Breaking News

08 Jun 07
8. Juni 2007

Freitag, 9.30 Uhr. Die Ereignisse überschlagen sich. „Spiegel Online“ bleibt dran.

(Screenshot: Aktuelle Übersicht des „Leute“-Ressorts von „Spiegel Online“. Keine Fotomontage.)

Mit Dank an Alfred Hütter!

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Auch doof

07 Jun 07
7. Juni 2007

Bisschen merkwürdig ist es schon, dass die „Welt“ heute ein Interview mit dem lustigen Franzosen Alfons bringt und ihm die Überschrift
„Manchmal bin ich auch doof“ gibt.

Nicht nur, weil dasselbe Interview, anders gekürzt, gestern schon in der „Frankfurter Rundschau“ stand. Und nicht nur, weil es auch dort schon die Überschrift „Manchmal bin ich auch doof“ hatte.

Sondern vor allem, weil der Satz „Manchmal bin ich auch doof“ in der „Welt“-Version des Interviews gar nicht vorkommt.

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„Welt“-Offenheit

07 Jun 07
7. Juni 2007

In Dresden beschimpfen zwei Deutsche einen indischstämmigen amerikanischen Studenten als „Kanake“ und greifen ihn und seinen deutschen Dozenten, der dazwischengeht, mit Schlägen und Tritten an.

Unter einem „Welt Online“-Artikel über den Angriff stehen, teils seit gestern Abend, Kommentare wie diese:

Kennt ihr ueberhaupt die Zahlen?
Rund 1000 Verbrechen von Rechts im jahr…
Rund 100.000 von Links im jahr
und eine Million von „Migranten“ auch als Moslems bekannt.

Und dieser Inder hatte in Deutschland sowiso nix verloren.
Warum lassen uns nicht einfach alle in Ruhe…

Als wir nach dem 2ten Weltkrieg am Boden waren, sind sie nicht zu uns gekommen und haben uns geholfen, auch nicht die Tuerken.
Als wir uns aber durch UNSERE EIGENE KRAFT aus der Scheisse gerettet haben, da wollen sie uns alle ganz doll lieb haben und wir sollen ja nicht so sein..

Ja ne is’klar.

Lasst uns alle einfahc in ruhe, dann passiert so ne scheisse auch kuenftig nicht mehr.

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Ich kann es nicht mehr hören!

WARUM, in Dreiteufelsnamen, wird nicht mit der gleichen Akribie über die durch Ausländer an Deutschen begangenen Verbrechen berichtet?

Jede verdammte Ohrfeige an einem Ausländer ist ein „rassistischer Übergriff“, worüber bis zum Erbrechen berichtet wird. Über die „dummen Kartoffeln“, die so blöde waren sich ein Messer von irgendwem mit „Migrationshintergrund“ einzufangen, liest man, wenn es hochkommt, maximal zwischen den Zeilen in den Pressemitteilungen der Polizei.

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Von den vielen weisshäutigen die täglich von Nazis (früher nannte man diese Leute Schläger oder Rocker)
verprügelt werden gibt es keine Berichterstattung .
Die wenigen Fälle wo Ausländer involviert sind werden bis zum Exzess angeprangert. Komischer weise gibt es im Ausland solche Fälle auch aber keiner reagiert so kleptomanisch wie die Deutschen. Ist doch einfach lachhaft.

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…wieso fremdenfeindlich ? (VORVERURTEILUNG durch die Presse !!)
…erstaunlich,dass Amerikaner deutsch verstehen ?!
…was war der Auslöser des Ganzen– endet das so wie der Fall Potsdam ? BITTE SERIÖSE BERICHTERSTATTUNG !!

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Ich frage mich, wo der große überregionale Bericht belibt, wenn mal wieder ein weißer Inländer von einer Horde Ausländer niedergeprügelt wird, was ja in unserem eigenen Land fast täglich vorkommt!

(Plumpe Pointen darüber, dass Meinungsbeiträge von Redakteuren bei „Welt Online“ bekanntlich aus Qualitätsgründen vor der Veröffentlichung gefiltert werden, bitte verkneifen.)

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Warum Callactive versucht, Kritiker mundtot zu machen

06 Jun 07
6. Juni 2007

Die Firma Callactive, die für drei Sender der MTV-Gruppe in Deutschland mehrstündige Anruf-Sendungen produziert, versucht auch weiterhin, eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Geschäftsmethoden zu erschweren. Am Montag forderte der Anwalt des Unternehmens den Betreiber des Forums call-in-tv.de auf, die Screenshots von Callactive-Sendungen zu entfernen:

Insbesondere sind derartige Veröffentlichungen nicht von der Zitierfreiheit erfasst. (…) Bei der Durchsicht von Foren-Inhalten konnten wir keinen einzigen Screenshot identifizieren, dessen Veröffentlichung nicht Rechte der Callactive GmbH verletzt.

Schaut man sich die Screenshots an, ahnt man, warum die Firma sie ungern im Netz sieht: Viele beweisen, wie Callactive in „Money Express“ die Zuschauer systematisch in die Irre führt und gegen die Regeln der Landesmedienanstalten (pdf) verstößt.

Bei Kennern berüchtigt ist etwa das im „Money Express“ gern gespielte Rätsel „Zählen Sie alle Liter!“. Vergangene Nacht handelte es sich um eine vergleichsweise einfache Version:

Trotz Dutzender durchgestellter Kandidaten kam niemand auf die richtige Lösung, und so musste die Moderatorin am Ende selbst verraten, wie es geht.

