Achim Achilles muss Fersengeld zahlen

Viel­leicht ist es doch so, dass die Menge des­sen, was sich über das Lau­fen erzäh­len lässt, end­lich ist. Und womög­lich hat allein Hajo Schu­ma­cher schon ein Viel­fa­ches davon zu die­sem Thema publiziert.

Einfach loslaufen                    .Unter dem Pseud­onym »Achim Achil­les« schreibt der Publi­zist seit Jah­ren Kolum­nen, ver­öf­fent­licht Bücher, lädt zum gemein­sa­men Lau­fen, ver­kauft Mit­tel­chen und Hilfs­ge­räte, orga­ni­siert eine ganze Com­mu­nity und füllt die­sel­ben Tipps und Gedan­ken in immer neue Gefäße. Doch im März ist die Zahl sei­ner Publi­ka­tio­nen um eins gesun­ken. Schu­ma­cher musste sein E-Book »Ein­fach los­lau­fen« vom Markt neh­men. Er hatte darin näm­lich auch Inhalte recy­celt, die gar nicht von ihm sind.

Län­gere Pas­sa­gen stam­men, nur mini­mal ver­än­dert, aus dem 2005 erschie­ne­nen Buch »Jog­gen in Ber­lin« von Jens Karraß:

Jens Karraß:
Jog­gen in Berlin
Hajo Schu­ma­cher:
Ein­fach loslaufen
Die Zau­ber­for­mel für opti­male Fit­ness: trai­nie­ren – und zwar regel­mä­ßig. Aus­dauer kommt »aus der Dauer« – flei­ßi­gem, regel­mä­ßi­gen Lauftrainings. Die Zau­ber­for­mel für Fit­ness heißt: trai­nie­ren – und zwar regel­mä­ßig. Aus­dauer kommt »aus der Dauer« flei­ßi­gen, kon­ti­nu­ier­li­chen Lauftrainings.
Genie­ßen Sie es, in der Natur zu sein. Den­ken Sie nie an mehr, als an die­sen 3 Tagen in der Woche in der Natur zu sein, sich zu bewe­gen. Kön­nen Sie sich an den tra­di­tio­nel­len Sonn­tags­spa­zier­gang oder an den Urlaub mit Wan­der­aus­flü­gen erin­nern? Obwohl bei­des Ewig­kei­ten zurück­liegt? Gut! Mehr müs­sen Sie zu Beginn wirk­lich nicht tun: Bewe­gen Sie sich an Ihren Aus­dau­er­ta­gen ganz locker und (fast) gemüt­lich in einem Tempo, wo es Ihnen eigent­lich schon fast komisch vor­kommt, es noch Sport zu nennen. Genieße es ein­fach, drau­ßen zu sein. Denke nie an mehr, als in der Natur zu sein, dich zu bewe­gen. Kannst du dich an den Sonn­tags­spa­zier­gang mit der Fami­lie oder an den Urlaub mit Wan­der­aus­flü­gen erin­nern, obwohl bei­des Ewig­kei­ten zurück­liegt? Gut. Mehr musst du anfangs wirk­lich nicht tun: Bewege dich an dei­nen Aus­dau­er­ta­gen ganz locker, fast gemüt­lich, in einem Tempo, bei dem es dir eigent­lich schon komisch vor­kommt, es noch »Sport« zu nennen.
Mein drit­ter Tipp für Sie heißt Abwechs­lung. Pla­nen Sie Ihre z. B. vier Lauf­ein­hei­ten der Woche im Vor­feld so, dass Sie darin den schnel­len, einen etwas län­ge­ren, einen sehr locke­ren und einen mode­ra­ten Lauf inte­grie­ren. Damit sor­gen Sie dafür, dass ihr Kör­per und ihr Herz– und Kreis­lauf­sys­tem regel­mä­ßig unter­schied­li­che Trai­nings­reize erhalten. Damit es nicht lang­wei­lig wird, baue Abwechs­lung in dein Trai­ning ein. Bei drei Ein­hei­ten in der Woche emp­fiehlt sich ein schnel­ler, ein etwas län­ge­rer und ein sehr locke­rer kur­zer Lauf. So sorgst du dafür, dass Kör­per und Herz-Kreislauf unter­schied­li­che Trai­nings­reize erhalten.
Egal wel­ches Lauf­ni­veau Sie haben, ein Trai­nings­la­ger – die Kom­bi­na­tion aus Sport und Ferien in reiz­vol­ler Land­schaft und ange­neh­mem Klima – lohnt sich immer. Egal, wel­ches Lauf­ni­veau du hast, ein Trai­nings­la­ger – die Kom­bi­na­tion aus Sport und Ferien in reiz­vol­ler Land­schaft und ange­neh­mem Klima – lohnt sich immer.
Schon bei Lauf­an­fän­gern macht eine Fit­ness­wo­che Sinn, viele Teil­neh­mer berich­ten von Leis­tungs­sprün­gen oder von wert­vol­len Tipps, die jah­re­lan­ges Fehl­ver­hal­ten (und damit ver­bun­dene Schmer­zen oder Frus­tra­tio­nen) kor­ri­gie­ren konn­ten. (…) Sie sind kon­zen­triert und wer­den neue Gren­zen aus­lo­ten, weil Job und All­tags­stress wegfallen. Schon bei Lauf­an­fän­gern macht eine Fit­ness­wo­che Sinn. Viele Teil­neh­mer berich­ten von Leis­tungs­sprün­gen oder von wert­vol­len Tipps, die Fehl­ver­hal­ten und damit ver­bun­dene Schmer­zen oder Frus­tra­tio­nen kor­ri­gie­ren. Du bist kon­zen­triert und lotest neue Gren­zen aus, weil Job und Alt­tags­stress wegfallen.
Kleine Trai­nings­la­ger kön­nen Sie leicht selbst pla­nen. Mie­ten Sie sich an der Ost­see oder in den Alpen in eine Pen­sion ein und holen Sie sich vor­her bei Ihrem Trai­ner oder Ihrem Lauf­treff Emp­feh­lun­gen, wie Sie die Tage gestal­ten. Das ist nicht so schwer und auch nicht teuer. Kleine Trai­nings­la­ger kannst du leicht selbst pla­nen. Miete dich an der Ost­see oder in den Alpen in eine Pen­sion ein und hole dir vor­her bei dei­nem Trai­ner oder Lauf­treff Emp­feh­lun­gen, wie du die Tage gestal­test. Das ist nicht so schwer und auch nicht teuer. Ein paar gute Kum­pels sen­ken die Kos­ten und heben die Stimmung.
