Mit Geld, aber ohne Auftrag? Das komische PR-Engagement von Platoon für arte

09 Apr 13
9. April 2013

Die Mail begann mit den Worten:

Hier ist (…), wir kennen uns leider noch nicht persönlich, aber natürlich weiß ich, dass du einer DER TV-Blogger in Deutschland bist.

Ein bisschen unglücklich war, dass sie an meinen Kollegen Peer adressiert war, aber mit den Worten „Hallo Peter“ begann. Und dass es etwas später in ihr hieß:

Vielleicht passt es in den FAZ Fernsehenblog, oder eine andere Platform für die du, oder Stefan schreibst.

(Das FAZ-Fernsehblog gibt es seit fast einem halben Jahr nicht mehr, und ich war sogar schon seit Herbst 2011 nicht mehr dabei.)

Der Absender, ein Mitarbeiter der PR-Agentur Platoon (Berlin/Seoul), schrieb, seine Aufgabe sei es, dem Start der Serie „Real Humans“ auf arte „ein wenig mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen“. Er habe einen Trailer und Informationen. Und:

Außerdem gibt es ein Budget mit dem ich arbeiten kann, falls dies von Interesse sei.

Ein ebenso rätselhafter wie verheißungsvoller Konjunktiv, da am Ende. Auf die Nachfrage, um was für ein Budget es sich handele, kam als Antwort:

Nun, dieses Projekt ist ein kleineres. Hier habe ich die Möglichkeit einen Tagessatz von 250.- Euro für einen Blogpost auszugeben. Aber im direkten Anschluss wird eine größere Sache für den gleichen Sender anlaufen. Vergleichbar mit dem BBC Science Format. Mehr kann ich dazu leider zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Aber darüber würde ich mich ebenfalls gerne mit dir unterhalten…

Ich hoffe die 250.- sind erstmal OK. Ich würde dir dann gleich das uns zur Verfügung stehende Material zusenden…

250 Euro sind mehr, als die meisten Tageszeitungen oder Online-Medien für eine Rezension der Sendung bezahlen würden.

Lässt arte Blogger oder Journalisten dafür bezahlen, dass sie über arte-Programme schreiben?

Die Pressestelle bestreitet das:

Nein, wir bezahlen keine Journalisten, um über ARTE zu schreiben. Blogger sprechen wir genau so wie andere Journalisten über klassiche Wege an: Meldung, Pressekonferenzen, Telefon. Nicht mehr und nicht weniger. Von Bezahlung war in der Pressestelle noch nie die Rede.

Die Marketingleute von arte hätten zwar Kontakt mit Platoon gehabt. Die Agentur sollte „Vorschläge für Marketing– und Socialmedia-Aktionen für ‚Real Humans‘ entwerfen“, aber „es gab und es gibt keinen Auftrag“.

Auch ein Schreiben von Platoon an andere Blogger, das scheinbar im Auftrag von arte auf die Sendung hinweist, aber auf den „Budget“-Hinweis verzichtet, sei nicht im Auftrag von arte verschickt worden und wäre vom Sender nicht autorisiert worden, sagt Paulus G. Wunsch, Leiter für Marketing und Sponsoring bei arte.

Auf Nachfrage bei Platoon, in wessen Auftrag sie tätig sind und von wem das Geld kommt, antwortet Agentur-Inhaber Christoph Frank:

wir versuchen gerade die marketing abteilung von ARTE als neu-kunden im bereich online-PR zu gewinnen.

dazu haben wir den freien mitarbeiter (…), in unser team genommen um pro-aktiv (ohne beauftragung) eine online PR-strategie zu erarbeiten und auszuprobieren.

ARTE hatte uns dafür bisher nicht beauftragt, sondern wir wollten uns positiv ins spiel bringen.

dieser schuss ging offensichtlich nach hinten los.

Meine Fragen, ob das Angebot, für Blogbeiträge zu zahlen, üblich sei und andere Journalisten das Angebot angenommen hätten, lässt er unbeantwortet.

Was für eine merkwürdige Geschichte. Platoon ist keine unbekannte Firma. Sie hat mit den Containern, aus denen sie in Berlin-Mitte arbeitet, von sich reden gemacht, und spielte in der arte-Reihe „Durch die Nacht mit…“ in einer Folge mit den Politikberatern Uwe-Carsten Heye und Michael Spreng eine größere Rolle. Die Agentur nennt sich heute „Platoon Cultural Development“ oder auch „Platoon Kunsthalle“.

Und die wollen so dringend mit arte ins Geschäft kommen, dass sie sogar eigenes Geld in die Hand nehmen und auf eigene Faust aktiv werden? Und stellen sich dabei, andererseits, so sensationell ungeschickt an, vom fehlerhaften Anschreiben bis zum plumpen Wedeln mit Geldscheinen?

Kann mir das jemand erklären?

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63 Gedanken
  1. 1
    R. Kneschke says:

    Ich bekomme desöfteren dubiose Angebote von PR-Firmen, um Links in Artikeln zu platzieren oder über die beauftragende Firma zu schreiben und selbst große PR-Agenturen scheinen manchmal nicht die Grundregeln der Internet-Kommunikation zu kennen (z.B. verschicke nie zu unwichtigen Themen eine PM und telefoniere dann noch hinterher, ob diese Erwähnung finden könne).

    Insofern wundert mich das Vorgehen nicht so sehr wie Dich… :-)

  2. 2
    theo says:

    „Kann mir das jemand erklären?“

    Bestimmt der angebliche Freelancer, der eigenmächtig und ohne Rücksprache gehandelt hat und ganz allein an allem schuld ist. Klar doch.

  3. 3
    someonesdaughter says:

    „Kann mir das jemand erklären?“

    Nun ja, dass Agenturen „eigenes Geld in die Hand nehmen“, um mit Kunden ins Geschäft zu kommen, ist leider ziemlich üblich. Im Grunde läuft jeder ‚Pitch‘, also jeder ‚Wettbewerb‘ so: Eine Anzahl Agenturen — bei unverschämten Kunden auch gerne mal 10,15 oder 20 — geht in Vorleistung und entwickelt, was eben gefordert ist. Eine Kampagne, eine Kommunikationsplattform, was auch immer. Manchmal gibt es vergleichsweise lächerliche Ausfallhonorare für die Pitch-Verlierer, meistens nicht mal das. Und Agenturen investieren trotzdem, je nach Größe des zu erwartenden Auftrags, meist fünfstellige Summen …

    Zum Thema Pitch: http://www.youtube.com/watch?v=2wIuunNnEZA

  4. 4
    Rudolf Mente says:

    Ich bin entsetzt über den Inhalt und die Form des Anschreibens, zumal — wie Stefan Niggemeier ja zu Recht sagt — Platoon nicht irgendeine Hinterhofklitsche ist. Was arbeiten denn da für Menschen?

  5. 5
    peter says:

    Na ja, hat doch geklappt. Jetzt wird die PR-Agentur ein bisschen runtergemacht, dafür ist der Serientitel jetzt sogar in einem eigenen Artikel von dir genannt. Ich kannte die Sendung auf jeden Fall vorher nicht, den tausenden Lesern hier dürfte es ähnlich gehen. Und das BBC-Sience-Format klingt auch spannend :)

  6. 6
    Manfred says:

    Ich find den Agenturnamen schon so selten dämlich bis widerlich, dass ich gar nicht auf die Idee käme, mit denen was zu tun haben zu wollen.

  7. 7
    Günter Bartsch says:

    Ja, mit Transparenz haben die es nicht so bei Platoon. Ist schon ein paar Jahre her, da habe ich in meiner Diplomarbeit ein paar Zeilen über die geschrieben:

    Inzwischen greifen bereits Gewerkschaften die Idee auf, eine Front Group zu gründen, um in der Öffentlichkeit für ihre Ziele zu werben – und folgen dabei dem Beispiel der Kapitalseite, die Urheber zu verschleiern. Gemeint ist die Initiative Öffentliche Dienste, die unter anderem mit Plakaten und im Internet mit dem Slogan „Genug gespart“ für den Öffentlichen Dienst wirbt. Dass die Gewerkschaften ver.di und dbb hinter der Kampagne stecken, erfährt man erst, wenn man sich zur passenden Seite des Internetangebotes klickt – auf den Plakaten ist davon nichts zu sehen. Erdacht und realisiert wurde die Kampagne von der Berliner Firma Platoon Cultural Development, die eine bemerkenswerte Eigendarstellung hat: „Platoon ist keine Werbeagentur. Platoon ist keine Creativ-Agentur. Platoon ist eine Organisation.“

  8. 8
    Der andere Peter says:

    Hahaha, wie krank ist das denn? Der Sender für französische Genresoftcorepornos am Nachmittag und Filmklassikern ab 1.00 Uhr morgens hat sowas doch nicht nötig…

  9. 9
    ZuPeterAufschauer says:

    Wie immer bei solchen Artikeln darf der Oberchecker-Kommentar „Jetzt haben sie ihr Ziel doch erreicht„natürlich nicht fehlen.

    Genau, Arte ist sicher begeistert, das Vorgehen passt voll gut zum Image.

  10. 10
    JMK says:

    Wie Platoon endete weiß ja der geneigte Kinogänger.

  11. 11
    Frank Reichelt says:

    Nehmen sie schnell die 250 Euro!
    Wer weiß, wie lange die Honorare vom SPIEGEL eingedenk der jüngsten Entwicklung noch für sie fließen!

  12. 12
    der echte peter says:

    Genau, @ZuPeterAufschauer:
    Man hätte auch einfach den Serientitel weglassen können. Dann wäre der Artikel inhatlich identisch gewesen, nur ohne, dass der Name in einem Blog mit enormer Reichweite genannt wird (Worum es der PR-Agentur vermutlich ursprünglich ging).

    Wie man übrigens dem Text entnehmen kann, war das Vorgehen der PR-Agentur nicht mit Arte abgestimmt. Aber Sie haben recht, vermutlich ärgern sich bei die Leute Arte jetzt total, dass nun einige tausend weitere Leute wissen, dass es bald bald eine neue Serie in ihrem Programm gibt — und wie sie heißen wird.

