Nächster Versuch in diesem anscheinend groß angelegten Live-Experiment über die Zuverlässigkeit von, hust, professionellen Medien: Reicht es eigentlich, die Homepage eines Fußballclubs zu hacken und draufzuschreiben, dass ein Stürmer fristlos entlassen wurde?
Aber ja!

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Es ist ja nicht alles schlecht am Online-Auftritt der »Rheinischen Post«.
Sebastian Dalkowski hat mir eine Mail geschrieben und mich darauf hingewiesen, dass sich da auch schöne Sachen finden lassen, seine wöchentliche Kolumne »About a Boy« zum Beispiel.
Und was soll ich sagen? Der Mann hat Recht. Für meinen Geschmack klingen die Texte manchmal ein bisschen zu gewollt nach einer Mischung aus Axel Hacke und Franz Josef Wagner. Aber die Mehrzahl derjenigen, die ich jetzt mal auf die Schnelle gelesen habe, sind lustig, klug und originell.
In der heutigen steht zum Beispiel:
Ich schreibe eine Kolumne für die Homepage einer deutschen Tageszeitung. Sie heißt »About a Boy«. Nichts deutet darauf hin, dass die Zeitung meine Kolumne nach Indien auslagern will. …
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Daniel Bouhs hat für die »taz« bei »RP-Online«-Chefredakteur Rainer Kurlemann nachgefragt, warum der Internetauftritt der »Rheinischen Post« so ein Schrott ist. Und Kurlemann hat unter anderem geantwortet:
»Es gehört nun mal zum Internetjournalismus, dass Qualitätskontrolle schwieriger ist als in Zeitungen.« Man arbeite »eben viel schneller« und könne Texte »nicht stundenlang bis zu einem späten Redaktionsschluss« prüfen. Den Bierflaschenfall [gemeint ist diese PR-Geschichte] bedauert der Onlinechef einerseits ausdrücklich; andererseits will er sich nicht für alles die Verantwortung zuschieben lassen: »Letztlich müssen wir dahin kommen, dass die Qualitätssicherung beim Autor beginnt — viel mehr, als das bei Zeitungen üblich ist.« Das Internet verlange Journalisten »eben eine stärkere Eigenverantwortung ab«.
Dass »RP-Online« ungefähr alle journalistischen Mindeststandards unterläuft, ist aber anscheinend nicht …
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Die meisten Artikel von »RP-Online«, dem erfolgreichen Online-Ableger der »Rheinischen Post«, tragen keinen Autorennamen, was vielleicht ein Akt der Gnade ist gegenüber den vielen Menschen, die hier vergeblich mit der Sprache kämpfen, um sinnlose Texte zu schreiben.
Dieses Stück über die gestrige Folge von »DSDS« ist ebenfalls im üblichen gebrochenen Deutsch verfasst (»›Deutschland sucht den Superstar‹ begeht derzeit eine weitere Staffel« / »Außer gepiercten Brustwarzen und großflächigen Tattoss hatte er unter gesangstechnischen Aspekten nicht viel zu bieten«), aber es scheint nicht anonym zu sein:

Womöglich fand der Autor nicht den Knopf, um die Angabe eines Verfassers abzuschalten, wollte aber trotzdem nicht mit dem gedankenlosen Quark identifiziert werden. »Alan Smithee« jedenfalls ist der …
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Meilensteine des Journalismus (1):
Annette Bosetti trifft Iris Berben, »Rheinische Post«, 4. Januar 2009.
(…) Ihre Frisur ist für den Festakt schon hochgesteckt. Elegant auch das Make up. Ihre Nägel trägt sie kurz geschnitten und unlackiert. Hübsche Ohrringe, das markante Grübchen und echte Zähne fallen auf – keine Kronen, wie sonst in der Filmbranche üblich. Iris Berben wirkt natürlich. Noch trägt die 1,68 Meter große, mit ihren 57 Kilo recht zierliche Frau schwarzblaue Jeans mit Schlag und einen gemütlichen Pullover in Schwarz. Am Abend wird sie in Gala-Garderobe auftreten. Profi, der sie ist, lässt sie sich auf jede Situation hundertprozentig ein, jetzt eben auf ein Interview.
Bald schon gibt es Kaffee, eine Zigarette („Ja, ich bin ein Suchtmensch“) und ein Gespräch von …
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