Eine Super-Woche ist also immer umrahmt von locke­ren Tagen davor und danach. Las­sen Sie Ihren Kör­per die nötige Kraft sam­meln, Ihre ver­stärk­ten Bemü­hun­gen wäh­rend des Trai­nings­la­gers gut zu ver­ar­bei­ten. Dann sind Sie auch auf­grund der grö­ße­ren Ent­span­nung in der Lage, trotz der viel höhe­ren Belas­tun­gen mit Spaß zu trainieren. Eine Woche Trai­nings­la­ger sollte immer von locke­ren Tagen umrahmt wer­den. Lass dei­nen Kör­per die nötige Kraft sam­meln, um das Trai­nings­la­ger zu ver­ar­bei­ten. Wer für aus­rei­chend Ent­span­nung sorgt, kann auch anspruchs­vol­lere Läufe mit Spaß bewältigen.
Große Bedeu­tung haben Pha­sen, in denen Sie ent­we­der ganz wenig lau­fen oder auch gar nicht. Sie geben so ganz auto­ma­tisch Ihren Bei­nen und Mus­kel­zel­len die Chance, sich zu regenerieren. In Zei­ten, in denen du wenig oder gar nicht läufst, gibst du dei­nen Bei­nen und Mus­kel­zel­len die Chance, sich zu regenerieren.
Aber ebenso wich­tig ist der anschlie­ßende Reiz in die andere Rich­tung – näm­lich lang­sam, wenig oder gar nicht lau­fen. Haben Sie Mut dazu, Sie ver­lie­ren an einem Tag nicht Ihre Form. Im Gegen­teil, Sie wer­den sehen, wie­viel bes­ser Sie am nächs­ten Tag trai­nie­ren können. Es gilt: An einem Tag ver­liert man noch lange nicht seine Form. Im Gegen­teil, am nächs­ten Tag läuft es sich oft besser.
Selbst zwei lauf­lose Wochen nach einer lan­gen Sai­son gefähr­den Ihre Form nicht, geben dem Kör­per aber die Chance, die klei­nen Zip­per­lein auszukurieren. Selbst zwei lauf­lose Wochen nach einer lan­gen Sai­son gefähr­den die Form nicht, geben dem Kör­per aber Gele­gen­heit, die Zip­per­lein auszukurieren.
Nach beson­ders har­ten Trai­nings­ein­hei­ten – bei Anfän­gern kann das der erste 60-Minuten-Lauf sein – ist es rat­sam, zu Hause ein war­mes Ent­span­nungs­bad zu neh­men. Sie hel­fen Ihrer Mus­ku­la­tur mit der erneu­ten Durch­blu­tung, Abfall­pro­dukte der Milch­säu­re­gä­rung aus Ihren Mus­keln abzutransportieren. Nach beson­ders har­ten Trai­nings­ein­hei­ten – das kann der erste Lauf über 45 Minu­ten sein oder die schnelle 20-Minuten Runde, ist ein war­mes Ent­span­nungs­bad rat­sam. Durch die erneute Durch­blu­tung kön­nen die Abfall­pro­dukte der Milch­säu­re­gä­rung aus den Mus­keln bes­ser abtrans­por­tiert werden.
Die Abfolge: guter Trai­nings­lauf mit per­sön­li­chem Rekord (Dauer oder Tempo), Erfolgs­er­leb­nis, war­mes Bad zur Ent­span­nung, kann Ihnen ein wun­der­ba­res Gefühl von Aus­ge­gli­chen­heit geben. Sie neh­men sich nach einem tol­len Spor­t­er­leb­nis die Zeit abzu­schal­ten. Für viele ist das rich­ti­ger Luxus! Die per­fekte Abfolge für ein wun­der­ba­res Gefühl von Aus­ge­gli­chen­heit:
– guter Trai­nings­lauf (Dauer– oder Tem­pol­auf) mit per­sön­li­chem Rekord
– Erfolgs­er­leb­nis aus­kos­ten
– war­mes Bad zur Ent­span­nung
Nimm dir Zeit abzu­schal­ten, manch­mal rei­chen schon 5 Minu­ten, damit du dich wie­der frisch fühlst.
Eine wich­tige Rege­ne­ra­ti­ons­phase ist der Schlaf. Der Kör­per stößt ver­mehrt Wachs­tums­hor­mone aus, die die Umbau­pro­zesse im Kör­per steu­ern. (…) Das funk­tio­niert aber nur, wenn er genü­gend Zeit und Ruhe erhält. Also ganz wich­tig: aus­rei­chen­der Schlaf. Eine wich­tige Rege­ne­ra­ti­ons­phase ist der Schlaf. Der Kör­per schüt­tet ver­mehrt Wachs­tums­hor­mone aus, die die Umbau­pro­zesse im Kör­per steu­ern. Das funk­tio­niert aber nur, wenn er genü­gend Zeit bekommt. 7 Stun­den soll­ten es min­des­tens sein, 8 sind besser.
Es mag für Anfän­ger etwas unge­wohnt klin­gen, aber man sollte sich vor jedem Wett­kampf einen Plan zurecht­le­gen. Der gibt Sicher­heit und Spiel­raum. Und er hilft bei der Kon­zen­tra­tion. Dazu gehen Sie am Vor­tag Ihre bis­he­rige Trai­nings­vor­be­rei­tung im Kopf durch. Selbst­ein­schät­zung: Wie sieht die best­mög­li­che End­zeit aus? Wie wol­len Sie das Ren­nen ange­hen? Beim ers­ten Mara­thon soll­ten Sie ver­hal­ten pla­nen, die erste Hälfte eher lang­sam anset­zen. Wenn Sie im Ver­lauf des Ren­nens mer­ken, dass Sie Kraft haben, kön­nen Sie sich zum Ende hin nach Lust und Laune steigern. Es mag für Anfän­ger etwas unge­wohnt klin­gen, aber man sollte sich vor jedem Wett­kampf einen Schlacht­plan zurecht­le­gen. Die­ser gibt Sicher­heit und Spiel­raum. Und er hilft bei der Kon­zen­tra­tion. Schätze Dich selbst ein: Wie sieht die best­mög­li­che End­zeit aus? Wie will ich das Ren­nen ange­hen? Beim ers­ten Mal nicht zu opti­mis­tisch pla­nen, du kannst dich immer noch nach Lust und Laune steigern.
