Sonnengrüße von der Tanja May

07 Jun 11
7. Juni 2011

Jörg Kachelmann hat heute Mittag über Twitter ein Dokument veröffentlicht, das einen interessanten Einblick in die journalistischen Methoden des Burda-Verlages bietet. Es ist nach seinen Angaben eine Nachricht, die die „Bunte“-Chefreporterin Tanja May zusammen mit einem großen Blumenstrauß an eine Zeugin verschickt hat. Darin bat sie die Zeugin darum, sie doch noch vor ihrer Aussage vor Gericht zu treffen.

Leider ist das Foto auf Twitpic jetzt gelöscht worden. Von wem oder warum, weiß ich nicht, jedenfalls nach Kachelmanns Angaben nicht von ihm selbst.

So sah das aus:


(Verpixelung von Handynummer und E-Mail-Adresse von mir.)

Kachelmann twittert dazu:

Wann wird man durch Hubert Burda befördert?

Wenn man solche Telegramme mit gaaaanz viel Blumen an Zeuginnen schickt. Man beachte: Erst zu BUNTE, dann Gericht. http://twitpic.com/586fia

Huberts bunte Blumen wurden gegen Ende August verschickt. Woher kannte Burdabunte die Ladungsliste des Gerichts?Woher die Zeuginnenadressen

Zur Vorgeschichte: Die „Bunte“ hatte drei Zeuginnen bis zu 50.000 Euro dafür bezahlt, noch vor der Hauptverhandlung in der Illustrierten ausführlich gegen Kachelmann auszusagen, und war vom Gericht dafür gerügt worden. „Bunte“-Chefredakteurin Patricia Riekel, die die einseitige Berichterstattung ihres Blattes „ausgewogen und neutral“ nannte, hatte gegenüber der FAZ erklärt, es habe sich um Standardverträge gehandelt, wie sie „in allen Redaktionen üblich“ seien. Der Verdacht, Zeuginnen zu manipulieren, sei „ehrverletzend und diskriminierend“.

Kachelmann hat bereits mehrmals auf Twitter auch Paparazzi gezeigt, die er fotografierte, während sie ihm auflauerten. Da er inzwischen weder auf einen Ruf als Sympathieträger noch auf das Wohlwollen der Medien Rücksicht nehmen muss, kann er fast ungehemmt die Auswüchse des Spektakels um ihn herum dokumentieren. Das können bemerkenswerte Einblicke in den journalistischen Alltag in Blättern wie der „Bunten“ werden — wie die Fleurop-Recherche von Tanja May.

Nachtrag, 21:15 Uhr. Die Tanja May schrieb laut NDR-Medienmagazin „Zapp“ übrigens bereits im März 2010 auch an das angebliche Opfer:

Wie ich Ihnen schon mehrfach geschrieben habe, habe ich Ihnen von Anfang an geglaubt, was Herr Kachelmann Ihnen angetan hat. [...] Sonnengrüße schickt Ihnen die Tanja May.

[via Theo in den Kommentaren]

FacebookGoogle+Twitterflattr
235 Gedanken
  1. 1
    Hansi says:

    Da frage ich mich aber, woher JK dieses Schreiben hat. Keine Ahnung, ob Fleurop-Sträuße dem Postgeheimnis unterliegen, aber das sieht mir doch trotz allem nach einer privaten Kommunikation aus, die sicher nicht an JKs Adresse ging.

  2. 2
    Harti says:

    Warum Tel Nr u Email verpixeln? Die Frau ist doch anscheinend sehr kommunikativ.. und freut sich sicher über jeden Menschen, mit dem sie sich über JK unterhalten kann :)

  3. 3
    Christian Maertin says:

    Mal ganz abgesehen von der fragwürdigen journalistischen Praxis: Es hätte für Kachelmann ein so wunderbarer stiller — und damit souveränder — Triumph werden können. Und nun twittert er alle (und damit auch sich selbst) in Grund und Boden. Peinlich.

  4. 4
    Ommelbommel says:

    Gibt es Hinweise auf die Echtheit dieser Nachricht?

  5. 5
    numerus C. says:

    verdammt nochmal; wenn es nicht um jemanden ginge, dessen Gesicht, Gestik und über die ‚Strecke‘ betrachtetes Ego eher einer Abwendung seiner Person gegenüber bewirkt hätte, könnte man meinen, dass er um ‚sein Leben‘ kämpft.
    Und hier wird ja gut über die offensichtliche Gemütsverfassung J.K.‚s gesprochen.
    Etliche tausend Euros für echte, zukünftige, oder doch nur bezahlte Zeugen aber rehabilitieren diesen Mann eigentlich, obwohl er ‚nur‘ zweiter Klasse frei gesprochen wurde.
    Es ist (traurig) unwirklich, was die Presse so treibt.
    Kachelmann ist ‚im Arsch‘!
    MIT, oder OHNE ordentlichem Urteil.
    Nun hege ich bestimmt keine Sympathie für diesen Menschen, doch ich spüre etwas Angst, auch ohne meinen Mitmenschen die ‚Tüchtigkeit‘ dafür absprechen zu wollen, stets das ‚Richtige‘ in so manchen Reportagen lesen zu können.
    Ich glaube beinahe, dass weder eine Rechtsschutzversicherung, noch eine Haftpflicht für irgendetwas gerade stehen kann, ausser, dass man besser sein Maul hält und tunlichst nicht auffällt… :-(
    Und das gilt im Zweifel auch für weniger berühmte Menschen.

  6. 6
    Gregor Keuschnig says:

    Herr K. sollte aufpassen, nicht zum Michael Kohlhaas des Boulevard zu mutieren.

    Die Frage nach der Authentizität ist auch nicht hinreichend beantwortet. Nicht, dass da wieder ein vorzeitiger Dingens zu beobachten ist.

  7. 7
    Jörg Kachelmann says:

    Das Dokument ist echt und liegt im Original vor.

  8. 8
    adrian says:

    kachelmann — I like!

  9. 9
    theo says:

    @#3:

    Eine merkwürdige Ansicht vertreten Sie da. Da wird ein Mensch nicht verurteilt, muss daher als unschuldig gelten, und sollte dann gefälligst schweigen, wenn fragwürdige Medien ein noch fragwürdigeres Verhalten an den Tag legen?

    Also wer einmal zu Recht oder zu Unrecht angeklagt worden ist, muss fortan den Schnabel halten?

    „Triumph“ — ich glaube kaum, dass irgend einer der Prozessbeteiligten triumphierend nach Hause gegangen ist. Da blieb niemand unverletzt.

    Ich finde es im Nachhinein schade, dass der Stern damals nicht intensiver wegen der merkwürdigen Promi-Schnüffeleien in Sachen Bunte nachgehakt hat.

  10. 10
    luna says:

    OH, Kachelmann!

    Ist der Ruf erst ruiniert, quatscht sich umso ungeniert.…oder so ähnlich.

  11. 11
    theo says:

    Schon im September 2010 berichtet der NDR über Tanja May u.a.:

    „Ausgewogen berichten? Nicht vorverurteilen? Ein Fax von Tanja May liest sich da ganz anders. Sie schreibt schon Ende März an das mutmaßliche Opfer:

    Zitat aus dem Fax: „Wie ich Ihnen schon mehrfach geschrieben habe, habe ich Ihnen von Anfang an geglaubt, was Herr Kachelmann Ihnen angetan hat.“ […] „Sonnengrüße schickt Ihnen die Tanja May.“

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/kachelmann133.html

  12. 12
    glockenbacher1 says:

    Werden Comments nicht mehr sofort freigeschaltet? Oder manche gar nicht?

  13. 13
    Dr. Satori says:

    @Kachelmann:
    …und mit welchen ‚Machenschaften‘ sind Sie in den Besitz des ‚angeblich‘ echten Dokuments gekommen? Durch Fleurop?

  14. 14
    glockenbacher1 says:

    äh, also doch keine Kontrolle, lag wohl an der Twitter-Website-Angabe.

    Zum Thema:
    Also ich finde es fast schon faszinierend wie Kachelmann sich über Twitter wehrt. Gab es schon was Vergleichbares? Das könnte eine ziemlich erfolgreiche Strategie werden.

    Der Kohlhaas-Vergleich fiel mir auch ein. Andererseits, warum nicht? Er kämpft ja nur mit Worten und die Wut ist ja nicht unverständlich.

  15. 15
    David says:

    Herr Kachelmann, trotz des Freispruches ist im vergangenen Jahr deutlich geworden, wie respektlos Sie gegenüber anderen Menschen aufgetreten sind und diese offensichtlich angelogen haben. Warum halten Sie nicht einfach den Ball flach und freuen sich, dass sie nicht einsitzen müssen? Nachtreten hat kein Stil und ist einfach nur peinlich!

  16. 16
    Jott says:

    @3: Es geht K. hier ja nicht etwa um eine quasi Fortsetzung des Prozesses auf Twitter, er zeigt lediglich die Arbeitsweise der Bourlevard-Presse auf…

  17. 17
    Gunnar says:

    @David

    Alitze, bist du es?

  18. 18
    David says:

    Ich kenn keine Alitze! Wer soll das sein?

  19. 19
    skluess says:

    @14 David: Und Sie sind ein von Grund auf guter Mensch, haben nie betrogen oder gelogen und erst recht niemanden verletzt?
    Es zählt öffentlich doch nur das strafrechtlich relevante. Alles andere ist Herr Kachelmanns Angelegenheit. Ich finde es merkwürdig, wie sich alle über das Verhalten von Herr K aufregen. Mal ehrlich, jeder Mensch ist irgendwo auch ein wenig sich selbst der nächste und hat schon einmal „Mist“ gemacht. Da haben sie doch nicht drüber zu urteilen!
    Ganz besonders abstrus wirkt das von Journalisten, die doch selbst „[Zitat von Don Alphonso einfügen]„sind.

  20. 20
    Sven says:

    @ David

    Wie wäre es, Du gehst mit gutem Beispiel voran — also, mit dem Ball flachhalten. Was ist Dir denn bitte im vergangenen Jahr „klar geworden“? Ich kenne JK nicht, hatte nie mit ihm zu tun — und nur aufgrund dieser „Berichterstattung“ würde ich mir kein Urteil über seinen Charakter erlauben. Was er twittert, muss er selber wissen.

    Den Schnipsel von Frau May finde ich jedenfalls bemerkenswert — und finde auch, dass sowas Teil eines öffentlichen Diskurses sein darf. Danke dafür!

  21. 21
    T3o says:

    @1,3,10,13,15,etc.

    Gehts noch? JK ist (soweit der Stand) vor dem Gesetz ein freier Mann und das sollte euch gefälligst genügen.
    Ich finde es abstoßend wie hier aus der Distanz aufgrund von vermeintlichen Vorstellungen über „angemessenes Verhalten“ ohne Wissen über irgendwelche Geschehnisse geurteilt wird.

    Noch ist das hier ein freies Land und da darf man alles machen was nicht verboten ist, auch wenn das gerne mal verdreht wird. Und auch Lügen und Betrügen gehört dazu, solange niemand einen Schaden erleidet und das wurde gerade (im Rahmen der Möglichkeiten) gerichtlich geklärt.

    Ich schließe mich das Sven an und finde es äußerst lobenswert, das JK die Aufmerksamkeit nutzt um auf die ganzen medialen Geschehenisse am Rande hinzudeuten…wovon manche, so scheint es mir, auch eine gerichtliche Bewertung verdient hätten.

  22. 22
    jokahl says:

    Ist der verifizierende Kachelmann da oben (@ 7.) echt? Keine Ahnung, ob er ein Vergewaltiger ist (das entscheiden ja Gerichte) oder ein gewissenloser Lügner und Frauenverächter (das wollen ja Medien wissen, wenn ja: möge er dafür in die Hölle kommen), aber wenn er hier ehrlich wikileaks spielt, und das auch noch offen, ist das völlig in Ordnung und beleuchtet ein weiteres kleines dreckiges Stück Mediendunkel, was man Hubsi Burdas Truppe aus vollem Herzen gönnen kann. Wobei man sich hier keine Illusionen machen sollte, dass Gisela Friedrichsen, Sabine Rückert, Alice Schwarzer oder *Alpha-Journalist m/w Ihrer Wahl* nicht auch zu so etwas fähig wären wie „die Tanja May“. Sonnengrüße!

  23. 23
    nona says:

    Ich finde es grundsätzlich immer begrüssenswert wenn die Arbeitsmethoden von sensationsgeilen Schmier-, Lüg– oder Heuchelblättchen in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

  24. 24
    mannheimer says:

    [gelöscht]

  25. 25
    zoey says:

    was soll denn daran nachtreten sein, wenn man über twitter transportiert, was um einen herum passiert.
    und warum sollte das schreiben oben nicht echt sein?
    zeugen (und explizit zeuginnen) sind doch nicht per se alle kontra kachelmann. auf der zeugenliste waren sie vermutlich unkategorisiert hinsichtlich emotionaler haltung gegenüber jk, so etwa sympathisiert, ist in love, verachtet, hasst etc pp. (liste würde ich sooo gerne fortsetzen, aber nein…)

  26. 26
    Hosni Mubarak says:

    [rumgepöbel gelöscht]

  27. 27
    Blumenkübel says:

    [wg. fehlender e-mail-adresse gelöscht]

  28. 28
    Stefan Niggemeier says:

    @jokahl:

    Ist der verifizierende Kachelmann da oben (@ 7.) echt?

    Ja.

  29. 29
    Frank Georg Bechyna says:

    1. ) Die Ladungsliste des Landgerichts Mannheim kannten nur das LG selbst und die Staatsanwaltschaft Mannheim -

    Und natürlich “ befreundete interessenten 2 .

    Wie sehr ist in der BRd Justiz käuflich und was kostet sie ?

    2.) Die Aufregung des VRLG Joachim Bock , LG Mannheim , gegenüber einer Zeugin , die zuvor für viel Geld i h r e Geschichte ausgeschwätzt hat hätte vor allem die STA sofort mit einbezihen müssen .

    FGB

  30. 30
    larsimaus says:

    Zitat Dr. Satori „…und mit welchen ‚Machenschaften’ sind Sie in den Besitz des ‚angeblich’ echten Dokuments gekommen? Durch Fleurop?“

    Schon mal auf die Idee gekommen, dass Fr. Bunte so dämlich gewesen sein könnte, auch ausgerechnet die Dame anzubaggern, mit der JK jetzt verheiratet ist?
    Ganz davon abgesehen, haben sich ja nicht alle Exen auf diese erbärmliche Racheschiene begeben wie Goldlöckchen, sondern ihren Schnabel nicht für Geld voreilig aufgerissen.

  31. 31
    butterchicken says:

    Zu schön um kein Fake zu sein…
    Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das JK das dem Verleger persönlich übel nimmt– ob der die Line seiner Blätter wirklich persönlich vorgegeben hat?

  32. 32
    larsimaus says:

    @ butterchicken

    Dazu bedarf es keiner persönlichen Rachefeldzüge, denn hinter jedem Laden steht ein Chef, der dafür verantwortlich zeichnet. Wenn es brennt, hält man sich an diesen, nicht an Schmidt Schnautze. Das ist überall im Geschäftsleben so üblich.

  33. 33
    Gregor Keuschnig says:

    Mein Gott, der Gesinnungspöbel, der Vergewaltigungsvorwürfe unter die Rubrik „Mist gemacht“ einordnet und die ungehemmte Publikation von Handy– und Telefonnummer (nur Niggemeier hat das geschwärzt) offensichtlich plötzlich bedenkenlos findet — trifft ja den/die „Richtigen“ — davor kann einem schon angst und bange werden.

    K.‚s Wut ist womöglich verständlich, aber das rechtfertigt nicht automatisch die Mittel (daher der Kohlhaas-Vergleich). Man kann im übrigen die Methoden der Boulevard-Presse nicht wortgewaltig mit grosser Empörung anklagen und sich dann selber so verhalten. Das heißt: Das KANN man schon. Dann sollte man aber nicht so tun, als sei man automatisch moralisch auf der richtigen Seite.

  34. 34
    Hosni Mubarak says:

    [rumgepöbel gelöscht]

  35. 35
    ich says:

    [quatsch gelöscht]

  36. 36
    Stefan Niggemeier says:

    Kann es eigentlich sein, dass die Pseudonyme hier immer bekloppter werden? Ich möchte solche Themen nicht mit „Hosni Mubarak“, „larsimaus“ und „butterchicken“ diskutieren.

  37. 37
    Hosni Mubarak says:

    Herr Keuschnig: Frau May hat ihre Daten selbst ungehemmt veröffentlicht (siehe Google).

    Herr Niggemeier: @33 ist kein rumpöbeln?

  38. 39
    E.W.Salz says:

    Was mich verwundert: Die Verwunderung.

    [rest gelöscht. bitte denken Sie beim kommentieren daran, dass im zweifel ich für Ihre kommentare hafte.]

  39. 40
    ich says:

    Lieber Stefan, mein Beitrag war nicht völliger Quatsch. Du als sprachkompetente Person solltest wissen, das niemand Mitglied einer Redaktion sein kann.

  40. 41
    Andi says:

    Also wenn man per Fleurop eine Nachricht überbringen lässt, bekommt die Empfängerin tatsächlich so einen hingerotzten Wisch? Na, dann lieber gar keine Blumen, als so eine unästhetische Peinlichkeit. (Unmittelbarer Erkenntnisgewinn meinerseits aus diesem Artikel: Fleurop meiden.)

  41. 42
    esox says:

    ob kachelmann paparazzi photos posten darf ? wohl demnaext auf lawblog.

  42. 43
    Sonnenkönig says:

    Freisprüche zweiter Klasse gibt es nicht.

  43. 44
    susi sorglos says:

    [gelöscht]

  44. 45
    BlueKO says:

    Mit der Weiterverbreitung des unbeliebten Bildes sinken die Chancen mal selbst Empfänger eines so blumigen Sonnengrußes zu werden ganz gewaltig.

    Schon blöd, daß Geschenke nur noch 35 Euros kosten dürfen…

  45. 46
    Alberto Green says:

    @ Gregor Keuschnig: Der Gesinnungspöbel, der von „mal Mist machen“ spricht, ist ein Kommentar. Ganz schön wenig für Pöbel.

    (Sie haben einmal schön das Florett geführt. In letzter Zeit hantieren Sie – so scheint mir – immer öfter mit der stumpfen Seite eines rostigen Beils.)

  46. 47
    Martin says:

    @susi sorglos: Unabhängig von diesem Fall ist das: „…wenn die eine nicht will dann brauchte er doch nur die nächste anrufen ‚es standen doch genug in den startlöchern.“ kein Argument. Vergewaltigung entsteht ja nicht nur aus sexueller Not, sondern auch aus z.B. Machtfantasien, es gab genug Fälle in denen sexuell begehrte Männer sich vergangen haben an Frauen. Will ich J.K. nicht unterstellen, aber nur mal so grundsätzlich, weil mich so ein Argument nervt.

    Es kann nicht verkehrt sein, dass Berichterstatter die andere in den Dreck ziehen mal ein Echo bekommen. Das ermöglicht eben auch dieses Dingens mit dem Internet, die krititsche Auseinadersetzung mit der medialen Berichterstattung (aber gut, wem ich erzähl ich das hier).

  47. 48
    Lars says:

    JK hat alles Recht der Welt seine Sicht der Dinge und die Hintergründe die er kennt aufzuzeigen. Was soll daran verwerflich sein? Redakteure sind keine Götter. Es gibt solche und solche. Ohne das Urteil werten zu wollen ist in diese Fall einiges nicht korrekt zugegangen. Darüber muß man garnicht erst diskutieren.

    Meiner Meinung nach hat JK alles Recht der Welt sich gegen diese gegen ihn gerichtete Berichterstattung zur Wehr zu setzen, so wie jeder das Recht hat sich zu verteidigen. Warum denn nicht auf Twitter?

    Das manche Medien die Persönlichkeitsrechte von Personen mit den Füßen treten kann man jeden Tag im Privatfernsehen erleiden. Nur weil jemand prominent ist, heißt das nicht das er das gefälligst stillschweigend zu ertragen hat.

  48. 49
    Augusten says:

    Was ist denn hier los?

    Was Kachelmann hier macht, ist doch kein nachtreten, sondern ein Offenlegen der Machenschaften der Schmierenpresse, die vom Gericht bereits gerügt wurde für genau diese Machenschaften. Und da kann ich nona nur Recht geben: Es ist grundsätzlich begrüßenswert, wenn sowas offengelegt wird! Dass da schlechte Menschen Schlechtes tun kann ruhig mal dokumentiert werden, und zwar natürlich unter Nennung von Roß und Reiter.

    Und zweitens: na woher wird der Kachelmann das wohl haben? Vermutlich von der Empfängerin selbst. Ich bin erstaunt mit welcher Selbstverständlichkeit hier angenommen wird, seine (ex-)Freundinnen würden alle nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.

  49. 50
    Sebastian says:

    So wie es da steht, müsste sich das „Mist gemacht“ von Nr. 19 auf das „respektlos aufgetreten“ und „andere angelogen“ von Nr. 15 beziehen, trotz falscher Hausnummer.

  50. 51
    Pierre says:

    Der Fall Kachelmann zeigte sicher so einiges Fehlverhalten seitens der Presse. Wenn Herr Kachelmann nun beschließt einige der Methoden öffentlich zu machen, halte ich das für durchaus begrüßenswert.

    Diese Art der Berichterstattung gibt es nur, weil sie von den Lesern gewünscht wird und Auflage bringt. Vielleicht öffnet man einigen Menschen die Augen wenn man ihnen die teils verwerflichen Methoden der Presse bekanntmacht. Denn eines ist klar: Keine gesetzliche Regelung oder moralische Selbstverpfichtung der Presse wird Erfolg haben, wenn die Leser weiter nach solchem Material verlangen. Gesetze mögen solche Berichterstattungen erschweren, verhindert werden sie nur durch Desinteresse bzw. Ablehnung duch die Leser.

    Vor dem Gesetz ist Kachelmann unschuldig, persönlich kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Ich für meinen Teil hoffe, dass er nach dieser für ihn sicher harten Zeit wieder in den normalen Alltag zurückfindet.

    Auch wäre es schön wenn die Öffentlichkeit — selbst der Teil der für sich davon ausgeht, Kachelmann sei schuldig — ihn mit dem nötigen Respekt behandelt. Letztendlich konnte weder Schuld noch Unschuld schlüssig bewiesen werden, in diesem Fall sollte jeder — auch weil man selbst in diese Lage kommen kann — das Grundprinzip der Unschuldsvermutung anerkennen.

  51. 52
    Gunnar says:

    @Gregor Keuschnig

    Ihre Beiträge waren auch schonmal feinsinniger. Was hat denn der „Gesinngspöbel“ mit dieser Burda-Geschichte zu tun?

    Dazu können Sie Ihren dämlichen Kohlhaas-Vergleich auch stecken lassen. Als ob Kachelmanns Verhalten gegenüber Medien (!) auch nur entfernt irgendwas mit Selbstjustiz zu tun hätte.

    Aus Ihrer anonymen Ecke lässt es sich auch leicht Sprüche klopfen. Wären Sie medial derart angegangen worden, dann würden Sie jetzt ganz anders reden.

  52. 53
    David says:

    Was ich ja lustig finde: Da hat ein Kachelmann mehrere Geliebte gleichzeitig und wird sogar wegen Vergewaltigung angeklagt — und was passiert im Netz: Dutzende Frauen springen ihm in Netz zur Seite und verteidigen ihn! Die betrogenen Frauen hingegegen, erfahren nur Spott! Das finde ich sehr merkwürdig!

  53. 54
    norax says:

    Das ist ja schon Realsatiere.

    Wurden nicht viele, für Kachelmann ungünstige Beiträge, im Internet gelöscht? Stichwort: Medienanwalt

    Andererseits wird mit der eigentümlichen „Fan-Blogerin“ Neeser positiver Kontakt aufgenommen, für deren Einsatz wird sich bedankt. Obgleich dieser Blog die peinlichsten Auflistungen / Details aus dem Privatleben von JK über Monate dokumentiert.

    Und ich frage mich, ist die anfängliche Weitergabe von Aktenunterlagen an die Presse von RA Birkenstock nicht der gleiche Topf? (Quelle: ZDF Sendung „Markus Lanz“)

    Die Widersprüche sind augenscheinlich.

  54. 55
    Augusten says:

    Welchen Spott erfahren die betrogenen Frauen hier denn?

    Und die dutzenden Frauen, die Kachelmann im Netz zur Seite springen, finden vielleicht einfach, dass es Privatsache ist, wieviele Frauen man gleichzeitig hat, und insbesondere nichts zur Erhellung eines etwaigen Vergewaltigungsvorwurfs beiträgt?

  55. 56
    Wettermann says:

    Hallo,

    Herr Kachelmanns Verhalten erinnert mich an einen Heckenschützen. Während des gesamten Gerichtsprozesses geschwiegen wie ein Grab — auch wenn es sein gutes Recht war/ist.

    Und jetzt wird aus dem „Twitter“-Hinterhalt scharf geschossen.…plötzlich ist er ganz redseelig.

    Na gut, heute kann man verstehen, wieso er von seinen Anwälten Redeverbot bekommen hat.…mit so einem Auftreten wäre er vor Gericht wohl umgehend auf die Nase gefalllen.

    Hier geht es nun nach dem Motto weiter: Auge um Auge, Zahn um Zahn.….ob das unbedingt der sinnvollste Weg ist…?!

    Grüße

  56. 57
    Gunnar says:

    Während des gesamten Gerichtsprozesses geschwiegen wie ein Grab – auch wenn es sein gutes Recht war/ist.

    Und jetzt wird aus dem „Twitter”-Hinterhalt scharf geschossen….plötzlich ist er ganz redseelig.

    Hilfe! Mag vielleicht daran liegen, dass das Thema des Prozesses ein ganz anderes war, als das zu dem sich Kachelmann nun äußert?

  57. 58
    Augusten says:

    Was hat das Schießen gegen die Schmierenpresse mit dem Prozess zu tun?

    Ich raff’s nicht.

  58. 59
    Michele says:

    @ David

    Vielleicht liegt es daran, dass Frauen, die JK nicht verurteilen, selbstbewusst genug sind, gleichberechtigte Beziehungen zu führen und auch einzufordern, statt dem Mann wie vor 50 Jahren, das eigene Leben unterzuordnen.

    Das erwarte ich von jeder Frau! Handeln statt jammern! Wir leben im 21. Jahrhundert, Frauen sind für sich selbst verantwortlich!

    Erzähle mir doch keiner, frau merkt in 11(!!) Jahren nicht, dass die Beziehung nicht in die gewollte Richtung läuft.

    Warum stellt sie den Mann nicht zur Rede, wenn sie Ehe und Kinder will? Vielleicht, weil sie die Wahrheit kennt, sie aber nicht hören will?
    Vielleicht, weil man an der Seite eines Promis Vieles hinnimmt, nur damit er sich nicht verabschiedet?

    Wer trägt dann die Schuld? Wohl kaum nur einer von beiden!

  59. 60
    Hannah says:

    Die Rolle der Presse, insbesondere der Bunten mal außen vor gelassen — was mich an diesem Fleurop-Telegramm und den nachgetragenen Schnipseln auch verstört, ist „die Tanja May“. Was zum Teufel macht der Artikel da? So wie bei IKEA im Bällchenbad „Die kleine Lea möchte von ihrer Mutter abgeholt werden“?

  60. 61
    polyphem says:

    @Michele:
    Es gibt mittlerweile Computerprogramme, die anhand von Audio-Dateien mit Hustengeräuschen Diagnosen erstellen. Einfache Erkältung, Lungenentzündung, Tuberkulose usw.

    Ihre psychologisch-psychiatrische Ferndiagnose zur nicht wahrgenommenen Eigenverantwortlichkeit einer Promi-Verbandelten halte ich für unzulässig.

    @Alberto Green: Die Rückseite des Beils von Gregor Keuschnig interpretiere ich folgendermaßen: „Wenn es die/den Richtige(n) trifft, akzeptieren „wir“ auch schon mal das Falsche.“

    Und ist nicht jeder (deutsche) Michel auch ein wenig Kohlhaas?

  61. 62
    Sanníe says:

    @David
    Finde ich gar nicht merkwürdig: Da brauche ich mir nur vorzustellen, daß meine beste Freundin seit 11 Jahren mit Promi XY zusammenzusein glaubt, weil er einmal im Monat zum Vögeln vorbeikommt, aber leider noch nicht die Zeit gefunden hat, ihre Eltern oder Freunde kennenzulernen, mit ihr Weihnachten, Geburtstage oder Urlaub zu verbringen, sie aber bestimmt bald heiraten und Kinder bekommen werden.

    Ich würde ihr wahrscheinlich seit zehn Jahren die Hölle heiß machen, daß sie sich bitte nicht weiter erniedrigt. Der soziale Druck wird bei der Nebenklägerin auch nicht gering gewesen sein.

    Jede Frau in so einer Situation ahnt doch, daß ihr die größte Demütigung noch bevorsteht: Wenn er — konfrontiert mit dem Offensichtlichen — dann eben auf sie verzichtet. Und alle haben gewußt, daß es so kommen wird.

    Das ist traurig für sie, aber es ist eben doch so offensichtlich, daß zu einem Betrug über eine solch lange Zeit auch jemand gehört, der sich selbst betrügt.

  62. 63
    Relax-Senf says:

    Geht es um Macht, Erfolg, Status und Geld sind Moral und Ethik keine feste Grösse. Die Grenzen sind täglich unterschiedlich je nach Gewichtung. Dies war so, ist so und bleibt so. Nur die Leser der Medien könnten die Schreibmoral der Verlage ändern. Da beginnt aber bereits wieder die Doppelmoral. Abscheu über das üble Geschmiere gewisser Medien. Der Kauf des kritisierten Produkts wird dann damit erklärt, es getan zu haben um in der aktuellen Diskussion mithalten zu können. Die Rechnung der Verlage geht aber damit auf. Mit einem steuerlich abziehbaren Spesenbetrag wird die Quote gesteigert. Nur ein Gesetz das den Medienkontakt vor dem Gerichtsauftritt unter Strafe stellt oder aber das Einziehen erhaltener Honorare ermöglicht, wird den Irrsinn, wie im Fall Kachelmann erlebt, beenden.

  63. 64
    RASchleicher says:

    Werte Kommentierenden, gleich welchen Geschlechtes, Sie lassen sich hier zuhauf über das Urteil, das vermeintliche Sexualverhalten von Herrn J.K, betrogene Frauen etc. aus !! Ich erlaube mir als ca. 60. Kommentar nur einfach mal auf den oben stehenden Blog-Beitrag des Herrn Stefan Niggemeier hinzuweisen !! Es geht hier um das Verhalten der Presse (namentlich der BUNTEN) im Rahmen eines laufenden Strafprozesses, was — gelinde gesagt — ein absolutes Unding war !!

    PS. auf einen Kommentar im Lawblog vom Kollegen U.V. zum Twitter-Verhalten von Herrn J.K. kann ich aus fachlichen Gründen wahrlich verzichten !!

  64. 65
    theo says:

    Augusten, #55:

    „Und die dutzenden Frauen, die Kachelmann im Netz zur Seite springen, finden vielleicht einfach, dass es Privatsache ist, wieviele Frauen man gleichzeitig hat,“

    Ist es denn nicht Privatsache? Möchten Sie, dass sich die Öffentlichkeit, die Justiz mit dem „unmoralischen“ Lebenswandel beschäftigt?

    Oder anders gefragt: Möchten Sie Sittlichkeitsrichter haben? So eine Art Tugendwächter? Und wer denn eines ach so unmoralischen Lebenswandels überführt wird, darf — obgleich juristisch unschuldig — nicht das gleiche Recht auf freie Meinungsäußerung beanspruchen wie alle anderen?

    Ich hätte schon etwas dagegen, wenn in diesem Land Menschen wie die Poster #53 bis #56 zu bestimmen haben, was rechtens sei und was nicht.

  65. 66
    theo says:

    Korrektur:

    Augusten ist der falsche Adressat, pardon. David wäre der richtige Adressat.

  66. 67
    Augusten says:

    Sie plenken und prellen.

  67. 68
    Daste says:

    Wahrscheinlich off topic: Was ist jetzt noch mal so schlimm an dem Fleurop-Brief? Dass Frau May versucht hat, mit der Zeugin in Kontakt zu treten? Dass sie ihr Blumen schickt? Und dass es ihr womoeglich egal war, ob sie die Zeugin noch vor dem Gericht interviewt und bevor es Herrn Kachelmann recht ist? „Sonnengruesse“ — jawoll, das ist nicht weissGott nicht jedermanns Stil. Aber mal kurz von der Praxisfront: Ja, so wird durchaus gearbeitet, wenn man einen Informanten haben will. Nicht nur im Boulevard, sondern im gesamten investigativen Bereich. Sorry, ist so. Sorry, manchmal muss das sein. Nicht unbedingt hier, aber mitunter eben doch.

  68. 69
    Augusten says:

    Ich meinte den RASchleicher

  69. 70
    Josef Bloch says:

    Daste: die Diskussion dreht sich u.a. um den Zeitpunkt, zu dem die Bunte mit verschiedenen „Zeuginnen“ gesprochen hat. StA Oltrogge hat z.B. behauptet, alle Vernehmungen durchgeführt zu haben noch vor den Bunte-Interviews.

    Der im Raum stehende Vorwurf an die Bunte und den Burda-Verlag besteht darin, dass diese den „Zeuginnen“ eine besondere Motivation gaben, ihre Aussagen vor Gericht in eine bestimmte Richtung hin zu „verfeinern“. Schließlich hat Burda ja auch viel Geld ausgegeben, um „schöne“ Geschichten schreiben zu können.

    Die Tatsache, dass Frau May sehr erpicht darauf war, die Frauen noch vor den Gerichtsterminen (und Terminen mit StA Oltrooge?) zu sprechen, untermauert diese Vorwürfe.

  70. 71
    Stefan Niggemeier says:

    @Daste: Es ging nicht darum, wann es Herrn Kachelmann recht ist, sondern wann es den Prozess nicht behindert.

    Und wenn solche Fleurop-Recherchen journalistischer Alltag sind: umso besser,
    dass man da mal einen realitätsnahen Eindruck bekommt. Ob man es „schlimm“ findet („eklig“ wäre jetzt das erste Wort, das mir zum Stil einfiele), kann ja dann jeder selbst entscheiden.

    (Ist Ihr Argument wirklich „ist halt so“?)

  71. 72
    Hans says:

    Es ist übrigens anzumerken, daß der Straftatbestand der Verletzung des Briefgeheimnisses sich nur auf verschlossene Briefe stützt. Fleurop ist zudem kein Briefdienst. Ich bin aber kein Jurist und will nicht ausschließen, daß die Weitergabe dieses „Schreibens“ nicht doch rechtswidrig sein könnte. Aber es scheint erstmal nicht so.

  72. 74
    Stefanie says:

    @Andi / #41:
    Ja, bekommt man, sofern man die „Standard-Grußkarte“ wählt, die ohne weitere Kosten mit dem ausgewählten Gebinde mitgeliefert wird. Man kann auch — gegen Aufpreis — eine attraktivere Grußkarte wählen. Aber die €2,99 (? wenn ich mich recht erinnere — kann auch sein, dass es €1,99 oder €3,99 war) extra wollte die die sonnige Frau May dem Redaktionsbudget dann wohl doch nicht zumuten.

  73. 75
    David says:

    Mal andere Frage: Was ist an dem Fleurop-Schreiben eigentlich so schlimm? Darf eine Reporterin denn nicht Kontakt zu jemandem aufnehmen? Warum nicht über Blumen? ich kann daran nichts verwerfliches finden.

  74. 76
    Too much information » Guten Morgen says:

    […] Hadda didi, hadda da, lebt es sich ganz ungeniert: Jörg Kachelmann wettert auf Twitter über den enthemmten Papparazzijournalismus von Focus und Burda. […]

  75. 77
    Sebastian Manthey says:

    @75 Das ist vermutlich ein Trollversuch oder?
    Woher wusste die Reporterin das diese Person auf der Ladungsliste steht? Was ist wohl „verwerflich“ daran vor der Aussage einer Person zusammen mit ihr eine Geschichte für die Bunte zu entwickeln auf die diese Person dann vor Gericht eventuell zurückfällt?
    Wenn sie mal auf eine Frage keine Antwort weiß und unter Druck steht fällt sie mitunter auf die gerade-gefeilte Geschichte zurück.

  76. 78
    skluess says:

    @50, Sebastian: Stimmt natürlich.

    @topic: Ich denke das grösste Problem ist die Bezahlung/Beschenkung von Zeugen vor Abschluss des Verfahrens.
    Ein Geschenk (egal welcher Art) das angenommen wird, sorgt immer dafür, dass der Beschenkte sich erkenntlich zeigen möchte. egal ob Bewusst oder unbewusst. Kommen dazu im Interview selbst Fragen, die einen suggestiven Unterton haben, werden Aussagen schnell leicht verändert und verdreht. Und dabei wird die Zeugin natürlich auch vor Gericht bleiben.
    Das schwerwiegende daran ist, dass es in diesem Prozess scheinbar sehr stark auch um JK’s Persönlichkeit und Sexualverhalten ging. Nehmen wir mal an eine Geliebte von früher macht nach der Aussage über das Was an sich aus einem „Ja, ein wenig ungewöhnlich aber hat mir gefallen“ (nicht bezogen auf eine eventuelle Vergewaltigung!) ein „war irgendwie merkwürdig/ hat mir nicht gefallen“. Die Fakten selbst bleiben die gleichen, aber der Ton ändert sich.
    Und ich glaube nicht, dass die Bunte ersteres geschrieben hätte.

  77. 79
    5zjunge says:

    @Daste
    Ist das jetzt eine Abgrenzung oder eine Einordnung in den „investigativen Bereich“?

  78. 80
    Michael Kaufmann says:

    Ich wünschte, hier würden sofort die Beiträge derer gelöscht, die Kachelmann dafür treten, dass er viele Frage stellt. Schließlich haben auch Burda und das ganze Pack jede Menge Fragen gestellt, die zum nachweislichen Schaden von Kachelmann, der nie gefragt wurde, ob sein Privatleben veröffentlicht werden darf, wo allem nicht in so vielen Details. Natürlich darf ein Opfer fragen, wie es passiert ist, dass er Opfer wurde.

    Nach alldem kann man jedem Menschen nur wünschen, niemals solchen Frauen und Staatsanwälten und Richtern in die Klauen zu geraten, und eben auch niemals Burda und BILD. Das hat niemand verdient, Kachelmann auch nicht.

  79. 81
    Twipsy says:

    Meine Frage an Kai Gniffke (Tagesschau-Blog) bez. Burda, Springer, Kachelmann und Tagesschau wurde gelöscht. Anscheinend mag man da die Wahrheit nicht hören.

  80. 82
    Fantasia says:

    @Twipsy Wie lautete der Kommentar denn?

    Warum nach der Echtheit des Dokuments gefragt wird, ist mir ein Rätsel. Vermutlich hat her Kachelmann das, weil nicht alle angesprochenen „Zeuginnen“ bestechlich sind.

  81. 83
    JJ Preston says:

    Es mag ja sein, dass das, was über Jörg Kachelmanns Liebesleben publik wurde, ihn für viele Menschen vielleicht berechtigterweise zu einem Riesenarschloch macht, dem man möglicherweise besser nicht mal so weit trauen sollte, ihm auch nur 30 Cent für die Telefonzelle zu leihen.

    Da allerdings die Existenz Gottes und damit auch Petri wissenschaftlich nicht gesichert ist, so dass nicht ermittelt werden kann, ob es eine maßgebliche Instanz gibt, die sich darüber echauffiert und aus der Empörung heraus willkürlich das Wetter ändert — womit ich nichts anderes sagen will, als dass sich Herr Kachelmann einen ganzen Harem an Frauen halten kann, ohne dass es sich auf seine Arbeit auswirkt (es sei denn, er ist infolgedessen an einer bestimmten Stelle schmerzhaft wund und schafft es daher nicht ins Büro) -, betrifft dies ausschließlich das PRIVATleben. Und PRIVATleben gehört nicht in die Öffentlichkeit der Presse, es sei denn, sie wurde vom Betroffenen selbst zum öffentlichen Thema gemacht.

