Urlaubsvertretung macht Urlaub

Berlin/Köln. Jetzt kommt’s knüp­pel­dick für den deut­schen Online-Journalismus. Erst setzt Ste­fan Nig­ge­meier, Deutsch­lands gefühl­ter Ober-Blogger, sei­ner anspruchs­ori­en­tier­ten Premium-Leserschaft als Urlaubs­ver­tre­tung einen halb­sei­de­nen Humor-Praktikanten vor die Nase, und nun macht der auch noch die Flat­ter! Ist Nig­ge­mei­ers Blog denn gar nicht mehr zu retten?

Mar­kus Barth jeden­falls hat ange­kün­digt, heute, 2. Juli 2008 um 16:41 sei­nen Rech­ner auszuschal

MauseBienchen78 stellt ihr Diddl-Blog ein

Ham­burg. Jetzt kommt’s hart für die Blo­go­sphäre: MauseBienchen78, eine der Säu­len des deut­schen Online-Journalismus, hat in einem bewe­gen­den Arti­kel auf ihrem Web­log ange­kün­digt, ihr belieb­tes Diddl-Blog „Die knuffigste Maus der Welt“ einzustellen.

Wir doku­men­tie­ren den hoch­e­mo­tio­na­len Arti­kel in Auszügen:

»hey leuds! (Zwin­kers­mi­ley)
kann mich ja täu­schen, aber hab’ das gefühl, dass euch meine news von diddl und sei­nen freun­den nim­mer so doll inter­es­sie­ren. *trau­rig guck*
stimmt das? *fra­gend schau*
klick­zah­len sind jeden­falls im kel­ler. *voll fett heul*
na ja, dumm gelau­fen, hör ich eben auf mit dem quatsch. wollte mich sowieso mehr um tokio hotel küm­mern.
Greets, mausebienchen78«

Sofort mel­den sich wei­tere A-Blogger zu Wort und wol­len MauseBienchen78 zum Umden­ken bewe­gen. Träumerchen24, seit vie­len Jah­ren Deutsch­lands füh­rende Blog­ge­rin zu den The­men „selbst­ge­schrie­bene Gedichte, Engel-Erscheinungen und Backen mit Sili­kon­back­for­men“, meint: „kras­ser ent­schluss, mau­se­bien­chen! Denk bitte bitte noch mal drü­ber nach! Hdgdl!“

Ste­fan Nig­ge­meier hat unter­des­sen ange­kün­digt, nach sei­nem Urlaub eine Wür­di­gung über Mau­se­Bien­chens Leis­tun­gen für den deut­schen Online-Journalimus zu veröffentlichen.

Al Gore will mindestens fünf Gletscher schmelzen

Los Ange­les. Mil­lio­nen Men­schen waren 2007 fas­zi­niert von Al Gores Erderwärmungs-Doku „Eine unbe­queme Wahr­heit“. Mitt­ler­weile arbei­tet Gore an einer Fort­set­zung. Der Titel: „Eine unbe­queme Wahr­heit 2 — Jetzt wird‘s rich­tig heiß!“

Der ehe­ma­lige ame­ri­ka­ni­sche Vize-Präsident ver­spricht: „Wir wer­den min­des­tens fünf Glet­scher schmel­zen, den Golf­strom ordent­lich abküh­len und dem Ozon­loch mal so rich­tig den Arsch auf­rei­ßen!“ Die Fort­set­zung soll selbst den eben erschie­ne­nen vier­ten Teil der „Indiana Jones“-Saga so harm­los erschei­nen las­sen „wie einen Dia-Abend im Senio­ren­heim“, so Gore.

Auch die Beset­zung des Film wird ver­bes­sert: „Mein Pro­du­zent hat dafür plä­diert, den cha­ris­ma­f­reien Erzäh­ler aus dem ers­ten Teil durch Leo­nardo di Caprio zu erset­zen“, so Gore. Er selbst habe nichts dage­gen: „Der Typ in Teil 1 war so farb­los – ich weiß selbst schon nicht mehr, wie der hieß!“

Kri­ti­ker rech­nen dem Film gute Chan­cen bei der nächs­ten Oscar-Verleihung aus — „falls sich Kali­for­nien bis dahin von unse­rer Vier-Monats-Super-Mega-Dürre erholt hat“, so Al Gore.

