Die Moderatoren Fearne Cotton und Terry Wogan geben bekannt, wen die BBC-Zuschauer zum britischen Vertreter beim Eurovision Song Contest gewählt haben — Scooch oder Cindy:
BBC-Chef Mark Thompson sagte hinterher:
»I think they were trying so hard to get the phones right that something else must have gone wrong. I’ll find out tomorrow morning exactly what but whoever’s fault it was I’m sure it wasn’t Terry Wogan’s.«
(via MediaGuardian)
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Vorgestern schreibt der ehemalige Microsoft-Blogger Robert Scoble in seinem Blog »Scobleizer«:
Microsoft’s Internet execution sucks (on whole). Its search sucks. Its advertising sucks (…).
Die britische »Sunday Times« findet das bemerkenswert und schreibt heute einen Artikel darüber (»›Microsoft sucks‹, says top blogger«).
Ein Redakteur aus dem »Multimedia«-Ressort von »Spiegel Online« liest den »Sunday Times«-Artikel, findet die Geschichte ebenfalls bemerkenswert, schreibt ebenfalls einen Artikel darüber (»›Microsoft sucks‹ — Top-Blogger rechnet mit Microsoft ab«) — kommt aber offenbar nicht auf die Idee, dass er durch eine schlichte Google-Suche das entsprechende Blog und den entsprechenden Eintrag finden könnte.
Stattdessen verlässt er sich ausschließlich auf die Sekundärquelle und schreibt:
»Microsofts Internet-Anwendungen, die Suche und die Werbung sind Mist«, erklärte Scoble nach Angaben der »Sunday Times«.
(Hervorhebung von mir.)
Himmel! Wenn heute noch selbst ein fürs Internet zuständiger Redakteur eines Internet-Mediums nicht reflexartig in einem solchen Fall die Originalquelle aufsucht und sich dort ein eigenes Bild macht (geschweige denn, sie für seine Leser gleich zu verlinken) und nicht einmal merkt, wie absurd es ist, eine Zeitung als Quelle für den Inhalt eines Blogs (!) anzugeben, wie viele Jahre mag es noch dauern, bis es die breite Masse der Kollegen begreift?
Nachtrag. »Spiegel Online« hat inzwischen den Verweis auf die Zeitung entfernt und verlinkt direkt auf das Blog. Dort können sich die Leser ja dann direkt davon überzeugen, dass Scoble gar nicht meint, dass Microsoft insgesamt saugt, wie »Spiegel Online« und »Sunday Times« in ihren Überschriften behaupten.
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Okay, es ist ein bisschen absurd, wenn ich hier Cross-Promotion für BILDblog mache. Aber weil immer wieder die Kritik kommt, dass wir doch nur Tag für Tag altbekannte Dinge aufschrieben, die jeder seit 30 Jahren wisse:
Ich wusste das zum Beispiel nicht, dass die »Bild«-Zeitung praktisch den vollständigen Inhalt einer Anzeige, die ein sehr guter Kunde im Blatt gebucht hat, einen Tag zuvor als exklusive redaktionelle Informationen aufbereiten würde. Ich wusste nicht, dass sie, wenn sie dafür vom Presserat gerügt wird, das als »massiven Angriff auf das journalistische Selbstverständnis« werten würde. (Ein massiver Angriff auf ihr journalistisches Selbstverständnis ist es natürlich schon. Aber das ist der Pressekodex per se. Das ganze Persönlichkeitsrecht ist im Grunde ein massiver Angriff auf das journalistische Selbstverständnis von »Bild«.) Ich wusste nicht, dass der »Bild«-Chefredakteur die Rüge in einer Pressemitteilung als »völlig inakzeptabel« bezeichnen würde und das euphorische Vorabmelden einer Anzeige als »einwandfreie journalistische Arbeit«.
Okay, dass »Bild« bei allem werblichen Überschwang dann hinterher auch noch die Zahl der Internet-Seitenabrufe mit Bestellungen verwechseln würde, das habe ich dann fast erwartet.
[Disclaimer: Dies ist nicht das BILDblogblog. Dies ist meine persönliche Meinung.]
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Das Schöne am Grimme-Preis ist, dass man über ihn diskutieren darf. Dass die Jury ihre Entscheidungen begründet und es nicht nur erlaubt, sondern sogar gewollt ist, den Entscheidungsprozess in Artikeln transparent zu machen.