    Das werden die meisten aber wahrscheinlich erst kapieren, wenn sie selbst zum Presseopfer werden. Das ist eigentlich ganz einfach: Überfahren Sie vor einer Schule in einer Tempo-30-Zone ein kleines Kind, das von der Mutter unbeobachtet auf die Straße gelaufen ist, und fahren Sie dabei 35 (laut Tacho 38) km/h. Am nächsten Tag steht Ihr Bild unverpixelt in sämtlichen Boulevardmedien unter der Überschrift: „Schöne Mutter (32) klagt an: Das ist der Totraser, der mein Kind auf dem Gewissen hat!“. Und spätestens zwei Tage später wird über Sie unter vollständigem Namen und identifizierender Wohnortlage aus dem privatesten Privatleben berichtet. Zum Beispiel, dass Sie ein „naziverblendeter Schulversager“ seien, weil Sie in der 9. Klasse in Geschichte eine 5 oder 6 hatten.
    Das Ganze wird dann ein halbes Jahr später zu Prozessbeginn und Urteilsverkündung wieder aufgewärmt, mit Schlagzeilen, die suggerieren, dass es jetzt gerade erst (schon wieder) passiert sei. Mit sämtlichen sach– und nichtsachdienlichen Angaben und vielleicht auch neuen Interpretationen wie der als „gottlosem Heiden“, weil Sie zufällig gerade zwischen Unfall und Prozess aus der Kirche ausgetreten sind, um Kirchensteuer zu sparen.

  82. 84
    BloodyFox says:

    Warum steht bei meinen Comments immer noch: is awaiting Moderation? (Mir wird auf der Startseite auch angezeigt, dass nur 82 Comments vorhanden sind, also die aktuell 84 minus meine zwei… seltsam)

  83. 85
    Twipsy says:

    @82 Ist der untere in meinem Link oben.

  84. 86
    Milo says:

    Ich finde den Kohlhaas-Vergleich von Gregor Keuschnig berechtigt. Die Gefahr ist zumindest da, dass die Frustration in einen Kreuzzug mündet, der am Ende auch selbstzerstörerisch sein könnte.

    Aber im wesentlichen sollte es hier doch nicht darum gehen, ob JK richtig oder falsch handelt, sondern auf welche Weise Journalisten Informanten gewinnen. Für jeden Leser eines Magazins oder einer Zeitung ist das doch gut zu wissen. Schließlich macht ein solches Wissen den Leser wieder mündig. Ohne solche Insiderkenntnisse wird man doch oft z.B. einen reinen PR-Beitrag in mancher Zeitung als unabhängige redaktionellen Beitrag wahrnehmen. Wenn man aber weiß, wie oft Agenturen Zeitungsseiten mit ihren Auftragstexten bestücken, wird man beim lesen vorsichtiger. Das gilt auch für die Berichterstattung über den Kachelmann-Prozess, auch wenn es hier nicht um PR-Stücke geht.

    Hinzu kommt, dass das Ruchbar werden solcher Praktiken den Journalismus letztlich entwertet und ihm den Markt ruiniert. Schließlich entwickelt man als Leser immer mehr Misstrauen, liest jeden Artikel nur noch unter Vorbehalt und versucht, sich anderweitig zu informieren. Auf Dauer hält man dann aber Journalismus für entbehrlich, wenn er eh nur als Dienst an der Quote um jeden Preis verstanden wird. Also verzichtet man letztlich auf den Kauf einer Zeitung, weil man ihr eh nicht mehr glaubt.

  85. 87
    olfinger says:

    die krux ist, dass die staatsanwaltschaft ob der parallelen liebschaften des herrn k. belegen wollte, dass er frauen prinzipiell schlecht behandele. nun ist es ja aus gutem grunde nicht gesetzlich verboten, mehrere beziehungen gleichzeitig zu führen und die jeweils anderen damen davon nicht zu informieren. (in manch anderen ländern wird das übrigens gesetzlich anders gehandhabt) und insofern taugt die dokumentation des liebeslebens von herrn k. auch nicht, eine vergewaltigung nachzuweisen (das „ich würde ihm das zutrauen“-argument ist in diesem land zum glück nicht juristisch relevant) . unvoreingenommene beobachter (die ihre informationen aus fast durchgägig tendenziöser berichterstattung beziehen mussten), konnten recht früh abschätzen, dass am ende nur ein freispruch mit gleichzeitig maximalem flurschaden stehen konnte.
    deshalb verstehe ich den reflex des herrn k., die verantwortlichen für den flurschaden noch ein wenig vorzuführen. ich selbst habe aus seinem tweed nichts erfahren, was ich nicht schon vorher gewusst hätte. wie der boulevard „recherchiert“, ist ja hinlänglich bekannt. und dass die bunte vor dem gericht mit den zeugen sprechen wollte und auch gesprochen hat, ist ebenfalls nicht neu. auch die blumen machen den kohl nicht fetter, als die gezahlten „bis zu 50.000″ euro.
    ich spreche herrn k. nicht das recht ab, solche dinge zu twittern. aber ich würde ihm raten, sowas zu lassen. weil er und sein privatleben nämlich genug in die öffentlichkeit gezogen wurden. und mit solchen tweeds erreicht er vor allem eines: das er und seine person weiterhin kontrovers und öffentlich diskutiert werden. für ihn mit der konsequenz, dass ein nicht unerheblicher teil der diskutanten ihn für einen hoch unmoralischen menschen hält. dieser tweed wird also nicht dazu beitragen, ihn zu rehabilitieren (das funktioniert nach der medienschlacht sowieso nicht mehr), sondern er hält die geschichte nur weiter am köcheln. wenn er das will, soll er das so machen. wenn er auch mal wieder seine ruhe will, sollte er sowas lassen.

  86. 88
    olfinger says:

    @ milo: also vor kachelmanns tweed hast du der bunten geglaubt?

  87. 89
    Milo says:

    @olfinger: Nein, habe ich nicht. Aber das Gesamtbild, dass hier im Blog entsteht, betrifft ähnliche Fehlleistungen der vermeintlichen seriösen Medien. Ich erinnere nur an den von Stefan auseinandergenommenen DSK-Spiegel-Artikel mit seinen ergoogelten Detailinfos. Es ist daher gar nicht so leicht, einfach nur auf „Bunte“ und „Bild“ mit dem Finger zu zeigen, während man sich bei „SZ“ und „Spiegel“ vermeintlich gut aufgehoben fühlt.

  88. 90
    olfinger says:

    @milo: jo, das ist schon richtig. und ich stelle ja auch nicht den sinn dieses blogs oder anderer medienkritischer blogs in frage. aber ich zweifle am erkenntniswert des kachelmannschen tweeds. ich selbst arbeite bei der ard und bekomme halt mit, wie kollegen von der bild oder auch von manch privatem sender versuchen, an informationen zu kommen. und ich glaube, dass das auch anderen aufmerksamen beobachtern klar ist — auch ohne dass herr kachelmann jetzt versucht, bei der aufklärung der machenschaften mitzuhelfen. wie bereits oben erwähnt. ich will ihm nicht das recht absprechen, solches zu tun, ich halte das in seiner situation nur für unklug.

  89. 91
    » Bild des Tages zu Kachelmann: Mit was für Blume … Nachtwächter-Blah says:

    […] Nachtrag Zwei: Unter anderem bei Stefan Niggemeier ist das von TwitPic gelöschte Bild weiterhin verfügbar. […]

  90. 92
    DL2MCD says:

    @1: Briefgeheimnis gilt in D ja nicht mal für E-Mails. :-(

    Aber definitiv nicht, wenn ein Brief seinen bestimmungsgemäßen Empfänger erreicht hat.

    Weiß eigentlich jeder, der schon mal einen Liebesbrief geschrieben hat, den die so Verehrte dann öffentlich zur Belustigung der Gäste in ihrer Stammkneipe ausgehängt hat.

    Ist zwar schlechter Stil, so wie das Veröffentlichen von E-Mails in manchen Blogs, aber kein Verletzen des Briefgeheimnisses.

    Abmahnschreiben zu veröffentlichen, wird deshalb ja auch nur über so Klimmzüge wie „Veröffentlichen von Geschäftsgeheimnissen, jetzt können andere Anwälte unsere Formulierungen benutzen“ geahndet.

    Das Veröffentlichen dieses „Sonnengrußes“ sehe ich aber auch nicht als ein Stilproblem an. Zumal es doch ein „Rundschreiben“ war, das nicht nur an eine Adressatin ging.

    @60/Hannah: „Die Tanja May“ — naja, es gibt so viele Anjas und Tanjas, da muß frau halt sagen, daß sie DIE Tanja ist ;-)

    Und nein, die Frau May findet den Herrn Kachelmann gar nicht schlimm, sondern hat ihn sehr gern — über wen sonst hätte sie soooo viele Seiten füllen können…

    Offtopic: man mag über die Vielgleisigkeit des Liebeslebens von Herrn Kachelmann nun denken, was man mag (ich frage mich vor allem, „woher hatte er die Zeit?“). Aber es hätte nie Thema werden sollen, auch nicht, ob er (oder seine Partnerin) nun SM– oder was weiß ich für Spielchen bevorzugen. Der Prozeß ging genau um eins: Den Vorwurf der Vergewaltigung. Der nicht beweisbar war, sogar schwer bezweifelt werden muß.

    Und da ist zu bedenken, daß es durchaus „Damen“ gibt, die nach dem Spiel einen Moralischen bekommen und zur Polizei rennen für Dinge, die sie vorher selbst wollten.

    Es kann auch anders sein, aber es gibt solche Fälle.

    Ich will gar nicht wissen, wie es einem Nicht-Promi ergeht, wenn er in so eine Lage gerät…und wie er dann so etwas wegstecken würde.

  91. 93
    daste says:

    @niggemeier und 79

    Ich erkläre es mal so: Es gibt Recherchen, bei denen man auf bestimmte Informanten angewiesen ist (bei mir ging es um die massenhafte Fälschung teurer, sehr teurer Konsumgüter). Nun verschanzen sich Informanten aber auch gerne mal. Dann versucht man, sie doch zum Reden zu kriegen: Man schmeichelt Ihnen. Man schickt Ihnen ein schönes Buch zu einem Thema, von dem man weiß, dass es den Informanten brennend interessiert. Man schreibt Briefe in einem durchaus säuseligen Ton — für den man sich insgeheim auch ein bisschen schämt. Und zwar genau so lange, bis der Informant sich dann doch meldet und redet (bei mir hat das ein halbes Jahr gedauert. Das „Ist halt manchmal so“ meinte ich auf einen solchen Rechercheansatz bezogen, nicht auf den Fall Kachelmann – da hat gar niemand von uns eine gute Figur gemacht. Aber noch einmal: Warum sich Frau May auch nur einen Deut darum scheren müsste, dass irgendwelche Aussagen einer Zeugin ihr gegenüber dann einem Gericht nicht so gut gefallen — das will mir nicht in den Kopf. Sie ist keine Rechtspflegerin, sondern nur ans Presserecht gebunden. Und liebe Juristen: Das hat sie mit diesem Brieflein nicht gebrochen.

  92. 94
    polyphem says:

    @olfinger (#87):
    “..nun ist es ja aus gutem grunde nicht gesetzlich verboten, mehrere beziehungen gleichzeitig zu führen und die jeweils anderen damen davon nicht zu informieren..„
    Können Sie mir den guten Grund bitte nennen? Er könnte bei Diskussionen mit meiner Frau hilfreich sein.

  93. 95
    Milo says:

    @olfinger
    Für Medieninsider ist das, was Kachelmann getweeted hat, sicher keine Überraschung. Ich selber bin aber kein Insider, sondern nur Konsument. Für mich ist es daher interessant, weil ich die Praktiken der Journalisten nicht kenne und auch kaum abschätzen kann, wie weit verbreitet sie sein mögen.
    Der Kachelmann-Tweet war jetzt sicher nicht die Enthüllung des Jahrhunderts und ein Skandal ist das, was er zeigte, sicher auch nicht. Es ist ein klitzekleiner Einblick in die Arbeitsweise von Journalisten.
    Die weitaus bedenklicheren Informationen bekam ich allerdings von einem Agenturmitarbeiter, dessen Büro eine Lokalzeitung mit bis zu 40 % Artikeln bestückt. Alles Auftragstexte, also PR. Dagegen sind Blumensträuße und Kaffeekränzchen eher harmlos.

  94. 96
    Maris says:

    Kachelmann äußert sich nicht zum ersten mal über twitter — er hat sogar nach seiner Haft, ich glaube es war dezember, der Bild ein bezahltes „Interview“ (Anführungszeichen deswegen, weil es keine nachfragen geben durfte) gegeben. Seit seinem verteidigerwechseln hat er dann geschwiegen. Was mich an dieser Diskussion stört: immer dieses angebliche Gutmenschen-Geschwätz man dürfe ja nichts über kachelmanns Privatleben sagen. Warum denn eigentlich nicht?! Auch wenn vielweiberei nicht strafbar ist: Wir leben in einer Gesellschaft mit einem Werte-Kodex, und dazu gehört u.a. dass ich schwächere nicht ausnutzte, dass ich niemanden belüge usw. Es stört mich, wenn zwei Journalistinnen, die hart im nehmen sind, die sich gegen hunderte von Konkurrenten und Konkurrentinnen durchgesetzt haben, indem sie sicher auch nicht nur durch Leistung sondern auch mit Ellenbogen überzeugt haben, sich über die Naivität der lausemädchen lustig machen und unerheblich daher reden.
    Ja, es gibt nun mal starke und schwache Menschen. Es gibt Karriere-Frauen wie Frau rückert, die sich ein kachelmann– verhalten sicher nicht gefallen lassen hätten. Aber wie sähe denn unsere Welt aus, wenn es nur solche tollen, toughen Medienfrauen gäbe?!
    Kachelmann hat sich bewusst die schwachen und naiven und sehr jungen Frauen gesucht — und das finde ich abstoßend. Ich könnte mich auch hinstellen und mich ganz toll fühlen und sagen „so hätte ICH mich nie behandeln lassen. Er hatte ja noch nicht mal eine Zahnbürste beim mmo! Was erwartet die denn?!“ aber was sollte das denn bringen? Das ist doch reiner Darwinismus, ganz so wie wenn man lehmann-bros.-Anlegern im Sinne der citibank sagt:„hättet ihr euch eben besser informiert und wärt nicht so gierig gewesen, dann hättet ihr euer Geld auch nicht verloren.„
    Komischerweise sind es aber gerade die, die gegen die Finanzhaie schreien, die jetzt mit schwachen Frauen kein Pardon kennen.
    Es gibt starke und schwache Menschen. Und die schwachen sollte man nicht ausnutzen. Ansonsten haben wir den Darwinismus pur.

  95. 97
    olfinger says:

    @ polyphem: ja, den kann ich ihnen nennen: der gesetzgeber hat sich dabei gedacht, dass menschen ihre sexualität eigenverantwortlich leben sollen. strafrechtlich ist das nicht relevant, weil nicht in öffentlichem interesse. solange man also niemanden vergewaltigt oder sich an kindern vergeht, ist alles erlaubt.
    das bedeutet allerdings nicht, dass ihre frau es toll findet, wenn sie jetzt einen auf polygam machen. in beziehungen sind die persönlichen grenzen oft enger gesteckt. kleiner tipp: man munkelt, dass nebenbeziehungen erfolgreich verheimlicht werden können. noch ein kleiner tipp: keine flugtickets für zwei rumliegen lassen…

  96. 98
    olfinger says:

    @ milo: dann hier noch eine kleine anekdote. als im mai 2004 bekannt wurde, dass ein 17jähriger schüler aus waffensen (rotenburg/wümme), das sasservirus konstruiert hatte, wollten natürlich ganz viele redakteure mit dem programmierer, seinen angehörigen etc. sprechen. da dabei ein millionenschaden entstand, hatten die aber keine lust interviews zu geben. und was macht die bild? baut sich vorm haus auf und wartet. und plötzlich fährt ein kleiner junge (ca. vier jahre alt) mit einem dreirad um die ecke. worauf der bildreporter seine befragung startet: „ist das dein bruder, der mit dem computer?“ und der junge antwortet, dass das sein bruder ist. also gehts munter weiter: „wo ist denn das zimmer von deimen bruder? steht da auch der computer?“ der junge antwortet, dass der computer im keller steht. „sitzt dein bruder oft und lange vor dem computer“. der junge antwortet mit ja.
    und was steht am nächsten tag in der bild:
    ein naher angehöriger berichtet, dass der 17jährige täglich mehrere stunden vor dem computer im keller verbringt.

    so arbeitet dieses dre***blatt!

  97. 99
    skluess says:

    @96 Maris: Das sind evtl Ihre Werte, die sind aber nicht für jeden verbindlich. Was unsere Moral angeht, sind wir nur uns selbst gegenüber verantwortlich.
    Wenn dieses Verhalten für JK in Ordnung ist und es keine strafrechtliche Relevanz hat, müssen wir ihm das zugestehen (aber nicht unbedingt auch so handeln).
    Es gibt keine moralischen/ethischen Naturgesetze.

  98. 100
    lil says:

    @96 „Kachelmann hat sich bewusst die schwachen und naiven und sehr jungen Frauen gesucht – und das finde ich abstoßend.“

    Was verstehen Sie unter sehr jung? Wenigstens waren einige der schwachen naiven sehr jungen Frauen für die BUNTE nicht zu schade zum Nähkastenplaudern — das ist abstoßend. Naivität und Schwach sieht für mich deutlich anders aus. Wir reden hier auch nicht von Moral sondern von einem sehr bizarren Vorgehen einer Journalistin: Fleurop. Wenn es nicht so tragisch komisch wäre, könnte man lauthals lachen.

  99. 101
    Maris says:

    @ skluess99: sie irren. Unsere gesellschaft hat sich auf bestimmte Werte geeinigt. Einige sind gesetzlich normiert, einige religiös geboten und einige sind ethisch notwendig.
    Nicht alles, was nicht strafbar ist, ist für unsere Gesellschaft akzeptabel. Ansonsten wäre auch das völlig legale verhalten der anlageberater von citibank und Co nicht der Diskussion wert.
    Mag sein, dass kachelmann Pech hat, dass nun bekannt ist, wie er mit Menschen umgeht. Aber es ist nun mal unbestreitbar so. Und auch wenn es nicht strafbar ist, kann er jetzt nicht mehr in der Öffentlichkeit mehr den Wetterfrosch spielen.
    Über may kann ich mich nicht aufregen. So funktioniert unsere Mediengesellschaft nun mal. Ist doch nicht strafbar,oder?;-))) kann doch jeder selbst entscheiden, wie er darauf reagier! Die Aufregung finde ich scheinheilig, insbesondere wenn sie von kachelmann selbst kommt, der doch nun zu genüge seine Stärke ausgenutzt hat.
    Frau Rückerts vorgehen finde ich viel extremer! Und das schlimmste ist ihre Überheblichkeit. Ja, sie hat gezeigt, dass sie weiß wie man in eine Top– Job kommt. Ja, sie lässt sich bestimmt nichts gefallen. Und? Wenn alle so sein sollen, ist doch Frau mays verhalten nur folgerichtig.

  100. 102
    Maris says:

    @lil 100: auch für Sie: was regen Sie sich über Frau may auf? Sie will nur genauso manipulieren wie kachelmann oder Frau rückert oder.… Alles nicht strafbar. Warum also darüber reden?! Sie wollen doch auch nicht über kachelmanns Manipulationen den naiven Frauen gegenüber reden!

  101. 103
    theo says:

    Maris,

    („Komischerweise sind es aber gerade die, die gegen die Finanzhaie schreien, die jetzt mit schwachen Frauen kein Pardon kennen.“)

    Sie sollten ihr Talent nutzen. Es mangelt an guten Comedy-Autoren.

  102. 104
    Maris says:

    @Theo 103: och, gerne doch!:-) Wenn SIE mir mal genau — d.h. ohne jede Polemik — erklären können, wo denn genau der Witz in meinen Ausführungen liegt. Ich befürchte allerdings, dass Sie das leider nicht können… Schade! :-)

  103. 105
    polyphem says:

    @Maris #104: Für Comedy wäre das zu schade. Sie sollten ihre Texte Volker Pispers anbieten. Der kann mir Wahrheiten besser umgehen.

  104. 106
    skluess says:

    @Maris: Natürlich ist das Verhalten Grundsätzlich ok. Gegen einige der übelsten Banker wurde allerdings auch geprüft, in wie fern deren Verhalten strafbar war. Genau so bei der Bunten: ist das Vorgehen nicht strafbar, ist es das einfach nicht. Allerdings bin ich hier der Meinung, dass es ein Strafbestand sein könnte, wenn evtl eine Zeugin beeinflusst wurde.

    Aber bei welcher Aussage irre ich mich?
    Ihre Ansichten sind keine Gesetze. Sonst wären es meine auch.
    Welches Verhalten für mich ok ist, muss ich mit _meinem_ Gewissen (und des Gesetzen) ausmachen und mit meinen Ideen von Ethik in Einklang bringen. Sonst müssten Sie sich ja auch nach meinen Richten.
    Dass es keine moralischen Naturgesetze gibt, sollte eh klar sein (sonst wären die ja irgendwie beweisbar).
    Und daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass JK in diesem Rahmen machen kann, was er will. Aber auch die Konsequenzen tragen muss.
    „Unsere Gesellschaft“ ist doch nur ein Euphemismus für „meiner Meinung nach“.
    Damit zu „religiös geboten“: Ich bin Atheist, was irgendein Gott angeblich sagt, trifft auf mich kategorisch nicht zu. Mal davon abgesehen hat sich unsere Gesellschaft nie auf irgendwelche religiösen Werte geeinigt, die zZt vorherrschende Religion wurde eine Zeit lang einfach erzwungen. Und nach den ganzen Skandalen um Priester die sich an Kindern vergehen, würde ich damit eh vorsichtiger sein. Diese religiösen Werte scheinen nämlich nichts Wert (aha,Wortspiel!) zu sein.

  105. 107
    Heiderose says:

    armes deutschland !

  106. 108
    polyphem says:

    @maris:
    “…Es stört mich, wenn zwei Journalistinnen, die hart im nehmen sind, die sich gegen hunderte von Konkurrenten und Konkurrentinnen durchgesetzt haben, indem sie sicher auch nicht nur durch Leistung sondern auch mit Ellenbogen überzeugt haben, sich über die Naivität der lausemädchen lustig machen und unerheblich daher reden.
    Ja, es gibt nun mal starke und schwache Menschen. Es gibt Karriere-Frauen wie Frau rückert, die sich ein kachelmann– verhalten sicher nicht gefallen lassen hätten. Aber wie sähe denn unsere Welt aus, wenn es nur solche tollen, toughen Medienfrauen gäbe?!
    ..“

    Ich werde diese Zeilen ausdrucken.

  107. 109
    Ospero says:

    @106: Kleine Korrektur bezüglich der „moralischen Naturgesetze“: Ob es die gibt oder nicht, sei mal dahingestellt — aber wenn sie existieren, sind sie auf keinen Fall beweisbar. Naturgesetze sind grundsätzlich nur falsifizierbar. Ich kann eine Million Mal einen Ball fallenlassen, aber das taugt nicht als Beweis für die Gravitation (als Beleg hingegen sehr wohl) — wenn es einmal nicht passiert, ist das ganze Gesetz hinfällig.

  108. 110
    skluess says:

    @109: Damit haben Sie natürlich absolut recht.

  109. 111
    Fantasia says:

    @96 „Kachelmann hat sich bewusst die schwachen und naiven und sehr jungen Frauen gesucht – und das finde ich abstoßend.”

    Woher kommt denn diese Info nun wieder? Erstens dass die Nebenklägerin eine schwache, naive Frau ist bzw. dass die anderen Damen das auch waren? Und warum sind junge Frauen schwach und naiv?

    Klischees nichts als Klischees. Davon haben wir genug in Bild und Bunte.
    Da wird mir übel.

    Weiterhin weiß ich nicht, warum diese Damen überhaupt als Zeuginnen gelten. Ich war bisher der Ansicht, dass Zeuge/Zeugin nur sein kann, wer bei einer Tat das Geschehen unmittelbar mitbekommen hat.

  110. 112
    polyphem says:

    @Ospero:
    Wie lange brauchen Sie, um einen Ball eine Millionen Mal fallen zu lassen? Wo wollen Sie ihn fallen lassen? Und wie tief lassen Sie ihn fallen? Wie ist es mit Schwerelosigkeit? Haben Belege vor Gericht Beweiskraft?

    Fragen über Fragen. Was Sie hier betreiben ist Schwerkraftzersetzung.

  111. 113
    Thomas L says:

    @polyphem: Und was für ein Geräusch macht ein Metigel den man aus 100 Meter Höhe fallen lässt, wenn keiner da ist um es zu Hören? LG :-)

  112. 114
    Matthias Schumacher says:

    Jeder Freigesprochene ist beim Kampf um seine Reputation zu unterstützen. Wo kommen wir hin, wenn die Vorverurteilung über den Freispruch hinausgeht? Und was ist die vielleicht nicht ganz koschere Veröffentlichung dieses Wischs gegen die Rufschädigung, die Kachelmann durch die Publikationen in der Yellowpress widerfahren ist? JK hat das Recht und die moralische Pflicht (für sich, seine Angehörigen und Mitarbeiter), um seinen guten Namen zu kämpfen.

    Alice Schwarzer wird schon von Berufs wegen nie verstehen, warum Schwenn wie ein Berserker durch den Verhandlungssaal getobt ist. Das ist seine Aufgabe. Oder sollte er brav die Klappe halten, bis sein Mandant vier Jahre und drei Monate in den Bau wandert?

    May, Riekel & Co. haben auch ihren Job gemacht. Dreck(s)arbeit. Wenn Kachelmanns Vita bei Wikipedia korrekt ist, hat er lang genug selbst im Boulevard gearbeitet, um auf Augenhöhe all den auf ihn geworfenen Dreck zurückwerfen zu können.

    Des Weiteren erhöhe ich meinen Wetteinsatz um 95 Euro. Hält wer dagegen?

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/von-unschulds-und-anderen-vermutungen/#comment-125558

  113. 115
    Aline says:

    [spam gelöscht]

  114. 116
    BloodyFox says:

    @Daste

    Weil hier bewusst eine bestimmte Aussage forciert werden sollte, eine negative zu Lasten Kachelmanns. Die Zeuginnen wurden quasi beeinflusst oder zumindest wurde der Versuch unternommen. Es ist das eine, wenn man Informationen zu so einem Prozess beschaffen will, aber was anderes, wenn man durch solche Methoden indirekt auf dessen Verlauf Einfluss nehmen will.

  115. 117
    nurmalso says:

    die bunte dafür hassen, dass sie wie die „bunte“ arbeitet?
    was für ein unsinn.
    ist es strafbar, geladene zeuginnen noch vor dem gerichtstermin zu interviewen? im zweifelsfall schiessen diese sich damit sogar selbst ins knie, weil aussage im interview und im gerichtssaal notwendigerweise nicht übereinstimmen müssen (faktenrauschen bei einer illustrierten). schlauer wäre es, nach urteilsspruch seine geschichte zu verhökern.

  116. 118
    theo says:

    117:

    Von „Hass“ ist nicht die Rede. Aber auch bei bekannten Schmierfinken wird man gelegentlich noch darauf hinweisen dürfen, dass sie Schmierfinken sind.
    Frau May hat von Anfang an Partei ergriffen. Sie hat nicht berichten, sondern agitieren wollen. Diese Frau ist eine Schande für ihren Berufsstand.

  117. 120
    Hosni Mubarak says:

    Karajan: der FAZ-Artikel ist ein übles Machwerk der Gleichsetzung unterschiedlicher Handlungen. Wenn die einen versuchen, objektiv zu berichten anhand bekannter Informationen und die anderen Informationen und Zeuginnen manipulieren und die Unschuldsvermutung und andere demokratische Prinzipien mit Füßen treten sind nicht beide gleich schlimm, nur weil die sich an objektiven Maßstäben orientierende Seite aus den Fakten auch Schlüsse zieht und darlegt.

    Was von Seiten Bunte, Focus und Bild in diesem Fall geboten wurde ist so dermaßen offensichtlich eine bewusste Kampagne, dass das Wort Journalismus dafür nicht gebraucht werden sollte.

  118. 121
    Prosske says:

    @119: Ausgerechnet der Hanfeld.

  119. 122
    inga says:

    @skluess (99/106):
    Und woher, glaubst Du, kommt unser Strafrecht? Sind DAS etwa Naturgesetze? Natürlich nicht. Das Strafrecht ist das Resultat des gesellschaftlichen Diskurses. Würden wir nur noch öffentlich über strafrechtlich Relevantes diskutieren dürfen und ansonsten keine normativen Debatten mehr führen, dann kann sich unsere Gesellschaft nicht mehr weiter entwickeln, in keine Richtung.

  120. 123
    inga says:

    @nurmalso: Wow, mit „Ist-halt-So“ und „Ist-doch-nicht-Verboten“ gleich zwei bescheuerte Diskussionskiller in einem einzigen Kommentar.

  121. 124
    karajan says:

    @120. also die verteidigerwahl beeinflussen wollen ist ok? interessantes verständnis von journalistischer neutralität haben sie da…

  122. 125
    Hosni Mubarak says:

    Karajan: die Empfehlung eines Verteidigers ist nichts anrüchiges.

    Inwieweit sie daraus eine Überschreitung der Objektivität konstruieren wollen bleibt natürlich ihnen überlassen, aber im demokratischen Rechtsstaat sind auch Journalisten nicht dazu verpflichtet, die Objekte ihrer Berichterstattung sehenden Auges in das Verderben laufen zu lassen, wie es Frau Rückert durch ihre Erfahrung mit solchen Verfahren einschätzen konnte.

    Mal ganz abgesehen davon, dass der Verteidigerwechsel zu Schwenn aufgrund der Empfehlung eines ehemals unschuldig Verurteilten an JK zustandegekommen ist.

    Auch an der Empfehlung Frau Schwarzers an die Nebenklägerin, sich einen Presseanwalt zu nehmen, ist nichts verwerfliches.

    Problematisch wird es dann, wenn Frau Schwarzer von vornherein sagt, sie nehme nur eine Perspektive ein, die des Opfers (nicht des mutmaßlichen Opfers), und somit alle anderen Möglichkeiten ausschließt. Problematisch ist es natürlich auch, wenn man im Fernsehen zu Kontakten zur Nebenklägerin befragt wird und dann herumlügt, wie es Frau Schwarzer tat. Oder wenn man falsche Tatsachenbehauptungen aufstellt und selbst nach gerichtlichem Verbot aufrechterhält, was Frau Schwarzer Geldbußen im fünfstelligen Bereich eingebracht hat.

  123. 126
    karajan says:

    lieber hosni, ganz besonders problematisch wird es, wenn man menschen unterstellt, sie würden lügen und es nicht beweisen kann, vielleicht überprüfen sie ihre infos diesbezüglich nochmal auf ihren wahrheitsgehalt. ich persönlich finde es schon sehr anrüchig, wenn jemand eine berichterstattung davon abhängig macht, welchen verteidiger jemand wählt… und es ist mir unverständlich, warum sie sich so schwer damit tun, dass sich hier alle genannten nicht gerade mit ruhm bekleckert haben, aber gut, wenn sie meinen auf der nach unten hin offenen skala ein ranking erstellen zu müssen — have fun! ich hab nämlich keine lust hier wieder eine „aber die andere war viel schlimmer“ diskussion lesen zu müssen, deshalb bin ich ja so begeistert von dem faz-artikel, endlich mal wer, der alle kritisch würdigt.

  124. 127
    Mit tiefem Abscheu says:

    Es gibt Arten seinen Lebensunterhalt zu verdienen, die ich einfach nur noch als zutiefst abstoßend empfinden kann. Im Gegensatz hierzu sind bestimmte seit Jahrhunderten verpöhnte Frauenberufe geradezu der Inbegriff der Transparenz und Aufrichtigkeit.

    Mir ist es ein Rätsel, wie manche Menschen morgens noch in den Spiegel schauen können. Das mag altmodisch klingen, ich kann und will es aber nicht ändern.

    Beim Gedanken an das Verhalten bestimmter Verlagsmanager möchte ich am liebsten in die Ecke brechen.

  125. 128
    Josef Bloch says:

    Karajan: das herumlügen der Frau Schwarzer können sie sich im Panorama-Bericht selbst ansehen.

    Zum Thema wer war schlimmer: ich kann ihnen hier nicht zustimmen, denn die Argumentation des FAZ-Artikels, die sie sich offenbar zu eigen machen, beruht auf der Fehlannahme, dass Journalisten bei einem Gerichtsverfahren nicht kommentieren und werten dürften. Selbstverständlich dürfen und sollen Journalisten werten und kommentieren, sofern sie berichtete Fakten von Kommentierungen für die Leser ersichtlich trennen.

    Meinen sie nicht, dass es eine Rolle spielen sollte, dass sowohl Frau Friedrichsen als auch Frau Rückert in ihren Einschätzungen von der Realität des gesprochenen Urteils bestätigt wurden?

  126. 129
    karajan says:

    hi josef! haben sie meinen kommentar auch gelesen? ich hab gechrieben: komisch, wenn wer seine berichterstattung davon abhängig macht, welcher verteidiger ins spiel kommt.… was hat das mit gegen werten und kommentieren zu tun? was hat es damit zu tun, dass es irgendwie komisch ist, wenn der/die journalist/in sowas macht und mir das nicht selber mitteilt, sondern eine andere zeitung? das ist nicht transparent.

    haben sie gelesen, was die alice schwarzer zu den panorama-vorwürfen schreibt? machen sie mal und sagen sie mir dann, wer recht hat :)

  127. 130
    Josef Bloch says:

    Karajan: offensichtlich scheinen sie sich auf die Kommunikation zwischen Frau Rückert und dem ehemaligen Verteidiger einschießen zu wollen. Meiner Erinnerung nach hat Frau Rückert dies in einem Interview erklärt, u.a. damit, dass sie sich nicht von Birkenstock instrumentalisieren lassen wollte. Aus dem Emailwechsel geht für mich allerdings eher hervor, dass Frau Rückert sehr viel von den Fähigkeiten des Herrn Schwenn hält (im Gegensatz zu Birkenstock) und nicht unbedingt eine bestimmte Einstellung gegenüber Nebenklägerin und Angeklagtem. Zumindest gab es wohl keine Botschaft wie von Tanja May „ich glaube nur ihnen“.

    Inwiefern die Handlungen Frau Rückerts dann auf Frau Friedrichsen zurückfallen sollen, müßten sie bitte noch einmal gesondert erklären.

    Ich habe vieles, nicht alles, von Alice Schwarzer gelesen, aber vielleicht haben sie eine URL zu einer Erklärung, die eine im Fernsehen übertragene Lüge ungeschehen macht?

    Haben sie auch eine Erklärung dafür, warum Frau Schwarzer trotz gerichtlicher Hinweise falsche Tatsachenbehauptungen nicht zurückzieht?
    http://www.hoecker.eu/mitteilungen/artikel.htm?id=131

  128. 131
    skluess says:

    @122: Da haben Sie Recht. Aber solch ein Diskurs sollte generalisiert geführt werden. Und ich sehe auf JK bezogen keine Gesellschaftliche Debatte, sondern eine auf Sensation ausgerichtete Berichterstattung mit, wie wir oben sehen, sehr fragwürdigen Auswüchsen. Die Diskussion hier über den eigentlichen Punkt, nämlich in wie fern obiger Brief incl Blumen, bezahlen für Interviews usw. falsch ist; das ist eine normative Debatte. Das ausbreiten JKs Privatleben in den Medien nicht. Der Bezug und die Intention machen den Unterschied.

    Zumal: Ich argumentiere nicht gegen einen solchen Diskurs! Ich verlange nur, dass man JK nicht wegen seinen Moralvorstellungen verurteilt sehen will. (Allerdings hoffe ich, es gibt jetzt keinen Diskurs darüber, ob solch ein Verhalten strafrechtliche Konsequenzen haben sollte.…)

  129. 132
    Bernd says:

    [gelöscht]

  130. 133
    Kai says:

    „Herr Kachelmann, trotz des Freispruches ist im vergangenen Jahr deutlich geworden, wie respektlos Sie gegenüber anderen Menschen aufgetreten sind und diese offensichtlich angelogen haben. Warum halten Sie nicht einfach den Ball flach und freuen sich, dass sie nicht einsitzen müssen?“

    Hier sehen wir ein schönes Beispiel dafür, wie die Berichterstattung in diesem Fall bei einigen Leuten bereits Folgeschäden hinterlassen hat.
    Pimp Kachel hatte also Sex. Mit mehreren Frauen. Vermutlich hat es ihm auch noch Spaß gemacht. Vermutlich hegte er für keine dieser Frauen tiefere Gefühle (bloße Vermutung). Furchtbar! OH MEIN GOTT.

    Deswegen sollte er jetzt mal lieber das Maul halten und froh sein, dass er nicht wegen einer unterstellten Vergewaltigung verknackt wurde. Deckt sich 1:1 mit Schwarzer´s Kolumne.

  131. 134
    karajan says:

    lieber josef: sie irren sich:) ich schieße mich auf gar niemanden ein, ich gehöre zu der gruppe, von der ich inständig hoffe, dass sie größer ist als es bisweilen den anschein macht, die sich auf niemanden einschießt und auch nicht auf irgendeine seite stellt.

    die frau friedrichsen ist aber im faz-artikel erwähnt und da wird sie wegen ihrer eigenleistung gewürdigt und nicht, weil da von frau rückert was auf sie zurück fällt…
    weil sie grad die 14.000 euro ansprechen, heute stand in der sz, dass der schwenn jetzt auch verklagt wird. finden sie es nicht irritierend, wie viel da hinter den kulissen statt findet? wer wen kennt und mit wem „alliiert“ und so weiter… ich bleib bei meiner meinung: ich kann hier nicht erkennen, dass hier irgendeiner besser oder schlechter gewesen wäre, die sind alle schön an dieser schlammschlacht beteiligt und ich tu mir wirklich schwer, bei irgendeinem zu erkennen, dass es ihm/ihr tatsächlich um das opfer geht, wer auch immer hier das opfer sein mag.

    so, bzgl url musste ich erst etwas suchen, gar nicht so leicht zu finden:
    http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1blogListshowUidPerma=56&cHash=86bd954c0f
    ist es möglich, dass panorama hier vielleicht eine story groß macht, die irgendwie keine ist? oder check ich die tragweite des geschehens nicht?

    alice schwarzers position kommt mir im moment (kann sich auch schnell wieder ändern) übrigens gleich viel weniger nervig vor, wenn ich kommentare wie den von bernd lese. manche schaffen es tatsächlich immer noch „vergewaltigung“ und „beziehungsprobleme“ zu vermischen;)

  132. 135
    karajan says:

    @ josef nochmal:
    hm, irgendwie ist es zwar der richtige link, aber wenn mans anklickt kommt man nicht auf den artikel, blöd. also auf seite 4 des blogs, der artikel „Der Fall Kachelmann, die Objektivität und die Moral“ vom 3.12.2010

  133. 136
    Daniel says:

    @karajan(134): Bernd bezog sich darauf, dass JK von der Öffentlichkeit dafür verurteilt wird, viele Frauen gehabt zu haben, die nichts voneinander wussten etcpp.

    Er hat nicht einmal angedeutet, dass Beziehungsprobleme Vergewaltigungen erklären oder sogar entschuldigen würden.

  134. 137
    Josef Bloch says:

    Karajan: wollen sie ernsthaft behaupten, dass sie diese lahme Ausrede der Frau Schwarzer, sie hätte nicht mehr gewusst, dass ihre Antwort gegenüber Panorama eine Lüge darstellt, sie zufriedenstellt? Nun ja, Geschmäcker sind verschieden. Meines Erachtens wäre Frau Schwarzer gut beraten gewesen, nach dieser Entlarvung sich von dem Themenkomplex zu entfernen. So wie sie offenbar auch das Buchprojekt still und heimlich vorläufig beerdigt hat.

    Zu Schwenn: warum denken sie, es wäre korrekt, eine nur angekündigte Klage von Welte gegen Schwenn gegen ein abgeschlossenes Verfahren und eine von Frau Schwarzer gezahlte Strafe gleichzusetzen? Inwiefern sind Aussagen Herrn Schwenns relevant in unserer Diskussion über die Qualität der journalistischen Tätigkeit verschiedener Medienschaffender?

    Natürlich ist es irritierend, dass es offensichtlich viele motivierte Menschen im Hintergrund gibt, die versuchen, die Berichterstattung hauptsächlich gegen Kachelmann zu beeinflussen. Was hat dies mit unserer Kontroverse zu tun, dass die eine Seite journalistisch komplett unsauber arbeitet während die andere Seite versucht, objektive Maßstäbe anzulegen?

    Wenn sie von Schlammschlacht sprechen, scheinen sie die These zu vertreten, dass sich ein Angeklagter und sein Verteidiger besser nicht mit Schlamm befassen? Glauben sie ernsthaft, Bild und Bunte würden dann plötzlich aufhören, weiter mit Schlamm zu werfen?

    Für mich ist dieser Fall ziemlich einzigartig in der Art und Weise, in der mehrere Medien ohne wirklich nachvollziehbare Gründe ständig weitermachen im Vernichtungsfeldzug gegen einen einzelnen B– oder C-Prominenten. Selbst Fälle von verurteilten Serienmördern wurden von der Bild ja sorgfältiger aufbereitet.

    Der Fall bietet auch keinerlei geeignete Ansatzpunkte, um gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge anzusprechen (außer vielleicht das Versagen der Justiz in Mannheim), wie es Frau Schwarzer noch immer in ihrer Verblendung glaubt, weiterhin behaupten zu müssen.

  135. 138
    Josef Bloch says:

    Zur guten Nachtlektüre auch noch empfehlenswert der Kommentar der FR, die ich der FAZ immer vorziehen würde (solange es noch eine Redaktion in Frankfurt gibt):

    http://www.fr-online.de/politik/meinung/die-ungehemmte-rufvernichtung-/-/1472602/8510218/-/index.html

  136. 139
    karajan says:

    @josef: schwarzer-panorama: ehrlich gesagt: ich hab keine ahnung. ich bin kein wandelnder lügendetektor. ich stelle nur fest, dass dinge, die anderen total wichtig erscheinen, mir nicht in erinnerung bleiben und umgekehrt. insofern, kann sein, dass sie lügt, kann sein, dass nicht. EIN UNSCHULDSLAMM IST DIE ALICE SCHWARZER SICHER NICHT;) aber ich hab keine lust, mich auf eine seite zu stellen, von meinem weit entfernten standpunkt sieht alles gleich glaub– bzw. unglaubwürdig aus. also wenn sie für eine seite, welche auch immer, partei ergreifen, werde ich mich darauf beschränken, die denkfehler zu benennen und leider geht das auch so leicht, weil wirklich alle sich angreifbar gemacht haben. würden sie jetzt pro-schwarzer schreiben, uff, ich hab eine laaaaange liste an minus-punkten… punkt eins wäre BILD.

    schwenn: das ist für mich relevant, weil der auch seine ‚ganz persönliche beziehung‘ zu schwarzer hat, wie friedrichsen, die haben eine vorgeschichte und treffen in diesem fall nicht das erste mal aufeinander. ich kann mir da ehrlich gesagt noch kein abschließendes urteil zu dieser causa bilden, das ganze ist ja noch mitten drin, warten sie mal, wer noch alles verklagt und verurteilt wird. diese personen fechten hier ihre privaten kämpfe aus, auf kosten von zwei personen — mein eindruck. im übrigen will ich auch keinem absprechen, dass er/ sie nicht schon mal oder früher generell seriös gearbeitet hat, nur in diesem fall scheint mir, sind bei allen irgendwie die sicherungen durch gebrannt. ich finds einfach nur noch skurril, was da abgeht und frag mich, ob das nie anders war oder hier eskaliert ist und ich glaube, die zeit ist noch nicht reif für ein abschließendes urteil, für mich jedenfalls nicht. schwenn versucht nach meinem eindruck hier etwas neues zu installieren, etwas, dass ich gar nicht haben möchte, anwälte im fernsehen, die dort für ihren jeweiligen fall stimmung zu erzeugen versuchen. (ja, er macht seinen job als verteidiger, ja, er ist mir sympathisch, aber nein, ich will keine litigation-pr und keine perp-walks!)

    sie machen auf mich ehrlich gesagt keinen objektiven eindruck. ich hab doch den einen oder anderen artikel von friedrichsen gelesen und das was sie der schwarzer vorwerfen macht die friedrichsen auch, nur halt pro-kachelmann. ich seh da nicht die von ihnen behauptete objektivität, sorry. man kann sich nicht hinstellen und fordern, der angeklagte solle nicht vorverurteilt werden und gleichzeitg vom „sogenannten opfer“ schreiben, denn damit vorverurteilt man halt nicht den angeklagten, sondern die anzeigeerstatterin. auch nicht grad besser. die schwarzer ist natürlich auch nicht objektiv, hat sie ja von anfang an gesagt, dass sie aus der opferperspektive schreiben wird.

    der gesamtgesellschaftliche zusammenhang ist, dass menschen diese blätter kaufen. wenn ich hier nicht regelmäßig lesen würde, wüsste ich gar nichts von burda und co. und ich bin jedesmal wieder baff, was es so gibt, (ich sag nur, die aktuelle: guttenbergs trennung) deshalb: doch, es hat gesellschaftliche relevanz, nachdem die selbstkontrollmechanismen der medien nicht funktionieren: gesetzliche regelung. was halten sie davon, dass zwar weiterhin berichtet werden darf und soll, aber jeder, der ewas schreibt, was beim thema „sexuelle gewalt“ die anonymität der beteiligten gefährdet, darf ein jahr gratiswohnen auf staatskosten?
    denn man hätte so viel sinnvolles berichten können, arbeitet die justiz so wie vorgesehen, wie läuft so ein prozeß ab, machen die ermittlungsbehörden ihren job, wie arbeiten gutachter, was können die, was können sie nicht, was kann man besser machen, warum vergewaltigen vergewaltiger, unternehmen wir alles, um möglichst wenige davon in unserer gesellschaft heran zu ziehen, warum gibt es einen deutlichen männlichen überhang auf täterseite, trauen sich männer noch weniger, vergewaltigungen anzuzeigen als frauen oder haben wir in unserer gesellschaft strukturen, die begünstigen, dass eher männer täter werden (ja, gender studies!;) warum schämen sich vergewaltigungsopfer?

    was ist statt dessen passiert? ich habs ja nicht gelesen, aber anscheinend wurde die öffentlichkeit darüber informiert, dass auch ein wetterfrosch sm-sex haben kann.

    p.s. ich bin gerne freitag, frankfurter rundschau, süddeutsche, faz, ftd, niggemeier, new york times, la liberation, INTERNET usw. usf. queerbeetleser und allenfalls fan von der taz;)

    @daniel: warum wurde der bernd denn gelöscht?

  137. 140
    Kai says:

    Aiaiai.
    Gerade mal auf der Alice ihrem Blog gewesen.
    An Kachelmann die Finger verbrannt, nichts gelernt, drauf auf Strauss Kahn. Na denn. Vielleicht hat sie ja dieses mal…äh…„Glück“. Darf man das so schreiben, in diesem Kontext? Statistisch muss ja irgendwann mal ne echte Vergewaltigung dabei sein, könnte man unken.

    Die Comments in ihrem Blog sprechen auch ne deutliche Sprache. Mit Rechtsstaat is´ da jetzt nicht sooo viel.

  138. 141
    Daniel says:

    „@daniel: warum wurde der bernd denn gelöscht?„
    Weiß ich doch nicht. Er hatte sich in seinem Kommentar zumindest auf Betrügen usw bezogen und nicht auf Vergewaltigung.

    Vielleicht passt Stefan auch die Ansicht „Wenn jemand von Frauen enttäuscht wurde und folglich ein schlechtes Frauenbild hat ist es nicht verwunderlich, wenn er nur noch oberflächliche auf Sex ausgerichtete Beziehungen führt und dabei auf die Gefühle der Frauen wenig Rücksicht nimmt und sie ‚betrügt‘“ (<- meine Zusammenfassung von Bernds Post) nicht, oder er will wenigstens Diskussionen darüber verhindern, weil es in seinem Beitrag eigentlich um etwas ganz anderes ging?

    Dass diese Ansicht fragwürdig ist, ist klar. Das ist nicht besser als irgendwelche Feministinnen die mal schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben und folglich alle Männer verachten und nur als Unterdrücker („Patriarch“ ist glaub ich deren Fachausdruck, zumindest faseln die immer von Patriarchalischer Gesellschaft oder sowas) ansehen.

  139. 142
    Daniel says:

    @139: „warum gibt es einen deutlichen männlichen überhang auf täterseite„
    Ein Faktor dürfte sein dass Männer idR Frauen körperlich überlegen sind. Außerdem dürfte Frauen das Vergewaltigen von Männern generell schwerer fallen als andersrum, wenn sie nicht grade die Einnahme von Viagra erzwingen oder so.
    „trauen sich männer noch weniger, vergewaltigungen anzuzeigen als frauen„
    Davon gehe ich aus. Gibt es nicht eine ähnliche Situation bei (genereller) häusliche Gewalt, also dass Männer das nicht anzeigen oder überhaupt mit anderen Leuten darüber sprechen, weil es ihnen peinlich ist oder weil sie schon die Erfahrung gemacht haben, damit nicht ernstgenommen zu werden?

  140. 143
    Zürcher Presseverein » Kachelmann, Twitter, Boulevard, Glogger says:

    […] Auf Kachelmanns Twitter-Konto @J_Kachelmann waren auch schon während dem Prozess viele Wettermeldungen zu lesen – und einzelne Spitzen gegen Reporter, die ihn verfolgen. Seit er nun aber freigesprochen ist, schiesst er gegen Reporter, die ihm auflauern und ihn gegen seinen Willen fotografieren, zurück. Eine ganze Galerie solcher Bilder, mutmasslich von Kachelmann selbst mit seinem Handy geknipst und hochgeladen, findet sich im Twitpic-Konto von @J_Kachelmann (Twitpic ist ein Bilderhochladedienst). Siehe zum Thema auch diesen Blogeintrag von Stefan Niggemeier). […]

  141. 144
    DL2MCD says:

    @Maris/96:

    Es geht nicht darum, ob Hern Kachelmanns Umgang mit Frauen zu befürworten ist. Ich mag Typen gar nicht, die alles f****, was nicht bei 3 auf’m Baum ist. Hatte solche oft genug als Chef, einer sagte mir auch ins Gesicht, er werde mich rauswerfen und durch zwei blonde Praktikantinnen ersetzen, da habe er persönlich mehr von (die Leser? Wen interessieren die schon??) und es koste ihn dasselbe.

    Aber es ist nicht strafbar und nicht Grundlage des Vorwurfs gegen ihn, wegen dem er vor Gericht stand. Wenn wir jeden, der seine Partner/-innen schlecht behandeln, einlochen würden, wären die Gefängnisse überfüllt…

    In der Form, in der das breitgetreten wurde, ist das Voyeurismus und Heischen um „Hits“, nicht „Aufklärung“. Und kein Stück moralischer.

    Kachelmann hat als RockWetterstar die Auswahl gehabt unter Groupies. Kann man sich drüber aufregen, daß er das ausgenutzt hat, ja. Kann man auch über Mick Jagger oder Keith Richards tun. Andererseits, wer einen „Promi“ verehrt, muß schon wissen, was das bedeuten kann.

    Allerdings wäre mir neu, daß die Frauen jetzt so besonders jung gewesen sind. Kachelmann ist doch nicht Demmler!

    Zur Sache: Das Problematische an dem Blumenstrauß ist, daß bei dem Interview sicher nicht gefragt werden sollte „Sie kennen ihn, können Sie sich vorstellen, daß er das getan hat?“ sondern „Sie kennen ihn, können Sie mir auch mal ein paar schmutzige Details erzählen für unsere Leser?“ Und daß es mit dem Interview vor der Gerichtsverhandlung eine Vor-Verurteilung werden sollte.

    Das wäre maximal eine Story, wenn Herr Kachelmann gesagt hätte „wenn Du mit mir in die Kiste springst, bekommst einen Job in meiner Firma“. Darum würde sich eine BUNTE aber wohl gar nicht kümmern…

  142. 145
    Dieter Vogt says:

    Warum eröffnet der gute,nette Herr Kachelmann wohl diesen Nebenkriegsschauplatz? ?

  143. 146
    Tietje says:

    Es ist schon interessant, wie viel Wind ein Wetterfrosch doch macht. Das alles ist aus meiner Sicht nebensächlich. Schuldig/Unschuldig hat das Gericht geklärt…?

    Ich für meinen Teil finde es sympatisch, wie JK nun in der Lage ist, die Arbeit unserer Boulevard-Medien aufzudecken.

    Dieses zynische Spiel mit dem Leben von Menschen mag von außen betrachtet, interessant bis abstoßend wirken. Wenn man aber mitten drin steht ist es nur eine Katastrophe. Ich weiß nicht, wie der ein oder andere Kommentar-Schreiber hier, reagiert hätte.

    Die Zuschauer im JK-Prozess gleichen den Zuschauern auf den Rängen eines Fußballstadions. 130KG schwer, mit Bier und Kippe in der Hand sich darüber aufregend, das die Spieler nicht schnell genug rennen.

    Anders ausgedrückt glaube ich, dass der ein oder andere Kommentar-Schreiber, unter selbigen Druck stehend sich eher für den Strick als für den Kampf entschieden hätte.

    Und wenn es stimmen sollte, das JK einer seit einem Jahr geplanten Intrige zum Opfer gefallen ist, dann kann ich verstehen, dass er so reagiert, wie er jetzt reagiert.

  144. 147
    mike says:

    Das ist kein Nebekriegsschauplatz. Das alles hatte direkten Einfluss auf den Prozess.

    Zum Urteil und so weiter möchte ich gar nichts sagen, vollkommen unmöglich das zu beurteilen für mich. Aber ich find’s gut, dass Kachelmann die Schmierfinken zeigt.
    Und traurig, dass es sich nur einer traut, der schon einen immensen Rufschaden davongetragen hat.

  145. 148
    paul says:

    Mal ganz abgesehen davon, dass in Deutschland die Unschuldsvermutung für jene gilt, für die eine Schuld nicht bewiesen wurde und ich die Praxis einer Offiziellen Rüge des Gerichts — nach Freispruch — mehr als verachte.

    Finde ich eines am Falle Kachelmann doch mehr als schockierend:
    Angenommen Herr Kachelmann ist TATSÄCHLICH unschuldig — wirklich wissen tut das nur er und Frau X — so war es doch ein leichtes
    nicht nur seinen Ruf zu schädigen, sondern ihn auch einfach so wegzusperren. Das alles ohne eine gültige Beweislast und auch ohne Rücksicht. Im Falle eines Rechtsstaates, wie es Deutschland nun mal ist, sollte man als Bürger (egal ob Bekannt, berühmt oder berüchtigt — weil alles einfache Bürger sind), doch davon ausgehen können, dass man zwar gerichtlich verfolgt werden kann, jedoch erst bestraft wird wenn erdrückendes und unwiderlegbares Beweismaterial vorliegt. Klar diese sind in solch einem Falle schwer zu beschaffen: schließlich hat niemand die Tat gefilmt, sonst hätte es vermutlich auch einen dritten Zeugen gegeben. Aber eben deshalb MUSS die Unschuldsvermutung gelten und den betroffenen Bürger — egal ob Kachelmann, Frau May oder sonst wer, in gewisser Weise auch schützen. Unsere sensationsgeilen Medien sollten für manches Chaos das Sie durch falsche Berichterstattung, übertriebene Panikmache oder eben Rufschädigung, betreiben mal kräftig in die Tasche greifen müssen. Auf alles was Volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet werden Steuern verlangt (Tabak, Alkohol, Brennstäbe etc. ) — ich finde auch Journalismus gehört dazu!

    @J.K: sollten Sie die Tat tatsächlich begangen haben, und ich gehe davon aus Sie haben es nicht — da Freispruch,
    appelliere ich jedoch an Ihr Gewissen — was sie dann vermutlich gar nicht hätten — sich einfach über den Freispruch zu freuen,
    eine solche Tat nie wieder zu begehen und Betroffene sowie Journalisten die in diesem Falle zu Recht Kritik an Ihrer Person geäußert hätten,
    einfach in Ruhe zu lassen. Ich denke Sie haben genügend Geld um sich ein schönes Leben in einem x-beliebigen Land zu gönnen.
    Haben Sie die Tat nicht begangen: richtig draufhauen und das zu Recht und verdienter Genugtuung!

  146. 149
    Gregor Keuschnig says:

    Die Argumentation der meisten Kommentatoren geht von einer miesen Pressekampagne contra-Kachelmann aus und übersieht dabei die Gegensteuerung durch Spiegel/Zeit (besonders Rückert). So übel kann die Kampagne gegen Kachelmann ja nicht gewesen sein, denn (1.) wurde er trotz der angeblichen Macht der „Bild“-Zeitung freigesprochen, (2.) hat seine Reputation scheinbar kaum bis gar nicht gelitten (man gesteht ihm ein Verhalten zu, was man anderen strengstens verbieten würde) und (3.) sind die Feindbilder eh‘ deutlich genug („Springer“ gegen die „Guten“).

    Es ist immer problematisch, wenn sich Journalisten allzu offensichtlich auf eine Seite stellen. Schwarzer vs. Rückert — beide haben vor allem an Glaubwürdigkeit verloren (insbesondere Frau Rückert, die ich bisher für eine seriöse Journalistin hielt). Friedrichsen ist es gewohnt (die Schule von Mauz — ihrem Vorbild) die Rolle des Täters stärker zu beleuchten als die des Opfers; ihr war früh klar, dass die Anklage nicht stichhaltig sein dürfte.

    Niggemeier, der eine deutliche pro-Kachelmann-Haltung annahm (warum wohl?), versucht den Fall nun für seine Medienkritik zu verwenden. Das ist legitim, aber im konkreten Fall auf Sand gebaut. Frau M. hat einer Zeugin einen Blumenstrauß geschickt und ihr mitgeteilt, dass sie, Frau M., glaubt, dass K. schuldig ist. Und? Diese Aussage ist weder ein Ausweis moralischer Verkommenheit (siehe oben), noch muss sie den Realitäten entsprechen. Vielleicht hatte Frau M. auch nur Alice Schwarzers Buch gelesen, was ich im Oktober auf der Buchmesse gesehen hatte — da stand deren Urteil schon fest, was ziemlich bemerkenswert war. Und um mit der potentiellen Zeugin in Kontakt zu kommen, greift man gerne in den Honigtopf.

    Die Frage stellt sich schon, warum der Klägerin — im Gegensatz beispielsweise zu den diversen Mißbrauchsfällen, die 2010 ans Licht kamen — von bestimmter Seite praktisch von Anfang an nicht geglaubt wurde bzw. warum es Zweifel gab. Vielleicht hat dies mit der Vehemenz zu tun, mit der diese Anklage relativ schnell feministisch instrumentalisiert werden sollte. Und noch eine hypothetische Frage: Wie wäre die mediale Rezeption des Falles verlaufen, wenn die Kampflinien anders herum verlaufen wären, d. h. die „Bild“ sich auf seiten Kachelmanns gestellt hätte?

    (Man komme mir nicht mit dieser Empörungs-Rhetorik, woher die Journalistin die Adresse der Zeugin hatte, usw. Als seien hier die Indiskretionen nur einseitig gewesen. Lächerlich.).

  147. 150
    Stefan Niggemeier says:

    @Gregor Keuschnig: So viele Behauptungen. Wen meinen Sie denn, für den Anfang, mit der „bestimmten Seite“, von der Sie im vorletzten Absatz raunen?

    Und was Ihre ersten drei Punkte angeht:

    So übel kann die Kampagne gegen Kachelmann ja nicht gewesen sein, denn (1.) wurde er trotz der angeblichen Macht der „Bild”-Zeitung freigesprochen

    Sie messen die Übelkeit einer Medienkampagne daran, ob ein Gericht einen Angeklagten freispricht, weil es keine Beweise für seine Schuld gibt?

    (2.) hat seine Reputation scheinbar kaum bis gar nicht gelitten

    Haben Sie dafür mal einen Beleg?

    (man gesteht ihm ein Verhalten zu, was man anderen strengstens verbieten würde)

    Wer ist hier „man“? Und welches „Verhalten“ meinen Sie?

    und (3.) sind die Feindbilder eh’ deutlich genug („Springer“ gegen die „Guten“).

    Hm. In diesem Fall geht’s eher um Burda. Und dass ich das Verhalten von Frau Rückert und der „Zeit“ indiskutabel finde, habe ich, glaube ich, mehrfach deutlich gemacht.

    Niggemeier, der eine deutliche pro-Kachelmann-Haltung annahm (warum wohl?)

    Hab ich? Und, wenn ja: warum?

  148. 151
    glockenbacher1 says:

    Kachelmann über Bild-Maulwürfe bei der Lufthansa http://bit.ly/jAz4Hd Wirklich interessantes Interview

  149. 152
    theo says:

    149, G. Keuschnig:

    („Frau M. hat einer Zeugin einen Blumenstrauß geschickt und ihr mitgeteilt, dass sie, Frau M., glaubt, dass K. schuldig ist. Und? Diese Aussage ist weder ein Ausweis moralischer Verkommenheit (siehe oben), noch muss sie den Realitäten entsprechen.“)

    Ich betrachte das Vorgehen von Tanja May nicht aus moralischer Sicht. Das hier ist ein Medienblog. Und das Vorgehen von Frau May widerspricht nun einmal journalistischen Prinzipien. Der Umstand, dass z.B. Frau Rückert sich aus meiner Sicht auch unjournalistisch verhalten hat, schwächt ja nicht den Vorwurf gegen Tanja May.

