Vor siebeneinhalb Jahren, im Juni 2002, haben Wolfgang Clement und Heide Simonis ihre Sitze im Verwaltungsrat des ZDF niedergelegt. Einen Platz hätten die beiden damaligen SPD-Ministerpräsidenten ohnehin räumen müssen, weil die CDU gerade die Mehrheit im Bundesrat und damit einen zusätzlichen Sitz im obersten ZDF-Gremium erobert hatte — ihn bekam ein Mann namens Roland Koch. Aber Simonis und Clement gaben einen weiteren Sitz auf, um für mehr Staatsferne des Senders zu demonstrieren. »Es kann nicht richtig sein, dass Politiker, namentlich Regierungsmitglieder, die Gegenstand kritischer Berichterstattung sind, gleichzeitig die Entscheidungsgewalt über einen Sender innehaben«, hatte Clement gesagt. Eine unabhängige, politikferne und sachkompetente Persönlichkeit solle den vakanten Platz anstelle des üblichen Ministerpräsidenten übernehmen. Es wurde der ehemalige Bundesverfassungsrichter Dieter Grimm. Er lehnte …
Ein Synonym für Roland Koch
Der Mediendienst »Meedia« bringt die Diskussion um Nikolaus Brender auf ein neues Niveau:

Nachtrag, 13.17 Uhr. »Meedia«-Chef Georg Altrogge kommentiert:
Bei der »Ente« handelt es sich um einen nicht zur Veröffentlichung frei gegebenen Text, der durch einen internen Fehler für wenige Minuten online war. MEEDIA distanziert sich von der Formulierung im Zusammenhang mit Roland Koch. [Wir] überprüfen derzeit den Vorgang und werden dafür sorgen, dass sich Derartiges nicht wiederholt.
Schöne Blogs (4): Sprengsatz
»Spiegel Online« berichtet, dass der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck kaum noch Chancen dafür sieht, dass Nikolaus Brender ZDF-Chefredakteur bleibt. Die neun Vertreter der Union im vierzehnköpfigen Verwaltungsrat des Senders beharrten darauf, gegen den Vorschlag von Intendant Markus Schächter stimmen zu wollen. Die Sozialdemokraten würden aber an Brender festhalten: »Wir tragen das Kreuz weiter.«
Am besten liest man zu dieser Meldung einen Blogeintrag von Michael Spreng. Der hatte schon vor einer Woche unter der Überschrift »Wem Beck hilft, der ist verloren« geschrieben:
(…) Sein Lob für den jobgefährdeten ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender und seine Angriffe auf Angela Merkel in diesem Zusammenhang sind das Dümmste, was dem ZDF-Mann passieren konnte. (…)
Beck hat Brender mehr geschadet als Roland Koch, der den ZDF-Mann unter verlogenen …
Koch & ich
Ich habe heute meinen ersten Ministerpräsidenten interviewt.
Und zum ersten Mal die erste Seite des F.A.Z.-Feuilletons vollgeschrieben.
Jetzt bin ich ein bisschen erschöpft.
Nun würde eigentlich gerne ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, mit was für Aufregung eine solche Geschichte verbunden ist — insbesondere, weil Roland Koch (der eigentlich gerade im Urlaub ist) sich bis zu diesem Interview nicht zu der von ihm betriebenen Demontage des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender geäußert hatte. Aber erstens weiß ich nicht, wie die F.A.Z. das fände, und zweitens fehlt mir die Zeit.
Interessant wäre aber die Frage, ob das eigentlich journalistisch in Ordnung (oder schlichter: nett) ist, die Aussagen eines Interviewpartners in derselben Ausgabe gleich kritisch zu kommentieren.
Und dank der Prozesshanselei des angeblich ersten Journalisten von Burda, …
Qualitätsfragen (2)
»Frankfurter Rundschau«, 13. April 2008:
[ZDF-Paris-Korrespondent Alexander von Sobeck] gibt an, in seinem Sender sei Außenpolitik »nur noch selten prime-time-fähig«. So sei das »Auslandsjournal« so lange hin und her geschoben worden, bis es kaum noch einer finde. Die ARD würde sich hingegen auch am Vorabend noch »Sendungen mit Leuchtturmcharakter« wie den »Weltspiegel« halten.
[ZDF-Chefredakteur Nikolaus] Brender hält den Quotendruck zur Hauptsendezeit dagegen und sagt: »Eine Auslandsberichterstattung, die nicht von vielen Zuschauern gesehen wird, verliert an öffentlich-rechtlichem Wert.«
Konkret sieht das so aus:

Die Verlegung des »Auslandsjournals« um eineinhalb Stunden nach hinten hat die Zuschauerzahl der Sendung halbiert.
