Tag Archive for: Peter Turi

vanityfair​.de entfernt Turis Artikel (2.update)

30 Mai 07
30. Mai 2007

Aus dem Online-Angebot von „Vanity Fair“ sind nun sämtliche Artikel von Peter Turi verschwunden, der dort bis vorletzte Woche noch unter dem Titel „Turi am Sonntag“ über Medien bloggte. Wer die Seiten aufruft, erhält nur eine Fehlermeldung — und in einem Fall eine einzelne, traurige Überschrift, die wohl versehentlich stehengeblieben ist.

Ob und wie das mit der Abmahnung durch Don Alphonso zusammenhängt, der erfolgreich gegen ein Foto und eine Formulierung vorgegangen ist, oder mit der fehlerhaften Berichterstattung über einen Rechtsstreit mit anderen Beteiligten im selben Artikel oder mit Turis Weigerung, sich mit der Kritik überhaupt auseinanderzusetzen — ich weiß es nicht.

[via Blogbar]

Nachtrag, 12.20 Uhr. Der Condé-Nast-Verlag teilt mir mit:

„Der Blog wird in seiner bisherigen Form nicht weitergeführt; Peter Turi ist jedoch nach wie vor als Autor für Vanity Fair tätig.“

Auf meine Frage, warum alle bisherigen Beiträge Turis gelöscht wurden, habe ich bisher keine Antwort bekommen.

Nachtrag, 12.55 Uhr. Jetzt aber:

„Sie wurden nicht gelöscht; die wichtigsten Beiträge von Turi werden gerade in Artikel überführt, daher sind sie gerade nicht online.“

Turi stolpert beim Tanz durchs Minenfeld

27 Mai 07
27. Mai 2007

[Disclosure: Peter Turi war vor vielen Jahren ein Auftraggeber von mir; José Redondo-Vega ist vor etwas weniger Jahren — weitgehend erfolgreich — juristisch gegen einen Artikel von mir vorgegangen; mit ix bin ich befreundet. Man könnte diesen Eintrag also als persönliche Angelegenheit verstehen. Das wäre aber ein Missverständnis.]

In den vergangenen Tagen sind ein paar Dinge aus dem Internet verschwunden. Eine Art Jugendfoto von Don Alphonso auf den Online-Seiten von „Vanity Fair“ zum Beispiel (verkleinerter und verfremdeter Screenshot rechts). Und aus dem Artikel namens „Minenfeld 2.0“, den es bebilderte, fünf Wörter:

Auftritt Don Alphonso, selbsternannter Rächer der Entbehrten, Beschützer von Web-Witwen und Waisenknaben. Heißt im wahren Leben Rainer Meyer, lebt vom Erbe seiner Eltern und dem Glauben, dass ohne ihn die Blogosphäre unter die „Johurnaille, PR-Nutten und Blog-Versager“ fällt.

Auch aus turi2​.de, der „Seite für Medienmacher“ von Peter Turi, dem Autor des vanityfair.de-Artikels sind Foto und Textstelle ohne Erklärung entfernt worden.

Don Alphonso (oder Rainer Mayer) ist juristisch gegen beides vorgegangen. Das mit dem Erbe seiner Eltern sei in doppelter Hinsicht falsch, sagt er: Sie leben, und er lebt nicht von ihnen. Da geht es um Rufschädigung und falsche Tatsachenbehauptung. Und das Foto hätten Turi bzw. vanityfair​.de rechtswidrig verwendet, dazu noch ohne Quellenangabe. Seine Abmahnungen haben offenkundig Wirkung gezeigt.

Es ist noch etwas verschwunden in den letzten Tagen aus dem Online-Auftritt von „Vanity Fair“: Turis Name in der Übersicht über die Blogs, die die Illustrierte anbietet. Das muss nicht unbedingt miteinander zusammenhängen, aber Tatsache ist: Aktuell gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Medienkolumne „Turi am Sonntag“ auf vanityfair​.de noch fortgesetzt wird.

Mindestens so interessant ist allerdings, was nicht verschwunden ist aus dem Online-Auftritt von „Vanity Fair“ und Turis Artikel: Mehrere falsche Aussagen über einen Rechtsstreit zwischen dem Blogger ix (Felix Schwenzel) und dem Kress-Verlag. Turis Blog-Einträge sind notorisch ungenau, und auch in diesem Fall hat er einige Behauptungen aufgestellt, die nachweislich nicht stimmen. Das ist für die Beteiligten besonders ärgerlich, weil es sich um einen laufenden Rechtsstreit handelt.

Turi wusste, bevor er den Artikel veröffentlichte, über die Fehler darin. Und der Redaktionsleiter von vanityfair​.de, José Redondo-Vega, ist am Tag darauf von ix darauf hingewiesen worden. Als ix zwei Wochen später noch keine Antwort hatte und der Artikel unverändert dastand, fragte ich bei Redondo-Vega nach:

  • Ist es Politik von vanityfair​.de, Artikel auch dann zu veröffentlichen, wenn sie fehlerhaft sind?
  • Ist es Politik von vanityfair​.de, fehlerhafte Artikel auch nachträglich nicht zu korrigieren?
  • Antworten Sie grundsätzlich nicht, wenn Sie ein Betroffener auf Fehler in einem Artikel auf vanityfair​.de hinweist, oder ist das nur im konkreten Fall so?

Redondo-Vega antwortete mir, dass die Klärung des Sachverhaltes laufe, er sich aber nur gegenüber den Betroffenen äußern werde. (Er lehnte meine Bitte ab, seine Antwort hier veröffentlichen zu dürfen.) Plötzlich bekam aber auch ix eine Antwort (die man ebenfalls nicht veröffentlichen darf), in der Redondo-Vega beteuerte, die Vorwürfe ernst zu nehmen und ix empfahl, niemandem mehr von der Angelegenheit zu erzählen (einen Grund, warum das in Felix‘ Interesse sein sollte, nannte er nicht). Redondo-Vegas Wunsch nach Akteneinsicht lehnte ix ab; seitdem hat er nichts mehr von vanityfair​.de gehört.

Dafür bekam ich eine E-Mail von Peter Turi, der schrieb, er sei von Redondo-Vega gebeten worden, meine Mail zu beantworten. Seine Antwort lautet vollständig:

Mir ist die Zeit zu schade, um auf Mails ohne jedwede Substanz einzugehen.

Vielleicht fehlte ihm die Substanz, die Don Alphonso in Form eines Anwalts mitbrachte.

In eigener Sache und in Sachen Turi

23 Apr 07
23. April 2007

Was ich immer noch nicht weiß: Wann ist es besser, jemanden zu ignorieren? Und wann, sich öffentlich mit ihm auseinanderzusetzen?

Im Ignorieren bin ich, wie gesagt, nicht besonders gut. Ich bin besser darin, mich an Dingen abzuarbeiten. An 9Live zum Beispiel: Natürlich müsste ich diesen Sender nicht gucken. Aber auch wenn ich ihn nicht hingucke, weiß ich, dass er da ist und die Leute ausnimmt. Und wenn ich dann mal wieder fassungslos eine Stunde davor gesessen habe, geht es mir besser, wenn ich mich dann noch eine Stunde hinsetze und das, was ich gesehen habe, wenigstens aufschreibe.

Ich bin aber auch überzeugt, dass es gut ist, wenn 9Live oder „Bild“ und ihre Methoden mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Aber es gibt Themen und Menschen, da ist das sicher anders. Da ist die beste Art der Auseinandersetzung: keine Auseinandersetzung. Den Krakeeler einfach ignorieren. Nicht noch mehr Leute, die ihn bislang gar nicht wahrgenommen haben, auf ihn aufmerksam machen. Einfach nichts tun und warten, bis sich das Geschrei gelegt hat. Darin bin ich nicht so gut.

Und selbst, wenn ich besser darin wäre: Wann ist welche Reaktion richtig? Wenn mir einer Tag für Tag wieder den Stinkefinger zeigt, na gut, das ist klar: einfach ignorieren. Aber wenn er dann anfängt, Dinge zu behaupten, die nicht stimmen — auch ignorieren?

Um es mal konkret zu machen: Peter Turi. War vor vielen Jahren mal mein Auftraggeber beim „Kress Report“, bis wir uns im Streit trennten. Ich habe keine Rechnungen mit ihm offen, ich möchte einfach nur nichts mit ihm zu tun haben. Das ließe sich theoretisch auch problemlos einrichten, nur dass Turi, seit er das Bloggen für sich entdeckt hat, sich irgendwie an mir abarbeitet. Okay, das ist sein gutes Recht. Auch wenn ich inzwischen das Gefühl habe, dass da jeden Tag jemand wild hüpfend und „Komm doch!“-rufend um meine Aufmerksamkeit und Streit bettelt. Ich bin in den vergangenen fünf Tagen nicht weniger als fünfmal in seinem Blog kritisch gewürdigt worden. In drei seiner letzten fünf „Vanity Fair“-Kolumnen kam mein Name vor.

