildet.

Alles würde besser werden. Durch „intensivere Kooperationen“ wäre es möglich, die Digitalkanäle „weiter und besser zu profilieren“ — sagt der Senderverbund, dem es nicht einmal im Ansatz gelungen ist, zwei eigenen Kanälen ein eigenes Profil zu geben.

Wenn die sechs Digitalsender zu dreien zusammengelegt würden, biete das „die Chance zu einer weiteren Profilschärfung der schon bestehenden Gemeinschaftsprogramme Phoenix und 3sat“, träumt die ARD. Als ob es da bislang an „Chancen“ gemangelt hätte und nicht am Willen! Was die ARD und das ZDF bisher daran hindert, das Profil von Phoenix und 3sat zu schärfen, verrät die Pressemitteilung der ARD nicht.

Der Plan der ARD sieht vor, EinsPlus und ZDFkultur zu einem neuen Kanal für 14- bis 29-Jährige zu vereinen und Einsfestival und ZDFneo zu einem für 30- bis 49-Jährige. (Dass die ARD letztere als „jüngere Erwachsene“ bezeichnet, spricht Bände.)

Das öffentlich vorzuschlagen und das ZDF so unter Druck zu setzen, ist frech. Aber schon das Konzept auf der Grundlage einer solchen Altersaufteilung an sich ist Unsinn. Ist „Mad Men“ eine Sendung für 30- bis 49-Jährige? Wie groß ist die Übereinstimmung zwischen dem, was ein frisch Pubertierender und ein Familienvater mitten im Berufsleben sehen will? Angesichts der gründlich dokumentierten Schwierigkeit der Öffentlich-Rechtlichen, überhaupt Zuschauer unterhalb von 50 Jahren anzusprechen, wäre „ambitioniert“ ein schillernder Euphemismus für den Versuch, diese dann auch noch nach zwei Altersgruppen zu differenzieren.

Aber genau so scheint sich die ARD die zukünftige öffentlich-rechtliche Lebensbegleitung der Menschen vorzustellen. Erst gucken sie den gemeinsamen Kika, mit einsetzender Pubertät schalten sie zum gemeinsamen Jugendkanal um, mit 30 wechseln sie dann zum gemeinsamen jüngeren Älterenkanal.

Deshalb sei es auch keine Lösung, dass die ARD einfach einen ihrer Digitalkanäle abschalte und sich mit dem anderen auf ein junges Publikum konzentriert, sagte Lutz Marmor, der NDR-Intendant und amtierende ARD-Vorsitzende, heute Vormittag bei der Pressekonferenz nach der Frühjahrstagung der Intendanten: Wie soll das gehen? „Die ARD hat die ganz Jungen, und dann wechseln sie zu ZDFneo?“

Mit keinem Wort wurde bei der weit über einstündigen Pressekonferenz angesprochen, was jüngere Leute überhaupt sehen wollen, welche Formen der Ansprache richtig wären, welche Inhalte fehlen. „Die Zielgruppen fächern sich auf, deshalb brauchen wir Zusatzangebote für diese Zielgruppen“, sagte Marmor — als ließen sich diese Zielgruppen formal-technisch aufgrund ihres Alters unterscheiden.

Das ZDF hatte mit seinen Digitalkanälen ZDFkultur und ZDFneo ein besseres Konzept: ZDFkultur ist elitär, ZDFneo populär. Auf ZDFkultur liefen Konzerte, auf ZDFneo Serien wie „Mad Men“ und „30 Rock“. Gleich drei Sendungen von ZDFkultur sind in diesem Jahr für einen Grimme-Preis nominiert worden. Kein Wunder.

Dass das ZDF mit seinen Kanälen ungleich erfolgreicher ist als die ARD, liegt aber auch daran, dass es besonders schamlos ist, was das besinnungslose Wiederholen von zuschauerträchtigen Programmen angeht. Auf ZDFkultur läuft pro Woche 12-mal „Unser Charly“, 13-mal „Ein Heim für Tiere“, 15-mal „Tierarzt Dr. Engel“ und 39-mal die „Hitparade“. ZDFneo macht seine Quoten nicht zuletzt mit Wiederholungen von irgendeiner „Soko“, „Inspector Barnaby“, „Raumschiff Enterprise“ und der schon von RTL endlos wiederholten „Nanny“. Und ZDFinfo punktet mit Hitler.

Eigentlich hat der feine „Elektrische Reporter“ seine Heimat auf ZDFinfo. Sein origineller regulärer Sendetermin scheint inzwischen der Sonntagvormittag um 11:30 Uhr zu sein. ZDFinfo wiederholt die Sendung aber auch montags gegen 4:40 Uhr, mittwochs gegen 4:35 Uhr, donnerstags gegen 0:20 Uhr, samstags gegen 4:30 Uhr und sonntags gegen 4:45 Uhr. Es scheint eine interne Vorschrift zu geben, die Sendung nicht zu einer Zeit ins Programm zu nehmen, in der mehr als zwei Dutzend Menschen sie zufällig entdecken und schätzen lernen könnten.*

Was aus dem einstigen Anspruch (oder wenigstens: Versprechen) von ZDFneo („Wenn ich mich nur berieseln lassen will, geh ich unter die Dusche“) geworden ist, hat Peer Schader neulich anschaulich dokumentiert. Zwischen den ganzen Wiederholungen und dem „Hollywood-Freitag“ fand er in einer Woche exakt 45 Minuten neues eigenproduziertes Programm. Sein Fazit über den Kanal:

Bloß ein auf Quotenoptimierung getrimmter Programmplanersender, der sein Publikum ausschließlich als Zahl hinter der Kommastelle bei der Marktanteilsauswertung kennt.

Und ZDFkultur ist praktisch schon Geschichte: Der Sender, der mit seiner Spezialisierung insbesondere auf Musik immerhin eine klare Identität hatte, eine höchst öffentlich-rechtliche noch dazu, soll „so rasch wie möglich“ auf ein „Wiederholungs- und Schleifenmodell umgestellt werden“, wobei eh längst schon nicht mehr klar ist, woran man erkennen können sollte, wann damit begonnen wird.

Ausgerechnet diesen — von Intendant Thomas Bellut ungeliebten — Sender glaubt sich das ZDF nicht mehr leisten zu können. Und hat dadurch, dass es ihn quasi schon als eingestellt betrachtet, den Trumpf in der Hand, dass der Etat, den es nach den Träumen der ARD mit in eine Jugendkanalehe einbringen soll, gar nicht mehr vorhanden ist.

„Wir haben ein Manko“, sagte Marmor. „Wir haben kein klar definiertes Angebot für die ganz jungen, die 14- bis 29-Jährigen.“
Und ich dachte, dass EinsPlus genau so ein Angebot sein wollte und sich bloß mangels Ausstattung, Kreativität und Kompetenz dabei nicht gut anstelle.

Was hätte das ZDF davon, mit der ARD zu kooperieren? Marmor sagte, man könne sich heute schon vorstellen, wie attraktiv ein Sender wäre, der die Stärken, die ZDFneo und Einsfestival haben, kombiniert. Worin die „Stärken“ von Einsfestival aktuell bestehen, sagte er nicht. Andererseits deutete er an, dass sich, wenn man Einsfestival und ZDFneo zusammenlegte, vielleicht Geld sparen könnte, das man dann wiederum in den Jugendkanal stecken könnte.

Wie sich tagesschau24 und ZDFinfo sinnvoll zusammenlegen ließen, weiß die ARD auch noch nicht. Aber das klingt natürlich erstmal gut, und der Privatsenderverband VPRT klatschte prompt Beifall.

Die Diskussion um die Zahl der Digitalkanäle ist ohnehin irreführend. Es kommt nicht darauf an, ob es sechs sind, fünf oder drei, sondern darauf, wie die Sender sie nutzen und ob sie einen klaren Mehrwert darstellen, und sei es auch nur für eine kleine Gruppe. ZDFkultur hat das im Ansatz gezeigt. Aber ZDFkultur wird gerade abgewickelt.

*) Nachtrag, 16:30 Uhr. ZDFinfo weist mich darauf hin, dass der „Elektrische Reporter“ um 0:20 Uhr nicht versteckt wird, sondern dort erwiesenermaßen mehr Zuschauer finde, auch in absoluten Zahlen, als wenn er nicht so spät in der Nacht liefe.

80 Replies to “Minus mal Minus ergibt EinsPlus: Das Digitalkanalelend von ARD und ZDF”

  1. Einsplus hat allerdings immerhin das ausgezeichnete und Grimme-prämierte „Walulis sieht fern“.

  2. „Mehrwert“ – das ist das Stichwort, das meiner Meinung nach öfter in den Mund genommen werden könnte, wenn man über die Daseinsberechtigung des ÖR-Fernsehens diskutiert.

    Ich bin sicherlich kein fanatischer Hasser der ÖR und versuche gegen sie zu hetzen, wie manche (privaten) Medien es sehr gerne tun. Ich zweifle allerdings genauso ihre momentane Daseinsberechtigung an, zumindest in ihrem jetztigen Zustand.

