Fakten sind uns Wurst

Wer mag es wohl unbesehen geglaubt haben und weiter verbreiten, das »Bild«-Schauermärchen von dem Jungen, der nur nett und unwissend seine Schweinefleisch-Würstchen mit den muslimischen Schulkameraden teilen wollte und böse dafür bestraft wurde — ein weiterer Schein-Beleg für unsere Kapitulation vor dem Islam, der mindestens zweifelhaft ist?

Also, mal abgesehen von den Hassbloggern von »Politically Incorrect«?

Richtig, und ich hätte darauf gewettet: die »Achse des Guten«. In diesem Fall Dirk Maxeiner.

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Wehret den Anfängen!

Pressesprecher bei Springer ist vermutlich auch kein Traumjob. Die meiste Zeit verbringt man damit, auf Presseanfragen zu antworten, dass man zu laufenden Verfahren / Personalspekulationen / Interna / diesem Thema grundsätzlich nicht Stellung nehme.

So gesehen war »Bild«-Sprecher Tobias Fröhlich sicher froh, dass er gestern endlich einmal etwas Originelles sagen durfte:

»›Bildblog‹ handelt wie ein Abmahnverein und instrumentalisiert den Presserat für eigene kommerzielle Interessen«, sagte Verlagssprecher Tobias Fröhlich am 19. Februar dem epd. (…)

Fröhlich erklärte, es gehe dem Verlag nicht um die Anzahl der bisher von »Bildblog« eingereichten Beschwerden, sondern »um das Prinzip«. Durch das Aufkommen von Blogs sei eine ganz neue mediale Situation entstanden. Man müsse hier auch den Anfängen wehren, bevor sich Nachahmer fänden, die den Presserat missbräuchlich in Anspruch …

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Wenn »Bild« das schreibt, wird’s stimmen

Kommen wir zu weiteren Antworten auf die beliebte Frage: »Wer glaubt schon, was in der ›Bild‹-Zeitung steht?«

Die Nachrichtenagentur AP glaubt es. Sie übernahm bekanntlich aus »Bild« die ebenso doofe wie falsche Behauptung, das »Gerangel um die Aust-Nachfolge … zieht offensichtlich auch die Auflage [des ›Spiegel‹] nach unten«, die »Bild« zufällig einfiel, nachdem der »Spiegel« über den Auflagenrückgang von »Bild« berichtete.

Die »taz« glaubt es auch. Sie ließ die Quelle »Bild« weg, machte sich die Interpretation aber zu eigen und vermeldete sie sogar unter der Überschrift »Nach Posse um Chefredaktion / »Spiegel«-Verkauf bricht ein«:

(…) Die Einzelverkäufe sind im vierten Quartal 2007 auf 337.500 Exemplare gesunken. (…) Ein Einbruch von fast 20 Prozent und das schlechteste Ergebnis seit 2003. Möglicherweise …

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Höchststrafe für DJ Tomekk

Spiegel Online ist aufgefallen, dass im Dschungelcamp nicht über den Hitlergruß von DJ Tomekk diskutiert wurde, und schreibt:

Offenbar war es den Machern des Dschungelcamps zu heikel, einen Ex-Torwart, eine Ex-Pornoqueen und einen Ex-Popstar über Vorfälle mit echter Relevanz diskutieren zu lassen.

Tja, blöder Anfängerfehler von RTL, das Camp nicht mit einem Ex-Journalistenschüler, einem Ex-Ressortleiter und einem Ex-Chefredakteur zu bestücken, die jedes beliebige Thema natürlich unabhängig von seiner Fallhöhe spontan und angemessen hätten diskutieren können. Aber mal abgesehen von dieser Arroganz: Ist das nicht traurig? Journalisten produzieren nicht nur lächerliche Erregungswellen; sie halten sie dann auch noch für »echte Relevanz«!

Das scheint eine merkwürdige Gesetzmäßigkeit zu sein, dass nach solchen Entgleisungen wie der von DJ Tomekk ein gemeinsamer öffentlicher Wettlauf beginnt, mit …

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Kai Diekmann

Und das Wetter war früher auch besser. Von der Verlogenheit der Politik zur Verkommenheit der Jugend: Der »Bild«-Chefredakteur beklagt den Verfall der Werte — ausgerechnet.

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Die Türken sollen sich nicht grämen, sagt Kai Diekmann. Er und seine »Bild«-Zeitung hätten nichts gegen Ausländer, nur dagegen, dass so viele von ihnen kriminell werden, schrieb er in dieser Woche sinngemäß in der türkischen Zeitung »Hürriyet«. Und was den brutalen Überfall in München angeht, der die heftige Debatte um Jugend– und Ausländerkriminalität ausgelöst hat: »Dass der ältere Täter Türke ist, der jüngere Grieche, ist bloßer Zufall. Genauso hätten es Polen, Russen, Jugoslawen oder Kurden sein können — die Debatte wäre die gleiche …

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