Ausgestrunzt

Claus Strunz räumt seinen Posten als Chefredakteur des »Hamburger Abendblattes« und verantwortet von Juli an die Bewegtbild-Inhalte der Axel Springer AG, was insofern konsequent ist, als Videos ja journalistisch bestimmt in den Kreis der Top vier neben »FAZ«, »Süddeutsche Zeitung« und »Welt« gehören. Außerdem geht Herr Strunz gerne dann, wenn es am Schönsten ist, und schöner wäre es beim »Abendblatt« unter ihm vermutlich nicht mehr geworden.

Der Braanchendienst »Meedia« schwurbelt:

Ein Blick auf die Auflagenentwicklung von Abendblatt zeigt, dass der Käufermarkt für das renditestarke Regional-Flaggschiff von Springer unter Druck steht (…).

Das soll wohl heißen: Immer weniger Menschen kaufen das »Hamburger Abendblatt«. Und seit Claus Strunz dort vor zweieinhalb Jahren Chefredakteur wurde, ist alles noch schlimmer geworden.

Der …

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»Meedia« lässt Strunz ein Erfolgsbad ein

Frage: Wo befinden Sie sich im Projekt "Abendblatt 3.0"? Antwort: Mittendrin. Wir machen sukzessive aus einem Traditionsblatt eine moderne multimediale Metropolen-Zeitung. Ganz entscheidend dabei ist die Geschwindigkeit. Zu schnell ist genauso falsch wie zu langsam. Wir gehen dynamisch, aber mit Sorgfalt voran. Frage: Sie haben ja auch schon einiges erreicht. Antwort: Danke.

Experten erkennen es gleich: Es war wieder einmal Zeit für den Online-Branchendienst »Meedia«, mit Claus Strunz vom »Hamburger Abendblatt« zu reden — man trifft sich alle paar Monate zum Plaudern (April, Juni Oktober), und Strunz führt seinem Gesprächspartner Alexander Becker dann vor, dass er heiße Luft rosa schimmern lassen kann.

Ich vermute, dass sich an die oben zitierten Zeilen im Original-Gespräch noch …

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Der Strunzer (2)

Ich wüsste gern, ob Claus Strunz manchmal nachts schweißgebadet aufwacht, weil ihm im Traum die Realität erschienen ist. Wahrscheinlicher ist, dass ihn die dicke Schicht aus Selbsttäuschung und Wahn, die er sich zugelegt hat, auch davor schützt.

Der Medienfachdienst Meedia hat das halbe Jahr, das Strunz Chefredakteur des »Hamburger Abendblattes« ist, zum Anlass genommen, ihm kritische Fragen zu stellen wie: »Wie fällt Ihre Bilanz aus?« und: »Was planen Sie als nächstes?«

Na, wie mag Strunz‹ Urteil über Strunz schon ausfallen? »Überaus positiv«, natürlich:

»Rechtzeitig zum Halbjahres-Jubiläum von »Abendblatt 3.0″ sind wir unter den vier wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands angekommen (…)«

Sensationell. Herzlichen Glückwunsch! Und auch wenn als Grundlage für den behaupteten vierten Platz nur die Quatschzählungen des »Media Tenors« dienen, ist das ein …

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Der Strunzer

Toll, der Claus Strunz. Ist erst seit 15. Oktober Chefredakteur des »Hamburger Abendblatts«, hat dessen Niedergang aber schon messbar beschleunigt. Im vierten Quartal ging die verkaufte Auflage um über vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück — schneller als in den zehn Quartalen zuvor. Gleichzeitig ist die Heiße-Luft-Produktion in den vergangenen Wochen explodiert.

Zur Zeit ist er auf Medienseitentournee mit seinem aktuellen Schlager vom »Abendblatt 3.0″. Die Zahl steht für dreierlei Dreien: Erstens »Abendblatt 3000″, zweitens die drei Säulen Lokales, Regionales und Bundesweites und drittens das Weiterzählen von 2.0, »die konsequente Umsetzung von ›Journalismus first‹«.

Ich kenne keinen Chefredakteur, der im gleichen Maße bereit ist, sich für Eigen-PR lächerlich zu machen oder die Unwahrheit zu sagen, wie Claus Strunz. Während …

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