    Der Fehler liegt dabei in der meiner Ansicht nach veralteten Definition des Begriffs „Grundversorgung“ im Rundfunkstaatsvertag. Ich weiß, dass der Begriff vor allem von Kritikern gerne mit „Minimalversorgung“ gleichgesetzt wird und dies nicht der Wirklichkeit entspricht. Doch auch die eigentliche Bedeutung des Begriffs wird schon seit einigen Jahren nicht mehr richtig eingehalten. Oder besser gesagt: er wird immer noch genauso eingehalten, wie er zur Zeit seiner Entstehung eingehalten wurde. Um zusätzlich noch mit der heutigen Zeit auf der Höhe zu bleiben, werden die von Dir im Artikel erwähnten Sender gegründet, denen jegliches Profil fehlt und mit denen sich die ÖR vom eigenen Zu-alt-werden zu distanzieren versuchen.

    Leider klappt das nicht so ganz und viele Sehen darin eine Verschwendung der zur Verfügung gestellten Gelder und dem muss ich in diesem Fall leider zustimmen. Wären nicht 2-3 Sender einem gut durchdachten, abwechslungsreichem Programm besser?

    Ich bin sicherlich auch kein Fan von Musikatenstadl und Co., verstehe aber noch bis zu einem gewissen Punkt ihre Daseinsberechtigung. Allerdings bilden solche Sendungen keinen kulturellen Schwerpunkt mehr, zumindest nicht in dem Maße, wie bspw. vor 50 Jahren. Entspricht das also wirklich noch dem Grundversorgungsauftrag in der heutigen Zeit?

    In meinen Augen sollte man die Definition des Grundversorgungsauftrags zeitgemäß anpassen, genauer definieren und auch das Programm der Sender danach ausrichten. Dabei sollten auch „neue“ Medien wie das Internet mit in Betracht gezogen werden, da man besonders über diese auch jüngeres Publikum besser ansprechen kann.
    Das wird zwar unserer tollen Verlagsbranche nicht gefallen, aber die doch momentan eh damit beschäftigt, wie sie mit Hilfe des abgeänderten LSR eine Möglichkeit finden können, Google doch noch zu verklagen.

    Letztendlich denke ich also, dass es Zeit wird, die gesamte Idee der Öffentlich-Rechtlichen und des Rundfunkstaatsvertrags neu zu gestalten. Die ÖR selbst versuchen sich selbst zwar zu verändern, jedoch nicht weitreichend und tiefgründig genug, wie man an den misslungenen Digitalkanälen gut erkennen kann.

  3. Warum eigentlich „Digitalkanal“? Sind die Hauptprogramme denn immer noch analog? Die Ausstrahlung ist doch heute bei allen Sender 100% digital, oder nicht?

  4. Wie »mutig« die ARD-Intendanten sind, hat der tolle Sendeplatz von »Borgen« gezeigt: Am Freitag eine halbe Stunde vor Mitternacht. Dann aber gleich zwei Folgen, also zwei Stunden lang. Super. Da kauft man mal eine tolle Serie ein (die zuerst auf arte ausgestrahlt wurde), hofft auf Quoten und dann so ein Sendeplatz. Wer schaut denn Freitagnacht fern?

  5. Ach, was waren das für schöne Zeiten als plus noch Muxx hieß und man sich die ungeliebte, um 23:00 Uhr versteckte Sendung des Hauptprogramms dort schon um 20:15 Uhr ansehen konnte und man auf Festival einen Fernsehspielkracher aus vergangenen Tagen nach dem anderen wiedersehen konnte.
    Da wußte man wenigstens was man bekommt.

  6. Gerrit van Aaken und Niggemeier
    Wieso wird es zunehmend sinnloser?
    Soweit ich es mitbekommen habe, wird es noch immer überall ins Kabelnetz eingespeisst. Abgestellt wurde doch nur der terrestrische Empfang.
    Und bei einem „alten“ Fernseher ist es nun mal so, dass ein „Digital“-Reciever nötig ist, um die Digitalsender sehen zu können.

  7. Ich bin ja ein Freund eines unabhängigen, solidarisch finanzierten, öffentlich- rechtlichen Fernsehens, aaaaber so wie es hier in Deutschland umgesetzt wird, bleiben einem praktisch keine Pro Argumente um sie zu verteidigen.

  8. „Es kommt nicht dar­auf an, ob es sechs sind, fünf oder drei, son­dern dar­auf, wie die Sen­der sie nut­zen und ob sie einen kla­ren Mehr­wert dar­stel­len, und sei es auch nur für eine kleine Gruppe.“

    So ist es, bei ZDFKultur konnte man beispielsweise Festivals wie „Wacken“ oder „Hurricane“ mehrere Stunden live sehen, das wäre bei den Privaten nie und nimmer gelaufen. Natürlich interessiert das nur eine kleine Gruppe, aber für „on tape“, „Berlin live“ oder „zdf@bauhaus“ zahle ich sehr gerne GEZ Gebühren und es ist ein echter Mehrwert.

    Aber kaum hat man den Sender für sich entdeckt und nach vorne programmiert, so dass man auch mal zufällig reinzappt, wird er eingestellt. Das ist einfach nur ärgerlich und von anderen Sendern wie EinsFestival habe ich noch nie gehört das dort etwas sehenswertes laufen würde. Also verschimmeln sie irgendwo zwischen den Dritten Programmen.

  9. Das Elend der Digitalkanäle fängt ja schon bei den Namen an.
    ZDF­neo – irgendwas „neues“. Aber was? Alte Serien erwarte ich da jedenfalls nicht, der Name würde eher zu einem Medien- (Kino, Games, Musik, …) oder Wissenschaftssender (aktuelle Entwicklungen) passen.
    ZDF­info – klingt nach „heute TV“
    ZDF­kul­tur – arte und 3Sat reloaded? Popkonzerte u.ä. würde ich bei dem Namen jedenfalls nicht erwarten.
    Eins­fes­ti­val – Was für’n Festival? Partystimmung? Wacken? Festival der Volksmusik?
    Eins­Plus – Klingt nach ARD für das Publikum „ARD+“, also 80+…
    tagesschau24 – Immerhin ein Sender, der ungefähr liefert, was der Name erwarten lässt.
    Man wundert sich da ja schon fast, dass der Ki.Ka nicht als „EinsInfo“ gestartet ist…

  10. ARD, ZDF und ihre Digitalkanäle – das ist schon längst ein Treppenwitz. Alle wollen sie unbedingt die Jugend erreichen – aber nen Plan, wie das überhaupt gelingen soll, hat keiner. Die geringen Reichweiten der Digitalsender sind schon traurig. Aber auch kein Wunder – wer kein TV-Junkie oder Journalist ist, weiß gar nicht, dass diese Kanäle überhaupt existieren. Man hat fast den Eindruck, als setzen ARD und ZDF alles daran, ihre Digitalsender so gut wie möglich zu verstecken.

  11. Dann sind das die Spartenkanäle bzw. Ableger ÖR der zweiten Gereration.
    Oder waren die Dritten (die blöderweise nicht mehr Dritte heissen wollen) schon die zweite Generation, dann wäre das ja die dritte Generation (also wieder die Dritten?).Oder verzähl ich mich gerade?
    Ich fand zdfNEO in den Anfangstagen übrigens richtig gut, näher an meinem Idealbild eines TV Senders war nur noch VOX in den ersten Monaten.

  12. @glenn
    Ja, den Eindruck des Versteckens kann man zumindest im Falle der ARD gewinnen. Meines Wissens geht die Cross Promo, also Hinweise auf die Existenz oder gar Programminhalte für Eins Plus und Eins Festival, im ARD-Hauptprogramm und auch den Dritten gegen Null.

  13. Ich möchte mal eine ganz andere Frage aufwerfen: wenn man als ARD und ZDF „die Jugend“ erreichen möchte, sind dann zusätzliche Fernsehkanäle überhaupt das richtige Mittel? Wer von der erhofften Zielgruppe (ist überhaupt irgendeine Zielgruppe definiert?) hat denn noch einen Fernseher?

    In meinem persönlichen Umfeld fällt mir auf, dass immer weniger überhaupt einen Fernseher haben. Ich gebe zu, dieses Umfeld ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung, da überwiegend akademisch und vom Alter her zwischen 20 und 30.

    Wenn wir jetzt mal für einen Moment davon ausgehen, dass sich aus meinem Umfeld zumindest eine Tendenz für Twens ablesen lässt – wäre es dann nicht viel sinnvoller, bestimmte Sendungen vor allem fürs Internet zu produzieren? (Man kann sie ja pro forma nochmal im ARD-Nachtprogramm versenden.)

    Braucht denn irgendwer noch einen Abspulkanal, der abwechselnd Hitlers Helfer, Hitlers Hund und Hitlers hanebüchenes Hackepeterrezept vorstellt?

  14. Innerhalb des ZDF sind die Redaktionen vom Muttersender mit den Leuten von neo und info vernetzt und im ständigen Dialog. Da wird immerhin gemeinsam an Formaten gearbeitet, auch wenn das noch wesentlich besser laufen könnte.

    Warum sollte das ZDF sich auf den Irrsinn einlassen, das alles aufzugeben, um mit allen ARD-Sendern zu diskutieren? Zumal die ARD-Sender ja schon beinahe traditionell im Clinch miteinander liegen. Es gibt kein gepflegteres Gegeneinander als innerhalb der ARD.

    Beim ZDF sehe ich das Problem, dass den kleinen Sendern Kosten aufgelastet werden, die vor allem bürokratische Gründe haben. Ein Beispiel nur: da wird aus Kostengründen auf semiprofessionellen Kameras gedreht, aber für das – dadurch notwendige – hausinterne Formatumwandeln berechnet die ZDF-Technik dann Mondpreise. Der Apparat schluckt die Kohle, die woanders wirklich gebraucht wird.

    Letztlich scheint mir aber das ZDF auf einem guten Weg, auch wenn man bei neo die Stellschraube zuletzt zu sehr in Richtung Mainstream gedreht hat und manche „Innovationen“ im Hauptprogramm eher wie Kopien abgelegter Privatproduktionen wirken. Versuche wie mit Roche/Böhmermann hat es reichlich gegeben, die Satire ist beim ZDF bestens aufgehoben. Man kann die Sendezeit vom „Elektrischen Reporter“ kritisieren, aber: es gibt ihn hier – und nicht bei der ARD.

    Man darf nicht vergessen, dass die ARD früher die Dritten als Probierstuben für neue Formate genutzt hat – heute hingegen sind die Dritten visueller Dudelfunk mit grausam peinlichen Chart-Formaten. Dass ein Mann wie Heiner Backensfeld als Programm-Planer von Drittem zu Drittem hüpfen kann (hr, NDR, WDR, SWR) und überall sein Strickmuster hinterlässt („Die 25 schönsten Bauernhöfe“, „Die besten Witze von…“) – das zeigt doch, wie sehr die Vorstandsetagen innerhalb der ARD auf den Hund gekommen sind.

    Es gibt ein absurdes Quotenrennen zwischen den Dritten, da geht es um Stellen hinterm Komma und dafür werden Unsummen rausgehauen. Teure Marktforschung bis zum Erbrechen, dadurch bedingt eine Normierung und im Umkehrschluss keine Neigung zu Innovationen. Es geht nur noch um die Quote – völlig egal, wer wirklich vor dem Gerät sitzt.

    Wer sehenden Auges eine solche Versteppung der eigenen Muttersender zulässt, von dem muss man auch keine sinnvollen digitalen Entwürfe erwarten. Und den wünscht sich das ZDF aus gutem Grund auch nicht als Partner.

  15. Immer wenn es um solche Umbenennungs-, Abschaltungs-, Zusammenlegungsüberlegungen geht, kommt mir so ein bisschen die Galle hoch, denn ich kann mich nicht des Gefühls entledigen, dass mir da -ohne mich zu fragen- etwas weggenommen wird. Einfach so. Das ist doch gemein.

    Profil. Ja. Gute Frage. Bei 3Sat (eher mehr Kultur) und Phoenix (eher mehr Geschichte, büschen Politik) empfinde ich Profile, und dafür mag ich sie. Bei den „Digitalen“ empfinde ich so gut wie keine Profile, aber mag sie trotzdem (weitgehend). Nicht zuletzt weil da viel Prägnantes aus den 80ern wiederholt wird, was sonst nie und nimmer mehr irgendwo zu sehen wäre, oder auch seit damals so gut wie noch nie wieder aufgetaucht war. Keine Ahnung wo diese Wiederholungen laufen (auf irgendeinem Digitalen wird’s schon sein…), und dieser bescheuerte künstliche Röhrenfernsehrahmen drumherum nervt unglaublich, aber immerhin. Es ist schön, dass es diese Sparten gibt. Dass über diese Digitalkanäle aber leider von älteren Herren in grauen Anzügen entschieden wird mache ich persönlich schon allein daran fest, dass sie es nicht hinkriegen, ausländische Sachen auch mit alternativem Originalton zu senden, was auf anderen digitalen Sendern eine absolute Selbstverständlichkeit ist. (Ja, ich weiss, das kann auch andere Gründe haben: Lizenzen, Rechte, etc. – aber trotzdem.)

  16. Man darf dabei nicht vergessen, woher diese Digitalsender stammen. Sie wurden bei Start des DigitalTVs (1997 IFA) einführt, um die Vorteile der Digitaltechnik zu nutzen. Damals sah man die Technik der Mediatheken und auch Festplatten-Receiver noch nicht, und so waren die Sender eigentlich immer als „Wiederholer“ gedacht, neue Inhalte waren zunächst gar nicht geplant.einplus hieß zB vorher „MuXX“. Der Sender sollte Gelegenheit geben, das ARD Hauptprogramm nochmals zu sehen. In England ist das heute umgesetzt, dort grassieren die „+1“ Sender. Und so fristeten diese Sender jahrelang ein graues Dasein, da dank der Unfähigkeit der dt. Kabelbetreiber kaum jemand sie schauen konnte. Erst jetzt mit der zunehmenden Sat-Digitalisierung kam man auf die Idee, diese Sender mit neuen Inhalten zu bestücken, bzw. eigentlich nur das ZDF. Die ARD wusste und weiß bis heute nicht, was sie mit den Sender noch soll, ihr Ur-Konzept der Wiederholer braucht heute keiner mehr, dafür gibts die Mediatheken und PVRs.
    Junge Inhalte (so wie es ARD/ZDF sehen) gehören in die HAUPTprogramme ! Nur dort haben sie genügend Geld zur Verfügung. Doch ARD/ZDF haben bisher in Wahrheit gar nicht den Willen, und wohl auch nicht die Kompetenz, Zuschauer unter 60 erreichen zu wollen. Solange die SOKOs von 4Mio Rentnern geschaut werden, und man mit der Championsleague sich ein paar jüngere Zuschauer sehr teuer dazu kauft, ist man zufrieden. Das dt. ÖR Fernsehen ist ziemlich qualitativ am Ende. 7,5 Milliarden Euro pro Jahr. Und was kriegt man dafür? Einfach lächerlich.

  17. @ Thorium:

    Ohne jetzt die öffentlich-rechtlichen Programme zu sehr verteidigen zu wollen (sie machen es ihren Gegnern in der Tat viel zu einfach): fairerweise sollte man anmerken, dass die 7,5 Mrd. Euro pro Jahr nicht nur fürs Fernsehen bezahlt werden. Davon werden ja auch u.a. das Deutschlandradio sowie Korrespondentenbüros auf der ganzen Welt finanziert.

  18. Ich glaube ja, dass die Jugend für’s Fernsehen verloren ist. Ich seh‘ das an meinem Sohn und seinen Freunden. Die haben gerade Abitur gemacht und schauen so gut wie gar nicht fern. Auch für die Studentenbude ist kein Fernsehanschluss geplant. Eher bedient man sich der Mediathek der einzelnen Sender.

    Zur Ausrichtung von EinsFestival: Die liefen die letzten Jahre auch immer mal wieder Übertragungen von Festivals, wie z.B. Roch am Ring, über ein ganzes Wochenende. Ich finde sowas genial. Das ganze Wochenende mit dabei ohne durch den Match robben zu müssen.

    Bei ZDFKultur lief über eine längere Zeit ‚Later with Jools‘, eine Musiksendung mit unheimlicher Bandbreite. In den älteren Aufzeichnungen tauchten dann Künstler auf, die heute ziemlich bekannt sind, aber damals noch ein Niemand waren. Wirklich toll. Allerdings lief die (werk-)täglich. Gut für mich, schlecht für Leute, die das nicht mögen. Dafür läuft jetzt die Hitparade in einer Endlosschleife, doof für mich, gut für Freunde von Dieter Thomas Heck. Man versteht das Konzept nicht. Kann man das nicht mischen? So ist das Sendefenster jetzt für mich ‚verbrannt‘.

    Wenn ich überhautp fernseh schaue, dann die Sparten- bzw. Digitalkanäle. Das Hauptprogramm von ARD und ZDF ist meist unerträglich. Genauso die ‚Dritten‘. Allerdings werden mir die kleinen Sender auch immer mehr verleidet. Vor allem weil Dokus echt in Endlosschleifen laufen und das Programm zu wenig durchmischt ist (s.o.).

    Ich bin eindeutig für den ÖR-Rundfunk, weil es noch etwas anderes geben muss als diesen Müll, den die Privaten uns präsentieren. Es muss die Möglichkeit geben anspruchsvolles Programm zu machen ohne immer auf die Quoten zu schielen. Nur leider macht das unser ÖR-Rundfunk nicht. Die trauen sich einfach nix. Wirklich schade. Man hat schon seit 20 Jahren das Gefühl, dass die alles über Bord geworfen haben und nur noch den miesen Konzepten des Privatfernsehens hinterher hecheln. Echt armselig.