Am Start gehen die Pferde durch. Aber bei Ihnen nicht. Sie sind cool. Den­ken Sie stur nur an sich, las­sen Sie sich von Ihren Neben­leu­ten nicht irri­tie­ren. Die sehen Sie spä­ter alle wieder. Am Start gehen die Pferde durch. Aber nicht mit dir. Du bist cool. Denke stur nur an dich, lass Dich nicht von den ande­ren irri­tie­ren. Die siehst du spä­ter alle wieder.
Die Kunst, am eige­nen Tempo und Plan fest­zu­hal­ten, muss geübt wer­den. Ihre Renn­tak­tik sollte auch unter­schied­li­ches Wet­ter in Betracht zie­hen. Ist es zum Bei­spiel wider Erwar­ten sehr warm, müs­sen Sie Ihre Tak­tik ändern kön­nen. Ver­su­chen Sie an alle Ein­fluss­fak­to­ren im Vor­feld zu den­ken. Sie brau­chen ein Reper­toire von ver­schie­de­nen Reak­ti­ons­mög­lich­kei­ten – schon, um Ihre psy­chi­sche Sta­bi­li­tät zu erhalten. Die Kunst, am eige­nen Tempo und Plan fest­zu­hal­ten, muss geübt wer­den. Deine Renn­tak­tik sollte aber auch auf das jewei­lige Wet­ter abge­stimmt sein. Ist es zum Bei­spiel wider Erwar­ten sehr warm, musst du deine Tak­tik ändern kön­nen. Ver­su­che, im Vor­feld an alle Fak­to­ren zu den­ken. Du brauchst ein Reper­toire von Reak­ti­ons­mög­lich­kei­ten – schon, um Ihre psy­chi­sche Sta­bi­li­tät zu erhalten.
Wenn Sie um Plat­zie­run­gen kämp­fen, wobei schon Sekun­den über Glanz und Glo­ria ent­schei­den, und gegen Ihnen bekannte Kon­kur­ren­ten antre­ten, dann müs­sen Sie men­tal beson­ders stark sein. Ihr eige­ner Plan näm­lich kol­li­diert mit dem Ihres Geg­ners. Was ist, wenn der bei Kilo­me­ter 25 plötz­lich anzieht? Blitz­schnell müs­sen Sie erken­nen, ob Sie ihm fol­gen kön­nen, da Sie selbst gut drauf sind. Oder ob Sie ihn im Moment zie­hen las­sen, weil Sie ahnen, dass er sich übernimmt. Wenn Du um Plat­zie­run­gen kämpfst, wobei schon Sekun­den über Glanz und Glo­ria ent­schei­den, und du gegen bekannte Kon­kur­ren­ten aus dem Lauf­treff antrittst, musst du men­tal beson­ders stark sein. Dein eige­ner Plan kol­li­diert mit dem des Geg­ners. Was ist, wenn der wenige Kilo­me­ter vor dem Ziel plötz­lich anzieht? Blitz­schnell musst Du erken­nen, ob Du ihm fol­gen kannst, da du selbst gut drauf bist. Oder ob du ihn im Moment zie­hen lässt, weil du ahnst, dass er sich übernimmt.
Span­nend wird es auf den letz­ten zwei bis drei Kilo­me­tern. Sie und Ihr Geg­ner hecheln schon wild. Sie kön­nen den Rhyth­mus gerade noch hal­ten. Aber das weiß Ihr Kon­kur­rent nicht. Zum Glück. Beob­ach­ten Sie ihn. Ist er kaputt? Sieht er gut aus? Blufft er? Kon­zen­trie­ren Sie sich. Atmen Sie für eine Minute extrem ruhig. Dann müs­sen Sie sich trauen: Set­zen Sie zu Ihrer Tem­po­ver­schär­fung an. Die muss beein­dru­ckend aktiv erfol­gen. Wenn Sie dann noch kurz in die Augen Ihres Geg­ners schauen und lächelnd über­mit­teln: Komm’ wir ren­nen jetzt mal, dann haben Sie ihn even­tu­ell tak­tisch schon erlegt. Lei­der nur eventuell. Span­nend wird es auf den letz­ten 1.000 Metern. Du und dein Geg­ner hecheln wild. Du kannst den Rhyth­mus gerade noch hal­ten. Aber das weiß dein Kon­kur­rent nicht. Zum Glück. Beob­achte ihn. Ist er kaputt? Sieht er gut aus? Blufft er? Kon­zen­triere dich. Atme Sie für eine Minute extrem ruhig. Dann musst Du dich trauen: Setze zur Tem­po­ver­schär­fung an. Die muss beein­dru­ckend aktiv erfol­gen. Wenn du dann noch kurz in die Augen dei­nes Geg­ners schaust und lächelnd über­mit­telst: Komm‹ wir ren­nen jetzt mal, dann habst du ihn even­tu­ell schon tak­tisch erlegt. Viel­leicht auch nicht
Wenn er nun doch wie­der auf­schließt, hilft Ihnen nur das men­tale Spiel: »Das ist toll, jetzt haben wir Spaß, ich bleibe locker an ihm dran«. Kon­zen­trie­ren Sie sich auf die nächs­ten vier Minu­ten, um den Kon­takt nicht abrei­ßen zu las­sen. Er revan­chiert sich gerade, na und? Wenn Sie es schaf­fen, dran­zu­blei­ben, dann kann die nächste Runde begin­nen: Noch ein Kilo­me­ter bis ins Ziel, und noch ein­mal rich­tig aktiv Tempo machen. Und nicht ver­ges­sen: das über­le­gene Lächeln. Lei­der kommt dein Geg­ner auch zurück, sei­ner­seits lächelnd. Wenn er wie­der auf­schließt, hilft Dir nur das men­tale Spiel: »Das ist toll, jetzt haben wir Spaß, ich bleibe locker an dir dran«. Setze dein bes­tes Poker­face auf, und lass den Kon­takt nicht abrei­ßen. Er revan­chiert sich gerade? Na und. Wenn Du es schaffst, dran­zu­blei­ben, dann kann die nächste Runde begin­nen: Noch ein­mal rich­tig aktiv Tempo machen. Und nicht ver­ges­sen: das über­le­gene Lächeln.

