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Re:Publica

Flausch am Sonntag (18)

[via Schulle]

— 7. März 2010, 21:26 — 14 Kommentare

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Das perfekte Kipp-Roll-Fall-Spektakel

[für Godehard]

— 4. März 2010, 8:39 — 54 Kommentare

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Flausch am Sonntag (17)

[via Manniac]

— 28. Februar 2010, 0:02 — 21 Kommentare

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Mit Stalkern kennt Frau Riekel sich aus

Was ich ganz vergessen hatte bei der Geschichte, wie das deutsche Fachblatt für Moral, die „Bunte”, Politiker möglicherweise systematisch bespitzeln ließ: Mit Stalkern kennt Chefredakteurin Patricia Riekel sich ja aus.

Mitte Januar befragte sie der damalige Blogger Kai Diekmann am Rande eines dpa-Empfanges, worüber sie sich in den letzten Tagen in den deutschen Medien am meisten geärgert habe.

Frau Riekel antwortete:

„Über Stalker. Journalistische Stalker, das gibt es auch, ja.”

Auf die Frage, wo sie die sehe, antwortete sie ausweichend:

„Nicht im Magazinbereich.”

Wen sie meinte, war dennoch kein Geheimnis: Hans-Jürgen Jakobs, den früheren Medienredakteur und heutigen Online-Chef der „Süddeutschen Zeitung”. Der hatte gerade ein großes Stück im Blatt veröffentlicht, in dem Helmut Markwort, der „Focus”-Chef und Lebensgefährte von Frau Riekel, nicht so gut wegkam. Und das geht ja nun gar nicht.

Markwort selbst sagte in Diekmanns Kamera:

„Ich bin schockiert, ja, dass die ‚Süddeutsche Zeitung’ (…), dass die einen Stalker beschäftigt. Die ‚Süddeutsche Zeitung’ hat ja in vielen Teilen gute Autoren und vernünftige Journalisten und ist teilweise ein sehr seriöses Blatt. Aber die beschäftigen einen Stalker, der mich seit Jahren mit Hass und Neid verfolgt und spuckt Gift und Galle.”

(Markwort spricht das Wort „Stalker” übrigens deutsch aus, so als könnte man Kühe und Pferde darin aufbewahren, was seine Wut besonders niedlich wirken lässt, aber das nur am Rande.)

Der Vorwurf von Riekel und Markwort war nicht nur im Affekt dahingeworfen. Markwort wiederholte ihn in einem großen Interview mit der Fachzeitung „Horizont”:

Herr Markwort, „Focus” wird medial seit Wochen heftig unter Feuer genommen. Den Vogel schoss Hans-Jürgen Jakobs ab, der Sie in der „Süddeutschen” auch persönlich hart angreift.

Es ist ja schon das dritte Mal, dass Jakobs mich so attackiert. Für mich ist der Mann ein Stalker. Aus irgendeinem Grund verfolgt Jakobs mich mit Hass, Neid und Wut. Ich staune, dass ein seriöses Blatt wie die „Süddeutsche Zeitung” einen solchen Fall von Stalking im Journalismus zulässt.

Das sind harte Vorwürfe.

Was glauben Sie, was ich für SMS bekomme! Die Leute fragen mich, was ich dem Herrn Jakobs denn angetan habe, dass der so um sich schlägt. Auch unbefangene Leser merken, wie hasserfüllt dieser Artikel ist. Als Journalist, für den Fairness ein hoher Wert ist, bin ich fassungslos, wie faktenfrei und agitatorisch hier über „Focus” geschrieben wird.

So übersichtlich sind Gut und Böse in der sauberen Welt des Publizistenpaares Markwort-Riekel verteilt: Wenn ein augenscheinlich gut informierter Journalist kontinuierlich und kritisch über ihre Arbeit berichtet, handelt es sich um „Stalking”. Wenn ein Klatschblatt eine Detektei damit beauftragt, durch intensive Recherchen im Privatleben dem ungeheuren Verdacht nachzugehen, ein verwitweter Politiker könne eine neue Freundin haben, erfüllt es nur seine staatsbürgerliche Pflicht.