    Die „Gegensteuerung“ trifft IMHO auf Rückerts Artikel zu, weniger auf die von Gisela Friedrichsen.

    Den Punkt (1) in ihrem ersten Absatz hat Stefan Niggemeier bereits aufgegriffen. Ich halte ihre Agumentation in dem Punkt fü absurd.

  150. 153
    Linus says:

    @Gregor Keuschnig

    Die Frage stellt sich schon, warum der Klägerin (…) von bestimmter Seite praktisch von Anfang an nicht geglaubt wurde bzw. warum es Zweifel gab.

    Öhm, das mag der Faktenlage, so wie sie durchsickerte, geschuldet sein. Die interessante Frage ist doch eher, warum von einer bestimmten Seite der Klägerin unbedingt geglaubt werden mußte. Sogar noch, als es eigentlich völlig klar war, das da irgendwas nicht stimmt. Wer auch immer da den Kram geleakt hat, um Kachelmann an den Karren zu fahren, hat das als Bumerang zurückbekommen. Wohlgemerkt aber nur von der medial deutlich unterrepräsentierten Seite. Große der Teile der Öffentlichkeit dürften von den bestehenden Zweifeln weit weniger mitbekommen haben, als umgekehrt. Daher auch die Annahme einer massiven Schmutzkampagne gegen Kachelmann.

    Und mit Kampagnen gegen die Klägerin hab ich’s ohnehin nicht so. Die sind schnell unterstellt. Auch dann, wenn man einfach nur daran erinnert, dass es sowas doofes wie eine Unschuldsvermutung gibt.

  151. 154
    karajan says:

    lieber daniel.

    deine ansichten zum feminismus: falsch. (ist mir jetzt zu mühsam, alle deine vorurteile aufzuarbeiten, musst du dich auch ein bisschen selber informieren. nur so viel: alice schwarzer ist nicht der feminismus, sie ist EINE feministin von vielen und spricht ganz sicher nicht für alle.) wenns dich interessiert, ein ganz netter blog zu dem thema: http://maedchenmannschaft.net/

    deine ansichten zum thema vergewaltigung: falsch, wenn du meinst, ein mann müsste einen steifen bekommen, um vergewaltigt zu werden, dann hast du einfach keine ahnung, was eine vergewaltigung ist. du denkst vom täter, in dem fall von der täterin, her (und beschränkst die weibliche befriedigungszone grad ganz nebenbei mal auf ihre vagina, was ich an sich ja schon fast wieder amüsant finde).

    @keuschnig: würde mich jetzt auch interessieren, woran man „niggemeiers schlagseite pro-kachelmann“ fest machen könnte. ich seh da nämlich nix.

  152. 155
    B.Schuss says:

    was für ein medialer Sumpf. Können wir uns nicht einfach darauf einigen, dass alle Beteiligten ( nur ) ihren Job gemacht haben, und die ganze Sache am Ende dann trotzdem ( oder deswegen ) scheisse gelaufen ist ? Vom Urteil mal abgesehen natürlich. ^^

  153. 156
    Toni Aigner says:

    Ob Springer, Burda, WAZ o. a. Persönlichkeitsrechtsverletzer, solange die regierenden Parteien da nicht mal kräftig auf den Tisch klopfen, werden die Schmierfinken ihre Arbeitsweise nicht ändern.

  154. 157
    Gregor Keuschnig says:

    @150/Stefan Niggemeier
    Da haben Sie’s mir aber gegeben.

    Natürlich kann man eine Kampagne (auch eine potentielle Schmutzkampagne) nach dem Erfolg messen. Das brauche ich Ihnen hoffentlich nicht zu erklären. Die „Bild“-Zeitung hat in den letzten Jahren mehrfach gezielte Kampagnen gestartet bzw. unterstützt, die sich dann oft genug als Rohrkrepierer erwiesen haben (Koch/Ausländersdiskussion; Guttenberg, usw).

    Was das Image Kachelmanns angeht: Lesen Sie die diversen Umfragen — und vor allem die Kommentare hier im Blog. Es steht maximal 50:50.

    Tatsächlich verfährt man mit den Twitter-Pics sehr merkwürdig. Man gesteht Herrn Kachelmann zu, dass er die Bilder der scheinbaren (oder tatsächlichen) Paparazzi beispielsweise ohne Pixelung veröffentlicht, während sie ansonsten immer wieder betonen, wie böse das doch ist (hier hatten Sie sogar mal einen aktiven DSDS-Teilnehmer gepixelt).

    Was Ihre Parteinahme angeht — da brauchen Sie nur mal Ihre eigenen Beiträge zu lesen. Sie waren schnell bei der Skandalisierung von Blödzeitung und Konsorten bei der Hand — was die andere Seite angeht, haben Sie nicht so genau hingesehen.

    Apropos Behauptung: „Da er inzwischen weder auf einen Ruf als Sympathieträger noch auf das Wohlwollen der Medien Rücksicht nehmen muss, kann er fast ungehemmt die Auswüchse des Spektakels um ihn herum dokumentieren.“ Das ist eine Behauptung par excellence. Allerdings eine interessante.

    @152/theo
    Ja, das ist ein Medienblog. Aber hier wird ungefähr ab Kommentar 10 meistens nicht mehr zwischen der medialen Bewertung eines Vorgangs und er moralischen unterschieden. Wenn Sie von „Bunte“ und ähnlichen Magazinen Journalismus in Reinkultur erwarten, dann dürften Sie — mit Verlaub– auch noch an den Weihnachtsmann glauben. Tatsächlich hat nämlich Herr Kachelmann beispielsweise nicht die Korrespondenz seiner Anwälte mit Frau Rückert veröffentlicht, sondern das, was ihn in den Kram passt — dieses dämliche Fleurop-Telegramm eben. Im übrigen dürfte DIE ZEIT mehr als nur einen Blumenstrauß für das Interview mit Herrn Kachelmann investiert haben — oder was meinen Sie?

    @153/Linus
    Die interessante Frage ist doch eher, warum von einer bestimmten Seite der Klägerin unbedingt geglaubt werden mußte.
    Ich verstehe nicht, was der Einschub „von einer bestimmten Seite“ in dem Satz soll. Aber es illustriert sehr schön, dass Sie die Möglichkeit, die Klägerin könnte Recht haben, gar nicht in Betracht ziehen.

    Es ist eine gängige Praxis — auch und gerade bei der Berichterstattung von Prozessen — dass das (mutmaßliche) Opfer zumeist nur am Rande „interessant“ ist und zumeist auf Verfasstheiten des mutmaßlichen Täters rekurriert wird und diese zur Ent– oder Belastung herangezogen werden.

    Die Unschuldsvermutung tastet ja niemand an, wenn man auch die Möglichkeit der Richtigkeit der Anklage erwägt. Beides ist gleichberechtigt. (Medien vermischen das immer wieder.) Es ist ein beliebtes Scheinargument, die Unschuldsvermutung ins Feld zu führen, um die Anklage per se zu diskreditieren. Am Fall DSK zeigt sich übrigens, dass dies ein kulturelles Problem ist — in den USA verfährt man da anders.

  155. 158
    tacke says:

    „Die Tanja May …“: schön geschmunzelt!

  156. 159
    Jojo ohne Blog says:

    Hihi, „die Tanja May“… Es ist schon lange her, daß ich mal eine „Bunte“ in der Hand hatte (Und müßte die nicht inzwischen „Afrikanisch-Amerikanische“ heißen?) — ist „Tanja May“ darin eine Rubrik, wie „Dr. Sommer“ eine Rubrik in der „Bravo“ ist (oder war. Hatte auch lange keine „Bravo“ mehr in der Hand)? Bestückt von Menschen jeglichen Namens und akademischen Grades, zumeist keinem? Und Sonnengrüße sendet die Tanja May sicherlich auch, wenn es mal nicht um einen Wettermoderator geht, woll?

    Wir sind ja alle nur Menschen, die kaum eine Chance hatten, die Existenz jenes Vergewaltigungsprozesses nicht zur Kenntnis zu nehmen; und je nach Intensität der Zurkenntnisnahme bildet man sich eben eine Meinung. Aber inwiefern sollte man öffentlich auf irgendwessen Seite gewesen sein? Oder gar gewesen sein sollen? Wenn der Mann die Frau vergewaltigt hat, ist er dafür zu verurteilen und zu betrafen, wenn nicht, nicht. _Ob_ der Mann die Frau vergewaltigt hat, können wir alle nicht beurteilen. Schwierig, daraus eine Seitenwahl in diese oder jene Richtung abzuleiten, zumindest, bevor das Urteil gefällt war.

    Interessant aber war eben das Verhalten der Medien in der Berichterstattung. Und _das_ können wir auch alle beurteilen und bewerten, denn im Gegensatz zum Anklagegegenstand (der Tat) waren wir ja mehr oder weniger Zeugen dieses Medienverhaltens.

    Die Meder haben sich wie üblich als Nichtse zu erkennen gegeben, und es ist mir schleierhaft, woher deren Selbstanspruch kommt, Relevanz und moralische Integrität zu besitzen, gar eine Säule unserer Demokratie zu sein. Journalisten füllen Journale, das sagt doch schon der Name. Daß sie nach einwandfreien ethischen Grundsätzen handeln, wäre zwar so wünschenswert wie bei jedem anderen Menschen auch, ist aber weder dem Wortsinne nach noch in der gesellschaftlichen Wahrnehmung integraler Bestandteil des Journalistentums. Die können ja nicht einmal fehlerfrei tippen.

    (Ich auch nicht, aber ich verdiene auch nicht mein Geld damit.)

  157. 160
    theo says:

    Ach, Gregor, man hat schon etwas Müh mit Ihnen.

    „Natürlich kann man eine Kampagne (auch eine potentielle Schmutzkampagne) nach dem Erfolg messen. Das brauche ich Ihnen hoffentlich nicht zu erklären. Die „Bild”-Zeitung hat in den letzten Jahren mehrfach gezielte Kampagnen gestartet bzw. unterstützt, die sich dann oft genug als Rohrkrepierer erwiesen haben (Koch/Ausländersdiskussion; Guttenberg, usw).“

    Also eine Dreckskampagne ist weniger schlimm, wenn diese im Sinne des Urhebers nicht gar so erfolgreich ist? Interessante Sichtweise. Vielleicht etwas sehr täterbezogen, oder?

    „Was das Image Kachelmanns angeht: Lesen Sie die diversen Umfragen – und vor allem die Kommentare hier im Blog. Es steht maximal 50:50.“

    Wollen Sie damit ihre gewagte These unterstreichen, dass die Reputation Kachelmanns nicht gelitten habe? Hossa.

    „Tatsächlich verfährt man mit den Twitter-Pics sehr merkwürdig. Man gesteht Herrn Kachelmann zu, dass er die Bilder der scheinbaren (oder tatsächlichen) Paparazzi beispielsweise ohne Pixelung veröffentlicht, während sie ansonsten immer wieder betonen, wie böse das doch ist (hier hatten Sie sogar mal einen aktiven DSDS-Teilnehmer gepixelt).“

    Nach dieser Logik hätte man auch neulich die Hooligans im Frankfurter Stadion verpixeln müssen. Im Ernst: es ist doch etwas völlig anderes, ob man einen aufdringlichen Fotografen bei der Arbeit zeigt als einen Menschen in seiner Privatsphäre, und das wissen Sie doch auch selbst.

    „Ja, das ist ein Medienblog. Aber hier wird ungefähr ab Kommentar 10 meistens nicht mehr zwischen der medialen Bewertung eines Vorgangs und er moralischen unterschieden.“

    Schwächt das mein Argument?

    „Wenn Sie von „Bunte” und ähnlichen Magazinen Journalismus in Reinkultur erwarten, dann dürften Sie – mit Verlaub– auch noch an den Weihnachtsmann glauben.“

    Sie meinen, man müsse das alles so hinnehmen?

    „Tatsächlich hat nämlich Herr Kachelmann beispielsweise nicht die Korrespondenz seiner Anwälte mit Frau Rückert veröffentlicht, sondern das, was ihn in den Kram passt – dieses dämliche Fleurop-Telegramm eben.“

    Das ist natürlich verwerflich und verdächtig.

    „Im übrigen dürfte DIE ZEIT mehr als nur einen Blumenstrauß für das Interview mit Herrn Kachelmann investiert haben – oder was meinen Sie?“

    Wieder eine ihrer Unterstellungen. Durch nichts belegt, einfach mal so in den Raum geworfen. Die „Zeit“ ist bekannt dafür, wenig bis gar nicht für Interviews zu zahlen. Hören Sie sich mal um, bevor Sie solche Dinge vom Stapel lassen.

    „Es ist ein beliebtes Scheinargument, die Unschuldsvermutung ins Feld zu führen, um die Anklage per se zu diskreditieren.“

    Jetzt wird es aber völlig abstrus.

    „Am Fall DSK zeigt sich übrigens, dass dies ein kulturelles Problem ist – in den USA verfährt man da anders.“

    Inwiefern?

  158. 161
    Linus says:

    @Gregor Keuschnig

    Es gab Menschen, die glaubten dem mutmaßliche Opfer einfach, es gab Menschen, die wollten ihr glauben (Staatsanwaltschaft) und es gab Menschen, die mußten ihr glauben. Zu letzteren zähle ich, wenn auch aus verschiedenen Perspektiven, Riekel/May und Schwarzer, weil sonst das schön gezimmerte Bild vom dreckigen Kachelmann als solchem (in der Bunten) und als Stellvertreter für vieles andere (Schwarzer) nicht mehr so schön hätte gemalt werden können.

    Es ist doch wohl legitim zu sagen „nichts genaues weiß man nicht“, ohne dass das dann bitte als Schmutzkampagne gegen das mutmaßliche Opfer ausgelegt werden muss. Und wenn dann klar wird, ok ganz so eindeutig ist das alles nicht, kann man das doch entsprechend bewerten.

    Schwierig und schmierig wirds immer dann, und zwar auf allen Seiten, wenn man nicht mehr am konkreten „Fall“ bleibt, sondern Stellvertreterkriege vom Zaun bricht. Und da haben sich alle wenig geschenkt. Wobei ich Rückert weit weniger unapettitlich finde, als das, was Bild, Bams und Bunte verzapft haben.

  159. 162
    jochen says:

    Ich verstehe das Problem nicht.
    Wenn ein Promi, in einem solchen Prozess steckt, wen wundert es dann, wenn die Presse freidreht? Ich halte das für ganz normal.
    So ist eben dieses Businiss. So war es schon immer. Die Menschen wollen genau diesen Wahnsinn. Sie sind geil nach dem Klatsch.
    Ich denke, wenn man im öffentlichen Licht steht, und hoch pockert, gefährliche Spiele spielt, muss man auch damit rechnen, dass so etwas passieren kann.

  160. 163
    Klaus Thomas Heck says:

    @Jochen:
    Wo wurde hoch gepokert? Wer hat gefährliche Spiele gespielt? Blöken Sie doch nicht einfach so einen Unsinn in die Welt, der durch nichts belegt ist.

  161. 164
    Jens says:

    Alle hätten sich einem Lügendetektor unterziehen sollen. Oder mit bestimmten Mitteln ein Wahrheitsserum spritzen. Das hätte zwar auch nicht zur Wahrheit geführt, aber warum nicht ?
    Insbesondere der Mannheimer Staatsanwaltschaft würde ich das dringend empfehlen.

  162. 165
    theo says:

    Bei uns tun es auch fünfzehn Kölsch, Jens. Wenn Sie unbedingt die Folter anwenden wollen, nehmen Sie Altbier. Das führt zwar auch nicht zur Wahrheit, aber warum nicht?

  163. 166
    Manfred says:

    #162 und #164: Gratulation: das sind trotz großer Konkurrenz imo die mit Abstand dümmsten Kommentare hier.

  164. 167
    lakeofthewoods says:

    [gelöscht]

  165. 168
    koelneruwe says:

    @54
    Bei mir hat sich Kachelmann auch nicht bedankt, trotz unserer Bemühungen, Gericht und Staatsanwaltschaft lächerlich zu machen.
    Undank ist der Welten Lohn und Rita Eva Neeser sei es gegönnt.

  166. 169
    Thom says:

    Lügendetektoren sind manipulierbar und deswegen vor deutschen Gerichten verboten, selbst wenn der Beschuldigte sie zu seiner Entlastung einsetzen möchte. Aber es paßt in ein Land, wo man glaubt, alle Probleme ließen sich technisch-administrativ lösen, daß in der Stunde der Ungewißheit auf solche Mittel rekurriert wird.

  167. 170
    Mark says:

    @Gregor Keuschnig: wenn die Medien sich ausführlich und weit über das für den Prozess Relevante in die Privatsphäre von Kachelmann vergraben, ist das für Sie in Ordnung. Kachelmann hingegen dokumentiert sowohl bei den Paparazzi als auch bei Frau May lediglich ihre berufliche Tätigkeit, mit Privatsphäre hat das nicht viel zu tun. Trotzdem schreien Sie auf einmal Zeter und Mordio. Ich finde das sehr eigenartig.

  168. 171
    Jens says:

    Altbier wäre natürlich auch eine Möglichkeit gewesen.
    Jetzt sind wir aber auch kein Stück schlauer. Wer zahlt eigentlich die ganzen Prozesskosten und die Staatsanwaltschaft ? Doch nicht etwa die Steuerzahler? Falls doch, dann bin ich für Schnaps, vermengt mit etwas LSD.

  169. 172
    karajan says:

    @linus:
    „Die Benennung des Phänomens mit dem Namen Alice Schwarzer geht auf eine ganz besonderes Ereignis der letzten Monaten zurück: Alice Schwarzer erhielt in der Kachelmann-Debatte die Rolle der männerhassenden Feministin, die Jörg Kachelmann schon vor dem Urteil verurteilt haben soll.

    Es gelang Alice Schwarzer nicht, diese Rolle abzuschütteln, trotz der vehementen und ständigen Betonung, dass der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ selbstverständlich auch für Jörg Kachelmann gelte. Sie hat nie etwas anderes gesagt!“

    http://tapferimnirgendwo.wordpress.com/2011/06/03/das-alice-schwarzer-phanomen/

  170. 173
    Linus says:

    @karajan

    Öhm, was hat das jetzt mit mir zu tun? Und so zu tun, als hätte Schwarzer nie auch nur ansatzweise die Unschuldsvermutung für Kachelmann bezweifelt, grenzt schon an Blindheit. Es reicht, wenn man munkelt, wenn man zu denken gibt, wenn man Zusammenhänge darstellt, wo keine sind etc.

    Mir reicht, dass Frau Schwarzer RA Schwenn auch deswegen angreift, weil er mutmaßliche Vergewaltiger verteidigt, um zu verstehen, dass sie der Rechtsstaat einen feuchten Kehricht interessiert. Und damit passt sie dann auch ganz gut zur Bildzeitung.

    Und wie verkommen muss man sein, in einem Blatt, dass aus „Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht“ besteht, vermeintlich für Frauenrechte und Opferschutz einzutreten?

  171. 174
    karajan says:

    @linus: nun ja, wenn sie sich anschauen, wer sich noch so in der BILD tummelt, da ist also fast ganz deutschland verkommen…

    aber ja, die bild ist natürlich auch aus meiner perspektive ein dickes minus. trotzdem, ich glaube, sie sind auch dem alice-schwarzer-phänomen erlegen.

  172. 175
    Linus says:

    Das ist ja nun wirklich das schlechteste Argument. Weil sich alle in einem sexistischen Drecksblatt tummeln, macht es den einzelnen weniger dreckig? Ich glaube kaum.

    Und um zum Schluss zu kommen, dass Frau Schwarzer dummes Zeug redet, kann ich auch kommen, wenn ich mich auf das, was sie selber sagt beschränke. Da muss ich nichts hineinprojezieren. Im Übrigen hat auch sie gelogen, als es um ihre eigene Beteiligung ging. Darauf angesprochen, verlässt sie denn Raum. Spitze. Die Frau hat echt ne reine Weste.

