Tag Archive for: NDR

Programmhinweis (44)

25 Feb 13
25. Februar 2013

Das ist ein schöner Moment, wenn die NDR-Reporter mit Hans-Peter Siebenhaar vom „Handelsblatt“ über seine Kritik an den teuren öffentlich-rechtlichen „Fernsehballetten“ reden.

Siebenhaar: Ich meinte natürlich das MDR-Fernsehballett, was ja den großen Skandal hatte beim MDR. Das ist ja mittlerweile privatisiert.

Sprecher: Und zwar seit einem Jahr. Und ein anderes ARD-Ballett gibt es nicht. Doch im Handelsblatt tanzen sie immer noch, die „Fernsehballette“.

Siebenhaar: Über das Fernsehballett hab ich nicht geschrieben. Schon lang nicht mehr.

Nun. „Handelsblatt“-Titelgeschichte, 25. Januar 2013, Autor: Hans-Peter Siebenhaar:

Es ist, andererseits, ungleich beunruhigender, Günther Jauchs Chuzpe noch einmal vorgeführt zu bekommen. In seiner ARD-Talkshow war er von Peer Steinbrück gefragt worden, ob er seinen Vertrag mit der ARD öffentlich machen wolle, und Jauch hatte doppelt gesagt:

Jauch: Das Problem ist, der ist öffentlich. Das Problem ist, der ist öffentlich.

Ist er natürlich nicht. Ein Interview mit dem NDR, für den er seine Talkshow produziert, lehnte Jauch ab. Er berief sich, richtig: auf eine Verschwiegenheitsklausel mit der ARD.

Man kann der Dokumentation, die das NDR-Fernsehen heute Abend über das Getöse um den neuen Rundfunkbeitrag zeigt, also nicht vorwerfen, die wunden Punkte ausgespart zu haben. In der Dreiviertelstunde finden die Beschwerden der Kommunen, die sich über erhebliche Mehrkosten beklagen, ebenso Platz wie Kritik an fehlender Transparenz und den gewaltigen Ausgaben der Sender für Sportrechte. Es geht aber auch um die irreführende und einseitige Berichterstattung von „Bild“ und „Handelsblatt“ — und die berüchtigten Friedhofsbagger.

Es ist ein solider Beitrag in eigener Sache geworden, der die Diskussion mit vielen Talking Heads abbildet, ohne ihr wirklich neue Erkenntnisse hinzuzufügen. Mir hätte er es leichter gemacht, mich auf ihn einzulassen, wenn er auf die aufdringlich süffisante Art verzichtet hätte, in der die Off-Texte vorgetragen werden (Sprecherin: Regina Lemnitz).

Neben FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld, Beitragsservice-Behördenleiter Stefan Wolf, den Intendanten Thomas Bellut (ZDF) und Lutz Marmor (NDR) komme auch ich drin vor — anfangs mit etwas rätselhaft verkürzten Zitaten wie diesem:

Wenn die BILD-Zeitung Tag für Tag mit Halbwahrheiten und Übertreibungen Stimmung gegen ARD und ZDF macht, kann man leicht sich zurücklehnen und sagen, kennen wir ja schon. Machen die immer. Die sind gegen uns. Den Reflex kann ich verstehen. Ich glaube aber, dass der falsch ist.

Ging eigentlich weiter:

Ich glaube, dass wirklich diese neue Art, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu finanzieren, viel höhere Anforderungen an die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft stellt, sich zu legitimieren, zu sagen: Wir machen ein Programm, für das jeder in der Gesellschaft zahlen muss.

Andererseits komme ich in dem Film so ausführlich zu Wort, dass ich mich da nicht beklagen will.

  • Über Gebühr: Streit um den neuen Rundfunkbeitrag,
    heute, 22 Uhr, NDR-Fernsehen
    und jetzt schon mit einem größeren Dossier auf ndr.de.

Neues vom „Tatortreiniger“

01 Jan 13
1. Januar 2013

Mein Artikel über den „Tatortreiniger“ im aktuellen „Spiegel“ ist leider aus Platzgründen etwas verstümmelt worden. Auch deshalb an dieser Stelle noch ein paar Worte über die feine Serie, von der der NDR am Mittwoch und Donnerstag drei neue Folgen zeigt.

