Tag Archive for: RTL

Programmhinweis

11 Jan 08
11. Januar 2008

Und weil es nicht gesund sein kann, sich immer nur mit so Trash auseinanderzusetzen, werde ich nachher lieber schön den Auftakt der neuen Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ live mitbloggen.

Ab 22.15 Uhr, nebenan beim „Fernsehlexikon“.

Möchten Sie jemanden anrufen?

27 Aug 07
27. August 2007

Am Samstagmorgen gab es für Journalisten zwei Möglichkeiten, sich über die neuen Spielregeln von „Wer wird Millionär?“ zu informieren. Sie konnten entweder eine (fehlerhafte) Meldung der „Bild“-Zeitung übernehmen. Oder die Angaben von der offiziellen Homepage der Sendung abschreiben. (Die dritte Möglichkeit, ein kurzer Anruf bei der auch am Samstag besetzten RTL-Pressestelle, lassen wir aus Gründen des Realismus einfach mal weg.)

Und nun kann man es schon einigermaßen bekloppt finden, dass sich die Nachrichtenagenturen AP und ddp für die „Bild“-Variante entschieden haben. Und dass AP auch am Sonntagvormittag noch einmal als „Wochenendzusammenfassung“ die von „Bild“ übernommene falsche Beschreibung des neuen „Risiko“-Jokers verbreitete, obwohl sich zu diesem Zeitpunkt sogar bild.de schon korrigiert hatte. Und dass AP es nicht übers Herz brachte, in der Korrektur dieser Meldung am Sonntagnachmittag das Wort „Korrektur“ unterzubringen, sondern sie als „zweite Zusammenfassung“ verbrämte.

Aber es kommt noch besser. Raten Sie mal, wer sich ebenfalls nicht auf die richtigen Angaben von RTL, sondern auf die fehlerhaften von „Bild“ und AP verließ:

(Inzwischen ist der entsprechende Artikel bei rtlaktuell.de verschwunden.)

Was RTL bei DSDS von 9Live gelernt hat

05 Mai 07
5. Mai 2007

In dem Interview, das DSDS-Aussteiger Max Buskohl „Spiegel Online“ gegeben hat, steckt Sprengstoff. Ich fürchte nur, er wird nicht explodieren.

Buskohl: Ich bin am Donnerstag zu den Leuten von RTL gegangen und habe ihnen gesagt, dass ich bei DSDS nicht mehr mitmachen will. Daraufhin ist dort die totale Panik ausgebrochen. (…) Die drehten völlig am Rad, weil sie Angst hatten, dass mein Ausstieg ihre Show kaputt macht.

SPIEGEL ONLINE: Dann hat RTL Ihnen einen Deal vorgeschlagen?

Buskohl: Ja, die Absprache war: Ich trete am Samstag noch in der Show auf und mache meinen Abgang erst am Sonntag öffentlich.

Eine RTL-Sprecherin widersprach, verausgabte sich aber nicht:

„Seiner Darstellung haben wir bereits vor rund zwei Wochen widersprochen (…).“

Damals hatte Pressechef Christian Körner gesagt, Buskohl habe dem Sender erst am Sonntag „endgültig“ mitgeteilt, dass er gehen wolle.

Ich glaube das nicht. Buskohl hat keinen Grund, die Unwahrheit zu sagen. RTL schon. Nach Buskohls Darstellung hat der Sender die Zuschauer betrogen. Und nicht in irgendeinem übertragenen Sinne, sondern in einem ganz materiellen. RTL hätte die Fans wie üblich immer und immer wieder aufgerufen, Geld auszugeben für eine Entscheidung, die längst gefallen war.

Und es geht hier nicht um Peanuts. RTL gibt grundsätzlich keine Auskünfte, wieviel Geld der Sender mit Telefonanrufen erlöst. Nach der ersten Staffel DSDS 2004 berichtete der „Spiegel“ aber, im Finale hätten 4,5 Millionen Anrufe dem Sender Einnahmen von 1,2 Millionen Euro beschert. Das mal so als Größenordnung.