Klare Sache: ignorieren. Soll er doch.

Nur ist es so, dass Turi schlampt. Würden wir bei BILDblog so arbeiten wie er, hätte uns Springer längst in Grund und Boden geklagt. Und zwar mit Recht. Mal behauptet er fälschlicherweise, ich hätte den „FAS“-Kollegen ein (falsches) Gerücht gesteckt, aufgeschnappt auf einer Veranstaltung, auf der ich nicht einmal war. Ich weise ihn darauf hin, er korrigiert es. Dann legt er mir ein Zitat von Christoph Schultheis in den Mund. Ich weise ihn darauf hin, er korrigiert es. Dann legt er mir ein anderes Zitat von Christoph Schultheis in den Mund. Ich weise ihn darauf hin, er korrigiert es. Zwischenzeitlich legt er Don Alphonso ein erfundenes Zitat in den Mund. Und schreibt einen Blog-Eintrag nach dem anderen, der erst nach Beschwerden oder Hinweisen in den Kommentaren korrekt ist.

Ab wann ist die Schwelle erreicht, wo es sich dann doch lohnt, das Ignorieren wieder aufzugeben und mal gründlich und ausführlich aufzuschreiben: So arbeitet der Herr Turi?

Gestern hat er in seiner Kolumne auf vanityfair​.de über Don Alphonso und über eine juristische Auseinandersetzung zwischen Felix Schwenzel und dem „Kress Report“ geschrieben. Er hat, bevor er sie veröffentlicht hat, die entscheidenden Passagen Felix geschickt. Felix hat ihn dann darauf hingewiesen, dass wesentliche Aussagen, darunter mal wieder Zitate, falsch sind. Turi hat sie trotzdem veröffentlicht.

Nun steht es da: falsch, falsch und falsch. Was besonders ärgerlich ist, weil es sich um ein laufendes juristisches Verfahren handelt, was Turi aber, wie so vieles andere, nicht gewusst zu haben scheint. Ignoriert man das nun auch alles noch? Insbesondere die Beteiligten, die sich eigentlich zu diesem Zeitpunkt gar nicht öffentlich im Detail zu dem Fall äußern wollten?

Reicht es zu hoffen, dass Turi, wenn nur alle anderen angestrengt genug weggucken, irgendwann wieder aus dem Internet gehen wird, wie sich ein unfreundlicher Kommentator bei ihm neulich gewünscht hat?

„Ondit“ ist eh ein doofes Wort

02 Apr 07
2. April 2007

Blogger sind kritische Menschen, auch und gerade gegenüber Mit-Bloggern. Sie fragen nach, sie graben tiefer …

Schrieb Peter Turi vor ein paar Tagen in einem ganz anderen Zusammenhang. Ist natürlich Quatsch. Ohne nachzufragen oder überhaupt eine Schüppe in die Hand zu nehmen, bloggte Turi nun dies:

Marl-Korrespondent Stefan Niggemeier hat bei der Grimme-Preis-Verleihung ein interessantes Ondit aufgeschnappt und es seinem "FAS"-Kollegen Harald Staun als "offizielles Exklusiv-Gerücht" gesteckt: die "Sportschau"-Moderatorin Monica Lierhaus soll Nachfolgerin von Anne Will bei den "Tagesthemen" werden. Auch Will kam aus dem ARD-Sport.

Dabei war ich nicht mal in Marl, geschweige denn, dass ich dort oder irgendwo irgendwas aufgeschnappt oder irgendwem gesteckt hätte.

Puh. Ein denkbar glatter Fehlstart in die neue Kolumne, die Turi für vanityfair​.de schreiben soll. Gut dass Sascha Lobo nicht so schludert.

alleshateinendenurdiewursthat2​.de

27 Feb 07
27. Februar 2007

Zu den von der Wissenschaft noch sträflich vernachlässigten Nebenwirkungen des Internets gehört die euphorisierende Wirkung, die der Erwerb einer Domain auslösen kann. Ist es denkbar, dass eigene Denic-Rezeptoren im Gehirn auf eine erfolgreiche Registrierung mit der Ausschüttung von Botenstoffen reagieren? Kann dieser Rausch süchtig machen? Muss der Staat das unkontrollierte Registrieren von Domains verbieten?

Ich selbst beispielsweise bin seit zwei Jahren stolzer Besitzer der Adresse flauschzottel​.de.

Und die Seuche hat offenbar weitere Opfer gefordert: zum Beispiel Peter Turi. Vor einigen Jahren entwickelte er eine Geschäftsidee namens internet123, die ungefähr darin bestand, sich für jeden noch so abwegigen Begriff eine Domain mit der Endung „123​.de“ zu sichern. Wer irgendwas über Nacktnasenwombats suchte, sollte nur www​.nacktnasenwombats123​.de eingeben müssen und würde zu einem Portal mit Informationen über Nacktnasenwombats und Links zu Nacktnasenwombat-relevanten Seiten kommen. Soweit der Plan. Abertausende Domains waren bereits registriert, als das Geld ausging. Das war vor gut fünf Jahren.

Am Wochenende wurde bekannt, dass Peter Turi nicht mehr Geschäftsführer einer Firma namens „Medien 2.0 Verwaltungsgesellschaft“ ist. Turi besitzt zwar noch die Domain medien2​.de, hat sich aber — interessanterweise nach der vermutlichen Trennung von der Medien-2.0-Firma — die Adresse medien20​.de gesichert.

Irgendwie hängt er an der Zahl. Sehr. Er betreibt eine Internetseite namens turi2​.de, zu der die Adressen bookmarks2​.de, koepfe2​.de, specials2​.de, gruender2​.de, firmen2​.de, lexikon2​.de und heute2​.de gehören.

Neulich, als ich mich darüber ärgerte, dass er in meine Texte Dinge hineinliest, die da nicht drinstehen, wollte ich einen blöden Witz machen, dass das wohl daran liegt, dass er sich lesen2​.de noch nicht gesichert hat. Zum Glück prüfte ich das vorher schnell noch nach und stellte fest: Er hat sich lesen2​.de gesichert.

Und dann hab ich gestern abend mal eine Stunde ein lustiges Denic-Quiz gegen mich selber gespielt: heiteres Turi-Domain-Raten. Und fand nicht nur lesen2​.de, sondern auch:

fragen2​.de
sehen2​.de
hoeren2​.de
schreiben2​.de

Und:

anzeigen2​.de
autoren2​.de
interview2​.de
journalismus2​.de
journalisten2​.de
marketing2​.de
presse2​.de
print2​.de
unternehmen2​.de
unternehmer2​.de
verkaufen2​.de
verlage2​.de
verleger2​.de
werben2​.de
werbung2​.de
zeitungen2​.de
zeitschriften2​.de

Sowie:

finden2​.de
suchen2​.de

Und:

gestern2​.de
morgen2​.de
woche2​.de

Nicht zu vergessen:

kochen2​.de
essen2​.de
trinken2​.de
familie2​.de
eltern2​.de
freunde2​.de

Sowie selbstverständlich:

blogs2​.de
bloggen2​.de
internet2​.de

Außerdem:

walldorf2​.de
heidelberg2​.de
debatte2​.de
wissen2​.de
neu2​.de
berater2​.de
chef2​.de
jobs2​.de
karriere2​.de
gesundheit2​.de
umwelt2​.de
fernsehen2​.de
film2​.de
fotos2​.de
hoerfunk2​.de
spots2​.de
sprecher2​.de
videos2​.de

Und sogar:

kultur2​.de
lachen2​.de
laufen2​.de
singen2​.de
spiele2​.de
spielen2​.de
theater2​.de

Nachdem ich festgestellt hatte, dass er sich dejavu2​.de nicht gesichert hatte, fiel mir nichts mehr ein.

Vor gut einem Jahr schrieb Turi über internet123​.de: „Für diese Idee habe ich gebrannt, an sie glaube ich noch heute und über sie sollten wir in fünf Jahren noch mal sprechen.“

PS: Ich hätte noch bloggr​.de im Angebot. Da ist zwar keine Zahl drin, aber dafür fehlt ein Buchstabe. Herr Turi?