Das Furchtbare an den Bildergalerien der Online-Medien ist ja nicht die Bildergalerie an sich, sondern die Tatsache, dass da einfach wahllos sämtliches verfügbares Material ausgekippt wird — bei Extrem-Klickmaschinen wie sueddeutsche.de* gerne auch ohne Zusammenhang zum Text.
Dass es anders geht, zeigt »Focus Online« mit einer Galerie aus grandiosen Schwarz-Weiß-Fotos, die Fabian Mohr beim CSU-Parteitag gemacht hat.

*) Lesenwert dazu: Thomas Mrazeks Artikel »Qualitätsjournalismus nach sueddeutsche.de-Art« in der Zeitschrift »Berliner Journalisten« [pdf]
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Man merkt dem »Focus Online«-Artikel über Natascha Kampusch ein gewisses Unbehagen an, einfach so eine »Bild«-Meldung zu übernehmen. Die Autorenzeile lautet verblüffender-, aber irgendwie ehrlicherweise:
it/»Bild«
und Herr oder Frau »it« haben sich nicht davor gescheut, extensiven Gebrauch vom Konjunktiv zu machen:
Die 19-Jährige sei kürzlich mit dem 21-jährigen Sohn ihres Anwalts im Wiener In-Club »Babenberger Passage« gesehen worden, vermeldete die »Bild«-Zeitung am Dienstag unter Berufung auf das österreichische Boulevardblatt »Krone«. Der Jüngling mit Drei-Tage-Bart habe Kampusch vertraut seine Hand an den Kopf gelegt und sie gedrückt. Kampusch habe im silberfarbenen Paillettenkleid ausgelassen getanzt und die Arme hochgeworfen.
Er wirkt fast rührend, dieser Versuch journalistischer Distanz, dabei hätte der »Focus Online«-Autor nur in eine »Bild«-Zeitung schauen müssen, um sich selbst ein Bild …
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Heute Nacht um kurz vor 2 Uhr veröffentlichte die Nachrichtenagentur dpa eine kurze Meldung, in der sie die Titelgeschichte der heutigen »Bild«-Zeitung zusammenzufassen glaubte — gleichzeitig aber auch der Onlinemedienwelt die Gelegenheit gab, sich mal wieder ein Armutszeugnis auszustellen.
Unter der Meldung stand »(Der Beitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor)« und in der Meldung hieß es:
Knapp vier Jahre nach dem tödlichen Fallschirmabsturz des früheren FDP-Politikers Jürgen W. Möllemann am 5. Juni 2003 sorgt jetzt ein weiteres Amateur-Video für Diskussionen. Die »Bild«-Zeitung berichtet am Freitag erstmals über die Aufnahmen, von denen bisher nur bekannt war, dass sie Teil der Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft waren.
Selbst einem unbedarften Leser hätte bei der Lektüre auffallen können, dass da was nicht stimmt: Ein »weiteres« Video, das »Teil …
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Das neue »Focus Online« ist da. Man kann alle Artikel kommentieren. Na und.
Es erhöht nicht mein Lesevergnügen und es befriedigt nicht mein Informationsbedürfnis, wenn unter einem Artikel über den aktuellen Stand der Geiselentführung im Irak ein Leserkommentar steht mit der Betreffzeile »Selbst schuld« und dem Satz »wenn die Geiseln lokalisierbar wären, z.B. via Handy, sollte die Gegend sofort bombardiert werden ohne Rücksichten«.
Es mag ja sein, dass die Möglichkeit, unter den Artikeln von Journalisten Kommentare zu hinterlassen, inzwischen ein Standard ist, an dem kein Medium mehr vorbeikommt (außer BILDblog natürlich). Aber das ist eine theoretische Diskussion. Praktisch käme ich selten auf die Idee, auf Seiten von Massenmedien wie »Focus Online« die Kommentare zu lesen oder selbst welche zu hinterlassen. …
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