„Und jetzt muss ich Ihnen die Lösung zeigen, was wär‘ denn wirklich rausgekommen? 352! Hier unten — haben Sie das gesehen? Ich hab’s Ihnen andauernd gesagt: Das mittlere Fass! Das eine ist leer, und da drunter, da ist noch eins. Bitte, das nächste Mal machen Sie das richtig. Das da drunter war voll, und voll und leer, da müssen Sie immer oben zählen und das was drin ist zählen, und das nächste Mal, da zählen Sie alles richtig und dann gibt’s hoffentlich auch wieder einen tollen, fünfstelligen Gewinn, eventuell.

Das Zitat ist ungekürzt, und die Sendung damit zuende. Und nun zum Vergleich die Formulierung aus den Gewinnspielregeln der Landesmedienanstalten, an die sich Callactive nach eigenen Aussagen hält:

Die an einen fairen Wettbewerb zu stellenden Voraussetzungen erfordern, dass die Spiele transparent aufgelöst werden. D. h. für den durchschnittlichen Zuschauer muss es, insbesondere auch bei schweren Spielen möglich sein, die Lösungslogik nachzuvollziehen.

Falls Ihnen die Lösungslogik trotz der Auflösung durch die Moderatorin nicht klar ist — es ist doch ganz einfach. Zuerst zählen Sie alle Zahlen mit „Liter“:

15 + 15 + 20 + 20 + 25 + 25 = 120.

Aber in „15 Liter“ steckt ja auch „5 Liter“, also:

5 + 5 + 0 + 0 + 5 + 5 = 20.

Aber Liter kann man ja auch mit „L“ abkürzen, deshalb müssen wir die beiden Summen doppelt zählen: :

120 + 120 + 20 + 20 = 280.

Nun zählen Sie den Inhalt der Fässer dazu, aber nur die vollen (also ohne Loch unten) und inklusive der verdeckten:

280 + 15 + 20 + 25 = 340.

Und die sechs einzelnen Wörter „Liter“ zählt auch jeweils als Liter, ebenso die sechs darin enthaltenen „L“, also:

340 + 6 + 6 = 352!

Ta-daa!

Aber selbst wenn Sie das jetzt verstanden haben sollten und irgendwie logisch finden, würde ich dringend davon abraten, beim nächsten „Liter“-Spiel im „Money Express“ anzurufen. Denn, wie gesagt: Dieses Spiel war vergleichsweise fair. Manchmal fehlen bei den Beschriftungen auf den Tonnen klitzekleine Ecken, dann zählen sie nicht mehr. (Auch das widerspricht übrigens den Regeln der Landesmedienanstalten.) Mal sind die Liter als „Ltr.“ abgekürzt, dann zählen sie, mal steht da nur „Ltr“, dann zählen sie nicht, also, außer das „L“ alleine, das zählt natürlich in jedem Fall als „Liter“. Deshalb kommt bei diesem Rätsel, das im „Money Express“ vor zwei Wochen gespielt wurde, natürlich auch 528 heraus, wie die Lösungsbildschirm anschaulich macht (und nicht 527, wie „Money Express“ am Tag zuvor noch behauptet hatte):

Wissen Sie jetzt, was der Grund sein könnte, dass Callactive und ihr Geschäftsführer Stephan Mayerbacher sich so dagegen wehren, dass man Screenshots von der Sendung im Netz veröffentlicht?

PS: Ich hatte versucht, ein kurzes Video, das die erstaunliche „Auflösung“ der Sendung zeigt, bei Sevenload hochzuladen. Es war innerhalb kürzester Zeit gelöscht. Sevenload scheint auf Wunsch von Callactive alle Beweisvideos entfernt zu haben.

Mit Dank an call-in-tv.de für den Lösungsweg!

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Selten so Gl8!

05 Jun 07
5. Juni 2007

Kleine Bemerkungen am Rande:

Im ZDF-Blog zum G8-Gipfel kann man schön sehen, wieviel Angst auch diejenigen etablierten Medien, die versuchen, sich auf die neuen Möglichkeiten der Kommunikation im Internet einzulassen, vor dem damit verbundenen Kontrollverlust haben. Links in den Kommentaren des Blogs, selbst solche wie dieser, werden entfernt. Nicht auszudenken, wenn jemand auf eine der schlimmen Seiten verlinkte, von denen man immer soviel hört.

Und dann würde ich doch gerne mal mit dem ZDF-Menschen sprechen, der die Idee hatte, die einzelnen Kapitel der interaktiven „Reise durch die Weltwirtschaft“ so zu betiteln:

Nachtrag, 6. Juni, 17.35 Uhr: Andreas Heck, Redaktionsleiter heute.de, antwortet auf die Kritik an der Entfernung des Links im ZDF-Blog:

(…) Wir möchten jedenfalls nicht auf die Form des Blogs als eine Möglichkeit in der Berichterstattung verzichten — müssen aber bei Nutzerbeteiligung durch eine Moderation sicherstellen, dass alle Inhalte neben Recht und Gesetz auch mit den Programmrichtlinien des ZDF vereinbar sind. Darüber hinaus gilt es, die Vereinbarkeit mit Jugendschutz, Anstand und guten Sitten zu gewährleisten. Da das in diesem Fall nicht das Problem ist, war es ein Fehler, die URL herauszunehmen. Nun ist sie drin.

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