O2 und die 50-Autos-Lotterie

Wenn Sie gerade mal schauen möchten, dies hier ist die „Kundenerklärung“, die ich beim Abschluss meines Handy-Vertrages mit O2 vor gut zwei Jahren unterschrieben habe:

Vielleicht kann man das nicht so gut erkennen, aber die ganze Passage ist durchgestrichen. Mit anderen Worten: Ich habe der Verwendung meiner Daten zu irgendeiner Form von Kundenberatung oder Werbung ausdrücklich nicht zugestimmt.

Und dies hier ist meine „Einwilligung zur Datennutzung“ aus dem jüngsten Vertrag mit O2, der gerade einmal zwei Monate alt ist:

Vielleicht kann man das nicht so gut erkennen, aber die ganze Passage ist durchgestrichen. Mit anderen Worten: Ich habe der Verwendung meiner Daten zu irgendeiner Form von Kundenberatung oder Werbung ausdrücklich nicht zugestimmt.

Insofern kam diese SMS am vergangenen Samstag überraschend:

Und andererseits habe ich sie fast erwartet. Denn das Internet ist voll von Kunden von O2 und anderen Mobilfunkbetreibern, die ebenfalls die Werbe-SMS erhalten haben, obwohl sie überzeugt sind, einer solchen Nutzung ihrer Nummer nie zugestimmt zu haben.

Die Frau an der O2-Service-Hotline ist routiniert. „Oh“, flötet sie, „da scheint das Kreuz verschwunden zu sein“, das angibt, dass man meine Daten nicht nutzen darf. „Ich mach’s wieder hin.“ Auf meine Nachfrage, warum das anscheinend bei genau diesem Gewinnspiel häufig passiert ist, geht sie nicht ein und versucht stattdessen, mir eine zusätzliche Flatrate aufzuschwatzen.

Die Pressestelle von O2 („Experten für Kommunikation“) wirbt mit dem Versprechen, „schnell, umfassend, kompetent“ zu arbeiten. Ich kann das nicht bestätigen. Es braucht eineinhalb Tage, zwei E-Mails und ein halbes Dutzend zunehmend unfreundliche Anrufe, bis ich von Pressesprecher Albert Fetsch folgende Nachricht erhalte:

Bei der von Ihnen angesprochenen Aktion handelt es sich um ein Gewinnspiel, bei dem auch o2 Absender ist. Die SMS wird nur an die Kunden verschickt, die bei Vertragsabschluss der Kundenerklärung nicht widersprochen haben. Diese regelt, dass nur Kunden Informationen zu Neuheiten und Aktionen bei o2 erhalten, die das auch wünschen. Zu keinem Zeitpunkt werden Kundendaten an Partner des Gewinnspiels übermittelt. Diese verbleiben ausschließlich bei o2.

Dass ich schon in meiner Anfrage darauf hinwies, dass ich O2-Kunde bin, bei Vertragsabschluss der Kundenerklärung widersprochen habe und trotzdem die SMS bekommen habe, hat Herr Fetsch geflissentlich übersehen.

Interessant ist seine Formulierung, dass O2 bei dem „50 Autos“-Gewinnspiel „auch Absender“ sei. Die Werbe-SMS gibt O2 jedenfalls nicht als Absender an. Die Nummer 2009, von der sie kommt, ist auf die Firma imobic registriert, die auch für das „Gewinn“-Spiel 50autos.de verantwortlich zeichnet.

(Dass in der Werbe-SMS jeder Hinweis fehlt, dass nur die Anmeldung „gratis“ ist, die Teilnahme selbst aber je 50 Cent kostet, versteht sich von selbst.)

Weitere Fragen, in welcher Form O2 und der Firma imobic miteinander kooperieren, ließen die „Experten für Kommunikation“ von O2 unbeantwortet. Aber das kenne ich ja schon von Pro Sieben und „TV Spielfilm“ (die auch auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe wieder Schleichwerbung für das 50-Auto-Geschäft betreibt).