Bill Gates will in Zukunft lieber ›was Nützliches‹ machen

Red­mond. Nach sei­nem Abschied von Micro­soft am heu­ti­gen Frei­tag will Bill Gates sein Leben radi­kal ändern und „etwas Nütz­li­ches“ machen. So spielt der Multi-Millionär mit dem Gedan­ken, sich ganz sei­ner Ent­wick­lungs­ar­beit in Afrika zu wid­men. „Lei­der hab ich denen vor kur­zem ein paar Windows-Laptops spen­diert“ bedau­ert Gates nun. „Jetzt wol­len sie erst wie­der mit mir spre­chen, wenn ich ihnen erklärt haben, was ein „uner­war­te­ter Netz­werk­feh­ler“ ist. Woher soll ich das denn wis­sen?“ so der ver­zwei­felte Gates in einem Interview.

Bei dem Gespräch wirkt Gates zeit­weise geknickt: „Ich will ein Mal in mei­nem Leben etwas erschaf­fen, wofür mich anschlie­ßend nie­mand hasst. Viel­leicht baue ich mal ein Kas­ta­ni­en­männ­chen. Nie­mand hasst Kas­ta­ni­en­männ­chen, oder?“, so der unsi­chere Milliardär.

Zum Abschluss des Gesprächs zeigt sich Gates jedoch noch ein­mal ent­schlos­sen und möchte auch eine wei­tere Ein­fluss­nahme im Com­pu­ter­ge­schäft nicht aus­schlie­ßen: „Viel­leicht gründe ich einen neuen Com­pu­ter­kon­zern, des­sen Rech­ner genauso feh­ler­an­fäl­lig sind wie PCs, aber stylish aus­se­hen und das Dop­pelte kos­ten. Ach nee, das hat Steve Jobs ja schon getan.“

Knabbernüsschen schon wieder teurer

Köln. Die Som­mer­fe­rien begin­nen für viele Men­schen in NRW mit einer bösen Über­ra­schung: An den Tank­stel­len wur­den die Preise für Knabber-Nüsschen um fast 5 Pro­zent erhöht. Bis zu 1 Euro 60 kos­tet der Beu­tel nor­male Nüss­chen. Das absurde daran: Normal-Nüsschen sind jetzt genauso teuer wie Super-Nüsschen (mit Teig­hülle). Die Kun­den sind ent­setzt und fra­gen sich: Kön­nen bald nur noch Rei­che Nüss­chen knabbern?

Viele Urlau­ber blei­ben nun spon­tan zu Hause. Berufs­pend­ler dage­gen haben gar keine Wahl. Einer von ihnen ist Ste­fan W. (32): „Ich fahre jeden Tag 50 Kilo­me­ter zu mei­ner Arbeit und abends wie­der zurück. Dabei kon­su­miere ich auf jeder Stre­cke bis zu 2 Beu­tel Knabber-Nüsschen. Aber lange kann ich mir das nicht mehr leis­ten. Ich habe schon dar­über nach­ge­dacht, auf Erd­nuss­flips umzu­stei­gen, aber die sind ja mitt­ler­weile genauso teuer. Außer­dem kle­ben sie am Gaumen!“

Ganz Deutsch­land fragt sich: Wohin treibt die Preis­spi­rale? Clau­dia Kem­fert, Nüsschen-Expertin vom Deut­schen Insti­tut für Knabber-Forschung, hält sogar einen Preis­an­stieg auf bis zu 2 Euro für denk­bar: „Jetzt hängt alles von der Orga­ni­sa­tion Knabber-Nüsschen pro­du­zie­ren­der Län­der ab. Wenn die Roh-Nuss-Preise wei­ter anstei­gen — dann hat sich‘s aus­ge­knab­bert“, so Kem­ferts pes­si­mis­ti­sche Einschätzung.

Doch sie hat auch einen Tipp für die Kun­den: „Ich selbst fahre zwei Mal die Woche zu einer Luxem­bur­gi­schen Tank­stelle. Auf­grund der nied­ri­ge­ren Steu­ern sind Knabber-Nüsschen dort bis zu 10 Cent bil­li­ger. Mein Nach­bar behaup­tet sogar, man könne bis zu 50 Pro­zent spa­ren, wenn man die Nüss­chen statt an der Tank­stelle lie­ber bei Plus oder Lidl kauft. Aber das ist mir dann doch zu abenteuerlich.“

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