»Focus«-Chefredakteur Helmut Markwort hat ein erstaunlich flexibles Verhältnis zur Wahrheit und der Notwendigkeit, ihr zu ihrem Recht zu verhelfen.
Aber der Reihe nach.
Am 20. April berichtete der Hamburger »Focus«-Korrespondent Hubert Gude, dass die Landesschulbehörde Lüneburg ein Verfahren gegen den Geschichtslehrer Eberhard Brandt eingeleitet habe. Brandt ist Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen und ein prominenter Kritiker der dortigen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU). »Focus« schrieb, Brandt habe »offenbar jahrelang den Unterricht an seiner Wolfsburger Schule geschwänzt« und nannte als Quelle »interne Unterlagen der Landesschulbehörde (…), die FOCUS vorliegen«.
In der Überschrift machte die Illustrierte sich die Vorwürfe vollständig zu eigen:

Eine Woche später legte der »Focus« nach. In einem längeren Artikel warf Gude dem GEW-Mann detailliert jahrelange …
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Ich würde nie behaupten, dass Thomas Osterkorn und Andreas Petzold, die Chefredakteure des »Stern«, zynische Arschlöcher seien. Aber nett wie ich bin, wollte ich ihnen die Bezeichnung zumindest mal zur Selbsterkenntnis angeboten haben.
Der »Stern« gehört zu den Medien, die der Überzeugung waren, dass das Leiden für die Angehörigen der Opfer von Winnenden noch nicht groß genug war. Die Illustrierte half, ihr Leben noch ein bisschen unerträglicher zu machen, indem sie die Mädchen groß im Bild zeigte — mit Fotos, die offenbar jemand einfach aus ihren Profilen in verschiedenen sozialen Netzwerken entwendet hatte.
Das ARD-Magazin »Panorama« fragte beim »Stern« nach, woher die gezeigten Bilder stammen, ob die Angehörigen ihrer Veröffentlichung zugestimmt haben und wenn nein, warum man sie trotzdem zeigte. Der …
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Gibt es eigentlich Untersuchungen darüber, ob Falschmeldungen eine längere Lebenserwartung haben als richtige? Dafür spräche nicht irgendeine komplizierte Variante von Murphy’s Law, sondern auch die Tatsache, dass manche Fehler nicht nur zufällig gemacht und weitergetragen werden, sondern auch deshalb, weil sie bestimmte Vorurteile viel besser zu bestätigen scheinen als die Wahrheit.
So würde ich mir zum Beispiel (die Älteren außer Hobbyschaffner Siegfried Weischenberg werden sich erinnern) die außerordentliche Langlebigkeit der Mär erklären, dass man es mit 450 Lesern im Monat unter die 100 meistgelesenen deutschen Blogs schaffe.
Das träfe auch bei der irrigen Annahme zu, dass die Zahl der Fremdwörter im Deutschen so rasant zugenommen habe, dass heute 23 der 100 am häufigsten verwendeten Begriffe englisch seien — im Vergleich …
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