  13. 13
    Johannes Floehr says:

    Sogar ich, der ja nicht einmal einen „normalen“ Blog betreibt, wurde bereits mehrmals gefragt, ob ich gegen Geld ein Video einbinden könnte oder wenigstens eine Kurzgeschichte schreiben könne, in der das Produkt „subtil und in positiven Umfeld„auftauchen sollte. Ich habe nicht ein einziges Mal abgelehnt, jedoch erhielt ich auf meine Gehaltsvorstellungen (eine Million Euro) nie eine Antwort. Schade.

  14. 14
    noyse says:

    Ähh Hab ich das prinzip jetzt richtig verstanden?

    Irgendso eine PR-Klitsche bezahlt oder will irgendwelche Blogger bezahlen, dass die Werbung für eine (mir eh schon bekannte und schon fest programmierte) Serie tätig. Dafür ist sie ber vom eigentlichen Sender nicht angestellt udn entsprechend wird auch von dort nichts gezahlt.
    Mit dieser von den bezahlten Bloggern getätigten Werbung wollen die sich beim Sender einschleimen udn mit den Finger darauf zeigen „Schaut mal was wir für euch gemacht haben gebt usn den Auftrag (und damit all euer Gold)“. Also für etwas was schon längst für den Sender kostenfrei erledigt wurde.
    Mir erschliesst sich hier das Geschäftsmodell für die PR-Klitsche nicht. Warum sollte da irgendwer vom Sender noch Geld in die Hand nehmen wollen?

  15. 15
    buh says:

    Sgt. Barnes „Get me a medic. Go on, boy!“

  16. 16
    Mr.Wilson says:

    Steht doch alles auf der Website: „PLATOON poses questions, irritates, inspires thoughts and conveys reality.“

  17. 17
    noch ein Peter says:

    Ich mag Franks Verwendung von „pro-aktiv“.
    Wikipedia meint: „Während Aktivität nicht zwingend planvoll sein muss (z. B. in Form von blindem Aktionismus), setzt die Proaktivität eine antizipative Haltung und szenarienbasierte Vorüberlegungen voraus.„
    Jo, paßt.

  18. 18
    onlime says:

    Schade, dabei ist die Serie ziemlich gut und hätte wirklich mehr Aufmerksamkeit verdient.

  19. 19
    Constantin says:

    Vielleicht war es der Neue von Platoon (27.3.)

    „BERLIN · JOB OFFER
    ARE YOU A freelance online PR consultant?“

    http://www.platoon.org/dates/berlin-job-offer-4843

  20. 20
    Alexander says:

    Wo ist das Problem, wozu die Aufregung? Ein völlig normaler Weg, der jeden Tag hundertfach gegangen wird.

    Bitte bedenken: wir sind hier im Bereich des Marketings. Aufmerksamkeit ist die Währung, woher und wie die zustande kommt, ist völlig egal. Platzierungen sind alles. Und die meisten Blogger bewegen sich keinen Meter, wenn man nicht mit Geldscheinen wedelt. Hier ist die Aufregung auf einmal groß.

  21. 21
    Greg says:

    Wie schon mehrfach erwähnt, ist es für PR/Marketing etc. –Agenturen eigentlich ein schöner Ansatz schon erste Erfolge in einen Pitch oder in ein Kundengespräch mitzunehmen — ich sehe da auch nichts Verwerfliches, es kann durchaus eine lohnende Investition sein (je nach Etat, Renomée des potenziellen Kunden etc.)

    Blogger oder Journalisten oder wen auch immer für Berichterstattung zu bezahlen wird allerdings von allen seriösen Agenturen durch diverse Richtlinien untersagt und in der Regel auch so gehandhabt. Problem: Oftmals kennt nicht jeder Mitarbeiter diese Richtlinien und wenn das Online-Team nicht involviert ist, kann das zu Problem führen (an vielen Stellen, das betrifft z. B. auch den Umgang mit Wikipedia).

    Der freie Mitarbeiter in diesem Fall (ich halte die Erklärung von beiden Seiten durchaus für glaubwürdig) wird wohl in Zukunft nicht mehr engagiert werden.

  22. 22
    Stefan Niggemeier says:

    @Greg: Ja, das ist natürlich praktisch, das auf einen neuen freien Mitarbeiter abwälzen zu können, aber ich sehe — neben dem Kauf-Versuch — noch ein weiteres Problem: Platoon (und nicht nur der eine Mitarbeiter) sind in dieser Sache so aufgetreten, als würden sie im Auftrag von arte handeln. Das halte ich für unseriös, und dagegen würde ich als Sender massiv vorgehen.

  23. 23
    vib says:

    Komisch, immer wenn ich lese, das sich Leute irgendwie „positiv ins Spiel bringen“ wollen oder ähnliches, dann sind sie in meinen Augen einfach nur… peinlich.

  24. 24
    Constantin says:

    @Stefan

    Du schreibst: „Das FAZ-Fernsehblog gibt es seit fast einem hal­ben Jahr nicht mehr “

    Das stimmt so nicht ganz. Im Internet gibt es das FAZ-Fernsehblog immer noch:

    http://blogs.faz.net/fernsehblog/

    Dort steht ganz oben auf der Startseite:

    „Das Fernsehblog

    Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern. In diesem Blog stehen die Gründe dafür. Und die dagegen.

