Journalismus zu Grabe getragen

Am 20. Mai ist der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin gestorben. Erwin war ein höchst umstrittener Politiker. Aber das ahnt man nicht, wenn man sieht, wie die »Rheinische Post« publizistisch mit seinem Tod umgeht. Die Sonderseite, die sie in ihrem Online-Auftritt angelegt hat, lässt einen erahnen, wie das Zentralkomitee der SED die Möglichkeiten des Internets genutzt hätte (unter der Voraussetzung natürlich, sie hätte für jeden Mausklick Devisen bekommen).

Der folgende Überblick ist sicher unvollständig.

Erwins Leben dokumentieren drei Bildergalerien: »Sein Leben in Bildern« (35 Bilder), »Erwin mit großem Herz für Fortuna« (10 Bilder), »Erwin: Chronologie seiner Krankheit« (6 Bilder) und ein Nachruf im Video. Weil Erwin in vielen Gremien und Vereinen saß, widmet »RP-Online« dem Thema …

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Geht sterben (2)

Um 10.25 Uhr hat gestern ein Leser die Redaktion des Online-Angebotes der »Rheinischen Post« darauf hingewiesen, dass es sich bei ihrer von AFP übernommenen und (wie bei »RP Online« üblich) zum Eigenbericht umdeklarierten Meldung über das geplante EU-Verbot von Synchronisationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen um eine Falschmeldung handelte:

Er fügte als Beweis einen Link zur Homepage des Europaparlamentes bei und fasste seinen Kommentar sicherheitshalber mit den Worten zusammen:

Nochmal: Niemand im EP hat vor, Synchronisierungen zu verbieten.

Vier Minuten später kommentierte ein anderer Leser an der gleichen Stelle:

Vielleicht hat die RP hier etwas missverstanden?

(…) Wer sich die Pressemitteilung des Parlaments einmal anschaut, wird schnell feststellen, um was es dabei wirklich geht: darum, TV-Informationen generell mit Untertiteln für Hörgeschädigte …

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Sven Gösmann glaubt nicht an Zufälle

Der Chefredakteur der »Rheinischen Post«, Sven Gösmann, vermisst Empörung in diesem Land.

Der Termin mag Zufall sein, aber irgendwie glaubt man nicht dran: Am 16. Juni — einen Tag vor dem früheren Tag der deutschen Einheit — wollen sich die bisherige Linkspartei.PDS und die westdeutsche Linksgruppierung »Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit« (WASG) in Berlin zur gesamtdeutschen Partei »Die Linke« zusammenschließen. Die Geschmacklosigkeit ist wahrscheinlich in der hektischen, oft geschichtsvergessenen Berliner Republik kaum noch erklärbar: Dass die Nachfolger des SED-Regimes in der Nähe zum Datum des Gedenktages für den Volksaufstand in der DDR 1953 ihren bisher größten Tag im wiedervereinigten Deutschland erleben, sorgt nicht mehr für Aufsehen.

Ja, krass. Diese Berliner Republik ist so abgestumpft. Nichts bringt sie mehr aus der Fassung. …

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Spaß mit der »Rheinischen Post«

Heute mittag gelesen, wie der Online-Auftritt der »Rheinischen Post« aus einer schwachsinnigen »Bild«-Meldung eine noch schwachsinnigere eigene Meldung gemacht hat.

Heute nachmittag gelesen, wie die »Rheinische Post« aus einer nicht ganz richtigen ddp-Meldung eine ganz falsche eigene Meldung gemacht hat.

Und gerade im Feed von rp-online.de dies gefunden:

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Qualitätsmedien im Netz, Folge 3271

Gelegentlich wird BILDblog ja vorgeworfen, unsere Arbeit sei schon deshalb unsinnig, weil die meisten Leser eh nicht glaubten, was in der »Bild«-Zeitung steht. Interessanterweise aber glauben Journalisten, was in der »Bild«-Zeitung steht. Tag für Tag übernehmen sie »Bild«-Meldungen ungeprüft in ihre eigenen Medien — nicht nur in den Redaktionen der Boulevardmagazine im Fernsehen, auch bei vermeintlich seriösen Medien und deren Online-Ablegern.

Am vergangenen Wochenende fielen sie reihenweise auf das »Bild«-Märchen von Angelina Jolies »Schock-Beichte« herein, mit dem das Blatt groß aufmachte.

Zum Beispiel das Online-Angebot von der »Rheinischen Post«. Nach meiner Wahrnehmung bestückt kaum ein anderer Online-Ableger sein Angebot so konsequent mit selbst umgeschriebenen »Bild«-Meldungen, was natürlich damit zusammenhängen könnte, dass sowohl Zeitungs– als auch Online-Chef von »Bild« kommen. Jedenfalls hieß …

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