Ist das nicht faszinierend? Die Firma imobic, die erst vor wenigen Wochen gegründet wurde und hinter der der Handy-Abo-Fallen-Steller Bob Mobile steht, hat es geschafft, ein Geschäftsmodell um kostenpflichtige SMS zu entwickeln, mit dem sich die üblichen Vorschriften und Regeln, die das Geldverdienen sonst erschweren, umgehen lassen: Die Programmzeitschriften von Burda sagen, sie müssen die Werbung für dieses Geschäft nicht als Werbung kennzeichnen, weil sie selbst Kooperationspartner seien (wollen aber nicht erklären, was das bedeutet). Der Fernsehsender Pro Sieben stellt den guten Namen seines Magazins „Galileo“ zur Verfügung und behauptet, selbst Veranstalter des „Quiz“ zu sein (was offenkundig nicht stimmt). Und Mobilfunkbetreiber wie O2 verschicken Spam, machen sich selbst zum Absender der Werbebotschaft und ignorieren die fehlende Zustimmung ihrer Kunden.

Ich weiß immer noch nicht genau, was genau hinter diesem Geschäft steckt, bei dem es offenbar um sehr viel Geld (und gar nicht so viele Autos) geht. Aber ich hatte selten zuvor bei einer Recherche das Gefühl, so konsequent von allen Beteiligten angelogen zu werden.

59 Replies to “O2 und die 50-Autos-Lotterie”

  1. Ich glaube, wir können uns davon verabschieden, dass im Bezug auf Datenschutz in irgendeiner Weise etwas passiert. Selbst wenn die Datenschutzbeauftragten auf so etwas hinweisen oder sich mal jemand beschwert, wird die Politik schnell die Linie der Industrie einnehmen und ähnliches sagen wie „ohne dies wäre aber der Geschäftserfolg des Unternehmens nicht sicher“. Hatten wir so etwas nicht schon im Bezug auf die Anrufe zu Hause – meine, da gab es (erst) eine ähnliche Begründung.

  2. Nicht nur O2, sondern auch T-Mobile hat diese SMS verschickt. Erhalten am 19.10.2009.

    @Uli

    Na der Datenschutzbeauftragte in Deutschland hat doch nicht wirklich eine Funktion. Das sind in meinen Augen ein fest installierter Prallbock, der für die Inkompetenz der Bundesregierung herhalten muss.

    Das wird sich auch erst ändern, wenn in Berlin endlich mal Menschen sitzen, die selbst nicht noch über Jahre eine Wählscheibe am Telefon hatten …

  3. Och ja, Vodafone hat so ein Ding auch verschickt. Wenn jetzt noch Eplus dazu kommt, weiss ich nicht mehr zu welchem Anbieter ich wechseln sollte. Mist.

  4. Meiner Erfahrung nach funktioniert dieses händische Streichen von Passagen zur genaueren Definierung des eigenen Einverständnisses schlecht. Rechtlicherseits drückt man so natürlich seinen Willen aus, und es wird einem allenorten (wohl richtigerweise) auch immer geraten, man solle es so machen, um z.B. die Weitergabe seiner Daten einzudämmen. In der Praxis kümmern sich Anbieter aber wohl weitgehend einen feuchten Kehricht um solche Details, da der Kunde es wahrscheinlich in den wenigsten Fällen beweisen oder auch nur selbst nachvollziehen kann, und die Anbieter weder Sanktionen zu befürchten, noch Schwierigkeiten damit haben, sich windig rauszureden und „Kulanz“ vorzugaukeln.

  5. > .. Ich weiß immer noch nicht genau, was genau hinter diesem Geschäft steckt, bei dem es offenbar um sehr viel Geld (und gar nicht so viele Autos) geht.

