Sie scheint täglich größer zu werden, die Panik der Medien, aus ihren Internetangeboten womöglich nicht auch den allerletzten Klick herausgepresst zu haben. Bei jetzt.de, dem Online-Jugendableger der »Süddeutschen Zeitung«, treibt die Verzweiflung gerade besondere Blüten. Gestern fand jedes Mitglied auf seiner persönlichen »jetzt-Page«, die ein Gästebuch enthält und verschiedene Möglichkeiten, sich anderen vorzustellen, plötzlich ein großes Bild wieder:

Es handelt sich, wie die Redaktion mitteilte, um einen »besonderen Adventskalender«: Um die Türen zu öffnen und zum Beispiel einen Fisch durch die Winterlandschaft springen zu lassen, muss man jetzt.de viele Klicks schenken. Das passiert mithilfe des »jetzt.de-Weihnachtsspiels«, das Besucher von sueddeutsche.de (und dieses Blogs) schon unter den Namen »Klick it like Beckham« kennen.
Weiterlesen
Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter von jetzt.de, im Interview mit Peter Turi über Veränderungen im Verhältnis von Journalisten und Lesern:
»Ich muss mich daran gewöhnen, dass Leute meine Texte kommentieren. Ich muss mich daran gewöhnen, als Journalist, dass es Leute gibt da draußen, die sehr viel schlauer sind als ich. (…) Das heißt aber, dass ich in meiner journalistischen Arroganz, die Journalisten manchmal mit sich rumtragen, mich etwas zurücknehmen muss und sagen muss: Hey, da gibt es Menschen, die sind schlauer als ich. Da gibt es Menschen, die unter meinen Texten mir nachweisen, dass ich einen Fehler gemacht habe. Das ist, glaube ich, ein ganz entscheidender Punkt.«
Er hat Recht. Und — Entschuldigung, wenn ich dafür so tief ins Archiv steige, …
Weiterlesen
Schwerer Selbstreferenz-Überschuss im Moment in diesem Blog, aber was soll’s.
Stefan Winter hat auf jetzt.de einen Text darüber geschrieben, wie ihn BILDblog nervt. Und wie ich ihn nerve. Er beginnt so:
Es passiert selten, dass Stefan Niggemeier das in Frage stellt, was er den ganzen Tag so tut. Der Mann, der für Bildblog und sein Privatblog bereits zwei Grimme-Online-Awards bekommen hat, inszeniert sich lieber so, als habe er allein den doofen Deutschen den Segen des Internets gebracht. Heute jedoch scheint Internet-Gott Niggemeier eine menschliche Regung in sich gespürt zu haben.
Okay, das ist nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Es passiert oft, dass ich das in Frage stelle, was ich den ganzen Tag so tue. Eigentlich ununterbrochen. Manchmal frage ich mich sogar, ob ich …
Weiterlesen
Jede Wette: Noch in zehn Jahren werden sich Journalisten in vermeintlich wichtigen Tageszeitungen über die Bedeutungslosigkeit der deutschen Blogosphäre mokieren und darauf hinweisen, dass man es »schon mit 450 Zugriffen im Monat« in die Top100 schaffe.
Nach der »Frankfurter Rundschau« verbreitet nun auch die »Süddeutsche Zeitung« bzw. jetzt.de diese Mär, und auf Nachfrage antwortet der Autor süffisant:
Zum besseren Verständnis:
Die Information, dass man mit »450 Zugriffen schon in die Top100 kommt« ist dem Buch »Weblogs« von Jan Schmidt entnommen (2006), einer der ersten wissenschaftlichen Studien (kein Marketing-Pamphlet oder Selbstauskunft von Blog-Betreibern) in Deutschland über die von uns allen doch so sehr geschätzte Blogosphäre.
Erfahrungsgemäß kann es sich jetzt nur noch um Wochen handeln, bis der Autor merkt, dass zwar …
Weiterlesen