 
Auch diverse Trai­nings­pläne, die im Buch abge­druckt sind, stam­men von Karraß.

Karraß ließ Schu­ma­cher abmah­nen. Schu­ma­cher hat dar­auf­hin die gefor­derte Unter­las­sungs­er­klä­rung abge­ge­ben und sich ver­pflich­tet, das E-Book nicht mehr zu ver­brei­ten und Karraß Scha­dens­er­satz zu zahlen.

Es klingt wie die Geschichte eines beson­ders dreis­ten Pla­gi­ats, doch der Fall ist kom­pli­zier­ter. Denn Karraß und Schu­ma­cher ken­nen sich und haben lange zusam­men­ge­ar­bei­tet. In dem Buch von 2005, aus dem Schu­ma­cher jetzt abge­schrie­ben hat, steht klein auch Schu­ma­chers Name — als Ideengeber.

Jens Karraß war Spit­zen­sport­ler und arbei­tet jetzt als Lauf­trai­ner mit eige­ner Firma. Die Zusam­men­ar­beit mit Hajo Schu­ma­cher geht bis ins Jahr 2003 zurück. Damals schrie­ben beide eine Lauf-Serie für den »Tages­spie­gel«, in der pro­mi­nente Läu­fer und ihre Lieb­lings­stre­cken vor­ge­stellt wur­den. Schu­ma­cher pro­to­kol­lierte die Erleb­nisse der Pro­mi­nen­ten, Karraß gab Tipps zum bes­se­ren Laufen.

Inhalte die­ser Serie bil­de­ten dann auch die Grund­lage für das Buch »Jog­gen in Ber­lin«, das auf dem Cover unmiss­ver­ständ­lich Jens Karraß als Autor nennt. Gemein­sam tauch­ten beide auch auf Spie­gel Online auf, wo Hajo Schu­ma­cher als Achim Achil­les eine Lauf­ko­lumne schreibt. Karraß lie­ferte Inhalte für Schu­ma­chers Seite achim-achilles.de. Und auch als Schu­ma­cher und seine Mit­ar­bei­ter 2010 noch ein­mal die Inhalte neu ver­pack­ten und anrei­cher­ten, dies­mal für eine Serie in der »Ber­li­ner Mor­gen­post«, lie­ferte ihnen Karraß einen Teil der Inhalte.

Es muss lange Zeit eine Zusam­men­ar­beit gewe­sen sein, von der beide Sei­ten pro­fi­tier­ten: Karraß lie­ferte Schu­ma­cher fach­li­ches Know-How und Kon­takte zu Läu­fern, Schu­ma­cher machte Karraß bekannt und warb für sein Unternehmen.

Doch Karraß hatte wohl schon län­ger das Gefühl, von Schu­ma­cher aus­ge­nutzt zu wer­den. Beide hat­ten nicht mehr viel mit­ein­an­der zu tun. Aber als Karraß sich im Januar das neue Achilles-E-Book kaufte, musste er fest­stel­len, dass Schu­ma­cher ganze Pas­sa­gen von ihm ver­wen­det hatte, ohne zu fra­gen. An ein Ver­se­hen glaubt er nicht: »Ihm muss beim Schrei­ben klar gewe­sen sein, dass ihm das nicht gehört.«

Schu­ma­cher bestrei­tet nicht, dass die Texte von Karraß stam­men. Er meinte offen­bar nur, sie ver­wen­den zu dür­fen — so wie er Texte von Karraß auf achim-achilles.de ver­wen­den durfte.

Schu­ma­cher kann nicht ver­ste­hen, dass Karraß sofort einen Anwalt ein­ge­schal­tet hat. Er hat ver­sucht, im Nach­hin­ein die Rechte von Karraß zu kau­fen, um die Sache mög­lichst glimpf­lich aus der Welt zu schaf­fen. Er rech­net vor, wie lächer­lich gering die Ein­nah­men aus dem E-Book sind: Es sei 750 mal her­un­ter­ge­la­den wor­den, was Erlö­sen für seine Firma von rund 375 Euro ent­sprä­che. Die Anwalts­kos­ten über­stei­gen das Geld, um das es geht, mühelos.

Doch Karraß sagt, es gehe ihm gar nicht um das Geld. Es geht ihm ums Prin­zip, um Schu­ma­cher und sei­nen Umgang mit ihm. Des­halb habe er den Anwalt ein­ge­schal­tet: »Ich wollte Augen­höhe haben.« Karraß fragt: »Warum gibt der ein Buch her­aus mit einer Kom­pe­tenz, die nicht seine ist?«

Dass Karraß sich nicht auf einen Kom­pro­miss ein­las­sen will — »Ich bin Leis­tungs­sport­ler«, sagt er, »ich will gewin­nen. Wenn’s los geht, geht’s los« — ist bit­ter für Schu­ma­cher, der for­mal im Unrecht ist. Er musste des­halb müh­sam das E-Book bei den diver­sen Online-Händlern löschen las­sen. Wer­bung für das nun nicht mehr erhält­li­che Werk steht zum Bei­spiel immer noch x-fach unter sei­nen »Spie­gel Online«-Kolumnen.

Die Sache ist pein­lich für Schu­ma­cher. In wel­chem Maß böse Absicht oder nur Fahr­läs­sig­keit oder ein schlich­tes Miss­ver­ständ­nis dahin­ter steckt, kann ich nicht beur­tei­len. Viel­leicht ist es ein­fach so, dass in der gro­ßen Text– und Gedanken-Wiederverwertungs-Maschine, die er unter dem Pseud­onym Achim Achil­les zum eige­nen Gewinn auf­ge­baut hat, ein Feh­ler pas­siert ist. Ein Feh­ler, der nicht hätte pas­sie­ren dür­fen, der aber nicht zufäl­lig passierte.

Der Fall wirft auch in ande­rer Hin­sicht ein Licht auf die Arbeits­weise des Marathon-Publizisten Hajo Schu­ma­cher. In einem Schrei­ben an den Anwalt von Jens Karraß legt er anhand von E-Mails die »tat­säch­li­che Gestal­tung der Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Achim-Achilles GmbH und Jens Karraß bzw. jk run­ning« dar. Dazu gehörte ein Vor­schlag Schu­ma­chers, der dar­auf hin­aus­läuft, seine »Spie­gel Online«-Kolumne für Wer­bung für Karraß zu missbrauchen.