    .. hat niemand die Anfänge von 9Live in Erinnerung? ‚Postkarten-/Taschengeld-Tarif‘ 50¢; damit’s kein Glücksspiel ist (Geldeinsatz= Zufallsgewinn), wird eine pro-forma-Frage vorgeschaltet; und schließlich eine wirtschaftlich gesunde Relation von Teilnahme-Einnahmen vs. Ausschüttung (denn die Fahrzeuge gibt’s umsonst, verrechnet mit ‚Medialeistung‘ bei/auf/in P7, TVS, etc.) ..

    Wem gehört denn der Laden? Den Rechtsanwälten im gleichen Haus? Gibt es da zufällige Namensgleichheiten mit ehemaligen call-in Experten.. ?

    Rechnen wir großzügig mit 8-12¢ carrier-Kosten (die ja auch die ‚Auswertung‘ und Gewinner-Ermittlung gleich mit anbieten) ist das nicht nur ein gutes, sondern ein richtig gutes Geschäft ..

  6. Bei dem zweiten Bild (9. Einwilligung zur Datennutzung) kann ich eindeutig erkennen, dass alle Kästchen zu den erlaubten Kontaktaufnahmemedien markiert sind.

  7. Wow, du musstest eineinhalb Tage auf eine Mail warten? Heul doch!! :D I.d.R. musste ich mehr als fünf Tage warten, bis sich irgendwas tat. :( Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich den Pfeifen von O2 Tschüss gesagt habe. Mein Telefon ist jetzt zwar abgeklemmt, aber eine Kündigungsbestätigung habe ich trotz mehrmaligen Nachfragens bis heute nicht erhalten.

  8. Stefan, wie wäre es denn damit, auch einmal Volkswagen zu dieser Aktion zu befragen? Einerseits ist es natürlich Werbung für den gerade erst auf den Markt gekommenen neuen Polo, andererseits entsteht sicherlich auch aufgrund der fragwürdigen Vorgehensweise des Betreibers und der hohen Anzahl an Partnern ein negatives Bild, dass durchaus auch schlecht für das Image des VW-Konzerns ist.

  9. Ach ja: Welchen Vertrag ich jetzt nehmen soll, wenn ich wieder da bin, weiß ich auch nicht. Es scheinen ja eine Menge Anbieter so unzuverlässig zu sein. :(

  10. Hm, das ist doch eigentlich schon opt-in. Aber da keine Ermittlung und auch keine wirkliche Strafe droht, wenn dagegen verstoßen wird, ist das wertlos.

    Wir brauchen harte Strafen plus wirksame Verfahren zur Durchsetzung. Wird aber nichts werden, Datenschutz hat keine Lobby. „Mehrwert“-Rufnummern-Betreiber schon.

    Da man offensichtlich machtlos gegen sowas ist: Kann man eigentlich als Privatperson für die ganzen Werbeanrufe eine kostenpflichtige Rufnummer schalten? :-)

  11. Als langjähriger T-Mobile Kunde mit ebenfalls schon ewig ausdrücklich nicht genehmigter Verwendung der persönlichen Daten zu irgendeiner Nutzung habe ich die SMS (zumindest) bisher noch nicht erhalten.

  12. Finde auch nicht, dass das Geschäftsmodell so schwer zu verstehen ist. Es sind doch die üblichen Fragespielchen mit einer offenbar richtigen und einer offenbar dämlichen Antwort, die jetzt schon durch die Fernsehkanäle geistern. Vorteile: Besserre Kundenbindung – wer die Frage, für die er sich angemeldet hat, auf seinem Handy liest, fühlt sich eher angesprochen – und antwortet. Keine teuren (?) Fernsehspots. Keine Beschränkung auf eine kurze Zeit. Die Kosten dürften geringer sein.

    Wenn die „werbenden“ Unternehmen zugleich Veranstalter sind, stellen sich bestimmte Fragen der Weitergabe von Daten nicht – es ist dann (vielleicht) wirklich keine. Und mit dem kostenlosen Anmelden willigt man im Zweifel in irgendetwas Neues ein.