Die erste davon, „Über den Wolken“, kann man sich schon auf YouTube ansehen. Hier trifft Schotty (Bjarne Mädel) auf einen von Jean-Pierre Cornu gespielten Produzenten von Lebensmittelattrappen („zweiter Preis beim International Food Imitation Championship für meinen Aalener Blutwurstring“), der nach dreißig Jahren Ehe seine Frau mit einer Axt niedergemetzelt hat. Einfach weil es irgendwann eine Bemerkung von ihr, eine kleine Erniedrigung zu viel war:

Das ist von den drei neuen Folgen meine liebste, weil sie mit einer solch wunderbaren Leichtigkeit daherkommt. Die Geschichte, die Figuren, das Timing, der Humor haben eine traumwandlerische Selbstverständlichkeit. Zu verdanken ist das außer dem komödiantischen Talent und Handwerk von Bjarne Mädel dem Regisseur Arne Feldhusen, der mit ihm auch „Stromberg“, die ersten Folgen von „Mord mit Aussicht“ und den „Kleinen Mann“ inszeniert hat. Die Drehbücher stammen von einer Theaterautorin, die sich fürs Fernsehen das Pseudonym „Mizzi Meyer“ gegeben hat.

Die zweite Folge, gleich im Anschluss, trägt ein bisschen schwer an der Medienkritik, die sie transportieren soll. Schotty begegnet hier einer jungen Frau, die bei einer Castingshow namens „Deutschland sucht den Superpatrioten“ ins Finale gekommen ist und nun hofft, dank des blutigen Todes ihres Ex-Freundes ihre neue CD promoten zu können.

Die Anspielungen auf die zynischen Gesetze der Fernsehen-Aufmerksamkeit sind nicht immer ganz überzeugend. Aber dafür entschädigen die rührende Mini-Romanze zwischen Schotty und der ironie-resistenten Frau — und Dialoge wie dieser:

Schotty: Was hast’n du eigentlich vorher gemacht?

Gina: Ein Praktikum.

Schotty: Als was?

Gina: Als Praktikantin!

Schotty: Nee, ich meine, in der Firma, in der du das Praktikum gemacht hast, was hast du da gemacht?

Gina: Praktikum!

In der dritten neuen Folge, „Schottys Kampf“ (Donnerstag, 22:00 Uhr), muss der Tatortreiniger die Überreste eines Neonazis wegwischen. Der bodenständige Schotty trifft dabei auf einen Nazi, mit dem er es intellektuell nicht aufnehmen kann, was zu einer faszinierenden Auseinandersetzung zwischen Gut, aber schlicht, und Böse, aber schlau, führt. Leider gewinnt Schotty den Kampf am Ende nur dadurch, dass er einen anderen, ungleich blöderen Dumpfnazi überlistet, was ein bisschen billig ist.

Es ist trotzdem schön zu sehen, dass die Leute hinter dem Projekt sichtlich Lust haben, auszuprobieren, was in dieser Form und mit dieser Figur geht, auch wieviel Surrealismus eine solche Serie aushält — und wenn das dann mal nicht gelingt, ist es trotzdem besser, als wenn sie routiniert auf Nummer sicher gehen würden.

Auch in zwei weiteren Folgen, die vermutlich im Sommer zu sehen sein werden, testet das Format die Grenzen. Ich konnte bei den Dreharbeiten für eine Folge mit Florian Lukas zusehen, die zu einem großen Teil innerhalb einer telefonzellengroßen Kiste spielt, in der er und Schotty gefangen sind.

Von einem „Kammerspiel innerhalb eines Kammerspiels“ sprach Regisseur Feldhusen. Er sagte das weniger stolz als augenrollend. Er hatte die Drehbuchautorin gebeten, die beiden Protagonisten vielleicht nicht allzu lang in der Kiste gefangen zu lassen, aber das hat die nicht beeindruckt, im Gegenteil.