Wenn Buskohl und sein Vater die Wahrheit sagen, hat RTL seine Zuschauer unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wohl um Millionen gebracht.

Monty Arnold

15 Apr 07
15. April 2007

Man darf sich da nichts vormachen: Vermutlich würde es völlig reichen, die Clips von aufditschenden Kindern, zusammenbrechenden Bühnen und brennenden Katzen mit Musik und ein paar Knatter-, Flutsch– und Mööp-Geräuschen zu unterlegen. Die Kommentare, die Monty Arnold der RTL-Video-Parade „Upps – die Superpannenshow“ hinzufügt, sind nur der Bonustrack. Schon dass es den gibt, ist ein kleines Wunder im Ach-reicht-doch-auch-so-Fernsehen, aber er ist auch noch: brilliant.

Alle paar Sekunden sehen wir irgendjemanden straucheln oder umkippen, aber die Fallhöhe kommt erst aus den Kommentaren. In einem Klassenzimmer stolpert jemand beim Rückwärtsgehen? „Die Abwahl von Vertrauenslehrer Kersten kam mit unfroher Plötzlichkeit während der Sozialkundestunde.“ Ein Mann mit einem Teppich über der Schulter purzelt beim Versuch, durch die Haustür zu kommen, über die Brüstung? „Zur mittelfristigen Verschönerung der Wohnung hat Frau Reimann ein Nippes-Kraftfeld an der Wohnungstür eingeschaltet.“ An einem Stein im Fluss stoßen zwei Kanus zusammen? „Schon Odysseus hatte in dieser Ecke Ärger mit den Stromschnellen. Aber Kosmans und Haubrichts können ja alles besser.“

Arnolds Kommentare sind meisterhafte Minaturen, die jedem körnigen und dutzendfach wiederholten Amateurvideoschnipsel eine falsche Tiefe verleihen, als wäre er ein kostbarer Einblick in einen wunderbaren fremden Kosmos. Wenn einem Gleitschirmflieger beim Loslaufen die Hose runterrutscht, erzählt er: „Fünf Jahre lang hatte Herr Dinkel diese Anschaffung seiner Frau für eine Parabolantenne gehalten und sich über den schlechten Empfang gewundert. Jetzt ein neuer Anlauf.“ Wenn ein Mann vergeblich versucht, trockenen Fußes in einem Fluss aufs Pferd zu kommen, sagt er: „Fischershöhe ist die bei Mensch und Tier unbeliebteste Pferdehaltestelle im ganzen Tarifbereich.“

Es ist der virtuose Einsatz der Text-Bild-Schere ebenso wie die schlichte Freude an Wörtern wie „Tarifbereich“ und Namen wie „Vater Seidenkröster“ oder „Evalotte“ (besonders gerne bei offensichtlich amerikanischen Clips). In seinen besten Momenten erinnert das an die wunderbare Art, wie Hanns-Dieter Hüsch in der ZDF-Reihe „Väter der Klamotte“ amerikanische Slapstickstummfilme vertonte – Kabarettist Arnold hat in einem eigenen Programm Filme von Stan & Olli ähnlich bearbeitet.

Und manchmal ist auch völlig egal, was zu sehen ist, um einen Kalauer zu machen: „Familie Antonioni ist seit Generationen im Fischgeschäft. Aber sie wird einfach nicht bedient.“

© Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Echo, live on tape

25 Mrz 07
25. März 2007

Frage: Was bedeutet das Wort „LIVE“, das RTL in die Aufzeichnung der Echo-Verleihung einblendet?

Zusatzfrage: Ist denen das nicht zu doof, wenn das, was mit über zwei Stunden Verzögerung „live“ auf RTL zu sehen ist, lange vorher schon woanders zu sehen war? (Okay, ich ziehe die Zusatzfrage zurück.)

Konsequent allerdings, dass RTL.de als Aufmacher auf seiner Seite zum Echo auch jetzt, hinterher, noch Karten für die Veranstaltung verlost: