Jetzt erscheinen Artikel über Stefan Aust, die sich wie Nachrufe lesen. Und wenn schon Bilanz gezogen wird über sein bisheriges Lebenswerk und sein Wirken beim »Spiegel«, würde ich gerne an zwei Episoden erinnern.
Das eine ist die Geschichte, die Ulrike Simon in der »Welt am Sonntag« aufgeschrieben hat über Stefan Aust als pflichtbewussten Testfahrer von Luxusautos. Das andere ist die Geschichte, wie Aust einen von Experten in seiner Redaktion geschriebenen Artikel über Windkraft kippte und stattdessen später einen »Spiegel«-Artikel veröffentlichen ließ, der nicht nur seinen persönlichen Interessen entsprach, sondern teilweise auch vor seiner Haustür spielte, was der Artikel natürlich verschwieg. (Die wunderbare Dokumentation der Vorgänge durch Martin Niggeschmidt für »Message« hat die »Netzeitung« dankenswerterweise einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich …
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Und, um es mit kress.de und der traurigsten Jahrmarkt-Metapher des deutschen Journalismus zu sagen: »Schon dreht sich das Nachfolgekarussell«.
Bisher genannt als mögliche Nachfolger von Stefan Aust im Amt des »Spiegel«-Chefredakteurs:
Mathias Müller von Blumencron |||||
Martin Doerry ||
Cordt Schnibben |
Gabor Steingart |
Thomas Kleine-Brockhoff |
Giovanni di Lorenzo |||
Gerhard Spörl |
Uwe Vorkötter ||
Frank Schirrmacher |
Steingart & Blumencron |
Jakob Augstein & Blumencron |
Hans-Ulrich Jörges |
Kurt Kister |
Nikolaus Brender |
(Wird ggf. aktualisiert. Schwindel auf eigene Gefahr.)
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— Ein Gastbeitrag von Oliver Gehrs —
Der »Spiegel« ist nicht gerade dafür bekannt, dass er spart: Die Gehälter sind überdurchschnittlich, das viel zu teure Berliner Büro residiert mitten in den Blumenrabatten am Pariser Platz, und manchmal kann es sein, dass einen der Ressortleiter anhält, mehr Spesen zu machen. Öfter mit Informanten schick essen zu gehen.
Aber nun brechen andere Zeiten an. Unter dem neuen Geschäftsführer Mario Frank wird gespart. Und man nimmt es sympathischerweise nicht den Kleinen, sondern fängt mit dem wohl größten Posten im Personal-Etat an. Denn Chefredakteur Stefan Aust wird bestimmt eine Million im Jahr bekommen haben — das heißt, die jetzt erfolgte Kündigung könnte richtig Geld sparen. Aust hat einen Fünf-Jahresvertrag bis zum 31.12.2010, der aber jetzt erstmals …
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Wenn ich’s richtig gesehen habe, hat noch niemand etwas über die kleine Testwagen-Affäre von »Spiegel«-Chef Stefan Aust gebloggt, und das wäre doch schade, dafür ist sie zu entlarvend.
Also: Die »Automobilwoche« berichtet, dass Aust von VW zwei Autos testweise zur Verfügung bestellt bekam. Nein, keinen Polo, keinen Passat — den neuen Audi R8, 420 PS, 300 km/h Spitze, 14,6 Liter auf 100 Kilometer, Grundpreis jenseits von 100.000 Euro.
Die »Automobilwoche« schreibt wohl über merkwürdige Umstände, unter denen Aust die Autos angeblich zurückgegeben habe, aber spannend wird die Geschichte für mich erst, als die »Welt am Sonntag« sie aufgreift und bei Aust nachfragt, ob solche Geschichten denn vereinbar seien mit seiner Funktion als Chefredakteur eines unabhängigen Nachrichtenmagazins.
Die »WamS« veröffentlicht Austs schriftliche Antwort …
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