Und so steckten die beiden Schauspieler in einem leerstehenden Gebäude in Hamburg fast einen ganzen Drehtag lang fast ohne Unterbrechung in einer Kiste, erst im Stehen, dann, weil das Ding nach einem Kampf umgefallen sein soll, im Liegen, halb aufeinander, halb nebeneinander, und sagten wieder und wieder dieselben Sätze. „Detailversessen“ nannte Bjarne Mädel Regisseur Feldhusen in einer kurzen Pause, während er versuchte, mit Tee seine angegriffene Stimme zu pflegen: „Es gibt manchmal den Moment beim Drehen, dass es beim 15. Mal komisch wird, wo es vorher 14 mal nicht komisch war.“

Das hat er jetzt davon.

Vier Drehtage haben sie inzwischen pro Folge; am Anfang waren es gerade mal zwei. Dass daraus eine so große kleine Serie wurde, ist dem Engagement der Beteiligten zu verdanken, die die Unannehmlichkeiten und Hindernisse, für die wohl auch die Verantwortlichen des NDR sorgten, durch Herzblut und Überstunden ausglichen. Die Zusammenarbeit klingt, wenn Arne Feldhusen erzählt, immer noch erstaunlich mühselig — trotz all der Preise und der positiven Aufmerksamkeit, die die Reihe dem Sender inzwischen eingebracht hat.

Immerhin und hurra: Am Mittwoch und Donnerstag gibt es jeweils ab 22 Uhr drei neue Folgen (und eine alte) im NDR-Fernsehen. Und Schotty hat dem Sender (und uns) auch noch diese kleine Hommage an einen anderen Senderstar mit Schnauz geschenkt:

Die Löwenmutter und der böse Wolf

19 Okt 12
19. Oktober 2012

Anfang der Woche bekam ich eine Interview-Anfrage vom Medienmagazin „Zapp“. Sie wollten sich in der Sendung in dieser Woche Frau Kachelmann widmen und ihrer Rolle im Medienspektakel um Herrn Kachelmann: „Wie tritt sie auf, warum, woher nimmt sie ihre Selbstsicherheit, warum macht sie seine Sache zu ihrer?“ In den gemeinsamen Interviews der beiden sei den „Zapp“-Leuten unter anderem aufgefallen, dass Frau Kachelmann oft das Wort ergreife, wenn Herr Kachelmann gefragt werde.

Das geht natürlich gar nicht: Dass Ehefrauen einfach für ihre Ehemänner antworten. Sowas hätte es früher nicht gegeben, und wenn es das heute gibt, ist das natürlich ein dringender Auftrag für das Medienmagazin des NDR, dieser Absonderlichkeit auf den Grund zu gehen.

Ich habe „Zapp“ geantwortet, dass ich Miriam Kachelmann nicht kenne. Dass ich über alle in der Anfrage genannten Fragen spekulieren müsste. Dass ich aber nicht wüsste, warum ich das tun sollte.

Es haben sich dann glücklicherweise andere Leute gefunden. Christopher Lesko, der Leiter der Pferdeakademie Berlin. Und ein Experte für Krisenkommunikation. weiter lesen →

Die 136 superlativsten Programmideen der Dritten

05 Apr 12
5. April 2012

Es ist noch nicht so lange her, da musste man sich Sorgen machen um die Dritten Programme. Es schien, als wäre ihnen ein bisschen der Sinn und das Ziel verloren gegangen — jenseits der bunten Regionalberichte im Vorabendprogramm jedenfalls. Mit ernsten Themen und sperrigen Formaten ließen sich nicht die entscheidenden guten Quoten machen; Experimente bargen jedesmal die Gefahr, dass sie schiefgehen könnten; bald würde auch der letzte Ameisenbär im letzten Zoo beim Wiegen gefilmt worden sein, und besonders sensible Verantwortliche ahnten, dass sich nicht einmal mit „Tatort“-Wiederholungen allein auf Dauer ein Programm machen ließe, für das die Menschen Gebühren zahlen.

Zum Glück fand sich dann aber doch eine vielabendfüllende Aufgabe: Die Dritten Programme sortieren unsere Welt in Hitparaden.

Sie zerlegen sie in ihre Bestandteile, bereinigen sie von komplizierten Zusammenhängen und Kontexten, sortieren sie nach Beliebtheit und lassen sie von Leuten kommentieren, die nichts mit ihnen zu tun haben.