    Von Peer Schader und STEFAN NIGGEMEIER„

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Dein großzügiger Emailschreiber durchaus dieser Freelancer auf Probezeit sein könnte, der etwas oberflächlich googelte und nur obige Information aufnahm. Laut Deinen „Email-Zitaten“ kennt er vermutlich noch nicht einmal Dein Blog hier, sonst hätte er sich nämlich darauf berufen und nicht auf das eingestellte FAZ-Blog. Die Adressierung der Mail an „Peer“ spricht auch dafür, dass er irgendwie die Emailadressse des zuerstgenannten und somit vermeintlich wichtigeren Ansprechpartner ausfindig gemacht hat. War es diese: dasfernsehblog (dot) de? Die steht nämlich auf der Startseite rechts oben unter dem Bildchen von Peer. Ich verstehe nur nicht, weshalb er die Anrede „Peter“ verwendet hat.

    Vermutlich ein typischer Fall von Freelancer (auf Probezeit), der sich selbst überschätzt, sich in der Materie (noch) nicht auskennt und versucht, über den PC seinen Lebensunterhalt mit ergoogeltem Halbwissen und „Interneterfahrung“ zu bestreiten. Komischer Weise setzt sich die Kombination „dumm & dreist“ in beruflicher Hinsicht sehr oft durch — bis hin zu den höchsten Ämtern. So auch in diesem Fall, wenn auch eher unbeabsichtigt. Jetzt weiß ich zumindest ungefähr , was ich Dir in einer Email mitteilen müßte, damit Du einen Blogeintrag daraus machst.

    @Greg
    Spannend wäre ja die Frage, ob dieser freie Mitarbeiter nur geblufft hat oder ob bei Zustandekommens der Verträge (mit Arte und S. Niggemeier) tatsächlich 250,- Euro geflossen wären. Falls ja, wer hätte die bezahlt? Falls Platoon blechen würde, räume ich dem Mitarbeiter durchaus eine Zukunft bei dieser Firma ein. Eine Stellungnahme seitens Platoon wäre m.M.n. daher angesagt. Ist das das übliche Niveau eines Platoon-Freelancers oder distanziert man sich davon? Das in Kauf genommene Dschungelcampmotto „Lieber schlechte Publicity als gar keine“ wurde jedenfalls jetzt schon erreicht. Bis heute kannte ich diese Firma nicht.

  25. 25
    DasKleineTeilchen says:

    achja, der pseudocoole berliner bullshit halt. wird immer schlimmer und peinlicher. und offensichtlicher. lang halt ichs in dieser stadt nicht mehr aus. obwohl…gerade nach der peinlichen selbstdemütigung eines teils der berliner künstlerprofis bez. der deutschen bank kunsthalle kommt vielleicht wieder bewegung und echte haltung in die szene. ohne diese groteske anbiederung auf jeder ebene.

  26. 26
    Mart says:

    Ach das sind doch nur ungeschickte Methoden um im Internet deren Auftraggeber(?) zu platzieren.
    Die von Platoon dürfen dann Marketing II an der Uni nochmal besuchen.

  27. 27
    Greg says:

    @Stefan: Absolut unseriös — selbst wenn Platoon schon für Arte arbeiten würde, bräuchten sie eine Freigabe (es verschickt ja auch nicht einfach irgendwer Arte Pressemitteilungen an Journalisten). Zu meinen Agenturzeiten hätte ich einen befreundeten Blogger angesprochen und ihm die Situation (Pitch etc.) geschildert. Dabei wäre allerdings sicher kein Geld geflossen (es sei denn, man findet z. B. die Lösung einen Blogger als Gastautor auf dem eigenen Agentur-Blog zu engagieren).

    @Constantin: 250 EUR sind für eine Agentur in einem Pitch kein Geld. Ich kann nur mutmaßen, aber die Agentur hätte das wohl (möglicherweise zähneknirschend) übernommen. Von positiver Publicity für Platoon kann übrigens keine Rede sein. Deren Zielgruppe sind Unternehmen, die sich von der Agentur beraten lassen wollen. Da Platoon offensichtlich selber keine Ahnung hat bzw. die Strukturen und Prozesse abenteuerlich sind, dürfte das keine Kunden anlocken. Darüber hinaus reagiert jeder Kunde im hohen Maße allergisch, wenn eine Agentur ohne Absprache vorgibt, sich im Kundenauftrag zu bewegen.

  28. 28
    Stefan K says:

    Ich mag das Wort proaktiv“ überhaupt nicht. Keine Ahnung, ob mich damit unterbewusste, verdrängte Erfahrungen verbinden, aber es weckt in mir spontan negative Dampfplauderer-Assoziationen, wenn ich es nur einmal lesen muss.