Es ging darum, dass Schu­ma­cher Karraß nicht mehr ein monat­li­ches Fixum für seine Mit­ar­beit an achim-achilles.de zah­len konnte oder wollte. Als Aus­gleich dafür wurde über neue For­men der Koope­ra­tion nach­ge­dacht, die Karraß einen geschäft­li­chen Vor­teil brin­gen soll­ten. Schu­ma­cher schrieb:

ich mache für diens­tag was [auf »Spie­gel Online«] über trai­nings­pläne. ver­lin­kung zur achilles-seite (kos­ten­lose pläne), von da muss es dann aber schnell zu jk gehen. kann man zb gleich im vorpsann [sic] machen. »wer sich was rich­tig Gutes gön­nen will, ver­sucht ein per­sön­li­ches online coa­ching.« oder so. dann müßte man aller­dings noch eine neue frage dazu­stel­len: Was ist der Unter­schied zwi­schen den kos­ten­lo­sen plä­nen und dem nicht gerade bil­li­gen per­so­nal coaching?

Karraß Firma sollte also offen­bar mög­lichst stark von Schu­ma­chers Achilles-Kolumne pro­fi­tie­ren, indem Schu­ma­cher darin mög­lichst ziel­ge­nau für das warb, was Karraß anbie­tet, näm­lich per­sön­li­ches Coa­ching und indi­vi­du­elle Trai­nings­pläne. Schu­ma­cher sollte von sei­ner Kolumne aus auf seine eigene Seite achim-achilles.de ver­wei­sen, von dort aus soll­ten mög­lichst viele Leute zu jk run­ning wei­ter­ge­lockt werden.

Das ist viel­leicht im enge­ren Sinne keine Schleich­wer­bung. Man würde sich aber als Leser doch wün­schen, dass Kolum­nis­ten sich beim Ver­fas­sen ver­meint­lich jour­na­lis­ti­scher Texte nicht davon lei­ten las­sen, wie sie die Umsätze ihrer Geschäfts­part­ner mög­lichst posi­tiv beein­flus­sen können.

Doch mit der Freund­schaft und Geschäfts­part­ner­schaft ist es end­gül­tig vor­bei. Hajo Schu­ma­cher sti­chelt auf der Facebook-Seite von Achim Achil­les in viel­fa­cher Form gegen Karraß und seine Metho­den. Und pos­tet Ein­träge wie:

thema des nächs­ten achilles-e-books: pein­li­che, klein­li­che recht­strei­tig­kei­ten von läu­fern. wer hat gute bei­spiele? wir sam­meln und haben schon ein paar knaller.

Hajo Schumacher rächt seinen Prometheus

Der Kolum­nist, Buch­au­tor und N24-Kommentator Hajo Schu­ma­cher ist ein Mann, der dafür plä­diert, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Sich zum Bei­spiel nicht dar­über zu bekla­gen, wenn Ver­lage ihre Mit­ar­bei­ter mit einem lächer­li­chen Hun­ger­lohn abspei­sen, son­dern ein­fach die Fes­seln der Abhän­gig­keit abwer­fen, sich selb­stän­dig machen, und — wie ich — mit Hal­tung, Fleiß und Lei­den­schaft Arbeits­plätze schaffen.

Nun gut, ich finde die For­mu­lie­rung mit den »Arbeits­plät­zen«, was mich betrifft, ziem­lich abwe­gig, und wenn ich ehr­lich bin, erleich­tert es mein Leben ganz enorm, dass ich nicht vom Blog­gen allein leben muss, son­dern auch für eine Zei­tung wie die FAZ arbei­ten kann, die mich ordent­lich bezahlt. Aber irgend­wie bin ich zu einem Posi­tiv­bei­spiel in einem Text des Kol­le­gen Hajo Schu­ma­cher gewor­den, und das ist unan­ge­nehm genug.

Jeden­falls plä­diert die­ser Hajo Dampf in allen Gas­sen dafür, dass Men­schen Ver­ant­wor­tung für ihr Leben über­neh­men anstatt nur jam­mern und andere für das eigene Elend ver­ant­wort­lich machen. Das gilt aber nicht für ihn selbst. Daran, dass der von ihm ins Leben geru­fene Preis »Gol­de­ner Pro­me­theus« das Zeit­li­che seg­nete, ist jeden­falls nicht Hajo Schu­ma­cher Schuld — son­dern der freie Jour­na­list und Autor Tom Schim­meck.

Als Schu­ma­cher in sei­nem PDF »V.i.S.d.P.«, einem Über­bleib­sel des gleich­na­mi­gen gleich­falls ver­bli­che­nen Vor­gän­ger­ma­ga­zins, vor ein paar Wochen das Able­ben bekannt gab, blieb er noch vage und schrieb:

Nun wird dem Gol­de­nen Pro­me­theus das Licht aus­ge­bla­sen, denn selbst mit der bis­her prak­ti­zier­ten Selbst­aus­beu­tung ist die Party nicht mehr finan­zier­bar. Zudem nervt das bis­wei­len bös­ar­tige Gemä­kel einer noto­risch schlecht­lau­ni­gen Branche.

