… auf die Frage: »Wer glaubt denn schon, was in der ›Bild‹-Zeitung steht?«

(»Süddeutsche Zeitung«, Panorama-Seite, 23. Juli)
[mit Dank an Stefan K.!]
… auf die Frage: »Wer glaubt denn schon, was in der ›Bild‹-Zeitung steht?«

(»Süddeutsche Zeitung«, Panorama-Seite, 23. Juli)
[mit Dank an Stefan K.!]
Dinge, die so sind, wie man sich das immer gedacht hat, sind oft gar nicht so.
Die »Süddeutsche Zeitung« zum Beispiel schrieb am vergangenen Freitag über »Ich bin ein Star, holt mich hier raus«:
Je gebildeter ein Zuschauer, desto weniger interessiert ihn die Dschungelshow, brachte die Zuschauerforschung hinsichtlich der beiden ersten Staffeln heraus. Es wird niemanden überrascht haben. Eigene Misere befördert die Bereitschaft, Gefallen an Programmen wie diesem zu finden, bei denen es am Ende eben um Erniedrigung, Zirkus, Gladiatorenkämpfe und um Sadismus geht.
Reflexion und Rache eigenen Nicht-Genügens und selbst erfahrener Kränkungen: Ich bin ein Star — Holt mich hier raus! ist das Fernsehen der Gekränkten und Beleidigten.
Das ist ein bisschen kurzgeschlossen von »wenig Bildung« auf »eigene Misere«, aber abgesehen davon: Stimmt das …
»Sagen Sie mal, warum sind Sie eigentlich so fett: Ist das was Genetisches oder fressen Sie einfach so viel?«
…wäre natürlich auch eine interessante Einstiegsfrage für Dietmar Bär gewesen. Die »Süddeutsche Zeitung« hat es dann in ihrem Interview mit dem Schauspieler aber doch ein bisschen anders formuliert:
SZ: Herr Bär, wäre es vermessen zu vermuten, dass Sie gerne essen?
Dietmar Bär: Nee, das ist ziemlich richtig. Mit zunehmendem Alter, wenn man seine Erfahrungschichten übereinanderlegt, wird man ja Nahrungsspezialist.
SZ: Dann sitzen wir nicht grundlos in einem Café dieser Straße.
Bär: Wieso?
SZ: In dieser Straße gibt es ein indisches, ein chinesisches, ein französisches Restaurant, eine Weinhandlung, einen österreichischen Spezialitätenladen, ein Reformhaus, einen Öko-Bäcker und einen deutschen Metzger. Sie wohnen hier.
Sagen Sie jetzt nicht, …
Heute spielen wir Bildergalerienbingo mit der »Süddeutschen Zeitung«. Die hat ein Interview mit Sandra Maischberger geführt, und auf ihren Internetseiten präsentiert sie es in der schönsten journalistischen Form, die sie kennt: als zehnteilige Bildergalerie.
Das kann man an sich schon, nun ja: unfreundlich finden. Aber die Leute von sueddeutsche.de haben sich noch etwas besonderes ausgedacht: Es stehen nicht Frage und Antwort zusammen, sondern jede Seite endet mit einer Frage. Die Antwort folgt, wie bei einem Cliffhanger, erst nach dem Klick.
Bestückt ist die Bildergalerie, logisch: mit Bildern von Sandra Maischberger. Und als kleine Übung in Qualitätsonlinejournalismus versuchen Sie jetzt mal, die Fotos denjenigen Themenblöcken im Interview zuzuordnen, die sie bebildern:
| Abbildung: Maischberger mit… | Interview-Thema |
(A) Anke Engelke, Michel Friedman, … |
Betreff: Fragen zu Ihrem SZ-Artikel
Sehr geehrter Herr Boie,
es ermüdet mich ein wenig, die immer gleichen Zeitungstexte über die angeblich fehlende Relevanz von Blogs in Deutschland zu lesen. Ich weiß nicht, ob Zeitungen sich ihrer eigenen Relevanz dadurch versichern können, dass sie immer wieder ausführlich über etwas berichten, das nach ihrer eigenen Aussage so irrelevant ist. Und ganz bestimmt hilft es der Relevanz von Blogs nicht, sich immer wieder mit irrelevanten Zeitungsartikeln über Blogs zu beschäftigen.
Und doch: Ich kann es nicht lassen. Denn ich verstehe es nicht. Ich verstehe grundsätzlich nicht, warum viele Zeitungen sich Blogs einerseits mit einer solchen Hingabe widmen und ihnen andererseits nicht einmal ein Mindestmaß an Interesse entgegen bringen. Und ich verstehe konkret viele Aussagen in Ihrem …