»die aktuelle«-Bingo (7)

Er lebt sein Leben... Die seltsame Ehe des Herrn Jauch. Die Spur führt nach Postdam

Die »aktu­elle«, die Qua­li­täts­quat­schil­lus­trierte der WAZ, hat meh­rere Indi­zien dafür, dass mit der Ehe von Gün­ther Jauch mög­li­cher­weise etwas nicht stimmt. Eins davon ist, dass er bei einem der sel­te­nen öffent­li­chen Auf­tritte mit sei­ner Frau neu­lich »Jeans und Schlabber-Rolli in Beige« trug. Aber ein schreck­li­cher Pull­over reicht der »aktu­el­len« natür­lich noch nicht für eine spek­ta­ku­läre Titel­ge­schichte (jeden­falls dies­mal nicht). Und so lau­tet die Quiz­frage in unse­rer belieb­ten Reihe heute:

  • Was ist das »Erstaun­li­che«, das die »aktu­elle« im Zusam­men­hang mit dem Pri­vat­le­ben von Herrn und Frau Jauch ent­deckt hat und sie zu einer »Spu­ren­su­che« veranlasste?

(Klei­ner Tipp: Bei einem ande­ren Paar, das sich inzwi­schen getrennt hat, »fing’s genauso an…«.)

Auf­lö­sung hier.

»die aktuelle«-Bingo (6)

Das ist natür­lich für Bingo–Ken­ner eine zu leichte Auf­gabe, zu erra­ten, was hin­ter die­sem Lie­bes­drama im Leben der Kanz­le­rin steckt:

»Ver­las­sen« wurde Angela Mer­kel natür­lich — auch wenn sich »die aktu­elle« alle Mühe gibt, das zu ver­schlei­ern — bloß von Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Annette Schavan.

Das Titel­foto ist zwar am 29. Januar 2013 auf einer Gala des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Indus­trie ent­stan­den und kann schon des­halb nicht Mer­kels Reak­tion auf Scha­vans Rück­tritt zei­gen, weil die damals noch nicht zurück­ge­tre­ten war und sogar noch ihren Dok­tor­ti­tel hatte. Aber das sind für den Jour­na­lis­mus, wie ihn die aktu­elle Illus­trierte aus dem Haus der WAZ pflegt, bloß läp­pi­sche Details.

Im Inne­ren stöhnt »die aktu­elle« dann: »So ein­sam war unsere Kanz­le­rin noch nie!« und fabuliert:

Es geschah vor einer Woche. Da musste Angela Mer­kel erken­nen, dass sie nie­man­den mehr hat, dem sie wirk­lich ver­trauen kann. Sie ver­lor den letz­ten Men­schen, der bedin­gungs­los hin­ter ihr stand und abso­lut auf­rich­tig zu ihr war.

Annette Scha­van.

Es ist wie ein Fluch:

»die aktu­elle« belässt es aber nicht bei die­ser lus­ti­gen Erzäh­lung von Poli­tik als Schick­sals­ro­man, son­dern zielt dann noch auf das Pri­vat­le­ben der Kanz­le­rin. Es werde »schon län­ger über die Ehe der Kanz­le­rin gemun­kelt«, behaup­tet die Volon­tä­rin der Zeit­schrift, die den Text ver­fasst hat. Selbst im Urlaub wirke Mer­kel an der Seite ihres Man­nes »nicht glück­lich«, wie neu­lich im St. Moritz. Und so schließt sich der Kreis:

Wahr­schein­lich hat Angela Mer­kel auch ihre pri­va­ten Sor­gen da noch mit ihrer Freun­din Annette Scha­van geteilt.

Wie skru­pel­los »die aktu­elle« bei ihren Lügen­ge­schich­ten ist, demons­trierte sie beson­ders ein­drucks­voll vor vier Wochen. Gezeigt wur­den Karl-Theodor zu Gut­ten­berg und seine Frau. Die Frage: »Was hat er damit zu tun?« bezieht sich auf einen tra­gi­schen Unfall, bei dem der Rek­tor der Bay­reu­ther Hoch­schule ums Leben kam, als er beim Jog­gen von einer Stra­ßen­bahn erfasst wurde. Es ist die Hoch­schule, die Gut­ten­berg den Dok­tor­ti­tel aber­kannte. Was »die aktu­elle« dar­aus machte, fasste Jörg Tho­mann in sei­nen »Herzblatt-Geschichten« in der FAS so zusam­men:

»Der rät­sel­hafte Tod sei­nes größ­ten Fein­des« sei »span­nen­der als jeder Krimi« und ein »Unfall, der die Phan­ta­sie anheizt, der Raum für viele Spe­ku­la­tio­nen lässt«. Und wenn auch Gut­ten­berg dem Ver­un­glück­ten nicht den Tod gewünscht habe, »klingt diese Tra­gö­die nach Rache, nach Ver­gel­tung«. Nein, Aktu­elle, es klingt alles nur nach ganz mie­sem Jour­na­lis­mus, und wir sind froh, dass wir deine ange­heizte, dre­ckige Phan­ta­sie nicht tei­len müs­sen. Keine Pointe.

»Die aktuelle«-Bingo (5)

Hammer-Panne diese Woche bei »die aktu­elle«: Sie titelt, dass Caro­line von Monaco Oma wird, und Caro­line von Monaco wird tat­säch­lich Oma. Ich weiß nicht, was da schief­ge­lau­fen ist.

Dann müs­sen wir das beliebte »die aktuelle«-Bingo halt mit der klei­nen Geschichte oben rechts spie­len: Wel­ches »ver­heim­lichte Drama« hat sich im Wei­ßen Haus abge­spielt? Worum trau­ert seine Familie?

(»die aktu­elle« ist eine Zeit­schrift der oft kurio­ser­weise immer noch als seriö­ser Ver­lag behan­del­ten WAZ-Gruppe. Alle Bingo-Ausgaben ste­hen hier.)

Nach­trag, 16:35 Uhr. Auf­lö­sung hier.

»Die aktuelle«-Bingo (4)

Lange kein Bingo mehr gespielt!

Dies ist das Cover der aktu­el­len »aktuellen«:

Und die Frage lau­tet natür­lich: Warum ist Char­lene — zum Schock in Monaco — keine Prin­zes­sin mehr?

Als Hilfe für alle, die nicht wis­sen, wie der Jour­na­lis­mus der »aktu­el­len« funk­tio­niert, ver­rate ich gerne, was hin­ter den bei­den ande­ren dra­ma­ti­schen Titel­ge­schich­ten steckt.

»Oh nein! Samuel Koch: Dra­ma­ti­scher Sturz aus dem Roll­stuhl!« bedeu­tet, dass Koch in sei­ner gerade erschie­ne­nen Auto­bio­gra­phie unter ande­rem auch beschreibt, wie er ein­mal aus sei­nem Roll­stuhl gefal­len ist.

Und »Also doch! Nico­las Sar­kozy & Carla Bruni: Steht ihre Ehe vor dem Aus« hat den fak­ti­schen Hin­ter­grund, dass Sar­kozy die erste Runde der Prä­si­dent­schafts­wah­len ver­lo­ren hat und die »aktu­elle« sich nicht vor­stel­len kann, dass die Bruni mit einem Ver­lie­rer zusam­men sein will.

Also noch ein­mal die Frage: Inwie­fern ist Char­lene keine Prin­zes­sin mehr?

(»die aktu­elle« ist eine Zeit­schrift der oft kurio­ser­weise immer noch als seriö­ser Ver­lag behan­del­ten WAZ-Gruppe. Die ers­ten drei Bingo-Ausgaben ste­hen hier, hier und hier.)

Nach­trag: Auf­lö­sung hier.

Das neue »Das Neue«-Bingo

Jörg Mandt hat sich etwas ein­fal­len las­sen, um für seine Zeit­schrift »Das Neue« ein biss­chen Auf­merk­sam­keit zu gene­rie­ren, die die drin­gend gebrau­chen kann.

Er hat etwas Lus­ti­ges gemacht: Am ver­gan­ge­nen Sams­tag kam eine Son­der­aus­gabe her­aus, die die Bibel im Stil einer Klatschil­lus­trier­ten nach­er­zählt — schließ­lich sei das Buch auch »der erfolg­reichste Yel­low der Welt«.

Und er hat etwas Lus­ti­ges gesagt: »Wir recher­chie­ren so gut wie der ›Spie­gel‹. Bei uns fin­den Sie keine ein­zige erfun­dene Geschichte.«

Er hat das zum Bra­an­chen­dienst »Mee­dia« gesagt, inso­fern stimmt der letzte Satz vermutlich.

Aller­dings war da zum Bei­spiel im Heft der ver­gan­ge­nen Woche die­ses dra­ma­ti­sche Stück:

Ein »trau­ri­ges Geständ­nis« habe die däni­sche Kron­prin­zes­sin abgelegt:

Es ist sel­ten, dass eine Prin­zes­sin unver­blümt über Gefühle spricht. Mary von Däne­mark (39) tat jetzt genau das. Kurz bevor sie in ihre Hei­mat flog, öff­nete sie als Red­ne­rin auf einer Kon­fe­renz ihr Herz: »Ein­sam­keit tut weh. Es gibt einen Stich ins Herz, wenn man abge­wie­sen wird oder erle­ben muss, außer­halb der Gemein­schaft zu ste­hen. Wir haben das Bedürf­nis nach einem Freund, der auf uns aufpasst.«

Ja, Mary scheint sich nach all­dem zu sehnen.

Und dann zählt »Das Neue« auf, wie ein­sam die Welt von Mary ist, und mir fehlt jede Fach­kennt­nis, um beur­tei­len zu kön­nen, was davon erfun­den ist. Nur ein klit­ze­klei­nes Detail haben Mandts Wahr­heits­pro­fis weg­ge­las­sen: Die Kon­fe­renz, auf der Mary »ihr Herz öff­nete« und Worte sprach, die »wie ein ver­zwei­fel­ter Hil­fe­ruf an die Welt klin­gen«, war eine zum Thema Einsamkeit.

Ihre eigene Stif­tung hatte sie orga­ni­siert. Die Mary Foun­da­tion will hel­fen, das Tabu Ein­sam­keit bre­chen, und wies zum Bei­spiel dar­auf hin, wie viele Schü­ler und Stu­den­ten sich ein­sam füh­len. Marys Worte waren ein Hil­fe­ruf ganz ande­rer Art, als »Das Neue« sug­ge­riert. Die Prin­zes­sin berich­tet zwar tat­säch­lich auch von der Erfah­rung eige­ner Ein­sam­keit — aber bezo­gen auf den Tod ihrer Mut­ter vor 14 Jahren.

Natür­lich ist es nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen, dass »Das Neue« trotz­dem gele­gent­lich so gut recher­chiert wie der »Spie­gel«, und dass zum Bei­spiel all die auf­re­gen­den Fak­ten stim­men, die hin­ter der gro­ßen Titel­ge­schichte »Wie tra­gisch! MICHELLE HUNZIKER — Ver­liert sie jetzt ihre Toch­ter?« ste­cken: Dass also Aurora, Hun­zi­kers 14-jährige Toch­ter, der Fern­seh­mo­de­ra­to­rin »seit Mona­ten auf der Nase her­um­tanzt«. Dass »immer wie­der dicke Luft herrscht«. Dass die Mode­ra­to­rin »ihre Toch­ter beim Rau­chen erwischte« und sich sorgt, »weil Aurora oft stun­den­lang im Inter­net chat­tet«. Und dass Michelle »bei gewis­sen Sache kei­nen Spaß ver­steht« und nun »wie Mil­lio­nen andere Frauen die große Erzie­hungs­krise erlebt«.

»Das Neue« hat sogar ein Papa­raz­zi­foto gefun­den, das Aurora beim Rau­chen zeigt, und ver­öf­fent­licht ihr vor­läu­fi­ges Recher­che­er­geb­nis: »Michelle war sicher sauer.«

Es ist natür­lich alber­ner Quatsch, was Chef­re­dak­teur Mandt über sein Knall­blatt gesagt hat. Noch alber­ner ist es womög­lich nur, ihm ernst­haft nach­zu­wei­sen, dass es alber­ner Quatsch ist. Und des­halb machen wir uns wenigs­tens einen Spaß dar­aus und spie­len das beliebte Titel­sei­ten-Bingo. Die Frage bezieht sich dies­mal auf die Titelseiten-Ankündigung zu Uschi Glas: »Hof­fen und Ban­gen — Todes­drama!« und lau­tet schlicht: Was ist passiert?

(Tipp und Beru­hi­gung für Laien: Uschi Glas lebt. Sie lag und liegt auch nicht im Sterben.)

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