    Es gibt wohl nur eine Variante, die Veranstalter kostenmäßig zu ärgern. Anmelden und abmelden (Dazu soll hier hier nicht geraten werden!), immer wieder. Oder recherchieren, ob die Autos ankommen Oder mal in den gesellschaftsvertrag dieser Firma gucken. Gesellschafter, stille Tieilhaber..

    Sicher wird auch die FAS gern was darüber veröffentlichen. (Gibt es wirklich noch keine Tageszeitung, die bisher „mitspielt“?) Dann wird sicher auch was über das Modell bekannt werden.

  13. @nocheinjurist: Für das „Gewinn“-Spiel wird auch mit Fernsehwerbung geworben. Es gibt eine Beschränkung auf einen Zeitraum (bis 3.12.). Hinter imobic steht, wie gesagt, Bob Mobile als Investor.

    Wie das Geschäft von imobic funktioniert, leuchtet mir völlig ein: Möglichst viele Mitspieler gewinnen, damit die Kosten für die Autos nicht ins Gewicht fallen, und deshalb möglichst viele Partner ins Boot holen, die für das Geschäft werben. Die mir noch unklare Frage ist: Wie haben sie es geschafft, dass Pro Sieben, Burda, die Mobilfunkanbieter alle mitmachen?

  14. simyo ist auch dabei. mit der mitteilung, dass ich mein guthaben aufgeladen habe, kam ‚GETTINGS Gewinne tägl. 1 VW Polo. Sende DABEI an 2009 (0Ct/SMS, Teilnahme ab 18, Bedingungen 50autos.de)

  15. @Stefan und andere o2 Kunden:

    Man kann sich doch auf der o2-Seite einloggen und seine Vertragsdaten ansehen. Dort gibt es unter „Meine Daten“ -> „Kontaktdaten aendern“ einen Punkt „Nutzung Ihrer Daten“. Da steht dann der unten aufgefuehrte Sermon und anschliessend ein paar Felder zum anklicken. Ich habe da absichtlich nur „Telefon“ und nicht etwa Email oder SMS angeklickt (und bislang auch noch keinen Spam bekommen).
    Stefan, wenn die o2 Telefoneuse nun behauptet, dass beim Einpfelgen deines Vertrags etwas schiefgelaufen ist, dann haette ja auch in diesem Formular ein Haekchen bei “ Kontaktaufnahme ueber SMS“ sein muessen. Wenn nicht, dann hat sie gelogen und o2 ignoriert den Willen des Kunden einfach.

    „Dies ist der bisherige Status Ihrer Einwilligungserklärung. Diesen können Sie jederzeit ändern.
    Ich stimme der Nutzung und Verarbeitung meiner Bestandsdaten bei Telefónica O2 Germany GmbH & Co. OHG zur Kundenberatung, Information über deren Angebote und für Marktforschung zu, soweit die Datenverwendung hierfür erforderlich ist.
    Zu diesen Zwecken bin ich mit einer Kontaktaufnahme über die folgenden Kanäle einverstanden:“

  16. …da faellt mir noch was ein:
    In der SMS steht ja explizit, dass das Mindestalter fuer die Teilnahme 18 Jahre betraegt. Nun habe ich aber (auch das kann man online einstellen) den Zugriff auf Inhalte ab 18 Jahre blockiert. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich noch keine SMS bekommen habe. Wie ist das denn bei euch Spam-Empfaengern?

  17. Mir hat es im gleichen Fall (mehrere Werbe-SMS sowie einige „Service-Anrufe“ trotz gestrichener Passagen im Vertrag) geholfen, den betrieblichen Datenschutzbeauftragten von O2 zu bemühen. Habe dort einen Brief hingeschickt, Auskunft über Art und Umfang der Speicherung meiner Daten gefordert und schriftliche Bestätigung über die erfolgte Tilgung sämtlicher „Zustimmungen“ zu Marketingmassnahmen verlangt. Nach zwei Wochen kam ein Bestätigungsschreiben – und seit dem ist Ruhe.