  173. 176
    karajan says:

    @linus: wie weiter oben schon geschrieben, ob sie gelogen hat oder nicht, sie sagt, nein. ich bin kein wanhdelnder lügendetektor und kann das nicht entscheiden, würde mich wundern, wenn du das könntest, was du glaubst, ist natürlich deine sache.

    ich beschränke mich auch auf das, was sie sagt und schreibt und nachdem ich anfangs dachte, wenn es so viele sagen, wird es schon stimmten, habe ich fest gestellt, dass man ihr sachen unterstellt, die sie eben nicht gesagt und geschrieben hat, z.b. dass sie kachelmann für schuldig halten würde, das hat sie nicht gesagt und auch nicht geschrieben.

  174. 177
    Linus says:

    @karajan

    Tun Sie doch nicht so unschuldig: Manchmal reicht es aus, zu hüsteln, zu munkeln und rhetorische Fragen zu stellen. Das ist viel wirkungsvoller als ein profanes „Der wars!“.

    Und sowas ist schlicht ekelig, da brauche ich keinen Lügendetektor für: „Da kann man nur von Glück sagen, Glück für die Opfer, dass einer wie „Star-Anwalt“ Schwenn nicht zum Beispiel an der Odenwaldschule oder in einem der zahllosen Internate und Heime verteidigt, wo die Opfer lange genug eingeschüchtert waren, bis hin zum völligen Verstummen.

    Und das sind jetzt nur zwei willkürlich ergoogelte Beispiele.

  175. 178
    Linus says:

    öhm, eins.

  176. 179
    karajan says:

    @linus: ich habs nicht nötig, einen auf unschuldig zu machen:) ich schau mir an, was ist. und da seh ich einfach nicht das, was du behauptest. ich seh nur unterstellungen und „rein interpretieren“. wohlgemerkt: ich will gar nicht ausschließen, dass du recht hast, und alice schwarzer insgeheim kachelmann für schuldig hält. (ich übrigens nicht, ich nehme das, was die mannheimer richter gesagt haben, kann so sein, kann aber auch anders sein.) trotzdem, alice schwarzer hat nicht behauptet, kachelmann sei für sie schuldig. wenn du das unterstellst, bist du nicht objektiv. du machst genau das, was du anderen vorwirfst.

  177. 180
    theo says:

    karajan: Sie haben Recht, Alice Schwarzer hat nie explizit geschrieben, dass Kachelmann schuldig sei.

    Alle anderen — auch von Linus aufgelisteten — Zitate von Frau Schwarzer sind nicht zu widerlegen und sind ein eindrucksvolles Zeugnis ihrer Rabulistik. So wie auch das hier aus einem Bild-Kommentar:

    „Schwenns Plädoyer in Mannheim wird, versteht sich, auf „Unschuldig!“ lauten.

    Ganz wie in Hamburg, wo er gerade den 36-jährigen Pfleger verteidigt, der eine 47-jährige Patientin betäubt und missbraucht haben soll (der Fall ging durch die Medien). Die Frau wachte am nächsten Morgen auf und war völlig verstört. Auf Drängen ihrer Tochter erstattete sie Anzeige. Auftritt Verteidiger Schwenn. Und schon schien alles unhaltbar, zumindest unbeweisbar. Die „Unschuldsvermutung“ eben.

    Doch dann analysierten Experten die Spermaspuren auf dem Schlafanzug der Frau, und siehe da: Sie stimmten mit der DNA des Angeklagten überein.“

    http://www.bild.de/news/inland/joerg-kachelmann/sein-grosser-tag-kommentiert-von-alice-schwarzer-18043208.bild.html

    Die publizistische Technik, wie hier zwei Dinge zu einem verwoben werden, wird sowohl von der „Bild“ wie auch von Alice Schwarzer sehr gut beherrscht. Das ist kein Journalismus, sondern lediglich Stimmungsmache.

  178. 181
    irreversible says:

    Über Frau Schwarzers unsägliche Rolle bei diesem Prozess muss man doch eigentlich kein Wort mehr verlieren. Ich habe die ganze Geschichte aus Geschmacksgründen nur am Rande verfolgt aber wie in bester BILD-Manier versucht wurde durch mehr oder weniger subtile Anspielungen auf sexuelle Vorlieben des Angeklagten und hahnebüchende Vergleiche Stimmung zu machen, ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten. Frau Schwarzer (der ich große Verdienste für die deutsche Frauenpolitik zugestehe) hat sich mit dieser widerlichen Kampagne und der Kooperation mit der BILD (!) leider endgültig disqualifiziert. In jeder Hinsicht ein Trauerspiel.

    Und nein, diese Feststellung ist keinesfalls als Parteinahme in diesem Verfahren zu verstehen denn ich maße mir (im Gegensatz zur halben Republik inkl. vieler Medien) nicht die Rolle des Obersten Gerichtes an und ich möchte auch gar nicht alle Details eines Vergewaltigungsverfahrens wissen oder gar öffentlich kommentieren.

  179. 182
    Earonn says:

    Ich weiß nicht, was ich schlimmer finde:
    1. diejenigen, die Herrn Kachelmann Vorwürfe machen, weil er sich gegen die Medientricks zur Wehr setzt (und das einfach, in dem er sie aufzeigt). All jene erkennen hoffentlich doch noch einen Unterschied, ob man jemand mit solchen Methoden angreift (Burda -> Kachelmann) oder sich verteidigt (Kachelmann ./. Burda)?

    oder

    2. diejenigen, die das Verhalten Frau Mays mit einem ‚Na und? Ist halt so.‘ abtun. Denn ich frage mich, was solche Menschen noch alles in Ordnung finden (würden), weil ‚es halt so ist‘.
    Vermutlich machen sie sich keine Gedanken darüber, dass z.B. ein Großteil von ihnen nur deshalb noch an dieser Diskussion teilnehmen kann, weil einige forschende Ärzte Krankheiten eben nicht als ‚ist halt so‘ abtaten.
    Aber viel eher vermute ich: das sagen sie, weil es sie selbst nicht betrifft. Zeigt mir einen von denen, der es okay finde, selbst Opfer solcher Machenschaften zu werden…

  180. 183
    karajan says:

    @ theo: stimmungsmache unterschreibe ich gerne, aber was ist es, wenn friedrichsen vom „sogenannten opfer“ schreibt? im übrigen, schwarzer hat zu schreiben begonnen als reaktion auf solche verunglimpfungen… für mich spielt das auch eine gewisse rolle, wer angefangen hat. des weiteren hat schwarzer gesagt, sie macht das, weil es nur so friedrichsens gebe und sie macht jetzt genau das gleiche nur eben aus opferperspektive, könnte man auch sagen, wenigstens ehrlich. ich bin ja der meinung, dass man nicht gleiches mit gleichem vergelten soll, trotzdem, mir ist das zu einseitig, in das allgemeine schwarzer-feminismus-bashing einzustimmen.

  181. 184
    bobby says:

    Das Ganze erinnert mich an den ähnlich „sympathischen“ SPD-Tauss, der zwar nicht freigesprochen wurde, aber genauso völlig unschuldig war natürlich… Der twittert und blogt meines Wissens auch wie wild um sein Leben, seit ihm keiner mehr zuhören will.
    Peinlich. Kachelmann wird trotzdem mit Recht genauso in der Versenkung verschwinden.

  182. 185
    theo says:

    bobby, ich fasse ihre Meinung so zusammen (korrigieren Sie mich bitte):

    Wer jemals vor Gericht stand, sollte fortan das Maul halten.

  183. 186
    Katzenblogger says:

    Nun, vielleicht kommt es Bobby auch noch darauf an, was jemand von sich gibt, Theo. Die letzten veröffentlichten Äußerungen von Kachelmann, finde ich außerordentlich — ähm — doof. Vielleicht ist Ihr Empfinden da anders. Auch OK. :-)

  184. 187
    Harald Eisenmann says:

    Ich kenne Jörg Kachelmann aus dem Fernsehen. Er sagt das Wetter an, vor der Tagesschau und in den Dritten Programmen. Er ist Meteorologe. Seinen Job hat er immer gut gemacht. Er hat eine eigene Firma. Er wurde angezeigt, er wurde frei gesprochen. Und das ist tatsächlich alles was ich weiss. Ich habe den aufgeregten Teil der Berichterstattung nicht verfolgt. Ich möchte, ja ich erwarte das Kachelmann zurück in seinen Job kommt. Er ist Meteorologe und macht die Wettervorhersage. — Ich kann es auch ein wenig ausführlicher machen: Schön wenn es ein Thema gibt bei dem jeder glaubt mitreden zu können. Wenn nur die reden würden, die dabei waren und über gesicherte Erkenntnisse verfügen wärs auf einmal verdammt still. Und die Zeitungen dünn. Und die Auflage niedrig. Und die Blogs leer. Aber das wollen wir wohl nicht. Wir wollen uns aufregen und zwar um jeden Preis. Und die Journaille befeurt dieses begehr. Und wir lassen uns befeuern. Unsere dumpfen, steinzeitlichen Hirne wollen Kopfe rollen sehen. Und der Journalismus hat uns dabei gefälligst die Rechtfertigungsgrundlage zu geben. Was denn? Das ist heuchlerisch? Doppelmoral? Jetzt kommt mir doch nicht mit solchen Spitzfindigkeiten, schliesslich haben wir uns doch alle unsere Meinungen aufgrund der detailgetreuen Berichterstattung der Medien gebildet. — Könnte es sein das wir reingelegt wurden? Jetzt haben wir uns mehr oder weniger mühsam Meinungen gebildet und müssen erfahren, das niemand den Vorgang der fraglichen Geschehnisse kennt. Die Gelegenheit wäre günstig zur Einsicht zu kommen: Wir wissen nicht was geschehen ist, aber es gibt ein Urteil eines Gerichtes, der tatsächlich einzig zuständigen Instanz, und dieses Urteil lautet auf Freispruch. Ende der Geschichte. Und wenn Gerichte und deren Urteile noch irgendetwas Wert sind dann erwarte ich Jörg Kachelmann zurück auf den Bildschirm, und das umgehend. Oder komme ich in Gefahr als ‚naiv‘ zu gelten? Und wenn ja warum? Weil ich zugebe den fraglichen Hergang der Geschehnisse nicht zu kennen? Weil ich ein Gerichtsurteil anerkenne? Weil ich den Boulevard im besten Falle ignoriere? Warum habe ich das Gefühl mir dafür rechtfertigen zu müssen?

  185. 189
    theo says:

    188: Ein munterer Mischmasch von Nachricht und Kommentar…

  186. 190
    Christian says:

    Was ich bis jetzt nicht verstehe und seltsamerweise (meines Wissens) noch nicht einmal vertieft wurde: Warum hat die Burda-Presse so ein Problem mit dem Lebensstil von Herrn Kachelmann? Nur, weil die Zielgruppe „Frauen mittleren Alters, oftmals enttäuschte Frauen“ mit der Story so gut bedient wird?

    In der Talkshow von Markus Lanz fragte eben dieser Anwalt Schwenn, was es denn noch zu berichten gäbe, daraufhin sagte dieser, dass P. Welte (Burda) alle Chefredakteure anderer Häuser angerufen hätte, um Stimmung gegen JK zu machen.

    Markus Lanz bohrte an der Stelle leider nicht nach, denn die erste Frage hätte doch sein müssen: Warum hat er das (angeblich!) getan? Denn das geht ja bei weitem darüber hinaus, über die Blätter des eigenen Hauses Vorverurteilungen zu verbreiten.

    In ein oder zwei kleineren Blogs habe ich dazu eine Meldung aus dem Dez 2010 gefunden — JK würde angeblich die Frau von Hubert Burda, Maria Furtwängler, sehr gut kennen, lt. dieser Blogs sogar zu gut.

    Wenn, und nur wenn es wirklich so gewesen wäre, dass JK auch Frau Furtwängler zu seinen Mädchen zählte, dann wäre das natürlich nochmal eine Geschichte von anderer Dimension — Hubert Burda als Rächer, der versucht über seine (und via Handlanger andere Medien) ein Verurteilung herbeizuschreiben.

    Ausdrücklich: Ich sage nicht, dass es so war und ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien, aber Rache war schon immer ein gutes Motiv und dieser Hintergrund würde zumindest erklären, warum es soweit gekommen ist.

  187. 191
    Tobias says:

    Hallo, ich gebe @Milo Recht.
    Ich finde auch den Kohlhaas Vergleich von Gregor Keuschnig berechtigt.

    Jörg Kachelmann ist mir aus dem Fernsehen bekannt. Doch viel weiß ich über ihn nicht. Aber ist jemadn freigesprochen, dann etweder wegen Mangel an Beweisen oder er ist unschuldig. Wie auch immer, wir sind die falschen Personen, die Urteile fällen können oder sollten.

  188. 192
    Paul Kirsch says:

    Ist es tatsächlich das, was Frau May da (regelmäßig) versendet?

    http://www.youtube.com/watch?v=dcClqH-xsZ4

    Ist das witzig gemeint?

  189. 193
    bobby says:

    @theo: nein, von mir aus kann jeder sagen, was er will und twittern so viel er will. Ich bin großzügig ich weiß.
    Ich finde es eher peinlich für Kachelmann und andere Selbstdarsteller, wie heiß es so schön, hätte er geschwiegen, wäre er ein Philosoph geblieben oder so, mir fällt das lateinische Sprichwort gerade nicht ein. Das mit dem Kohlhaas trifft´s auch ganz gut, was oben einer geschrieben hat.

  190. 194
    Katzenblogger says:

    @ Christian

    Mit der Verbreitung derart privater Gerüchte mit zudem ehrabschneidender Note, wäre ich an Ihrer Stelle zurückhaltender — ganz unabhängig davon, dass Sie es für möglich halten, hier einen relevanten (?!) Hintergrund für die Richtung der Berichterstattung gefunden zu haben.

    Was das Privatleben der Frau F. betrifft, kann man — so lautet meine Einschätzung — gänzlich ausschließen, dass sie zu den Kachelmannschen „Lausemädels“ gehört hat.

    @ Gregor K.

    Ich würde an Ihrer Stelle die Möglichkeit hoch gewichten, dass Stefan Niggemeier, erstens fehlbar ist (wie Sie und ich übrigens auch), und dass zweitens keine Parteilichkeit „pro Kachelmann“ vorliegt, sondern ein schlichtes und sehr berechtigtes Entsetzen über die auf Sensation, Meinungsmache und Privatheiten setzende „Berichterstattung“ über den Kachelmann-Prozess. Dazu kommen namhafte Journalisten, die sich wie Richter aufgespielt haben — was nicht nur das Berufsbild sehr grundsätzlich verfehlt, sondern einfach unanständig ist.

    Dies deutlich zu machen, ist aber noch keine Parteilichkeit.

    Könnten wir uns auf diese Sichtweise verständigen?

  191. 195
    Christian says:

    Lieber Katzenblogger,

    ich frage Sie einfach mal direkt, wenn Sie schon eine Einschätzung zu Frau F. treffen: Wie schätzen Sie denn die Aussage von Herrn Schwenn ein? Warum hat Burda ein so hohes Interesse, das Ansehen von Herrn K. zu schädigen?

  192. 196
    Katzenblogger says:

    Antwortversuch:

    Erstens, weil dem Burdaverlag (genauer: den berichterstattenden Burdamedien) das Ansehen der Person schnurzegal ist, ganz grundsätzlich, solange die Berichterstattung Auflage verspricht.

    Ob das Ansehen von Kachelmann durch die Sensationsberichtersattung von Burda beschädigt wird, interessiert diesen Verlag schlicht nicht. Man kann auch ausschließen, völlig, dass Burda im Nachhinein einen Teil der Verteidigerkosten von Kachelmann übernimmt.

    Denen ist Kachelmann schlicht egal.

    Zweitens, weil die Zielgruppe von Burdas Zeitschriften „bedient“ werden durch die Art der Berichterstattung. Es handelt sich also nicht um fehl geleitete Frauensolidarität, nicht um ein von langer Hand geplanter Racheakt wegen Frau F., sondern um schlichtes kaufmännisches Kalkül einer Verlagsleitung, die eine vorsichtigere und gegenüber Kachelmann fairere Berichterstattung sicher nicht ins engere Kalkül zieht.

    (Hinweis an dieser Stelle: Die internen Umgangsformen innerhalb der Verlage sind erschreckend oft sehr weit weg von dem, was man auch nur entfernt als paradisisch, oder auch nur „normal und fair“ nennen könnte, man mag, wenn Burda hier langweilen sollte, sich beispielsweise genauer betrachten, wie der Bauer Verlag mit Arbeitnehmervertretern und — Vertretungen umgeht — wer bestimmte deutsche Verlage als Hort von Anstand vermutet, pardon, der unterliegt einem fundamentalen Irrtum)

    Drittens, übt der Kachelmannprozess durch seine besondere Konstellation (Prominenz, SM-Gerüchte, Vergewaltigungsvorwürfe, breite öffentliche Diskussion, Beteiligung meinungsstarker Publizisten wie Schwarzer, öffentliche Verlautbarungen von Ex-Freundinnen usw.) eine beachtliche „Attraktivität“ aus, sich zu positionieren, pro oder contra Kachelmann.

    Ich selbst (allerdings: ich bin kein öffentlicher Berichterstatter — für Burda-Style würde ich mich schämen) bin von diesem Effekt betroffen — und habe mich in der Vergangenheit mehrfach „contra“ ausgesprochen, allerdings auch sehr frühzeitig dahingehend, dass Kachelmann aller Voraussicht nach von den Vergewaltigungsvorwürfen frei gesprochen werden wird.

    Fast jeder, mit sehr wenigen Ausnahmen, hatte die Neigung, sich zu „positionieren“. Warum sollte das bei Burda anders sein?

    Viertens, bislang ist mir Burda nicht durch den hohen journalistischen Standard der Berichterstattung aufgefallen. Dir vielleicht, Christian? In manchen Momenten bin ich mir nicht einmal völlig sicher, ob die Nennung des Burdaverlags als „den mit Hundekot besudelten Rinnstein in der deutschen Verlagslandschaft“ eine empörte Reaktion rechtfertigen würde.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, inwieweit diese vier Argumentationen am Ende wirklich zutreffen — aber sie genügen mir vollauf, um auf die spekulative Einbeziehung der Privatverhältnisse von Frau F. verzichten zu können.

  193. 197
    Christian says:

    Lieber Katzenblogger,

    erst einmal vielen Dank für die ausführliche Antwort — ich stimme den ersten drei Argumenten in fast jeder Hinsicht zu, den Einschub bei Argument 3 kann ich allerdings nicht grundsätzlich gelten lassen, da ich selbst schon in einer Redaktion tätig war (allerdings im Wirtschaftsteil und nicht bei Burda), hier waren die Umgangsformen definitiv nicht extremer als das normale Leben.

    Den vierten Aspekt kann ich nicht beurteilen, da ich „People“-Blätter grundsätzlich meide bzw. maximal die Titel sehe, die mich jedes Mal wieder den Kopf schütteln lassen. Wobei mir da eher Blätter wie „Frau im Spiegel“, „Die Aktuelle“ oder „InTouch“ einfallen, die meines Erachtens wesentlich krasser formulieren und konstruieren als z.B. die Bunte.… aber ich lehne mich schon mit diesen Aussagen zu weit aus dem Fenster…

    Was ich ja nur nicht verstehe ist diese Aussage von Anwalt Schwenn, Herr Welte hätte die anderen Chefredakteure angerufen und gedrängt, ebenfalls in diese Richtung zu berichten. Nur diese Aussage verstehe ich nicht, würde sie aber gerne verstehen. Wie im ersten Kommentar schon gesagt — wenn Burda diese Linie für sich durchzieht — verstanden. Aber mit welcher Motivation sollte ein Verlag andere Verlage dazu drängen wollen? Denn das ist ja eine harte Aussage von Herrn Schwenn (die von Burda auch nicht widersprochen wurde soweit ich weiß).

  194. 198
    karajan says:

    @christian: http://www.sueddeutsche.de/medien/fall-kachelmann-naechste-runde-1.1106618

    ich wiederhole mich, ist aber anscheinend notwendig, das spektakel ist noch nicht vorbei und im moment ist es zu früh, sich ein bild machen zu wollen.

  195. 199
    olfinger says:

    wie in #87 erwähnt, hätte ich kachelmann geraten, nicht nachzutreten. denn genauso, wie er das recht hat, sich öffentlich zu äußern, hat dieses recht auch das mutmaßliche opfer. und das passiert natürlich jetzt.
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,768650,00.html
    unabhängig davon, dass die justiz nicht in der lage war, den sachverhalt aufzuklären, wird jetzt wahrscheinlich das gesamte sommerloch über sau um sau durchs wetterdorf getrieben. man kann ja gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte. und daran hat jk mit seinem gehörigen geltungsbedürfnis einen erheblichen anteil.