  19. Dieser treffenden Analyse ist Stefan noch ein vierter, verdeckter ARD-Ableger entfleucht: BR alpha. Vom Programmmix auch zunehmend Multi-Inhalte-Abwurfstelle, als reiner Bildungskanal, aber erfreulich zuordenbar im ARD-Reviergezänk.

    Man sollte konsequent auch alle anderen Sender so benennen, wie sie faktisch positioniert sind:
    EinsFestival -> WDR Beta
    EinsPlus -> SWR Gamma
    Tagesschau24 -> NDR Delta.

    Dann hat jeder federführende Intendant einer größeren Anstalt seinen Talkshow-Anteil am Gemeinschaftsprogramm ARD, sein Drittes sowie ’sein Viertes‘ (Wird ja als Nummerkreis dank Disney demnächst wieder verfügbar).

  20. @nona: „.. denn ich kann mich nicht des Gefühls ent­le­di­gen, dass mir da –[…] – etwas weg­ge­nom­men wird..“
    Was ich dazu zu sagen hätte, könnte mir als Obsession ausgelegt werden.

  21. „Later with Jools“war in der Tat genial und für mich eines der wenigen sehenswerten Programme im Vorabend. An der BBC sieht man auch gut wie man öffentlich rechtliches Fernsehen richtig macht.

    Die Unkenrufe Jugendliche oder generell Deutsche würden bald gar nicht mehr Fernsehen halte ich übrigens für einen Internetmythos. Jeder „kennt“ irgendjemanden der in seiner Studentenbude angeblich keinen Fernseher mehr hat, weil man ja alles online raubkopieren kann. Sucht man aber mal nach Statistiken findet man sowas hier:
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/171950/umfrage/anzahl-der-fernseher-im-haushalt/

    Die Anzahl der Haushalte ohne Fernseher stagniert auf sehr niedrigem Niveau und es gibt aktuell mehr Haushalte mit vier oder mehr (!) Fernsehern als ohne einen. Außerdem geht der Trend anscheinend zum Zweit und Dritt Gerät.

  22. „Der Plan der ARD sieht vor, Eins­Plus und ZDF­kul­tur zu einem neuen Kanal für 14– bis 29-Jährige zu ver­ei­nen und Eins­fes­ti­val und ZDF­neo zu einem für 30– bis 49-Jährige. (Dass die ARD letz­tere als »jün­gere Erwach­sene« bezeich­net, spricht Bände.)“ Ich hatte irgendwann einmal gelesen, dass die Unterteilung von Zielgruppen nach Altersgruppen mittlerweile als willkürlich enttarnt sei. Und dass immer mehr Mediaplaner, Redakteure etc. sich von diesen Unterteilungen verabschieden würden – die öffentlich rechtlichen Sender aber anscheinend nicht. Dabei gibt der Autor selbst eine Antwort, weswegen sich mit dieser Unterteilung rin gar nichts anfangen lässt: „Ist »Mad Men« eine Sen­dung für 30– bis 49-Jährige?“ Eben, das kann man nicht sagen.

  23. @Uli, 29: Ich stimme Ihnen nicht zu. Je mehr sich Internet-Mediatheken durchsetzen und bemerkt werden, desto mehr werden sie auch benutzt. Was schaue ich denn selbst – als jüngerer Erwachsener :-) – noch im Fernsehen? Die Tagesschau gibt es als App, also schaue ich sie nur noch auf dem Ipad oder im Internet. Filme kann ich per DVD schauen oder online streamen (iTunes per AppleTV, Maxdome etc.). Nur gelegentlich schaue ich auch im Fernsehen noch Filme. Talkshows schaue ich gelegentlich noch im Fernsehen, meistens aber ein paar Tage später auf dem Ipad zu einer Zeit, da es mir besser passt.

    Der klassische Fernsehkonsum – auf dem Sofa sitzen, Glotze an – findet bei uns kaum noch statt. Und das wird zunehmen. Man hat zwar noch einen Fernseher, klar, aber der wird eher für DVDs / Bluerays genutzt oder für Online-Videotheken / -Mediatheken.

    Daher finde ich ja auch diese Strategie der ÖR für uns Konsumenten so verheerend, sich jetzt noch schnell eine feste Finanzierungsgröße zu sichern: den Rundfunkbeitrag, der nicht mehr an Empfangsgeräte gekoppelt ist, sondern als Steuer (jawohl) von jedem Haushalt erhoben wird. Wenn in ein paar Jahren kaum noch klassisch Fern gesehen wird, und ÖR-Inhalte erst recht nicht mehr, dann werden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter immer noch ihre Milliardeneinnahmen aus dem Rundfunkbeitrag haben.

    Die Zeitungsverlage haben ja dasselbe Problem: Immer weniger Konsumenten lesen eine klassische Zeitung, sondern informieren sich über das tagesaktuelle Geschehen über das Internet. Aber die Zeitungsverlage haben nicht die Möglichkeit, sich ihr Bestehen über eine Steuer dauerhaft zu sichern. Deshalb gehen sie allmählich zugrunde.

  24. Das Fernsehen als wichtiges Medium ist zumindest für mich schon lange vom Tisch! Und wenn ich die Gelegenheit habe, bei Freunden mal durchzuzappen, bestätigt sich meine Fernsehabstinenz immer wieder.

    Die Öffentlich-Rechtlichen bieten gerade zur Prime Time ein einschläferndes Programm, das offensichtlich auf allen Kanälen auf ältere Frauen oder Senioren abzielt. Die Privaten hingegen ersticken mit endlosen und sich ständig wiederholenden Trailern nach dem Werbeblock jegliches TV-Vergnügen sofort im Keim.

    Hat das Fernsehen heute überhaupt noch den Stellenwert, den es mal hatte? Ich glaube nein! Den Privatsendern geht es dreckig, weil die Zuschauer ausbleiben. Und das nicht weil sie zu den Öffentlich-Rechtlichen abwandern, sondern weil das Medium Fernsehen seinen einstigen Stellenwert immer mehr verliert und von anderen Freizeitbeschäftigungen abgelöst wird. Alleine schon der Teil der Freizeit, den man täglich online verbringt (und das dürfte kein geringer Teil sein), ist ein Teil, den man früher mit Fernsehen verbracht hatte.

    Und was machen die Öffentlich-Rechtlichen? Statt einer Reduktion ihres Angebotes wurschteln sie so weiter, als wären wir noch in den „fernsehboomenden“ 1990er Jahren! Und das können sie leider, weil man sich dem Fernsehen selbst zwar entziehen kann, die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme aber seit Anfang diesen Jahres über den Rundfunbeitrag (Rundfunksteuer wäre eigentlich passender) zwangsfinanzieren muss!

  25. @StefanA, 31

    wenn aber die Mengenbeschränkung der Flatrates in 1 oder 2 Jahren da ist werden aus meiner Sicht die Mediatheken deutliche Rückgänge erleben und das lineare Fernsehen auch bei den Jüngeren wieder notwendigerweise wachsen. Auch deswegen wird gutgetakteter Content wieder wichtig werden. Im Moment ist es egal, wann Sendungen kommen solange Sie in den Mediatheken auftauchen und man Sie dann ohne Datendrosselung zu bezahlbaren Preisen kriegt.
    Aber ob die ÖR einen linearen Content hinbekommen, wo man zu vernünftigen Zeiten Sachen zu sehen bekommt bezweifle ich stark.

  26. Dann mal noch eine Statistik:
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/118/umfrage/fernsehkonsum-entwicklung-der-sehdauer-seit-1997/

    Oder um einfach mal das alte FAZ Fernsehblog zu zitieren:
    „Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern.“
    Zusatz: Tendenz steigend bzw. gleichbleibend.

    Der Trend geht nach meinem empfinden viel eher dazu die Glotze anzuschalten und dann noch nebenbei in das Smartphone/Tablet/Laptop zu glotzen. Damit übernimmt der TV aber einfach die Rolle des Radios als Hintergrundberieselung was bei dem Programm teilweise kaum verwundern kann. Eine Folge „Schlag den Raab“ halte ich ohne Handy auch nicht mehr aus, so oft wie man dort unterbricht.

    Das ÖR sollte deswegen nicht weniger oder seichteres Fernsehen machen sondern Programm für das es sich lohnt das dusselige iPhone mal zwei Stunden aus der Hand zu legen. Für viele mit „digitalem ADHS“ ist das schon eine echte Herausforderung.

  27. Zu dem Elend und der Selbstvertümmelung der Öffentlich-rechtlichen fällt mit langsam nichts mehr ein. Ein Bekannter, der ein Praktikum bei einem der nicht-digitalen Kultursender gemacht hat, erzählt mir von einer Sitzung, in der der Senderchef verkündet „Amerikanische Serien im Original mit Untertiteln, das wollen die Leute nicht sehen.“ Und keiner widerspricht ihm. Und es findet demnach auch nicht statt.Weil ein öffentlich geförderter Kultursender mit einem Marktanteil von sowas wie 0,7% irrigerweise annimmt, er würde dadurch Zuschauer verlieren. Und vielleicht auf 0,6% rutschen, und das wäre ja eine Katastrophe. Und so lange sich diese Mischung aus Quotenangst und falscher Expertise weiter durchsetzt, solange solche Leute großfürstenmäßig auf den wichtigen Posten sitzen, wird sich da auch nichts verändern.