  18. Nur um es zu Protokoll zu geben: Nachdem ich zu Beginn schon massive Probleme mit O2 hatte, wollte ich mich eben online registrieren, um den Status zu prüfen (bin mir nicht mehr sicher, ob ich dem bewusst widersprochen habe).
    Nun: Es kam eine SMS mit einem vorläufigen Passwort – das aber bei Eingabe als falsch angezeigt wird. Habe bisher in der Tat ausschließlich und zahlreiche schlechte Erfahrungen mit O2 gemacht.

  19. Allen, die diese SMS trotz Widerspruch der Nutzung ihrer Daten bekommen haben empfehle ich einfach mal die Kontaktaufnahme mit der Bundernetzagentur, das sollte in dem Fall der richtige Ansprechpartner für Beschwerden sein (Missbrauch der Kurzwahlnummer).
    Wenn sich genügend Leute beschweren, bringt das vielleicht wenigstens einen kleinen Erfolg gegen diese Praxis.

  20. @ SN: Okay, dann spinnen wir mal ein bisschen, und ich erzähl mal kurz aus meinem leben.Manchmal finde ich es übrigens schade, auf solche Dinge niht zu kommen.

    Ich hab mal bei einer Firma gearbeitet, die war conctent provider und hat den content gestreut. Als Gegenleistung erhielt sie von Medien Werbeplätze. Die konnte sie dann verkaufen. Hörte auf den Namen barter trade, glaube ich

    Nehmen wir das also mal als Spielfeld. Wäre also denkbar, dass jemand hauptsächlich Werbeplätze mit größerem Rabatt bei Medien einkauft und mit kleinerem Abschlag weiterverkaufen kann, einige Spots selbst nutzt und letztlich das meiste Geld über die SMS einläuft. Und anschließend die Marketingergebnisse verkaufen dürfen, aber auch mit allen „Partnern“ teilen (Wie schon gesagt, ich bin nicht gut, solche Sachen zu durchdenken.)

    Vielleicht gibts ja noch ein paar Rabatte für die Werbeplätze, weil Medien garantierte Einnahmen kriegen und selbst ein schönes Werbespiel anbieten können. Wenn Sie doch mal bei wuv gearbeitet haben, kennen Sie da keinen Kolllegen mehr – die scheinen an solchen Themen gedanklich näher dran? ;-)

    Die zweite mögliche Antwort geht m.E. nur über die Gesellschafterstruktur. Also, Imobic, welche Gesellschaftsform, wer ist Gesellschafter, gibt es stille Beteiligte, so Jura-Quark halt. Man holt Verlage ins Boot, wenn man sie beteiligt. Nicht nur als Veranstalter, sondern auch als Gewinner. Dadurch unterscheiden sich die Verlage auch von ihren Lesern .

  21. @23: Diese Passwortprobleme habe ich auch wiederholt gehabt. Enervierend! Und ob ich den Vertrag mal rauskramen sollte? Paßwort ist auch auf dem anderen Rechner.

    Wenn alle 3 Minuten das Gerät brummt, nur um einen auf die wichtige VW- oder O2-Arena-Aktion hinzuweisen: Furchtbar!

  22. Du kannst getrost auch noch den Metro-Konzern auf die Liste der „Kooperationspartner“ setzen. Zumindest in einem Metro C&C Markt hatte ich am Samstag das Vergnügen einer entsprechenden Durchsage, die mich freundlich informierte, dass Metro 50 Polo verlost … ;)

  23. @ SN: Ich wüsste auch gern, wie es wirklich ist. Allerdings hauptsächlich bei so Zeugs wie 9/11. ;-) Oder von mir aus auch bei Dingen wie „Toll collect“, das war ja sogar was Hoheitliches.

    Jemand anderes schrieb mal (in einem vorherigen Thread), dass er es für eine Erforschung von (werberelevantem) Verhalten hält. Das scheint mir am wahrscheinlichsten. Denn keiner hat etwas exklusiv, also muss der Nutzen ein anderer sein als das bisschen Geld. (Oder denken das nur die, die Medien vergleichen, was die meisten Menschen ja nicht machen…?)