Es ist eine Aufgabe, die an Macher und Zuschauer eigentlich nur zwei Ansprüche stellt: Ausdauer und den Mut zur Anspruchslosigkeit. Und so füllen diese Listen-Formate, die aus dem Privatfernsehen eingeschleppt wurden, inzwischen die meisten Dritten Programme und sorgen dort für eine umfangreiche Versteppung. Im NDR, der früh auf dieses Format gesetzt hat, haben sie ihren Höhepunkt inzwischen offenbar überschritten. Aber der WDR, der wie kaum ein anderer öffentlich-rechtlicher Sender weiß, wie man seine Zuschauer unterfordert, hat für diese Monokultur inzwischen breite Schneisen in sein Programm gerodet.

Im WDR läuft allein in diesen Tagen: „99 Lieblingsorte in Nordrhein-Westfalen“, „Die 30 tollsten Haus- und Hoftiere“, „Die beliebtesten Bauernhöfe in Nordrhein-Westfalen“, „Die 40 beliebtesten Burgen und Schlösser in Nordrhein-Westfalen“, „Die 40 beliebtesten Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen“, „Die beliebtesten Liedermacher der Nordrhein-Westfalen“, „Die beliebtesten Schlagerduos der Nordrhein-Westfalen“ und „Die beliebtesten Schauspieler der Nordrhein-Westfalen“.

Aus diesem, äh, Anlass folgt eine — vermutlich unvollständige — Übersicht über die Hitlisten-Sendungen, die seit Anfang des vergangenen Jahres in der ARD gelaufen sind und, soweit ich es herausgefunden habe, die jeweiligen Erstplatzierten. (Wiederholungen im Tages- oder Nachtprogramm sind nicht aufgeführt.)

Das Erste
17.03.11 Die beliebtesten Volksschauspieler der Deutschen
09.06.11 Die beliebtesten Komiker der Deutschen
24.11.11 Die beliebtesten Showmaster der Deutschen
19.04.12 Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen
NDR
02.01.11 Die schönsten Evergreens des Nordens „Dancing Queen“
04.03.11 Legendäre Interviews und Talks „Strunz ist wie eine Flasche leer, ich habe fertig!“
07.03.11 Was den Norden bewegte Grenzöffnung, 1989
19.04.11 Die schönsten Bauernhöfe Norddeutschlands Hof Neversfelde, SH
25.04.11 Die besten Witze des Nordens, Bauern-Witze
03.05.11 Die bewegendsten TV-Momente 1953 bis 2010 11. September 2001
17.05.11 Die beliebtesten Fernsehpaare Jan Fedder & Peter Heinrich Brix
03.06.11 Die beliebtesten Kultschlager „Dschinghis Khan“
05.06.11 Die schönsten Inseln Norddeutschlands Juist
13.06.11 Die besten Witze aus der DDR Ausgefallener Wunsch
07.08.11 Die größten Popsongs des Nordens „Nordisch by Nature“
01.01.12 Die erstaunlichsten Dörfer Norddeutschlands
15.01.12 Die schönsten Fernsehmomente
15.01.12 Die beliebtesten Kultschlager „Dschinghis Khan“
17.02.12 Die besten Comedy-Momente aus den Talkshows