— 27. Februar 2010, 10:56 — 27 Kommentare

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Es schnüffelt

Nur einige winzige Anmerkungen zur aktuellen Schlammschlacht zwischen „Stern” und „Bunte”. Die Hamburger Illustrierte wirft der Münchner Illustrierten bekanntlich vor, dass sie das Privatleben von Politikern von einer Agentur mit angeschlossener Detektei systematisch und mit unlauteren Methoden ausspähen ließ. Der Burda-Verlag und die „Bunte” reagieren darauf mit wüstem Geschrei, Klageandrohungen, einigen offenkundigen Quatschargumenten, schönen Leersätzen (”Investigativer Journalismus … wird auch von allen nationalen und internationalen Publikationen betrieben”) und dem wiederholt geäußerten, vermutlich vernichtend gemeinten Hinweis, der „Stern”-Bericht über die „Bunte” sei bloß der „Angriff auf einen erfolgreichen Mitbewerber, der zuletzt den Stern im Einzelverkauf am Kiosk überholt hat”.

Das ist ebenso kindergartenhaft wie perfide: „Bunte”-Chefredakteurin Patricia Riekel unterstellt also ungefähr, dass es beim „Stern” eine Krisensitzung gab, in der die Verantwortlichen überlegten, was sie tun könnten, damit sie beim Kioskverkauf in Zukunft nicht mehr von der „Bunten” überholt werden, und beschlossen, es mit einer großen Lügengeschichte über die Konkurrenz zu versuchen. Der Vorwurf wirkt gleichzeitig wie eine geschickt in die Berichterstattung geschmuggelte Werbebotschaft nach dem Motto: Ach, übrigens, wir haben den „Stern” ein bisschen überholt.

Bevor man ein Urteil darüber abgibt, wie plausibel der „Bunte”-Vorwurf ist, sollte man sich vielleicht diese Kurve ansehen:

Die „Bunte” hat am Kiosk nicht jetzt plötzlich oder gar zum ersten Mal den „Stern” überholt. Die beiden Illustrierten liegen seit Jahren in dieser Kategorie ungefähr gleichauf. Beim „Stern” sinkt dieser Teil der Auflage etwas schneller als bei der „Bunten”. Aber die „Bunte” lag immer mal wieder vor dem „Stern”.

Aber jetzt, auf einmal, hat es dem „Stern” gereicht und er hat deshalb eine vernichtende Geschichte über die Konkurrenz in Auftrag gegeben?

PS: Weiß eigentlich jemand, ob nur „Spitzenpolitiker” „Vorbildfunktion” haben, wie die „Bunte” heuchelt, und deshalb auf Privatsphäre verzichten müssen? Oder sind Chefredakteure vielleicht auch „Leitfiguren unseres Wertesystems”, deren „privates Verhalten daher Auswirkungen auf die Moral der Gesellschaft” hat? Wenn ja, könnte sich bitte jemand opfern und Details des Liebeslebens von Frau Riekel mit1 Herrn Markwort recherchieren, damit sich unsere Moral dann entsprechend darauf einstellen kann? Vielen Dank.

PPS: Was genau ist die Logik hinter der Entscheidung des „Stern”, in dem Artikel, der die Verletzung der Privatsphäre der Politiker anprangert, selbst detalliert deren Adressen und Wohnungsnummern anzugeben, die von den Detektiven erschnüffelt wurden?

Nachtrag, 15:20 Uhr. Der „Stern” weist mich darauf hin, dass die genannten Adressen der Politiker allesamt alt und nicht mehr aktuell seien. Ich weiß trotzdem nicht, warum man das in dieser Detailfreude dokumentiert.

  1. oder ohne, was weiß ich []
— 26. Februar 2010, 0:16 — 43 Kommentare

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