Wo bei 3sat der Spaß aufhört

In der aktu­el­len Folge ihres wöchent­li­chen Witz– und Schimpf-Duells set­zen sich die Her­ren Six­tus und Lobo mit den (gefühl­ten) Wahl­pro­gram­men der Par­teien aus­ein­an­der, dar­un­ter dem der CSU. Ins Fern­seh­pro­gramm von 3sat, das die Reihe in sei­ner Com­pu­ter­sen­dung »Neues« zeigt, schaffte es die­ser Teil nur nach einem win­zi­gen Schnitt:

[Offen­le­gung: Ich betreibe mit Sascha Lobo und Mario Six­tus ein Auf­merk­sam­keits– und Mei­nungs­kar­tell im Internet.]

Sascha Lobo bloggt

Kann es wirk­lich sein, dass dar­auf — außer in die­sem Twit­ter­dings — noch nie­mand hin­ge­wie­sen hat?

Einfach mal abschalten!

Soeben erreicht mich fol­gende Pressemitteilung:

Schal­ter (Sym­bol­foto).
Foto: Win­nie Quan.

Ber­lin / Han­no­ver. Die CeBIT star­tet mit einem Pau­ken­schlag. Das erfolg­rei­che Blog stefan-niggemeier.de/blog, bekannt als Inno­va­ti­ons­markt­füh­rer im Bereich der Medi­en­blog­ge­rei und preis­ge­krönt für seine nach unten offe­nen Kom­men­tar­spal­ten, hat heute bekannt gege­ben, als ers­tes Blog welt­weit eine indi­vi­du­ell abschalt­bare Kom­men­tar­funk­tion ein­zu­füh­ren. »Auf diese Weise kom­men wir den Wün­schen vie­ler Blog-Leser nach, die sich von die­sem inter­ak­ti­ven Moment bedroht fühl­ten oder das unfass­bare Gesab­bel unter viele Ein­trä­gen nicht mehr ertru­gen«, erklärte Blog-Betreiber Ste­fan Nig­ge­meier das neue Fea­ture in dem nach ihm benann­ten Blog. Durch das Zu– und Abschal­ten der Dis­kus­sion mit den Lesern kann jeder das Niveau des Blogs mit einem ein­zi­gen Klick ver­viel­fa­chen und hal­bie­ren bzw., je nach Stand­punkt, hal­bie­ren und vervielfachen.

Sascha Lobo, stra­te­gi­scher Bera­ter und Ver­mark­ter von stefan-niggemeier.de/blog, sieht in der Tech­nik einen wei­te­ren Schritt auf dem Weg zur Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Blo­go­sphäre und erwar­tet eine Explo­sion der Wer­be­er­löse im bis zu ein­stel­li­gen Pro­zent­be­reich: »Die Kom­men­tare auf stefan-niggemeier.de/blog bewei­sen die inten­sive Mit­mach­a­bi­lity von Blogs bis tief in die unte­ren Ziel­grup­pen hin­ein. Durch die indi­vi­du­elle Abschalt­bar­keit wird sich die Nut­zer­va­ri­anz sehr stark ein­en­gen — ein kla­rer Vor­teil für den Wer­be­kun­den, weil Kom­men­tare nicht mehr unbe­ab­sich­tigt gele­sen oder geschrie­ben wer­den dürften.«

Lobo plant dar­über hin­aus eine stra­te­gisch par­al­lel auf­ge­stellte Kom­men­t­ar­com­mu­nity, oder kurz Komm­m­mu­nity, um sich als »First Mover im Bereich Indi­vi­dua­li­zed Com­men­tary Annoyance Modu­la­tion« zu posi­tio­nie­ren. Nig­ge­meier will mit der Erwei­te­rung auch phi­lo­so­phi­sches Neu­land erobern: »Ob der Kom­men­tar da ist oder nicht, das bestimmt allein der Nut­zer, bei­des ist gleich­zei­tig mög­lich.« Das Pro­jekt soll gleich­zei­tig als Hom­mage an das Digi­tale Kom­men­ta­riat ver­stan­den wer­den, als tech­ni­sches Denk-Mal, das den Men­schen zei­gen soll, dass bis heute nicht in allen Län­dern Kom­men­tare mög­lich sind.

Das Fea­ture beruht auf einer Tech­no­lo­gie aus der PHP-Manufaktur Dipl.-ix.

[Überschrift kommt noch]

Spä­tes­tens mor­gen schreibe ich dann hier den Ein­trag, in dem ich auf den schö­nen Text von Sascha Lobo beim ix hin­weise, mit dem er Leute sucht, die bereit sind, für ein Buch, das er gerade auf­schiebt schreibt, über ihre Pro­kras­ti­na­ti­ons­er­fah­run­gen zu berichten.

Sie nennen es koreanisch

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