25.03.12 Die schönsten Naturparadiese des Nordens
08.04.12 Die schönsten Inseln Norddeutschlands
WDR
04.01.11 Die 50 größten Bauwerke in Nordrhein-Westfalen Kölner Dom
12.01.11 Die beliebtesten Schlagerstars aus Nordrhein-Westfalen Wolfgang Petry
19.01.11 Die beliebtesten Quizmaster der Nordrhein-Westfalen Hans Rosenthal
26.01.11 Die beliebtesten TV-Reporter der Nordrhein-Westfalen Hanns Joachim Friedrichs
13.02.11 Die 50 beliebtesten Karnevalslieder der Nordrhein-Westfalen Viva Colonia
23.02.11 Die beliebtesten Karnevalsstars aus Nordrhein-Westfalen Colonia Duett
16.03.11 Die beliebtesten Ruhrpottlieder in Nordrhein-Westfalen „Bochum“
30.03.11 Die beliebtesten Ruhrpottgrößen aus Nordrhein-Westfalen Herbert Grönemeyer
24.04.11 Die 25 beliebtesten Quizmaster der Nordrhein-Westfalen Hans Rosenthal
25.04.11 Die 40 beliebtesten Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen Kölner Dom
13.06.11 Die 30 beliebtesten Urlaubsziele der Nordrhein-Westfalen Nordseeküste
15.06.11 Die beliebtesten TV-Paare der Nordrhein-Westfalen Evelyn Hamann und Loriot
22.06.11 Die beliebtesten Fußballvereine in Nordrhein-Westfalen Borussia Dortmund
23.06.11 Die 25 beliebtesten Schlagerstars der Nordrhein-Westfalen Udo Jürgens
29.06.11 Die beliebtesten Städte in Nordrhein-Westfalen Münster
13.07.11 Die größten Fernsehpannen der Nordrhein-Westfalen WC…T
27.07.11 Die beliebtesten TV-Ärzte der Nordrhein-Westfalen „Die Schwarzwaldklinik“
03.08.11 Die beliebtesten Mundarten der Nordrhein-Westfalen Ruhrdeutsch
17.08.11 Die beliebtesten TV-Sketche der Nordrhein-Westfalen Regenlied Rudis Tagesshow
24.08.11 Die beliebtesten Liedermacher der Nordrhein-Westfalen Reinhard Mey
31.08.11 Die beliebtesten Bauernhöfe in Nordrhein-Westfalen Vennhöfe
01.11.11 Die 25 beliebtesten Ruhrpott-Größen der Nordrhein-Westfalen Herbert Grönemeyer
01.11.11 Die beliebtesten Fernsehfamilien der Nordrhein-Westfalen Familie Tetzlaff / „Ein Herz und eine Seele“
02.11.11 Die beliebtesten Millowitsch-Theaterstücke der Nordrhein-Westfalen „Der Etappenhase“
13.11.11 Willy Millowitsch – seine besten Rollen „Willy, der Schlagerstar“
18.12.11 Die 50 beliebtesten Weihnachtslieder der Nordrhein-Westfalen „Stille Nacht, heilige Nacht“
20.12.11 Die beliebtesten TV-Gesichter 2011
01.01.12 Die beliebtesten Bauernhöfe der Nordrhein-Westfalen Vennhöfe
11.01.12 Die beliebtesten Hits der Neuen Deutschen Welle Nena: 99 Luftballons
18.01.12 Die beliebtesten Musicals der Nordrhein-Westfalen Starlight Express
25.01.12 Die ersten TV-Auftritte Ihrer Stars Hape Kerkeling
01.02.12

Die beliebtesten Karnevalslieder der Nordrhein-Westfalen Viva Colonia
08.02.12 Die beliebtesten Karnevalssitzungen der Nordrhein-Westfalen
11.02.12 Die jecksten Karnevalsbands aus Nordrhein-Westfalen
17.02.12 Die beliebtesten Karnevalsstars aus Nordrhein-Westfalen
18.02.12 Die beliebtesten Karnevalslieder der Nordrhein-Westfalen
22.02.12 Die beliebtesten Kabarettisten der Nordrhein-Westfalen Jürgen Becker
29.02.12 Die größten Bauwerke in Nordrhein-Westfalen Kölner Dom
07.03.12 Die beliebtesten Landschaften in Nordrhein-Westfalen Sauerland
14.03.12 Die beliebtesten Burgen und Schlösser in Nordrhein-Westfalen Schloss Nordkirchen
29.03.12 Die beliebtesten Tierparks in Nordrhein-Westfalen Kölner Zoo
04.04.12 Die beliebtesten Schauspieler der Nordrhein-Westfalen Heinz Rühmann
11.04.12 Die 40 beliebtesten Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen
18.04.12 Die beliebtesten Neue Deutsche Welle-Hits der Nordrhein-Westfalen
HR
01.01.11 Die beliebtesten Dialekte der Hessen
11.01.11 Hessens beliebteste Bauwerke Schloss Auerbach
11.01.11 Hessens schönste Feste Hessentag
22.02.11 Die schönsten Ausflugsziele der Hessen Geopark Bergstraße-Odenwald
23.02.11 Die beliebtesten Fastnachtslieder der Hessen
03.04.11 Hessens beliebteste Ausflugsziele Geopark Bergstraße-Odenwald
22.04.11 Die schönsten Kirchen in Hessen Limburger Dom
25.04.11 Die beliebtesten Komiker der Hessen Badesalz
22.06.11 Hessens beliebteste Sportler Timo Boll
27.06.11 Die schönsten Sportmomente der Hessen
06.07.11 Die beliebtesten Fußball-Lieder der Hessen
12.07.11 Die beliebtesten TV-Paare
13.07.11 Die beliebtesten Reiseziele der Hessen Ostseeküste
18.07.11 Die beliebtesten Fernsehfamilien
25.07.11 Unsere beliebtesten Hunde
10.08.11 Die ungewöhnlichsten Spektakel der Hessen
03.10.11 Die beliebtesten Volksschauspieler der Deutschen
11.12.11 Die Lieblingsgerichte der Hessen Grüne Soße mit Kartoffeln und Ei
14.12.11 Die größten Hessen
19.12.11 Die beliebtesten Weihnachtslieder der Hessen
20.12.11 Die schönsten Bauernhöfe der Hessen
26.12.11 Die schönsten Schlösser in Hessen
29.12.11 Die beliebtesten Klassiker des Kinderfernsehens Sendung mit der Maus
30.12.11 Die beliebtesten Komiker der Hessen
31.12.11 Die beliebtesten Stimmungslieder
04.01.12 Die beliebtesten Heimatfilme der Hessen
05.01.12 Die beliebtesten Dialekte der Hessen
05.01.12 Die unglaublichsten Orte der Hessen
09.01.12 Die beliebtesten Liebeslieder der Hessen
05.01.12 Die ungewöhnlichsten Spektakel der Hessen
11.01.12 Die beliebtesten Hausmittelchen der Hessen
08.02.12 Die besten Büttenreden der Hessen
16.02.12 Die beliebtesten Fastnachtslieder der Hessen
17.02.12 Die beliebtesten Stimmungslieder der Hessen
28.02.12 Die Lieblingsgerichte der Hessen
20.03.12 Die beliebtesten Schlösser in Hessen
06.04.12 Die beliebtesten Städte in Hessen
09.04.12 Die schönsten Landschaften in Hessen
RBB
12.01.11 Die 30 tollsten Erfindungen Fernseher
26.01.11 Die 30 größten Berliner Aufreger Mauerbau
23.02.11 Die 30 lustigsten Lieder
16.03.11 Die 30 erstaunlichsten Berliner Straßen Kurfürstendamm
23.03.11 Die 30 schönsten Brandenburger Bräuche Osterfeuer
13.04.11 Die 30 schönsten Brandenburger Bauwerke Schloss Sanssouci
20.04.11 Die 30 tollsten Haus- und Hoftiere Promenadenmischung
25.05.11 Die 30 beliebtesten Berliner Plätze Gendarmenmarkt
11.06.11 Die 30 legendärsten Fernsehshows Dalli Dalli
26.06.11 Die beliebtesten Kultschlager
06.07.11 Die 30 schrägsten Frisuren Atze Schröder
13.07.11 Die 30 beliebtesten Hobbys
03.08.11 30 x verschwundenes Berlin Stadtschloss Berlin
10.08.11 Die 30 schönsten Modesünden
05.10.11 Die 30 schönsten Brandenburger Ausflugsziele Spreewald-Dorf Lehde
12.10.11 Die 30 tollsten Schlagerstars der Siebziger Udo Jürgens
02.11.11 Die beliebtesten TV-Ärzte
09.11.11 Die 30 außergewöhnlichsten Berliner Brücken Die Oberbaumbrücke
03.12.11 Die 30 verrücktesten Sammelobjekte Miniaturklaviere
14.12.11 30 Gründe, Weihnachten zu lieben Weihnachten in der Familie
18.01.12 Die 30 schönsten Brandenburger Bräuche Osterfeuer
25.01.12 Die 30 größten Berliner Aufreger
01.02.12 Die 30 lustigsten Lieder I
08.02.12 Die 30 lustigsten Lieder II
15.02.12 Die 30 tollsten Tänze
26.02.12 Die 30 tollsten Schlagerstars der Siebziger XXL
29.02.12 Die 30 erstaunlichsten Berliner Straßen
10.03.12 30 x schönes Deutsch Berlinerisch
14.03.12 Die 30 schönsten Berliner Aussichtspunkte Fernsehturm
21.03.12 Die 30 schönsten Freizeit-Vergnügen
11.04.12 Die schönsten Brandenburger Landschaften
18.04.12 Die 30 außergewöhnlichsten Berliner Brücken Die Oberbaumbrücke
26.02.12 Die 30 tollsten Schlagerstars der Siebziger