    Vor ein paar Jahren hatten mal Mediamarkt vs Saturn am selben Tag zwei Werbeaktionen. Der eine warb: „Heute keine Mehrwertsteuer“, der andere, mit alles 16 Prozent billiger“, oder waren es schon 19 Prozent? – So oder so ähnlich war das. Beides Metro, ich habe es damals der Marktforschung zugeschrieben.

    Vielleicht weiß die Werbeagentur, die die Anzeigen produziert, ja mehr (wenn es denn eine gibt…?)

  24. Neues Update: Ebene endlich Rechnung geprüft. Mir wurden Anschlussgenbühren berechnet, die eigentlich hätten wegfallen sollen. Die Dame der Hotline bemerkte, zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses sei keine Aktion gelaufen. Das ist zwar Unsinn, weil ich vergessen habe, einen screenshot zu machen und im Vertrag interessanterweise nichts vermerkt ist, habe ich jetzt wohl nichts in der Hand.
    Hat zwar mit dem konkreten Fall nichts zu tun, aber es bestätigt mich nur weiter in meiner Haltung zu O2…

  25. Ich bin seit 9 Jahren O2-Kunde. Vor einigen Jahren wurde versucht, mir die Zustimmung zu neuen Datenschutzbestimmungen mit einem Gesprächsguthaben schmackhaft zu machen. Da ich bei so etwas misstrauisch werde, habe ich sie mir durchgelesen und nicht zugestimmt, trotz mehrmaliger Bitte. Bisher bin ich verschont geblieben.
    Ach ja, ich wollte ja mein TVSpielfilm-Abo kündigen. Mach ich grad mal.

  26. Ist natürlich ’ne Schweinerei. Aber was erwartet man? Ehrlichkeit?
    Ich weiß schon, wieso ich diese Problemchen nicht habe: ich hab‘ nicht solch Gerät, geschweige denn einen Vertrag mit Firmen, die dahinter stehen. Man muss nicht alles machen (oder haben) nur weil’s möglich (oder erhältlich) ist.

  27. Ich würde zu gerne mal die Präsentation sehen, mit der imobic offenbar durch sämtliche Chefetagen der deutschen Medienlandschaft gezogen ist. In meiner Fantasie ist es eine perfekte „Management Summary“ mit vielen Bildern, Pfeilen, großen Zahlen, Balkendiagrammen, Kreisen und Rechtecken :D

  28. Formularmäßige Einwilligungen in Werbung bei Vertragsabschluss sind laut BGH ungültig, und das schon seit 1999. Der Kunde muss aktiv einwilligen, ein Streichen der Klauseln wie oben ist nicht einmal nötig. Alleine ein aktives Opt-in des Kunden, also zum Beispiel das Ankreuzen einer Box, dass man Werbung erhalten möchte, ist legal.
    Die ganze Aktion ist demnach abmahnfähig.
    Danke für die interessante Recherche, ich werde bei uns einen Link zum Artikel setzen.

  29. Ein neuer Level der Dreistigkeit. Ich habe übrigens auch meine Zustimmung im O2 Vertrag durchgestrichen, erfolglos.

  30. Ich wurde vor einigen Monaten von der Telekom, bei der ich einen Zweijahresvertrag habe, angerufen und gefragt, ob ich damit einverstanden wäre, zukünftig Werbung per SMS zu erhalten. Ich habe selbstverständlich nicht zugestimmt. Es kam, wie es kommen musste: Seitdem erhalte ich in unregelmäßigen Abständen Werbung per SMS von der Telekom.

  31. Auch Lidl und Schwarz kann scheinbar zu den Partnern gezählt werden. In wenigstens einem Kaufland (nämlich dem in Wurzen) kam ebenfalls ein Werbespot, wie er bereits in Kommentar 27 erwähnt wurde.

