Der Braanchendienst »Meedia« hat mit Chefredakteur Frank Thomsen über meine Kritik an stern.de gesprochen. Thomsens Kernaussage ist möglicherweise:
Eine News-Seite ist ein komplexes Gebilde aus verschiedensten Dingen, die auch gewürdigt werden von Usern.
Die Tatsache, dass stern.de systematisch Bildergalerien, Videos, aber auch Artikel vervielfältigt und umdatiert und so zum Beispiel auch eine vier Jahre alte Falsch-Meldung als aktuell ausgibt, hält Thomsen für »sehr tiefgehende Technik-Diskussionen und viel Klein-Klein«. Das Veröffentlichungsdatum eines Artikels für das Veröffentlichungsdatum eines Artikels zu halten, nennt er ein »Missverständnis«.
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»Ein Stadtplan auf dem Rücken« betitelt stern.de den Bericht, dass sich Xavier Naidoo keinen Stadtplan auf seinen Rücken tätowieren lassen will, aber das ist nicht das Merkwürdigste daran. Über dem Artikel steht das Datum »17. Mai 2011″, aber im Text heißt es:
Wenn [Naidoo] am 7. Dezember mit seiner neuen Single »Was wir alleine nicht schaffen« bei der Verleihung der Auszeichnung Eins Live Krone 2006 auftritt, könnte er bereits die ersten Umrisse der Tätowierung präsentieren.
Der Artikel ist viereinhalb Jahre alt. Am 14. November 2006 hatte ihn stern.de erstmals veröffentlicht. Passend zu einem aktuellen Videointerview mit Xavier Naidoo holte man ihn aus dem Archiv, gab ihm eine neue Internetadresse und das aktuelle Datum.
Das hat Methode.
Ein Reuters-Video …
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Auf den ersten Blick ist es leicht, stern.de mit dem hochwertigen journalistischen Angebot zu verwechseln, als das es sich ausgibt. Auf der Startseite verbinden Fotos aktuelle Themen zu großen Blöcken; im Inneren sprudeln rund um die Uhr die Nachrichten.
Der Verlag Gruner+Jahr nennt stern.de »eine Art ›Antwortmaschine‹ von Menschen für Menschen. Alle Nachrichten werden auf ihre Bedeutung für den User fokussiert und mit weiterführenden multimedialen Inhalten verlinkt«. Der Werbevermarkter ems schreibt, stern.de richte sich »an alle, die aktuelle Themen nicht nur wissen, sondern deren Bedeutung für ihr Leben verstehen wollen«. Chefredakteur Frank Thomsen zählt seine Seite zur »Spitzengruppe« der »News-Websites«.
Nun.
367 Artikel hat stern.de gestern veröffentlicht. Knapp 300 davon sind Agenturmeldungen, die vollautomatisch …
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»Aktuelle News« steht in der Titelzeile über der Startseite von stern.de, und das ist nicht nur ein alberner Pleonasmus, sondern bezeichnet ziemlich genau, aus welchem Geschäft sich der Online-Ableger des »Stern« spätestens mit dem jüngsten Relaunch verabschiedet hat.
Ich hätte ja, ehrlich gesagt, größere Summen darauf gewettet, dass zum Beispiel am vergangenen Abend dort außer einem Pförtner niemand arbeitete. Aber Ralf Klassen, der Vize-Chef, twitterte gegen 17 Uhr:
In der Redaktion, noch knapp eine Stunde bis zu den ersten Prognosen der Landtagswahlen. Wir basteln an mehreren Szenarien… #Farbenlehre
Kurz darauf ergänzte er:
Erste Hürde genommen: Unsere super-schöne Wahlgrafik ist online. Zurzeit noch Umfragen, ab 18 Uhr mit aktuellen ARD/ZDF-Werten www.stern.de
Ich weiß persönlich nicht so genau, was für Kunststücke die ungezählten anderen …
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