 
(Keine Ahnung, ob es sich etwa bei „Die schönsten Ausflugsziele der Hessen“ und „Hessens beliebteste Ausflugsziele“ um dieselbe Sendung handelte. Beide liefen innerhalb von sechs Wochen in der Primetime und wurden in den folgenden Tagen insgesamt sieben mal wiederholt. Ich kann auch nicht sagen, ob sich der WDR für die Ballung von karnevalistischen Hitlisten in Genf eine Ausnahmegenehmigung von der Menschenrechtskonvention besorgt hat.)

Wenn Sie mich jetzt fragen, ob ich beim Auflisten nicht Sorge hatte, verrückt zu werden, muss ich ihnen antworten: Nicht so sehr wie beim Ansehen der Sendungen.

Moderator am WDR-Fließband ist konsequenterweise Thomas Bug, der etwa gegen Ende des Countdowns der „beliebtesten Schauspieler der Nordrhein-Westfalen“ folgende Überleitung von Romy Schneider zu Heinz Rühmann auf Platz 1 schafft:

„Was für eine Frau. Ein-zigartig. Und wo die Eins hier quasi schon so mitschwingt, bleiben wir ein-fach Spitze auf der Besetzungsliste der beliebtesten Schauspieler.“

Die Sendung in der vergangenen Woche mit den „beliebtesten Tierparks in Nordrhein-Westfalen“ hatte er tatsächlich mit folgenden Worten begonnen:

Eigenlob stinkt, ich weiß, aber heut wird die Sendung wirklich tierisch gut.

Die ARD gehört nicht Frau Piel

01 Apr 12
1. April 2012

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört der Gesellschaft.

Ich kann mir keinen amtierenden Intendanten von ARD und ZDF vorstellen, der diesen Satz so sagen, geschweige denn danach handeln würde. Formuliert hat ihn immerhin ein ehemaliger Intendant, der frühere NDR-Chef Jobst Plog. In einem Leserbrief an die „Funkkorrespondenz“ zu einem Artikel von Jakob Augstein schreibt er über die Kamikaze-Strategie der ARD-Vorsitzenden Monika Piel und seines Nachfolgers Lutz Marmor:

Kaum nachvollziehbar ist die Strategie der Rundfunkanstalten in der Auseinandersetzung mit den Verlagen. Das fängt damit an, dass sie Vergleichsverhandlungen ausgerechnet dann begonnen haben, als das Gericht zu erkennen gab, dass die Klage der Verleger abweisungsreif war. Problematischer: Die Rundfunkanstalten sind möglicherweise dabei, eine mühsam erkämpfte und vom Bundesverfassungsgericht gerade bestätigte Rechtsposition aufzugeben. (…)

Man ist auf Vermutungen angewiesen, weil die Gespräche mit den Verlegern seit langen Monaten vertraulich geführt werden. Das ist für die Verleger ein normales Verfahren. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört indessen der Gesellschaft. Sollte er auf Rechtspositionen verzichten wollen, bedarf es einer öffentlichen und transparenten Diskussion mit dieser Gesellschaft, ehe vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Ich fürchte, dass Monika Piel, die fast vom ersten Tag ihrer leider immer noch andauernden Amtszeit als ARD-Vorsitzende gegen die Interessen der Gebührenzahler argumentiert hat, diesen Gedanken nicht nur nicht teilt, sondern für komplett irrwitzig hält.

Plog schreibt außerdem:

Erstaunlich, in welchem Umfang sich Journalisten der Printmedien mit der Verlagspolitik ihrer Geschäftsführungen und den dahinter stehenden vermeintlichen Interessen der Gesellschafter identifizieren und wie wenig Mut zur Pluralität vorhanden ist.

Ja.