
Der »Tagesspiegel« war sichtlich stolz auf seine Exklusiv-Meldung. Online hob er sie mit einem gelben Textmarker-Hinweis hervor; gedruckt brachte er sie ganz oben auf Seite 1.
Sie lautete:
Wulffs Anwalt: Antworten bleiben geheim
Berlin — Bundespräsident Christian Wulff verweigert die Herausgabe von Fragen und Antworten zu seiner Affäre. Dies teilte sein Anwalt Gernot Lehr, der die Fragen für Wulff beantwortet hat, dem Tagesspiegel mit. »Der im Mandantenauftrag geführte Schriftverkehr zwischen Anwälten und Dritten fällt unter die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht. Aus diesem Grund sowie aus Gründen der praktischen Handhabbarkeit für alle Beteiligten ist eine zusammenfassende Stellungnahme erfolgt«, sagte Lehr. In seinem TV-Interview hatte Wulff gesagt: »Ich geb Ihnen gern die 400 Fragen, 400 Antworten.« (…)
Die Agenturen sprangen sofort darauf an. Schon …
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Am vergangenen Montag, 2. Januar, berichtete »Spiegel Online« exklusiv:
Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE telefonierte Wulff auch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Springer AG, Mathias Döpfner, um diesen zu bitten, bei Diekmann Einfluss zu nehmen. Doch der Konzernchef, in dessen Haus die »Bild« erscheint, soll ihm in knapper Form beschieden haben, sich nicht in die Belange der Redaktion einmischen zu wollen.
Der Springer-Verlag antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE, ob es ein Telefonat mit Döpfner gab. Am Nachmittag bestätigte dann der Verlag den Gesprächsversuch Wulffs mit dem Vorstandschef.
Was danach geschah:
dapd, 2. Januar, 16:14:
Wulff intervenierte auch bei Springer-Chef Döpfner wegen Artikel
(…) Wulff habe neben dem Chefredakteur der »Bild«-Zeitung, Kai Diekmann, auch beim Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, interveniert, …
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»Spiegel Online« kritisiert den neuen »ARD-Ratgeber Internet«:

Oh süße Ironie: Den Link auf das erwähnte Videoblog sucht man bei »Spiegel Online« vergeblich.
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Sie sind Aufregungs-Junkies bei »Spiegel Online«, süchtig nach Spannung. Sie sind inzwischen sehr gut darin geworden, sich den Stoff zu besorgen, und können ihn notfalls auch selbst erzeugen. Wenn sich zwei Streithähne versöhnt haben, beginnt für »Spiegel Online« schon die Frage, wie lange das Bündnis wohl halten wird; im Moment des höchsten Triumphes schreibt »Spiegel Online« immer schon den bevorstehenden Abstieg herbei, um neue Spannung zu produzieren.
Sie haben dadurch regelmäßig das Problem, dass sie feststellen müssen, dass ein mit Spannung erwartetes Ereignis, wenn es endlich eintritt, gar keine Überraschung mehr ist, was in der »Spiegel Online«-Welt automatisch gegen das Ereignis spricht. Und noch schlimmer: Es gibt Gelegenheiten und Vorkommnisse, aus denen sich beim besten Willen …
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Dieser Fehler hat tatsächlich Symbolwert. Das, was da auf dem iPhone zu sehen ist, ist nämlich nicht die Verlagsseiten-mordende »Tagesschau«-App, sondern die aus irgendwelchen Gründen ungleich ungefährlichere Internetseite tagesschau.de.
(Die Meldung von »Spiegel Online« ist übrigens eine Agenturmeldung von dpa, die über einen Inhalt aus dem gedruckten »Spiegel« informiert. Bestimmt ist das auf irgendeiner Ebene journalistisch, arbeitsökonomisch oder markentechnisch sinnvoll.)
[mit Dank an PD!]
Nachtrag, 13.00 Uhr. Auch der gedruckte »Spiegel« weiß nicht, wie die »Tagesschau«-App aussieht.

[via Altpapier; hier im Bild die Version aus der »Spiegel«-App]
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