Die 136 superlativsten Programmideen der Dritten

Es ist noch nicht so lange her, da musste man sich Sorgen machen um die Dritten Programme. Es schien, als wäre ihnen ein bisschen der Sinn und das Ziel verloren gegangen — jenseits der bunten Regionalberichte im Vorabendprogramm jedenfalls. Mit ernsten Themen und sperrigen Formaten ließen sich nicht die entscheidenden guten Quoten machen; Experimente bargen jedesmal die Gefahr, dass sie schiefgehen könnten; bald würde auch der letzte Ameisenbär im letzten Zoo beim Wiegen gefilmt worden sein, und besonders sensible Verantwortliche ahnten, dass sich nicht einmal mit »Tatort«-Wiederholungen allein auf Dauer ein Programm machen ließe, für das die Menschen Gebühren zahlen.

Zum Glück fand sich dann aber doch eine vielabendfüllende Aufgabe: Die Dritten Programme sortieren unsere Welt in Hitparaden.

Sie zerlegen sie …

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Programmhinweis (34)

Morgen bin endlich mal wieder zu Gast bei Holgi im »Blue Moon«. Ab 22 Uhr reden wir auf Fritz zwei Stunden lang miteinander und mit allen, die anrufen und durchkommen, über Medien — und wenn’s nach mir geht, vor allem über die schrille Diskussion um Bezahlinhalte im Internet und die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Menschen in Zukunft bereit sein werden, Geld für Journalismus auszugeben.

  • Montag, 11. Januar, 22 Uhr auf Fritz (RBB).

Hier zum Nachhören:

[Audio clip: view full post to listen]

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24 Stunden Berlin

Natürlich hätte ich den Rekorder programmieren und mir die erste Stunde, die von sechs bis sieben Uhr geht, gepflegt ab zehn ansehen können, anstatt mich im Morgengrauen aus dem Bett zu quälen. Aber das wäre nicht dasselbe gewesen. So sah ich, während ich mit der Müdigkeit kämpfte und den Tag verfluchte, Menschen, die mit der Müdigkeit kämpften und den Tag verfluchten. Im Fernsehen war es schon ganz schön hell, morgens um sechs, am 5. September 2008, in Berlin, und ich guckte aus dem Fenster und verglich.

Die Realzeit, in der das Mammutprojekt »24h Berlin« von Volker Heise einen Tag im Leben dieser Stadt erzählt, schafft erstaunliche Verbindungen zwischen dem Leben vor dem Bildschirm und dem Leben darin. Natürlich war die Ausstrahlung …

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Polylux

Auf Erstaunen stieß bei vielen die Entscheidung des RBB, in seinem Sparzwang ausgerechnet »Polylux« einzustellen: Das sei doch für den RBB eine imageprägende Sendung. Dabei ist das nun wirklich der beste Grund für einen Sender, »Polylux« einzustellen.

Am besten funktionierte »Polylux« zuletzt als Maßeinheit für verspätet entdeckte Zeitgeistthemen. Sie entspricht dem ungefähr doppelten Abstand zwischen einem tatsächlichem Trend und seinem Auftauchen im Fernsehen, funktioniert aber auch als Gradmesser, um das Ende eines Trends zu bestimmen: »Ist XY eigentlich noch angesagt oder hat ›Polylux‹ schon was drüber gemacht?«

Diese Woche unternahm das Magazin den Versuch, den Hype um »Sex and the City« zu erklären. Nun ist es eigentlich nicht so schwer, einen Gesellschaftstrend von Film-PR zu unterscheiden, aber die »Polylux«-Leute fahndeten unbeirrt …

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Wer hat’s erfunden? (3)

Und dann war da ja noch Roger Schawinski, der ehemalige Sat.1-Geschäftsführer, der — nachdem er drei Jahre in Berlin gelebt hat, wo es einen Sender namens Radio Eins gibt, der mit dem Slogan »Nur für Erwachsene« für sich wirbt — in der Schweiz einen Radiosender gründete, ihn Radio 1 nannte und ihm den Slogan »Nur für Erwachsene« gab.

Ich fand das ja ein bisschen einfallslos. Woraufhin Schawinski erklärte, er habe den Claim von Helmut Lehnert, der ihn erfunden habe, quasi geschenkt bekommen.

Nun ja. Der RBB, der in Berlin und Brandenburg das wirklich sehr schöne Programm von Radio 1 ausstrahlt, ist der Meinung, dass Lehnert da gar nichts verschenken konnte. Er habe selbst keine Rechte an dem Slogan …

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