Das Mischmagazin »Extra« ist einer der besonders hilflosen Versuche von RTL, Journalismus zu simulieren. Die Sendung am Montag versuchte sich an dem Thema der Ermordung der achtjährigen Michelle. In der Ankündigung formulierte der Sender:
Der Fall der missbrauchten und ermordeten Michelle aus Leipzig sorgt nicht nur bei Angehörigen für Zorn und Verzweiflung.
Der »Fall der missbrauchten Michelle«? Bis jetzt hat die Polizei ausdrücklich offen gelassen, ob das Mädchen sexuell missbraucht wurde. RTL unterstellt das einfach. RTL muss das auch unterstellen, denn »Extra« hat — scheinbar passend zum Thema — offenbar in Eile mithilfe von Archivmaterial einen Beitrag zusammengeklöppelt, in dem es um Möglichkeiten der Kastration pädophiler Täter geht.
Am Ende kriegt der Beitrag wieder die Kurve nach Leipzig. Die Sprecherin sagt:
Diese Angst …
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In der »Frankfurter Rundschau« äußert sich die »Torgauer Zeitung« zu der Frage, warum das Blatt (wie berichtet) eine Pressemitteilung der NPD unkommentiert, in voller, erstaunlicher Länge und inklusive des NSDAP-Kampfbegriffs »Systempartei« abdruckte:
Chefredakteur Thomas Stöber räumt ein, dass eine redaktionelle Auseinandersetzung besser gewesen wäre: »Der Kollege hat das nicht ordentlich bearbeitet, weil ihm da der Einblick fehlt«, sagte er der FR. Der für die Rechtsextremen zuständige Redakteur war in Urlaub.
Stöber klagt zudem, dass ihm gute Leute und Geld fehlten.
Gegenüber dem »Störungsmelder« der »Zeit« schloss Stöber aus, die Pressemitteilung von der Internetseite seiner Zeitung zu entfernen: Schließlich würden auch die Pressemitteilungen anderer Parteien mitunter kommentarlos veröffentlicht.
Das ist die beste Begründung von allen. Im Klartext lautet sie: Wir arbeiten doch …
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Der Axel-Springer-Verlag hat bekanntlich vor der letzten Bundestagswahl beschlossen, dass keine seiner Zeitungen oder Zeitschriften Anzeigen der »Linken« abdruckt. Es gebe Zweifel an der »Verfassungskonformität«, begründete der Verlag seinen Boykott, der »ein sachlicher Vorgang und nicht politisch motiviert« sei.
Und damit zu einem ganz anderen Thema.
Am vergangenen Mittwoch gab der NPD-Landesverband Sachsen eine Pressemitteilung heraus, in dem der Kreisverband Nordsachsen die »Selbstbedienung« der von der NPD so genannten »Systemparteien« kritisierte. Und wie gingen die Journalisten der »Torgauer Zeitung«, einer Lokalausgabe der »Leipziger Volkszeitung«, die von der Axel-Springer-AG gemeinsam mit dem Madsack-Verlag herausgegeben wird, mit dieser Pressemitteilung um?
Sie veröffentlichten sie ungekürzt und im Wortlaut.
[via NPD-Blog, Stralau-Blog]
Klarstellung, 27. August: Die »Torgauer Zeitung« ist eine Regionalausgabe der »Leipziger …
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Was ist da heute passiert?
Ich glaube, der Hype um den angeblichen Nazi-Eklat im sächsischen Landtag, der heute kollektiv die deutschen Medien erfasste, ist ein Lehrstück dafür, welch beunruhigende Wirkung die Dominanz von »Spiegel Online« als einsames Internet-Leitmedium entwickeln kann.
Eigene Recherche oder auch nur der Rückgriff auf vorhandenes Expertenwissen spielen im Alltag deutscher Online-Redaktionen kaum eine Rolle. Dort sitzen überwiegend Menschen, die nicht mehr tun, als am Fließband die unaufhörlich eintrudelnden Meldungen von Nachrichtenagenturen in Form zu bringen (besten– oder schlechtestenfalls ergänzt um blind aus »Bild« übernommene Meldungen). Auf der Suche nach Orientierung tun sie das, was auch die meisten Leser machen: Sie schauen auf »Spiegel Online« nach.
»Spiegel Online« aber ist ein Boulevardmedium. Und das eigentliche Problem daran ist nicht, …
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Glaubt man »Spiegel Online« und »Welt Online«, ist heute etwas Schlimmes im Sächsischen Landtag passiert:


Tja, von welcher anderen Partei mögen wohl die Stimmen für den NPD-Kandidaten gekommen sein? Ich weiß es auch nicht, hätte aber einen Verdacht:
Für die NPD sind vor dreieinhalb Jahren nicht acht, sondern zwölf Abgeordnete in den Landtag eingezogen; vier davon schieden später teils freiwillig, teils unfreiwillig aus der NPD-Fraktion aus und sind jetzt fraktionslos.
Den Gedanken, dass drei Abgeordnete, die für die NPD in den Landtag gezogen sind, für einen Ministerpräsidentenkandidaten der NPD stimmen, finde ich sehr, sehr uneklatiös.
Aber jede Wette, dass die »Eklat«-Artikel …
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