Gegen­über der Seite journalistenpreise.de aber sprach er jetzt etwas, das man für Klar­text hal­ten könnte:

»Unge­recht in die Fresse«

»Hef­tig tou­chiert« habe ihn 2009 außer­dem ein Bei­trag in der Süd­deut­schen Zei­tung. »Der Arti­kel hat mir zuerst die Laune ver­saut und uns dann die Spon­so­ren ver­trie­ben. Autor Tom Schim­meck, der frü­her mal für ordent­li­che Recher­che bekannt war, hat es nicht für nötig gehal­ten, mit uns zu reden. Aber vor­her hat er die ganze alte Stereotypen-Soße aus­ge­kippt, weil man es doch tat­säch­lich gewagt hat, Spon­so­ren auf­zu­trei­ben. Das soll im Preis-Gewerbe aller­dings rela­tiv nor­mal sein, weil so ein Abend um die 200 000 Euro kos­tet. In Frank­furt beim Deut­schen Jour­na­lis­ten Preis holen sich die feins­ten Kol­le­gen Kohle ab, die von der Derivate-Branche spen­diert wird. Ich kann mich nicht erin­nern, dass jemand aus ethi­schen Grün­den auf 10 000 Euro ver­zich­tet hätte«, so Dr. Schumacher.

Seit der Ver­öf­fent­li­chung habe er gro­ßes Ver­ständ­nis für Poli­ti­ker und ande­ren Per­so­nen, die sich hef­tig zur Wehr set­zen gegen recher­chef­reien Totschläger-Feuilletonismus. »Es gibt kaum Chance zur Gegen­wehr. Fakt ist: So ein Arti­kel, mag er noch so dünn sein, steht auf ewig in den Archi­ven. Dass poten­ti­elle Spon­so­ren sich sol­che Kri­ti­ken anschauen und dann abwin­ken, das ist doch nor­mal. Und am nächs­ten Tag wird in der­sel­ben Süd­deut­schen Zei­tung mit viel Tim­bre im Text von den Machen­schaf­ten bös­wil­li­ger Kol­le­gen berich­tet — die­ses Empö­rungs­ge­heu­chel ist widerwärtig.«

Schim­mecks Arti­kel, den er meint, kann man hier nach­le­sen, und es über­rascht mich nicht, dass Hajo Schu­ma­cher zwar kein Pro­blem mit PR-treibenden Jour­na­lis­ten hat, aber mit kri­ti­schem Journalismus.

Der Text auf journalistenpreise.de lässt nur ver­mu­ten, dass die beun­ru­hi­gende For­mu­lie­rung vom »recher­chef­reien Totschläger-Feuilletonismus« auch von Schu­ma­cher stammt, aber auch den Vor­wurf, dass Schim­meck mit »uns« nicht gere­det hat, wider­legt der SZ-Artikel selbst: Offen­kun­dig hat der Autor mit Rudolf Het­zel gespro­chen, dem Eigen­tü­mer des rüh­ri­gen PR-Verlages Helios und frü­he­ren Geld­ge­ber von Schu­ma­chers Pro­jek­ten. Het­zel kommt mit vie­len Zita­ten zu Wort. Schim­meck sagt, dass er für den Arti­kel zwei Inter­views mit Het­zel geführt habe.

Das muss die »Recher­chef­rei­heit« sein, die Schu­ma­cher meint. Wenigs­tens ist jetzt klar, warum er neu­lich, als es um die Ver­ant­wor­tung von Ver­le­gern und Jour­na­lis­ten ging, so besin­nungs­los auf Schim­meck ein­ge­schla­gen hat, sein Den­ken »zutiefst men­schen­feind­lich« nannte und ihn mit dem »Fos­sil« Mar­got Hone­cker ver­glich. Weil er glaubt, dass Schim­meck sei­nem Pro­me­theus das Feuer aus­ge­pus­tet hat.

(Dass ich der Mei­nung bin, dass es um die­sen komi­schen Preis nicht schade ist, ist keine Über­ra­schung.)

An: Hajo Schumacher, Waffelkönig

Lie­ber Herr Schumacher,

ich weiß, dass Sie schnel­ler schrei­ben, als Sie den­ken kön­nen, aber Ihr heu­ti­ger Bei­trag auf der Titel­seite der »Ber­li­ner Mor­gen­post«, den Sie auch auf N24 vor­ge­le­sen haben, hat mich trotz­dem über­rascht. Sie haben einen »offe­nen Brief« an Horst Schläm­mer verfasst:

Lie­ber Horst Schlämmer,

Sie kön­nen ein kla­res Wort ver­tra­gen. Des­we­gen hier mal ein paar Punkte, die man­chen Men­schen ganz gehö­rig auf den Sack gehen, wie man bei Ihnen in Gre­ven­broich so sagt. Ers­tens: Sie sind gar kein Poli­ti­ker, son­dern ein mehr oder weni­ger lus­ti­ger Komiker.

Sie neh­men sich alle Frei­hei­ten die­ses Staa­tes, indem Sie heute die­sen und mor­gen jenen ver­äp­peln. Das ist Ihr gutes Recht.