  28. @32:

    („Und wenn ich die Gele­gen­heit habe, bei Freun­den mal durch­zu­zap­pen, bestä­tigt sich meine Fern­sehab­sti­nenz immer wieder.“)

    Vermutlich gehen Sie auch in einen Zeitschriftenkiosk und blättern planlos alles mal durch, statt gezielt zu suchen und zu kaufen.

  29. @32: ältere Frauen und Senioren…. merkwürdige Kombination die Sie da gewählt haben. Vergessen Sie bei dem ganzen aber nicht: ÖR heißt immer noch Fernsehen für Mehr- UND Minderheiten und nicht Fernsehen (nur) für Sie, damit Sie früh bis spät Ihre Freude haben; das verstehen übrigens viele der ÖR-Gegner und Fernseh-Nicht(mehr)gucker aus irgendeinem Grund nicht bzw. die wollen es nicht verstehen, so als ob es nur noch schwarze Herrenschuhe für jeden geben soll, weil es Piefke Müller nun mal so gefällt.

  30. Und welche Konsequenz sollen wir daraus ziehen? Das Abo kündigen?
    Solange ÖR vollkommen ohne Transparenz und Knowhow weitermachen dürfen wird sich daran auch nichts ändern. Die Spartenkanäle sind so mies, da fehlen einem die Worte. Das Programm sieht wirklich so aus als hätte man das in einer halben Stunde zusammengeschustert und dann beiseite gelegt.

    Das liegt natürlich vor allem an der Weltfremdheit der Entscheidungsträger im ÖR. Wenn Bellut einem erzählt, dass es für das ZDF spricht, wenn zwei leidlich talentierte Berufsjugendliche abgeworben werden, die genau mit der gleichen Sendungen auch vom ZDF einem anderem sender abgeworben worden, dann fehlen mir die Worte. Das ist vollkomen realitätsfern. Das ZDF hat doch in den letzten Jahren niemanden aufgebaut. Dann klaut man noch schamlos das Konzept der Dailyshow, schneidet großteils den Anspruch raus und dann beschwert man sich wenn Leute es mit dem Original vergleichen, tja dann sollte man nicht klauen.
    Und zdfneo war auch in der Zeit als es so gelobt wurde nicht mehr als ein Auffangbecken für zu Recht gescheiterte Ex-Musikfernsehnsmoderatoren. Da wurden dann Mittdreißiger, die über zehn Jahre Fernsehen machen als Jugendlich und neu angepriesen.

    Bei dem kargen Programm muss man wirklich mal fragen wo all das Geld versickert.

  31. @Karin, 28:
    „Zur Aus­rich­tung von Eins­Fes­ti­val: Die lie­fen die letz­ten Jahre auch immer mal wie­der Über­tra­gun­gen von Fes­ti­vals, wie z.B. Roch am Ring, über ein gan­zes Wochen­ende. Ich finde sowas genial.“

    Zugegeben: Es ist mir auch erst beim zweiten Lesen aufgefallen, aber diese Aussage bestätigt exakt den ursprünglichen Artikel. „Rock am Ring“ lief (auch als man noch nicht das jugendliche Abendprogramm auffuhr) und läuft IMMER auf einsplus, weil das Festival im Sendegebiet des SWR stattfindet und vom Sender gesponsort wird.

  32. Alles das ist moeglich, weil Beamte am Werk sind. Ob es Steuer- oder Gebuehrengelder sind, aendert nichts. Beamte, de facto unkuendbar. Und Margaret Thatcher ist tot. Keine Hoffnung, irgendwo.

  33. @ Jörg Kachelmann:

    Der Mensch neigt ja dazu, nach dem Scheitern eines Modells oder einer Idee das exakte Gegenteil zu glorifizieren – obwohl dieses Gegenteil auch nicht unbedingt besser, oft sogar schlechter ist. Margaret Thatcher und ihre Politik sind ein perfektes Beispiel dafür. Der reine Beamtenstaat mag gescheitert sein – das nun auch in Deutschland und auch in der öffentlichen Verwaltung oft praktizierte Modell befristeter Verträge ohne langfristige Perspektive und mit eingeschränkten Arbeitnehmerrechten ist aber auch nicht das Wahre (im Polnischen gibt es einen sehr schönen, da überaus treffenden Begriff für diese Art von Beschäftigung: Umowa śmieciowa – Müllvertrag).

    Außerdem: Wieso unterstellen Sie eigentlich Menschen, deren Arbeit sicher ist, pauschal, dass sie demotiviert sind? Was ist das überhaupt für ein Verständnis von Arbeit, von man davon ausgeht, dass Menschen nur dann ihr bestes geben, wenn sie ansonsten mit Strafen (bis hin zur Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz) rechnen müssen?
    Gab es nicht in der freien Wirtschaft in den letzten Jahren genug Beispiele von Managern, die für schöne Zahlen gesorgt haben, bis dann – natürlich nach ihrer Zeit – das böse Erwachen kam? Neben diversen Banken ist die Berliner S-Bahn hier ein ganz gutes Beispiel (wenn auch nicht unbedingt in die Kategorie „freie Wirtschaft“ passend). Vor diesem Hintergrund könnten unbefristet eingestellte Mitarbeiter doch bewirken, dass sie die Folgen ihrer Entscheidungen noch miterleben – und zu tragen haben.

    Ich gehe eher davon aus, dass jeder Mensch bereit ist, eigene Ideen einzubringen und an ihrer Umsetzung mitzuwirken – die entsprechenden Strukturen vorausgesetzt. Und daran dürfte es beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk gewaltig hapern.

  34. @43 Um Ihre Frage zu beantworten: Ich bin aufgewachsen mit einem (fast 40 Jahre Beamten-) Vater, der zuhause fast taeglich berichtete, was er warum vom Beamtenstatus haelt und diesen Menschen http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Kluncker als Grundlage grossen Elends fuer den deutschen Staat betrachtete. Ich habe die jahrzehntelangen Einlassungen meines Vaters als ueberzeugend empfunden. Die Leistungen von DWD (jahrzehntelange Erfahrung) Polizei und Justiz in Mannheim und Umgebung gaben mir zusaetzliche Eindruecke. Ich habe von 1992 bis 2010 fuer die ARD gearbeitet und werde eines Tages erzaehlen. Und nach all dem: Ja, ich bin zutiefst ueberzeugt, dass das Schweizer Modell (dadurch auch praktisch Vollbeschaeftigung) ohne Kuendigungsschutz und mit weitestgehender Abschaffung des Beamtenstatus goldrichtig ist.

  35. @ Jörg Kachelmann, # 44:

    Genau so etwas meinte ich mit „Zwischentönen“. Ich bin auch kein Freund davon, dass jemand sein ganzes Leben Kündigungsschutz genießt, egal, was er abliefert. Margaret Thatcher (die Sie ja oben als Beispiel genannt haben, und nicht das Schweizer Modell) steht aber für das etwas anderes: den Arbeitnehmer nicht als Menschen, sondern als Arbeitstier zu betrachten, das gefälligst die Klappe halten soll. Und ein Mensch in einer solchen Situation wird doch nicht total innovative Ideen liefern oder gar auf Missstände hinweisen (er will ja eine Vertragsverlängerung bekommen…), sondern einfach nur zum Opportunisten.

  36. @45 Ich habe Opportunismus und Speichelleckertum eigentlich fast nur in den beamten- und beamtenaehnlichen Situationen gesehen, weil dort Vorgesetzte fast immer nie aufgrund realer Leistungen, sondern aufgrund anderer Kriterien auf ihrem Stuehlchen sassen. Das lernten auch Untergebene mit dem Ergebnis, dass Opportunismus und Speichelleckertum reichen, um aufzusteigen.

  37. @ Jörg Kachelmann, #46:

    Das bestreite ich gar nicht. Wie gesagt, ich bin kein Freund des Beamtentums (auch wenn ich dennoch eine pauschale Verurteilung aller Beamten ablehne). Aber ebenso wenig bin ich ein Freund des krassen Gegenteils (befristete Arbeitsverträge, dauerhaft „flexible Arbeitszeiten“, wenig Urlaub etc.) – und genau für dieses krasse Gegenteil steht für mich sinnbildlich Margaret Thatcher.

  38. @47 Sie haben da den typisch deutschen Webfehler mit der Angst vor der Verantwortung des Individuums. Gerade die Schweiz macht es vor, in der sinnvolle Mindesloehne sicherstellen, dass auch Kellner, Pflegepersonal und Friseure anstaendig verdienen im Gegensatz zum pseudosozialen Deutschland, in dem der Kuendigungsschutz alle diese befristete Zeitvertragsscheisse erst verursacht, pardon.

  39. @ 48

    Ich versuche mich kurz zu halten, es ist schon wieder spät.

    Ich bin sehr stark für die Verantwortung des Individuums! Aber ich finde, an Verantwortung fehlt es in Deutschland nicht dem durchschnittlichen Arbeitnehmer, sondern ganz anderen Kreisen. Wer einmal eine bestimmte Höhe erreicht hat, kann nicht mehr fallen, und er kann sich alles erlauben. Wurde je einer derer, die sinnlose Großprojekte wie die Elbphilharmonie gegen sämtliche Bedenken durchgepeitscht haben, für die Zusatzkosten zur Verantwortung gezogen? Müsste jemand wie Hartmut Mehdorn, der über ein Jahrzehnte aufgebautes und als vorbildlich geltendes Verkehrssystem innerhalb weniger Jahre zugrunde gerichtet und nebenbei in großem Stile seine Mitarbeiter überwacht hat, nicht gesellschaftlich isoliert werden statt ihn direkt auf den nächsten hohen Posten zu setzen?
    Ich finde es zynisch, Menschen, die unmittelbar für ihre Existenz arbeiten müssen (und, ohne jetzt allzu sehr die Tränendrüse belasten zu wollen: die vielleicht auch noch eine Familie ernähren müssen), an ihre eigene Verantwortung für sich selbst zu erinnern, wenn es an der Spitze des Gesellschaft ganz anders vorgelebt wird.

    Zum Kündigungsschutz:

    Was macht Sie eigentlich so sicher, dass Sie nicht Ursache und Wirkung verwechseln? Wer sagt denn, dass die wirtschaftliche Situation der Schweiz wegen des fehlenden Kündigungsschutzes so gut ist – und nicht, dass der fehlende Kündigungsschutz nur wegen der guten wirtschaftlichen Situation überhaupt funktioniert?

    Zum Einkommen:

    Sie sollten nicht vergessen, dass es in der Schweiz nicht nur einen Mindestlohn gibt (was in Deutschland ohne Zweifel auch angebracht wäre), sondern auch eine erheblich niedrigere Arbeitslosenquote. Nimmt man nun den Begriff „ArbeitsMARKT“ wörtlich, heißt das zunächst: ein kleines Angebot (an Arbeitskräften) führt zu hohen Preisen (Löhnen).

    Auch wären die Realeinkommen interessant, es ist ja nicht so, dass man in der Schweiz trotz höheren Verdiensts die gleichen Preise zahlen muss.

  40. @49 Nur ganz kurz, weil es sehr off topic ist: Ich war ueber 20 Jahre Unternehmer in der Schweiz und in Deutschland und habe weit ueber 100 Leute angestellt insgesamt. Schweiz, ohne Kuendigungsschutz: Sie stellen jeden sofort mit vollem Ornat an, unbefristete Festanstellung mit allen Sozialleistungen und Gedoens, weil kein Risiko. In einem Wellental behalten Sie ihn trotzdem, wenn er/sie gut ist, weil sie lange auch in diese Person ueber Ausbildung investiert haben, Deutschland, mit Kuendigungsschutz: Risiko. Sie werden immer vor einem Arbeitsgericht landen, es wird teuer werden. Bloss keinen mit Familie, wird noch teurer. Am besten niemanden, denn Sie landen vor Arbeitsgericht. Wir haben trotzdem Dutzende Arbeitsplaetze in Deutschland geschaffen, aber nie mit dem beiderseitigen Gefuehl der Freude wie in der Schweiz, weil es dort ein fairer Vertrag ist. Der Kuendigungsschutz ist eine groteske Einrichtung zum Schutz der (manchmal faulen und unfaehigen) Arbeit habenden zur Aussperrung der (oft nicht faulen und unfaehigen) Arbeitssuchenden. Wer hat, dem wird gegeben. Und furchtbarerweise ist der deutsche Common sense auch noch stolz auf diesen Schwachsinn.

  41. Mike, #40

    („Dann klaut man noch scham­los das Kon­zept der Dai­ly­show“)

    Und diese Dailyshow, die ist aus dem Nichts heraus entstanden?

  42. (Ich bitte um Entschuldigung für das Abschweifen vom Ursprungsthema.)

    @ 50:

    Das mag durchaus sein.
    Mir ist, nachdem ich nochmal eine Nacht drüber geschlafen habe, noch ein Mentalitätsproblem eingefallen, was solche befristeten Arbeitsverhältnisse schwierig erscheinen lässt:
    Man wird leider in Deutschland recht schnell auf eine Sache festgelegt. Mein Abschluss (Stadtplanung) bietet eigentlich recht viele Möglichkeiten, von der Wissenschaft über Stadtverwaltungen hin zu Architekturbüros. Nachdem ich mich nun für ersteres entschieden habe, bin ich mir unsicher, ob ich nach Ablaufen des Vertrags überhaupt noch die Chance habe, mich für etwas anderes zu entscheiden, oder ob die potentiellen Arbeitgeber mich sofort in eine Schublade stecken. Viele erwarten wohl auch Arbeitnehmer, die keine lästige Einarbeitszeit brauchen und sofort alles können. Das hat wiederum zur Folge, dass es weniger Stellen gibt, auf die ich mich realistischerweise bewerben könnte (was mich natürlich nicht davon abhält, es zu tun).

    Es nur an den Arbeitgebern festzumachen, wäre aber sicher zu kurz gegriffen. Vielleicht sind auch Arbeitnehmer in Deutschland oft zu sehr auf eine bestimmte Richtung festgelegt. Da lobe ich mir doch den polnischen Pragmatismus :) http://www.ardmediathek.de/rbb-fernsehen/kowalski-und-schmidt/polnische-azubis-in-brandenburg?documentId=14040062

    Nach dem, was ich selbst erlebt habe, ist eine solche Biografie mit sehr krassen Jobwechseln bei unseren östlichen Nachbarn gar nicht so untypisch. Und nebenbei widerlegt der
    Beitrag in wunderbarer Weise die Klischees gegen das angeblich so gar nicht offene Brandenburg. Aber nun schweife ich wirklich zu weit ab. Tut mir Leid – zurück zum Thema.

  43. Ein letzter themenfremder Gedanke sei mir noch gestattet: wahrscheinlich ist das Schlimmstmögliche weder eine rein auf Beamtentum ausgerichtete noch eine auf prekärer Beschäftigung basierende Organisation, sondern die Mischung daraus: also Strukturen, in denen Beamte über das Schicksal prekär Beschäftigter entscheiden. Gerade in solchen Strukturen dürfte Opportunismus gedeihen (siehe Beitrag # 35). Ein Beispiel sind – nach dem, was ich von außen mitbekomme – die öffentlich-rechtlichen Sender. Womit wir doch wieder beim Thema sind (juhu!).

    Ein Beispiel dafür ist vermutlich jede deutsche Hochschule. Es gibt so einige Professoren, die sich dank sicherer Stelle einen Dreck um das scheren, was sie eigentlich tun sollten (ich möchte allerdings den Berufsstand nicht pauschal in den Dreck ziehen, es gibt nach meinen Beobachtungen sehr viel mehr trotz sicherer Anstellung hochmotivierte Professoren). Denen stehen Mitarbeiter gegenüber, die i.d.R. überhaupt nur max. sechs Jahre an einer Hochschule arbeiten dürfen und sich von Semestervertrag zu Semestervertrag hangeln (die wiederum von total unrealistischen Arbeitszeiten ausgehen).

    Der Lehr- und Forschungsbetrieb an sich steht einer total verkrusteten Verwaltung gegenüber. Mein Arbeitgeber, einer der größten TUs in Deutschland, baut z.B. in der Lehre gerade massiv Personal ab und stellt ganze Studiengänge ein (schließlich sind 0,1 % der Uni neuerdings exzellent). Zugleich wird die Verwaltung vergrößert. Nur Optimisten gehen davon aus, dass es künftig keine sechs Wochen mehr dauern wird, um eine studentische Hilfskraft einzustellen (man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen – die Anstellung eines Studenten dauert SECHS WOCHEN).

    @ Jörg Kachelmann: Ich denke, unsere Positionen sind gar nicht so weit voneinander entfernt. Mich hat vor allem gestört, dass sie ausgerechnet Margaret Thatcher als Vorbild angeführt haben.

  44. Ich habe mir den Kopf darüber zerbrochen, warum sich der Besitzer und Autor dieser Seite über Alles und Jeden aufregen muss…mir sind Theorien wildesten Ausmaßes durch den Kopf geschossen aber keine wirkliche Lösung. Das was man am ehesten annehmen könnte wäre: Der Autor möchte etwas ändern. Was sich letzendlich auch als Quatsch erwies, da Menschen, die ernsthaft etwas ändern wollen, auch produktive Lösungsansätze vorschlagen. Dann kam mir die Idee… vielleicht hat er einfach nur Lust zu nörgeln…aber warum extra eine Website dafür aufbauen??? die Lösung dafür ist so simpel wie genial und auch gleichzeitig die Antwort auf die Frage warum es auf dieser Seite keine Werbung gibt: „Die Menschen die so sind und sich das Genörgel durchlesen, muss man mit der Lupe suchen“ So und jetzt LASSET DEN SHITSTORM BEGINNEN!
    Schönen Weltuntergang wünsche ich Euch!

    PS: Keep Smiling!

  45. Bei Eins­Plus gibt es alle zwei Wochen mitt­wochs um 20:15 Uhr „it´s fashion“ mit der Blog­ge­rin Jes­sie Weiß, bitte nicht vergessen.

  46. @Jörg Kachelmann: es sind aber nicht nur Beamte bei ARD/ZDF. Und es gibt auch in anderen Ländern ÖR TV, zB BBC oder auch die skandinavischen gebührenfinanzierten Sender. Und diese bieten ein weit moderneres Programm. Es kann also nicht nur daran liegen. Es muss auch andere Gründe haben, warum das dt. ÖR Fernsehen so schlecht ist. Liegt auch wenig an den dt. Zuschauern, die meisten kennen ja nichts anderes. Würde da so mancher mal in den Genuss ausländischer Sender kommen, vielleicht würde sich dann was ändern. Das schlimme ist, dass aber auch die Nachrichten – eine Hauptkompetenz der ÖR – immer schlechter werden. Wer mal „Newsnight“ auf BBC gesehen hat, der weiß wie mies zB. Sendungen wie „tagesthemen“ mittlerweile sind. Der Hauptgrund ist wohl, dass es gar kein dt. Fernsehen gibt. Sondern eines aus NRW, Bayern, Hessen usw. Deutschland ist provinziell wenn es um den Rundfunk geht. Und im PrivatTV Bereich haben wir reine Controller-gesteuerte Unternehmen, ohne jeglichen künstlerischen Anspruch mehr. Nur schnell den letzten Cent rausquetschen. Leider wird das dt. TV europaweit unverschlüsselt per Satellit gesendet, so dass sich unsere Nachbarn über den Mist schlapp lachen können.

  47. Um mal wieder ganz unmittelbar auf Herrn Niggemeiers Artikel Bezug zu nehmen:

    Ich sehe den „Ur-Denkfehler“ der ARD-Intendanten darin, gemeinsam mit dem ZDF nach Altersgruppen als jeweiligem Zielpublikum ausdifferenzierte Digitalkanäle aufziehen zu wollen, anstatt lieber auf unterschiedliche inhaltliche Interessen abzustellen.

    Demgegenüber ist das ZDF mit seinen Digitalsendern – wenngleich sicherlich noch mit Verbesserungs- und Feinabstimmungsbedarf – meines Erachtens schon mal auf dem durchaus richtigen Weg. (Bzw. wäre es, würde man ZDFkultur weiterentwickeln anstatt einstellen.)

    Ich könnte mir sehr gut drei von ARD und ZDF gemeinsam betriebene Digitalprogramme mit jeweils folgenden Schwerpunkten vorstellen (die sich nicht von ungefähr am digitalen Angebot des ZDF in seiner noch bestehenden Form orientieren, und eher wenig bis keinen Bezug auf das ARD-Digitalbouquet nehmen):

    „Kultur:“ Konzerte, Festivals und Musikvideos, Shows und Magazine, Reportagen und Dokusoaps etc.

    Die Woche hat 168 Stunden, das sollte eigentlich Zeit genug sein, um auch entsprechende Formate genannter Arten für gezielt sowohl eher jüngere als auch eher „mittelalte“ Zuschauer unterzubringen.

    „Fiktion:“ Aktuelle Lizenzserien, die man sich aus welchen Gründen auch immer in den Hauptprogrammen von ARD und ZDF nicht zu zeigen traut, ebenso wie Serienklassiker aus den Schatztruhen beider Sender, zur Abrundung Kinofilme.

    „Information:“ Dokumentationen zu Geschichte, Natur(-wissenschaft) und Gesellschaft, interaktive Talkshows, Hintergrundberichte usw.

    Das ganze so abgemischt, dass die – ohne Zynismus gesprochen – von den öffentlich-rechtlichen Hauptsendern Das Erste, ZDF und den Dritten kaum noch angesprochenen und bedienten 14- bis 49-Jährigen selbst je nach persönlichen Interessen und Vorlieben entscheiden können, wann sie sich was auf welchem dieser Sender anschauen wollen.

    Anstatt Altersschablonen nach dem Muster: „Sie sind zwischen 14 und 29 Jahre alt? Dann haben wir für Sie unseren ‚Jugendsender‘!“, bzw. „Sie sind zwischen 30 und 49 Jahre alt? Dann haben wir für Sie unseren ‚Junge-Erwachsenen-Sender‘!“.

    Denn auch innerhalb beliebig eingegrenzter Altersgruppen können Interessen ja durchaus verschieden sein.

    So fielen z. B. sowohl Herr Niggemeier, als auch der im Artikel zitierte Herr Schader, als auch ich in die Zielgruppe des Senders für die 30- bis 49-Jährigen – wären aber unmöglich alle drei mit einem Sender für Zuschauer unseres Alters glücklich zu machen.

    Herr Niggemeier und Herr Schader wünschen sich – so schließe ich jedenfalls aus ihren jeweiligen Artikeln hier, im alten FAZ-Fernsehblog und neuen Fernsehblog bei ulmen.tv – in erster Linie Sendungen, wie man sie v. a. bei ZDFkultur, vereinzelt auch mal bei Einsfestival, EinsPlus und ZDFneo findet.

    Ich hingegen erfreue mich am „Hollywood-Freitag“ auf ZDFneo und ärgere mich ansonsten, dass die Wiederholungen von „Raumschiff Enterprise“ dort laufen, wenn ich zumeist noch nicht Feierabend habe, zur besten Sendezeit dann Krimiserien, die meine Oma (88) im ZDF-Hauptprogramm schaut, und Serien, die mich interessieren, wiederum erst zu nachtschlafender Zeit.

    Kein unlösbares Problem, wenn ARD und ZDF eine Strategie entwickelten, ihre Digitalsender entlang inhaltlicher Interessen- anstatt starrer Altersgruppen aufzustellen.

    Wie gesagt, eigentlich müsste man dazu nur die drei bestehenden Digitalkanäle des ZDF erhalten, einige Sendungen zwischen diesen austauschen, die paar brauchbaren Formate der ARD-Digitalprogramme auf dem jeweils passenden Sender einbauen, ein bisschen an den Programmschemata feilen – fertig!

  48. Das ein gemeinsamer Sender von ARD und ZDF funktionieren kann, sieht man ja an „Phoenix“!

  49. @Sibirischer Tiger: wie wäre es, wenn die ARD sich auf ihre Kernkompetenz konzentriert, die da ist: Regionalität. Also gar keine „Digitalsender“ mehr. Das sollten sie dem ZDF alleine überlassen ! Immer wenn die ARD Anstalten in ihren Dritten für ihre eigenes Sendegebiet arbeiten, dann kann es richtig gut sein. Nur wenn sie zusammen bundesweit was tun sollen, geht es regelmäßig in die Hose. Also: man sollte das ZDF als bundesweiten Anbieter stärken, und die ARD sollte sich hier lieber zurückziehen.

  50. „Immer wenn die ARD Anstal­ten in ihren Drit­ten für ihre eige­nes Sen­de­ge­biet arbei­ten, dann kann es rich­tig gut sein.“

    Thorium, was wäre das für eine Welt ohne das Wörtchen „kann“…

  51. @ Thorium, # 61:

    Der Gedanke ist gar nicht so dumm, wenn ich z.B. an „20 x Brandenburg“ oder „Kowalski & Schmidt“ denke.

  52. @Thorium (#61):

    An sich eine interessante Frage, über die ich auch schon mal gegrübelt habe: Wozu braucht die ARD, die neben einem bundesweiten auch zehn regionale Fernsehprogramme unterhält, überhaupt noch weitere Kanäle?

    Egal ob nun Sendungen für bestimmte, kleinere Zielgruppen, experimentelle Formate, zeitnahe Wiederholungen publikumsträchtiger Sendungen aus dem Hauptprogramm oder „Kultsendungen“ – für all das eignen sich doch eigentlich ganz wunderbar die Dritten?

    Und das übrigens ohne dass deren regionaler Bezug in seiner gegenwärtigen Form ernsthaft in Gefahr geriete, denn mal ehrlich – welche Rolle spielt dieser eigentlich noch?

    Plus/minus eine Stunde „Mischmagazin“ am Tag, mit vielleicht einem bisschen Landespolitik, aber auch ordentlich viel Boulevard, mehr ist doch sowieso nicht. „Die schönsten Bahnhofsklos Nordrhein-Westfalens“im WDR FS zähle ich dabei übrigens genau so wenig als ernsthaftes „regionalbezogenes“ Programmangebot wie Fischerchöre im MDR FS, oder so was.

    Nur verletzte die offizielle Adaption einer solchen Ergänzungsfunktion gegenüber dem ARD-Hauptprogramm natürlich unheilbar die Eitelkeit der diversen Landesrundfunkanstalten.