Insofern geht es auch völlig in Ordnung, dass Jana Hensel, die mit sieben Kollegen und mir in der neu geschaffenen Jury »Unterhaltung« saß, nun in der »Süddeutschen Zeitung« schreibt, unsere mehrheitlich getroffene Entscheidung sei »großer Murks«. Und natürlich kann man darüber streiten, ob denn eine Sendung wie »Extreme Activity«, die nicht mehr ist als ein lustiger Kindergeburtstag (aber, bei einer guten Folge, ein sehr lustiger Kindergeburtstag) einen Preis gewinnen soll, dem man gerne Adjektive wie »renommiert« oder auch »alterwürdig« schenkt. Man soll sogar darüber streiten.
Ich hatte mich eher für »Schlag den Raab« stark gemacht, weil ich das für die mutigere Sendung halte. Andererseits hat sie nicht nur unfassbare Längen, sondern ist auch in vieler Hinsicht noch unfertig, vor allem in der Premierensendung, um die es bei Grimme ging. »Extreme Activity« ist dagegen viel risikoloser, aber perfekt produziert. Das Tempo stimmt, die Besetzung, das Studio, die Moderation, die Spielregeln; alles ist sehr kurzweilig. Ja: flüchtig auch, da gibt es keinen, aber wirklich: keinen Anspruch jenseits dessen, die Zuschauer 60 Minuten zu amüsieren. Aber das muss man ja erst einmal schaffen.
Und dafür einen Grimme-Preis? Wie gesagt: darüber darf man streiten. Aber vielleicht müsste man nicht gleich so tun, als erschüttere diese Entscheidung den Preis in seinen Grundfesten, und über den Text schreiben: »Bisher war der Grimme-Preis in der Medienbranche gleichbedeutend mit einem Ritterschlag«, als sei das nun nicht mehr der Fall.
Frau Hensel macht noch einen Exkurs in die Geschichte:
Ein kurzer Blick zurück: Beim Deutschen Fernsehpreis hat man in der Kategorie »Unterhaltung« Erfahrung, denn in ihr hier wird die beste Unterhaltungssendung gekürt. Als 2005 Clever und 2006 Genial daneben mit Hugo Egon Balder gewann, kommentierten die Beobachter diese Entscheidung mit den betretenen Worten, im nächsten Jahr würden diese Preisträger ohnehin vergessen sein.
Taten sie? Wer? Und warum? »Genial daneben« gewann den Preis 2004, die Sendung war eine echte Innovation und läuft immer noch.
Weiter im Text:
Tatsächlich jedoch, und das zeigt der Grimme-Preis für Extreme Activity, hat sich das Problem längst verstetigt: In Deutschland scheint niemand zu wissen oder sagen zu können, was gute Unterhaltung ist.
Niemand, außer Frau Hensel natürlich:
Dabei wären es auch hier so simple Kategorien wie Kreativität und Innovation, die man auszeichnen könnte.
Die simple Kategorie Kreativität, soso. Na dann ist es ja einfach. Man setzt sich hin, lässt sich von einem Experten (sagen wir: Jana Hensel) erklären, welche Sendung kreativ ist, welche nur mittelkreativ und welche superkreativ, und zeichnet Letzteres aus.
Die Jury jedoch, das wurde in der internen Diskussion deutlich, tappte in die Falle. Man freute sich am meisten über die Sendungen, die die meisten Lacher produzierten, die am besten sinnfrei unterhalten konnten, so, als setze die Kategorie »Unterhaltung« die Verabschiedung von allen analytischen, benennbaren Kategorien voraus.
Nun ist aber mal gut. Soweit ich mich erinnere, hat sich niemand in der Jury von analytischen Kategorien verabschiedet. Es gab einfach unterschiedliche Meinungen, welche »analytischen Kategorien« entscheidend sein sollten und inwieweit sie erfüllt waren. Und die Mehrheit fand, dass Kriterien wie »Tempo«, »gute Moderation«, »gelungenes Casting« oder »funktionierendes Spielprinzip« in einer Jury, die sich explizit und ausschließlich mit »Unterhaltung« auseinandersetzen sollte, durchaus relevant waren. (Und was spricht eigentlich gegen die eher empirische als analytische Kategorie: »produziert die meisten Lacher«?)
Frau Hensel war anderer Meinung. Vielleicht müsste sie uns anderen dennoch nicht gleich zu Idioten erklären.
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