  29. 29
    B.C. says:

    Interessant wäre jetzt natürlich ein Folgeartikel wie üblich genau so eine Praxis in der Blogosphäre ist? Dieser Teaser hat mich nämlich neugierig gemacht, wie viele Artikel in dieser welt gesponsort bzw. bezahlt sind. Ich nehme mal an in z.B. Technik, Mode oder Weinbblogs dürfte das üblicher sein als in Medienblogs.
    BTW: Ich bin jetzt in letzter Zeit öfters über die Deutschen wirtschafts Nachrichten bzw. Deutsch Russischen Nachrichten gestolpert — ich weiss der Kopf dahinter ist Michael Maier, aber die sind in legtzter Zeit verdächtig präsent. Gibt es da auch Agenturen bzw. Geldgeber dahinter?

  30. 30
    Gunnar says:

    Der kleine Mann bekommt ja häufiger mal dubiose Linktausch-Angebote bei denen sich der Absender ähnlich wenig Mühe bezüglich Namen und Thematiken gibt.

    Dass auch vermeintlich renommierte Agenturen so agieren, ist nun doch bisschen verwunderlich.

  31. 31
    Stefan says:

    Das würde mir schon Angst machen, dass der Inhaber der Agentur nicht in der Lage ist korrekte Groß– und Kleinschreibung in seinen Mails zu verwenden. Ich habe mir in so einem Fall angewöhnt die Mails gar nicht mehr zu lesen.

  32. 32
    Matthias says:

    @Constantin: Ich habe das Fernsehblog (und auch medienpiraten) früher gern gelesen, und dort wurde der Hausherr von (erstmaligen) Kommentatoren nicht selten als „@Peter“ angesprochen. Ich denke, das liegt schlicht daran, dass der Vorname „Peer“ in Teilen Deutschlands fast unbekannt ist. Man geht also von einem Schreibfehler aus und fügt das „t“ ein. Anderes Beispiel: Ein Bekannter (hochintelligenter Wissenschaftler übrigens) bemängelte kürzlich, dass selbst die Qualität der vorzüglichsten Fachzeitschriften sinken würde. Er gab an, dass in einem Artikel der Vorname des Hauptautors falsch geschrieben sei. Da stünde „Beat“, aber die Dame hieße doch sicherlich „Beate“.

  33. 33
    JMK says:

    Den Namen Beat gibt es natürlich auch

  34. 34
    Zahnwart says:

    „Kann mir das jemand erklären?“ Ja, kann ich. Das sind PR-Menschen. Die denken nicht in journalistischen Kriterien, die haben auch keine Ahnung von Blogs, das einzige, was die interessiert,ist die Vermehrung von Kapital, und sie gehen davon aus, dass das auch alle anderen interessieren müsste. Die fallen aus allen Wolken, wenn jemand mal nachfragt, weil sie doch in ihrer Welt alles richtig gemacht haben.

    Arte wird sie übrigens hassen dafür, dass eine, bei diesem Sender gehe ich erstmal davon aus, gelungene Serie jetzt mit solchen Praktiken in Verbindung gebracht wird. Entsprechend ist das olle Argument von Peter (#5) „Na ja, hat doch geklappt. Jetzt (…) ist der Seri­en­ti­tel jetzt sogar in einem eige­nen Arti­kel von dir genannt„auch unzutreffend.

    @Matthias (#32): „Ich denke, das liegt schlicht daran, dass der Vor­name »Peer« in Tei­len Deutsch­lands fast unbe­kannt ist.“ Ich würde jetzt gerne einen politischen Witz auf Kosten des SPD-Kanzlerkandidaten machen. Aber das wäre dann vielleicht doch zuviel flogging a dead horse.

  35. 35
    Matthias says:

    @JMK: Das war ja der „Witz“. Wenn man einen Namen nicht kennt, geht man erst einmal von einem Schreibfehler aus.
    @Zahnwart: Okay, vielleicht ist der Name „Peer“ wegen des SPD-Kanzlerkandidaten bekannter geworden. Ändert aber nichts an meinen Beobachtungen betreffs Kommentatoren in den genannten Blogs.

  36. 36
    Tom says:

    Zur Bekanntheit des Vornamens Peer muß man nicht erst auf unbegabte Kanzlerkandidaten-Azubis verweisen, der Vorname dürfte bereits seit Klimbim in den 70-er-Jahren bundesweite Bekanntheit erreicht haben:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Augustinski

  37. 37
    Blazinoo says:

    Was mich viel mehr verwundert ist die Selbstverständlichkeit wie Sie private Emails veröffentlichen. Laut Ihrer Nachfrage bei Platoon bestreiten diese das Vorgehen gar nicht. Das Artikel seit je her gekauft werden (können), nun, Sie nennen sogar Preise!

    Als Webdesigner erhalte ich regelmäßig vielfältige Geschäftsanfragen (von ‚seriösen‘ Firmen/korrektes Impressum) mit tendenziell dubiosen Angeboten. Soll teich diese nun stets outen?

    Auf was muss sich einer Ihrer zukünftigen Informanten gefasst machen, wenn Teile seiner Informationen nicht Ihrem journalistischen Ethos entsprechen? Gleich ab mit ihm in die Blogmaschine?

  38. 38
    Stefan Niggemeier says:

    @Blazinoo: Können Sie mir erklären, inwiefern die E-Mails, die ein Mitarbeiter einer PR-Agentur in seiner Funktion als Mitarbeiter einer PR-Agentur an einen Journalisten in seiner Funktion als Journalisten schickt, „privat“ sind?

