Super-Symbolfotos (13)

30 Mai 07
30. Mai 2007

Die Kollegen von n-tv.de haben wieder zugeschlagen:

Also, entweder handelt es sich um einen sehr großen Kühlergrill oder um sehr kleine Frauen. Oder doch nur um eine Fotomontage.

(Mit Dank an Lukas!)

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Nachtrag: Der Herr Schrader hat auch noch was.

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vanityfair.de entfernt Turis Artikel (2.update)

30 Mai 07
30. Mai 2007

Aus dem Online-Angebot von „Vanity Fair“ sind nun sämtliche Artikel von Peter Turi verschwunden, der dort bis vorletzte Woche noch unter dem Titel „Turi am Sonntag“ über Medien bloggte. Wer die Seiten aufruft, erhält nur eine Fehlermeldung — und in einem Fall eine einzelne, traurige Überschrift, die wohl versehentlich stehengeblieben ist.

Ob und wie das mit der Abmahnung durch Don Alphonso zusammenhängt, der erfolgreich gegen ein Foto und eine Formulierung vorgegangen ist, oder mit der fehlerhaften Berichterstattung über einen Rechtsstreit mit anderen Beteiligten im selben Artikel oder mit Turis Weigerung, sich mit der Kritik überhaupt auseinanderzusetzen — ich weiß es nicht.

[via Blogbar]

Nachtrag, 12.20 Uhr. Der Condé-Nast-Verlag teilt mir mit:

„Der Blog wird in seiner bisherigen Form nicht weitergeführt; Peter Turi ist jedoch nach wie vor als Autor für Vanity Fair tätig.“

Auf meine Frage, warum alle bisherigen Beiträge Turis gelöscht wurden, habe ich bisher keine Antwort bekommen.

Nachtrag, 12.55 Uhr. Jetzt aber:

„Sie wurden nicht gelöscht; die wichtigsten Beiträge von Turi werden gerade in Artikel überführt, daher sind sie gerade nicht online.“

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„Seltsame Selbstverliebtheit und Hochmut“

29 Mai 07
29. Mai 2007

Die „Tagesspiegel“-Redakteurin Tissy Bruns, die ich für ihre Bemerkungen bei einer Diskussionsrunde vor ein paar Tagen kritisiert habe, antwortet in den Kommentaren auf meine Kritik :

Lieber Kollege Niggemeier,

nach Lektüre Ihrer Kritik am letzten Medienquartett und der folgenden Kommentare zu “Blinde…” ist mir noch etwas klarer geworden, warum die FAS vor zwei oder drei Wochen danach gefragt hat, warum die Blogger in der öffentlichen Debatte noch immer nicht die Rolle spielen, die sie selbst und andere sich davon erwartet haben.

Ich kritisiere seit ewig und drei Tagen die Selbstbezogenheit meiner eigenen Berufsgruppe öffentlich — die Blogger-Szene steht uns in dieser Hinsicht leider in nichts nach, im Gegenteil. Die Unkenntnis, die Sie mir oder Herrn Bissinger aus zwei gekürzten Passagen nachweisen, um dann die Sendung abzuschalten, ist schon von einer seltsamen Selbstverliebtheit und einem Hochmut, der weder dem Anspruch noch der Wirkung der Blogger entspricht. Herr Floto hat mich nach Leserreportern und Blogs gefragt, und ich habe so geantwortet, wie durchschnittliche Leute diese Begriffe verstehen. Ist Ihnen nicht bewusst, dass „Blogs“ in strenger Definition keineswegs landläufig bekannt sind? Die meisten Leute verstehen darunter immer noch, dass es sich um Schreiber im Internet handelt; im Verhältnis zu Zeitungen eben alle, die sich Online zu Zeitungsinhalten äußern.

Selbstverständlich kenne ich die Tagesspiegel-Blogs, die der Kollegen Wergin und Fetscher schätze ich zum Beispiel sehr. Weil ich sie kenne, weiß ich auch, dass ich sie nicht täglich lesen muss. Es lohnt sich nämlich nicht immer und das ist keine Kritik an den Kollegen, sondern eine einfache Feststellung. Täglich lese ich allerdings das Online-Echo auf die Zeitung. Und ich gestehe: Mit gemischten Gefühlen.