  32. Ich habe eine Vodafone-, eine O2- und eine blau.de-Karte. (jeweils mit Vertrag). Obwohl ich micht nicht erinnern könnte irgendetwas widersprochen zu haben, habe ich bisher von keinem der 3 Provider eine „50Polo-SMS“ erhalten.

  33. Bei solchen Berichten bin ich eigentlich froh, dass ich in Österreich wohne und mein Mobiltelefon mit einer in D verbotenen Prepaid-Karte ohne schriftlichen Vertragsabschluss betreibe. Einzige Bedingung: einmal im Jahr aufladen.

  34. Und das steht auf der 50autos website:

    Die Gewinnaktion wird unter anderem von T-Mobile, Vodafone und ProSiebenSat1 mitveranstaltet. Die Teilnahme ist aber auch für Kunden der anderen untengenannten Mobilfunkanbieter möglich.

    Ich vermisse hier, daß O2 Mitveranstalter ist, wie die Presseleute von O2 behaupten. Ist O2 ‚unter anderem‘?

  35. Ich bin nicht mehr bei O2, aber als Betroffener würde ich mich an die zuständige Aufsichtsbehörde wenden, mal schauen was die dazu sagen.

    Mit der letzten BDSG-Novelle (seit dem 1.9.2009) wurden die Bußgeldvorschriften neu formuliert und können jetzt den Firmen richtig schmerzlich werden.

    Und den Beweis, dass dies ausdrücklich gegen den Willen des Betroffenen erfolgte liegt ja vor.

  36. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Jamba dahinter steckt. Immerhin hat 02 keine Skrupel deren „Produkte“ auf ihrem Online-Shop anzubieten:

    http://mobilefun.o2online.de/

    Dort kann man unter Anderem den Infodienst „Schnuffels Liebesgedichte“ erwerben:

    Schnuffels LiebesgedichteTäglich ein Liebesgedicht vom Kuschelexperten Schnuffel. Machen Sie Ihren Schatz glücklich und versenden Sie diese romantischen Gedichte als Liebesbeweis! (1 SMS/Tag)

    Leute die auf den vermeintlichen Dienst von O2 reingefallen sind und anschließend ein Jamba-Abo an der Backe hatten gibt es genug:
    http://forum.chip.de/o2/o2-jamba-1224374.html

    Dass der Laden mittlereweile zu Rupert Murdochs News Corp Imperium gehört dürfte die Geschäftsmoral nicht unbedingt verbessert haben:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fox_Mobile_Distribution

  37. Schreib das mal bitte in einem schönen langen Artikel für die FAS auf. Dieses Gewinnspiel wird immer unheimlicher.
    Gute Geschichte, journalistisch gesehen.

  38. Was auch merkwürdig ist:

    Warum sind die Mitarbeiter der „Kooperationspartner, die in das Gewinnspiel integriert sind“ nicht von der Teilnahme ausgeschlossen, sondern nur „Mitarbeiter der imobic GmbH sowie der Digame GmbH sowie mit den vorgenannten Unternehmen verbundenen Unternehmen“?

  39. In einer EU-weiten Aktion wurden Websites von Klingeltonanbietern bereinigt oder geschlossen. Es zeigt sich wieder mal, was die EU vermag, wenn die lokalen/regionalen Behörden (auch) Lobbyinteressen unwillig oder unfähig sind, zu reagieren. Als nächstes bitte Call-in-Anbieter.

  40. Heute im Kaufland (in Schweinfurt) haben sie bei den Lautsprecherdurchsagen ebenfalls Werbung fuer dieses Gewinnspiel gemacht…

  41. Nicht ganz richtig – ICH HABE EINEN VON DEN POLO GEWONNEN !
    Ich war auch am 17.03.2010 mit den 49 anderen Gewinnern zur Gewinnübergabe in der Autostadt Wolfsburg. Ein super toller Tag mit allem drum und dran, herzlichen Dank an Roman Tietze und Mitarbeiter der imobic.

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