  39. 39
    Blazinoo says:

    Beinahe sprachlos: Emails sind immer* privat.
    (*) solange der Absender nicht ausdrücklich der Veröffentlichung/Weiterleitung zustimmt.

  40. 40
    Matthias says:

    @Tom: Mein Punkt war einfach, dass Peer (Schader) in der Vergangenheit gelegentlich in den Kommentarspalten seiner eigenen Blogs als „Peter“ angesprochen wurde (vermutlich weil das für die Kommentatoren „richtiger“ klang), und dass ich deshalb vermute, dass bei dem zitierten Autor der E-Mail ähnliche (bewusste oder unterbewusste) Mechanismen eine Rolle gespielt haben. (Und nur am Rande: Ähnlich wie beim Namen „Peer“ selbst kann ich nicht mit empirischen Studien aufwarten, aber „Peer Augustinski“ dürfte heute eher nur noch älteren ein Begriff sein.)

  41. 41
    Gunnar says:

    @Matthias

    Es ist zwar nett, dass Sie versuchen diesen einen Fehler zu erklären, aber in der Mail ist ja noch mehr schief gegangen.

    Es spricht daher alles dafür, dass dem Werbefuzzi einfach Details egal waren und er seine kostbare Zeit nicht mit einer zweiminütigen Recherche verplempern wollte.

    Und by the way: Der Nachname des Hausherren wir hier ab und zu von Kommentatoren auch mit einem „y“ geschrieben. Da frag ich mich auch jedes Mal, was bei denen wohl kaputt ist.

  42. 42
    Matthias says:

    @Gunnar: Natürlich ist da noch mehr schief gegangen. Ich hatte oben auf Constantin geantwortet, der die übrigen Sachen sehr schön zerpflückt und erklärt hat. Nur die Sache mit dem Namen konnte er sich nicht erklären. Darum hatte ich gehofft, etwas Licht ins Dunkel bringen zu können.

  43. 43
    Frank Reichelt says:

    Und was lernen wir nun daraus?
    Eltern sollten ihre Söhne in Zukunft nicht mehr „Peer“ nennen, um die intellektuellen Fähigkeiten ihrer Mitmenschen nicht allzu sehr auf die Probe zu stellen!
    Der Name dürfte angesichts der Beliebtheit des SPD-Kanzlerkandidaten sowieso mittlerweile auf einer Stufe mit „Adolf“ stehen, um jetzt auch noch den längst fälligen Bogen zur Nazi-Zeit zu schlagen!

  44. 44
    Alex Strippel says:

    Also ich kannte die Sendung schon und habe sie auch schon angeschaut. Bin über einen Artikel bei ZeitOnline auf sie aufmerksam geworden. Ich frage mich nun, was das bedeutet;-)

  45. 45
    Gweskoyen says:

    Off-topic: Seit ein paar Tagen scheint der RSS-Feed nicht mehr zu funktionieren. Vielleicht könnte da mal nachgeschaut werden?

  46. 46
    Max says:

    Früher musste man für Praktikas wenigstens nichts zahlen :(

    Steht hier echt ein Artikel von Niggemeier, der darüber berichtet wie sich ein offensichtlich nicht gerade erfolgreicher „Freelancer„probiert einen Namen zu machen ?

  47. 47
    DasKleineTeilchen says:

    @Blazinoo#39: ist das ihr ernst? lesen sie nochmal stefans kommentar über ihrem!

    „privat“! ja, möglicherweise in der gedankenwelt einer agentur wie platoon. journalisten sind ja eh per se korrupt, nicht? „privat“! das ich nicht kichere!

  48. 48
    Blazinoo says:

    @DasKleineTeilchen#47: Leider kann ich Ihren Ausführungen nicht ganz folgen. Und nein, Journalisten sind nicht per se korrupt. Wer behauptet denn dies?

    Ich verwendete die ‚Terminologie‘ „private Email“ im Sinne von „nicht öffentlich“, nicht im Sinne eines privaten Plausches zweier Bekannter.

    Diese Email (an Herrn Peer Schrader) war eine private geschäftliche Email. Vermutlich wäre es Ihnen egal wenn XY eine Ihrer geschäftlichen Emails öffentlich macht und darüber diskutiert?

  49. 49
    Matthias says:

    @Blazinoo: Schader, nicht Schrader. q.e.d.

  50. 50
    Thomas K. says:

    Nun ja, warum soll man so einen dummdreisten Bestechungsversuch an einem Journalisten nicht öffentlich machen?
    Wenn dieser PR-Fuzzi so doof ist, und das ausgerechnet an einen offenbar aufrichtigen Journalisten schickt.

    Mich würde aber mal interessieren, welcher Journalist auf das Angebot eingegangen ist…

  51. 51
    Blazinoo says:

    @49: Herr Schader, ja danke. Und was ist damit bewiesen? Mein Typo?

  52. 52
    Matthias says:

    @Blazinoo: „Schrader“ erschien Ihnen offenbar unterbewusst richtiger als „Schader“, darum unterlief Ihnen dieser Typo. Derselbe Mechanismus wie bei „Peer“ vs. „Peter“ (s.o.). Ist jedenfalls meine Theorie. Sorry für die Instrumentalisierung. ;)

  53. 53
    Constantin says:

    @Matthias
    Danke für Deine Erklärung. Ich kam aber gestern vor dem Einschlafen selbst darauf: sozusagen eine unbewußte Autokorrektur im Kurzzeitgedächtnis. Wie gehen diese freien PR-Mitarbeiter, die mich stark an die Kontakter aus der Marktforschung oder Castingkanditatenagenturen erinnern, bei solch einem Auftrag denn vor? Standardanschreiben verfassen und dann nur ein paar Platzhalter anpassen. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Emails in verhältnismäßig kurzer Zeit versendet worden sind.

    @Thomas K.
    Das würde mich auch interessieren. Noch interessanter finde ich aber die Frage, was passiert, wenn ein Blogger das Angebot annimmt, aber Platoon bei der Neukundenaquise scheitert, da Arte keinen Wert auf eine Geschäftsbeziehung legt? Der Blogger erhält aber nach seiner Zustimmung ein paar Internas über das Arte-Projekt übermittelt (woher hat der freie Mitarbeiter die denn her?) — und dann? Das erinnert mich irgendwie an einen unseriösen Internetshop, der sich erst nach Eingang einer Bestellung darüber Gedanken macht, wie er die gekaufte Ware denn am besten herbeizaubern könnte. Wenn es nicht klappt, wird eben die Bestellung mit fadenscheiniger Begründung storniert.

    Die Bemerkung „pro-aktiv (ohne Beauftragung)“ irritiert mich in diesem Zusammenhang auch. Auch ein freier Mitarbeiter wird normalerweise ohne Auftrag nicht von alleine tätig. Irgendeine Art von Instruktion, in diesem Fall wohl sicher auch per Mail, die dann vom Heim-PC abgearbeitet wird, sollte daher von Platoon erfolgt sein. Ich gehe daher davon aus, dass der freie Mitarbeiter ein gewissen Handlungsspielraum hatte und seine Arbeit nicht kontrolliert wurde. Ich teile aber die Auffassung von Stefan (#22), dass es schlichtweg wie eine Ausrede daher kommt, die Verantwortung alleine auf einen freien Mitarbeiter abzuwälzen.

  54. 54
    Sonni says:

    Hm, zwei Gedanken dazu:
    Grundsätzlich bauen Firmen und PR-Agenturen gerade verstärkt „Blogger Relations„auf, sprich, sie sprechen Blogger an, ob sie nicht gegen Bezahlung ein Produkt auf ihrem Blog besprechen möchten. Daran ist grundsätzlich nichts Schlechtes, seriöse Blogger gehen damit offen um — und leben sogar davon.
    „Platoon“ hat´s offensichtlich nicht nur nicht mit Rechtschreibung und PR-Wissen, sondern auch mit Recherche. Sie werden dich in die „Blogger“-Kategorie und nicht in die „Journalisten“-Kategorie gepackt haben …

  55. 55
    Toni says:

    @ Blazinoo (#37): Wem die Veröffentlichung nicht gefällt, der wird sicher entsprechenden Abstand von Stefan Niggemeier nehmen, und mit ihm alle, die dessen Ansicht teilen. Stefan Niggemeier’s Pech. Andererseits wäre ich als Stefan Niggemeier nicht traurig, wenn Kunden mit solchen Geschäftsmethoden von mir Abstand nähmen. Ich würde es „sich profilieren“ nennen, sich ein Profil verschaffen und es aufrecht erhalten.
    Was die rechtliche Seite angeht könnte ich mir schon vorstellen, dass es nicht ganz erlaubt ist, Geschäftsdetails zu veröffentlichen. Andererseits würde Platoon noch mehr Aufmerksamkeit auf diese peinliche Geschichte ziehen, wenn sie dagegen vorginge.

  56. 56
    Eily says:

    Wenn arte eins nicht braucht, dann so dämliche Neusprechmöchtegernhipsterfirmen.

  57. 57
    teekay says:

    Dass ARTE-/Oeffentlich-Rechtlich-Rundfunk-Gegner eine Agentur beauftragen damit am Ende genau so ein Blog-Post dabei heraus kommt der ARTE trotz/wegen Abstreitung etwas komisch darstellt kann ausgeschlossen werden, oder? ‚Gebuehrengelder fuer Gefaelligkeits-Bloggen‘-mit so einer Ueberschrift koennte ich als OER-Gegner gut leben.

  58. 58
    lucas says:

    Ich denke da steckt der typische Praktikant dahinter der täglich 5 Links mit Page Rank 3 oder höher gewinnen soll. Da bleibt keine Zeit mehr für so details wir Namen und Anschrift. Schlimm ist das…

  59. 59
    Public says:

    Hi,

    ich würde mal sagen, da ist schlecht recherchiert einiges schiefgelaufen.

    Das die PR Agentur in diesem Fall selber Geld in die Hand genommen hat, um Arte als Kunden zu gewinnen kann ich ´sogar verstehen.

    Wäre alles einwandfrei über die Bühne gegangen hätte man bei Arte schon vor Vertragsbeginn Erfolge vorweisen können.

    Jetzt hat sich Platoon den Auftrag wohl kaputt-gestümpert. Aber egal, die Serie werde ich mir auf jeden Fall anschauen.

  60. 60
    someonesdaughter says:

    #56: „Neusprechmöchtegernhipsterfirmen“

    Ist das ein Neusprechmöchtegernhipsterkompositum?

  61. 61
    lil says:

    Gehört es zum »Neusprechmöchtegernhipsterkompositum«, daß potentielle Geschäftspartner im Annäherungsprozess geduzt werden?

  62. 62
    DL2MCD says:

    Auweia…

    a) Blogger schmieren

    Solche Bestechungs-Angebote bekommen größere Blogs alle Nase lang auf den Tisch. Meist von irgendwelchen SEO-Heinis. Man solle über irgendwas schreiben und dabei einen Link setzen. Daß WordPress alle Links auf nofollow setzt und daher gar kein PR (Page Ranking) zu erben ist, muß man als SEO-Spezi ja nicht wissen, oder?

    Wenn dabei der Name des Blogs und des Ansprechpartners richtig geschrieben sind, ist es die Ausnahme, meist steht noch die URL eines früheren Empfängers des Serienbriefs drin oder ein anderer Name.

    Außerdem bekommen das auch gerne Autoren des Blogs, die gar nicht dessen Besitzer sind und seit 3 Jahren auch nicht mehr Autor.

    Von daher war Platoon hier noch deutlich über dem Qualitätsstandard für solche Aktionen.

    b) Was ist korrupt?

    Für mich ebenso wie für Stefan ist es korrupt, wenn man für Geld anders schreibt, als man es ohne Geld täte.

    Andere — insbesondere Chefredakteure — sehen das anders:

    Ich habe mal eine geplante neue Premiere-Sendung anhand eines teils seriösen, teils wie üblich aufgepusteten PR-Textes durch den Kakao gezogen.

    Verstanden hätte ich ja, wenn mir der PR-Mann von Premiere deswegen böse gewesen wäre, mich so über die geplante Sendung lustig zu machen.

    Stattdessen beschimpfte mich ein Leser als Plagiator, weil er per Google gemerkt hatte, daß Teile des Texts aus einer PR-Meldung waren (oh Wunder…) und der Chef sagte „das ist korrupt, wir verwenden keine PR-Texte, wenn Du wenigstens dafür Geld bekommen hättest…“

    Nun, für das Verhohnepiepeln einer PR-Meldung hätte mir Premiere mit Sicherheit kein Geld gezahlt, selbst wenn die Sendung so ins Gespräch gekommen wäre. Und in meiner ganzen journalistischen Laufbahn hat man mir kein Geld für irgendwelche „Gefälligkeiten„geboten — das passiert wohl eher bei Auto– udn Lifestyle-Journalisten und eben Bloggern, weil die Agenturen denken, die kennen den Pressecodex nicht bzw. scheren sich nicht drum.

    Aber diese Logik… „wenn Du für Geld bekommen hättest, wäre es ok“…nun, das sehe ich gerade andersrum. Deshalb wurde ich ja auch nicht Chefredakteur, von denen wird solches Denken wohl erwartet :-(

    c) Arte

    Ich habe lange Arte-Sendungen rezensiert. Dazu habe ich den „Waschzettel“ als Grundlage verwendet, als Gerüst. Arte hat eine hervorragende Presseabteilung, die einen vorbildlich mit Material unterstützt — Texte, Bilder, Videos. Man darf ja heute nirgends mehr einen Text ohne Bebilderung abliefern und wo soll die sonst herkommen, wenn man eine Sendung rezensiert, die noch nicht gelaufen ist? Zudem konnte ich mir die Sendungen vorab ansehen und sie so wirklich besprechen. Etwas Einzigartiges, das ich gerne gemacht habe, weil ich Arte einfach gut finde.

    Nicht so mein Chef. Der maulte, daß ich a) nur mit den unwichtigen Mädels von der Presseabteilung zusammengearbeitet hätte und nicht mit der Geschäftsführung (vielleicht hätte es von dort Finanzen gegeben für korrupte Chefs? Warum soll ich für so etwas mit der Geschäftsführung zusammenarbeiten, wenn die Presseabteilung gut ist?) und ich b) nicht nur über Arte schreiben dürfe, dann müsse man auch über RTL II schreiben.

    Nun, alle schreiben lieber über die im Niveau weniger hoch angesiedelten Sender und Sendungen. Sich über RTL II zu empören ist halt eine leichtere Übung, als Arte zu loben. udn auch Stefan schreibt ja lieber über „Bauer sucht Sau“, „DSDS“, Eurovisions-Contest etc. als über irgendwelche Arte-Sachen. Ist halt so. Schaut außer mir wohl keiner gerne. Aber wenn die erste Erwähnung von Arte hier dann sowas ist…das tut weh…

  63. 63
    someonesdaughter says:

    @#61: Ihre Frage ergibt keinen Sinn. Vielleicht mal nachgucken, was ein Kompositum ist? Nur so als Vorschlag, ist auch gar nicht hipstermäßig, versprochen.

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