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Ein Vorspann für Baku

Wenige Minuten noch bis zum Finale, und ich wollte unbedingt vorher noch ein Loblied anstimmen auf Johannes Kretzschmar, besser bekannt als „Beetlebum“, der uns fürs Bakublog diesen wunderschönen Vorspann geschenkt hat. Ich hab den sicher jetzt schon dreihundertmal gesehen, und kann es immer noch nicht fassen, wie toll er geworden ist.


 
Ich habe keinen Schimmer, wer heute Abend gewinnen wird. Ich glaube nicht an den von vielen erwarteten überragenden Sieg von Schweden. Ich habe auf Italien gewettet und bleibe jetzt dabei — weniger aus Überzeugung als aus Ratlosigkeit.

Ich wollte eigentlich noch eine komplette Prognose abgeben, aber die wäre eh fast nur halbblind getippt. Also als Rudiment: Ich glaube nicht, dass es Roman Lob unter die Top-10 schaffen wird. Ich sehe Russland, Serbien, Norwegen, Spanien und Schweden vorne und eigentlich auch Albanien. Ich tippe, dass Mazedonien letzter wird. Und ich drücke Moldawien und ganz besonders Estland die Daumen.

Alles weitere steht natürlich im Bakublog — wo wir gleich mit dem Livebloggen anfangen.

Der subversivste Song Contest aller Zeiten?


Zeichnung: Martin Reinl

Ich bin so gespannt. Ich habe gehört, dass ich die Stadt kaum wieder erkennen würde, dabei ist es keine vier Monate her, dass ich da war. Baku, das sich schon in den Jahren davor vermutlich schneller verändert hat als fast jede andere Stadt der Welt, hat noch eine Turbopolitur bekommen, Blumen, Herzen, die fantastisch aussehende Kristallhalle natürlich. Und Fassaden, die trotzdem noch unansehnlich sind, wurden einfach hinter anderen Fassaden verborgen.

Das Haus in der Agil-Gulijew-Straße 5, das im Januar noch mit brutalen Methoden entmietet wurde und mit dessen verzweifelten Bewohnern unter anderem meine Kollegen Till Krause, Peter-Philipp Schmitt und ich gesprochen haben, wird jetzt verschwunden sein. Dort ist jetzt wohl eine prächtige Straße, über die die Besucher und Berichterstatter des Eurovision Song Contest zur Halle gelangen. (Wenn Sie jemanden wie Sietse Bakker fragen, den der Grand-Prix-Event-Chef, wird der ihnen erzählen, dass der Abriss dieses Hauses und der daneben nichts, aber auch gar nichts mit dem ESC zu tun hat. Sietse Bakker hat ein Motivationsbuch namens „How To Live WOW?!“ geschrieben, und so tritt er auch auf. Ich schweife ab.)

Jedenfalls bin ich nachher dann mit Lukas in Baku, und hier im Blog wird sich zwei Wochen lang wenig tun, dafür hoffentlich umso mehr auf Bakublog.tv und auf „Spiegel Online“, dessen gewaltige Leserschaft uns und unser kleines Videoblog in diesem Jahr kennenlernen soll.

Die Show in Baku wird zweifellos spektakulär werden, aber vielleicht geht ja auch der Traum von Emin Milli wenigstens ein bisschen in Erfüllung. Milli ist ein junger Blogger, der es gewagt hatte, über die aserbaidschanische Regierung zu spotten, und verprügelt, verhaftet und verurteilt wurde. Milli lebt heute in London und wünscht sich, dass dieser Grand-Prix das „subversivste Ereignis in der Geschichte des Eurovision Song Contest“ wird.

In diesem Sinne: