Schlag den Raab

Irgendwann, spätestens nach dem Grand-Prix-Erfolg in diesem Jahr, ist aus Stefan Raab, dem Schmuddelkind, in den Medien Stefan Raab, der geniale Entertainer geworden. Der Pro-Sieben-Moderator wird mit Lob und Preis überschüttet, und da ist es ein normaler und gesunder journalistischer Reflex, wenn eine Zeitschrift beschließt, gegen den Gleichklang anzuschreiben.

Aus jedem Absatz des Artikels, den der »Focus« vor drei Wochen veröffentlichte, spricht der Wille, etwas Negatives über Stefan Raab zu schreiben und die Naivität und Dummheit all der Stefan-Raab-Gutfinder zu entlarven. Der Mann ist offenbar gefährlich, denn er verflucht im eigentlichen Sinne des Wortes sein Publikum. Von der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises berichten die »Focus«-Autoren:

»Ihr kommt alle in die Hölle«, …

Weiterlesen

Lena und die Nööööööte von RTL

Von Lena Meyer-Landrut weiß man, dass sie keine privaten Fragen beantwortet. RTL aber ist ein Privatsender. Bei der ersten Pressekonferenz der deutschen Delegation in Oslo kam es zu einer Art Showdown.

RTL-Reporterin: Wer aus Ihrer Familie ist dabei, wer unterstützt Sie? Und wie wichtig ist es tatsächlich, auch jemanden aus der Family dann hier zu haben?
Lena: Nööööööt.
Stefan Raab: Man muss auch nicht jede Scheiße beantworten, Lena.
Lena: Nein, nein. Das beantworte ich nicht.
RTL-Reporterin: Familie zur Unterstützung dabei zu haben, findet Ihr scheiße?
Lena: Nein, die Frage. Also die Familienfrage an sich.
RTL-Reporterin: Okay. Also Familie ist immer Tabu?
Lena: M-h!
Stefan Raab: Joa, muss Frauke Ludowig halt mal ohne so’n Käse auskommen. Müsst ihr …

Weiterlesen

Sterne, die nicht gleich verglühen

Ab Dienstag sucht Stefan Raab den deutschen Vertreter beim Eurovision Song Contest. Aber will überhaupt noch jemand eine Castingshow sehen, der es ernsthaft darum geht, Talente zu entdecken?

· · ·

So standen sie im Nobelrestaurant oben im Berliner Reichstag, die Chefs von Pro Sieben und der ARD und der eigentliche Gastgeber, Stefan Raab, und sprachen relativ unironisch davon, dass es eine »nationale Aufgabe« sei, den richtigen Vertreter Deutschlands beim Eurovision Song Contest zu finden. Raab hatte darauf bestanden, dass die Pressekonferenz hier stattfindet, selbst als sich herausstellte, dass der früheste freie Termin eigentlich viel zu knapp vor dem Sendestart lag und die Programmzeitschriften darüber gar nicht mehr berichten könnten. Aber auf dieses Symbol wollte er nicht verzichten.

Natürlich hätte Raab solche …

Weiterlesen

Wer erklärt mir den Raab?

Ähm…

…nachdem mir Michael auch nicht weiterhelfen kann, muss ich jetzt doch mal in die Runde fragen: Kann mir jemand erklären, was daran beleidigend war?

Stefan Raab sagte bei der Bambi-Verleihung: »Ich möchte mich heute Abend mal bei einer Frau bedanken, ohne die ich nicht hier oben stünde. Bei Uschi Glas. Danke Mama!«

Ich verstehe, ehrlich gesagt, schon den Witz daran nicht, aber wo ist die Beleidigung? Uschi Glas ist 22 Jahre älter als Stefan Raab, sie könnte rein rechnerisch seine Mutter sein — ein Alterswitz ist es also nicht. Was sonst? Die »Bild«-Mitarbeiter Dominik Hug und Annette Pawlu sprechen von einer »Verbal-Attacke« und nennen …

Weiterlesen

Vor und hinter den Kulissen von »TV Total«

Bevor man bei »TV Total« auftritt, muss man sein Lebensrecht an die Produktionsfirma Brainpool übertragen. Nicht wirklich, natürlich, aber gefühlt. Neun Seiten ist der »Studio– und Eventshowgastvertrag« lang, den man zur Unterschrift bekommt, freundlicherweise ergänzt um eine fünfseitige »Anlage A« mit »Begriffsbestimmungen«, in denen meterlange Bandwurmsätze detailliert unterscheiden zwischen »Filmherstellungsrecht«, »Senderecht«*, »Kinorecht«, »Recht zur öffentlichen Vorführung«, »Videorecht«, »Tonträgerrecht«, »Datenbank– und Telekommunikationsrecht«, »Merchandisingrecht«, »Drucknebenrecht«, »Werberecht«, »Bewerbungs– und Werbeunterbrechungsrecht«, »Recht zur Drittwerbung«, »Klammerteilrecht« (kein Witz), »Synchronisationsrecht«, »Bearbeitungsrecht«, »Bühnen– und Hörspielrecht«, »Festival– und Messerecht«, »Archivierungsrecht«, »Titelrecht« und »Formatrecht«.

Ein ehemaliger Brainpool-Mitarbeiter hat mir mal erzählt, dass man die Profis daran erkennen könne, dass sie vor dem Unterschreiben des Vertrages sechs der neun Seiten einfach durchstreichen. Leider habe ich vergessen, welche.

· · ·

»Vertragspartner …

Weiterlesen

1 2
Werbung
blogoscoop