Christian Nienhaus und die große Ignoranz

Christian Nienhaus ist einer der beiden Geschäftsführer der WAZ-Gruppe (»Westdeutsche Allgemeine Zeitung«, »Westfälische Rundschau«, »Die Aktuelle«) und Landesvorsitzender des nordrhein-westfälischen Zeitungsverlegerverbands. Er kommt von »Bild«. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« hat heute ein erstaunliches Interview mit ihm geführt.

Herr Nienhaus, die WAZ-Gruppe klagt mit sieben Verlagen gegen die Tagesschau-App der ARD. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH gehört dazu. Was haben Sie denn gegen die öffentlich-rechtliche App?

Nienhaus: Der Rundfunkänderungsstaatsvertrag verbietet die Presseähnlichkeit der öffentlich-rechtlichen Internetdienste. Doch darüber entscheiden die Rundfunkräte, also die eigenen Gremien. Und diese verstehen sich häufig als Beschützer ihrer Rundfunkanstalten. Sie identifizieren sich mit der Anstalt statt diese zu kontrollieren. (…) Wir halten zudem die Kostenfreiheit der Apps für nicht korrekt. Hier wird, finanziert durch Quasi-Steuern, das …

Weiterlesen

Spätes Debatten-Opfer

Das Drama um einen abrupt gelöschten Blog-Eintrag auf »Welt Online« über Kai Diekmann (die Älteren werden sich erinnen) hatte noch personelle Konsequenzen: Der Verlag Axel Springer hat sich von Philip Steffan getrennt, der als Moderator für »Welt Debatte« gearbeitet hat.

Grund für die Trennung, die Steffan in seinem Blog »Schattenraum« als »Rauswurf« bezeichnet, obwohl sie formal im »gegenseitigen Einvernehmen« erfolgt sei, ist nach seinen Angaben ein Blog-Eintrag, den er damals geschrieben hatte. Er hatte darin die Entscheidung von »Welt«- und »Welt Online«-Chef Christoph Kesse, den pointierten Text Alan Poseners kommentarlos löschen zu lassen, kritisiert:

Poseners Artikel ist nun mal nicht mehr zu verstecken, also hätte man im Hause die Zähne zusammenbeißen und seinen Stolz herunterschlucken können und …

Weiterlesen

Totes Watchblog, gutes Watchblog

Gestern »empfahl« die »Welt Online« noch BILDblog:

Heute nicht mehr:

Und wer auch immer bei Springer dachte, es sei für ein Online-Angebot der Axel-Springer-AG doch besser, nicht auf uns zu verlinken, hat sorgfältig gearbeitet. Ursprünglich begann nämlich die zweite »Blogempfehlung« nach BILDblog, die für Watchblog.de, mit den Worten:

»Im Gegensatz zum Bildblog und der Spiegelkritik versucht sich [sic!] die Redaktion von Robert John die gesamte Medienszene in Deutschland kritisch zu beobachten (…).«

Auch in dieser Beschreibung ist nun der Hinweis auf BILDblog (und Spiegelkritik) verschwunden.

Und lustig daran ist vor allem, dass das erste Medienblog, das »Welt Online« nun empfiehlt, eines ist, das es in seiner ganzen Lebensdauer auf nicht mehr als zehn Einträge …

Weiterlesen

Fit für Axel Springer

Die Axel-Springer-Akademie »will Journalisten fit für das digitale Medienzeitalter machen«, sagt sie. Und deshalb lässt sie ihre Journalistenschüler auch bloggen.

Also, nein, natürlich nicht richtig, gottogottogott, wer weiß, was die dann schreiben! Nein, das Blog der Axel-Springer-Akademie heißt »jepblog« — »jep« wie »Jan-Eric Peters«, dem Direktor der Akademie. Und Peters schreibt auf, was seine Journalistenschüler aufgeschrieben haben. Er formuliert dann etwa: »Journalistenschülerin Margita Feldrapp schreibt über…« und dann kann man einen oder zwei Absätze lang lesen, was Journalistenschülerin Margita Feldrapp womöglich in ihr Blog schrübe, wenn sie eines hätte. Aber muss sie ja nicht, sie darf ja in das von Jan-Eric Peters.

Bemerkenswert ist, was den Journalistenschülern bei Axel Springer offenbar beigebracht wird: Sie scheinen zu lernen, Fragen über …

Weiterlesen

Werbung
blogoscoop