Zwei Punkte unter­schei­den Sie von einem rich­ti­gen Poli­ti­ker. Ers­tens: das Ziel. Sie wol­len die­ses Land nicht bes­ser machen, gestal­ten oder oppo­nie­ren — Sie wol­len ein­fach nur Film­ti­ckets ver­kau­fen und Wer­be­ver­träge einheimsen. (…)

Sie über­neh­men keine Ver­ant­wor­tung, son­dern ver­ste­cken sich in Ihrer Wit­ze­welt. Dass 18 Pro­zent der Deut­schen Sie angeb­lich wäh­len wür­den, beweist nicht Ihre Groß­ar­tig­keit als Komi­ker, son­dern nur, dass etwa einer von fünf Lands­leu­ten schlicht­weg einen an der Waf­fel hat, wie Sie es aus­drü­cken würden. (…)

Herr Schu­ma­cher? Horst Schläm­mer ist kein Komi­ker. Genau genom­men gibt es Horst Schläm­mer gar nicht. Horst Schläm­mer ist eine Kunst­fi­gur von Hape Ker­ke­ling — das ist der Komi­ker. Das ist, in Ihren Wor­ten, die »Zecke am Aller­wer­tes­ten der Demo­kra­tie«, die »deren Frei­hei­ten« nutzt, »um sie lächer­lich zu machen«.

Ver­mut­lich haben Sie recht, und man muss schon ganz schön blöd sein, um eine Witz­fi­gur mit einem Poli­ti­ker zu ver­wech­seln — und sogar wäh­len zu wol­len. Ich frage mich nur: Wie viel blö­der muss man sein, um eine Witz­fi­gur mit ihrem Schöp­fer zu ver­wech­seln — und ihr sogar einen Brief zu schreiben?

Ihr
Ste­fan Niggemeier

Schon wieder einen Stab zerspart

Hajo Schu­ma­cher, Her­aus­ge­ber des »strikt fröh­lich­keits­af­fi­nen« PDF-Medien-Magazins »V.i.S.d.P.« schreibt in sei­nem heu­ti­gen Edi­to­rial über eine ver­meint­li­che Pan­nen­se­rie im Journalismus:

Feh­ler aller­or­ten, ob aus Schus­se­lig­keit, Hek­tik, Schlam­pig­keit oder Absicht. Kein Zufall. Der Druck von oben aus dem Ver­lag und seit­lich von der Kon­kur­renz wächst ste­tig. Die Leis­tun­gen zer­spar­ter Stäbe hal­ten kaum mehr stand ange­sichts uner­bitt­lich stei­gen­der Erwar­tun­gen an Tempo, Per­fek­tion und Exklusivität.

Als ein Bei­spiel für solch nicht-zufällige Feh­ler nennt er diesen:

Ein erfah­re­ner freier Medi­en­jour­na­list gibt als Auf­trag­ge­ber für das Por­trät eines ein­fluss­rei­chen Chef­re­dak­teurs die SZ und nicht, wahr­heits­ge­mäß, das SZ-Magazin an.

Ange­nom­men, jemand schr­übe ein Por­trät eines ein­fluss­rei­chen Chef­re­dak­teurs für das »SZ-Magazin«. Warum sollte er wahr­heits­wid­rig die »SZ« als Auf­trag­ge­ber nennen?

[a] Aus Zeit­man­gel? (»So spar ich ganze drei Sil­ben, über die ganze Recher­che kom­men so locker 40 Sekun­den zusam­men — Zeit, die mir als erfah­re­ner freier Medi­en­jour­na­list sonst echt feh­len würde.«)

[b] Aus Geld­man­gel? (»Seit ich die drei Sil­ben kon­se­quent weg­lasse, macht mich auch meine Tele­fon­rech­nung nicht mehr so arm.«)

[c] Aus Schus­se­lig­keit? (»Mist, schon wie­der ver­ges­sen, ›Maga­zin‹ dazu­zu­sa­gen. Ruf ich da jetzt noch­mal an? Blöd wg. [a] und [b].«)

[d] Wegen des Drucks der Kon­kur­renz? (»Die machen mich fer­tig vom ›FAZ-Magazin‹ vom ›Zeit-Magazin‹ von der ›Hörzu‹, wenn die erfah­ren, dass ich was fürs ›SZ-Magazin‹ schreibe. Ich sag lie­ber erst­mal ein­fach ›SZ‹.«)

[e] Aus Kal­kül? (»Wenn ich den Leu­ten erzähle, dass ich fürs ›SZ-Magazin‹ schreibe, reden die bestimmt nicht mit mir. Ich sag lie­ber, ich schreib für die Zei­tung, der das ›SZ-Magazin‹ frei­tags immer bei­ligt, dann plau­dern die arg­los drauflos.«)

[f] .….…. Herr Schumacher?

PS: Ich möchte nicht wis­sen, wie groß der Zeit-, Konkurrenz-, Ratio­na­li­sie­rungs– und Hajo­druck in der »V.i.S.d.P.«-Redaktion diese Woche wie­der war. Katha­rina Lukas jeden­falls scheint immer noch Chef­re­dak­teu­rin von »TV direkt« zu sein und nicht, wie »V.i.S.d.P.« schreibt, Pro­gramm­che­fin des Kin­der­ka­nals Ki.Ka.