2007.

31 Dez 07
31. Dezember 2007

Silvester ist nicht mein Tag. Ich werde im besten Fall sentimental, im schlimmsten Fall depressiv und in jedem Fall genervt von den ganzen Ritualen, die mit diesem, äh, Fest verbunden sind. (Besonders schön war vor vielen, vielen Jahren, als wir in einer Jugendherberge irgendwo in Irland waren und gegen Mitternacht die Deutschen kollektiv vor die Tür liefen, was ein bisschen abwegig war, weil es in Irland kein Feuerwerk gibt, und also etwas bedröppelt und mit dem merkwürdigen Gefühl unverrichteter Dinge wieder ins Haus gingen.)

Aber vielleicht taugt Silvester dann doch ganz gut dazu, mich zu bedanken. Für die Aufmerksamkeit vor allem. Ich bin mir sehr bewusst, dass das ein Geschenk ist: dass Leute sich dafür interessieren, was ich schreibe, und Anteil nehmen an dem, was ich mache. Danke für die Mithilfe, die Kommentare, die Kritik (und die Preise!).

Was BILDblog angeht, war 2007 ein erstaunliches Jahr. Anke Engelke, Christoph Maria Herbst, Chris Geletneky, Tobi Baumann und Ralf Günther haben uns einen Fernsehspot geschenkt. Charlotte Roche hat uns eine Lesung geschenkt, und Fettes Brot die Party danach. Max Goldt und Friedrich Küppersbusch, Jürgen Trittin und Knut, Miriam Meckel, Bastian Pastewka und viele andere haben uns Gastbeiträge geschenkt. Und unsere Leser hören nicht auf, uns sachdienliche Hinweise, Treue und Sympathie zu schenken. Wenn mir das jemand vor ein paar Jahren vorausgesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt. Danke!

Das wird kein vollständiger Jahresrückblick hier. Und wenn ich jetzt noch anfange, mich bei denen zu entschuldigen, denen ich unrecht getan und die ich vernachlässigt habe, wird’s vollends peinlich. Ich sag ja: Silvester ist nicht mein Tag.

(PS: Ein paar poetischere, klügere, kryptischere und in ihrer Möchtegernabgeklärtheit traurigere Gedanken zum Thema Jahreswechsel hat Herr Argh! aufgeschrieben.)

Im Hamsterrad der Geschichte

22 Dez 07
22. Dezember 2007

Vergangenen Sonntag hab ich in meiner Kolumne in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ über Thomas Kausch und seinen Auftritt als ARD-Guido-Knopp in der neuen Reihe „Geheimnis Geschichte“ geschrieben. Ich fürchte nur, dass man sich keine echte Vorstellung macht von dem Grauen, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Sehen und staunen Sie also:


Link: sevenload.com

(Und mein Artikel dazu steht hier.)

Programmhinweis

22 Dez 07
22. Dezember 2007

Jeder Idiot darf Journalist werden, das garantiert das Grundgesetz, und viele werden es auch tatsächlich, das kann man Tag für Tag in den „etablierten“ Medien nachlesen, angucken, anhören.

Ich habe für die „taz“ zu der ganzen merkwürdigen Debatte, ob das Abendland untergeht, wenn jeder Depp einfach seine Meinung ins Internet schreibt, eine mittelgroße Tube eigenen Senfs ausgedrückt.

Kurz verlinkt (12)

21 Dez 07
21. Dezember 2007

Sie haben ein Kaffeeservice bekommen, die Frauen der Fußballnationalmannschaft, die 1989 die Europameisterschaft gewannen. Ein Bügelbrett bekamen sie nicht.

Eine einzige kleine boshafte Änderung in der „Wikipedia“ reichte, um diverse Medien vom Gegenteil zu überzeugen — am Ende schaffte es das Bügelbrett sogar in eine Rede des Bundespräsidenten.

Die schöne Geschichte dazu hat Arne Nordmann aufgeschrieben.

Namedropping mit Andrea Kiewel

21 Dez 07
21. Dezember 2007

Das hätt‘ ich auch nicht gedacht, dass es sich noch mal lohnen würde, „Schmidt & Pocher“ zu gucken. Die Sendung zeigte gestern Ausschnitte aus der MDR-Talkshow „Riverboat“ mit diesen Zitaten Andrea Kiewels (die eingeblendeten Geldbeträge sind fiktiv, bzw. witzig gemeint):


„Also ich hab vorher, bevor Johnny gezeugt wurde, 25 Kilo mit Weight Watchers abgenommen und hab dann, doof wie ich bin, drei Monate dieses Gewicht gehalten…“


„Die letzten acht, neun Kilo, die ich als Frau zuviel finde, sollen noch weg bis zum Mai, und bin wieder bei Weight Watchers, und die helfen mir da so richtig schön auf die Sprünge…“


„Aber für mich ist Weight Watchers der Weg zurück zum normalen, gesunden Essen…“


„Und du bist bei Weight Watchers zum ersten Mal nicht die Dicke unter Dünnen…“


„Das ist ja schon meine zweite Episode bei Weight Watchers. Beim ersten Mal war’s mir ein bisschen saudoof…“

Und nun noch einmal zum Vergleich, was der Pressesprecher des MDR gestern im Zusammenhang mit der Schleichwerbung Andrea Kiewels zu „Spiegel Online“ gesagt hat:

„Die auf SPIEGEL ONLINE genannten Vorwürfe gegen Frau Kiewel beziehen sich ausschließlich auf Ihre Tätigkeit für das ZDF“, sagt Sendersprecher Stefan Mugrauer. Im MDR habe sie in keiner Sendung einen Bezug zum Thema „Weight Watchers“ hergestellt oder sei in irgendeiner Weise werblich für Weight Watchers aufgetreten.

ZDF und MDR haben Kiewel inzwischen gekündigt.

PS:


„Und dann war irgendwann der Punkt, wo ich gedacht habe: Jetzt ist auch mal gut, eine Kollegin hat bei Weight Watchers angefangen. Weight Watchers klingt ja erstmal ein bisschen, hmm. Bin hin, Berlin-Spandau…“