    Denn neben einer Talkrunde, einer Politmagazin-Ruine und (mindestens) einem Tatort-Ermittlerteam auf dem Gemeinschaftssender braucht ja selbstverständlich auch jede von ihnen noch einen eigenen Fernsehkanal, den sie für ein sog. „Vollprogramm“ halten und als solches ausgeben kann, egal wie weit er davon entfernt ist – der Herr Bellut vom ZDF erzählt ja schließlich auch ungestraft herum, der von ihm verantwortete Sender bemühe sich darum, mit grundsätzlich jeder Sendung ein breitestmögliches Publikum anzusprechen …

    Eher dürfen eines Tages die Geschäfte in Deutschland am Sonntag öffnen, als dass sich an der Struktur der ARD irgendwas ändert!

  53. komplett off-topic:

    es ist schon eklig, wie Christoph „Naseweiß“ Daum jetzt Uli Hoeneß öffentlich „bemitleidet“, auch wenn Hoeneß die Kritik für sein Wasser-predigen-aber-Wein-trinken mehr als verdient.

  54. @58 Sie haben recht, aber deutsche (Fernseh-) Beamte waren schon immer etwas anders als die im Ausland. Und englische Beamte sind seit Margaret Thatcher nicht mehr das, was sie mal waren, zum Glueck.

  55. So „off“ ist die Diskussion zwischen DaW und Jörg Kachelmann gar nicht. Sie befasst sich doch mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen (Beamtenstaat), die in D auch in den ÖRR hinein wirken.

    die folgenden Zeilen sind wahr und ungeschönt.
    Als elitäres Arbeiterkind mit fast 50 Jahren Berufsleben auf dem Buckel, incl. mehr als 30 Jahren Selbständigkeit, teile ich viele Positionen von Jörg Kachelmann. Ein System mit Mindestlöhnen, Kündigungsmöglichkeit (wobei gekündigte Arbeitnehmer der Vollbeschäftigung vertrauen können), gutem Krankenversicherungs- und Rentensystem für alle Bürger, Frauenwahlrecht und einer Konkordanzdemokratie sonder gleichen, macht die Schweiz zu einem erfolgreichen, glücklichen Land. Ob Vollbeschäftigung Folge oder Voraussetzung der Rahmenbedingungen ist, weiß ich nicht.

    Aufgrund aktueller Zeitungsmeldungen noch eine kleine Ergänzung: Vielleicht hilft aber auch Geld von allen möglichen Menschen, das in der Schweiz unbezahlten Urlaub macht. Manche Schweizer Banken sind bei der Urlaubsplanung sehr hilfsbereit. Ich erinnere mich an einen Besuch eines Agenten einer Schweizer Bank Anfang der 1990er Jahre bei mir, der mich zur Einrichtung eines Nummernkontos nach Zürich einlud…

  56. @polyphem: „wobei gekündigte Arbeitnehmer der Vollbeschäftigung ver­trauen können“ – schwierig. Gibt keine Vollbeschäftigung, nur sinkende Reallöhne und aber auch prekäre Jobs. Und das Beamtentum z.B. bei ARD und ZDF.
    Da bin ich doch froh, dass wir noch den Arbeitskampf haben und damit den Kündigungsschutz beibehalten können.

  57. Was ich nie verstanden habe: Warum wird ein Sender nicht einfach mit seinem Publikum älter? So macht die Autoindustrie das doch auch (wer 1990 einen Golf II hatte, kann heute noch immer Golf fahren, wobei die aktuelle Ausstattung nichts mehr mit dem damaligen zu tun hat). Stattdessen muss man sich an seinem 30sten Geburtstag erstmal eine Liste aller Radio- und TV-Programme für 30-49-jährige besorgen. Würde ein Sender sich dagegen langsam mit den Bedürfnissen seines Publikums wandeln, erwachsen werden, alt werden, dann könnten auch die Moderatoren einfach bleiben und müssten nicht altersbedingt irgendwann gefeuert werden.

    „ZDF Info macht mit Hitler Quote“: Das ist mir auch schon aufgefallen. Eigentlich müsste man diesen Sender den Weltkriegssender nennen. Mit dem Zweiten quotet es sich besser. Oder so.

  58. Forschungsstellen für Promovierende werden in der Schweiz i.d.R. auch besser bezahlt. Aber steht die Schweiz jetzt wirklich wirtschaftlich und sozial so toll da? So ein unabhängiges Land traut man sich ja kaum international zu vergleichen. Ich kenne die Zahlen nun nicht und vertraue weniger auf die subjektiven Gedanken und Erfahrungen eines Herrn Kachelmanns.
    Aber kann Herr Kachelmann vielleicht noch was zur Presse- und Medienlandschaft (insbesondere Fernsehprogramm) dort sagen?

  59. Um mal wieder zum Ausgangsthema zurückzukehren: ich fürchte, Stefan Niggemeiers Analyse trifft genau auf die Zwölf. Die ARD hat ihr Digitalkonzept komplett an die Wand gefahren. Und das hat sehr viel mit Rivalitäten zwischen SWR und WDR zu tun. Diese verhindern auch beispielsweise, dass die ARD im Ersten für ihre Digitalkanäle werben kann. Während das ZDF in seinem Hauptprogramm (also ZDF paläo) immer wieder auf Highlights in den Digitalkanälen hinweist, gibt es in der ARD nirgends Spots und Trailer für Eins Festival oder Eins plus.
    Jetzt beim ZDF andocken zu wollen, finde ich billig. Die ARD sollte wirklich endlich damit anfangen, ihren Digitalkanälen ein Profil zu verpassen. Manches freilich wird vom Gesetzgeber verhindert, so wäre ja beispielsweise ein Sportkanal eine feine Alternative und im Hauptprogramm würde nicht das komplette Wochenende mit Wintersport zerschossen. Aber das geht wohl aus rechtlichen Gründen nicht.
    In einem weiteren Schritt sollte die ARD auch mal dringend über ihre dritten Programme nachdenken. Die Zeit des terrestrischen Antennenfernsehens, wo es Sinn gemacht hat, jeder Region einen eigenen Folklorekanal anzubieten, sind längst vorbei. Inzwischen sind die Dritten zu einer Art Spartenkanal für Tatort-Wiederholungen heruntergewirtschaftet worden. Ein „Tagesschau 24“ mit regionalen Infofenstern würde die Dritten fast komplett ersetzen.

  60. …ich wusste nicht mal, dass es diese ganzen Kanaele ueberhaupt gibt.
    Habe mich schon vor Urzeiten komplett vom Fernsehen verabschiedet, und bin dennoch inhaltlich besser informiert als die meisten rechts und links von mir.
    Irgendwie der Beweis, dass es ohne die „Grundversorgung“ phantastisch geht. Und ich echt nicht wuesste, wieso ich fuer dieses ganze Spartengeschrammel eine Zwangsabgabe leisten sollte.
    Grundversorgender faende ich eine Tageszeitung per Gebuehr fuer alle finanziert….das macht aber auch keiner. Wieso dann die bewegten Bilder?

  61. Es ist zwar im klassischen Sinne kein Digitalsender, aber meiner Ansicht nach wird bei der ganzen Debatte immer ein Sender unter den Tisch gekehrt „Bayern alpha“. Wofür ist der gut? Wäre ein „Eins alpha“ als ARD-weiter Bildungskanal nicht die bessere Komponente in einem ARD/ZDF-Digitalpaket und in die „gemeinsame Strategie“ zu integrieren?

  62. Ist die Unterscheidbarkeit denn wirklich das Wichtigste an einem Programm, solange es gut gemacht ist? Ich könnte sicher auch ähnliche Sendungen auf 3sat und arte finden, oder auf Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk; besteht deren eigentliches Konzept darin, dass der eine Sender aus Köln und der andere aus Berlin kommt?

    Und immerhin: bei den ARD-Ablegern gibt es gar nicht so wenige, mitunter sogar gut gemachte Eigenproduktionen. Da gibt es zum Beispiel „Klub Konkret“, eine Talk- und Reportagesendung, die man wider Erwarten auch anschauen kann, wenn man nicht unter ADHS leidet.

  63. Junge Leute erreicht man schon lange nicht mehr übers Fernsehen. Es sei denn, man zielt auf die DSDS-Jugend ab, das kann die ARD aber nicht wollen. Zumal: Dafür ist der Inhalt auch nicht flach und genug.

  64. Die jungen Menschen bewegen sich im „Neuland“ und hängen nicht vor der Glotze ab, es sei denn es sind „Unterschichtenkids“. Und die kann man nicht zwingen sich informative ör-Sendungen anzuschauen anstatt DSDS o.ä…. Aber für wen sollen eigentlich die digitalen Kanäle frei gemacht werden? Wollen wir die jungen Menschen mit noch mehr Privat-Trash-TV-Kanälen verblöden? Die Zukunft liegt im Internet-TV, das muss auch Mutti mal begreifen. Und Julia Kloeckner kann ja demnächst ihren Jugendkanal JuKlo nennen.

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