  196. 200
    olfinger says:

    und also ob mans geahnt hätte: er in der zeit, sie in der bunten. finanzielle sorgen müssen sich wohl beide nicht mehr machen.

  197. 201
    Sebastian says:

    @olfinger: Naja, aber nach seiner Ankündigung, seine Gegner mit Klagen zu überziehen, scheint „die Wogen glätten“ eh nicht seine Strategie zu sein.

    Als ich heute morgen den Bild-Aufmacher über das Interview sah, fragte ich mich übrigens, ob es diesmal wohl tatsächlich ein eigenes Interview ist, mit dem die Bild da wirbt, wie sie es neulich mit dem Zeit-Interview getan hat. Aber natürlich nicht: Bunte.

  198. 202
    mike says:

    Erstaunlich, dass ausgerechnet die Bunte ein Interview mit der Nebenklägerin bekommt.

    Kachelmanns Ruf hat sowieso einen Schaden erlitten, ob er jetzt in die Abteilung Attacke wechselt oder nicht. Aber wenn die Frau jetzt ihr Gesicht öffentlich zeigt…Das war nicht so schlau. Jetzt kann sie auch nicht mehr in die Anonymität zurück.

  199. 203
    Stefan Niggemeier says:

    @olfinger:

    finanzielle sorgen müssen sich wohl beide nicht mehr machen.

    Lustig. Kachelmann hat der Prozess nach eigenen Angaben einen Millionenbetrag gekostet. Sie meinen, das zahlt die „Zeit“ für ein Interview?

  200. 204
    knievel says:

    hier nochmal mit unverpixelter telefonnummer

    http://www.trendhure.com/wp-content/2011/picdump89/58th.jpg

  201. 205
    Andreas says:

    Nun war gestern „die Frau May“ sogar im Fernsehen, bei Exclusiv. Man kann es sich noch bei RTLnow anschauen.
    Sie hat nun der Frau Claudia D. die nächsten Sonnengrüße spendiert.

    Plötzlich ist das mutmaßliche Opfer überall unzensiert zu sehen — warum gibt sie das Interview nicht anonym? Ist das nicht möglich?

  202. 206
    Schindluder says:

    @ Niggemeier

    „Kachelmann hat der Prozess nach eigenen Angaben einen Millionenbetrag gekostet. Sie meinen, das zahlt die „Zeit” für ein Interview?“

    Wofür Kachelmann auch immer Millionenbeträge ausgegeben haben will, die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten hat die Staatskasse zu tragen.

    http://landgericht-mannheim.de/servlet/PB/menu/1269214/index.html?ROOT=1160629

  203. 207
    mike says:

    @205: Möglich sicher, aber eine fesche Blondine auf dem Cover verkauft sich besser. Außerdem kann dann jeder interpretieren, wie sich die Frau fühlt. Aus Sicht der Bunten macht so ein Cover viel Sinn.
    Entweder wollte sie unbedingt in die Öffentlichkeit oder sie wurde mit einem Strauß Blumen gelockt. Blöd nur, dass sie damit gewissen Herren und Damen jetzt Tür und Tor in ihr privates Reich geöffnet hat.

    Das wichtigste dürfte hier stehen, ohne dass man gewisse Medien mit Klicks unterstützt:
    http://www.faz.net/artikel/C30602/joerg-kachelmann-nach-dem-prozess-die-schlammschlacht-30441124.html

  204. 208
    Augusten says:

    @Schindluder
    Kachelmann hat einen Haufen Geld für Gutachten ausgegegeben, ohne die der Prozess mglw anders ausgegangen wäre. Die zahlt die Staatskasse mWn nicht; er hätte sich ja auch mit den Gutachten, die die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben hat, bescheiden können.

  205. 209
    SvenR says:

    @Schindluder #206: Die notwendigen Auslagen sind nur die Kosten für die Pflichverteidigerin Combe nach RVG. Einen Wahlverteidiger Schwenn oder Birkenstock bekommt man nicht zu diesen Sätzen. Da muss man was drauflegen. Auch seinen Medienanwalt Höcker muss er selbst zahlen (wobei der sich mittelfristig wahrscheinlich alleine trägt). Plus die Gutachter. Da kommt sicherlich eine schöne Summe zusammen…

  206. 210
    karajan says:

    @mike: ich hab das interview nicht gelesen, aber die frau war schon vorher nicht mehr anonym, da gab es einige selbsternannte kachelmannrächer/innen, die der welt unbedingt mitteilen mussten, wer das ist, wie sie heißt und wo sie wohnt.

    wieviel denkst du ist von einem „privaten reich“ noch übrig, nachdem dein ganzes leben in einem vergewaltigungsprozeß öffentlich gemacht wurde?

  207. 211
    mike says:

    @210:
    Also ich denke der normale Beobachter dieses Prozesses hat es nicht mitbekommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihre Privatadresse „geleakt“ wurde, habe davon aber nichts mitbekommen.

    Der Unterschied ist, dass der Boulevard jetzt deutlich mehr Rechte hat Dinge über sie rauszufinden und zu veröffentlichen, was vorher nicht der Fall war. Wenn sie nicht mehr mitspielen möchte, dann wird sie mit dem berüchtigen Aufzug nach unten fahren.
    Sie war für den Großteil der Deutschen anonym, auch wenn ein paar Gutachter, Journalisten und Angestellte des Gerichts intime Dinge von ihr gehört haben. Nun kann aber die Öffentlichkeit die Aussagen einer bestimmten Person zuordnen.

  208. 212
    isaak says:

    Das ist echt der Stil einer Chefredakteurin? Wow, bei der Bunten braucht’s nicht viel.

  209. 213
    karajan says:

    @mike: was du irgendwie nicht zu verstehen scheinst, wenn deine privatsphäre mal so verletzt wurde, wie das bei kachelmann und seiner ex-freundin der fall ist, da gibt es da nichts mehr zu verlieren. für beide nicht. wenn deine intimsten erlebnisse mal öffentlich ausgebreitet wurden, dann interessiert dich das nicht mehr, ob dich noch mal wer beim sch***en ablichtet, wenns eh schon fünfmal gemacht wurde.

    also für mich war sie nicht anonym, weil ich irgendwo drüber gestolpert bin, ohne aktiv danach zu suchen und erst mal baff war, dass ich da jetzt name und adresse lesen konnte.…
    aber ich bin da eh radikal: bei solchen delikten, sexuelle gewalt, würd ich jeden einsperren, der auch nur irgendwas schreibt, was die anonymität der beteiligten gefährden könnte.

  210. 214
    Kai von M says:

    was nun wirklich passiert ist weiss ausser den beteiligten personen niemand.

    aber es wäre mein grösster alptraum, durch diesen heuchlerischen, voreingenommenen pressewolf gejagt zu werden…

    als mann ist man eh immer der „arsch“. egal ob man es war oder nicht.

    diese art der berichterstattung/recherche von „bunte“ etc ist einem fairen prozess gewiss nicht sehr dienlich gewesen…

    es ist auch absolut unverständlich wie vertrauliche daten/adressen an die presse gelangen konnten. das wäre allein schon einen prozess wert…

    irgendwie entäuscht mich unser rechtssystem von tag zu tag mehr, um das zu sehen braucht es keinen hochschulabschluss oder gekauften doktoren titel…

  211. 215
    rasch says:

    Tja, nach 20 jahren Täterlobby werden nun mal die Opfer in den Mittelpunkt rücken, und das ist gut so,wurde ja auch mal zeit.
    Für mich ist Kachelmann inkongruent, weil er erstens nicht eine einzige therapiestunde nachweisen kann, zweitens ständig in die Kamerea grinst von beginn an und drittens nun droht dass der kampf erst richtig losgeht jetzt.
    Klar„„ein Sadist liebt Kämpfe, das weiss bal jedes Kind„„

    meine Meinung„,
    http://klee-klaus.business.t-online.de/lupe_psychosadismus.htm

  212. 216
    Linus says:

    @rasch

    Täterlobby? Bei jemandem der gar kein Täter ist? Wie geht das technisch?

  213. 217
    Jan says:

    Kommafetischist!

  214. 218
    karajan says:

    @kai: als mann ist man immer der arsch, ja? als frau wird man vergewaltigt.

    irgendwie enttäuscht unser gesellschaftssystem tag für tag, dass männern nicht beibringt, nicht zu vergewaltigen.

  215. 219
    Haruchai says:

    @karajan

    Kann man Empathie denn beibringen?

  216. 220
    karajan says:

    @haruchai: ernst gemeint oder ironisch? natürlich, das kann man lernen. aber dazu sind viele kleine schritte nötig, die slut walks sind einer davon:)

  217. 221
    Haruchai says:

    Ach, nur mal eben so leicht provokativ in den Raum gestellt ;-) Ich teile ansonsten durchaus die Auffassung von Arno Gruen und zwar insofern, als ich Empathie gleichfalls als die entscheidende zivilisatorische Hemmschwelle vor dem Bösen erachte.
    Immanuel Kant gehörte seinerseits zu den ersten Gelehrten, die auf den möglichen Missbrauch der Empathie durch Politiker in einer Volksherrschaft (Demokratie) hingewiesen haben. Macht über das Volk werde in Zukunft nicht mehr der Herr des Schwertes, sondern der Meister des Wortes haben.
    […]Alles, was wir tun, ist der (mehr oder weniger gelungene) Versuch, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Die Tragik liegt nur darin, dass wir zum Großteil gar nicht wissen, was unser Bedürfnis ist, geschweige denn, wie wir es uns erfüllen könnten. Wir lernen in der Regel nicht wahrzunehmen, was wir brauchen, sondern wie wir uns verhalten sollen, damit wir geliebt werden und Erfolg haben. Wenn es uns nicht gut geht, analysieren wir (blitzschnell), wer oder was Schuld hat an unserer Misere und leiten daraus ein Recht auf unsere Wut und unseren Zorn ab. Dass wir aber im Grunde traurig, verzweifelt, ängstlich oder unsicher sind, weil wir uns Wahrnehmung, Nähe, Unterstützung oder Kontakt wünschen, das fühlen wir im Normalfallnicht. So haben wir weder eine empathische Verbindung zu uns selbst noch zu unseren Mitmenschen — und bekommen zu allem Überfluss noch nicht einmal, was wir uns so sehnlich wünschen. […]
    […]Menschen, die sich konform verhalten, aber nicht wissen, was sie selbst fühlen und brauchen.[…]
    zit.n. Theresa Heidegger, Soziologin

  218. 222
    Haruchai says:

    […]irgendwie enttäuscht unser gesellschaftssystem tag für tag, dass männern nicht beibringt, nicht zu vergewaltigen.[…]
    @karajan
    In Bezugnahme auf die Frage, weshalb manch einer mit Jörg Kachelmann „sympathisiert“: Ich denke zwar nicht, dass Empathie eine Frage des Geschlechts ist, wohl aber, dass Männer anders vorgehen, wenn sie sich empathisch verhalten und sich in (ihre Mit)Menschen hineinfühlen.

    […]Die weibliche Empathie spürt das Persönliche am (Mit)Menschen auf — die männliche Empathie die Verstrickung eines Menschen
    in seine kollektiven Geschichten. Eine tendenzielle andere Ausrichtung, welche zu anderen Herangehensweisen führt, einen Menschen zu verstehen. Das Persönliche rückt in den Hintergrund und weicht den großen Geschichten und Kollektiven,
    die sie zu erkennen glauben.

    Der Sinn für das System, die großen Geschichten hinter Positionen, Gruppen– und regionalen Zugehörigkeiten wirken sich auf das
    Empathievermögen der Männer aus. Sie erkennen den Zusammenhang zwischen Rolle, Position und allgemeiner Lebensphase, unterschätzen
    aber den Einfluss der Biographie und von persönlichen Kontakten.[…] zit.n. A. Guggenbühl

    Von Mitmenschen kann in Bezug auf die beiden Medienfiguren J. Kachelmann und C. D. nun natürlich nicht die Rede sein, weshalb ich folgenden Auszüge als treffend erachte, wiederum nach Guggenbühl:
    […]Wir können nie wissen, ob unsere Empathiebezeugungen stimmen. Bei unseren Gedanken und Vorstellungen kann es sich auch um Irrtümer
    oder Fantasmen handeln. Oft bleiben wir in unserer Persönlichkeit, unserem Milieu oder unserer Kultur gefangen. Nur dank der
    Rückmeldungen wissen wir, ob wir unsere Mitmenschen wirklich verstehen. Empathie und Interaktion gehören darum zusammen[…]

    Macht es also Sinn, das Wagnis einzugehen, die Causa Kachelmann mit allen aufgeführten Figuren durch das mediale Monokel zu beäugen, im Sinne der Wahrheitsfindung? Denn nur dieses bietet uns einen (Pseudo-) Zugang zu den Hauptprotagonisten, welche aber per se unfassbar und distanziert bleiben. Und absurderweise trotzdem besteht die Gefahr, die Distanz zu verlieren: wenn wir Wertungen übernehmen, denen wir bei nüchterner Betrachtung nicht zustimmen würden und so eine womöglich zweifelhafte Position unterstützen, basierend auf verfälschten Wahrnehmungen.

  219. 223
    karajan says:

    @haruchai: nun, ich muss mich nicht auf abgehobenes geschwurbel beziehen, ich nehm einfach die statistik: warum vergewaltigen männer? die mehrheit der täter im bereich sexuelle gewalt sind männlich. ganz unabhängig vom fall kachelmann. kann jetzt keine antwort aus ihrem geschreibsel erkennen, allerdings etwas anderes, wofür ich letztes ein nettes wort kennen gelernt habe: mansplaining.

  220. 224
    Haruchai says:

    Sie nehmen also einfach „die statistik“, okay. Desweiteren bezichtigen Sie mich des mansplaining, obgleich ich mir selbst bisher im Verlauf unseres Wortwechsels in keinem Moment die Frage gestellt haben, ob Sie nun männlichen oder weiblichen Geschlechts sind, woraus ich schlussfolgere, dass ebendiese Frage für mich nicht relevant war/ist und ich demgemäss unbefangen meine Zeilen an eine Person mir unbekannten Geschlechts adressierte . Zudem wussten Sie ja auch nicht mit Bestimmtheit, ob ich tatsächlich ein Mann bin. Es ging mir doch nicht darum, Sie belehren zu wollen — es handelte sich lediglich um Einwürfe, eventuell Erklärungsansätze hinsichtlich der besagten Mediengaukelei, aber ich wollte mich nicht an einer Diskussion darüber beteiligen, weshalb überwiegend Männer vergewaltigen. cf. Evolutionsbiologie? Warum töten Menschen? Was suchen Sie: „die“ eine Antwort, ersichtlich aus „der“ einen Statistik?

  221. 225
    karajan says:

    @haruchai: naja, wenn du ganz allgemein was posten willst, tus. wenn du mir antwortest, dann versuche ich natürlich den zusammenhang zu erkennen und ich komm nicht drauf, was du mir mit deinen metern erklärung sagen magst.

    es gibt nicht die „eine“ statistik. du kannst gern nach belieben jede statistik, die sich mit sexueller gewalt bechäftigt nehmen, du wirst feststellen: ein deutlicher überhang des männlichen geschlechts bei den tätern. und nochmal, wenn du dazu eh nichts zu sagen hast oder nichts sagen willst, warum antwortest du dann an mich gerichtet? versteh ich nicht.

  222. 226
    Haruchai says:

    @ karajan
    Zugegeben, meinen obigen Ausführungen mangelt es an Stringenz und daher kann ich Ihre Konfusion nach nochmaligem Durchlesen auch nachempfinden…;-) Und ich gehe mit Ihnen ganz einig, was den „deutlichen Überhang des männlichen Geschlechts bei den Tätern“ anbelangt. Ganz ohne vorherige Konsultation irgendeiner Statistik, welche nur allzu Offenkundiges belegt. Will heissen, die Frage nach dem Geschlecht scheint mir überholt.
    Erklärungen zu geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich Gewaltkriminalität und Kriminalitätsfurcht liegen ja bereits zur Genüge vor — ebenso wie Präventionsmodelle, die vermuten lassen, […]dass insbesondere solche Projekte zum Abbau von Gewalt und
    Kriminalitätsfurcht beitragen, die bei Männern die Vermittlung idealistischer Werte und bei
    Frauen die Stärkung des Selbstvertrauens, der Selbstsicherheit und der
    Medienkompetenz einbeziehen[…] zit. n. D. Hermann
    Die Vermittlung von Werten ist halt kein Prozess, der binnen Kurzem vollzogen werden kann. Und es ist sicherlich nicht damit getan, abstrakte Werte zu verinnerlichen, ohne zu lernen, wie reflexiv mit diesen umzugehen ist.

  223. 227
    karajan says:

    @haruchai: lach okay. entschuldige meine überreaktion. mir ist es langsam ein dorn im auge, dass so viele einfach in die tasten hauen, um „ihrs“ loszuwerden, ohne, dass es irgendwie in zusammenhang mit dem steht, worunter sie posten. ich mache mir die mühe, alles zu lesen, was da steht. bevor ich unter einen blog schreibe, lese ich alle kommentare — könnt ja sein, dass wer schon geschrieben hat, was ich schreibe, genauos bemühe ich mich, mich kurz zu fassen und auf das einzugehen, was jemand schreibt. und ja, mich streßt das, weil das meiner beobachtung nach so häufig ist, die schwabulierer, und es ist meine zeit, die ich dann damit verbracht habe, einen zusammenhang zu suchen, wo keiner ist. mein posting bezieht sich nämlich auf den kommetar eines anderen, der mir die causa kachelmann halt zu einseitig sieht und macht auch nur als replik auf diesen kommentar sinn.

  224. 228
    frauMüller says:

    Kachelmann hat in diesem Zeit-Interview von dem abgrundtiefen Wahnsinn gesprochen, in den er reingeraten ist. Im Türck-Prozeß hat die Betroffene ein Exklusivinterview in Bild am Sonntag gegeben, wo sie den Satz gesagt hat: Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es nicht glauben. Ich selbst werde mittlerweile seit über zehn Jahre von einer ganzen Stadt gemobbt, und habe in diesen zehn Jahren in einen Abgrund aus Wahnsinn und Geistesgestörtheit, verborgen hinter normalen Fassaden, geschaut. Von daher weiß ich, daß nur Opfer diesen Wahnsinn erleben und wahrnehmen können. Die Täter produzieren diesen Wahnsinn zwar, erleben ihn selber aber nicht in dem Maße, und würden niemals darüber reden. Insofern halte ich JK eher für unschuldig.

  225. 229
    frauMüller says:

    Man möge sich nochmal an den Fall Andreas Türck und den denkwürdigen Satz von Friedrichsen im Spiegel erinnern. der an Selbstherrlichkeit und Selbstüberschätzung nicht mehr zu überbieten ist: Es ist absurd, daß Andreas Türck auf hellichter Brücke eine Frau vergewaltigt hat! Und in der Bunten hieß es: Wer ist die Frau, die Andreas Türck so in den Schmutz gezogen hat. Männer haben nicht nur die Männer auf ihrer Seite, sondern auch noch die Frauen. Aber solange die Opfer ausgerechnet von Frauen derart niedergemacht werden, haben Typen wie Türck oder Kachelmann weiterhin gute Chancen, Frauen zu verarschen.

  226. 230
    Jan says:

    229 erinnert mich an den Sportunterricht der ersten Klasse, wo beim Fußballspielen von einigen Schülern gefordert wurde, die Teams sollten doch nach dem Prinzip „Jungs gegen Mädchen“ gebildet werden…

  227. 232
    Claus says:

    Frau Müller, sowohl Herr Türck als auch Herr Kachelmann sind vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden — Urteile, die auf Beweisfindung beruhen — nicht auf Ressentiments, die Sie anderen vorwerfen, aber doch nur Ihre eigenen sind.

  228. 233
    norax says:

    @168 — koelneruwe

    Na also, es hat doch geklappt :-)

  229. 234
    Faktenrauschen | tazblog says:

    […] bei einer Illustrierten” vermutet ein Kommentator bei Stefan Niggemeier in der Diskussion um Jörg Kachelmanns Methoden bei der […]

  230. 235
    Berliner Blogs im Wikio-Ranking Juni 2011 says:

    […] (8) 6. Gilly‚s playground (9) 7. blog.rebellen.info (12) 8. Carta (15) 9. Fünf Filmfreunde (22) 10. Stefan Niggemeier (25) 11. Minds Delight (29) 12. macnews.de (41) 13. AMY&PINK (51) 14. iFun/iPhone (60) 15. […]

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