Das meiste, was gestern beim Grand Prix zu sehen war, wird natürlich schnell wieder vergessen sein. Ich fänd’s schön, wenn der Auftritt von Wladimir Kaminer in der Countdown-Sendung der ARD nicht dazu gehört und ihn noch eine Weile verfolgt:
Angesichts solcherBerichteausMoskau zu formulieren: »Die Russen sind nicht schwulenfeindlich, sie sind schwulenfreundlich, sie zeigen es nur nicht«, ist schon von ausgesuchter Ekelhaftigkeit.
Dass die Funktionäre der veranstaltenden European Broadcasting Union keine Veranlassung sahen, ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Menschenrechte zu setzen — und sei es nur aus Solidarität mit ihrer treuesten Zuschauerschaft — kann niemanden überraschen. Dass niemand während …
für Alberto, SvenR und alle anderen Freunde des Metigels
Wenn Sie mir bitte nach nebenan ins Fernsehlexikon folgen möchten. Fräulein Elfriede Hilliges, Herr Hans-Otto Grünefeld und natürlich der Notar Herr Dr. Fritze warten schon auf Sie.
Der Siegertipp kam fast ganz zum Schluss. Erst um 23:15 Uhr, nur fünf Minuten vor Beginn der Punktevergabe im Fernsehen, gab Alex Schiechel seinen Wettschein ab. Er tippte:
1. Russland
2. Ukraine
3. Bosnien-Herzegowina
4. Serbien
5. Norwegen
23. Deutschland
24. Schweden
25. Großbritannien
Das sind sensationelle fünf exakt richtig gesetzte Länder und insgesamt zwölf Punkte, die Alex Schiechel zum klaren Wettkönig der Kleinen Grand-Prix-Wette 2008 machten. Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner kann wählen, ob er ein Exemplar des von mir meistempfohlenen Standardwerkes haben möchte oder die einmalige Siegtrophäe mit Kaffeeaufbewahrungsfunktion.
Zweite Siegerin mit zehn Punkten ist eine nachnamenlose Jasmin (die den verbliebenen Preis gewinnt).
Für die Drittplatzierten gibt es nur noch eine lobende Erwähnung. Mit jeweils neun …
Auch wenn es diesmal schwer ist, das schlechte Abschneiden von Ländern wie Deutschland oder Großbritannien beim Eurovision Song Contest auf den bösen Osten zu schieben: Die Mär vom Ostblock, von benachbarten und befreundeten Ländern, die sich unabhängig von der Qualität der Beiträge gegenseitig die Punkte zuschanzen, ist nicht tot zu kriegen.
Ich habe deshalb, wie im vergangenen Jahr, einmal errechnet, wie der Wettbewerb ausgegangen wäre, wenn man die osteuropäischen und westasiatischen Punkte aus der Wertung nimmt. Das Ergebnis ist verblüffend. Tatsächlich hätte es Russland dann nicht geschafft, sondern wäre nur auf Platz 5 gelandet. Aber stattdessen gewonnen hätte …
… Armenien!
(Und Deutschland läge — ohne Punkte aus Bulgarien — ganz allein auf dem letzten Platz.)