Ich staune, dass die mediale Avantgarde so empfindlich ist, dass sie nicht einmal 45 Minuten kritische Debatte über sich selbst aushält, dafür aber umso kräftiger austeilt. Ob das ein Gewinn für den Journalismus ist, wenn ausgeteilt wird wie im Boxverein, es beim Einstecken aber zugeht wie im Mädchenpensionat ? Da glaube ich doch lieber an die Blogger, die wirklich in die öffentliche Debatte eingreifen und empfehle, nur zum Beispiel, den Artikel über die rumänischen Blogger in der FAZ vom 28. Mai 2007.

Mit kollegialen Grüßen
Tissy Bruns

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Fäkalcontent

29 Mai 07
29. Mai 2007

Der Morgenmoderator gerade auf Radio Berlin:

Ich hoffe, dass Sie alle einen stabilen Stuhl haben.

(Ging aber dann doch irgendwie um Möbel. Nein, ich weiß auch nicht, wieso ich den Sender überhaupt höre.)

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Die Zukunft des Journalismus

29 Mai 07
29. Mai 2007

Alan Rusbridger, Chefredakteur der (von mir heißgeliebten) britischen Tageszeitung „Guardian“, hat vor Zeitungs-Ombudsleuten eine Rede über „Ombudsmänner in der digitalen Zukunft“ gehalten, in der er bemerkenswerte Dinge sagte über den Journalismus, wie sich seine Natur gerade rasant verändert und wie Journalisten und Medien darauf reagieren müssen:

(…) As journalists, we’re doing well if we confine ourselves to being truthful about what we know, which is often (through no fault of our own) fairly circumscribed. We’re doing better if we’re also truthful about what we don’t know. We should always be uneasy at grandiose boasts that we’re revealing The Truth.

(…) handing down tablets of stone and telling people „this is how it is” is a less persuasive proposition than it once was.

(…) the readers, users — call them what you will — have now got such good real time access to much of the information which was once our exclusive preserve. By that I mean that the traditional news media were, on the day, (and, indeed, for most people at all) the only source of information. A speech, a debate, a report, a scientific paper — most people had few independent ways of verifying a newspaper or broadcast account, certainly on the day it was published or broadcast. Now a huge amount of information is simultaneously released on official websites, enabling millions of people to check your version of events against the original.

What does that mean? It means that inquiring, suspicious or specialist readers (by which I mean people with a particular interest in a particular subject) will swiftly be able to test your journalism for accuracy or bias against any published information. Of course, we still have sources of information not available to just anyone. But today there are millions of fact checkers out there. Millions of them have their own blogs or websites. So we can refuse systematically to correct or clarify our journalism, but we would be foolish to imagine that it will therefore go uncorrected or unclarified. It will: all that will happen is that it will take place elsewhere.

And, of course, that will still happen even if you do have your own processes in place. The question editors have to face is: is it not a bit uncomfortable knowing that your failings may be revealed and widely discussed elsewhere, with not a word appearing in your own newspaper or on your own channel? Which is the road to building trust — engaging or ignoring?

(…) in truth, a passionate debate is raging out there in a way which many mainstream journalists have not quite yet appreciated. At times it feels more like a cacophony than a debate, it’s true. But various technological and economic forces are bearing down on what we do so forcefully and, frankly, so fast, that the very nature of journalism is being challenged in fundamental ways that have yet to filter back into more conventional print-focused newsrooms.

As with all these developments, so-called old media has a decision to make — whether to stand aloof from them and basically say „that’s not what we do.“ Or else to try it out on the basis that it might, indeed, not be what we do, but there are some things we can learn from it, or which might impact on us. And of course there is a third possibility: that we try it out and decide that that’s exactly what we should be doing. (…)

Die außerordentlich lesenswerte Rede Rusbridgers im Original und in der Zusammenfassung von Deborah Howell, Ombudsfrau der „Washington Post“.

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